Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 5. Dezember 2021

Buch: „Georg Froewis SVD – 40 Jahre Missionar im Umbruch Chinas“

 


Aktuell lese ich „Georg Froewis SVD – 40 Jahre Missionar im Umbruch Chinas“. Es geht um das echte Vorarlberger Unikat Georg Froewis aus der Steyler Missionsgesellschaft, der mit seinem unverwüstlichen Humor und seinem Wahlspruch „den Mutigen gehört die Welt“ fast ein halbes Jahrhundert im Reich der Mitte als Glaubensbote wirkte. Dieses antiquarisch erhältliche Buch ist von den beiden Steylerpatres Zmarzly und Macheiner geschrieben, die über einige Jahre Weggefährten von Msgr. Froewis waren. Besonderen Wert erhält das Werk durch die zahlreichen Zitate von Froewis selbst, aber auch vom heiligen Joseph Freinademetz, der Froewis einen Mustermissionar nannte, sowie von seinem ehemaligen Kaplan Erzbischof Theodor Buddenbrock S.V.D, den Froewis mit seiner eigenen Pädagogik ins chinesische Missionsleben einführte. 

Ich bin zwar noch nicht einmal bei der Hälfte, kann diese detaillierte Biografie aber guten Gewissens empfehlen. Man erhält einen sehr schönen Einblick in die Missionsmethodik der Steyler Missionare sowie in die damaligen Zeitumstände Chinas. Macht sich sicher auch gut unter dem Christbaum!

Sonntag, 7. November 2021

Der Apostel von Chota Nagpur – zum Todestag von P. Constant Lievens S.J.



„Hundertmal besser ist’s, zehn Jahre lang tüchtig arbeiten, als hundert Jahre leben, ohne ordentlich anzupacken.“ So sagte P. Constant Lievens, als er wieder einmal ermahnt wurde, mehr auf seine Gesundheit zu achten. So wie er sprach, handelte er auch. Es waren ihm nicht einmal 7 Jahre als Missionar beschieden, doch seine Erfolge glichen denen von jahrzehntelangen Bemühungen.

Constant Lievens wurde am 11. April 1856 als siebtes von insgesamt 11 Kindern einer einfachen flämischen Bauernfamilie im belgischen Moorslede geboren. Früh fühlte er den Wunsch, den geistlichen Stand zu ergreifen. Zunächst trat er in das Priesterseminar von Brügge und zwei Jahre später in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Nach einiger Zeit kam er in das Studienhaus der Jesuiten im indischen Asanol und wurde schließlich im Jahr 1883 in Kalkutta von Bischof Goethals zum Priester geweiht. Es folgten noch eine Zeit des Studiums, besonders der indischen Sprachen, bis er 1885 in das Arbeitsfeld gesandt wurde, als dessen Apostel er bekannt werden sollte: Chota Nagpur im Nordosten Indiens, genauer gesagt die Station Torpa.

Die Ureinwohner, denen seine missionarische Tätigkeit besonders galt, die Kols, Munda und Oroan, litten stark unter der ungerechten Steuerlast, die ihnen von muslimischen und hinduistischen Steuereintreibern aufgebürdet wurde. P. Lievens machte sich bald zum Anwalt der Bedrückten und hörte geduldig deren Klagen an, worauf er sich oft bei den höheren Gerichten der Hauptstadt Ranchi für sie verwandte, was ihm bald den Namen „Bara Saheb“, großer Herr, einbrachte. So wurde der Jesuitenmissionar weithin sehr populär. Es wird berichtet, dass an einem einzigen Tag 4000 Personen kamen, um bei ihm vorzusprechen. Diese Rechtsberatung wusste er stets mit einer religiösen Belehrung zu verbinden, wodurch sich bald zahlreiche Taufbewerber einstellten. Es war aber dennoch nicht allein die zeitliche Hilfe, die sie zu diesem Schritt führte, denn der Hass der Steuereinnehmer steigerte sich so oft nur noch weiter. P. Lievens selbst sah den Grund für die Bekehrungserfolge im Wirken Gottes, und sagte: „Ich kann nicht zweifeln, es ist Gott, der in unserer Mission so mächtig wirkt. Ja, es ist einzig und allein Gottes Werk.“ Selbst widmete er sich viel dem Gebet und ließ beten, damit mehr Seelen gewonnen würden. „Voran Kinder! Feuer an die Seelen! Ganz Chota Nagpur muss Christus gehören!“, so ermutigte er seine Christen zum Gebet für Bekehrungen. Die Zahl der von ihm getauften Personen liegt vermutlich deutlich jenseits der 10.000. So berichtete er, allein am 30. Oktober 1889 allein 1557 Menschen getauft zu haben.

