Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Mittwoch, 24. Mai 2017

„Geht hin in alle Welt“ – zu Christi Himmelfahrt

Darstellung der ersten Taufe in Oberkalifornien


„Geht hin in alle Welt!“ Das Missionsfeld unserer heiligen Kirche kennt keine Grenzen, ihr Missionsweg keine Hindernisse, ihre Missionsarbeit keine Schwierigkeiten. 

Keine Grenzen der Ausdehnung! Über Länder und Meere, über Flüsse und Gebirge, durch Wälder und Sümpfe, bis an die Enden der Erde haben die Sendboten der katholischen Kirche Christi Kreuz getragen. 

Keine Grenzen des Klimas! In allen Zonen, in gesunden und ungesunden Landstrichen, in den Glutwüsten Afrikas und in den Eis- und Schneewüsten Nordamerikas, überall haben sie das Zeichen unserer Erlösung und unseres Heiles aufgepflanzt. 

Keine Schwierigkeiten von Seiten der Menschen! In allen Sprachen haben sie reden gelernt. In alle Eigenarten der Völker haben sie sich eingelebt. In Gunst und Ungunst, in Schmach und Verfolgung, im Leben und im Tod haben sie unter dem Kreuz Christi ausgeharrt.

Die Missionswege sind Gottes Wege, sind Christi Wege, sind der Kirche Wege, sind die Wege des katholischen Glaubens, der katholischen Hoffnung, der katholischen Liebe.

Die Missionswege, Katholik, müssen auch deine Wege sein!


(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)


Samstag, 20. Mai 2017

Wirkten die ersten Missionsschwestern im 17. Jahrhundert in Kanada?

Die heilige Maria von der Menschwerdung – eine der ersten Missionsschwestern? (PD-1923)


Wer dieses Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich mich mit der Frage beschäftige, wann die ersten Missionsschwestern auszogen (hier und hier). Durch Zufall bin ich jetzt der Antwort wohl ein großes Stück näher gekommen.

Neulich griff ich zum Jahrgang 1883 von Die katholischen Missionen, die den Aufsatz „Die Klosterfrauen von Quebec“ enthalten. Es handelt sich bei diesen Klosterfrauen um eine Gruppe von Hospitalerinnen und Ursulinen, die 1639 nach Neufrankreich auszogen, um sich in dem damaligen Fort Quebec, einer Garnison mit einigen Holzhäusern, der Bekehrung, der Krankenpflege und dem Unterricht der Indianer zu widmen. Ausschlaggebend dafür war ein Missionsbericht des Jesuiten P. Lejeune, den ich hier in kurzen Auszügen zitieren möchte:

„Ach mein Gott! Wenn manche Damen von Frankreich ihre verschwenderischen und törichten Ausgaben einem so heiligen Werke zuwendeten, welchen Segen würden sie auf ihre Familien herabziehen! Welch ein Ruhm im Angesicht der Engel, das Blut des Sohnes Gottes zu sammeln, um es den armen Heiden zuzuwenden! Ist es denn möglich, dass die Güter dieser Erde uns teurer wären, als das eigene Leben? Seht doch! Es stehen zarte und im Überfluss erzogenen Jungfrauen bereit, mit Freuden ihr Leben dem Spiele der Wogen des Ozeans anzuvertrauen; sie sind bereit, zu uns zu kommen, um in einer bitteren Kälte, wie sie die Luft Frankreichs niemals kennt, die Seelen der Kinder aufzusuchen, um Arbeiten zu übernehmen, vor denen selbst Männer zagend zurückweichen: und es sollte sich nicht irgend eine wohltätige Dame finden, welche diesen Kriegerinnen des allmächtigen Gottes einen Geleitschein ausstellte, welche ihnen ein Haus gründete, in dem dieselben in dieser neuen Welt die göttliche Majestät loben und ihr dienen könnten? Ich kann mir nicht einreden, unser Heiland werde niemanden zu diesem Werke antreiben.“

In der Tat trieb unser Herr zwei Edelfrauen zu diesem Werk an: Marie de Vignerot, Herzogin von Aiguillon, eine Verwandte Kardinal Richelieus, sowie Marie Madeleine de Chauvigny de la Peltrie, kurz „Madame de la Peltrie“. Letztere stiftete nicht nur das Ursulinenkloster von Quebec, sondern ging gleich mit den Ordensschwestern nach Kanada, um sich dem entbehrungsreichen Missionsleben zu widmen. Zu der Gruppe gehörte auch die heilige Maria von der Menschwerdung, die 2014 heiliggesprochen wurde. Gemeinsam widmeten sie sich der Krankenpflege bei den Epidemien, die bald vor allem die Indianer befielen, und trotzten Krieg und Brandkatastrophen.

