Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 30. April 2017

Der Tod des Missionsfreunds


Der treue Missionsfreund mag selige Heimfahrt erhoffen. Er hat sein Leben gut ausgenutzt, sein Talent gut gebraucht. Es war der Mühe wert, für einen so großen und unvergänglichen Zweck zu leben, zu opfern und zu arbeiten.

In der Heimat wird er seine Ernte finden: die Geretteten aus den Heiden, die ihm ihren Dank entgegenjubeln. Der Meister aber wird seinen guten und treuen Knecht an sein göttliches Herz ziehen und sprechen: „Du hast durch deinen Missionseifer meinen letzten Willen, meinen Herzenswunsch erfüllt; jetzt werde ich deinen Willen tun und deine Herzenswünsche befriedigen in dem Freudenozean meiner eigenen göttlichen Seligkeit.“


(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer S.V.D.)

Dienstag, 25. April 2017

Die geistigen Freuden der Missionsfreunde




„Die Gefahren, denen ich ausgesetzt bin, und die Arbeiten, die ich für Gott allein auf mich nehme, sind mir eine unversiegliche Quelle geistlicher Freuden.“

So wird der heilige Franz Xaver in P. Hermann Fischers Buch Jesu letzter Wille zitiert als Beispiel für die Freuden, mit denen Gott diejenigen segnet, die die Mission unterstützen. 

Willst auch nicht Du, lieber Leser, solche Freude erfahren? Dann unterstütze die Mission doch mit Deinem Gebet – das Gebet war immer die größte Hilfe, der die Mission bedurfte. Gott wird es Dir vergelten.

Dienstag, 18. April 2017

Das Heidentum – Abbruch an der Ehre Gottes


Ist es nicht wahr, dass der Bestand, die große Ausdehnung und Fortdauer des Heidentums ein ungeheurer Abbruch an der Ehre Gottes ist?

Gewiss, die Heiden wissen es nicht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass dem Allerhöchsten die ihm gebührende Anbetung und Verherrlichung von dem größten Teil der Menschheit vorenthalten wird, dass es um seine Ehre in der Welt schlecht bestellt ist.

Wenn die Heiden dies auch nicht verstehen, so verstehen es doch die Christen, und sie wissen es, dass Gott von ihnen verlangt, für seine Ehre in der Welt zu sorgen. Ungestraft werden sie diese höchste Pflicht nicht vernachlässigen. Fluch und Segen knüpft sich daran für die Christenheit. Tut sie nun wirklich, was sie kann, um diese heiligste Pflicht zu erfüllen?

Aber nicht nur die Pflicht muss uns dazu zwingen, für die Ehre Gottes zu eifern, auch Dankbarkeit und Liebe müssen uns dazu drängen. Kann ein Katholik mit glaubensvollem Herzen, der seinem göttlichen Wohltäter aufrichtig zugetan ist, gleichgültig auf die Heidenwelt hinschauen, die der Ehre Gottes so großen Abbruch tut? Können wir gleichgültig hinblicken auf jene großen, dunklen Länder mit ihren vielen Millionen Menschen, die ohne Anbetung, ohne Opfer, ohne Dank gegen ihren Schöpfer dahinleben?

Der Gedanke daran hat einem hl. Franziskus Xaverius und anderen frommen Christen heiße Tränen ausgepresst und sie angetrieben, alles zu verlassen und unter den größten Entbehrungen und Leiden hinauszueilen in die Heidenländer, um die Heiden zu Anbetern des einen wahren Gottes zu machen. Das ist der praktische Ausdruck zu dem Wunsche und Gebet: „Geheiligt werde Dein Name!“ „Dann kann von jemand gesagt werden, dass er für Gott eifert, wenn er dasjenige, was gegen die Ehre und den Willen Gottes ist, nach Kräften zu verhindern sucht.“ (Thomas v. Aquin)

Das Missionswerk ist ein heiliger Kreuzzug für die Ehre Gottes, den der Allerhöchste selbst uns aufgetragen, wozu die Liebe zu ihm uns naturgemäß drängen muss. Darin gipfelt sein höchster und vornehmster Zweck. Das katholische Herz kann und darf auf diesen Missionseifer für die Verherrlichung des göttlichen Namens nicht verzichten; es offenbart sich darin die richtige Gottesverehrung. Möge diese Erkenntnis wachsen und durch das Wachsen der katholischen Missionsbetätigung immer machtvoller aus allen Ländern und Völkern der Lobgesang zum Himmel emporrauschen: Die Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste!“

(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer S.V.D.)

Freitag, 14. April 2017

Ostern in der Kapuzinermission in Tansania



Ostern! Ein mächtiges Zinnienbeet neben dem Missionshaus grüßte heimelig in all den satten Farben der Ostereier. Ich fühle mich jetzt wie daheim. Die ganze weite Hügelwelt ist grün, trägt wirklich das Kleid des Frühlings. Es ist nicht ein zages Anfangen wie daheim. Es ist ein mächtiges Auferstehen voll Schönheit und Kraft.

Und dann das geistige Auferstehen, die Freude, Erwachsene zu taufen, die sich wochenlang danach gesehnt haben und des hohen Glückes der Taufe sich voll bewusst sind. Das ist ein Auferstehen. Nie habe ich Ostern tiefer erlebt. (von P. Werner Huber O.F.M. Cap.)


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1927)

Donnerstag, 13. April 2017

Die Eucharistie – Stärke der Missionäre


Alles können unsere Missionspriester, Missionsbrüder, Missionsschwestern entbehren: Heimat, Familie und die tausend Annehmlichkeiten unserer zivilisierten Verhältnisse. Sie können jungfräulich, einsam, jahrelang in fremdem, wilden Lande stehen, entsagen, arbeiten, opfern und leiden, ohne zu ermatten. Würde man ihnen aber die Eucharistie nehmen, so würden sie unfehlbar kraftlos zusammenbrechen. Die heilige Hostie ist der nie versiegende Brunnquell für den Mut und die überragende Leistungsfähigkeit unserer Glaubensboten. Hier ist das Geheimnis, warum sie unerreicht dastehen trotz ihrer Armut an materiellen Mitteln.


