Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 6. Oktober 2013

Te Bibira Moa — Bibelübersetzung ins Tahitianische


P. Tourvieille aus der Picpusgesellschaft berichtet, dass die Katholiken von Tahiti bald eine vollständige Übersetzung der Heiligen Schrift in der Hand haben werden. Seit etwa einem Vierteljahrhundert haben die Missionäre gearbeitet, um das Werk fertigzustellen, und P. Tourvieille weilt bereits über ein Jahr in Belgien, um den Druck zu überwachen. Der Band wird etwa 36.000 Verse auf 1600 Seiten enthalten.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)


Ein weiteres Argument gegen das angebliche Sprachverbot auf den Marquesas.

Samstag, 5. Oktober 2013

Ein eifriger Bischof gründet einen Verein zur Bekehrung der Heiden


Im April 1913 rief der deutsche Bischof Heinrich Döring S.J. zu Poona in Vorderindien einen Verein ins Leben zur Bekehrung der Heiden seiner Diözese. Ausgehend von dem Gedanken, dass alle Katholiken des Landes zur Mitarbeit am Apostolate unter der heidnischen Bevölkerung herangezogen werden müssten, um so deren Interesse für das große Werk der Seelenrettung zu wecken, schuf der Bischof eine Organisation, der auch die Armen leicht beitreten konnten.

Mitglied des Vereins wird jeder, der täglich drei ‚Gegrüßet seist du, Maria‘ zur Bekehrung der Heiden betet und monatlich einen halben Anna, etwa 5 Pfennige, zahlt. So oft ein Mitglied drei Ave Maria betet, kann es 100 Tage Ablass gewinnen. Ein vollkommener Ablass kann am Feste der Unbefleckten Empfängnis, des hl. Joseph und des hl. Franz Xaver oder während der Oktav dieser Feste unter den gewöhnlichen Bedingungen gewonnen werden.


Der Verein fand in der Diözese eine sehr warme Aufnahme, und selbst Stationen wie Rahata, die erst jüngst gegründet wurden, trugen freudig ihr Scherflein bei. Das erste Jahr brachte 590 Rupies und 2 Annas, etwa 803 Mark, ein. Dieser schöne Anfang lässt eine gute Zukunft erhoffen und beweist, dass die Eingeborenen die Idee des Apostolats unter ihren Stammesgenossen wohl zu erfassen wissen und praktisch ins Werk zu setzen verstehen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Freitag, 4. Oktober 2013

Die Franziskaner im peruanischen Dschungel

Schon bald nach der Enzyklika Pius X. (Lacrimabili statu, lesenswert) vom 7. Juni 1912 über das traurige Los der Indianer im Putamayogebiet zogen englische Franziskaner nach den tiefsten Urwäldern Perus, um sich der bedrängten Eingeborenen anzunehmen.

 In einem Berichte an den Generalminister des Ordens legt der Missionsobere P. Leo Sambrook die Schwierigkeiten des Unternehmens dar. Er führt als hauptsächlichste an den Mangel an Indianerkolonien, die Verschiedenheit der Sprachen, da die 9.000 Indianer nicht weniger als sieben Idiome sprächen, und die gewaltige Abneigung vor allem, was europäische und christliche Kultur bedeute.
Von den Erwachsenen, meint der Obere, sei kaum etwas zu erwarten; man müsse mit den Kindern den Anfang machen. Aber auch hier könne man nur auf äußerst langsame Fortschritte rechnen. Der Familienzuwachs sei gering, die Kindersterblichkeit aber groß, und außerdem wollten die Väter nichts von einer Taufe ihrer Kinder wissen, da diese ihnen nur Unheil brächte.

