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| Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe, bitte für uns!
Am 22. Juni 2013 findet in der Chiesa della Santissima Trinità dei Pellegrini (Personalpfarrei der Petrusbruderschaft) in Rom die langersehnte Weihe der beiden Diakone aus der Kongregation der Söhne des allerheiligsten Erlösers (Papa Stronsay) statt. So Gott will, werde ich auch bei der Weihe sein.
Sollte jemand auch kommen wollen und Interesse haben, sich danach zu treffen, kann er mir gerne einen Kommentar mit hinterlassen. Noch sind die Flüge und Hotels erschwinglich.
Die Mitglieder der Kongregation sind sehr erbaulich und vielleicht ergibt sich ja für Interessierte am Ordensleben eine gute Möglichkeit, direkte Kontakte zu knüpfen.
Hier noch die offizielle Ankündigung von ihrem Blog:
ANNOUNCEMENT
The Congregation of the Sons of the Most Holy Redeemer
has the joy of announcing the forthcoming ordinations to the Priesthood
of
Rev. Brother Yousef Marie, F.SS.R.
and
Rev. Brother Magdala Maria, F.SS.R.
The Ordinations will take place on 22 June, 2013
in the church of the Fraternity of St Peter,
the
Santissima Trinità dei Pellegrini,
36 Via dei Pettinari
00153 Rome.
Further details will be made closer to the date.
We thank our Ordinary
His Lordship the Right Reverend Hugh Gilbert, O.S.B.
Bishop of Aberdeen
and
the Very Reverend Fr John M. Berg F.S.S.P.
Superior General of the Priestly Fraternity of St Peter
for the privilege of receiving sacred ordinations
within the Eternal City
near our Holy Father
and
close to the Chair of St Peter.
|
Samstag, 9. Februar 2013
Aktuell: Priesterweihe in Rom für die Kongregation der Söhne des allerheiligsten Erlösers (evtl. Bloggertreffen?)
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Donnerstag, 7. Februar 2013
Ein großer Friedhof
„Überaus trostlos und traurig für Missionäre und Schwarze“, so schreibt
uns unter dem 20. Februar 1902 Fr. Delmas, ein junger französischer Jesuit, „ist
zur Zeit unsere Lage.
Der Sambesi ist nun einmal ein großer Friedhof; trotz der geringen Zahl der apostolischen Arbeiter (kaum 20) sind stets neue Todesfälle zu verzeichnen. Vor kurzem noch wurde R.P. Almeida, Superior von Dumbo, nach dreitägiger Krankheit vom Gallenfieber dahingerafft. Er war 4 Jahre in der Mission.
Einen Monat später traf auf derselben Station die Reihe einen jungen Missionär, der eben neu aus Österreich gekommen war, P. Bogler. Auch er wurde Opfer des Fiebers. Von den Kranken will ich lieber gar nicht sprechen. Manche zählen mehr fieberkranke als gesunde Tage.
Was mich angeht, so gehöre ich allerdings zu den Kräftigeren (Fr. Delmas ist schon seit 5 oder 6 Jahren in der Mission). Doch fragen Sie mich nur nicht weiter! Letzte Woche hatte ich einen ziemlich starken Fieberanfall.
Glücklicherweise dauerte es nur eine Nacht, aber eine schreckliche Nacht; ich glaubte, den Verstand zu verlieren… und dann diese Galle und immer wieder Galle…
Eine gute Dosis Chinin brachte mir Erleichterung, und am anderen Morgen nahm ich meine gewöhnliche Arbeit wieder auf.
Der Sambesi ist nun einmal ein großer Friedhof; trotz der geringen Zahl der apostolischen Arbeiter (kaum 20) sind stets neue Todesfälle zu verzeichnen. Vor kurzem noch wurde R.P. Almeida, Superior von Dumbo, nach dreitägiger Krankheit vom Gallenfieber dahingerafft. Er war 4 Jahre in der Mission.
Einen Monat später traf auf derselben Station die Reihe einen jungen Missionär, der eben neu aus Österreich gekommen war, P. Bogler. Auch er wurde Opfer des Fiebers. Von den Kranken will ich lieber gar nicht sprechen. Manche zählen mehr fieberkranke als gesunde Tage.
