Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Montag, 30. November 2020

Missionsgedanken zum Advent

 


Wohl nicht zufällig birgt der Advent, in dem wir auf die An- bzw. Wiederkunft des Welterlösers warten, auch bedeutende Feste, die unsere Blick auf die Weltmission richten, damit auch diejenigen, die noch „in Finsternis und Todesschatten sitzen“, das Kind von Bethlehem als den menschgewordenen Gott erkennen und verehren.

Am 1. Dezember feiern wir das Fest des seligen (bald heiligen) Charles de Foucauld, dessen Freude es war, mit seinem Apostolat in der Sahara den eucharistischen Heiland dorthin zu bringen, wohin Er noch nie gekommen war.

Am 3. Dezember ist der Festtag des großen Patrons der Weltmission, des hl. Franz Xaver, dessen Name allein schon den Gedanken an seine apostolischen Großtaten und sein Sehnen nach der Bekehrung Asiens erweckt.

Am 12. Dezember erinnert die Kirche an die Erscheinung unserer Lieben Frau von Guadalupe, deren Erscheinung entscheidend für die Bekehrung der Völker Mexikos war, die zuvor im tiefsten Heidentum verstrickt gewesen waren und von denen die Azteken regelmäßig grausamste Menschenopfer darbrachten.

Mit dem 21. Dezember, dem Fest des hl. Apostels Thomas, geht dem Weihnachtsfest noch ein großes Apostelfest voraus. Die Christen der Malabarküste in Indien verehren ihn als den ersten Missionar ihrer Heimat.

Mögen diese Feste in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten uns immer wieder daran erinnern, auch für die zu beten, die Jesus Christus, das Licht der Welt, noch nicht kennen und lieben.

Donnerstag, 26. November 2020

Gib mir Seelen! – Msgr. Franz Hoowaarts SVD, Bischof von Caozhou (China)



Anfang des Jahres 1952 wurde Bischof Hoowaarts von Papst Pius XII. in Privataudienz empfangen. Er hatte Rotchina verlassen müssen, erklärte aber dem Hl. Vater: „Ich kehre sobald als möglich nach China zurück.“ Dieser ungebrochene Lebensmut kennzeichnet seine Art.

Er war am 18. Juli 1878 zu Bottrop i. W. geboren und kam im Alter von 14 Jahren nach Steyl. Schon früh hatte er sich für China entschieden. 1905 zum Priester geweiht und eigentlich für andere Aufgaben bestimmt, wurde er doch auf sein inständiges Bitten hin noch im gleichen Jahre nach Südschantung gesandt. Als Missionar war er ganz ein Mann der Tat. Er wirkte in den Kreisen Tsow-hsien, Puoli, Tsaochowfu, zuletzt 14 Jahre als Dechant von Shanshien. Sein Bestreben ging dahin, ein immer engeres Netz von Missionsstationen über das Land zu legen. Aus 2 wurden allein in Shanshien durch seine Arbeit 6, alle mit Kirche, Wohnungen usw.

Am 30. Jahrestag seiner Priesterweihe, 24. Februar 1935, wurde er in der Kathedrale von Yenchowfu zum Bischof geweiht und übernahm das neuerrichtete Vikariat Tsaochowfu, das 1946 zur Diözese erhoben wurde. Sein Wahlspruch lautete: Da mihi animas! Gib mir Seelen! Das war sein großes Anliegen schon als einfacher Missionar. Er suchte soviel Heiden als möglich durch die Taufe mit Christus zu verbinden und setzte sein Vertrauen auf die Wirksamkeit der Sakramente. So konnte er die Zahl der Getauften, die bei seinem Amtsantritt 45 000 betrug, auf 74 000 erhöhen (Bericht 1953). Es war sein Stolz, dass seine Diözese unter den 148 Kirchensprengeln Chinas an fünfter Stelle stand.

Einen neuen Aufschwung der Mission erhoffte er sich aus dem Abschluss des japanischen Krieges. Jedoch schon 1946 eroberten die Kommunisten seine Bischofsstadt. Mit 3 Missionaren und 7 Schwestern wurde er 4 Monate eingekerkert, vom „Volksgericht“ verurteilt und als „Verbrecher“ durch die Straßen der Stadt geführt. Dann verschleppten ihn die Roten. Es gelang ihm aber, auf abenteuerliche Weise zu entfliehen und zu seiner Herde zurückzukehren. Als die Kommunisten 1948 mit größerer Macht wiederkamen, musste er nach Shanghai flüchten. Von dort kehrte er Ende 1951 nach Europa zurück.

