Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Mittwoch, 10. September 2014

Die auswärtigen Missionen jetzt auch auf Twitter

Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken getragen, diesen Blog mit einem Twitter-Account zu verbinden, wer ihm folgen möchte, kann dies unter https://twitter.com/DieMissionen tun.

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Montag, 8. September 2014

Der Eifer des koptisch-katholischen Klerus (Teil 2)

Patriarch Cyrillus II. Macaire
Fortsetzung von hier

Nicht unerwähnt lassen darf ich P. Guirgués, den würdigen Pfarrer von Maschul in der Gegend von Mallaui, der keinem schismatischen Kopten auf dem Land, alt oder jung, begegnet, ohne ihn anzuhalten, über die Religion auszufragen, ihm einige Unterweisungen zu geben und die Aufforderung, sich im wahren Glauben unterrichten zu lassen. Er steht an der Spitze einer Gemeinde voll Glauben und Frömmigkeit.

All diese genannten Priester und ihre würdigen Amtsbrüder wirken durch ihr abgetötetes Leben und ihren apostolischen Eifer zumal unter dem schlichten, einfachen Landvolk überaus segensreich. „Den Armen wird das Evangelium verkündet“, gilt auch hier. Sie folgen hierin ganz dem Beispiel des göttlichen Meisters. Opfer und Abtötung sind ihre steten Begleiter, und ihre Leben ist eine fast ununterbrochene Kette von Entbehrungen. Denn ihr ganzes Einkommen beschränkt sich auf die durch die Jesuitenmissionäre vermittelten Messstipendien, die zumeist nur 1 Franc (80 Pfg.) betragen. Mit diesem spärlichen Budget kann man begreiflicherweise nicht weit springen.

Diese Armut bildet für den apostolischen Eifer dieser Priester einen unliebsamen Hemmschuh. Denn die Ortschaften sind oft sehr weit voneinander entfernt. Um sich den Luxus eines kleinen Reiteselchens oder ein Billet dritter Klasse auf der Eisenbahn zu verschaffen, dafür reichen ihre Mittel nicht hin. Weitere Strecken unter der heißen Sonne Ägyptens regelmäßig zu Fuß zurückzulegen, hieße aber die ohnehin schwachen Kräfte vor der Zeit erschöpfen. Gewiss aber ist, dass wenn die Unionsbewegung unter den schismatischen Kopten so erfreulich in Fluss gekommen ist und sich so tröstlich entwickelt, dies zum großen Teil dem aufopfernden Eifer des einheimischen Klerus zu danken ist. Ihr musterhaftes uneigennütziges Leben und Wirken ist für die schlichten, einfachen Landleute, die dasselbe mit demjenigen ihrer schismatischen Gommos (Namen der jakobitischen Geistlichen) vergleichen, ein greifbarer Beweis der katholischen Wahrheit; denn nur die Wahrheit, das fühlen sie instinktiv heraus, ist im Stande, heroische Tugend zu erzeugen.

Die neuen koptischen Bischöfe (siehe Bild oben) geben ihrem Klerus aber auch ein herrliches Beispiel. Sie sind wirklich nach dem Ausdruck des Evangeliums auf den Leuchter gestellte Lichter, welche ihre wohltätigen Strahlen auf Hirten und Herde werfen. Sowohl Msgr. Ignatius, Bischof von Theben, mein [des Verfasssers P. Rolland S.J.] alter Begleiter auf den apostolischen Wanderfahrten, als Msgr. Maximos, Bischof von Hermopolis (residiert in Minieh), sind unter den augenblicklichen Verhältnissen ihrer jungen Kirche gezwungen, während ganzer Monate unter der armen Fellah-Bevölkerung zu leben und mit ihr die grobe Nahrung und unbequeme Wohnung zu teilen. Sie predigen und katechisieren wie gewöhnliche Priester, ziehen missionierend von Ort zu Ort und scheuen nicht die Opfer, welche dieses Leben unter einem Landvolk, ebenso arm an irdischen Gütern als reich an Gelehrigkeit und gutem Willen, mit sich bringt.