Was mich angeht, so gehöre ich allerdings zu den Kräftigeren (Fr. Delmas ist schon seit 5 oder 6 Jahren in der Mission). Doch fragen Sie mich nur nicht weiter! Letzte Woche hatte ich einen ziemlich starken Fieberanfall.
Glücklicherweise dauerte es nur eine Nacht, aber eine schreckliche Nacht; ich glaubte, den Verstand zu verlieren… und dann diese Galle und immer wieder Galle…
Eine gute Dosis Chinin brachte mir Erleichterung, und am anderen Morgen nahm ich meine gewöhnliche Arbeit wieder auf.
Ich merke, lieber Fr., dass ich Ihnen da kein schönes Bild von hier entwerfe; und für die edlen Seelen, die nach dem Sambesi verlangen, klingt das wenig verlockend.
Doch was hilft’s! Schließlich kommt doch alles auf die Wahrheit an, und die jungen, von Gott berufenen Missionäre müssen wissen, was ihrer wartet.
Ein junger Ankömmling sagte mir einmal: ‚Ich hätte nicht gedacht, dass man hier so viel zu leiden hätte. Ich hatte etwas ganz anderes erwartet.‘
Solche Leute tun mir leid. Sagen Sie nur recht deutlich einem jeden, der es wissen will, dass der Sambesi-Missionär sein Leben zum Opfer bringen und sich auf Leiden aller Art gefasst machen muss.
Gott will es so; sein heiliger Name sei gebenedeit, und in Ihm immer frisch voran, mag kommen, was da kommen will!
(aus: die katholischen Missionen, 1902)
Dienstag, 5. Februar 2013
Vom Moslem zum Jesuiten
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| Karmeliter-Kloster auf dem Berg Karmel |
Nachträglich kommt uns der Nekrolog eines Missionärs zu Handen, der,
obschon nur ein einfacher Laienbruder, sich um die syrische Jesuitenmission
ganz ungewöhnliche Verdienste erworben hat. Br. Elias wurde am 15. August 1840
zu Kaifa von mohammedanischen Eltern geboren.
Sein Vater war Knecht im Kloster der Karmeliten auf dem Berge Karmel, ein musterhaft braver und fleißiger Mann. Die Mutter hatte eine große Andacht zur heiligen Gottesmutter und besuchte mit ihrem Kind oft das Gnadenbild in der Klosterkirche.
Sein Vater war Knecht im Kloster der Karmeliten auf dem Berge Karmel, ein musterhaft braver und fleißiger Mann. Die Mutter hatte eine große Andacht zur heiligen Gottesmutter und besuchte mit ihrem Kind oft das Gnadenbild in der Klosterkirche.
Zum Jüngling herangewachsen, trat Elias gleichfalls in den Dienst des Klosters. Er lernte das Maurer- und später auch das Schmiedehandwerk und zeigte schon damals in allem eine sehr geschickte Hand, so dass sich die Mönche keinen besseren Arbeiter wünschen konnten.
Er hatte eine große Andacht zur Mutter Gottes und fehlte nie bei den Festlichkeiten in der Wallfahrtskirche. Eines Tages, als er im Gotteshause beschäftigt am Gnadenaltar vorüberging, schien es ihn, als ob die allerseligste Jungfrau mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Altar ihn zu sich rief.
Ob Täuschung oder Wahrheit, jedenfalls fühlte er sich so mächtig hingezogen, dass er vor dem Altar sich auf die Knie warf und inbrünstig um Erleuchtung bat, den rechen Weg zu finden. Der Obere des Klosters, dem er alles mitteilte, ermunterte ihn, in seinem Gebet fortzufahren.
Um diese Zeit arbeitete ein italienischer Maler an der Ausschmückung der Kirche. Elias war ihm als Gehilfe beigegeben. Lernbegierig, wie er war, hatte er rasch die Handgriffe und Geheimnisse der neuen Kunst sich angeeignet, und als der Maler unversehens abreisen musste, vollendete sein junger Lehrling das Werk zur vollsten Zufriedenheit.
