Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Montag, 9. Januar 2012

Asiatische Türkei — Die Greuel in Armenien


Armenier auf der Flucht
Hier ein Bericht über die Verfolgung der Armenier im osmanischen Reich, es handelt sich nicht etwa um den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1914-1917, dessen Leugnung Frankreich kürzlich gesetzlich unter Strafe gestellt hat und dafür vom türkischen Ministerpräsidenten Erdogan mit Sanktionen bedroht wurde, sondern um eine der zahlreichen Verfolgungen davor, die in den Jahren 1894-1896 statt fand.

Das Bild, das wir früher von den blutigen Christenmorden auf Grund zuverlässiger Berichte entworfen, war gewiss schrecklich genug. Dass dasselbe aber noch weit hinter der Wirklichkeit zurückblieb, beweist der nunmehr veröffentlichte authentische Bericht der armenisch-katholischen Behörde (vgl. die Zeitschrift „Das heilige Land“ 1896, Heft 3, S. 112 ff.).
Die hier zusammengestellten Tatsachen sind geradezu haarsträubend. Wir heben daraus in Kürze wenigstens einiges heraus, was zur Ergänzung unserer früheren Berichte dient.

Kurzes Verzeichnis über die Entweihungen, die gewaltsamen Bekehrungen zum Islam und die Priestermorde:

1.    Provinz Trapezunt (Trabzon). Die Metzeleien in der Hauptstadt wiederholten sich in den meisten umliegenden Dörfern. In 13 derselben die Kirchen geplündert und zerstört. 6 Priester ermordet. 4 Dörfer gewaltsam zum Islam bekehrt. Zahlreiche Frauen geschändet.

2.    Provinz Erzerum. 41 Kirchen sind ausdrücklich namhaft gemacht, die teils geplündert und zerstört, teils in Moscheen verwandelt wurden. Dazu kommen zahlreiche ungenannte und etwa 15 armenische Klöster. Die christlichen Gotteshäuser wurden vor der Zerstörung in teuflischer Weise geschändet, beschmutzt, die Bilder, Altäre, Kruzifixe, Gewänder, Evangelienbücher schmachvoll der Verunehrung preisgegeben und dann vernichtet.
Etwa 13 Weltpriester und 8 Mönche wurden ermordet, andere eingekerkert. Ganze Dörfer sind gewaltsam zur Annahme des Islam und zur Beschneidung gezwungen worden. Die Gräueltaten an Hunderten von christlichen Frauen und Mädchen sind über alle Beschreibung empörend. In einigen Distrikten hat der Kultus des Kreuzes völlig aufgehört.

3.    Provinz Van. Hier wurden in den verschiedenen Distrikten 58 Kirchen und 29 Klöster, außerdem sämtliche Kirchen und Klöster der Distrikte Akhpag und Barguerd geplündert und zerstört und eine größere Anzahl Priester und Mönche, zum Teil unter schrecklichen Qualen, getötet; 26 Dörfer, die ausdrücklich genannt werden, sowie sämtliche Ortschaften der Distrikte Chadkh und Hokhiatz u.a.m. wurden gewaltsam zum Abfall gezwungen.
An mehreren Orten legten die Kurden die priesterlichen Gewänder, welche sie aus den Kirchen geraubt, an und führten mit dem Kreuze, dem Evangelium und dem heiligen Kelche in der Hand sowohl in ihren eigenen wie in den armenischen Dörfern schamlose Tänze auf, um die Religion und die Kirche der Christen lächerlich zu machen.