(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer SVD)

Dienstag, 11. April 2017

Die heilige Theresia von Ávila und die Mission


Es ist dem Karmeliterorden, besonders dem unbeschuhten Reformzweig, eigen, trotz seiner Weltabgeschlossenheit innig mit der Mission verbunden zu sein. So war die Gründung eines Karmeliterklosters in den Missionsgebieten oft ein Mittel, um Gnaden vom Himmel auf das Apostolat herabzurufen und den oft steinigen Boden zu bereiten.

Da ist es naheliegend, dass bereits die große Karmelreformerin selbst, die heiligen Theresia von Jesus, einen ganz außerordentlichen Missionseifer hatte, den sie auch an ihre geistlichen Töchter weitergegeben hat und der in der großen Heiligen den Höhepunkt erreicht, die ihren Namen trägt – der „kleinen“ heiligen Theresia.

Dies steht über die heilige Theresia von Jesus und ihren Eifer zur Bekehrung der Seelen in dem Buch „Tabernakelwacht und Weltmission“:


„In ihrer Heiligsprechungsbulle sagt […] Gregor XV. von ihr, dass sie fast unausgesetzt Tränen weinte über die Verirrung der Ungläubigen und Häretiker und für deren Bekehrung beständig Gebete, Fasten, Geißelung u. a. m. aufopferte. Ist es da zu verwundern, wenn ihr geoffenbart wurde, dass 15.000 Seelen ihren Gebeten allein das ewige Leben verdankten?“

Donnerstag, 6. April 2017

Aktuell: Ausstellung „Jesuitenmission“ in Landsberg am Lech


Noch bis zum 21. Mai wird im Neuen Stadtmuseum von Landsberg am Lech die Ausstellung „Jesuitenmission in China – Jesuitenfriedhof in Peking“ gezeigt. Das Bindeglied zwischen der oberbayerischen Stadt und der Jesuitenmission in China ist der gebürtige Landsberger und Jesuitenmissionar P. Ignaz Kögler S.J. (1680–1746). Auch eines der Gymnasien der Stadt ist nach ihm benannt.


Hier die Informationen des Neuen Stadtmuseums zu der Ausstellung. Wer in der Nähe wohnt, kann ja mal einen Blick wagen – ich selbst werden sie mir in den nächsten Wochen auch ansehen. 

Für die Inhalte hafte ich natürlich nicht, würde aber ggf. nach meinem Besuch etwaige Irrtümer auf diesem Blog wiederlegen ;-)


Samstag, 1. April 2017

Neuer Stoff für die heimische Missionsbibliothek



Gerne lese ich die Buchrezensionen in den „katholischen Missionen“, denn gerade in den neueren Jahrgängen (ab 1910) werden viele interessante Werke vorgestellt. Damals begann die Blütezeit der Missionsliteratur. Nachdem ich die Rezensionen von zwei Büchern, die beide von Steyler Patres geschrieben wurden, gelesen hatte, machte ich mich auf die Suche im Internet und wurde – wie so häufig – tatsächlich fündig.

Es handelt sich um die Bücher „Tabernakelwacht und Weltmission“ von P. Anton Freitag SVD und „Jesu letzter Wille“ von P. Hermann Fischer SVD, letzteres wohl schon damals ein echter Klassiker unter den Büchern über die Mission.

Ersteres behandelt das Werden und Wirken der Steyler Anbetungsschwestern, auch bekannt als „rosa Schwestern“. Die Gemeinschaft widmet sich dem beschaulichen Leben und vor allem dem Gebet für die Mission. 

Das Buch soll laut Autor Berufungen inspirieren (was es mit seiner ersten Auflage schon geschafft hatte) und Laien und Klerus dazu anspornen, nach ihren Möglichkeiten ebenfalls das fürbittende Gebet für die Missionen zu üben. Das Buch ist mit schönen Zierraten (im Stile der Verzierungen von älteren liturgischen Büchern) und Fotos ausgeschmückt:




„Jesu letzter Wille“ behandelt den Missionsbefehl unseres Heilandes in eindringlichen Schilderungen und die jüngere Missionsgeschichte der Kirche. Es ist sicherlich ein sehr geeignetes Werk, um einen guten Überblick über die theologischen Grundlagen der Mission zu verschaffen und die Herzen der Gläubigen zur Mitwirkung anzuspornen.


Beide Bücher haben mich zusammen etwa 10 Euro gekostet. Weitere Exemplare können bei Amazon und den einschlägigen Online-Antiquariaten erworben werden.

Samstag, 25. März 2017

Bischof Walsh über die Aufgabe des Missionärs

Bischof Walsh als junger Missionär nach seiner Ankunft in China


Bischof James Edward Walsh, Mitgründer von Maryknoll, dem ersten amerikanischen Missionsseminar, und Missionsbischof in China:

  „Die Aufgabe eines Missionärs ist es, an einen Ort zu gehen, wo er nicht erwünscht, aber nötig ist, und solange zu bleiben, bis er dort nicht mehr nötig, aber erwünscht ist.“


Selbst hat er wohl diese Maxime immer befolgt, denn die chinesischen Katholiken nannten ihn „die Säule der Wahrheit“.



Donnerstag, 23. März 2017

Die Dankbarkeit eines einheimischen Priesters

Priesterweihe in Guangzhou (Canton) durch Msgr. Jean-Marie Mérel, M.E.P. (Anfang des 20. Jhd.)

Tsan A-Tsun, ein chinesischer Primiziant, der 1907 in Canton geweiht wurde, schreibt: „Für eine so große Ehre, für so viel Gnade, was kann ich meinem Heiland Besseres bieten, als ihn anflehen für diejenigen, die mir zum Priestertum verhalfen? Denn was wäre aus mir geworden ohne den Missionar aus Europa, der mir die ersten Unterweisungen gab, ohne meine Lehrer, die mich die heiligen Wissenschaften gelehrt, ohne die Wohltäter in Frankreich, die mir ihre so fruchtbringende Unterstützung gesandt. Allen diesen bringe ich an diesem Tage heiliger Liebe und Freude den Tribut meiner Dankbarkeit und sage ihnen allen ein inniges Vergelt’s Gott! Möge der Herr ihnen lohnen, was sie an mir getan.