Einst kamen während der Arbeit Leute in die Kirche. Elias schaute vom hohen Gerüst hinab, glitt aus und stürzte in die Tiefe, ohne den geringsten Schaden zu nehmen. Ihm war, als ob eine ehrwürdige Greisengestalt ihn schützend gehalten hätte. (Anm.: Wahrscheinlich wird das in den Augen des Verfassers der heilige Prophet Elias, nach karmelitischer Tradition Gründer des Karmeliterordens, gewesen sein. Wahrscheinlich setzte er das bei den Lesern voraus)
1856 kam Herr Bini, vormals
Militärarzt im Heer Napoleons I., nach dem Berge Karmel.
Elias hatte den alten Herrn zu bedienen. Derselbe war über die Anstelligkeit und den offenen Geist des jungen Mannes so entzückt, dass er ihn einlud, ihn nach Beirut zu begleiten. Elias schlug ein und nahm auch seinen Bruder Joseph dahin mit. Herr Bini ließ die beiden hier unterrichten und, wie es scheint, auch taufen. Anfeindungen von Seiten der Mohammedaner zwangen die jungen Leute, sich nach Harissa, dann nach Zahle und schließlich sie in das Haus der Jesuiten in Ghazir zurückzuziehen.
Hier fanden die beiden ihren Beruf und wurden ins Noviziat der Jesuiten nach Avignon geschickt. Später nach Syrien zurückgekehrt, leistete Br. Elias zunächst in Zahle der Mission gute Dienste als geschickter Schmied und Bauführer.
Elias hatte den alten Herrn zu bedienen. Derselbe war über die Anstelligkeit und den offenen Geist des jungen Mannes so entzückt, dass er ihn einlud, ihn nach Beirut zu begleiten. Elias schlug ein und nahm auch seinen Bruder Joseph dahin mit. Herr Bini ließ die beiden hier unterrichten und, wie es scheint, auch taufen. Anfeindungen von Seiten der Mohammedaner zwangen die jungen Leute, sich nach Harissa, dann nach Zahle und schließlich sie in das Haus der Jesuiten in Ghazir zurückzuziehen.
Hier fanden die beiden ihren Beruf und wurden ins Noviziat der Jesuiten nach Avignon geschickt. Später nach Syrien zurückgekehrt, leistete Br. Elias zunächst in Zahle der Mission gute Dienste als geschickter Schmied und Bauführer.
Als dann 1869 P. Ambros Monnol, der Organisator der syrischen Mission und Gründer der Universität Beirut, den Plan fasste, die dortige Druckerei auf denselben Fuß mit den großen europäischen Druckereien zu setzen, wurde Br. Elias seine rechte Hand. Auf seine Bitte wurde er 1873 nach Paris gesandt, um in der französischen Nationaldruckerei sich gründlich auszubilden. In seinem Ordenskleid, den Tarbusch (orientalische Mütze) auf dem Kopf, stellte er sich beim Direktor vor, setzte ihm den Zweck seiner Sendung auseinander und bat, ihn als Volontär unter seine Arbeiter aufzunehmen.
Der Direktor gewann an dem unternehmenden Laienbruder großes Wohlgefallen und kam dessen Wünschen bereitwillig entgegen. Alles war erstaunt, als er Bruder mit Schürze und Tarbusch angetan unter die gewöhnlichen Arbeiter sich mischte.
Rasch hatte er sich die allgemeine Achtung und Liebe erworben und wünschenswerte Aufschlüsse erhalten. Ein Geschäftsreisender aus London hatte ihm von einem neuen galvanoplastischen Verfahren seiner Firma gesprochen.
Br. Elias reiste nach London, gewann durch seinen Freund zutritt bei der protestantischen Firma und wurde in das Geheimnis unter der einzigen Bedingung eingeweiht, dasselbe nicht in Paris bekannt zu machen.
Nach einjährigem Aufenthalt in Europa kehrte er nach Beirut zurück und trat als technischer Direktor an die Spitze der dortigen orientalischen Universitätsdruckerei. 30 Jahre lang weihte er derselben seine ganze ungewöhnliche Kraft und Begabung, und es ist großenteils auch sein Verdienst, dass sich dieselbe zur ersten des ganzen Orients entwickelt hat, deren musterhafte typographische Arbeiten auch in europäischen Gelehrtenkreisen sich große Anerkennung und Wertschätzung sich erworben haben.
Eine Glanzleistung, an welche Br. Elias sein bestes Können und sein ganzes Herz gesetzt hatte, ist u.a. die prachtvolle arabische Bibel, die allgemein als das schönste arabische Druckwerk angesehen wird.
