Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 5. November 2017

Pius XII.: Christliche Gesinnung und missionarische Gesinnung sind eins



„Christliche Gesinnung und und missionarische Gesinnung sind eins! Die Katholizität [Allgemeinheit] ist ein Wesensmerkmal der Kirche. Daher hat niemand wahre Liebe zur Kirche, der nicht auch das Bestreben hat, an ihrer Ausbreitung mitzuhelfen.“



– Papst Pius XII. in seiner Missionsbotschaft vom 24. November 1946

Sonntag, 29. Oktober 2017

Zum Fest Christkönig: Die ganze Erde muss Gott dienen

Christkönigsstatue in Kerala, Indien (Quelle)

Die ganze Erde muss Gott dienen! Aber drei Fünftel der Menschheit schmachtet noch in den Ketten des Unglaubens und Aberglaubens. Die ganze Erde soll daher zu einem großen Gottesdome ausgebaut werden. An allen Orten soll dem Herrn ein reines Speiseopfer dargebracht werden, und vom Aufgang bis zum Niedergang der Sonne soll der Name des Herrn gepriesen werden (Mal. 1,11).

Die Erde ist Gottes Eigentum. Sie ist von der Hand Gottes geformt. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Mit diesem ersten Wort der Heiligen Schrift ist das göttliche Eigentumsrecht ausgesprochen. Das Heidenland, das den einen wahren Schöpfer nicht kennt, ist Gott entfremdetes Land, ist Gott entrissenes Land, ist Gott gestohlenes Land.

Die Erde ist Gottes Eigentum. Sie wird von Gottes Hand getragen. Sie lebt von Gottes Segen und Gottes Gnaden. Gottes Lob und Ehre muss sie daher auch verkünden. „Gott allein die Ehre und der Ruhm“ (Tim 1, 17). Das Heidenland, das fremden Göttern dient, ist der schrille Misston im Loblied der Schöpfung, der große Missbrauch mit Gottes Gabe, der schwarze Undank an Gottes Tafel.


(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Samstag, 21. Oktober 2017

Zum Sonntag der Weltmission: das Missionsgebet

Morgen ist der Sonntag der Weltmission, der 1926 vom großen Missionspapst Pius XI. eingeführt wurde. Nachfolgend einige Worte von Pater Robert Streit zur einfachsten Art, wie wir unserer Missionspflicht nachkommen können:

„Das Missionsgebet ist die Missionspflicht in der leichtesten, allgemeinen und alltäglichen Form. Im Missionsgebet sprechen wir die Bitten und Wünsche aus, die uns der Heiland im Vaterunser gelehrt hat. Das Missionsgebet ist katholische Sprache, katholisches Wünschen und Wollen.

Unser Missionsgebet ist unser Freundeswunsch für den Heiland, unsere Moseshilfe für die Kirche und ihr kämpfendes Missionsheer, unser Simeonsgesang für die Heidenwelt.

Das Missionsgebet des katholischen Volkes ist seine große Bittprozession durch die Missionsfelder zum Gedeihen der Saat, sein geistiger Flurgang über die Missionsländer mit zu Gott erhobenen Herzen und Händen um gesegnete Ernte.

Das Missionsgebet ist ein Gebet erfüllt von Erlöser- und Rettersinn, ein Gebet von hoher Warte, ein Gebet mit weltweitem Blick und Herzen, ein Gebet im Geiste der Kirche, ein Gebet von katholischer Eigenart.

Das Missionsgebet ist das wachsende und sorgende Herz des katholischen Volkes. Das Missionsgebet ist der Missionsberuf aller Katholiken.“


Eine Art des Missionsgebets, die früher gepflegt wurde, ist die monatliche Missionskommunion, sprich das Aufopfern der heiligen Kommunion für die Anliegen der Weltmission an einem bestimmten Tag des Monats, an dem man das Altarssakrament empfängt. Der morgige Tag ist dafür sicher ein geeigneter Anlass. 