(Aus: Einheimischer Klerus, P. Huonder S.J.)

Montag, 13. März 2017

Jesuitenmissionar bei den Aborigines und Bruder einer Heiligen

Fr. Donald MacKillop mit seiner Schwester, St. Mary MacKillop


Momentan lese ich in den „Katholischen Missionen“ über die Jesuitenmission unter den Aborigines in Nordaustralien (Daly River), die 1899 untergegangen ist. Dabei ist häufig die Rede von einem „P. Mac Killop“. Es handelt sich hier zweifellos um Fr. Donald MacKillop S.J., den Bruder der ersten kanonisierten Heiligen Australiens, Schwester Mary MacKillop.


Ich finde es immer wieder interessant, in den Missionsheften über Menschen zu lesen, die damals noch lebten oder erst kurz verstorben waren und heute von der Kirche als Heilige verehrt werden – oder herauszufinden, dass die Geschwister dieser Heiligen Missionare waren, wie etwa in diesem Fall.

Einen längeren Artikel über Fr. MacKillop hat Msgr. Greg O'Kelly S.J., ein australischer Bischof, geschrieben. Manches finde ich nicht so gelungen, beispielsweise die Behauptung, dass es früher nicht üblich war, dass die Missionare die Sprachen der Eingeborenen gelernt haben, sowie dass die Reduktionen in Paraguay nach „sozialistischen“ Prinzipien funktionierten. Aber er vermittelt doch einen guten Überblick über das Leben dieses eifrigen Missionars. Zu lesen hier auf Englisch.

Sonntag, 5. März 2017

Unser Missionswille – Rettung der Heidenwelt


Milliarden Menschen* lagern in der Wüste und haben nichts, ihren Seelenhunger zu stillen, und Jesus richtet an seine Apostel die Aufforderung: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Matth. 14, 16).

Durch Christus, den Herrn, sind die Heiden an seine Kirche verwiesen. Die Heiden können nicht zu Christus kommen, wenn nicht zuvor die Kirche zu den Heiden geht. Die Heiden müssen von Christus hören, und deshalb muss ihnen von Christus gepredigt werden. Die Not der Heidenwelt ist eine Not, die nicht durch den guten Willen der Heiden, sondern nur durch den guten Willen der katholischen Christenheit völlig gehoben werden kann. Die Heiden warten auf Hirtenhände und Hirtenschultern. Unser Missionswille ist die Rettung der Heidenwelt.

(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)


*Zahl aus dem Original abgeändert (1043 Millionen)

Sonntag, 26. Februar 2017

Zum Sonntag Quinquagesima: Sei sehend!

„Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Lk 18, 38)

In der Nähe des göttlichen Heilandes belebt sich der Glaube und die Hoffnung des Blinden. Wir hören, wie er mit aller Zuversicht seine Bitte stellt: „Herr, dass ich sehend werde.“ Um sein Augenlicht bittet der Blinde. Um das eine fleht er, was ihm vor allem nottut zu einem glücklichen Leben. Er verschmäht alles andere, denn was immer er haben könnte, ohne Licht kann er nicht schauen, was er hat. Nicht um Reichtum bittet er, nicht um Ehre, nicht um Brot, nur um das eine: „Herr, dass ich sehend werde.“

Andächtige Christen! Nur eines tut den Heiden not: dass sie sehend werden. Was nützt alles andere, was Kulturreichtum, was Literaturstolz, wenn ihnen das Licht fehlt, um den wahren Wert der Dinge abzumessen. Mache, o Herr, dass sie sehend werden und die Blindheit ihrer Seelen gehoben werde, mit der eitler Götzenwahn sie geschlagen hat; dass sie sehend werden und die Irrwege schauen, ihre Wege der Torheit und der Sünde; dass sie sehend werden und dich als Gott erkennen und Christus, deinen Sohn, den du gesandt hast, und so das ewige Leben haben.

Die Blindheit der Heidenwelt soll gehoben werden durch das Licht des wahren Glaubens. Dieses Licht, andächtige Christen, muss ihnen gebracht, und zwar durch uns gebracht werden. Unser Glaube muss seinen hellen Schein in die Nacht der Heidenwelt tragen: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5, 14). Wir alle sind nach den Worten des hl. Paulus Lichtkinder und Tagessöhne (1 Thess 5, 5), und Lichtträger sollen wir sein der Heidenwelt. „Gesetzt habe ich dich zum Lichte der Heiden, dass du seiest zum Heile bis an das Ende der Erde“ (Apg 13, 47). Diese Worte, die von den ersten Heidenmissionären, den hll. Paulus und Barnabas, geschrieben stehen, gelten auch von jedem Missionär, der mit der Leuchte des Evangelium zu den Heiden hinauszieht, gelten von jedem Christen, der in seiner Glaubensüberzeugung das heilige Missionswerk unterstützt. Nur auf diese Weise kann die Kirche ihre Missionspflicht erfüllen und im Namen ihres göttlichen Stifters auf die Bitte der Heidenwelt antworten.

(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Sonntag, 19. Februar 2017

Aktuell: FSSP-Priester in Birma

Kirche in Mandalay (Quelle: Wagaung)

Fr. James Mawdsley, ein englischer Priester der Petrusbruderschaft, der letzten Sommer geweiht wurde, hat Anfang dieses Jahres eine kleine Missionsreise durch Birma gemacht. Für Fr. Mawdsley bedeutet dies eine Rückkehr in ein Land, in dem er unter der Militärdiktatur aus politischen Gründen zu 17 Jahren haft verurteilt und sogar gefoltert wurde (mehr darüber hier).