Se. Seligkeit endlich, Msgr. Macaire, unter dem Namen Cyrillus II. der erste Patriarch der wiedererstandenen koptisch-katholischen Hierarchie, ist durch seinen feurigen Eifer wie durch seine Talente und sein Wissen würdig, an der Spitze dieser apostolischen Bischöfe zu stehen. „Unser ehrwürdiger Bruder Cyrillus Macaire“, so sagte in der Konsistorial-Allokution vom 19. Juni 1899 Papst Leo XIII., „zeichnet sich aus durch Tugenden, die eines Bischofs würdig sind, durch Wissenschaft, Frömmigkeit, Klugheit und Gewandtheit in der Amtsführung, wie Wir es durch persönliche Erfahrung festgestellt. Deshalb haben wir ihn der Patriarchalwürde würdig befunden.“

All dies ist wohl im Stande, unseren apostolischen Eifer zu wecken. Wie vorauszusehen war, hat die religiöse Erweckung im Schoß der schismatischen Kirche, der laute Ruf ihrer einzig legitimen Oberen, die massenhafte Rückkehrbewegung zur alten Mutterkirche das Signal zu einer Erneuerung der alten Feindschaft gegen die katholische Kirche gegeben. (…)



(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Sonntag, 7. September 2014

Der Eifer des koptisch-katholischen Klerus (Teil 1)

Koptische Priester und Jesuitenmissionäre. In der Mitte Msgr. Maximos, koptisch-katholischer Bischof von Hermopolis.

(…) In dieser schwierigen Lage [des Priestermangels unter den koptischen Katholiken] zeigt sich der junge koptische Klerus seiner hohen Aufgabe ganz und gar würdig. Da ist z. B. Pater Marc, der Pfarrer von Mallaui, das 1 1/2 Stunden mit der Bahn südlich von Minieh entfernt liegt. Jeden Freitag macht er nüchtern den weiten Weg nach Baiadié, einem neuerdings bekehrten Distrikt, um dort die heilige Messe zu lesen, zu predigen, die heiligen Sakramente zu spenden und die Kranken zu besuchen: Die schismatischen Eltern sind in Bezug auf die Taufe ihrer Kinder sehr nachlässig. 

Wir gehen also in den Hütten der armen Fellahs umher, um solche armen verlassenen Kleinen aufzusuchen. An einem Freitag taufte P. Marc noch seiner heiligen Messe 9 solcher Kinder, von denen einige 1, andere 2, 3 und selbst 7 und 9 Jahre alt waren. Ein junger Kopte von 17 Jahren erklärte, auch er sei noch nicht getauft, und bat dringend um diese Gnade. Schon das zeigt, wie sehr diese arme verlassene Herde guter Hirten bedarf.

P. Andreas Sabaa-el-Zail, Pfarrer von Galossana, nördlich von Minieh, ist nicht weniger eifrig. Bei Gelegenheit einer Mission in seiner Gemeinde durcheilte er als wahrer Apostel 12 umliegende Dörfer oder Weiler, fast stets zu Fuß, in brennender Sonnenglut, um die noch irrenden Schäflein zur Hürde des wahren Glaubens einzuladen. Die Frucht seines Eifers, seiner unermüdlichen Sanftmut und seiner Liebe gegen Armen und Kranke waren zahlreiche sehr tröstliche Bekehrungen.

