Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Freitag, 9. September 2016

Leo XIII. über den heiligen Petrus Claver



Über den heutigen Tagesheiligen Petrus Claver sagte Papst Leo XIII., der den Sklavenapostel selbst heiligsprach: 

„Kein Leben, mit der Ausnahme des Lebens unseres Herrn, hat mich so bewegt, wie das des heiligen Petrus Claver.“

Mehr über diesen großen Missionar hier, hier und hier.

Donnerstag, 8. September 2016

Der Kaplan, der die Missionen nicht mochte


Der Pallottinermissionar und Missionsbischof Heinrich Vieter, der den Lesern dieses Blogs wohl bekannt ist, musste in Deutschland große Sammelreisen für seine Mission unternehmen. Es kam vor, dass die Reaktion von Seiten des Klerus sehr befremdlich war. Nachfolgende Episoden erinnern mich in gewisser Weise an ein Gespräch, das ich jüngst mit einem jungen „traditionellen“ Priester hatte.

Auf einer seiner Reisen im Jahr 1910 musste Msgr. Vieter nahe Würzburg im Pfarrhaus übernachten. Der Pfarrer war nicht da und der Kaplan eröffnete ihm gleich, dass er es nicht mit den auswärtigen Missionen halte, es gäbe genug daheim zu tun. Der Bischof fragte ihn dann, was er denn vom Heilandswort „Lehret alle Völker“ halte. Der Kaplan blieb die Antwort schuldig. Dann viel das Gespräch auf den bischöflichen Talar von Msgr. Vieter. Der Kaplan habe schon amerikanische Bischöfe gesehen, die nicht im Talar reisten, worauf Bischof Vieter erwiderte, er habe schon Männer und Frauen ohne Kleider gesehen (wohl eine Anspielung auf Kamerun). Danach war das Gespräch beendet.

Bei einer anderen Gelegenheit kam Msgr. Vieter in den Sprengel eines wenig missionsbegeisterten Bischofs. Dieser schickte ihn mit einem Pfarrer zu einer Wallfahrtskirche zum Kollektieren. Auf dem Weg eröffnete ihm der Pfarrer, dass weder er noch sein Bischof es in erster Linie mit den Missionen hielten, sondern mit dem Bonifatiusverein. 

Vor Ort sollte Vieter dann noch in einem Waisenheim predigen, wo er den Kindern die Zustände in Kamerun schilderte und sagte, im Hinterland lebten noch Menschenfresser. Auf dem Rückweg sagte der Pfarrer, diese Geschichte sei doch nicht wahr. Dazu schrieb Msgr. Vieter in seinen Aufzeichnungen, der Pfarrer nehme wohl lieber an, ein Bischof lüge, als dass er glaubt, dass es solche Gräuel tatsächlich gibt und offenbare damit noch seine Unkenntnis über die Lage in den Heidenländern.


(Quelle: Die Jugend ist unsere Zukunft: Chronik der katholischen Mission Kamerun 1890–1913)

Samstag, 3. September 2016

Papst Pius X. als Beschützer der Indianer Südamerikas



Ein besonders großes Mitleid empfand Pius X. mit dem traurigen Lose der Indianerbevölkerung Südamerikas. Hier, wo einst das Missionsleben so herrlich geblüht hatte, war die einheimische Bevölkerung durch die meist gottlosen Regierungen der verschiedenen Republiken der unerhörtesten Ausbeutung und den entsetzlichsten Grausamkeiten geldgieriger und schamloser Abenteurer ausgesetzt.

Schon im zweiten Jahre seines Pontifikats trat Pius X. für die geknechteten Indianer ein. Er richtete an den gesamten Benediktinerorden ein Schreiben, in dem er alle Klosterorbern aufforderte, ja anflehte (exhortamur immo et obsecramus), alle Mönche, die mit dem Abt Gerard van Caloen nach Brasilien gehen wollten, mit Freuden ziehen zu lassen, damit das so arg verlassene Ackerfeld treffliche Arbeiter erhalte. Der Ruf verscholl nicht ungehört, und im Jahre 1909 wurde die Mission am Rio Branco tief im Inneren Brasiliens gegründet.

