Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 19. Februar 2017

Aktuell: FSSP-Priester in Birma

Kirche in Mandalay (Quelle: Wagaung)

Fr. James Mawdsley, ein englischer Priester der Petrusbruderschaft, der letzten Sommer geweiht wurde, hat Anfang dieses Jahres eine kleine Missionsreise durch Birma gemacht. Für Fr. Mawdsley bedeutet dies eine Rückkehr in ein Land, in dem er unter der Militärdiktatur aus politischen Gründen zu 17 Jahren haft verurteilt und sogar gefoltert wurde (mehr darüber hier).

Begleitet wurde der Priester von einem deutschen Seminaristen der Petrusbruderschaft. Sie kamen nicht mit leeren Händen: Dank der Großzügigkeit deutscher und englischer Gläubigen konnten Spendengelder in Höhe von 13.000 Dollar verteilt werden. Fr. Mawdsley zelebrierte an 13 verschiedenen Orten die alte Messe.

Leider hielt mit der politischen „Öffnung“ vor einigen Jahren auch der „Fortschritt“ in Birma Einzug. Es gibt in dem Land bereits 30 Abtreibungskliniken, denen jährlich 35.000 Kinder zum Opfer fallen.

Einen französischsprachigen Bericht gibt es hier, Fotos der Missionsreise hier.

Montag, 13. Februar 2017

Nachtrag: über die frühen Missionsschwestern

die selige Anne-Marie Javouhey

Neulich habe ich über den Missionseifer der heiligen Maria Magdalena von Pazzi geschrieben. Wie wir gesehen haben, wollte sie selbst in die Missionen gehen. Für eine Ordensschwester, die Anfang des 17. Jahrhunderts starb, war dies ein außergewöhnlicher Wunsch – denn Missionsschwestern gab es damals noch nicht.

Wohl zu den ersten Missionsschwestern gehörte die selige Anne-Marie Javouhey (gestorben 1851), die die Josephsschwestern von Cluny gründete. Als sie bereits 1822 die ersten Mitschwestern in den Senegal führte, sagte sie Folgendes zu ihnen: „Liebe Schwestern, wir werden hier vielleicht 20 Jahre weniger leben als in Europa, aber wie viel Gutes können wir hier tun, wie viel Elend mildern, wie viele Unwissende belehren, wie viele Seelen für Gott gewinnen.“ Die Selige wirkte ab 1828 als Missionarin in Französisch-Guayana.

Schon einige Jahre früher war die heilige Rose Philippine Duchesne in die USA gegangen, die damals noch ein wirkliches Missionsland waren. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gründete Msgr. Kobès, Apostolischer Vikar von Senegambien, eine einheimische Schwesternkongregation (hier und hier).

In China konnten echte Ordensschwestern erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Einzug halten – die Gegebenheiten in dem Land waren vorerst zu schwierig. Hier waren zunächst die chinesischen gottgeweihten Jungfrauen die Stütze der Missionäre. Die katholischen Missionen berichten über die ersten europäischen Ordensschwestern: „1846 kamen zuerst die Barmherzigen Schwestern und St. Pauls-Schwestern von Chartres, 1860 die italienischen Canossianerinnen, 1867 die ‚Helferinnen der armen Seelen‘, 1868 die Josephsschwestern [wohl von Cluny], 1869 die unbeschuhten Karmelitessen, 1875 die Schwestern von der Vorsehung; dazu gesellten sich Dominikanerinnen, Franziskaner Missionsschwestern und in neuester Zeit [1907] die Kleinen Schwestern der Armen, Steyler Missionsschwestern u. a.“

Das waren nur einige Beispiele, die große Frage „Wann gingen die ersten Schwestern in die Mission?“ bleibt für mich zumindest jetzt noch weiterhin ungeklärt. Vielleicht wissen es ja meine lieben Leser. Für einen Kommentar zur Aufhellung dieser Frage wäre ich sehr dankbar.


(Quellen: Dr. Max Heimbucher: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Band III. Verlag Ferdinand Schöningh; 1908, die katholischen Missionen, 1907, Wikipedia-Eintrag über Anne-Marie Javouhey)

Sonntag, 12. Februar 2017

Widerspenstige getrennte Brüder

Msgr. Miroff

„Mir will scheinen“, so schreibt uns Msgr. Michael Miroff, Titularerzbischof von Theodosiopolis und Administrator der bulgarischen Katholiken von Konstantinopel (Stadt und Bezirk), „es sei viel leichter, die katholische Religion in China und Japan zu verbreiten als hier, wo seit Jahrhunderten das Schisma so tiefe Wurzeln geschlagen und unseren getrennten Brüdern gleichsam in Mark und Bein übergegangen ist.“ So erkläre sich, warum das Bekehrungswerk so langsam fortschreite. Übertritte Erwachsener seien nur vereinzelt und zumeist dem Einfluss der Kinder zu danken, die in katholischen Anstalten erzogen, zu Hause als kleine Apostel wirkten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Samstag, 11. Februar 2017

Wie sich ein Seminarist den Missionsberuf vorstellt

Der ehemalige Seminarist: Bischof Franz Xaver Geyer, Apostolischer Vikar von Karthum

In meinen Studienjahren im Seminar zu Passau las ich gerne Missionsschriften, besonders auch die „Katholischen Missionen“. Das begeisterte mich für den Missionsberuf. Damals stellte ich mir vor, dass der Missionär zu einem Stamm hingehe, die Leute nach Tausenden um sich sammle, dieser Menge auf einer Anhöhe oder von einem Baume herab predige, sie gleich auf einmal alle taufe und dann weiterziehe.