4.    Provinz Bitlis. Hier wurden 28 Kirchen und 13 Klöster ausdrücklich genannt außer zahlreichen anderen, die geplündert und teils zerstört, teils in Moscheen verwandelt, teils geschlossen. Die Zahl der ermordeten Priester und Mönche ist nicht festgestellt, aber ziemlich bedeutend. Außer den gewöhnlichen, wahrhaft bestialischen Schandtaten und Entweihungen, die sich allenthalben wiederholten, ist noch einiges besonders hervorzuheben.
Manche der schismatischen Geistlichen wurden gezwungen, den Turban aufzusetzen, zahlreiche christliche Frauen und Mädchen zwangsweise an Mullahs verheiratet, viele Christen zur Annahme mehrerer Frauen nach den Gebräuchen des Islam veranlasst, um so ihren Abfall vollständig zu machen, über 100 Dörfer zum Abfall und zur Beschneidung gezwungen, ganze Scharen von Kindern entführt, um sie zum Islam zu erziehen etc. Auch hier ist das Christentum stellenweise ganz ausgerottet.

(es folgen im Bericht noch die Provinzen Siwas und Mamuret-ül-Aziz, in der ähnliche, z.T. noch schlimmere Grausamkeiten verübt wurden)

Dieselben Greuel wiederholten sich in den Provinzen Diarbekir, Adana, Aleppo und im Sandschak Ismidt. Die Einzelheiten sind oft grauenerregend und zeigen den mohammedanischen Würger von seiner brutalsten Seite.
So viel ist gewiss, diese letzten Vorgänge der Türkei bilden eine der blutigsten und entsetzlichsten Seiten in der Geschichte dieses Jahrhunderts, das doch der Gräuel so viel gesehen. (…)
Tröstlich ist die herzliche Teilnahme, welche die christlich-gläubige Welt den armen Glaubensbrüdern im Osten entgegengebracht. Überall in Amerika, England, Frankreich, Österreich sind erfolgreiche Aufrufe zur Unterstützung der schwer heimgesuchten Mission ergangen. Auch Deutschland hat z.B. durch seinen „Verein des heiligen Landes“ und seine verschiedenen Presseorgane tatkräftige Unterstützung teils schon geleistet, teils zugesagt. Die Not ist außerordentlich groß und dringend.
Gewiss werden auch die Leser unserer Blätter bereitwillig fortfahren, ihr Scherflein zu spenden. Bereits ging uns von dem Obern der Kapuzinermission, P. Eugen de Modica, von Trapezunt aus ein inniges Dankschreiben zu für eine vorläufige Gabe.
„Tausende und aber Tausende vor kurzem noch blühender Existenzen“, so schreibt der hochwürdige Missionär, „sind an den Bettelstab gebracht, ihrer Ernährer beraubt und sogar mit herzloser Grausamkeit aus ihren Heimatsorten vertrieben worden. Die armen Witwen haben sich mit ihren hilflosen Würmchen, das nackte Leben rettend, hierher geflüchtet, mit der einzigen Hoffnung im Herzen, dass der allmächtige Gott sie in seiner unbegrenzten Barmherzigkeit nicht verlassen werde.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Sonntag, 8. Januar 2012

Anschlag auf den Apostolischen Vikar



Eine Hirtenreise des Apostol. Vikars von Südwest-Hupe, Msgr Benjamin Christiaens O.S.F., hätte, wie wir aus seinem eigenen Brief ersehen, ohne einen besonderen Schutz Gottes infolge der feindlichen Haltung der Heiden beinahe unglücklich geendet.
Er besuchte eben das Waisenhaus, das er zu Beginn des letztverflossenen Jahres in Sche-kuy-kiao, einem großen Marktflecken, errichtet hatte. Als der Oberhirt beim Abschied seine Tragsänfte besteigen wollte, machte sich bei den Zuschauern feindselige Gärung bemerkbar. 

Der Bedrohte, früherer Feldgeistlicher im deutsch-französischen Krieg, hätte sich zwar auch vor dem Schlimmsten nicht gefürchtet, hielt es aber für eine Forderung christlicher Klugheit, sich sicherstellen zu lassen, und verlangte vom Ortsmandarin ein Geleit durch die aufgeregte Menge bis vor die Ortschaft hinaus. 
Bis dahin ging auch alles in Ordnung. Kaum war man aber im freien Feld, so begann ein eigentlicher Angriff; Steine, Prügel, Erdschollen u. dgl. hagelte es auf die Sänfte, deren Fensterscheiben brachen. Die Träger stellten ihre Last nieder und suchten das Weite. Menschlicherweise gesprochen war der hochwürdigste Herr verloren. 
Bereits blutete er aus zwei Wunden am Kopfe. Er befahl seine Seele Gott und stieg aus der Sänfte.
Wie der Pöbel ihn allein ohne Schutz sah, steigerte sich seine Wut aufs höchste. Aber anstatt über ihn herzufallen, ließen sie merkwürdigerweise ihren ganzen Grimm an der Tragsänfte aus, die sie in Stücke hieben und anzündeten. 