P. Lievens setzte sich ganz für die Seinen ein, er nahm herzlichen Anteil an ihren Sorgen und Angelegenheiten und war mit ihrer Art zu denken und zu fühlen aufs Tiefste vertraut. Die Fehler seiner geistlichen Kinder besserte er mit Geduld und Liebe. Diese Eigenschaften wohl waren es, die den Apostolischen Delegaten von Indien, Msgr. Zaleski, bewegte, über Lievens zu urteilen: „ein wahrer Missionar!“

Sich selbst schonte er in keiner Weise. Exemplarisch ist wohl der Bericht von Graf Le Grelle, der P. Lievens in seiner Mission besuchte. Nach einer abenteuerlichen Rückkehr von einer Missionsreise, bei denen der Priester und sein Besucher vom Regen vollkommen durchnässt wurden und fast in einem reißenden Fluss zu Tode gekommen waren, begab sich P. Lievens noch spätabends an die Arbeit und empfing die üblichen Besuche. So fand ihn der Adelige am nächsten Morgen unter seinen Leuten, ohne dass der Missionar auch nur die nassen Kleider gewechselt hatte. Für Fieber hatte P. Lievens eine eigenartige Kur und erwiderte auf Mahnungen, sich auszukurieren: „Oh, das kuriere ich durch einen tüchtigen Ritt“. „Mehr als einmal“, so berichtete sein Mitbruder P. Motet, „sah ich ihn in den Sattel steigen, während seine Beine vor Fieberfrost schlotterten.“ Man kann hier nur sagen, dass es sich wohl um die Eigenart eines Heiligen handelte, die zu bewundern, aber nicht nachzuahmen ist.

Bei derartiger Selbstvergessenheit wundert es nicht, dass der „Apostel von Chota Nagpur“ bald ans Ende seiner Kräfte gelangt war, und ihn ein Tuberkuloseleiden zunächst zur Kur im Himalajagebirge und schließlich zur Rückkehr nach Belgien zwang. Beim Scheiden versprach er seinen Christen, die ihm bis nach Kalkutta gefolgt waren, zurückzukehren, doch lebend sollte er Indien nicht wiedersehen. Er starb am 7. November 1893 in Löwen. Anlässlich der Eröffnung seines Seligsprechungsprozesses wurde seine Asche aus Belgien in die Kathedrale von Ranchi überführt.

„Vier moet branden“ – „Feuer muss brennen“, so steht es in Niederländisch auf seinem Grab. Diese Worte, wahrscheinlich seine eigenen, sind ein treffendes Sinnbild seines Eifers.

(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, 1930 Nr.1/2)

 

Mittwoch, 3. November 2021

„Missionar UND Jesuit, das will ich werden“ – Pater Pietro Andrea Viganò S.J. (P.I.M.E.), Bischof von Hyderabad, Generaloberer des Mailänder Missionsseminars



„Missionar und Jesuit, das will ich werden“, erklärte der junge Pietro Andrea Viganò aus Besana bei Mailand seinem Beichtvater im Jahr 1868. Als dieser entgegnete: „Wenn du aber nur eines werden könntest, Missionar oder Jesuit, was würdest du dann wählen?“ erfolgte ohne Zögern die Antwort „Dann würde ich Missionar werden“. Er trat früh in das Mailänder Missionsseminar ein und wurde mit 23 Jahren zum Priester geweiht und nach Indien entsandt, wo er sich als eifriger Missionar unter Beweis stellte. So verwundert es auch nicht, dass er im Januar 1898 zum Bischof der Diözese Hyderabad ernannt wurde. Die katholische Kirche wuchs unter seiner zehnjährigen Leitung bedeutend. Bischof Viganò gründete mit großer Weitsicht auch ein Priesterseminar für eingeborene Berufungen.

