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Freitag, 5. Dezember 2025

Upcoming missionary trips of the Omnes Gentes Project


 
I recently spoke to Fr. Federico Highton about the upcoming missionary trips of the Order of Saint Elias / Omnes Gentes Project. They are planning to translate the works of Fr. Ippolito Desideri, S.J., one of the first missionaries to Tibet. But they do not stop at the theoretical level: they have an introductory course of the Tibetan language offered by a former Buddhist monk to prepare volunteers for a trip to Tibet next year. And that's not all. Please especially keep the "Fatwa mission" in an undisclosed country in your prayers.

If you or anyone you know would like to participate in a missionary trip to Tibet or elsewhere in Asia, Africa, and the Americas, you can check out the schedule and apply here: Mission Special Force

Sonntag, 9. Oktober 2016

Ein Märtyrer in Tibet

P. André Soulié M.E.P. (erste Reihe, zweiter von rechts) neben Bischof Felix Biet

Aus einem Brief des Apostolischen Vikars von Tibet, Msgr. Giraudeau.

„Am 3. April 1905 kam eine Schar Lamas von Bathang mit etwa sechzig Kriegern, welche sie in drei Dörfern gewaltsam rekrutiert hatten, etwas vor Sonnenuntergang in Yaregong an. Pater Soulié war durch die roten Lamas von Yaregong zum Voraus hiervon in Kenntnis gesetzt worden und hatte damals eben alles zur Abreise bereit gemacht und seine Sachen ins Depot gebracht.

Da er die Vorgänge in Bathang zum Teil nicht kannte, glaubte er, nichts Weiteres als eine Plünderung fürchten zu müssen. Als er nun aber sein Haus durch die Lamas und ihre Krieger umringt sah, hielt er es für gut, sich auszuliefern; übrigens hatte er auch kein Mittel zu entkommen. Er trat daher zur Tür heraus mit den Worten: „Da bin ich, ihr könnt mit mir machen, was ihr wollt, selbst mich töten.“ Da niemand Hand an ihn zu legen wagte, befahl der Führer der Lamas einem sehr verrufenen Menschen, sich des Missionärs zu bemächtigen, indem er ihm eine gute Belohnung versprach.
Der Tibetaner gehorchte sofort und umfasste den Pater mit den Armen. Er wurde an den Füßen gefesselt; man ließ ihm aber die Hände frei. Während man ihm die Fesseln an die Füße legte, erhielt er einen Säbelhieb auf den Kopf, der ihn aber kaum verwundete, und an der Seite wurde er von einem Stein getroffen, an welchem er bis zum letzten Augenblick zu leiden hatte. Die Lamas von Bathang warfen ihm nur das eine vor, dass er eine andere Lehre als die Lamaserei [buddhistisches Kloster] predige.

Hierauf drang der Anführer der Lamas in die Zimmer des Paters und entdeckte dort ein Verzeichnis, in dem alle Habseligkeiten des Priesters auf tibetanisch aufgeschrieben waren. Dieses Verzeichnis diente ihm nun dazu, auf alles Hand zu legen. Als dann alle Gegenstände und Vorräte der Mission, wie auch die der Christen genommen waren, befahl der gleiche Anführer sechzehn seiner Leute, den Pater zu töten.

Diese führten ihn an ein wenig aus dem Dorf hinaus und banden ihn an einen Baum. Sofort traf ihn eine Kugel am Hinterkopf und ging bei der Stirn hinaus. Ein zweiter Schuss traf ihn gerade ins Herz. Die Mörder banden den Leichnam los und bedeckten ihn zur Hälfte mit Steinen und Baumzweigen. Es war am 14. April, dem Feste der Schmerzen Mariä, gegen zehn Uhr morgens, als unser Martyrer sein Opfer vollendete.

Herr Soulié, aus dem Bistum Rodez, war seit 1885 Missionär in Tibet.


(Aus: Annalen der Verbreitung des Glaubens, 1906)

Pater Soulié war auch ein bedeutender Botanist, darum habe ich ihn in diese Liste aufgenommen (letzter Eintrag).

