Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Montag, 13. April 2015

„Deine eigenen Söhne, Indien, sollen dir Vermittler des Heiles sein“ – Priesterweihe von Father Jean Marie FSSR in Neuseeland

„Deine eigenen Söhne, Indien, sollen dir Vermittler des Heiles sein“ – Papst Leo XIII. in der Enzyklika zur Gründung des indischen päpstlichen Generalseminars in Kandy.


Herzliche Glückwünsche an den Neupriester Fr. Jean Marie FSSR, der am Ostersamstag in Christchurch, Neuseeland, nach dem überlieferten Ritus zum Priester geweiht wurde. Tu es sacerdos in aeternum! Möge sein priesterliches Wirken auch große Gnaden für seine indische Heimat bringen.

Viele schöne Fotos von der Weihe sind hier zu finden.

AKTUALISIERT:

Hier die Fotos von der Primiz



Donnerstag, 9. April 2015

Märtyrer im Eilverfahren – wie unkritisch der Titel Märtyrer vergeben wird



Leider finde ich erneut einen Anlass, das heikle und auch recht undankbare Thema des sofort verkündeten Martyriums von ermordeten Christen durch Blogs und andere Medien zu behandeln. Ich möchte gleich vorwegschicken, dass ich niemanden als verdammt erklären möchte und jedem Menschen von Herzen die ewige Seligkeit wünsche, wie das jeder Katholik sollte, was ja auch nicht zuletzt der Anlass für dieses Blog ist.

Jetzt zum konkreten Fall: am Gründonnerstag wurde laut Medienberichten der Campus der Garissa University im Osten Kenias von Anhängern der Al-Shabaab-Miliz angegriffen, wobei es 152 Todesopfer gab, darunter auch vier Angreifer. Anscheinend haben die mohammedanischen Terroristen unter den Studenten gezielt Christen als Opfer ausgesucht.

Leider ließ es nicht lange auf sich warten, bis wieder eine voreilige Rundum-Kanonisierung der Toten im Internet veranstaltet wurde, diesmal besonders auffällig durch den italienischen Autor Roberto de Mattei, der in einem Artikel zu dem Thema Christenverfolgung Folgendes schrieb (meine Übersetzung):

„die Sterne der 148 neuen Märtyrer leuchten hell am Firmament der Kirche. Die jungen christlichen Opfer des Islam vom vergangenen Gründonnerstag in Kenia dürfen nicht bemitleidet, sondern müssen beneidet werden, da sie die große Gnade des Martyriums erhielten.“

Diese Aussage ist schlichtweg höchst unklug. Nicht nur kann Herr de Mattei den Hergang jedes einzelnen „Martyriums“ unmöglich selbst kennen und mit Sicherheit sagen, dass jeder der Ermordeten bis zum Ende standhaft war, er zieht auch die Tatsache nicht in Betracht, dass in Kenia von den 83 % der Bevölkerung, die sich als Christen bezeichnen, nur 23,5 % Katholiken sind, und wiederum Katholiken in der katholischen Diözese Garissa nur 0,9 % der Gesamtbevölkerung von 720.000 ausmachen. Ist es da nicht wahrscheinlich, dass viele der Ermordeten gar keine Katholiken waren? Da stellt sich nun wieder die Frage, am Firmament welcher Kirche diese „Märtyrer“ leuchten. Auch die Vornamen wie Ruth, Abel, Eliud, Gideon, Faith usw. deuten wohl eher auf Protestanten als auf Katholiken hin. Auch wenn es viele Leute stört, die Kirche hat schlichtweg nie Nicht-Katholiken als Heilige oder Märtyrer verehrt. Es gibt zwar manche Kommentatoren im Internet, die das steif und fest behaupten, mit etwas Recherche stellt sich dann aber heraus, dass es sich entweder doch um Katholiken handelt oder die Betroffenen eben nicht als Heilige verehrt werden.

Und selbst wenn die Ermordeten alle Katholiken waren, kann man wohl so voreilig sein und diese gleich „kanonisieren“? Die Seligsprechungsprozesse von Märtyrern sind nicht so leicht, wie man das sich vorstellen möchte. In einer Publikation der Erzabtei St. Ottilien schrieb der Postulator für die unter den Kommunisten ermordeten Benediktinermissionäre vor einigen Jahren, dass man zunächst bei den Märtyrern die Tugenden untersuchen muss, die diese vor ihrem Tod geübt haben, um einigermaßen sicher sein zu können, dass sie bis zum Ende durchgehalten und die Märtyrerpalme errungen haben. Der heilige Alfons schildert in einem seiner Bücher, dass ein Katholik, dessen Hals von den Verfolgern schon fast durchtrennt worden war, am Ende doch noch ins Wanken geriet. Solange wir nicht durch eine kirchliche Untersuchung oder genaue Schilderungen wissen, wie der Hergang war, sollte man sich wohl mit solchen Urteilen etwas zurückhalten, was natürlich nicht bedeutet, dass das Martyrium von vorneherein ausgeschlossen werden soll.