Madame de la Peltrie

Ohne ein abschließendes Urteil fällen zu wollen, meine ich, hier die Antwort auf die Frage „wer waren die ersten Missionsschwestern?“ gefunden zu haben. Die Missionen in Schwarzafrika wurden zu diesem Zeitpunkt, wenn sie überhaupt existierten, von Männerorden wie den Kapuzinern versehen. Gleiches galt für die überaus schwierigen Missionen in Asien, wo viele Länder Ausländern vollständig verschlossen waren.

Die ehrwürdige María de Jesús de Tomelín, „die Lilie von Puebla“ (Mexiko)

In den Kolonien Lateinamerikas (vor allem in Mexiko) und vielleicht auch in Goa gab es Schwestern und Frauenklöster, allerdings gehe ich eher davon aus, dass diese Schwestern erst eintrafen, als die ersten Pionierzeiten bereits überstanden und die Verhältnisse eher mit denen in Europa zu vergleichen waren. 

So wurde das erste Frauenkloster in Amerika 1540 von den Konzeptionistinnen in Mexiko-Stadt gegründet, diese widmeten sich wohl aber eher dem, was man mit der Erziehung „höherer Töchter“ in Europa vergleichen könnte (wahrscheinlich von den Töchtern aztekischer Adelsfamilien). Die anderen Frauenklöster in Mexiko widmeten sich anscheinend auch mehr der regulären klösterlichen Observanz wie in Europa und nicht der Missionsarbeit (mehr dazu auf Spanisch hier).


Sollte es in dieser Sache neue Erkenntnisse geben, schreibe ich natürlich darüber.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Diesem Missionär ist nichts zu schwer


Die Agentur Canadian Press berichtet von der Heldentat des Missionärs P. Langlois in Albany, in der James Bay, der auf die Kunde, ein Indianer habe sich 115 Meilen entfernt mit einer Axt schwer verletzt, sich sogleich auf den Weg machte, aber infolge der ungeheuren Schneemengen erst nach acht Tagen beim Indianer anlangte.
Der Indianer war mit einem Bein unter einen fallenden Baum geraten und hatte sich das Bein abgeschnitten, um sich zu befreien. Seit 14 Tagen litt er unter schwerer Wundvergiftung und war bewusstlos. P. Langlois lud ihn unverzüglich auf einen Schlitten und zog den Verwundeten unter unsäglichen Mühen durch die eisige Winterlandschaft zur Missionsstation, wo eine Schwester eine sachgemäße Operation vornahm und so den Indianer retten konnte.

(Aus: Der Missionär, Heft 4 1938)


Bei dem Priester handelt es sich möglicherweise um den späteren Bischof Ubald Langlois O.M.I., der 1938 zum Apostolischen Vikar von Grouard (Alberta) ernannt wurde.

Samstag, 6. Mai 2017

Missionsgebet wichtiger als Missionsalmosen


Eine interessante Beobachtung hat P. Anton Freitag S.V.D. in „Tabernakelwacht und Weltmission“ zu folgender Bibelstelle gemacht: „Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige; bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seinen Weinberg sende!“ (Matth. 9, 36 ff.)

Er bemerkt, dass Gott den Fortgang des Weltmissionswerkes der Kraft des fürbittenden Gebets der Gläubigen anheimstellt. Es sei darum falsch, wenn früher dem katholischen Volk von der Kanzel gepredigt wurde, dass zwar nicht jedermann große Almosen geben, aber alle ja „wenigstens“ eins tun könnten: beten.

„Als ob das Gebet nicht das Erste und Wichtigste wäre!“ Bemerkt der Steyler Pater und fügt an, dass der Herr vom Almosengeben gar nicht gesprochen hatte. P. Freitag weist darauf hin, dass bei der Missionstätigkeit zunächst das Ora und dann erst das Labora kommt. Besonders sei dieser Gedanke auch im Vaterunser aufgegriffen (mehr dazu hier).

Ich finde diese Gedanken gerade in unserer heutigen Zeit sehr tröstlich, wo die kirchlichen Werke, die eine Mission im traditionellen Sinne sind – d. h. bei denen das Seelenheil im Vordergrund steht – immer weniger werden. Es geht nicht so sehr darum, sein Geld irgendwohin zu verteilen, um die Mission wieder „auf Vordermann zu bringen“, vielmehr können wir sicherlich Bedeutendes für ein erneutes Aufblühen der Mission tun, indem wir fleißig darum beten.