Ohne dass jemand seiner achtete, konnte Msgr. Christiaens eiligen Schrittes entfliehen. Zwar setzte man ihm noch nach, aber ohne Erfolg; gegen Abend hatte er ein anderes Christendorf erreicht. In dem Tumult wurden etwa zehn Christen verwundet.
Die Menge wollte nun unter Anführung von Gelehrten das Waisenhaus niederreißen, doch der Syndikus und der Mandarin erhoben dagegen Einsprache. Die Aufgeregten gedenken das Vorhaben trotzdem noch zur Ausführung bringen. Mögen die Schutzengel die Untat verhüten!

(aus: die katholischen Missionen, 1891)

Freitag, 6. Januar 2012

Tod eines Apostels der Aussätzigen, Joseph Dutton


Aus dem Hawaii-Archipel kommt die Trauerkunde, dass „Bruder“ Joseph Dutton, der Nachfolger des P. Damian, am Aussatz gestorben ist. Damit endet ein Heldenleben, das in der glänzendsten Weise wieder die Kraft christlicher Liebe bezeugt.
Ira Barnes Dutton, so lautet der Geburtsname des Dahingeschiedenen, stammte aus einer hochangesehenen protestantischen Familie der Vereinigten Staaten und erhielt eine ausgezeichnete Erziehung. An dem amerikanischen Bürgerkrieg nahm er mit solcher Tapferkeit als Soldat des Zuavenregiments von Janesville City teil, dass er mit dem Rang eines Hauptmanns aus dem Kriegsleben schied. In den folgenden Jahren trat Dutton in den Dienst der Louisviller Eisenbahngesellschaft.
Seine aussichtsreiche Laufbahn gab er auf, nachdem er Ende der achtziger Jahre katholisch geworden war, um zurückgezogen in einem Dominikaner- und Trappistenkloster seinen Glauben leben zu können. Hier in einsamer Klosterzelle hörte der ehemalige Hauptmann Gottes Ruf. Ein Buch war es — wie so oft —, das ihm die Wege des Herrn wies: das Leben des P. Damian. Nicht einen Augenblick hielt ihn der Aussatz mit seinen Schrecken zurück. Er studierte Medizin, verließ dann die Heimat und zog auf die einsame Insel des Elends, wo ihn P. Damian, selber schon eine Beute der Krankheit, noch in sein Amt einführen konnte.

Fast 25 Jahre blieb „Bruder“ Dutton unter den Aussätzigen. Zusammen mit den Brüdern der Picpusgenossenschaft und den Franziskanerschwestern pflegte der ehemalige Offizier mit heroischer Geduld die armen Kranken. Keine Arbeit war ihm zu gering. „Jeden Morgen“, so schildert ein methodistischer Prediger sein Wirken, „legt er eine blaue Bluse an und einen Überwurf und geht dahin, was er seine ‚Werkstatt‘ nennt, ein Holzbau mit Veranda, wo eine Reihe Bänke angebracht sind und eine Anzahl Schüsseln mit warmem Wasser bereit steht. Von allen Seiten humpeln nun die ausgezehrten armseligen Gestalten heran und nehmen Platz auf den Bänken. Bruder Dutton wäscht mit wahrhaft religiösem Mute und Mitleiden ihre Wunden legt neue Verbände und Pflaster auf, wobei er für den einen Kranken ein erheiterndes Wort hat, einem anderen eine Blume schenkt, dem dritten einen bequemeren Stuhl zum Ausruhen verschafft, kurz alles tut, um den Unglücklichen ihr Dasein möglichst erträglich zu gestalten.“
Mit ganz besonderer Liebe nahm der Held der Barmherzigkeit sich der unglücklichen Kanakenkinder an, die von der furchtbaren Krankheit befallen aus dem Elternhaus fortgerissen worden waren und jetzt in Schmerzen und Heimweh sich verzehrten. Man kann es nicht ohne Rührung lesen, wie der ehemalige Hauptmann auf die kindlichste Weise sich mit ihnen unterhielt und frohe Spiele ersann, um die armen, entstellten Wesen zu erheitern und zu trösten.