Muster eines eifrigen Seelsorgers ist auch P. Hanna Cabes. Als ich im Dezember 1898 in einer kürzlich bekehrten Ortschaft am Fuß der arabischen Hügelkette eine Volksmission hielt, kam er herüber, um nach meinem Weggang das Werk zu vollenden. Nüchtern war er mit dem Unterricht der Kinder, der Predigt, der Beantwortung zahlloser Fragen der Neubekehrten den ganzen Morgen beschäftigt; erst gegen 1 Uhr nachmittags nahm er ein mageres Mahl ein. Es war die Zeit der Adventsfasten und ohne von den Erleichterungen der Bischöfe in Bezug auf das Fasten Gebrauch zu machen, heilt er es in seiner ganzen Strenge, um den noch nicht unierten oder kürzlich zurückgekehrten Jakobiten (schismatischen Kopten), die in diesem Punkte so streng sind, kein Ärgernis zu geben.

(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Fortsetzung hier

Freitag, 5. September 2014

Bilder aus der Mission der bayerischen Kapuziner in Chile

Bischof Guido Beck O.F.M. Cap., Apostol. Vikar von Araukanien

Kürzlich bin ich auf der Seite der Kapuziner in Chile auf einige schöne historische Fotos gestoßen, die ich niemandem vorenthalten möchte. Hier der Link. Besonders interessant ist die Galerie „Capuchinos en Isla de Pascua“ (Kapuziner auf den Osterinseln). Die Osterinseln gehören bekanntlich zu Chile und waren damals auch Teil der chilenischen Kapuzinermission.

Auf den Fotos ist u. a. zu sehen wie Bischof Guido Beck, ein Kapuziner der bayerischen Provinz und Apostol. Vikar von Araukanien (siehe Bild), die Messe auf einem Schiffsdeck liest (koloriertes Foto, Messe nach dem alten Missale). Ein sehr rührendes Foto zeigt den Bischof bei der Austeilung der Kommunion an eine Leprakranke.

Die Galerie  „Misiones y Misioneros“ (Missionen und Missionare) zeigt Bilder von den in echt kapuzinischer Handwerkskunst ausgeführten Kirchen sowie Fotos der Missionare auf ihren Reisen, oft hoch zu Ross oder im Ruderboot.

Donnerstag, 4. September 2014

„Auch ich will nach Tongking gehen, auch ich will ein Märtyrer werden!“


St. Théophane Vénard (Quelle: PHGCOM)

Die Hirtensorge und Hirtenliebe des göttlichen Heilands lebt fort in unserer heiligen Kirche. Das Vorbild des göttlichen Hirten und der Gedanke an die hirtenlose Herde der Heidenwelt haben zu allen Zeiten edle Herzen mit heiliger Missionsbegeisterung erfüllt.

Ein Märtyrermissionar unserer Tage aus dem fernen Tongking, Théophane Vénard, hütete als Kind von neun Jahren mit der Schwester die kleine Herde seines Vaters. Das ältere Mädchen hatte sich vom Pfarrer des Ortes einige Bücher erbeten, aus denen der kleine Bruder ihr vorlas, nicht ohne sich selbst dabei Wärme und Begeisterung ins eigene Herz zu lesen.

Das war besonders bei den Missionsberichten der Fall, die sich unter den Schriften fanden. Wie ihn der Märtyrertod des seligen [zusammen mit Théopane Vénard heiliggesprochenen] Karl Cornay, der eben für seinen Heiland gestorben war, ergriff! Da fühlte sein Herz zum ersten Mal jene Apostelliebe, die ihm damals die Worte auspresste: „Auch ich will nach Tongking gehen, auch ich will ein Märtyrer werden!“ – dieselbe Hirtenliebe, die ihn nachmals zu so außerordentlichen Opfern befähigen sollte. 

Und nun wird er den Gedanken an die hirtenlose Herde, an die reiche Seelenernte, die in weiten Missionsreichen Asiens verkümmert, nicht mehr los. Er versteht den Gnadenruf, gehorcht ihm mutig und entschlossen und darf im Heidenland, nicht einmal 30 Jahre alt, seine Heilandstreue und Seelenliebe mit seinem Blut bezeugen.


