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Donnerstag, 3. Oktober 2024

Würdiger Nachfolger eines Märtyrerbischofs – Msgr. Alfons Bermijn C.I.C.M., Apostolischer Vikar der Südwest-Mongolei

Quelle: Gemeinde Sint-Gillis-Waas

Ein Apostelleben, in dem sich große Bekennerkraft und menschenfreundliche Milde vereint finden, sank mit dem Tode des Apostolischen Vikars der Südwest-Mongolei, Bischof Alfons Bermijn, in ein frühes Grab.

Bermijn war ein Sohn des flämischen Volkes, das dem Missionswerk so viele hervorragende Apostel geschenkt hat. Schon früh trat er in die damals noch ganz jugendliche Gesellschaft von Scheutveld bei Brüssel. Bald nach der Priesterweihe reiste der junge Missionär nach der Mongolei, wo er 37 Jahre lang an der Arbeit sein sollte. Er half die Mission begründen und wurde im Jahre der Boxerwirren (1900) der Nachfolger des unter großen Qualen ermordeten Märtyrerbischofs Hamer. P. Bermijn war damals Oberer der Mission, und während die Missionäre auf seinen und des Bischofs Wunsch in die Berge flüchteten, bis sich der Sturm wieder gelegt hatte, harten die beiden Apostel auf ihrem Posten aus. Die letzten Worte des sterbenden Bischofs waren: „Nach meinem Martertod werde ich die gesamte Provinz Tumet zum Glauben führen.“ Er hat Wort gehalten, und Bermijn war es vorbehalten, als Nachfolger die Ernte vom blutgetränkten Felde heimzuholen. In einem Briefe heißt es: „Die Missionsdistrikte, die am meisten in Blüte stehen, sind jene, in denen im Jahre 1900 am meisten gelitten wurde, so die Westmongolei, wo die Boxer 5 Scheutvelder Missionäre niedermetzelten, darunter Bischof Hamer, und Hunderte von Neugetauften und Katechumenen. Seit damals hat sich die Zahl der Christen mehr als vervierfacht.“ Man fühlt aus den Briefen des verewigten Bischofs heraus, wie erhebend und beschämend ihm zugleich das Bewusstsein war, Nachfolger eines Märtyrerbischofs zu sein und Seelenhirte von Bekennerchristen, die noch die Narben und Wunden der Verfolgung für das Gut ihres Glaubens am Leibe trugen.

Bei seiner Bischofsweihe hatte sich der Verewigte den bezeichnenden Wahlspruch erkoren: In cruce salus! War die Ernte, die er einbringen durfte, sehr reich, so sollte es doch nur unter viel Leid und Tränen geschehen. Fast in jedem der 14 Jahre seiner Amtstätigkeit hatte der Bischof von neuem Unglück zu berichten. Bald waren es Überschwemmungen, bald Seuchen, bald Hungersnot, bald Aufstände: kurz, seine Tätigkeit stand immer im Zeichen des Kreuzes. Zwei Züge treten im Charakterbild des Bischofs besonders hervor. Erstens seine Liebe zu den armen Kindern, von denen Tausende jedes Jahr in seiner Mission durch grausame Eltern dem Tode geweiht wurden und für die er das Mitleid der Kinder Europas zu wecken suchte. Zweitens seine Selbstaufopferung für andere. Er verstand das große Geheimnis, nicht viel aus sich zu machen und sich anderen hinzugeben. Er griff mit seinen Missionären frisch zu, trug ihnen nichts auf, ohne selbst mitzuhelfen, und wählte für sich mit einer gewissen schlichten Selbstverachtung das Schlechtere und Schwierige. Wenn einer seiner Missionäre starb, so eilte er sofort zur Stelle und verrichtete die Missionsarbeit so lange, bis ein Nachfolger gefunden war. Bei einer solchen Gelegenheit zog er sich auch den Todeskeim zu, indem er für einen an Typhus erkrankten und gestorbenen Mitbruder die Vertretung übernahm.

Von Missionären und Christen aufrichtig beklagt, starb er in noch rüstigem Alter, ein Opfer hingebender Liebe und würdiger Nachfolger eines für seine Herde in den Tod gegangenen Märtyrerbischofs.