Fast 25 Jahre hielt Dutton es aus mitten in dem Jammer und all der Not von Molokai. Konnte Gott ihm einen schöneren Lohn geben als das Los seines großen Vorbildes, des P. Damian? Es ward ihm zu teil. Er starb des gleichen Todes, er wurde zum Märtyrer des Aussatzes.
Staunend hat die moderne Welt das Opferleben des P. Damian betrachtet und ihm das höchste Lob gezollt, Freund wie Feind. Soll nicht gleiche Ehre auch seinem Nachfolger zu Teil werden, der dasselbe gewollt und gelitten? Mit Recht schreibt eine Zeitschrift in ihrem Nachruf auf Bruder Dutton: „Was auch über den heiligmäßigen belgischen Priester geschrieben ward, getrost mag es angewandt werden auf Bruder Dutton, der hochgeboren und feingebildet alle weltlichen Aussichten beiseitesetzte und das Werk des P. Damian fortführte.“

Beide Männer, der Priester und der demütige Laie, sind herrliche Blüten an dem nimmer verdorrenden Baum christlicher Caritas.

(aus: die katholischen Missionen, 1913)

Donnerstag, 5. Januar 2012

Ein neuer Aufruf Papst Pius’X. zu eifrigerer Betätigung am Werke der Glaubensverbreitung


St. Pius X
Nicht unbedeutend ist die Zahl der Missionäre und Schwestern, die Italien in den Dienst der Heidenmission stellt. Die alten Orden sind verhältnismäßig stark vertreten, und die neueren Genossenschaften wie die Salesianer Don Boscos, die Söhne des heiligsten Herzens von Verona, die Missionäre von Mailand, Rom und Parma leiten eine ganze Reihe von Missionsgebieten in China, Hinterindien, Afrika und Südamerika.
Auch lässt sich nicht verkennen, dass seit einigen Jahren die Beteiligung an den Missionsvereinen in einzelnen Teilen Italiens im Steigen begriffen ist. Aber im Vergleich zu andern Ländern steht Italien sowohl was Missionspersonal als was materielle Hilfeleistung betrifft, weit zurück. Besonders beklagen die Obern der verschiedenen italienischen Missionsinstitute den Mangel an Missionsberufen.

Im Februar dieses Jahres (Anm.:1913 oder 1914) hat Papst Pius X: auf ein Schreiben dieser Vorsteher folgende Antwort gegeben, die nicht nur von Wichtigkeit für Italien ist, sondern auch ein beredter Aufruf für alle Katholiken, nach Kräften sich dem Missionswerke unter den Heiden zu widmen.
Der Heilige Vater schreibt:
„Es ist für Uns selber schmerzhaft, feststellen zu müssen, welch kleinen Anteil Italien an dem Bekehrungswerk unter den Heiden nimmt, obgleich es der Sitz der katholischen Kirche ist. Es ist richtig, ehrwürdige Brüder und liebe Söhne, dass ihr in der Uns übermittelten Adresse als Hauptgrund hierfür die völlige Unkenntnis angeführt habt, die unter uns über die Pflicht herrscht, dass jeder in seiner Art mitzuwirken hat, namentlich durch Gebet und Almosen, den unendlichen Schatz des Glaubens zu verbreiten, diese Grundlage zur Erlösung der Menschheit, die belebende Seele für alle Tugenden, die übernatürliche Gabe, die die Pforten für eine glückselige Ewigkeit öffnet.
Die Mehrzahl vergisst, dass es sich gerade hier um Anwendung des großen Gebots der Liebe handelt; aber da man sich von der Ausdehnung desselben keinen entsprechenden Begriff macht, bezieht man es meistenteils auf nächststehende Personen und auf Bedürfnisse, die wir gerade vor Augen haben. Man denkt gar nicht daran, dass es auf der weiten Welt, jenseits der Meere, neue Himmel, neue Erden gibt mit unzähligen Völkerschaften, die noch in der Dunkelheit und im Schatten des Todes leben, und die von uns, die wir die köstlichen Güter der Erlösung genießen, den zu empfangen erwarten, der ihnen von Gott und seinen Werken predigt und sie einlädt, teilzunehmen an dem wunderbaren Licht des Evangeliums. 