Er blieb seiner Liebe zum chinesischen Volk und besonders zu seinen Christen treu. Bis in die allerletzten Tage sprach er von seiner Rückkehr. Der Herr, an den sich der Ordensmann, Missionar, Bischof durch seinen Glauben und seine persönliche Frömmigkeit immer enger angeschlossen hatte, nahm den Willen für die Tat. Bischof Hoowaarts starb nach kurzer Krankheit in Steyl am 24. März [1954]. In der Kirche von St. Michael hatte er vor fast 50 Jahren das Missionskreuz zur Ausreise erhalten. Jetzt trat er von hier aus seine letzte Reise an. R.I.P.

Dr. A Czech SVD

(Aus: die katholischen Missionen, 1954)

Sonntag, 25. Oktober 2020

Die heilige Laura Montoya: Christus mit den Seelen der Nichtchristen krönen


Heute wird in den Diözesen Bayerns der Weltmissionssonntag gefeiert und gleichzeitig nach dem Missale von 1962 das Christkönigsfest. Vor wenigen Tagen, am 21. Oktober, war das Gedächtnis der heiligen Laura Montoya, einer kolumbianischen Ordensgründerin, die sich ganz besonders der Heidenmission in ihrem eigenen Heimatland verschrieben hatte. Einen zentralen Teil ihrer Spiritualität bildete das Sitio[1] – das „Mich dürstet“ unseres Herrn am Kreuz, das sie in seiner tieferen Bedeutung als Durst Christi nach der Ehre des himmlischen Vaters verstand. Es war ihr innigstes Anliegen, diesen Durst Jesu zu stillen:

„Herr, blicke auf meine Tränen und lass meine Seufzer nicht länger ohne Antwort. Lass diejenigen, die dich nicht kennen, nicht noch länger ohne Licht. Trage Deinen Glauben endlich bis an die Enden der Welt, ich kann nicht mehr aufhören zu leiden, damit Du erkannt werden mögest. Mögen sie Dich zu Deiner Ehre erkennen! Mögen wir Dich mit den Seelen der Nichtchristen krönen. Mögen die nicht verloren gehen, die fern von Dir darben. Sieh, ich sterbe aus Wunsch, Dich erkannt und geliebt zu sehen. Wofür hast Du ihnen einen Verstand gegeben? Wofür haben sie ein Herz? Siehst Du nicht, dass wenn sie Dich nicht kennen, wenn sie Dich nicht lieben müssen, ihr Dasein ein einziger Misserfolg ist? Wenn Du nach Seelen dürstest und ich danach dürste, Deinen Durst zu stillen, warum stillst Du dieses Verlangen nicht, mein Gott? Was hält Dich davon ab, Herr? Stell mir den Preis dieser Geschöpfe in Rechnung, und ich werde Dich mit ihnen krönen.“

 (Quelle: https://luanyeph12.wordpress.com/2013/10/09/la-experiencia-del-dios-uno-y-trino-en-santa-laura-montoya/)



[1] Das Ordenskleid trägt über dem Marienmonogramm auch das Wort „Sitio“ (siehe Bild)

Sonntag, 4. Oktober 2020

Missionarin seit Anbeginn der Welt: die hl. Therese vom Kinde Jesu




Wir durften am 1. bzw. am 3. Oktober (neuer bzw. alter Kalender) das Fest der großen Patronin der Weltmission, der hl. Therese vom Kinde Jesu, feiern. Ein wunderschönes Zeugnis für Ihren Missionseifer ist dieses Zitat (via ICRSP Gabun):

„Ich möchte nicht nur ein paar Jahre Missionar sein, sondern ich wünschte, ich wäre es von der Erschaffung der Welt bis zum Ende der Zeiten.“

Einem so umfassenden Missionswillen kann man wohl nichts mehr hinzufügen. Möge sie für unsere kalte Zeit bitten!