Begleitet wurde der Priester von einem deutschen Seminaristen der Petrusbruderschaft. Sie kamen nicht mit leeren Händen: Dank der Großzügigkeit deutscher und englischer Gläubigen konnten Spendengelder in Höhe von 13.000 Dollar verteilt werden. Fr. Mawdsley zelebrierte an 13 verschiedenen Orten die alte Messe.

Leider hielt mit der politischen „Öffnung“ vor einigen Jahren auch der „Fortschritt“ in Birma Einzug. Es gibt in dem Land bereits 30 Abtreibungskliniken, denen jährlich 35.000 Kinder zum Opfer fallen.

Einen französischsprachigen Bericht gibt es hier, Fotos der Missionsreise hier.

Montag, 13. Februar 2017

Nachtrag: über die frühen Missionsschwestern

die selige Anne-Marie Javouhey

Neulich habe ich über den Missionseifer der heiligen Maria Magdalena von Pazzi geschrieben. Wie wir gesehen haben, wollte sie selbst in die Missionen gehen. Für eine Ordensschwester, die Anfang des 17. Jahrhunderts starb, war dies ein außergewöhnlicher Wunsch – denn Missionsschwestern gab es damals noch nicht.

Wohl zu den ersten Missionsschwestern gehörte die selige Anne-Marie Javouhey (gestorben 1851), die die Josephsschwestern von Cluny gründete. Als sie bereits 1822 die ersten Mitschwestern in den Senegal führte, sagte sie Folgendes zu ihnen: „Liebe Schwestern, wir werden hier vielleicht 20 Jahre weniger leben als in Europa, aber wie viel Gutes können wir hier tun, wie viel Elend mildern, wie viele Unwissende belehren, wie viele Seelen für Gott gewinnen.“ Die Selige wirkte ab 1828 als Missionarin in Französisch-Guayana.

Schon einige Jahre früher war die heilige Rose Philippine Duchesne in die USA gegangen, die damals noch ein wirkliches Missionsland waren. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gründete Msgr. Kobès, Apostolischer Vikar von Senegambien, eine einheimische Schwesternkongregation (hier und hier).

In China konnten echte Ordensschwestern erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Einzug halten – die Gegebenheiten in dem Land waren vorerst zu schwierig. Hier waren zunächst die chinesischen gottgeweihten Jungfrauen die Stütze der Missionäre. Die katholischen Missionen berichten über die ersten europäischen Ordensschwestern: „1846 kamen zuerst die Barmherzigen Schwestern und St. Pauls-Schwestern von Chartres, 1860 die italienischen Canossianerinnen, 1867 die ‚Helferinnen der armen Seelen‘, 1868 die Josephsschwestern [wohl von Cluny], 1869 die unbeschuhten Karmelitessen, 1875 die Schwestern von der Vorsehung; dazu gesellten sich Dominikanerinnen, Franziskaner Missionsschwestern und in neuester Zeit [1907] die Kleinen Schwestern der Armen, Steyler Missionsschwestern u. a.“

Das waren nur einige Beispiele, die große Frage „Wann gingen die ersten Schwestern in die Mission?“ bleibt für mich zumindest jetzt noch weiterhin ungeklärt. Vielleicht wissen es ja meine lieben Leser. Für einen Kommentar zur Aufhellung dieser Frage wäre ich sehr dankbar.


(Quellen: Dr. Max Heimbucher: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Band III. Verlag Ferdinand Schöningh; 1908, die katholischen Missionen, 1907, Wikipedia-Eintrag über Anne-Marie Javouhey)

Sonntag, 12. Februar 2017

Widerspenstige getrennte Brüder

Msgr. Miroff

„Mir will scheinen“, so schreibt uns Msgr. Michael Miroff, Titularerzbischof von Theodosiopolis und Administrator der bulgarischen Katholiken von Konstantinopel (Stadt und Bezirk), „es sei viel leichter, die katholische Religion in China und Japan zu verbreiten als hier, wo seit Jahrhunderten das Schisma so tiefe Wurzeln geschlagen und unseren getrennten Brüdern gleichsam in Mark und Bein übergegangen ist.“ So erkläre sich, warum das Bekehrungswerk so langsam fortschreite. Übertritte Erwachsener seien nur vereinzelt und zumeist dem Einfluss der Kinder zu danken, die in katholischen Anstalten erzogen, zu Hause als kleine Apostel wirkten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Samstag, 11. Februar 2017

Wie sich ein Seminarist den Missionsberuf vorstellt

Der ehemalige Seminarist: Bischof Franz Xaver Geyer, Apostolischer Vikar von Karthum

In meinen Studienjahren im Seminar zu Passau las ich gerne Missionsschriften, besonders auch die „Katholischen Missionen“. Das begeisterte mich für den Missionsberuf. Damals stellte ich mir vor, dass der Missionär zu einem Stamm hingehe, die Leute nach Tausenden um sich sammle, dieser Menge auf einer Anhöhe oder von einem Baume herab predige, sie gleich auf einmal alle taufe und dann weiterziehe.

Jugendliche Phantasie! Die Bekehrung der Seelen muss in geduldiger Arbeit vorbereitet und von Gott im Gebete erfleht werden. Dass unsere Arbeiten unter den Heiden tatsächliche Erfolge versprechen und schon die ersten Früchte gezeitigt haben, sehen wir in allen unseren bisher bestehenden Stationen im Heidenland.


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Mehr über das Wirken von Bischof Geyer hier.