Wie können bei solcher Unwissenheit, fragt ihr mit Recht, die Seelen das ganze Elend anderer fassen und sich öffnen zur Liebe und ihren edlen Gefühlen Folge leisten? Wir Unserseits haben niemals die Gelegenheit vorübergehenlassen, sie an die Pflicht zu erinnern und ihnen einzuschärfen, ihr Scherflein zur Verbreitung des Glaubens beizutragen, sei es, indem Wir für das Apostolat Stimmung machten, sei es, dass Wir Gott um seinen Beistand anflehten, oder dass Wir die nötigen Mittel zur Ausübung des Apostolischen Amtes beschafften. 

Während Wir euch nun bei dieser Gelegenheit, ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, Unsern Dank aussprechen für den Eifer, mit dem ihr euch bestrebt, Scharen von Arbeitern des Evangeliums vorzubereiten, die im Namen Christi den Heiden die Wohltaten seiner Lehre und die Fülle seines Segens bringen, ermahnen wir euch, den Eifer zu verdoppeln, um zum Nutzen dieser Heidenvölker, soweit es in eurer Macht steht, noch zahlreichere Freunde und Wohltäter in Italien zu werben. 

Um zu diesem Ziel zu gelangen, dürfte von großem Nutzen die Mitwirkung der Bischöfe sein, deren Liebe und Eifer, wie Wir wissen, in großherziger Weise über die Grenzen ihrer Diözese hinausgehen, sowie ebenfalls Wort und Werk der Priester, die in euren Schulen aufwachsen. Indem die christliche Liebe eure und ihre Kräfte verdoppelt, wird sie auch in euren und ihren Händen das Wunder der Vermehrung des Brotes erneuern.“
(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Mittwoch, 4. Januar 2012

Ein schwarzer Christ von Pius X. dekoriert


Hl. Papst Pius X.
Stanislaus Mugwanya, einer der ersten Neuchristen Ugandas, gehört zu den angesehensten Männern des Reiches. England ernannte ihn zum Justizminister und erhob ihn zur Würde eines der drei Regenten während der Minderjährigkeit des Königs David. Als Katholik sorgt er nicht nur vortrefflich für die Erziehung seiner 17 Kinder, sondern er geht ihnen auch mit dem guten Beispiel voran und ist ein Vorbild für ganz Uganda. 

Wie P. Duchene aus der Genossenschaft der Weißen Väter berichtet, hat Stanislaus Mugwanya seit dem Tag seiner Bekehrung im Jahr 1885 kaum eine heilige Messe verfehlt. Früh erscheint er in der Kirche und macht zugleich mit den Missionären seine Betrachtung. 

Hierauf hört er die heilige Messe, kommuniziert, wohnt einer zweiten heiligen Messe als Danksagung bei und nimmt am Katechismusunterricht teil. Jedes Jahr macht er vom Montag nach Palmsonntag bis Ostern die Exerzitien. Kein Opfer ist ihm zu groß, wenn es sich um seinen Glauben handelt.