Freitag, 8. Juni 2012

Tibet: Auftragsmord durch buddhistische "Mönche"


Wie wir bereits berichtet haben, wurde der hochw. Herr Brieux, Missionär von Tibet, am 8. September von einer Schar Eingeborener überfallen und ermordet. Schon bei unserer ersten Mitteilung bemerkten wir, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um einen einfachen Raubmord handle.
Neue Nachrichten scheinen außer Zweifel zu stellen, dass der junge Apostel als ein Opfer seines heiligen Glaubens gefallen ist, und dass die Mörder nur die bezahlten Werkzeuge der Lamas (götzendienerische Priester) waren.
Zugleich mit einem Brief des Apostol. Vikar von Tibet, Msgr. Biots, vom 7. Oktober 1881 können wir heute das Porträt des ermordeten Missionärs geben:
„Heute bin ich in der Lage, Ihnen näheres über den Tod unseres lieben Herrn Brieux mitteilen zu können. In meinem letzten Brief sprach ich bereits die Vermutung aus, dass der Vorfall wahrscheinlich mit den früheren Drohungen der Lamas zusammenhänge; heute ist dieser Zusammenhang außer Zweifel gestellt.
Es ist mir ganz klar, dass unser teurer Mitbruder nur dem Glaubenshasse der Lamas zu Opfer gefallen und demnach um seines Glaubens willen gestorben ist. Die Lamas haben uns den Untergang geschworen, nicht etwa weil wir Fremde sind, sondern weil wir eine andere Religion als die ihre predigen.
Letztes Jahr wurden bereits mehrere Verordnungen gegen uns erlassen. Herrn Brieuxs Tod ist eine Folge derselben. Ich will Ihnen kurz die Gründe meiner Behauptung aufzählen:


1. Jedes Jahr versenden wir von Ta-tsie-lu aus auf Maultieren die nötigen Vorräte nach den verschiedenen Posten des Vikariates. Gewöhnlich geschah das Ende August. Vierzehn Tage vor der letzten Sendung sagte nun ein Wegaufseher zu Herrn Giraudeau: „Das nächste Mal wollen wir dann sehen, wie die Räuber mit euch fertig werden.“
2. Herr Brieux wurde an einer Stelle getötet, wo die Tibetaner von San-ngay sich wegen der Nähe von Bathang nie zeigten.
3. Unser Missionär hatte sein Zelt an einem ganz verdeckten und verborgenen Ort aufgeschlagen; auch geschah der Angriff nicht am Abend, sondern mitten in der Nacht – und doch stürzten sich die Räuber sofort ohne alle Unsicherheit auf ihn.
Es musste also ein Verräter von Bathang aus dem Zuge gefolgt sein, Herr Brieux und den Ort seines Zeltes ausgespäht und den Räubern die nötigen Weisungen gegeben haben.
4. Auch kennen wir hinlänglich die Gewohnheiten der Räuber von Sang-ngay. Gewöhnlich begnügen sie sich mit der Beute; sehr selten töten sie die Beraubten.
Und doch haben sie sich diesmal ganz gegen ihre Gewohnheit sofort über Herrn Brieux hergemacht, während sie die beiden Tibetaner ganz in Ruhe ließen, dem chinesischen Begleiter nur den Haarzopf abschnitten.
Herr Brieux wurde mitten im Schlaf überrascht. Ein ganzer Hagel von Steinwürfen schreckte ihn auf; dann hieben die Unholde mit ihren Säbeln so lange auf ihn ein, bis er seinen Geist aufgab. Offenbar hatten sie den gemessenen Befehl, den Missionär umzubringen.
5. Doch den Hauptbeweis, der keinen Zweifel mehr aufkommen lässt, haben wir noch gar nicht angeführt. 

Sonst pflegen die Räuber nach einem ähnlichen Raubzug sofort die Flucht zu ergreifen. So schnell als möglich versuchen sie aus der Nähe von Bathang zu kommen und setzen deshalb, um den Verfolgungen der Mandarine zu entgehen, gleich über den Fluss. 
Diesmal kamen mehrere der Mörder ganz sorglos wieder nach Bathang, zogen sich in die Lamaserei zurück, um von da aus den Maßnahmen der chinesischen Mandarine ruhig entgegenzusehen, ja selbst ihre Helfershelfer davon in Kenntnis zu setzen. Man benachrichtigte hiervon sofort den uns stets wohlgesinnten Mandarin von Ky-the-uen.
Der war auch bald mit seinen Soldaten an Ort und Stelle. Die Lamas, von denen er die Auslieferung der Schuldigen verlangt, antworteten ihm mit einem Steinregen. Der Mandarin zog nun aus einer chinesischen Garnison Verstärkung an sich und wollte die Lamaserei mit Gewalt stürmen.
Doch nun wurde er mit Flintenschüssen empfangen. Drei seiner Soldaten wurden verwundet. Er zog sich daher zurück und berichtete das Vorgefallene an den Vizekönig von Su-tschuen; er bat um weitere Verstärkung und zugleich um die nötigen Vollmachten, um energisch gegen die Aufständischen vorgehen zu können.
Weiter habe ich noch keine Nachrichten; aber aus dem Gesagten geht klar hervor, dass der Mord auf Anstiften der Lamas erfolgt ist.