Pius X. stellte ihn im Jahr 1908 als Generaloberen an die Spitze des Mailänder Missionsseminars. Im Jahr 1913 machte ihn der heilige Papst, dessen Vertrauen er genoss, zusätzlich zum Weihbischof von Tortona (Piemont).

Er hatte als Missionar viel erreicht, und doch beschäftigte Msgr. Viganò sein anderer großer Wunsch, der Eintritt in die Gesellschaft Jesu, den Papst Benedikt XV. nach wiederholten Bitten ihm schließlich gewährte. Am 20. Juni 1917 wurde der ehemalige Bischof von Hyderabad, der frühere Generalobere des Mailänder Missionsseminars, der Weihbischof von Tortona schließlich in Chieri in das Noviziat der Jesuiten aufgenommen.

Der 60-jährige machte alle Übungen des Noviziats mit und meldete sich bald für die Mission unter den Aussätzigen von Culión auf den Philippinen. Über Spanien, wo er in Manresa das Spanische lernte und am 21. Juni 1919 seine Ordensgelübde ablegte, reiste er schließlich nach Südostasien. Aus Culión berichtete er: „Unser Leben hier verbringen wir fast ständig inmitten der zahlreichen Aussätzigen auf der Insel (gegenwärtig 5000). Irdische Tröstungen gibt es wenig … aber je weniger irdische, desto mehr göttliche …. Vor den Aussätzigen habe ich weder Widerstreben noch Furcht, ich fühle im Gegenteil eine unbegrenzte Liebe zu ihnen …. Und wenn Gott wollte, dass ich angesteckt würde, so könnte das nur meine Dienstleistungen bei den Aussätzigen erleichtern, da ich nicht mehr so viele Vorsichtsmaßregeln anwenden müsste.“

Da er sich tatsächlich infizierte, musste er auf Geheiß der Oberen zunächst in die Hauptstation der Mission und anschließend nach Europa zurückkehren, wo er in Rom noch vier Monate lang seine Besucher durch seine Heiterkeit und sein Verlangen nach dem Himmel erbaute. P. Viganò S.J. starb am 13. Februar 1922, nachdem er seinen Lebenstraum erfüllt hatte: Missionar UND Jesuit.



(Quelle: Jesuitenkalender 1923)

Samstag, 23. Oktober 2021

„Allen alles werden“ – der Großstadtapostel von Buenos Aires

 

Jesuitenkirche San Ignacio in Buenos Aires

Einst wirkte in der Heimatstadt des Papstes ein deutscher Jesuit, der unter dem paulinischen Motto „allen alles werden“ ein wahrer Großstadtapostel wurde. Der heiligmäßige Rheinländer P. Johannes Auweiler wirkte zunächst in der Gegend um Santa Fe im Nordosten Argentiniens bei den deutschen und Schweizer Immigranten und konnte auch von Missionserfolgen unter den Ureinwohnern berichten, bevor er 1878 nach Buenos Aires versetzt wurde. In der Weltstadt am Rio de la Plata kam es ihm zugute, dass er 12 Sprachen beherrschte – darunter auch Arabisch. Er wirkte dabei nicht nur unter den Katholiken, die zum Teil jahrzehntelang ihre religiösen Pflichten nicht erfüllt hatten, sondern ging auch einer echten Missionstätigkeit nach. Hier sein eigener Bericht:

„Meine Beschäftigung im Allgemeinen waren die eines Seelsorgers. Da ich schon früher die traurige Erfahrung gemacht hatte, dass gar viele Fremde in dieser großen Weltstadt ohne den Trost der heiligen Sakramente sterben, weil es an sprachkundigen Geistlichen fehlt, so widmete ich alle freie Zeit dem Sprachstudium und erlernte nach und nach die in hiesigen Hospitälern am meisten angewandten Sprachen. Auf diese Weise war es möglich, im Verlauf dieser Jahre etwa 1400 Konversionen zustande zu bringen – annähernd 550 Indianer, Muselmänner und etwa 850 Häretiker und Schismatiker verschiedener Nationalitäten. Die hochwürdigsten Bischöfe unterstützten mich in dieser Absicht allzeit mit den weitesten Vollmachten, und da sie später bemerkten, dass die neu eingeführte Zivilehe unermesslichen Schaden unter den Katholiken anrichtete, so boten sie auch in dieser Beziehung alle Vollmachten an, um die Familien mit Gott und der Kirche zu versöhnen, so dass Tausende sich aus dem Verderben gerettet haben.“

P. Auweiler starb am 17. Juli 1911 im Rufe der Heiligkeit, beweint von ganz Buenos Aires.


(Quelle: Jesuitenkalender für das Jahr 1926)

Sonntag, 10. Oktober 2021

Hand aufs Herz!

St. Arnold Janssen im Gebet


Hand aufs Herz, mein lieber Zuhörer! Wie viel hast du schon für die Missionen gebetet? Ist es vielleicht nur dein kleines Ich, das im Mittelpunkt deines Gebetslebens steht? Sprichst du zum lieben Gott immer nur „Gib und gib und nochmals gib mir!“ Nein, das ist nicht sozial gedacht, das ist nicht christlich, das ist nicht katholisch! Katholisch heißt allgemein, allumfassend und weltumspannend. Dann gehört auch die Fürbitte für die armen Heiden und die Ausbreitung des Gottesreiches unter ihnen in unser Gebetsleben hinein. Sind wir von diesem Geiste durchdrungen, dann fühlen wir uns auch gedrängt, auch heilige Messen für das Missionswerk anzuhören und lesen zu lassen, heilige Kommunionen in diesem Sinne aufzuopfern, Selbstüberwindungen und kleine Abtötungen, die der Gesundheit nicht schaden, auf diese Meinung dem lieben Gott darzubringen. Wer selber so arm ist, dass er nicht ein Scherflein für die Ausbreitung unserer heiligen Religion geben kann, der kann noch mehr tun: beten und opfern. Wie dankbar wird dir einmal die ganze Ewigkeit hindurch die Seele des bekehrten Heiden sein, die dir vielleicht einmal im Jenseits entgegenkommen und zurufen wird: „Deinem Gebet und deinem Opfer habe ich es zu verdanken, dass ich in den Himmel gekommen bin!“

Tausende von Heiden schmachten
noch in Finsternis und Tod,
sie zu retten will ich trachten,
lindern ihrer Seelen Not.


(Aus: „Was für Opfer bringt ein Afrika-Missionär“ von Domvikar Dr. E Dubowy, gefunden in: Stern der Heiden, Jahrgang 1927)

Samstag, 2. Oktober 2021

Podcast mit Catholica Germanica „Einführung in die katholische Mission“

 



Silvio vom Blog Catholica Germanica hat mich eingeladen, etwas über die katholischen Missionen zu sprechen. Wir behandeln die Entwicklung der Missionsorden, die Rolle der Päpste, und wie man selbst die Missionen fördern kann. Hier und überall, wo es Podcasts gibt!




Freitag, 3. September 2021

Neues Buch „Entweder Katholizismus oder Liberalismus – Hirtenbriefe und Rundschreiben des heiligen Ezequiel Moreno y Díaz“


Mein neues Buch  „Entweder Katholizismus oder Liberalismus – Hirtenbriefe und Rundschreiben des heiligen Ezequiel Moreno y Díazist jetzt im BoD-Buchshop erhältlich – samt Leseprobe!


Besonders in seinem ersten Hirtenbrief als Apostolischer Vikar von Casanare zeigt sich der heilige Ezequiel Moreno als begeisterter und opfermütiger Missionar:

Ach! Wenn es mir doch gegeben wäre, während ich in einer ärmlichen Strohhütte, an einem Flussufer oder unter einem Baum meinen letzten Atemzug tue, zu sagen: »Es gibt keine Ungläubigen mehr in Casanare!«

Lasst Euch den geistlichen Hochgenuss aus der Feder des heiligen Bischofs von Pasto nicht entgehen!