Diesem Manne hat Papst Pius X. das Großkreuz des Sylvester-Ordens verliehen. Große Freude herrschte in Villa Maria, als Bischof Streicher dem verehrten Regenten die Insignien des Ordens überreichte und die Verdienste des Dekorierten hervorhob. Er selber war anfangs ganz bestürzt; dann freute er sich aufrichtig über die Anerkennung, die er als eine Ehrung aller Katholiken Ugandas auffasste.


(Aus: die katholischen Missionen, 1913)

Sonntag, 1. Januar 2012

Um eine heilige Messe!


FSSP

Schüchtern klopft es an mein Fenster, schreibt der Apostol. Präfekt von West-Nigeria, P. Zappa, aus Asaba, ich schaue von meinem Tische auf und erblicke die arme Veronika, die mir zaghaft einige Pfennige hinhält mit den Worte: „Ich wage es nicht, dich darum zu bitten; das ist alles, was ich zusammenbringen konnte,— aber ich hätte so gerne, dass du eine Messe für die Bekehrung meines Vaters läsest.“ Dabei legt sie ihren Schatz auf die Fensterbank.
Die Bittstellerin war ein armes, aussätziges Mädchen, das schon seit einigen Jahren in dem Krankenhaus unserer Schwestern war und vor drei Jahren die heilige Taufe erhalten hatte. Ihr Vater, ein verstockter Heide, wollte trotz all ihrer Bitten nichts vom Christentum wissen; doch Veronika ließ nicht nach, den Himmel mit ihren Gebeten zu bestürmen. Da nun auch der liebe Gott taub für ihr Gebet zu sein schien, beschloss sie, eine heilige Messe dafür lesen zu lassen. Aber wie das anstellen? Sie war ja so arm.
Lange zermarterte sie ihren Kopf und grübelte hin und her; endlich fand sie einen Weg und machte sich gleich an die Ausführung: auf einen Stock gestützt, schleppte sie sich auf ihren von der schrecklichen Krankheit angefressenen Füßen in den Wald, sammelte dort dürres Holz, trug es dann zum Markte, um es hier in einer Ecke für einige Kauris zu verkaufen. Sie wird Zeit brauchen, sie weiß es, viel Zeit; sie wird sich die Füße wund laufen, aber nach und nach wird sie doch langsam alles zusammenbekommen für die Messe, für ihre Messe.
Ja, sie hatte an alles gedacht, alles in Rechnung gestellt, nur nicht die Ohnmacht ihrer schwachen Glieder. So hatte sie denn mehrere Tage sich abgeplagt, dann die Arbeit unterbrechen müssen, um ihren wunden Füßen etwas Ruhe zu gönnen, aber immer wieder von neuem begonnen, ganz erfüllt von ihrer großen Absicht, nur durch das brennende Verlangen heiliger Kindesliebe aufrecht erhalten, bis sie endlich ganz zusammenbrach und mit ihr der hochherzige Plan.
 Voll Schmerz über das Misslingen ihrer Absichten und doch voll Verlangen, das heilige Sühneopfer für ihren Vater dargebracht zu sehen, kam sie jetzt zu mir – als Besiegte, gestand ihre Pläne ein, von denen sie noch keinem Menschen etwas gesagt, und legte dann ganz zaghaft und ganz beschämt ihr kleines Scherflein mir hin; recht klein in den Augen der Menschen, und doch wie groß in den Augen Gottes!
Dass sie ihre heilige Messe erhielt – und mehr als eine –, brauche ich wohl nicht hinzuzufügen. Um ihr das ganze Verdienst zu lassen, ließ ich sie selbst ihre Pfennige in den Opferstock werfen. Und der Herr, der das Scherflein der Witwe gesegnet, segnete auch das Opfer dieser Ausgestoßenen der Menschheit. Ihr Vater bekehrte sich, ließ sich unterrichten und taufen – wenige Monate danach starb er.