Sonntag, 25. Juni 2017

Der Missionseifer des Christopher Kolumbus



Der Entdecker Amerikas ist besonders im letzten Jahrhundert zu einer sehr umstrittenen Figur geworden. Nicht nur wird über seine Herkunft gerätselt – er wäre Kryptojude gewesen und habe eine Art Israel für alle aus Spanien verstoßenen Juden gründen wollen –, es wird auch das Bild des grausamen und skrupellosen Abenteurers vermittelt.
Um ein anderes Bild von Kolumbus zu zeichnen, möchte ich hier einige Zitate wiedergeben aus dem Schreiben, das Papst Leo XIII. anlässlich der Vierhundertjahrfeier 1892 an die Erzbischöfe und Bischöfe Spaniens, Italiens und Nord- und Südamerikas richtete.
Der Papst schreibt:

„In Kolumbus hatte sich das Interesse an der Natur mit dem Eifer für die Religion vereinigt, und er hatte seinen Geist nach den dem katholischen Glauben entnommenen Lehren gebildet. Als er daher durch seine astronomischen Studien und die Schriften der Alten die Erkenntnis gewonnen hatte, dass jenseits der Grenzen des bekannten Erdkreises weite Ländergebiete im Westen sich ausdehnten, die bis dahin noch kein Mensch erforscht, da zog an seinem Geiste die ungeheure Menge Unglücklicher vorüber, welche, von bejammernswerter Finsternis umgeben, sinnlosen Gebräuchen und dem Glauben an eingebildete Götzen ergeben wären; wie viel trauriger aber noch, der Kenntnis der höchsten Dinge zu entbehren und in Unkenntnis des Einen wahren Gottes zu sein. Indem er dies erwog, fasste er den Plan, vor allem das Christentum und die Wohltaten der christlichen Liebe im Westen auszubreiten.“

Dies belegt Leo XIII. mit folgenden Zitaten:

Kolumbus schrieb an die Katholischen Könige Ferdinand und Isabella, dass „ihnen eigener Ruhm, die Unsterblichkeit gesichert sei, wenn sie Christi Namen und Lehre in so fernen Gegenden zu Ehren brächten.“

Er sagten dem Königspaar auch, dass es nur katholische Christen in die Neue Welt lassen sollte*, um Handelsbeziehungen mit den Einheimischen aufzunehmen, da „bei seinem Unternehmen die Ausbreitung und Ehre der christlichen Religion sein einziges Ziel war.“

Gegenüber Raphael Sanchez äußerte sich Kolumbus in einem Brief, „Jesus Christus müsse auf Erden wie im Himmel sich freuen und triumphieren, da das Heil so zahlloser Stämme, die vorher dem Untergang zueilten, so nahe sei.

An Papst Alexander VI. schrieb er schließlich:

„Ich habe das Vertrauen, dass ich den geheiligten Namen Jesu Christi und das Evangelium mit Gottes Hilfe dereinst möglichst weit werde ausbreiten können.“

So schreibt normalerweise kein skrupelloser Eroberer, der die einheimische Bevölkerung knechten möchte, denn er hätte wissen müssen, dass bald viele Ordensleute in die neuen Gebiete kommen würden, um den Einheimischen das Evangelium zu verkünden – und diese auch zur Not zu verteidigen, wie es ja später in Lateinamerika so häufig der Fall war. Nicht zuletzt hatte sich nach der Entdeckung und Bekehrung der Kanarischen Inseln ein knappes Jahrhundert zuvor Papst Eugen IV. gegen die Versklavung der Einheimischen gewandt.

(Quelle: die katholischen Missionen, 1892)

*Das sollte eigentlich als Argument gegen die „Judenhypothese“ genügen.


Hier noch ein Artikel von The Remnant über die Beantragung der Seligsprechung Kolumbus’ durch die Konzilsväter auf dem Ersten Vatikanischen Konzil.

Samstag, 24. Juni 2017

Zum 3. Sonntag nach Pfingsten: die Hirtensorge des göttlichen Herzens

(Quelle: Toby Hudson)


Andächtige Christen! Die Hirtensorge des göttlichen Herzens Jesu ist noch nicht erstorben. Noch irrt draußen in der Wüste, getrennt von dem wahren Schafstall, ein verirrtes Lamm; es ist die Heidenwelt. Auch sie muss aufgesucht und heimgetragen werden. Da ist noch viel Hirtenarbeit zu tun, noch viel Hirtensorge zu tragen, bevor die Hirtenfreude voll werde in dem Herzen unseres Gottes. 