Auch andere Ordensleute wie die Kapuziner, Franziskaner, Dominikaner, die Väter vom Heiligen Geist, die Salesianer Don Boscos drangen weiter in die Wälder vor, wohin sich die Indianer vor den Weißen geflüchtet hatten, und suchten die oft nur spärlichen Überreste früher starker Volksstämme zu sammeln und zu retten.

Im Verlauf weniger Jahre konnte Pius X. in Kolumbien die Apostolischen Präfekturen Caquetá (1904) und Chocó (1908) und die Apostolischen Vikariate Goajira (1905) und Llanos de S. Martín (1908), in Brasilien die Apostolischen Präfekturen Rio Negro (1910), Alto Solimôes (1910), und Teffe (1910) sowie die Prälaturen Santarem (1903), Araguaya (1911) und Registro da Araguaya (1914) errichten und die Apostolische Präfektur Urubamba in Peru (1913) zum Vikariat erheben.

Aber noch einmal erhob der Papst seine Stimme zu Gunsten der Indianerbevölkerung. Er tat es in der feierlichsten Form durch die Enzyklika Lacrimabili statu vom 7. Juni 1912 an den gesamten Episkopat von Lateinamerika. Voll Ernst und Schmerz beklagte der Heilige Vater die Gräuel, die namentlich an den Eingeborenen im Putamayogebiet begangen worden seien, und stellte sie den Schandtaten des verkommensten Heidentums an die Seite. 

Dann ermunterte er die Bischöfe, für die armen Kinder der Wälder Anstalten christlicher Nächstenliebe zu errichten, bestimmte, dass von Vergehen wie Verkauf oder Entführung von Indianern in Zukunft nur noch die Bischöfe die Lossprechung erteilen könnten, und versprach, selber die Gründung von neuen Missionen in die Hand nehmen zu wollen.

Dem Versprechen folgte sofort die Tat. Er berief englische und irische Franziskaner für die schwere Aufgabe im Putamayogebiet und hatte zugleich die Freude, dass das arme katholische England in wenigen Wochen 40.000 Mark für das zu gründende Unternehmen aufbrachte. 


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Dienstag, 30. August 2016

Pater Robert Streit über den Islam

Mohammed und Gefährten setzen den Schwarzen Stein in die Kabbah ein.

Für das Buch, in dem diese Zeilen stehen, erhielt P. Robert Streit O.M.I. von Papst Pius XI. die goldene Jahresmedaille.

„Der Mohammedanismus ist kein Heidentum und will es auch nicht sein. Er verabscheut aufs Tiefste den Götzendienst und betont mit Nachdruck seinen Glauben an den einen, wahren Gott, aber seine Irrtümer sind zahlreich und folgenschwer, und der größten einer ist der, dass er den nicht kennt und kennen will, den Gott in diese Welt gesandt hat, Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn. „Das aber ist das Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus“ (Joh. 17,3)


(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsaausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Montag, 29. August 2016

Die Stärke eines „Sitzengelassenen“



Hier ein Bericht aus der Mission unter dem Volksstamm der Kols in Westbengalen, der in den Zeiten von „wiederverheirateten Geschiedenen“ als leuchtendes Beispiel dienen kann, wie es richtig geht:

„[…] Und erst das Opferleben des jungen Sukra, von dem P. Canoy berichtet! Der arme Mann war durch die Bemühungen des Zemindars seines Dorfes zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. 
Auf ein falsches Gerücht hin von dem Tode Sukras war seine Frau eine neue Ehe, und zwar mit einem Heiden, eingegangen. Sukra gab sich alle Mühe, die Frau zur Pflicht zurückzuführen; aber vergebens. 
Da sagte er sich: „Weil ich nun einmal wie die Patres leben muss [enthaltsam], will ich auch wie sie für Gott allein arbeiten, und die häufige heilige Kommunion soll mein Trost und meine Stärke sein.“ 

Seit jenem Tage ist er die Stütze der Patres in allen Schwierigkeiten, und muss er auch in der Nacht fünf oder sechs Stunden zurücklegen, um der heiligen Kommunion nicht beraubt zu werden, er scheut die Anstrengung nicht.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Samstag, 27. August 2016

Missionar in China, Märtyrer in Spanien – der selige José María López Carrillo O.P.