Die Leiche von Herrn Brieux blieb zwei Tage lang ausgestellt; auch am dritten bemerkte man keinerlei üblen Geruch, überhaupt nicht das geringste Anzeichen von Verwesung, und, was den Heiden ganz besonders auffiel, die Glieder blieben biegsam und gelenkig. Die große Wunde auf der linke Wange hatte den Toten keineswegs entstellt, es schien, als ob er noch lebe.“
Ein früherer Brief teilte bereits einiges über Herrn Brieux mit.
„Sein Tod,“ so schrieb Msgr. Biot, „ist ein schwerer Schlag für unsere arme Mission, die schon sonst so vielen harten Prüfungen unterworfen ist. Wenngleich erst drei Jahre in unserer Mitte Missionär doch manche Probe einer großen Vollkommenheit abgelegt.
Am 7. September, dem Vorabende seines Todes und dem Tage seiner Abreise, empfing er noch das heilige Sakrament der Buße und am Morgen seines Todestages selbst las er noch die heilige Messe. 

Es war am Feste Mariä Geburt, wo er sein Leben für Gott und unser liebes armes Tibet opferte. Seine sterblichen Überreste ruhen nunmehr in der Nähe des Missionshauses von Bathang, also in der Erde, die er mit seinem Blute gerötet hat. Möge sein kostbares Blut die Stunde göttlicher Erbarmung über Tibet beschleunigen und uns dessen volle Bekehrung erflehen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1882)

Sonntag, 3. Juni 2012

„Gehet hin und lehret alle Völker“

Giovanni de Montecorvino OFM, erster Erzbischof von Peking


Auf dem dritten internationalen geographischen Kongress, welcher in Venedig tagte, gedachte Herr Lesseps in der Eröffnungsrede der berühmten italienischen Entdeckungsreisenden seit dem Mittelalter bis auf die neueste Zeit, und vergaß dabei keineswegs die Missionäre.
Unter diesen wurde besonders der Franziskaner Ordovico de Pordenone (1285-1331) hervorgehoben, der die entferntesten Gebiete Asiens durchzogen und über seine Erlebnisse einen verdienstvollen Bericht hinterlassen hat.
1314 zog er von Venedig aus, begab sich zunächst nach Konstantinopel; predigte dann in Bosnien, in der Herzegowina, in Ungarn und Polen das Evangelium, darauf verweilte er in Armenien und Persien und drang bis in die Tartarei vor. Nun ging er nach Rasan und Jezdo, von wo er nach Bagdad herunterzog, überall das Wort Gottes verkündend.1322 finden wir ihn in Indien, nahe bei Bombay, woselbst er von den Götzendienern viel zu leiden hatte.
Von da gelangte er zu Schiff an die malabarische Küste, nach Madras, Ceylon und Sumatra, weiter ging es dann nach Java und Paten. Nach langwieriger Fahrt trat er dann in Zapa auf, dem Ciamba Marco Polos, einer Provinz Süd-Cochinchinas (Anmerk.: heute Südvietnam und östliches Kambodscha).
Der unermüdliche Apostel wendete sich nun direkt nach Norden, besuchte China und hielt sich drei Jahre in Peking auf, woselbst er den greisen 80-jährigen Bischof Giovanni de Montecorvino (siehe Bild) noch antraf.
Er kehrte nach Europa zurück, um apostolische Arbeiter anzuwerben, und durchzog jetzt ganz Asien, indem er seinen Weg nach Tibet nahm. Glücklich traf er endlich wieder in Italien ein, starb aber dann bald nach seiner Ankunft in seinem Konvent von Udine fromm in Herrn im Alter von nur 46 Jahren.


(Aus: die katholischen Missionen,1882)