Jugendliche Phantasie! Die Bekehrung der Seelen muss in geduldiger Arbeit vorbereitet und von Gott im Gebete erfleht werden. Dass unsere Arbeiten unter den Heiden tatsächliche Erfolge versprechen und schon die ersten Früchte gezeitigt haben, sehen wir in allen unseren bisher bestehenden Stationen im Heidenland.


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Mehr über das Wirken von Bischof Geyer hier.

Sonntag, 29. Januar 2017

Die heilige Maria Magdalena von Pazzi wollte Missionärin werden



Bereits früher haben wir gesehen, dass berühmte Heilige gerne Missionäre sein wollten. Ich gehe fast davon aus, dass man bei genauerer Forschung herausfinden würde, dass so gut wie jeder Heilige dieses Verlangen in gewisser Weise hatte. Die heilige Maria Magdalena von Pazzi, die ohnehin von einem außergewöhnlichen Seeleneifer brannte, war hier keine Ausnahme. Sie betete einmal:

„Oh Herr, wenn ich nur nach Indien oder in die Türkei gehen könnte, würde ich all die lieben kleinen Kinder nehmen und ihnen mit solcher Liebe und Zuneigung alles über unsere Religion lehren, dass jede Trübsal oder jedes Unglück mir ein großer Trost sein würde.“

Es wäre interessant zu wissen, wann es die ersten wirklichen Missionsschwestern gegeben hat. Leider habe ich bislang nie einen Artikel über die frühen Missionsschwestern gelesen. In den mir bekannten Missionsberichten des 16. oder 17. Jahrhunderts (die Heilige starb 1607) kommen Ordensschwestern nie vor. Sie sind wohl erst im 19. Jahrhundert erstmals in die Missionen gegangen. So scheint die heilige Maria Magdalena mit diesem Wunsch ihrer Zeit vorausgewesen zu sein.


(Übersetzung des Zitats aus The Workers are Few von Fr. Joseph McGlinchey, Seite 203)

Freitag, 27. Januar 2017

Der vernünftigste Schulausflug, von dem ich je gehört habe



Der hochw. Herr Bernhard Neumann, Gymnasialprofessor am Kgl. Wilhelmsgymnasium zu München, schreibt: 

„Das Missionsinteresse ist am Kgl. Wilhelmsgymnasium seit Jahren ständig gewachsen. Zur Kaiserspende im vergangenen Sommer haben unsere Schüler 133 Mark aufgebracht. Seit Jahren sind immer etwa 200 Gymnasiasten Abonnenten des ‚Heidenkindes‘ und liefern somit jährlich über 200 Mark an die Abtei St. Ottilien [Erzabtei der Missionsbenediktiner] ab.

Fast alle Jahre machen verschiedene Klassen einen Ausflug zu genannter Abtei und opfern gern hierbei eine Missionsgabe; protestantische Schüler und Professoren haben sich immer daran mit Freuden beteiligt. Dass wir auch Mitglieder des Kindheit-Jesu-Vereins haben, dass ‚Die katholischen Missionen‘ zirkulieren und beim Studiengottesdienst die Missionspredigt immer wiederkehrt, besonders aber beim Unterricht, soll nicht an letzter Stelle erwähnt werden.

Zwei Schüler haben sich dem Missionsberuf gewidmet; einer steht bereits vor der Priesterweihe. Diese erfreulichen Erscheinungen verdanken wir nach meiner Meinung dem blühenden Stand der Marianischen Kongregation.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Sonntag, 22. Januar 2017

Kein Weg zu weit

Auf der Insel Tchutja [wohl eine Insel vor der Südküste Koreas] war es, wo in den Verfolgungen der 1860er Jahre Antonius Kim in der Verbannung lebte und fern von Priester und Missionär jahrelang die heiligen Sakramente nicht empfangen konnte.

Da hörte er eines Tages, dass in Nagasaki ein Priester wohne, und todesmutig nahm der eifrige Christ die Gelegenheit wahr und durchfuhr auf einem kleinem Fischerboot, nur von einigen getreuen Christen begleitet, auf mehrmonatiger Fahrt das gefährliche Meer, um die heiligen Sakramente empfangen zu können.

Ähnliche Züge kann die koreanische Kirchengeschichte manche erzählen, ein Zeichen, wie tief der christliche Glaube und die katholische Überzeugung in den Herzen der Koreaner Wurzel fassen können.


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)