Dieses Jahr jährte sich der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs zum 80. Mal. Unter den vielen Ordensleuten, die in der einhergehenden Verfolgung der Kirche den Martertod fanden, waren auch viele Missionare*. Einer von ihnen ist der selige Pater José María López Carrillo aus dem Dominikanerorden, ein Chinamissionar, der heute vor 80 Jahren gemartert wurde.

José María López Carrillo wurde im Jahr 1892 im andalusischen Alcalá la Real geboren und wuchs in der Obhut seines Onkels auf, der Kaplan bei den Trinitarierinnen war. Eine Tante war Mitglied des Dritten Ordens des hl. Dominikus und so kam der Junge wohl in Kontakt mit den Dominikanerinnen in Alcalá, die dem Jungen die Lebensgeschichten der Dominikanermärtyrer in China zu lesen gaben, worauf dieser den Wunsch äußerte, „in die Mission zu gehen, um dort aus Liebe zu Jesus Christus als Märtyrer zu sterben“.

Mit 15 Jahren trat José María schließlich in Ocaña in die Apostolische Schule der Dominikaner ein und machte seine theologischen und philosophischen Studien im Kloster Santo Tomás in Ávila. Anschließend wurde er in das Kloster Rosaryville bei New Orleans geschickt und reiste darauf nach Manila, das „Sprungbrett“ der Chinamissionare des Dominikanerordens, wo er 1919 zum Priester geweiht wurde.

Sein Missionsfeld war ab dem Jahr 1919 die Provinz Fujian in Südchina, ein schwieriges Missionsgebiet, da der Süden Chinas als Nährboden jeglicher Revolution galt und besonders in den späten 20er und frühen 30er Jahren eine Vielzahl von Unruhen, vor allem durch Kommunistenbanden, sah, bei denen auch sein Graubündner Mitbruder P. Ludwig Paly O.P. aus der Deutschen Ordensprovinz ermordet wurde. Unter den Heiden war die Abtreibung und der Mord von Mädchen weit verbreitet. In der Dominikanermission existierten Waisenhäuser „von der heiligen Kindheit“ in denen vor allem Mädchen Aufnahme fanden und um die sich unser Seliger besonders kümmerte. Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, der in China nicht behandelt werden konnte, kehrte er 1935 in die spanische Heimat zurück, wo er die Märtyrerpalme erkämpfen sollte.

Seit der Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik im Jahr 1931 äußerte sich die antiklerikale Stimmung in Spanien häufig in Gewalttaten, die ihren Höhepunkt nach der Erhebung der nationalen Truppen gegen die republikanische Zentralregierung am 18. Juli 1936 erreichten. Bis zu diesem Zeitpunkt war P. José María in seiner Heimatstadt als Beichtvater bei den Trinitarierinnen und Dominikanerinnen tätig, befand sich beim Ausbruch des Bürgerkriegs aber zufällig in Madrid im Kloster „Rosario“, von wo er sich mit seinem Mitbruder, Mitmissionar und Mitmärtyrer P. Pedro Ibáñez und sieben weiteren Ordenspriestern in das Haus eines guten Katholiken namens Juan Torío flüchten musste. Linksgerichtete Milizionäre nahmen die Männer am 26. August fest und brachten sie in die Checa de Fomento, eines der kommunistischen Verhörzentren nach sowjetischem Vorbild, wo häufig brutal gefoltert und gemordet wurde.

Bei einem Verhör fragte einer der Milizionäre den seligen José María nach seiner „Parteizugehörigkeit“. Die Antwort war: „Ich bin Missionar in China.“ – „Was macht ihr da?“ – „Wir unterrichten die Chinesen.“ – „Ihr, unterrichten? Ihr verdummt sie doch nur.“ Er wurde darauf in eine Zelle geschubst. In der Nacht beriet man sich über das Schicksal der Priester, und nur der Piaristenpater Gerardo Guadalupe wurde entlassen, dem wir auch den Bericht über den Tod der seligen José María López Carrillo und Pedro Ibáñez Alonso zu verdanken haben.