Aber mehr noch. Fast alle 70 Arbeiter, die heute in der Druckerei beschäftigt werden, sind von Br. Elias herangebildet worden. Er wachte über ihrem leiblichen und geistlichen Wohl mit der Liebe eines Vaters, betete mit ihnen am Beginn und Schluss der Arbeit, besuchte sie, wenn sie krank waren, und war der Freund und Ratgeber aller.
An Sonntagen machte er mit den jüngeren gewöhnlich einen Spaziergang aufs Land oder ans Meer.
Zweimal im Jahr wurde ein großer Ausflug, um Pfingsten eine gemeinsame Pilgerfahrt veranstaltet, von Zeit zu Zeit auch dramatische Aufführungen gegeben, zu denen Br. Elias oft selbst den Text schrieb.
Der schlichte Laienbruder war denn auch eine überaus beliebte und populäre Persönlichkeit, und sein Tod erregte nicht bloß in seinem engeren Wirkungskreis, sondern auch darüber hinaus die regste Teilnahme. R.I.P.
(aus: die katholischen Missionen, 1902)
Montag, 4. Februar 2013
Ein Aussätzigenheim in der Karibik und seine frommen Bewohner (Teil II)
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| Die Dominikanerinnen beim Versorgen der Aussätzigen |
Fortsetzung von hier
Ebenso fromm starb Maria Manelli. Im Anfang ihrer Krankheit hatte es
ihr viel gekostet, das Opfer ihres Lebens zu bringen, und die ersten Tage ihres
Aufenthaltes im Leprosenhaus schienen ihr sehr traurig.
Aber die Gnade Gottes siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats (1875) von den Banden ihres Körpers befreit und zu sich in den Himmel genommen. Beinahe ihre ganze Familie ist dem Aussatz verfallen; zwei ihrer Brüder sind bereits daran gestorben, einen anderen Bruder und eine Schwester ließen sie im Spital zurück, und bei dem vierten und letzten ihrer Brüder hat sich auch schon die schreckliche Krankheit gezeigt.
Aber die Gnade Gottes siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats (1875) von den Banden ihres Körpers befreit und zu sich in den Himmel genommen. Beinahe ihre ganze Familie ist dem Aussatz verfallen; zwei ihrer Brüder sind bereits daran gestorben, einen anderen Bruder und eine Schwester ließen sie im Spital zurück, und bei dem vierten und letzten ihrer Brüder hat sich auch schon die schreckliche Krankheit gezeigt.
Bei dieser Aufzählung der eines wirklich seligen Todes gestorbenen Aussätzigen dürfen wir vor Allen nicht Maria Johanna, eine sechzehnjährige Jungfrau, vergessen, denn sie war gleichsam der Schutzengel unseres Spitals; wenn unsere jungen Kranken fromm sind, so verdanken wir es ihr, denn sie verstand es, die Frömmigkeit liebenswürdig zu machen.
Dreimal täglich vereinigte sie um ein kleines Altärchen, das sie sich gemacht hatte, alle aussätzigen Frauen und Mädchen, um mit ihnen den Rosenkranz, Litaneien usw. zu beten. Der Aussatz hatte ihr einen Teil ihrer Füße weggefressen, so dass sie sich nur kriechend fortbewegen konnte; dennoch wohnte sie fast täglich der heiligen Messe bei und versäumte auch nicht während des Tages den lieben Heiland im heiligen Sakrament zu besuchen. Um halb vier Nachmittags fand man sie sicher in der Kapelle und sie bleib dort bis halb sieben.
Während dieser langen Zeit kniete sie bewegungslos mit gekreuzten Armen und geschlossenen Augen und betete ihren Rosenkranz oder betrachtete, während heiße Tränen über ihre von der Krankheit halb verzehrten Backen herabflossen.
An den Kommuniontagen verlängerte sie ihre Besuche, und wenn ihre Wunden ihr den Besuch der Kapelle ganz unmöglich machten, fand man sie vor ihrem kleinen Altar auf den Knien.