Sonntag, 29. Januar 2017

Die heilige Maria Magdalena von Pazzi wollte Missionärin werden



Bereits früher haben wir gesehen, dass berühmte Heilige gerne Missionäre sein wollten. Ich gehe fast davon aus, dass man bei genauerer Forschung herausfinden würde, dass so gut wie jeder Heilige dieses Verlangen in gewisser Weise hatte. Die heilige Maria Magdalena von Pazzi, die ohnehin von einem außergewöhnlichen Seeleneifer brannte, war hier keine Ausnahme. Sie betete einmal:

„Oh Herr, wenn ich nur nach Indien oder in die Türkei gehen könnte, würde ich all die lieben kleinen Kinder nehmen und ihnen mit solcher Liebe und Zuneigung alles über unsere Religion lehren, dass jede Trübsal oder jedes Unglück mir ein großer Trost sein würde.“

Es wäre interessant zu wissen, wann es die ersten wirklichen Missionsschwestern gegeben hat. Leider habe ich bislang nie einen Artikel über die frühen Missionsschwestern gelesen. In den mir bekannten Missionsberichten des 16. oder 17. Jahrhunderts (die Heilige starb 1607) kommen Ordensschwestern nie vor. Sie sind wohl erst im 19. Jahrhundert erstmals in die Missionen gegangen. So scheint die heilige Maria Magdalena mit diesem Wunsch ihrer Zeit vorausgewesen zu sein.


(Übersetzung des Zitats aus The Workers are Few von Fr. Joseph McGlinchey, Seite 203)

Freitag, 27. Januar 2017

Der vernünftigste Schulausflug, von dem ich je gehört habe



Der hochw. Herr Bernhard Neumann, Gymnasialprofessor am Kgl. Wilhelmsgymnasium zu München, schreibt: 

„Das Missionsinteresse ist am Kgl. Wilhelmsgymnasium seit Jahren ständig gewachsen. Zur Kaiserspende im vergangenen Sommer haben unsere Schüler 133 Mark aufgebracht. Seit Jahren sind immer etwa 200 Gymnasiasten Abonnenten des ‚Heidenkindes‘ und liefern somit jährlich über 200 Mark an die Abtei St. Ottilien [Erzabtei der Missionsbenediktiner] ab.

Fast alle Jahre machen verschiedene Klassen einen Ausflug zu genannter Abtei und opfern gern hierbei eine Missionsgabe; protestantische Schüler und Professoren haben sich immer daran mit Freuden beteiligt. Dass wir auch Mitglieder des Kindheit-Jesu-Vereins haben, dass ‚Die katholischen Missionen‘ zirkulieren und beim Studiengottesdienst die Missionspredigt immer wiederkehrt, besonders aber beim Unterricht, soll nicht an letzter Stelle erwähnt werden.

Zwei Schüler haben sich dem Missionsberuf gewidmet; einer steht bereits vor der Priesterweihe. Diese erfreulichen Erscheinungen verdanken wir nach meiner Meinung dem blühenden Stand der Marianischen Kongregation.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Sonntag, 22. Januar 2017

Kein Weg zu weit

Auf der Insel Tchutja [wohl eine Insel vor der Südküste Koreas] war es, wo in den Verfolgungen der 1860er Jahre Antonius Kim in der Verbannung lebte und fern von Priester und Missionär jahrelang die heiligen Sakramente nicht empfangen konnte.

Da hörte er eines Tages, dass in Nagasaki ein Priester wohne, und todesmutig nahm der eifrige Christ die Gelegenheit wahr und durchfuhr auf einem kleinem Fischerboot, nur von einigen getreuen Christen begleitet, auf mehrmonatiger Fahrt das gefährliche Meer, um die heiligen Sakramente empfangen zu können.

Ähnliche Züge kann die koreanische Kirchengeschichte manche erzählen, ein Zeichen, wie tief der christliche Glaube und die katholische Überzeugung in den Herzen der Koreaner Wurzel fassen können.


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Donnerstag, 19. Januar 2017

Aktuell: Alte Messe in Singapur

Der heilige Laurent Joseph Imbert aus dem Pariser Missionsseminar, der im Jahr 1839 als Märtyrer in Korea starb, war vermutlich der erste Priester, der in Singapur die heilige Messe zelebriert hat. Es befinden sich einige Reliquien des heiligen Missionsbischofs in der Kathedrale von Singapur.

Ich leide aktuell an einer Zivilisationskrankheit im rechten Unterarm und möchte darum nicht über das beruflich notwendig Maß tippen (habe mir auch schon eine ergonomische Maus gekauft). Darum wollte ich nur kurz auf einen Artikel von New Liturgical Movement über die alte Messe in Singapur und die Bedeutung der lateinischen Sprache für die Liturgie in einer mehrsprachigen Nation hinweisen:

Latin and the Latin Mass in Singapore



Sonntag, 15. Januar 2017

Noch einige Gedanken zu „Silence“


Neulich habe ich ja den neuen Film von Martin Scorsese, Silence, thematisiert. Danach sind mir noch weitere Dinge aufgefallen, was vor allem an einer – positiv ausgedrückt – sehr intensiven Diskussion lag, an der ich im Kommentarbereich der amerikanischen Seite First Things teilgenommen habe.

Einige sehr eigentümliche Ansichten sind mir hierbei aufgefallen:

Zum einen war da die wiederkehrende Behauptung, die bereits in dem Artikel auftauchte, dass Apostasie nur als echt anzusehen ist, wenn sie freiwillig ist, sprich nicht unter Folter oder anderen Zwangsmaßnahmen entsteht. Dieses Argument führt dann aber das Konzept des Martyriums ad absurdum, da ja die Märtyrer unter den Foltern hätten abschwören können, ohne tatsächlich den Glauben verleugnet zu haben. Auch hätte die Kirche den reumütigen Lapsi (abgefallenen Christen) während der Verfolgung durch die heidnischen Kaiser vor der Wiederaufnahme in die Kirche keine schweren Bußen auferlegt, wenn nicht wirklich eine objektive Sünde bestanden hätte. Sehr oft liest man in den Märtyrerakten die Worte: „Ich kann nicht …“, d. h. nicht den falschen Göttern opfern, nicht den Glauben verleugnen usw.

Der heilige Romanus rief laut dem heiligen Alfons Maria von Liguori einigen Christen, die unter den Drohungen schwach geworden waren und dabei waren, zu opfern,  die folgenden Wort zu: „Oh Brüder, was macht ihr da? Verlasst ihr den wahren Gott, euren Schöpfer und Erlöser, um euch dem Teufel zu verkaufen?“ durch diese und ähnliche Ermahnung hielt er die Schwachgewordenen davon ab und stärkte die Kleinmütigen.  Wussten die Märtyrer denn nicht, dass Apostasie unter Druck gar keine ist?