Was am Schwersten bei dieser zunehmenden Kritiklosigkeit wiegt, ist die Tatsache, dass sie letztendlich religiösen Indifferentismus fördert. Wenn ich auch als orthodoxer Kopte, als Anglikaner, als Mennonit, als Presbyterianer usw. Märtyrer werden, d. h. die höchste Form der Christusnachfolge erreichen kann, wieso sollte ich denn da überhaupt noch katholisch sein? Ist das denn überhaupt so wichtig? Ja, in weiterer Konsequenz könnte man sagen, auch ein Jude kann Märtyrer werden, wenn er wegen des Bekenntnisses des rabbinischen Judentums ermordet wird, da er scheinbar an denselben Gott glaubt wie die Christen, wenn auch nur an einen einpersönlichen Gott. Aber gibt es nicht auch Christen, die nicht an die allerheiligste Dreifaltigkeit glauben? Dann müsste doch auch ein Jude Märtyrer werden können, immerhin ist er ja auch unser „älterer Bruder“…und so wird dann das Dogma der Heilsnotwendigkeit der katholischen Kirche immer mehr aufgeweicht. Mancher geht vielleicht nicht ganz so weit, aber es gibt auch glaubenstreue Katholiken, die durch ihre Argumentation den Eindruck vermitteln, dass nicht unbedingt jeder einzelne, aber doch ein großer Teil der Nicht-Katholiken eigentlich im unüberwindlichen Irrtum ist und bei Ermordung durch Moslems oder dergleichen gerettet wird. Fakt ist, dass man es nicht weiß, und darum sind wohl die Missionäre immer auf Nummer sicher gegangen. [Ich habe den Text hier etwas angepasst, um das von Papst Pius IX. in singulari quadam bezüglich der Grenzen des  unüberwindlichen Irrtums Gesagte nicht einzuschränken].

Hat nicht Papst Pius IX. den Satz verurteilt, dass man gute Hoffnung hegen darf für die Seligkeit aller, welche nicht in der wahren Kirche Christi leben? Darum kann ich nur abschließend sagen, dass man sich lieber mit der Missionierung von Nicht-Katholiken beschäftigen sollte, anstatt sich mit irgendwelchen Quasi-Kanonisierungen zu befassen. Hier noch ein schönes Zitat aus berufenem Munde:

„Wie kommt es, dass in der christlichen Welt neben dem heiligen Berge der katholischen Kirche noch zwei andere Berghügel im Dämmerlicht sich erheben [Orthodoxie und Protestantismus]? Warum gehören sie nicht mehr zu uns wie einst? Warum haben sie sich und bleiben sie von uns getrennt? Schmerzliche Frage, ernste Wahrheit! Die Menschen und Völker erhalten den wahren Glauben, aber sie können ihn auch wieder verlieren. Gott achtet die menschliche Freiheit. Wenn aber Gott in seiner Güte Wahrheiten offenbarte und Wege und Mittel kundtat, die zur Erlangung des Heiles notwendig sind, dann hat er auch in seiner Weisheit die Maßregeln getroffen, damit diese Rettungsmittel rein und unverfälscht in die Menschenhände gelangen. Die katholische Kirche ist diese Maßnahme der göttlichen Vorsehung. Christus baute seine Kirche auf Petrus, den Felsen, „und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“ (Matth. 16, 18). In seiner Kirche hat Christus den Glaubens- und Gnadenschatz hinterlegt. Und zwei schützende Flammen umlodern ihn: Glaubensgeist und Missionsgeist. Ein lebendiger Glaube will und muss wachsen und sich ausdehnen. Gib deinem Glauben Missionskraft, und der Glaube wird in dir lebendig bleiben.“ - P. Robert Streit O.M.I.