Und bald folgte ihm Veronika. Nach langem, mit heldenmütiger Ergebung ertragenem Leiden, das sie immer wieder für die Bekehrung ihres Vaterlandes aufopferte, schied sie dahin, tief betrauert von allen ihren Gefährtinnen, denen sie mehr als einmal eine treue Ratgeberin gewesen war. Jetzt betet sie droben für ihr armes Vaterland und für alle Wohltäter, deren Almosen unseren Schwestern und uns geholfen haben, ihr den Weg zum Himmel zu weisen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Ein Katholikentag der Indianer von North Dakota




(Aus: die katholischen Missionen, 1912)

Vom 11. Bis 15. Juli dieses Jahres fand zu Elbowoods in North Dakota wieder eine Generalversammlung katholischer Indianer statt. Von sechs verschiedenen Stämmen, die früher als unversöhnliche Feinde sich auf Leben und Tod bekämpft hatten, waren Vertreter erschienen.
Da sah man die stattlichen Sioux, die gefürchteten Chippewas und Assineboines als friedliche Gäste unter den Bewohnern der Elbowoods-Reservation, den einst so berühmten Dickbäuchen, den Arickarees und Mandan. Rings um die Mission war das Lager der Indianer errichtet, es mochten wohl 200 Zelte sein. Neben echte „Teepees“ konnte man viele ganz moderne Zelte erblicken. In der Mitte war eine große Versammmlungshalle aufgeschlagen, die über 1000 Personen fassen konnte.

Hier wurde am Sonntag ein feierliches Pontifikalamt gehalten und die Firmung gespendet. Es war ein überwältigender Anblick. Da knieten auf bloßer Erde die Rothäute in ihren malerischen Trachten, Hunderte und aber Hunderte an Zahl.
Andächtig hatten sie die Blicke auf den Altar gerichtet, und wie Wettersturm erklangen die Lieder aus ihren rauen Kehlen in ihren schönen Indianersprachen. Und als sich endlich fast alle erhoben, müde Greise, Krieger, Frauen und Kinder, und ehrfurchtsvoll zur Kommunionbank schritten, da waren die Weißen, die der Feier beiwohnten, in innerster Seele ergriffen.

Der gleiche tiefreligiöse Ernst beherrschte auch alle Versammlungen des Kongresses. In sämtlichen Reden war der Grundgedanke: das Glück, katholisch zu sein, und der Wille, den heidnischen Stammesgenossen den katholischen Glauben zu bringen.
Der Indianer ist ein geborener Redner. Auch in diesem Jahre wurden treffliche Ansprachen von den Rothäuten gehalten. Ignatius Court, ein Vollblutindianer, der angesehenste Mitarbeiter an der einzigen katholischen Sioux-Zeitung, schloss mit den Worten: „Wie die Bienen auf den Feldern den Honig sammeln und ihn dann eiligst nach allen Himmelsrichtungen heimtragen, so sollen wir diesen Kongress verlassen. Das Heilige, was wir hier aufgenommen haben, müssen wir nun in die verschiedenen Reservationen mitnehmen und für unser ganzes Leben bewahren.“

Besonderen Eindruck machte die Rede des alte Siouxhäuptlings John Grass ; er gehörte dereinst zu den berühmtesten Führern der Indianer und hat, wie er selber erzählte, manchem Bleichgesicht den Skalp genommen, nie aber hat er nach seinem treuherzigen Geständnis einen Schwarzrock
(d. h. einen Priester) berührt, da der Schwarzrock stets der Freund des roten Mannes gewesen sei. 
In seiner Rede legte er öffentlich ein herrliches Glaubensbekenntnis ab: 
„Der Bischof hat uns gesagt, dass bei der Firmung das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn und in die Seele gedrückt wird. Schämt euch daher nie, durch das Kreuzzeichen euren katholischen Glauben zu bekennen. Macht es nicht wie manche Weißen, die zu Hause katholisch leben, aber fern der Heimat den Glauben verbergen.“ 
Dann gab er seinen Landsleuten eindringliche Ermahnungen, zu beten, die Messe oft zu hören und die Sakramente zu empfangen, und ständig Gott zu danken, dass er sie aus der Torheit des Heidentums zur wahren Kirche berufen haben.