Ein Kommentator („Mark“) hat verdammt, dass Diskussionsteilnehmer meinen, sie könnten das Martyrium bestehen. Das hatte dort soweit ich weiß zwar niemand behauptet, aber gut … Der Knackpunkt ist, dass jeder hoffen sollte, ein etwaiges Martyrium zu bestehen  – mit Gottes Hilfe. Denn nur so ist es möglich, und Gott hat schon vielen diese Gnade gegeben, die in darum gebeten haben. Ich würde bestimmt nicht den glorreichen Märtyrer Theopháne Vénard verdammen, der als kleiner Hirtenjunge ausrief „auch ich will nach Tongking gehen, auch ich will ein Märtyrer werden“, denn Gott hatte wohl großes Wohlgefallen an diesem Wunsch, der auch in Erfüllung ging. Ich bemühe wieder den hl. Alfons, der in Die Macht des Gebets schreibt: „Denn Gott gießt die Fülle seiner Gnaden über diejenigen aus, die auf Ihn hoffen. Mit diesem Vertrauen haben so viele Märtyrer, selbst Jungfrauen und Knaben im zartesten Alter, trotz des Schreckens vor den Martern, welche ihnen die Tyrannen bereiteten, die Marter und die Tyrannen überwunden.“

Samstag, 14. Januar 2017

Ein Koloss der Heiligkeit – der heilige Justin de Jacobis



Aus der Bücherbesprechung des Werks Le vénérable Justin de Jacobis, premier Vicaire Apostolique de l’Abyssinie:

Der ehrwürdige Justin de Jacobis gehört zu jener Klasse von Menschen, die unter dem unscheinbarsten Äußeren eine Heldenseele bergen. 

„Ein Koloss an Heiligkeit“, wie Kardinal Massaia, der Apostel der Gallas, sich ausdrückte, war er auch ein großer Mehrer des Reiches Christi im wahrsten Sinne des Wortes. Mit großem Geschick hat Larigaldie das Bild des ersten Apostol. Vikars von Abessinien gezeichnet. Wir erleben gleichsam mit dem Missionär Freud und Leid, teilen mit ihm die ungeheuren Strapazen des Apostolats und gehen mit ihm in Kerker und Bande. 30.000 Seelen, das war die Ernte seiner Arbeit, als er verlassen in einem ausgetrockneten Flussbett seine Seele aushauchte. 

Wohl brachte die folgende Zeit den Lazaristen, den Mitbrüdern des Bischofs, manchen harten Schlag, ja sie finden sich heute noch vor gewaltigen Hindernissen; aber das Beispiel des Heiligen, der hier litt und stritt, lässt ihren Mut nicht erlahmen. Bücher, wie das vorliegende, sind eine wahre Seelenlabung.

(Aus: die katholischen Missionen, 1913)


Wer mehr über diesen „Koloss der Heiligkeit“ erfahren möchte, kann dazu die dreiteilige Serie Der heilige Justin de Jacobis – Apostel Äthiopiens lesen: Teil 1Teil 2Teil 3

Montag, 9. Januar 2017

Große Missionsbischöfe: demütig und sanftmütig – Msgr. Francesco Pozzi P.I.M.E., Apostol. Vikar von Krishnagar

Msgr. Francesco Pozzi (Bildquelle)


Nicht plötzlich [wie Msgr. Ossi, Bischof von Quilon], sondern langsam, verglühend ging am 23. Oktober am anderen Ende Indiens ein ehrwürdiger Veteran in das bessere Jenseits hinüber, der 77-jährige Apostol. Vikar von Krishnagar, Msgr. Francesco Pozzi aus dem Mailänder Missionsseminar.

Er war geboren am 3. März 1828 in der alten lombardischen Hauptstadt. Hier war 1850 das Mailänder Missionsseminar entstanden. Pozzi war unter den ersten, die sich zum Eintritt meldeten. 1855 betrat er den Boden Indiens, unter dessen glühender Sonne er gerade ein halbes Jahrhundert lang zuerst als Missionär und Apostol. Präfekt von Haiderabad, dann seit 1886 als Bischof von Krishnagar tätig war. 

Die Diözese Krishnagar gehört mit ihrem Häuflein von 4018 Christen und ganzen acht Missionären zu den unentwickeltsten der indischen Mission. Klima und Bevölkerung bieten hier große Schwierigkeit, und es ist ein harter Beruf, in solchen unfruchtbaren Gebieten ohne irgendwie entsprechende Mittel und Kräfte den Hirtenstab zu führen. Bischof Pozzi hat dieses Missverhältnis zwischen Ziel und Mitteln in seiner ganzen Bitterkeit gefühlt, aber treu und mit unerschütterter Geduld auf seinem Posten ausgehalten.

Er war ein heiligmäßiger Mann, dem auch die englischen Beamten und selbst die Heiden ihre Ehrfurcht und Hochachtung nicht versagen konnten. „Er ist uns“, schreibt ein Missionär, „wirklich ein liebevoller Vater gewesen, der an allem und jedem den innigsten Anteil nahm. Welch schönes erhebendes Beispiel der Tugend gab er uns Tag für Tag! Ein Mann des Gebets, war er stets mit Gott vereint. Man kann sagen, dass er jeden freien Augenblick dem Gebet weihte. Auch als gebrechlicher Greis raffte er seine ganze Energie zusammen, um täglich am Altar stehen oder sein Brevier beten zu können, was er beides mit erbaulichster Andacht tat. Legte man es ihm nahe, sich doch zu schonen, so lautete die Antwort: „Was soll ich denn tun, wenn ich nicht bete; zu allem anderen bin ich unnütz geworden.“
Täglich ging er abends spät, wenn bereits alle zur Ruhe waren, noch einmal allein vor den Tabernakel und blieb dort noch eine, oft zwei Stunden lang im Gebet knien. 