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Donnerstag, 28. Januar 2016

Große Missionsbischöfe: Ein Missionsgeneral fällt – Msgr. Ferdinand Hamer C.I.C.M., Apostolischer Vikar der Südwest-Mongolei (Teil 2)

Gedenktafel an Msgr. Hamers Geburtshaus mit dem Wappenspruch „Per te Virgo sim defensus“ aus dem Stabat Mater. (Quelle: Willemnabuurs)

Fortsetzung von hier

Der Bischof gab ihnen ein Schreiben an die Missionäre von San-tao—ho mit, in welchem er auch ihnen seinen Entschluss mitteilte, allen für ihre Liebe und ihren Eifer dankte, sie um Verzeihung bat für alle begangenen Fehler und sich ihrem Gebet empfehlend Abschied nahm für dieses Leben. „Aus jeder Zeile sprach das liebende Herz des heiligen Mannes und der Eifer des Apostels, der 35 Jahre lang sich ganz für das Heil dieser Völker geopfert hatte.“ Während die Missionäre dem Befehl Folge leisteten, setzte der greise Veteran die Residenz mit den Christen, so gut es ging, in Verteidigungszustand, ließ Schanzen aufwerfen und sprach allen Mut zu. Die Boxerhorden wagten denn zunächst auch keinen Angriff, setzten aber rings in der Gegend alle Christendörfer in Brand. Am 11. Juli fand der erste Angriff auf Ol-sche-se-tsing-ti statt. Er wurde abgeschlagen. Ein zweiter Sturm am 13. Juli gleichfalls. Inzwischen war aber der Feind durch 100 Mann regulärer Truppen verstärkt worden.

Am Morgen des 20. Juli wurde ein heftiger Angriff gemacht und das Hauptwerk der Christen, die befestigte Kirche, erstürmt. Der Bischof befand sich gerade mit seinem einheimischen Diakon Thaddäus Jang in der Sakristei, um sich zum heiligen Opfer vorzubereiten. Er selbst sollte diesmal das Opfer sein. Ein furchtbares Morden begann. An 500 Christen wurden niedergemacht. Vier Mordgesellen fanden endlich den Bischof. Er empfing sie ruhig und gefasst. Sofort wurde er von rohen Fäusten gefasst und herausgeschleppt. Man riss ihm die Kleider vom Oberkörper, durchbohrte die Stelle zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt und zog durch die Wunde eine Kette, an welche auch der Diakon befestigt wurde. Dann wurden beide auf die Landstraße vor dem Dorf hinausgeführt, dort an einen Pfahl gebunden und dem Gespött des Heidenpöbels preisgegeben. Inzwischen wurde im Dorf das Mord- und Zerstörungswerk vollbracht. In einer Zwischenpause, da der Bischof allein war, gelang es einem treuen Christen Namens Wang-öl, sich heranzuschleichen. Msgr. Hamer gab ihm den Auftrag, die Kunde von dem Geschehenen nach San-tao-ho zu bringen. „Wie kann ich das? Man wird mich töten.“ – „Geh nur,“ sagte der Bischof, „du hast meinen Segen.“ Hiernach wurden Bischof und Diakon auf einen Karren geworfen und unter starker Geleitschaft nach der 30 Meilen entfernten „Blauen Stadt“ gebracht. Auf dem Weg und in den Herbergen hörte der tapfere Bischof nicht auf, der neugierig zuströmenden Menge den wahren Glauben zu verkünden. Der Obermandarin der „Blauen Stadt“ wollte indes mit der Angelegenheit nichts zu tun haben, und so ging der Zug weiter nach dem 20 Meilen entlegenen Tu-o-tseng. Hier sollte der gefangene Bischof die Palme erringen.

Wir entnehmen die näheren Einzelheiten über sein Ende einem Brief des hochw. P. Eyck vom 3. Januar 1901. „Vier Tage hindurch wurde der ehrwürdige Greis, seiner Kleider beraubt, durch die Straßen geführt und auf den öffentlichen Plätzen an einen Pfahl gebunden ausgestellt. Jeder konnte mit dem Bischof nach Herzenslust seinen Mutwillen treiben. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Unbilden er von dem rohen Pöbel erfahren musste. Der eine raufte ihm Bart- und Haupthaare aus, ein anderer gab ihm Backenstreiche, ein dritter schnitt ihm mit seinem Schwert oder Messer Stücke Fleisch vom Leib und dergleichen mehr. Der heiligmäßige Greis hatte auf alle Rohheiten nur die eine Antwort: ‚Ich verzeihe euch und werde für euch beten.‘