Im Gebiete von La Chorrera, das die dichteste Indianerbevölkerung besitzt, gründeten die Franziskaner eine Schule, um allmählich die Jugend zu gewinnen. Heute zählt sie etwa 40 Kinder. Eine zweite Station gründeten die Patres im Bezirk Esmeralda, wo sich eine kleine Kolonie von 300 Indianern befindet. Die Hauptaufgabe der Missionäre besteht einstweilen darin, das Land zu erforschen, mit den scheuen Wilden Beziehungen anzuknüpfen, ihre Sitten und Gebräuche zu studieren und sich deren Sprache anzueignen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Ein fanatischer Hindu und Katholikenverfolger bekehrt sich

Kirche des St. Joseph's College, Tiruchirappali (Trichinopoly) (Quelle: vishwaant avk)

„Gott ruft, wen er will“, schreibt P. Lacombe, der Vater der kleinen Brahmanenkolonie zu Trichinopoly in Vorderindien, „das haben wir wieder zu Beginn des Jahres 1914 erfahren. Eines Tages wurde mir mitgeteilt, dass ein kranker Brahmane einen Pater zu sprechen wünsche. Ich begab mich sofort auf den Weg. 


Sobald der Kranke mich bemerkte, rief er laut: ‚Pater, Pater, ich habe Sie rufen lassen. Kennen Sie mich nicht mehr? Ich bin K. Vaidianaden, ein alter Schüler des St. Josephs-Kollegs, das ich von 1895 bis 1901 besucht habe. Ich war in der Klasse von G. Vaidhianatra Ayer, dem berühmten Konvertiten aus der Brahmanenkaste.

Die Züge kamen mir bekannt vor, und ich erinnerte mich noch, dass der Schüler einen schlechten Eindruck auf mich gemacht hatte. Das war alles, was ich mir ins Gedächtnis zurückrufen konnte. ‚Gut‘, erwiderte ich, ‚was wollen Sie denn?‘ – ‚Pater‘, sagte er, ‚seit zwei Jahren leide ich an der Milz, und eine Besserung scheint ausgeschlossen. Ich möchte aber nicht im Unfrieden mit Gott sterben. 
Viele Sünden bedrücken mein Gewissen; bitte, spenden Sie mir die Taufe vor dem Tode, damit ich Verzeihung erlange.‘ Und dann begann er, mir sein Leben zu erzählen. 

‚Im Jahre 1895‘, sagte er, ‚als die ersten Brahmanenbekehrungen sich ereigneten, geriet ich in Wut und schwor, kein Mittel unversucht zu lassen, um der Bewegung Einhalt zu tun. Ich trat in die ‚Religiöse Vereinigung der Hindus“ ein, eine Gesellschaft, die eigens gegründet war, um die Bekehrungen zu verhindern und die Schüler des St. Josephs-Kollegs auszuspüren, die irgendwie Hinneigung zur katholischen Religion verrieten. 
Viel Lästerliches habe ich gegen die Missionäre vorgebracht und mehr als einen Schüler abgehalten, mit den Patres in nähere Berührung zu kommen. 

Als im Jahre 1900 mein Kamerad C.B. Sankaran vor der Taufe stand, war ich es, der dessen Familie davon benachrichtigte und seine Gefangennahme bewerkstelligte: Sobald er in unserer Gewalt war, gab ich den Rat, ihm Fesseln an die Füße zu legen; auch war ich unter denjenigen, die ihn nach dem Süden abführten. Seitdem nun die katholische Religion mir die einzig wahre zu sein scheint, empfinde ich die heftigsten Gewissensbisse über diese Tat.‘

„Zum Glück konnte ich den Kranken trösten mit der Nachricht, dass Sankaran und seine Frau längst getauft seien und las gute Katholiken in Topu Mariä lebten. 
Dann forschte ich, wie er denn zu dem Entschluss gekommen sei, die so gehasste katholische Lehre anzunehmen. 

‚Das will ich Ihnen kurz erzählen, Pater‘, antwortete er. ‚Nach Beendigung meiner Studien erhielt ich eine Anstellung an der Eisenbahn. Ich kam durch ganz Indien, selbst nach Kaschmir, und musste sechs neue Sprachen lernen. Wiederholt erhielt ich einen Posten in fieberverseuchten Gegenden, und da bekam ich das Milzleiden. Während dieser 13 bis 14 Jahre musste ich unwillkürlich mich mit religiösen Gedanken beschäftigen. Die Eindrücke, die ich im St. Josephs-Kolleg durch die Brahmanenbekehrungen empfangen hatte, saßen zu tief. Besonders war mir der Übertritt meines Professors G Vaidhianatra nahe gegangen. 