In seinem Eifer für das Heil der Seelen hielt der ehrwürdige Greis, bis er nicht mehr konnte, seine bischöflichen Rundreisen. Als die zunehmende Schwäche ihn bleibend ans Haus fesselte, suchte er wenigstens noch durch Pastoralschreiben und Briefe voll Liebe und Salbung seiner Hirtenpflicht zu genügen. Bis an sein Ende wünschte er über alles in der Mission bis ins Kleinste unterrichtet zu sein, um durch sein Gebet und seinen Rat jegliches zu fördern. Jeder, auch der kleinste Erfolg machte ihm eine kindliche Freude.

Mitis et humilis (sanftmütig und demütig) hatte Pozzi sich als Motto für sein Bischofswappen gewählt. Die beiden Tugenden drückten denn auch seinem ganzen Wesen und Wirken ihren Stempel auf und gewannen ihm alle Herzen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1906)

Sonntag, 8. Januar 2017

Ein Kardinal mit Weitblick

Herbert Kardinal Vaughan, Erzbischof von Westminster

Kardinal Vaughan suchte Priester für seine Diözese London [eigentlich Westminster]; deshalb stiftete er die Mill-Hiller-Missionsgesellschaft und schickte diese Priester nach Uganda. Man schüttelte darob den Kopf, und selbst hohe Herren spotteten bei ihm: „Wie Sie doch verkehrt handeln! Sie hätten eine Priestergesellschaft für London gründen sollen und nicht für ein Heidenland.“ Doch der übernatürlich eingestellte Kirchenfürst entgegnete: „Falsch gedacht! Wenn ich Priester gebe für die Weltmission, wird mir Gott, der die Berufe weckt, noch mehr für mein London senden.“ Er hat recht behalten.


(Aus: Fräßle, Joseph: Negerpsyche, Herder, Freiburg, 1926)

Freitag, 6. Januar 2017

Heidentum – Revolution gegen Gott


Andächtige Christen! Die Erschaffung und Erhaltung aller Menschen, das ist der erste Rechtstitel, auf den hin Gott auch die Verehrung aller Menschen zu beanspruchen hat. „Seid still und schauet“, lässt er uns durch den Mund des Propheten sagen, „ich bin Gott; ich will erhöht sein unter den Völkern und erhöhet auf Erden!“ (Ps. 45, 11). Was bedeutet nun diesem Rechtstitel gegenüber das Heidentum? Diesem göttlichen Rechtstitel gegenüber bedeuten die 900 Millionen Heiden [Zahl von Anfang des 20. Jahrhunderts], die wir heute noch zählen, eine nicht auszusprechende Rechtsverletzung. „Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, um dasselbe anzubeten.“ So hat der Herr gesprochen. Und mehr als die Hälfte der heute lebenden Menschen betet Götzen an! Diese 900 Millionen Heiden bedeuten einen Zustand dauernder Revolution gegen Gott. Dort, wo Gott herrschen sollte, in den Herzen und Ländern der Heiden, ist er, der wahre Gott, von seinem Throne herabgestoßen und wird der Hochverrat des Götzendienstes verübt.

Daran müssen wir denken, andächtige Christen, wenn wir uns die Frage vorlegen, ob denn die Heidenmission wirklich eine so wichtige Sache ist, wie die Missionäre es uns sagen. Ob man die feingebildeten Inder, die strebsamen Japaner und Chinesen, ob man die Neger Afrikas und die Wilden der Südsee nicht lieber in Ruhe lassen sollte; ob wir nicht unser Geld besser verwenden können, als es den Bestrebungen der Missionäre zu opfern?! Ach, die Missionäre, um die handelt es sich ja gar nicht. Um Gott handelt es sich! Der hl. Franz Xaver sagt es in seinem Gebet für die Bekehrung der Ungläubigen: „Siehe, o Herr, wie die Hölle dir zur Schmach mit diesen Seelen erfüllt wird!“ Das ist es, was auf dem Spiele steht: Soll Gott Ehre ernten oder Schmach? Soll Gottes Reich auf Erden errichtet werden oder das Reich Satans? Das ist eine Frage, die unter Christen nicht gestellt werden darf.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Donnerstag, 5. Januar 2017

Das Fest der Erscheinung des Herrn – Berufung der Heiden



Das Fest der Erscheinung des Herrn ist ein Gedenktag, der seit den ältesten Zeiten in der ganzen Christenheit hoch und heilig gehalten wird. Feiern wir doch ein Geheimnis, das für den größten Teil der Menschheit von der allergrößten Bedeutung geworden ist, ein Geheimnis, das ausgesprochen ist in den Worten: Berufung der Heiden.

Ein Gedenktag ist das heutige Fest, das unserem Gedächtnis nie entschwinden darf. „Als nun Jesus geboren war in Betlehem Juda, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus Morgenlanden nach Jerusalem.“ Mit diesen Worten hebt unser Evangelium an und verkündet damit eine Wahrheit, die zu einer Fundamentalwahrheit des Christentums geworden ist: Auch die Heiden sind von Gott berufen, ihren Weg zu Jesus Christus zu nehmen. Auch die Heiden und somit alle Menschen, sollen nach Gottes Anordnung ihr Heil in dem Kindlein von Betlehem finden. Jesus Christus ist der Heiland der ganzen Welt.


(P. Robert Streit in Missionspredigten)

Dienstag, 3. Januar 2017

Silence – Martin Scorsese und der Jesuitenmissionar, der den Glauben verleugnet hat



In Deutschland soll im März 2017 Silence, der neue Film von Martin Scorsese, in die Kinos kommen. Das lässt eigentlich schon erahnen, dass es sich hierbei um keinen katholischen Erbauungsfilm handeln wird. Ich glaube, dass er ein ganz fieses U-Boot ist, das Katholiken unter einem religiösen Deckmantel falsche Prinzipien unterjubelt – ob absichtlich, vermag ich nicht zu sagen. Aber erstmal zum Inhalt.