Mittwoch, 12. August 2020

Don Rua über die Missionen

 


Der selige Nachfolger von Don Bosco, Don Michele Rua, sagte über die Missionen:

„Die Missionen sind das Werk, das von Jesus Christus ganz besonders empfohlen wurde. Der erste Glaubensbote war Jesus selbst. Die Apostel waren gleichfalls Missionare; bezeichnet doch das Wort Apostel einen Abgesandten, Ausgeschickten. In der Tat, es war ihnen der Auftrag geworden, in alle Welt hinauszugehen, zu lehren und zu taufen. In der Folgezeit erweckte Gott manch anderen Glaubensboten. Ich erwähne nur St. Bernhard, St. Dominikus, St. Franziskus von Assisi, St. Ignatius von Loyola und Don Bosco. Dieser ward von Gott erweckt, um die Notlage der heutigen Gesellschaft zu steuern und abzuhelfen, er empfing aber auch die Sendung für die Missionen. Welch herrliche Gesichte und Schauungen wurden ihm zuteil! Verschiedene Völkerrassen, eine mit Dornen besäte Straße, Pflanzen mit blutbefleckten Früchten und die Missionsreisen seiner geistlichen Söhne!“


(Quelle: Amadei-Schlegel, Don Michael Rua, ein zweiter Don Bosco, Band 2)

Sonntag, 19. Juli 2020

Keinen Augenblick ruhen – Franziskus Maria vom Kreuze Jordan und die Weltmission



Es steht nach langem Warten die Seligsprechung eines bedeutenden deutschen Ordensgründers und Missionsförderers bevor. Am 19. Juni 2020 wurde ein Wunder für den Prozess von Franziskus Maria vom Kreuze Jordan, dem Gründer der Gesellschaft des göttlichen Heilands (Salvatorianer) vom Papst beglaubigt. In den Worten von P. Jordan ist es der Zweck seines Ordens, „den katholischen Glauben überall, soweit es ihr von der göttlichen Vorsehung anvertraut wird, zu verbreiten, zu verteidigen und zu stärken.“ Dazu gehörte somit auch die Missionstätigkeit; zu Lebzeiten des Gründers missionierten die Salvatorianer unter den Indianern Oregons und im indischen Assam.

Von seinem Seeleneifer geben folgende Zeilen aus seinem Vorsatzbuch ein Zeugnis:

„Solange noch ein einziger Mensch auf Erden ist, der Gott nicht kennt, noch über alles liebt, darfst du keinen Augenblick ruhen. – Solange Gott nicht überall verherrlicht wird, darfst du keinen Augenblick ruhen. Solange die Königin des Himmels und der Erde nicht überall gepriesen wird, darfst du keinen Augenblick ruhen. Kein Opfer, kein Kreuz, kein Leiden, keine Verlassenheit, keine Trübsal, kein Angriff, o, nichts sei dir zu schwer mit der Gnade Gottes – Omnia possum in eo qui me confortat (ich kann alles in dem, der mich stärkt).


(Quelle: P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan, von P. Pancratius Pfeiffer, Salvator-Druckerei und Verlag, 1930)

Dienstag, 16. Juni 2020

Pius XI. über die Ausbildung afroamerikanischer Priester

Drei Südstaatenbischöfe besuchen das Priesterseminar St. Augustine

Zur Gründung des Priesterseminars St. Augustine für afroamerikanische Priester in Bay St. Louis (US-Bundesstaat Mississippi) schrieb Papst Pius XI. am 5. April 1923 an den Generalsuperior der Steyler Missionare, zu denen diese Ausbildungsanstalt gehört:

„Wenn wir gediegene und nutzbringende Arbeit in der Bekehrung der Neger leisten wollen, dann ist es unumgänglich, dass Priester ihrer Rasse es sich zur Lebensaufgabe machen, dieses Volk zum christlichen Glauben und auf eine höhere Kulturstufe zu führen.“

Aus dem Seminar gingen der erste schwarze Bischof in den USA, Bischof Harold Perry SVD, sowie Joseph Oliver Bowers SVD vor, der von der Karibikinsel Dominica stammte, in Ghana bedeutende Missionsarbeit leistete und dort 2012 in seinem 60. Bischofsjahr im Alter von 102 Jahren starb.

(Quelle: Steyler Missionsbote, 1936)