Dieses kurze Video in der ARD Mediathek zeigt die Wallfahrt der Sinti und Roma zum Heiligen Rock in Trier im Jahr 1959. Geleitet wird sie von Pfarrer Arnold Fortuin aus Illingen (Saarland). Bereits in seiner Kaplanszeit kam er mit den Sintifamilien seiner Gemeinde in St. Michael/Saarbrücken in Kontakt und half vielen Sinti während der Verfolgung durch den Nationalsozialismus. 1955 gründete er auf Anregung der Familie Lehmann die „Zigeunerwallfahrt“ nach Illingen.
Ein schöner Zug bei der gezeigten Wallfahrt nach Trier ist
die Teilnahme eines indischen Kaplans und indischer Schwestern. Die Vorfahren
der Sinti und Roma verließen den Nordwesten Indiens im Mittelalter.
Bei der Arbeit von Pfarrer Fortuin, von der deutschen
Bischofskonferenz der 1965 zum Seelsorger für die Sinti und Roma ernannt wurde,
handelt es sich natürlich nicht um eigentliche Missionsarbeit. Die Sinti sind von jeher
Christen, in der Mehrheit katholisch. Dennoch hat Pfarrer Fortuin ähnlich den Missionaren über „seinen
Tellerrand geschaut“ und sich aufopfernd für ein verachtetes Volk eingesetzt.
Ich habe mich gefragt, ob die Grundlage für dieses Wirken während seiner
Gymnasialzeit in St. Wendel gelegt wurde, wo die Steyler Missionare ein Gymnasium
betrieben. Leider konnte ich nicht endgültig herausfinden, ob er dieses besuchte.