Nach diesen tagelangen Quälereien gab der Mandarin den Bekenner den Soldaten und Boxern preis, die mit dem Sterbenden ein grässliches Spiel trieben. Sie hingen ihn an einem eisernen Haken auf, den Kopf nach unten. In die Wunden stopften sie Watte und zündeten sie an. Die Eingeweide wurden aus dem Leib genommen. Dabei zwangen die Boxer, so erzählte man, einen Bettler, das Herz des Bischofs zu verzehren. Das Fett, das aus dem Leichnam tropfte, wurde in Töpfen aufgefangen und später in kleine Gefäße zerteilt und um hohen Preis verkauft, da man ihm einen wunderbare Heilkraft zuschreibt, besonders gegen Eitergeschwüre, an denen die Chinesen viel leiden. So wenigstens erzählen die chinesischen Christen von Ol-sche-se-tsing-ti, die es aus dem Mund von Augenzeugen gehört. Die Heiden hielten den Bischof wegen seines langen Bartes für einen Greis von 200 Jahren. Wahrlich, Msgr. Hamer hat sein 35-jähriges Apostolat glorreich beschlossen, und es steht zu hoffen, dass wir ihn eines Tages auf den Altären sehen werden.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Mittwoch, 27. Januar 2016

Große Missionsbischöfe: Ein Missionsgeneral fällt – Msgr. Ferdinand Hamer C.I.C.M., Apostolischer Vikar der Südwest-Mongolei (Teil 1)

(Bildquelle:  KliB/KDC, Nijmegen)


Unsere katholischen Missionsbischöfe stehen im Kampf nicht, wie sonst meist die Generale und Heerführer, hinter der Schlachtlinie und außer Schussweite. Darum lichtet ein heftiger Kampf stets zuvörderst auch ihre Reihen. Das hat sich wieder bei der letzten furchtbaren Verfolgung in China [Boxeraufstand] gezeigt. In den am meisten betroffenen Nord- und Binnenprovinzen sind nicht weniger als 7 Bischöfe, 5 durch blutigen Tod, 2 infolge der ausgestandenen Drangsale, gefallen. Dazu brachte der Beginn dieses Jahres noch zwei weitere Todesmeldungen. Wie furchtbar der Sturm durch die blühende Mission der Mongolei gerast, haben wir früher wiederholt berichtet. Außer den 8.000 Christen und den 8 Missionaren, die ihm zum Opfer fielen, krönte auch der Apost. Vikar der Südwest-Mongolei, Msgr. Ferdinand Hamer, aus der belgischen Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariä von Scheutveld seine lange apostolische Laufbahn mit dem Tode des Bekenners.

Er war der letzte der vier Pioniere, welche 1865 die mongolische Mission eröffnet hatten. Geboren zu Nijmegen in Holland am 21. August 1840, schloss sich Hamer bald nach seiner Priesterweihe (10. August 1864) der neu gegründeten Genossenschaft und den Missionären an, die 1865 zuerst die weite Fahrt nach den mongolischen Steppen wagten. 1878 finden wir ihn als ersten Apost. Vikar von Kansu wieder, von wo aus er die Mission in Ili-Kuldscha (Ost-Turkestan) gründete. Etwa 10 Jahre später (1889) wurde er als Apost. Vikar nach der Südwest-Mongolei versetzt. Wir übergehen vorläufig seine überaus segensreiche Tätigkeit auf diesem Posten, um ausführlicher bei seinem glorreichen Ende zu verweilen.

Kurz vor dem Ausbruch der Verfolgung hatte Msgr. Hamer seine Residenz nach Ol-sche-se-tsing-ti verlegt, einem Mittelpunkt blühender Christengemeinden. Bereits im Juni 1900 begannen die Boxer ihr blutiges Spiel. Bald trafen von allen Seiten Hiobsbotschaften ein. Anfang Juli fanden sich in Ol-sche-se-tsing-ti  eine Anzahl Missionäre zur Beratung zusammen. Ihr Plan war, sich mit den Christen in der bischöflichen Residenz einzuschließen und um ihr Leben zu fechten. Alle waren fest entschlossen, bei ihrem Bischof und den Christen ähnlich wie ihre Mitbrüder in der Zentral- und Ost-Mongolei auszuharren. Es kam auf die Entscheidung des greisen Oberhirten an. Dieser zog sich einige Zeit in die Kapelle zurück, um vor dem Allerheiligsten die Lage zu erwägen. Ruhig und gefasst kehrte er nach einer Weile zurück. „Meine lieben Patres,“ so sprach er nach dem Bericht eines Augenzeugen, „ich bin der Fu-Mu (d. h. Vater und Mutter, chinesischer Ausdruck für die Obrigkeit) nicht bloß meiner Christen, sondern auch meiner Priester. Ich habe vor Gott meine Pflicht erwogen, und ich erkläre, dass ich es nicht mit meinem Gewissen vereinigen kann, meine sämtlichen Missionäre der sicheren Todesgefahr auszusetzen. Solange sich also ein Ausweg bietet, muss ich ihn nehmen, um meine Mission nicht ihrer Priester zu berauben. Steht nicht in der Schrift: ‚Wenn man euch in einer Stadt verfolgt, so fliehet in eine andere‘? Eine rasche Flucht bietet allein noch Aussicht auf Rettung. Deshalb befehle ich, dass alle hier befindlichen Missionäre noch diese Nacht nach San-tao-ho (die westlichste Station, von wo der Weg nach Zentralasien offen lag) aufbrechen. Was mich angeht, so bin ich alt, und meine Tage sich gezählt. Falls es unserem Herrn gefällt, das Opfer anzunehmen, so setze ich mein Leben bereitwillig daran für meine Christen und meine Missionäre. Möge Gott meine Missionäre, die wackeren Apostel der Mongolei, bewahren!“