Montag, 6. April 2015

Große Missionsbischöfe: „Im Himmel ist Zeit genug zur Ruhe“ – Msgr. Armand François-Marie de Charbonnel O.F.M. Cap., Bischof von Toronto und Titularerzbischof von Sozopolis


Am Ostertag, den 29. März, verschied in einer einfachen Kapuzinerzelle des Klosters von Crest in Frankreich der älteste der lebenden Missionsbischöfe, der 89-jährige Msgr. Armand François-Marie de Charbonnel O.F.M. Cap, ehemaliger Erzbischof [sic, eigentlich nur Bischof] von Toronto und Titularbischof von Sozopolis. De Charbonnel gehörte einer altadeligen Familie Frankreichs an und wurde auf Schloss Flachat bei Monistrol-sur-Loire am 1. Dezember 1802 geboren. Er machte glänzende Studien, wandte dann aber, einem höheren Zug folgend, der Welt den Rücken und trat ins Seminar von St. Sulpice. Ehe er noch als Subdiakon durch eine höhere Weihe sich gebunden, machte sein Vater ihm den verlockenden Antrag, als Stammhalter der Familie seinen erlauchten Namen weiterzuführen. Der junge Charbonnel lehnte ab. Kaum war er 1825 zum Priester geweiht, als dem Dreiundzwanzigjährigen die Würde eines Almoseniers der Herzogin von Berry und damit die sichere Aussicht auf hohe kirchliche Würden angeboten wurde. Wieder lehnte Charbonnel ab. Als er seine Weigerung schriftlich dem Kultusminister Herrn v. Frayssinous einreichte, umarmte ihn dieser und sagte: „Mein lieber Charbonnel, ich habe Sie bislang herzlich geliebt, jetzt aber verehre ich Sie und liebe Sie noch mehr.“ – „Dass ich mit Gottes Hilfe diesen Antrag damals zurückgewiesen“, so hörte man Msgr. Charbonnel später öfter sagen, „betrachte ich nach den heiligen Weihen als die größte Gnade meines Lebens.“ 

Bald darauf trat der junge, talentvolle Priester in die Genossenschafter der Sulpizianer und war seit 1826 im Seminar vom hl. Irenäus in Lyon als Professor der Dogmatik, Exegese und Kirchengeschichte tätig. Für seine Verdienste, die er sich zur Zeit des Aufstands in Lyon 1834 erworben, sollte ihm das Ehrenkreuz zu teil werden. Er schlug es aus. Nachdem er einige weitere Jahre in den Seminaren von Versailles und Bordeaux als Professor gewirkt und während dieser Zeit nacheinander die Ernennung zum Generalvikar und zum Bischof von sich abgewiesen, schiffte er sich 1839 nach Nordamerika ein, wo für sein apostolisches Herz ein weites Wirkungsfeld sich eröffnete. Innerhalb von fünf Wochen hatte er in Baltimore das Englische so weit gemeistert, dass er sich auf der Kanzel verständlich machen konnte. Dann ging er nach Kanada. Kurze Zeit nach seiner Ankunft ließ der englische Gouverneur Lord Sydnam bei ihm anfragen, ob er einen Bischofssitz in der englischen Kolonie anzunehmen geneigt wäre. Lebhaft erwiderte Charbonnel: „Wollte ich Bischof werden, so hätte ich Frankreich nicht verlassen brauchen.“ Später gelang es dem seeleneifrigen Missionär noch, der Würde eines Koadjutors des Erzbischofs von New Orleans sich zu entziehen, dann aber musste er sich endlich 1849 im Gehorsam dem Heiligen Stuhle fügen, und 1850 weihte ihn Pius IX. in der Sixtinischen Kapelle persönlich zum Bischof von Toronto und Oberkanada und schenkte ihm als Zeichen seiner Liebe eine mit Gold gefüllte Börse, ein kostbares Messgewand und einen herrlich gearbeiteten Kelch. 

Das Wirken des neuen Bischofs von Toronto auch nur einigermaßen zu schildern, würde ein großes Kapitel füllen. Die in Quebec versammelten Bischöfe Kanadas gaben ihm den Titel eines „Vaters und Gründers der Kirchenprovinz von Toronto“ und schrieben an Pius IX., „die Arbeiten des Bischofs grenzten ans Wunderbare und erfüllten jedermann mit Staunen.“ Dies eine Zeugnis spricht beredter als viele Worte. Ein besonders schöner Zug an Msgr. Charbonnel war seine große Liebe nicht bloß zu den Armen Christi, für die er eine ganze Reihe Anstalten der christlichen Liebe ins Leben rief, sondern zur heiligen Armut selber. Von seinem eigenen Munde sparte er sich nicht zum geringsten Teil die Mittel ab, die seine großartigen Unternehmungen ermöglichten und ihn in den Stand setzten, die schwere Schuldenlast von 350.000 Francs, welche auf seiner Diözese lag, abzuzahlen.