Pater José María betrachtete sich auch in Spanien weiter als Chinamissionar und äußerte stets den Wunsch, sobald wie möglich in sein Missionsland zurückzukehren. In gewisser Weise sollte sich dies durch die Umstände seines Martyriums erfüllen. Die Männer wurden zur Exekution in das Viertel „la China“ im Madrider Distrikt Vallecas gebracht. Dort starb José María López Carrillo durch einen Kopfschuss. Am selben Tag sahen einer seiner Katechisten und ein Mädchen des Waisenhauses „von der heiligen Kindheit“ P. José María in Fujian im Dominikanerhabit. Sein Traum, noch einmal nach China zurückzukehren, wurde erfüllt.



*Darunter zum Beispiel der Neffe des heiligen Ezequiel Moreno, der selige Julián Moreno, der wie sein Onkel Mitglied der Augustiner-Rekollekten und Missionar auf den Philippinen und in Kolumbien war.

Missionsflugzeugweihe in Trier

Abtei St. Matthias in Trier

Es war ein sinniger Gedanke der Miva [Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft], das neue Missionsflugzeug „St. Matthias“ nach dem Namen des einzigen Apostels zu benennen, der sein Grab diesseits der Alpen fand, die Weihe selbst am Orte vorzunehmen, den Kardinal Pacelli in einer Rede vom 31. August 1927 als Eingangspforte des Evangeliums Jesu Christi auf dem Boden des heutigen Deutschland bezeichnete, vor dem Grabe des Apostels das Flugzeug aufzustellen und hier vor 8.000 Menschen den Segen der Kirche auf die Maschine herabzurufen, die ganz in den Dienst der Glaubensverkündigung gestellt werden soll.

Die ganze Diözese Trier nahm an der Feier lebhaftesten Anteil, nicht zuletzt deshalb, weil der „Fliegende Pater“ das Flugzeug in einer Triumphfahrt an Rhein und Mosel entlang über die Landstraße nach Trier brachte und diese Triumphfahrt nach der Weihe durch das Saargebiet und die Eifel fortsetzte. Namentlich an der Mosel wurde die Karawane begeistert begrüßt. […]

Am Weihetag selbst nahm die ganze Stadt Trier, für die ein allgemeiner Missionssonntag angesetzt war, Anteil am Feste, das Bischof Bornewasser später als ein religiöses Erlebnis ganz besonderer Art bezeichnete. Ein herrlicher Anblick bot sich am Morgen des 1. März, als nach dem Pontifikalamt in der Benediktinerabtei St. Matthias der Bischof mit großem Gefolge auf den Freihof vor der uralten prächtigen Basilika trat. In langen Reihen sah man die Benediktiner, Angehörige des Ordens, der so große Verdienste um die Weltmission hat. Dann folgten in ihren weißen Gewändern die vielen in Trier wohnenden Weißen Väter, deren Ordenskleid sogleich die Phantasie in das Reich der Missionen führt.

Der Bischof schritt die Stufen eines vor der Basilika errichteten hohen Altars hinauf und sprach von dort zu der riesigen Menschenmenge:

„Noch niemals ist einer kleinen Gruppe von Menschen ein so weltumspannender Befehl gegeben worden wie jener: ‚Gehet hin und lehret alle Völker und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe.‘ Die Apostel haben das Wort tief in ihre Seele geschrieben. Mühselige Fahrten und Reisen machten sie in ferne Länder, mühselige Fußwanderungen, um den Gottesbefehl auszuführen. Sie ahnten es nicht, dass die Nachfolger der Apostel einst ‚auf den Flügeln des Windes‘ den Befehl ihres Meister erfüllen könnten… Unsere heilige Kirche, die immer ihre Hand am Pulsschlag der Zeit hält, die vom Geiste Christi erfüllt ist und Christi Willen durchführt, will durch mich das Flugzeug weihen, damit es hinauszieht, um das Evangelium Jesu Christi durch das Wort der Glaubensboten denen zu verkünden, die das Evangelium noch nicht kennen, um schnell und sicher heiligmachendes Leben zu bringen auch der Seele des letzten schwarzen Heidenkindes, das ebenso eine unsterbliche Seele in sich trägt wie der nordische Germane, ebenso eine unsterbliche Seele, für die Christus starb.“

Der Bischof gab dann eine feinsinnige Erklärung der kirchlichen Weihegebete, die später in deutscher Sprache vom ganzen Volk mitgebetet wurden, nachdem der Bischof die Weihe in der Kirchensprache vollzogen hatte […]


(Aus: die katholischen Missionen, 1936; S. 133)