Alle waren bei diesen Worten tief ergriffen und manche Träne rollte über den Bart hinab. Umsonst protestierten alle gegen den Entschluss des Bischofs. Er blieb fest und erwiderte ruhig: „Ich bleibe allein hier; ihr seid unter schwerer Sünde zum Gehorsam verpflichtet. Geht, meine Kinder; Gott sei mit euch.“ Es musste also sein. Unter Tränen und Schluchzen wurde Abschied genommen. Noch einmal spendete ihnen der ehrwürdige, allgeliebte Oberhirte seinen Segen, und dann ging’s hinaus in die dunkle Nacht. Alle fühlten: es war auf Nimmerwiedersehen hienieden.


(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Fortsetzung hier

Dienstag, 30. Dezember 2014

Wie man den Katechismus lernen kann, ohne Lesen zu können

Karawane in der Mongolei

In Mao-Esöl-ku (Apostol. Vikariat Nordwest-Mongolei), so erzählt P. Binckx, ein junger Missionär der belgischen Scheutvelder, meldete sich zur Taufe unter anderen ein im Dienst eines christlichen Herrn stehender Schäfer. Der Mann konnte weder lesen noch schreiben und trotzdem den kleinen Abriss katholischer Glaubenslehren, den die Katechumenen wissen müssen, von Anfang bis zu Ende ohne Anstoß aufsagen. Ganz erstaunt fragte der Pater, wie er dies gemacht, und erhielt folgenden Aufschluss: „Vater“, so erklärte der Mann, sich den Schweiß von der Stirn trocknend, „als meine Herrschaft mir versicherte, im Besitz der wahren Religion zu sein, entschloss ich mich, auch meinerseits derselben zu folgen. Meine Mutter, die dem Opiumrauchen leidenschaftlich ergeben ist, war zwar und ist heute noch dagegen. Es tat mir leid, ihrem Willen entgegenzuhandeln, aber, so sagte ich mir, wenn ich in die Hölle komme, wird sie mich dann herausziehen?

Ich wollte also die neue Religion kennen lernen. Während ich gemeinsam mit dem Sohn meines Herrn die Schafe hütete und derselbe laut den Katechismus lernte, hörte ich aufmerksam zu. So gelang es mir, den Inhalt des Büchleins mir einzuprägen, und ich bin entschlossen, dessen Lehren zu befolgen und meine Seele zu retten. Und daher bitte ich dich, Priester, taufe mich.“
Das sind gewiss Katechumenen, an denen man seine Freude haben kann. 

(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Sonntag, 2. November 2014

Wenn der protestantische Prediger einen auf „Padre“ macht – wieder Philippinen



Schon öfters haben wir auf den unehrlichen Kniff der amerikanischen Prediger hingewiesen, den sie auf den ehemaligen Antillen sowohl wie auf den Philippinen zur Anwendung bringen, um das einfache Volk in Irrtum zu führen. Er besteht darin, dass sie sich als katholische Priester aufspielen und ihm alles nachmachen. Selbst vor der sakrilegischen Entweihung des Beichtstuhles scheuen diese Verkündiger des reinen Evangeliums nicht zurück. Einen neuen Beleg für dieses Treiben gibt P. Schipman aus Sagada auf Luzon. Die dortige von den Augustinern erbaute Kapelle war durch die Revolutionäre 1898 zerstört, der Priester vertrieben worden. Als die belgischen Missionäre von Scheutveld anlangten, fanden sie nur noch Ruinen. Inzwischen aber waren die Episkopalen eingedrungen und hatten durch den erwähnten Kniff in Verbindung mit reichen Geldspenden einen Teil der Bevölkerung an sich gezogen. Der Prediger hat sich einen katholischen Priestertalar angelegt und trägt denselben nicht bloß in der Kirche, sondern oft den ganzen Tag. Die Anwendung solcher Mittel wirft doch ein merkwürdiges Licht auf die Kraft des „reinen Evangeliums“.