Dienstag, 2. September 2014

Große Missionsbischöfe: Msgr. Gregorius Jacobus Heliani, erster syrisch-katholischer Erzbischof von Damaskus


Geboren 1802 in Rascheia (Antilibanon) von schismatischen Eltern, wurde er im Schisma erzogen und bereits im jugendlichen Alter zum schismatischen Erzbischof von Damaskus geweiht. Indessen erkannte er, erleuchtet von der Gnade, die Wahrheit, verzichtete auf seinen erzbischöflichen Stuhl und trat im Jahr 1828 zur katholischen Kirche über. Von nun an verlegte er sich ganz darauf, seinen früheren Glaubensgenossen die Wahrheit zu predigen; eine der ersten Früchte seiner apostolischen Tätigkeit war die Bekehrung des schismatischen Bischofs Maltas von Nebek.

 Im Jahre 1837 wurde er vom Heiligen Stuhl zum syrisch-katholischen Erzbischof von Damaskus ernannt und mit neuem Eifer und neuem Erfolg setzte er seine frühere Tätigkeit fort. Hunderte von syrischen Familien in Damaskus und der Umgegend verdanken ihm das Glück, zur wahren Kirche zu gehören, und die jetzt so blühende syrisch-unierte Gemeinde von Damaskus ist sein Werk.

Im Beginn der vierziger Jahre durchreiste Msgr. Heliani Frankreich und Deutschland, um Gaben zum Bau seiner neuen Kathedrale zu sammeln; zwar wurde die schöne Kirche, die er mit den erhaltenen Almosen errichtet hatte, von den Drusen und Mohammedanern im Jahr 1860 wieder zerstört, aber eine neue erhob sich an ihrer Stelle und von dem Hochaltar derselben hat der Begründer der syrisch-unierten Kirche von Damaskus sein Grab gefunden. (Todestag 10. Juli 1876) 

(Aus: die katholischen Missionen, 1877)

Montag, 1. September 2014

Was machen klausurierte Karmelitinnen in der Mission?

Auch die heilige Theresia von Lisieux wollte 1894 ins Karmel nach Vietnam, doch ihre Krankheit verhinderte dies. Die Karmelitinnen kamen 1861 vom Karmel in Lisieux in die Mission nach „Cochinchina“, d. h. Südvietnam.

„Ihr fragt mich, was die Karmelitessen in unserer Mission tun?“ schrieb vor einigen Jahren ein Missionär aus Cochinchina; „warum fragt ihr mich nicht auch, was der Regen und der Tau des Himmels für unsere Wiesen und Felder tun? Die Karmelitessen beten; sie beten für die Ungläubigen, für unsere Katechumenen, für unsere Neophyten; sie beten besonders für unsere Seminaristen, damit wir sie mit der Gnade Gottes zu guten Priestern erziehen. Nun, ich glaube, wie jeder Christ, an die Fruchtbarkeit des Gebets und der Bußwerke; ich glaube, dass das Gebet und die Bußwerke etwas ihnen Ähnliches, d. h. jene übernatürliche Gnade, welche man Bekehrung und Heiligung der Seelen nennt, hervorzubringen vermögen.

 Ich weiß, dass eine würdige Tochter der hl. Theresia von dem nämlichen Feuer entflammt ist, welches das Herz ihrer Mutter verzehrte; eine Ordensfrau aber, die für die apostolischen Arbeiter betet und leidet, ist deren nützlichste Hilfsarbeiterin. Hat die hl. Theresia nicht selbst ganz allein durch ihr Gebet und ihre Bußwerke mehr als 200.000 Ungläubige bekehrt? Wenn wir gegenwärtig so viele Neophyten und Katechumenen zählen, wenn im verflossenen Jahr (1869) unsere Kataloge mehr als 5.000 Taufen Erwachsener anführten, wenn in diesem Augenblick ganze Dörfer um Unterricht bitten und die Gnade der Taufe verlangen, so zweifle ich keinen Augenblick, dass der Tau, der die sonst so unfruchtbare Erde Cochinchinas gegenwärtig befruchtet, von den Höhen des Karmel herstammt.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1876)