Sie hatte das Geheimnis der christlichen Abtötung begriffen; nie kam eine Klage aus ihrem Mund, dagegen fügte sie ihren Leiden noch freiwillige Bußübungen hinzu. Ihre Lieblingsandacht war zu dem am Kreuz leidenden Heiland, ,und während ihrer letzten Tage wiederholte sie ohne Unterlass den Seufzer: ‚O mein gekreuzigter Jesus!‘
Das gute Kind war bei seinem Tod erst sechzehn Jahre alt; eine Brave Frau hatte dasselbe ganz verlassen auf dem Weg liegend gefunden und uns gebracht. Glücklich, wer so stirbt wie diese armen Aussätzige!
Am 14. November 1875 hatten wir in unserer Kapelle die feierliche Taufe von 7 Kindern; zwei von ihnen gehörten heidnischen Eltern. Da diese in Cocorita wohnen, hatte man bei der Geburt ihrer Kinder sich Mühe gegeben, sie zu veranlassen, dass sie dieselben taufen ließen, aber der Vater hatte nichts davon wissen wollen.
Jetzt kam er von freien Stücken, um für seine Kinder diese Gnade zu erbitten. Am bestimmten Tage fand sich die ganze Familie in Festkleidern ein; der Vater mit einem langen, weißen, hemdartigen Gewand bekleidet, führte seinen fünfjährigen Sohn an der Hand, die Mutter, in einem großen Schleier dicht gehüllt, trug ihre erst wenige Monate alte Tochter.
Sie schienen tief durchdrungen von der Wichtigkeit der Handlung und folgten aufmerksam den Zeremonien, die sie nicht verstanden. Seither wohnt nun auch die ganze Familie regelmäßig dem Gottesdienst bei, und wir hegen die begründete Hoffnung, dass die Gnade die Herzen der Eltern ganz umschaffen und sie bestimmen wird, auch selbst die heilige Taufe zu verlangen.
Das neue Jahr haben wir in unserem Spital mit einer großen Gnade begonnen; der hochw. Herr Erzbischof von Port of Spain, Msgr. Gonin, kam mit den beiden Patres Stephan und Hyacinth, um bei uns die heilige Firmung zu spenden.
47 Aussätzige, unter ihnen 15 neubekehrte Kulis, waren durch mehrmonatlichen Unterricht auf den Empfang dieses Sakraments vorbereitet worden und zwei der letzten empfingen zugleich die erste heilige Kommunion aus der Hand des Erzbischofs.
Unsere arme Kapelle hatten wir aufs Beste mit Palmzweigen und Blumen geschmückt; die 47 Firmlinge, alle weiß gekleidet, empfingen den hochwürdigsten Herrn an der Pforte des Hauses und führten ihn zur Kapelle, wo er ihnen zuerst eine ungemein rührende Anrede hielt, darauf die heilige Messe feierte, während welcher alle kommunizierten, und endlich die Firmung spendete.
Wie glücklich fühlten sich diese 47, sonst von der Menschheit gleichsam Ausgestoßenen, dass der Erzbischof sich so freundlich zu ihnen herabließ, und durch die Tat ihnen bewies, dass die christliche Liebe keinen Unterschied kennt!“
(aus: die katholischen Missionen, 1876)
Sonntag, 3. Februar 2013
Ein Aussätzigenheim in der Karibik und seine frommen Bewohner (Teil I)
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| Das Aussätzigenheim in Cocorita (Cocorite), Trinidad und Tobago |
Man teilt uns zwei Briefe der Dominikanerinnen aus dem Leprosenhaus von
Cocorita mit, aus denen wir Folgendes entnehmen:
„Die Zahl unserer Aussätzigen schwankt zwischen 112 und 115; mehr können wir leider nicht aufnehmen, da unser Haus nicht mehr Platz hat. Es würde sonst nicht an solchen fehlen, die aufgenommen zu werden wünschen, da die abscheuliche Krankheit noch immer große Verheerungen anrichtet.
Merkwürdigerweise greift sie aber bloß die erwachsenen indischen Kulis und die Kreolenkinder an, während die Kulikinder ganz verschont bleiben.
Bei jedem größeren Fest, das wir feiern, haben wir stets das Glück, einige Bekehrungen zu verzeichnen; im Jahr 1875 sind 8 erwachsene Hindus und 14 Hindukinder durch unsere Vermittlung zur Gnade der Taufe gelangt.