Nach ihm sprach der Indianer Hieronymus Cottonwood. In origineller Weise führte er den Gedanken aus, dass der Heiland seine roten Söhne noch lieber haben müsse als die Weißen, denn nicht die Indianer, sondern Weiße hätten ihn ans Kreuz geschlagen.
Dann redete er von Versuchungen und betonte scharf die Notwendigkeit, den Willen zu stählen gegen Verführung und Anfechtung. Seine ernste Sprache und der edle Gesichtsausdruck zeigten überzeugend, dass er aus eigener tiefster Seelenerfahrung sprach.

Ergreifende Missionsreden hielten der Häuptling Good Bear von Elbowoods und James Garfield aus Montana. Ersterer zeichnete die Lage seiner Leute vor der Ankunft der Glaubensboten und entwarf ein Bild von der Tätigkeit der Priester. In rührender Weise dankte er zuletzt im Namen seines Volkes den Patres und Schwestern für alles, was sie den Indianern in langer, harter Arbeit getan haben.
James Garfield bot ein trauriges Gegenstück zu dieser Schilderung. Er erzählte, wie sein Stamm, die Assineboines, die größten Opfer gebracht hätten, um den katholischen Glauben zu erlangen, wie sie umsonst um einen Priester bäten und sich in ihrem selbsterbauten Kirchlein allein versammeln müssten. Nur selten könne ein Priester zu ihnen kommen, und dieser verstände die Sprache des Stammes nicht. 
Dann bat er inständig, dass die katholischen Indianer ihren nächsten Kongress in seiner Heimat abhalten möchten, damit seine katholischen Landsleute gestärkt und die Heiden zum Anschluss an die Kirche angetrieben würden.

Der Katholikentag zeigte aufs Neue, wie tief der Indianer die katholische Religion erfasst, und, wie ernst er sie ins Leben umsetzt. Umso bedauerlicher ist es, dass von katholischer Seite nur so wenig für das arme Volk geschehen kann. 
In North Dakota, innerhalb der Diözesen Fargo und Bismarck, liegen vier bedeutende Indianerreservationen; mit Ausnahme von einer werden alle durch Benediktiner verschiedener Abteien — vor allem von Richardton — versehen. Die meisten Patres sind in der Sorge für die Rothäute alt geworden und durch die Beschwerden der harten Arbeit gebrochen. Dazu hat der Tod traurige Lücken in die Reihen dieser ehrwürdigen Veteranen gerissen. Neue Kräfte sind nur spärlich nachgerückt.
Zum Mangel an Kräften kommen andere Schwierigkeiten. In wenigen Jahren werden weiße Leute überall zwischen den Indianern wohnen, und die Indianer als volle amerikanische Bürger betrachtet werden. 
So werden sie entweder unter den weißen Leuten aufgehen oder von denselben aufgerieben werden.
Diese Übergangsperiode, in der sie gegenwärtig sind, hat ihre großen Gefahren. Sie sehen den Unglauben und die losen Sitten mancher Weißen und sind versucht, deren Laster anzunehmen. Gerade deswegen ist es ungemein wichtig, dass erfahrene und seeleneifrige Missionäre sie leiten und beschützen. Anderseits hat die Missionierung unter solchen Umständen sehr wenig Anziehendes. Fast möchte man sagen, der einzige Erfolg wird sein, eine sterbende Nation auf den Tod vorzubereiten.

Meine Diözese ist ein doppeltes Missionsland. Im Jahre 1876, als die Bekehrungsarbeit unter den Indianern einsetzte, gab es in der jetzigen Diözese Bismarck kaum 200 katholischen Weiße, jetzt über 30.000, alles Einwanderer. 
Es fehlt an Geistlichen nicht nur für die Indianer, sondern auch für die Weißen. Die Abtei Richardton ist die Anstalt, welche Priester für beide stellen soll. Vorläufig kommen nur Ordensleute für die schwierige Arbeit in Betracht. 
Möchten doch katholische Jünglinge sich zahlreich unserer Abtei anschließen, um mit Gottes Beistand die Missionsarbeit fortzusetzen bei den Indianern und Einwanderern.