(Aus: die katholischen Missionen, 1911)

Sonntag, 19. Januar 2014

Wenn der protestantische Prediger einen auf „Padre“ macht

(Quelle: Adelbrecht)

Vor uns liegt der erste Bericht des hochw. P. De Cock, einer der Scheutvelder Missionäre, die jüngst der bedrängten philippinischen Kirche zu Hilfe geeilt sind.
Der Apostol. Vikar, Msgr. Agius O.S.B., nahm die neuen Hilfskräfte mit Tränen der Freude auf. Im Augustinerkloster von Manila fanden die Ankömmlinge gastliche Aufnahme und bereiten sich hier auf ihre neue Tätigkeit vor. 
P. De Cock aber eilte nach Bigan, der Residenz des Bischofs Dougherty, für dessen Sprengel, Nueva Segovia, die Scheutvelder bestimmt sind.

Die Stadt Bigan zählt etwa 15.000 Einwohner, meist Leute aus dem Eloranostamme mit starker Zumischung chinesischen Blutes. Die Kathedrale gleicht einer gewöhnlichen Dorfkirche. In Banguet holte P. De Cock den auf einer Firmreise befindlichen Bischof ein. „Er ist ein Mann von 43 Jahren von echt amerikanischer Tatkraft. Er ist fast ununterbrochen auf der Rundfahrt durch seinen Sprengel, keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, dass ordentlich gebahnte Wege und Fahrstraßen selten sind und der Oberhirte oft an einem Tage 12-13 Stunden im Sattel sitzt.“

In Begleitung des Generalvikars Carrol zog P. De Cock weiter, um das von den Scheutveldern zugewiesene Arbeitsfeld näher kennen zu lernen. Die Fahrt in der ärgsten Sommerhitze (Februar-Mai) durch eine wildromantische Gebirgslandschaft in einem einheimischen Rüttelkasten war mühsam genug. Nur ein Erlebnis sei aus dem Bericht ausgehoben.

In Bagum, dem höchstgelegenen Orte der Provinz Lepanto-Bontoc, kehrten die Reisenden bei einem Eingeborenen ein. Eine junge Christin im Dorf lag im Sterben. P. De Cock eilte hin und hatte gerade noch Zeit, dem Mädchen die letzte Lossprechung zu spenden. Es starb während der Sterbegebete. 
Zu seinem nicht geringen Erstaunen erfuhr der Missionär, dass die Kranke regelmäßig von einem gewissen „Padre Stanton“ besucht worden sei. Wer sollte dies sein, da bekanntermaßen kein katholischer Priester in dem Gebiete ringsum wohnte?

Die Sache klärte sich bald auf. In einem drei Stunden entfernten Ort hatte sich ein protestantischer Prediger niedergelassen, der, um das einfache Volk zu täuschen, den katholischen Priesterrock trug, die Sakramente in katholischer Weise spendete und in allem den katholischen Seelsorger nachzuahmen suchte. 
Wie sich herausstellte, hatte derselbe noch einen Kollegen, der es geradeso machte. 
Während P. De Cock und sein Begleiter und sein Begleiter in Bontoc Siesta hielten, ließ sich ein Reverend Spencer anmelden. Um nicht zu stören, hatte er versprochen, später wiederzukommen.

Richtig um 4 Uhr nachmittags stellte sich der Herr in einer enganliegenden katholischen Soutane vor, mit einem großen Kreuz vorn auf der Brust. Er tat ganz vertraut und sagte, er sei glücklich, dass katholische Missionäre zu dem verlassenen Volk zurückkehrten. Seine Einladung zu einem Gegenbesuch wurde höflich abgelehnt.

Abends stellte sich der Reverend abermals vor, diesmal von Frau und Kindern begleitet. Seine Absicht war klar genug; er wollte die Missionäre als Kollegen behandeln, um den Schein aufrecht zu halten, als bestehe zwischen Protestanten und Katholiken kein Unterschied. 
Dies zwang die Missionäre zu einer unumwundenen Erklärung. Sie hielten dem Prediger vor, dass seine unwürdige Nachäffung des katholischen Priesters und Kultus eine Heuchelei und nur dazu angetan sei, das Volk irrezuführen. 
Beschämt und kleinlaut zog der Pseudopriester ab. Die Aufklärung hatte zur Folge, dass er das nächste Mal in seiner Kirche nur noch 15 Zuhörer zählte.

(Aus: die katholischen Missionen, 1908)