Gott will es!


Sonntag, 30. April 2017

Der Tod des Missionsfreunds


Der treue Missionsfreund mag selige Heimfahrt erhoffen. Er hat sein Leben gut ausgenutzt, sein Talent gut gebraucht. Es war der Mühe wert, für einen so großen und unvergänglichen Zweck zu leben, zu opfern und zu arbeiten.

In der Heimat wird er seine Ernte finden: die Geretteten aus den Heiden, die ihm ihren Dank entgegenjubeln. Der Meister aber wird seinen guten und treuen Knecht an sein göttliches Herz ziehen und sprechen: „Du hast durch deinen Missionseifer meinen letzten Willen, meinen Herzenswunsch erfüllt; jetzt werde ich deinen Willen tun und deine Herzenswünsche befriedigen in dem Freudenozean meiner eigenen göttlichen Seligkeit.“


(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer S.V.D.)

Dienstag, 25. April 2017

Die geistigen Freuden der Missionsfreunde




„Die Gefahren, denen ich ausgesetzt bin, und die Arbeiten, die ich für Gott allein auf mich nehme, sind mir eine unversiegliche Quelle geistlicher Freuden.“

So wird der heilige Franz Xaver in P. Hermann Fischers Buch Jesu letzter Wille zitiert als Beispiel für die Freuden, mit denen Gott diejenigen segnet, die die Mission unterstützen. 

Willst auch nicht Du, lieber Leser, solche Freude erfahren? Dann unterstütze die Mission doch mit Deinem Gebet – das Gebet war immer die größte Hilfe, der die Mission bedurfte. Gott wird es Dir vergelten.

Dienstag, 18. April 2017

Das Heidentum – Abbruch an der Ehre Gottes


Ist es nicht wahr, dass der Bestand, die große Ausdehnung und Fortdauer des Heidentums ein ungeheurer Abbruch an der Ehre Gottes ist?

Gewiss, die Heiden wissen es nicht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass dem Allerhöchsten die ihm gebührende Anbetung und Verherrlichung von dem größten Teil der Menschheit vorenthalten wird, dass es um seine Ehre in der Welt schlecht bestellt ist.

Wenn die Heiden dies auch nicht verstehen, so verstehen es doch die Christen, und sie wissen es, dass Gott von ihnen verlangt, für seine Ehre in der Welt zu sorgen. Ungestraft werden sie diese höchste Pflicht nicht vernachlässigen. Fluch und Segen knüpft sich daran für die Christenheit. Tut sie nun wirklich, was sie kann, um diese heiligste Pflicht zu erfüllen?

Aber nicht nur die Pflicht muss uns dazu zwingen, für die Ehre Gottes zu eifern, auch Dankbarkeit und Liebe müssen uns dazu drängen. Kann ein Katholik mit glaubensvollem Herzen, der seinem göttlichen Wohltäter aufrichtig zugetan ist, gleichgültig auf die Heidenwelt hinschauen, die der Ehre Gottes so großen Abbruch tut? Können wir gleichgültig hinblicken auf jene großen, dunklen Länder mit ihren vielen Millionen Menschen, die ohne Anbetung, ohne Opfer, ohne Dank gegen ihren Schöpfer dahinleben?

Der Gedanke daran hat einem hl. Franziskus Xaverius und anderen frommen Christen heiße Tränen ausgepresst und sie angetrieben, alles zu verlassen und unter den größten Entbehrungen und Leiden hinauszueilen in die Heidenländer, um die Heiden zu Anbetern des einen wahren Gottes zu machen. Das ist der praktische Ausdruck zu dem Wunsche und Gebet: „Geheiligt werde Dein Name!“ „Dann kann von jemand gesagt werden, dass er für Gott eifert, wenn er dasjenige, was gegen die Ehre und den Willen Gottes ist, nach Kräften zu verhindern sucht.“ (Thomas v. Aquin)

Das Missionswerk ist ein heiliger Kreuzzug für die Ehre Gottes, den der Allerhöchste selbst uns aufgetragen, wozu die Liebe zu ihm uns naturgemäß drängen muss. Darin gipfelt sein höchster und vornehmster Zweck. Das katholische Herz kann und darf auf diesen Missionseifer für die Verherrlichung des göttlichen Namens nicht verzichten; es offenbart sich darin die richtige Gottesverehrung. Möge diese Erkenntnis wachsen und durch das Wachsen der katholischen Missionsbetätigung immer machtvoller aus allen Ländern und Völkern der Lobgesang zum Himmel emporrauschen: Die Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste!“

(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer S.V.D.)