Am Fest des hl. Dominikus trat eine kleine protestantische Waise, mit Namen Gemina, in die wahre Kirche ein. Seit den zwei Jahren, die sie jetzt schon im Spital zubringt, hatte sie sich stets am katholischen Gottesdienst beteiligt, ohne sich durch die protestantischen Prediger usw. abhalten zu lassen.
Anfangs hatte sie deshalb einige kleine Verfolgungen zu erdulden, aber später ließ man sie in Ruhe, indem man hoffte, sie werde mit der Zeit von selbst wieder zum Protestantismus zurückkehren.
Allein in dieser Hoffnung hatte man sich getäuscht.
Im März 1875 bat Gemina von freien Stücken den hochw. P. Mannes, sie in die Kirche aufzunehmen.
Der Pater zauderte erst, weil das Kind noch minderjährig war; Gemina wiederholte ihre Bitte zu verschiedenen Malen; endlich, im Monat Juli, verlor sie die Geduld und bat um die Erlaubnis, nach Port of Spain gehen zu dürfen, um dort in die katholische Kirche sich aufnehmen zu lassen.
Die Prüfung war jetzt lang genug gewesen und zeigte hinreichend den ernsten entschiedenen Willen des Kindes, und so konnte sie am 6. August das Glaubensbekenntnis ablegen, nachdem sie zuvor bedingungsweise getauft worden war.
„Die Zahl unserer Aussätzigen schwankt zwischen 112 und 115; mehr können wir leider nicht aufnehmen, da unser Haus nicht mehr Platz hat. Es würde sonst nicht an solchen fehlen, die aufgenommen zu werden wünschen, da die abscheuliche Krankheit noch immer große Verheerungen anrichtet.
Merkwürdigerweise greift sie aber bloß die erwachsenen indischen Kulis und die Kreolenkinder an, während die Kulikinder ganz verschont bleiben.
Bei jedem größeren Fest, das wir feiern, haben wir stets das Glück, einige Bekehrungen zu verzeichnen; im Jahr 1875 sind 8 erwachsene Hindus und 14 Hindukinder durch unsere Vermittlung zur Gnade der Taufe gelangt.
Am Fest des hl. Dominikus trat eine kleine protestantische Waise, mit Namen Gemina, in die wahre Kirche ein. Seit den zwei Jahren, die sie jetzt schon im Spital zubringt, hatte sie sich stets am katholischen Gottesdienst beteiligt, ohne sich durch die protestantischen Prediger usw. abhalten zu lassen.
Anfangs hatte sie deshalb einige kleine Verfolgungen zu erdulden, aber später ließ man sie in Ruhe, indem man hoffte, sie werde mit der Zeit von selbst wieder zum Protestantismus zurückkehren.
Allein in dieser Hoffnung hatte man sich getäuscht.
Im März 1875 bat Gemina von freien Stücken den hochw. P. Mannes, sie in die Kirche aufzunehmen.
Der Pater zauderte erst, weil das Kind noch minderjährig war; Gemina wiederholte ihre Bitte zu verschiedenen Malen; endlich, im Monat Juli, verlor sie die Geduld und bat um die Erlaubnis, nach Port of Spain gehen zu dürfen, um dort in die katholische Kirche sich aufnehmen zu lassen.
Die Prüfung war jetzt lang genug gewesen und zeigte hinreichend den ernsten entschiedenen Willen des Kindes, und so konnte sie am 6. August das Glaubensbekenntnis ablegen, nachdem sie zuvor bedingungsweise getauft worden war.
Während des verflossenen Jahres (1875) sind 16 unserer Kranken gestorben; vier davon haben erst auf dem Todesbett die heilige Taufe empfangen.
Die Wirksamkeit der Gnade zeigt sich, möchte ich sagen, am deutlichsten gerade bei diesen Taufen in extremis. Die armen, sonst so unwissenden und ungebildeten Menschen werden durch sie umgewandelt, und die geheimnisvolle Wirkung, welche die Taufe in ihrer Seele hervorbringt, tritt in ihrem ganzen äußeren Wesen zu Tage.
Unsere getauften Aussätzigen empfinden eine Herzensfreude, über die sie sich nicht genug auszusprechen wissen. ‚Jetzt ist Alles gut‘ wiederholte einer ohne Unterlass; ‚alle Sünden vergeben, abgewaschen, jetzt sterben und zu Gott gehen, o das ist gut, gut!‘
Einer der ersten Protestanten, welche von unseren Schwestern bekehrt wurden, ist auch dieses Jahr gestorben.