Ich wollte mir Klarheit verschaffen, die Wahrheit des Hinduismus beweisen und den Unsinn der katholischen Lehre klarlegen. So kaufte ich mir eine Unmenge heidnischer Bücher und studierte und grübelte. Aber anstatt den Frieden zu finden, wurde mein Geist immer verwirrter. 

Die philosophischen Systeme der Hindus standen sich vielfach schroff gegenüber, und schließlich wusste ich nicht mehr wo aus und wo ein. Ich legte Priestern (wohl Hindupriestern) und Gelehrten meine Zweifel vor, fand aber hier die gleiche Verwirrung. 

Eines Tages nun, es war zu Hubli, fragte mich einer der Bahnangestellten, ein Katholik aus Goa, weshalb ich immer so traurig sei. Ich sagte ihm offen den Grund. Voll Liebe und Zuvorkommenheit verschaffte mir mein Kamerad mehrere katholische Broschüren, und da war es mir, als ginge ein Licht in meiner Seele auf. Ich begriff, dass ich die Wahrheit gefunden hatte, und wollte gleich katholisch werden. Da kam die Krankheit dazwischen. Nun danke ich dem Himmel, dass ich hier in einem Spital bei Schwestern bin und Sie getroffen habe.‘

„Diese schlichte Erzählung hatte mich tief gerührt, und ich versprach dem Kranken, ihm ein treuer Freund sein zu wollen. Bei meiner Rückkehr ins Kolleg war die Freude groß, und die beiden Brahmanen, G Vaidhianatra und Sankaran, machten dem Kranken sofort einen Besuch. 

Das Wiedersehen war sehr rührend. Sobald dieser seinen ehemaligen Schulkameraden, den er so schwer verfolgt hatte, erblickte, fiel er ihm zu Füßen, küsste sie und sagte: ‚Erlaube, dass ich jene Füße küsse, die ich in Fesseln legen ließ. Verzeihe mir und bete für mich.‘

„Die Ruhe und das Glück, die der Kranke gefunden hatte, übten auf seinen Körper den besten Einfluss aus, und bald konnte er das Spital verlassen. Er zog mit seinem ansehnlichen Mobiliar in das Haus von Sankaran und erhielt bald darauf die heilige Taufe. 

Der Konvertit, der 33 Jahre zählt, hat nur noch einen Wunsch, es möchten seine zwei Kinder – seine Frau und zwei Kinder sind gestorben – ebenfalls den Frieden in der katholischen Kirche finden.“


(aus: die katholischen Missionen, 1915)

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Die melkitische griechisch-katholische Kirche gegen die Freimaurerei


Pius XI. mit melkitischem Klerus

(…) Einer der schönsten Erfolge der Synode war das geschlossene Vorgehen gegen die Freimaurer, die in Syrien besonders in der Diözese Zahle sehr zahlreich sind. 
Als Auswanderer in Amerika und Australien haben manche sich der Loge angeschlossen; in die Heimat zurückgekehrt, wollen sie dann Freimaurer bleiben und gleichzeitig an den heiligen Sakramenten teilnehmen. 
Doch der eifrige Bischof von Zahle wies seine Priester an, solchen die Lossprechung zu verweigern; er selbst klärte von der Kanzel herab das Volk über die Ziele der Loge und die Pflichten des Katholiken auf und verurteilte feierlich die Freimaurerei in seiner Diözese.