Es war dieser Zug zur Armut und zur Strenge mit sich selbst, der den fast 60-jährigen Kirchenfürsten vom Heiligen Stuhl die Erlaubnis erbitten ließ, den erzbischöflichen Hirtenstab niederzulegen und seinen Palast mit einer Kapuzinerzelle in seiner Heimat zu vertauschen. Sein Hauptinteresse galt fortan dem Verein der Glaubensverbreitung. Auf die Bitte des Zentralkomitees des Vereins ernannte der Präfekt der Propaganda, Kardinal Barnabo, den Bischof in der Kapuzinerkutte zum Kreuzzugsprediger des großen Werks: ein Auftrag, dem er mit wahrem Feuereifer entsprach. Zur Anerkennung seiner Verdienste erhob ihn der Heilige Stuhl 1880 zum Titular-Erzbischof von Sozopolis. Empfahl man ihm mit Rücksicht auf sein hohes Alter und seine Gesundheit Schonung, so war seine Antwort immer: „Im Himmel ist Zeit genug zur Ruhe; hienieden müssen wir uns für den göttlichen Meister etwas plagen.“ Erst 1882 zog er sich ganz in die Einsamkeit des Klosters zurück, um sich auf die Ewigkeit vorzubereiten. „Charbonnel, Charbonnel,“ so hörte man ihn da oft sagen, „denk an die Ewigkeit!“ Bei der Nachricht von seinem Hinscheiden erließ Msgr. Cotton, der Bischof von Valence, ein eigenes Rundschreiben an seinen Klerus, worin er das Andenken des Verstorbenen feierte und es als besondere Gnade für die Diözese hinstellte [wohl nicht im negativen Sinn], dass die letzten Strahlen dieses schönen Lebens sie verklärt hatten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1892)

Sonntag, 5. April 2015

Die Osterbotschaft – eine Missionsbotschaft


Andächtige Christen! Engelslippen verkündeten einst die fröhliche Osterbotschaft: Jesus von Nazareth, der Gekreuzigte, ist auferstanden! Und die Frauen hörten sie und gaben die Kunde weiter. Und die Apostel vernahmen sie und predigten sie allem Volke. Und weiter flog des heiligen Osterfestes Missionsbotschaft wie die Morgenröte von Land zu Land, von Volk zu Volk, von Weltteil zu Weltteil und führte unter die Völker den großen Auferstehungstag des Christentums. Jenseits unserer christlichen Welt, andächtige Christen, liegt noch die Nacht des Heidentums, und eine dunkle Gruft breitet sich vor unseren Augen aus. Sie umschließt Millionen von Menschen, denen noch kein Ostergruß geklungen, die noch kein Osterlicht geschaut und keine Osterfreude empfunden haben. Bis zu uns ist die Osterbotschaft gedrungen, soll sie auf unseren Lippen ersterben? Die ganze Menschheit sehnt sich nach der Auferstehungskunde, und sie hat ein göttliches Recht darauf. Wir müssen die österliche Missionsbotschaft an die Völker weitergeben: Jesus von Nazareth, der Gekreuzigte, ist auferstanden!

Ostertag – Auferstehungstag für Christus, für uns, für die ganze Menschheit! Ergreifen wir in heiliger Missionsbegeisterung das Kreuzpanier und helfen wir einholen die österliche Missionsforderung: Die ganze Welt für Christus! Es gilt für den siegreichen Heiland, den König der Welt. Helfen wir durch unsere Missionsunterstützung das Licht Christi und das Leben Christi hinaustragen in die Finsternisse und Todesschatten des Heidentums. Dann wird aufleuchten das unauslöschliche Osterlicht in den Geistern der Heidenvölker; dann wird aufjubeln in ihren Herzen die unaussprechliche Osterfreude: Jesus von Nazareth, der Gekreuzigte, ist auferstanden!


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Allen Lesern gesegnete Ostern!

Samstag, 4. April 2015

Lumen Christi – Ein Missionsruf



Andächtige Christen! Am Karsamstag wird das neue Osterlicht, der helle Feuerfunken aus dem Stein, in feierlicher Prozession in das dunkle Chor der Kirche getragen. Dreimal ertönt der Ruf: Lumen Christi, „das Licht Christi“, und dreimal lautet die Antwort: Deo Gratias, „Gott Dank“. Und bald erstrahlt die Kirche im Glanz der hellen Osterkerze, die nur ein schwaches Abbild ist von Jesus Christus, dem Licht der Welt. Von diesem Licht, das als heller Gottesfunken aus dem dunklen Gestein der Grabeshöhle am Ostertag hervorgegangen ist, nimmt die Kirche und trägt es hinaus in die finstere Nacht des Heidentums. Lumen Christi, „das Licht Christi“, lautet der Missionsruf, und aus Tausenden und Millionen von Herzen, denen Osterlicht und Osterfreude zu teil geworden ist, tönt als Antwort: Deo gratias. Die Mission, andächtige Christen, ist Christi Lichtträgerin zu den Heiden, ist die Feuersäule, durch welche Gott die Völker seinem Reiche zuführt.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)