Seine suchende und rettende Hirtenliebe übt der göttliche Heiland durch alle Jahrhunderte in dem Missionswerk seiner heiligen Kirche. Das Missionswerk ist eine Hirtenarbeit, die das Verlorene sucht und das Wiedergefundene mit Freuden heimträgt. Die wahre Missionsliebe handelt und spricht wie die göttliche Hirtenliebe. Das aufrichtige Missionsherz ist ein Hirtenherz, ein Heilandsherz.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Mittwoch, 21. Juni 2017

St. Aloysius: auch ein Heiliger, der in die Mission wollte




„Aloysius hoffte, auch er werde vielleicht eines Tages nach Indien und Japan geschickt, um die Seelen zum wahren Glauben zu bekehren.“



(P. Virgilio Cepari im Leben des Heiligen, I. Buch, 9. Kapitel [Aus: die katholischen Missionen, 1891)



Samstag, 17. Juni 2017

Besuch in der Erzabtei St. Ottilien

Portal der Abteikirche, leider ohne den imposanten Turm


Heute war ich seit langer Zeit mal wieder in der Erzabtei St. Ottilien, dem Sitz der Missionsbenediktiner, die den Lesern dieses Blogs bestimmt nicht unbekannt sind. Bei früheren Besuchen in der Dublettenkammer von Bruder Norbert O.S.B. (R.I.P.) habe ich den Großteil meiner Ausgaben von „die katholischen Missionen“ ergattert. Diesmal haben wir uns besonders das umgebaute Missionsmuseum angesehen – nachfolgend einige Eindrücke aus St. Ottilien, die ich gerne mit meinen Lesern teilen möchte.

Die Ausstellung beginnt mit einer Büste von Erzabt Norbert Weber O.S.B., dessen recht turbulente Regierungszeit die größte Ausdehnung der Missionbenediktiner sah. 



Weiter geht es mit afrikanischen Alltagsgegenständen ... und jeder Menge ausgestopfter Tiere!





Auch eine schöne Monstranz aus der Mission in Deutsch-Ostafrika wurde ausgestellt (im Hintergrund ein Foto mit dem damaligen P. Cassian Spiß, auf den wir noch zu sprechen kommen werden):



Ein Freikaufschein für einen Sklaven. Der Sklavenfreikauf war bekanntlich eine wichtige Tätigkeit der Missionare, vor allem in Ostafrika, wo die arabischen Sklavenjäger ihr Unwesen trieben und ganze Landstriche fast entvölkerten:



Tafel zu Bischof Cassian Spiß, der bei einem Aufstand ums Leben kam. Mehr über ihn hier.




Hier einige Gegenstände, man kann wohl sagen Reliquien, dieses großen Missionsbischofs und seiner Ordensleute, die mit ihm zusammen umkamen:



Bischof Cassians Kelch hatte eine ganz eigene Geschichte, wie man auf der Tafel lesen kann:



Auch der Märtyrer von Tokwon wurde gedacht, die in Nordkorea von den Kommunisten entweder hingerichtet wurden oder, wie Abtbischof Bonifaz Sauer, den Strapazen der Lagerhaft erlagen.



Hier die Messutensilien, die zwei Brüder mit in die Lagerhaft bringen konnten:



Auch die Fortbewegungsmittel der Missionare konnte man begutachten, wie dieses bayerische Erzeugnis:


Die Waffenkammer:




Danach ging es in die Abteikirche. Dieser Seitenaltar wurde u. a. von den Lesern der Missionszeitschrift „das Heidenkind“ gestiftet. „Lies, merks u. gedenks“ mahnt die Tafel auf der Epistelseite.



Dann noch zu den Gräbern einiger Erzäbte (Erzabt Weber starb in Bagamoyo in Tansania) und Abtbischöfe in den Missionen:



Ein schöner Besuch, der auch an all die Missionsbenediktiner erinnert, die der „Menschensorge für Gottesreich“ (Buchtitel von Erzabt Weber) nachgingen und gemäß dem Ordensmotto das „Lumen Caecis“, das „Licht der Blinden“ den Heiden predigten.


Deo gratias!