Im Jahr 1869, als bald nach der Ankunft unserer ersten Schwestern das gelbe Fieber hier so heftig wütete und in der Zeit vom 8.-29. September neun Schwestern und zwei Dominikanerpatres hinwegraffte, hatte James Gordon die großmütige Aufopferung dieser eifrigen Ordensleute gesehen und hingerissen von Bewunderung hatte er in die Kirche eintreten wollen, welche so heroische Tugenden hervorbrachte.
Vom Augenblick seiner Bekehrung an war er stets treu dem Zuge der Gnade gefolgt. Mit 24 Jahren schon im Leprosenhaus gleichsam lebendig begraben, hatte sein Glaube ihn stets aufrecht gehalten.
Er war der erste gewesen, welcher den Schwestern bei ihrem schweren Beruf jene kleinen Dienste leistete, die seine Krankheit ihm noch möglich machte; der Schmerz über den so raschen Tod der neun Schwestern hatte dann, wie es scheint, seine Krankheit noch bedeutend verschlimmert.
Bald nachher war sein ganzer Körper vom Kopf bis zu den Füßen mit Geschwüren und offenen Wunden bedeckt, und die letzten zehn Monate litt er ein wahres Martyrium. Aber seine Geduld blieb sich stets gleich und sein Tod war der eines Heiligen.
Samstag, 2. Februar 2013
Ein jugendlicher Märtyrer aus Albanien
Am 17. März dieses Jahres wurde in Ipek, einer Ortschaft Albaniens, ein
achtjähriger Christenknabe ein Opfer muselmännischen Christenhasses. Während
sich das Kind im Hause eines türkischen Verwandten aufhielt, suchte dieser es
auf alle mögliche Weise dazu zu bewegen, ein Kruzifix anzuspucken und
verbotenes Fleisch zu essen; jedoch umsonst.
Mit einem Mut, der weit über sein Alter ging, drückte der Kleine das Kreuzbild ehrfurchtsvoll an seine Brust und bedeckte es mit zärtlichen Küssen.
Darüber geriet der fanatische Türke so in Wut, dass er den Knaben mit drei Revolverschüssen tot zu Boden streckte. „O du heiliger Märtyrer!“ so ruft der albanische Berichterstatter aus, „du auserwählte Seele Albaniens, die du jetzt oben im Himmel die Anschauung Gottes genießest, höre mein Flehen und bete für dein Vaterland!“
Mit einem Mut, der weit über sein Alter ging, drückte der Kleine das Kreuzbild ehrfurchtsvoll an seine Brust und bedeckte es mit zärtlichen Küssen.
Darüber geriet der fanatische Türke so in Wut, dass er den Knaben mit drei Revolverschüssen tot zu Boden streckte. „O du heiliger Märtyrer!“ so ruft der albanische Berichterstatter aus, „du auserwählte Seele Albaniens, die du jetzt oben im Himmel die Anschauung Gottes genießest, höre mein Flehen und bete für dein Vaterland!“
(Aus: die katholischen Missionen, 1893)
Freitag, 1. Februar 2013
Vorbildliche Andacht der kleinen Afrikaner
In dem Brief eines Missionsbischofs, des Apostol. Vikars von
Zentralafrika, lesen wir: „Es wäre zu wünschen, dass in allen christlichen
Ländern die Kinder mit solcher Ehrfurcht und Andacht der heiligen Messe
beiwohnen würden, wie unsere Negerkinder.
An einem Sonntag befand sich zufällig in unserer Kirche zum heiligen Herzen ein höherer europäischer Offizier bei der heiligen Messe. Während die größeren Neger unter dem Klang des Harmoniums die heilige Liturgie mit Gesang begleiteten, wohnten die übrigen der heiligen Handlung andächtig in ihren Bänken bei.
Der Offizier wurde beim Anblick der andächtigen kleinen Neger tief ergriffen, und nachdem er aus der Kirche herausgetreten war, rief er aus: ‚Nie in meinem Leben fühlte ich mich so sehr als Christ, wie heute beim Anblick jener Negerkinder.“
(aus: die katholischen Missionen, 1891)
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