Der Film basiert auf einem Roman des japanischen Katholiken Endō Shūsaku, der lose auf einer tatsächlichen Begebenheit basiert. Im Zentrum steht die Suche nach dem Provinzial der japanischen Jesuitenmission, P. Cristóvão Ferreira. Dieser verdiente Missionar fiel tatsächlich im Jahr 1633 während der großen japanischen Christenverfolgung nach einer schrecklichen Marter, der „Grube“, vom Glauben ab und lebte danach verarmt und mit einer Witwe verheiratet in Japan, wo er sich mit gelegentlichen Dolmetsch- und Übersetzungsarbeiten über Wasser hielt. Er verfasste auch Streitschriften gegen den katholischen Glauben, von denen wohl einige Argumente aus theologischen Handbüchern stammten, die die Einwände der Protestanten behandelten.

Auf die unglaubliche Nachricht seines Abfalls machten sich 33 Mitglieder der Gesellschaft Jesu unter Führung von P. Mastrilli auf den Weg nach Japan, um die Tat Ferreiras zu sühnen. In Europa wurden Bußwerke und Gebete für seine Bekehrung aufgeopfert. P. Mastrilli erduldete die Grube 12 Tage lang und starb als Martyrer. Zahlreiche andere Jesuitenmissionare überwanden diese Tortur ebenfalls siegreich. Es gibt auch Quellen, die darauf hindeuten, dass sich Ferreira als hochbetagter Greis bekehrt hat und die „Grube“ erfolgreich über sich ergehen ließ.

In dem Film machen sich die fiktiven Jesuitenpatres Pater Sebastião Rodrigues (basierend auf dem ebenfalls abgefallenen P. Giuseppe Chiara) und Pater Francisco Garrpe auf die Suche nach dem abgefallenen Provinzial. Dabei erleben sie den Horror der Katholikenverfolgung und werden selbst vor die Wahl gestellt, äußerlich den Glauben zu verleugnen, um die verfolgten Christen vor den grausamen Foltern zu retten. P. Rodrigues tritt dann wohl tatsächlich, angetrieben durch vermeintliche innerliche Eingabe von Christus selbst, auf ein Bild des Gekreuzigten (jesumi oder efumi). Dabei ist das Krähen eines Hahns zu hören. Er wird freigelassen, unter den Japanern ein wohlgenährter und angesehener Philosoph, der regelmäßig aufgefordert wird, die oben beschriebene Handlung zu wiederholen, um das Christentum zu verleugnen. Er ist mit einer Japanerin verheiratet und wird als Buddhist begraben – aber in seinen kalten Händen hält er das Kruzifix.

Wie so viele moderne Filme soll Silence wohl als besonders fein und intellektuell rüberkommen, da er keine direkte Wertung abgibt. Die Zweifel und Anfechtungen der Missionäre werden stark betont. Bischof Robert Barron bemerkt zu der Darstellung: „Meine Sorge ist, dass die Betonung der Komplexität und der Vielschichtigkeit und Unklarheit der heutigen kulturellen Elite, die sich nicht viel von der im Film dargestellten japanischen Elite unterscheidet, einen Dienst erweist. Was ich sagen möchte, ist, dass das säkulare Establishment immer Christen vorzieht, die schwankend, unsicher, gespalten und ganz darauf bedacht sind, ihre Religion zur Privatsache zu machen. Und es ist nur zu bereit, leidenschaftlich religiöse Menschen als gefährlich, gewalttätig und, seien wir ehrlich, nicht so ganz helle abzutun. Schauen Sie sich nochmal Ferreiras Vortrag gegenüber Rodrigues über das angeblich einfach gestrickte Christentum der japanischen Laien an, wenn Sie mir das nicht glauben.“

Es scheint mir, dass der Bischof den Film hier sehr gut durchschaut hat. Zwar kommen wohl die japanischen Märtyrer im Allgemeinen recht gut davon, allerdings betont der Film wohl eher den Abfall der Priester. Wenn Martin Scorsese sich laut seinem Producer Matthew Malek mit diesem Werk in gewisser Weise für Die letzte Versuchung Christi entschuldigen möchte, hat er sich wohl keinen besonderen Dienst erwiesen. Er scheint hier wieder seine eigenen religiösen Konflikte zu behandeln.


Mehr zum Fall Ferreira in diesem ausführlichen Artikel von P. Hubert Cieslik S.J.

Montag, 2. Januar 2017

Die Hilfe der alten Missionsfreunde...

Wenn mir unbekannte Missionsfreunde vor zum Teil knapp 140 Jahren ihre Missionshefte nicht so liebevoll gebunden hätten, hätte ich wohl dieses Blog nie machen können. Darum wollte ich heute meinen Lesern mal einige schön gebundene Exemplare zeigen, die beweisen, dass für die alten Besitzer diese Hefte mehr waren als nur bloße Monatsschriften.



Im unteren Regal ist der Großteil der Hefte aus der Reihe die katholischen Missionen. Die meisten habe ich aus der Dublettenkammer eines Missionsklosters, allerdings tragen nicht alle Bibliotheksstempel. Die meisten Hefte sind trotz eines Alters von meist über 100 Jahren in sehr gutem Zustand. 

Die drei Bände, die oben draufliegen, sind aus den 1870er Jahren, also um die 140 Jahre alt. Eines davon hat einen sehr schön gestalteten Deckel:




Dann noch die Kapuzinermissionshefte. Den Einband mag ich am liebsten, er ist kunststoffartig, hat ein angenehmes Profil, und alle Jahrgänge sehen gleich aus. Auch diese Hefte sind in sehr gutem Zustand.



Wenn man nun bedenkt, dass es sich hierbei ursprünglich um einzelne Monatshefte handelt, die wohl zum Teil verloren gegangen wären, wenn man sie nicht gebunden hätte, kann man schon sehen, welcher Dienst der Nachwelt hiermit erwiesen wurde.

Sie haben sicher vom lieben Gott einen überreichen Lohn für diesen Beitrag zur Missionsliebe erhalten.