Einen Aleppinermönch, der in seiner Zeitschrift „Der Erzieher“ in Zahle die Sittenlehre des Islam anpries und freimaurerische Lehren verbreitete, suchte er mit allen Mitteln der Güte und Strenge zurückzuführen. Als alles nichts fruchtete, sprach er öffentlich die Exkommunikation aus. 
Als der mutige Bischof es nun auch noch wagte, das kirchliche Begräbnis eines angesehenen Freimaurers zu verweigern, brach ein Sturm von Schmähungen und Angriffen gegen ihn aus, da er sich durch sein „starrsinniges, intolerantes Vorgehen“ gegen die Loge in schroffen Gegensatz setze zu seinen Mitbischöfen. 

Auf diese Verleumdung hin hat die Synode den Kirchenbann über jenen Mönch bestätigt, und die Bischöfe haben sich in einer öffentlichen Erklärung einmütig gegen die Freimaurerei ausgesprochen und ihren Mitbischof zu seinem mutvollen Vorgehen beglückwünscht.


(aus: die katholischen Missionen, 1915)

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Zeugnis einer afroamerikanischen Tageszeitung für die katholische Kirche


Ein beachtenswertes Zeugnis zu Gunsten der katholischen Kirche stand vor kurzem im Enterprise, dem Negerblatt in Omaha. „Seit vielen Jahren bereits“, so war hier unter dem Titel „Die katholische Kirche“ zu lesen, „sind wir der Ansicht, dass die Neger gut daran tun würden, sich mehr und mehr unter die Leitung der katholischen Kirche zu stellen. Der Grund ist, weil diese Kirche dem Neger einen Schutz bietet, wie er ihn von keiner anderen Seite und keiner anderen Organisation in diesem Land erwarten darf.

Im ganzen Süden war ihm diese Kirche ein Führer und Schild. In der Hauptstadt des Landes, wo die ‚weißen Kollegien‘ sonst die Farbenlinie ziehen, steht die katholische Universität als glorreiche Ausnahme da…Dasselbe gilt von den Spitälern, Bewahranstalten u. dgl., welche die katholische Kirche zum Besten der Armen gegründet hat. Während andere Anstalten dieser Art die Farbigen ausschließen oder Unterschiede machen, strecken die Barmherzigen Schwestern die Hand liebevoll auch ihnen entgegen. Die Türen dieser Kirche stehen auch den Schwarzen offen, ihre Spitäler und Schulen sind auch uns geöffnet. Wir suchen einen Weg aus der Wildnis der Vorurteile und des Hasses heraus. Wohlan, vergessen wir nicht, dass es eine katholische Kirche gibt.“

Dieses so wohlwollende Zeugnis ist umso auffallender, weil die katholische Kirche bisher für die Neger der Vereinigten Staaten verhältnismäßig erst wenig getan hat und von den 9 Millionen bloß 150.000 zu den Ihrigen zählt. Und doch wäre es so leicht, die arme, trotz aller „Bürgerfreiheit“ doch verachtete und zurückgesetzte Rasse zu gewinnen. Übrigens wird uns von einem guten Kenner der Verhältnisse versichert, dass die 8 Millionen protestantischen Neger, die in den Missionsstatistiken der Protestanten figurieren, „Schwindel“ seien.


(aus: die katholischen Missionen, 1912)

Dienstag, 1. Oktober 2013

Tod des P. Conrardy, Mitstreiter P. Damians

Pater Conrardy mit Kindern auf Molokai

Am 24. August 1914 verschied der Priester Lambert Louis Conrardy, dessen Namen mit dem des P. Damian stets in Ehren genannt wird. Eine Zeitlang arbeitete der Verstorbene zusammen mit dem Apostel von Molokai; dann fasste er den Plan, sich der verlassenen Aussätzigen in China anzunehmen. 
Um ihn wirksamer ausführen zu können, erwarb er sich auf einer amerikanischen Hochschule einen Grad in Medizin und gründete hierauf die Aussätzigenkolonie zu Shek-Lung. Das Krankenheim entwickelte sich ausgezeichnet; als P. Conrardy starb, beherbergte es nicht weniger als 700 arme Chinesen.


P. Conrardy verschied fern von seinen geliebten Kranken in einem Spital zu Honkong. Als Nachfolger erhielt er P. G.M. Desmazières.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)