Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Sonntag, 4. Oktober 2020

Missionarin seit Anbeginn der Welt: die hl. Therese vom Kinde Jesu




Wir durften am 1. bzw. am 3. Oktober (neuer bzw. alter Kalender) das Fest der großen Patronin der Weltmission, der hl. Therese vom Kinde Jesu, feiern. Ein wunderschönes Zeugnis für Ihren Missionseifer ist dieses Zitat (via ICRSP Gabun):

„Ich möchte nicht nur ein paar Jahre Missionar sein, sondern ich wünschte, ich wäre es von der Erschaffung der Welt bis zum Ende der Zeiten.“

Einem so umfassenden Missionswillen kann man wohl nichts mehr hinzufügen. Möge sie für unsere kalte Zeit bitten!

Dienstag, 11. April 2017

Die heilige Theresia von Ávila und die Mission


Es ist dem Karmeliterorden, besonders dem unbeschuhten Reformzweig, eigen, trotz seiner Weltabgeschlossenheit innig mit der Mission verbunden zu sein. So war die Gründung eines Karmeliterklosters in den Missionsgebieten oft ein Mittel, um Gnaden vom Himmel auf das Apostolat herabzurufen und den oft steinigen Boden zu bereiten.

Da ist es naheliegend, dass bereits die große Karmelreformerin selbst, die heiligen Theresia von Jesus, einen ganz außerordentlichen Missionseifer hatte, den sie auch an ihre geistlichen Töchter weitergegeben hat und der in der großen Heiligen den Höhepunkt erreicht, die ihren Namen trägt – der „kleinen“ heiligen Theresia.

Dies steht über die heilige Theresia von Jesus und ihren Eifer zur Bekehrung der Seelen in dem Buch „Tabernakelwacht und Weltmission“:


„In ihrer Heiligsprechungsbulle sagt […] Gregor XV. von ihr, dass sie fast unausgesetzt Tränen weinte über die Verirrung der Ungläubigen und Häretiker und für deren Bekehrung beständig Gebete, Fasten, Geißelung u. a. m. aufopferte. Ist es da zu verwundern, wenn ihr geoffenbart wurde, dass 15.000 Seelen ihren Gebeten allein das ewige Leben verdankten?“

Montag, 13. Februar 2017

Nachtrag: über die frühen Missionsschwestern

die selige Anne-Marie Javouhey

Neulich habe ich über den Missionseifer der heiligen Maria Magdalena von Pazzi geschrieben. Wie wir gesehen haben, wollte sie selbst in die Missionen gehen. Für eine Ordensschwester, die Anfang des 17. Jahrhunderts starb, war dies ein außergewöhnlicher Wunsch – denn Missionsschwestern gab es damals noch nicht.

Wohl zu den ersten Missionsschwestern gehörte die selige Anne-Marie Javouhey (gestorben 1851), die die Josephsschwestern von Cluny gründete. Als sie bereits 1822 die ersten Mitschwestern in den Senegal führte, sagte sie Folgendes zu ihnen: „Liebe Schwestern, wir werden hier vielleicht 20 Jahre weniger leben als in Europa, aber wie viel Gutes können wir hier tun, wie viel Elend mildern, wie viele Unwissende belehren, wie viele Seelen für Gott gewinnen.“ Die Selige wirkte ab 1828 als Missionarin in Französisch-Guayana.

Schon einige Jahre früher war die heilige Rose Philippine Duchesne in die USA gegangen, die damals noch ein wirkliches Missionsland waren. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gründete Msgr. Kobès, Apostolischer Vikar von Senegambien, eine einheimische Schwesternkongregation (hier und hier).

In China konnten echte Ordensschwestern erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Einzug halten – die Gegebenheiten in dem Land waren vorerst zu schwierig. Hier waren zunächst die chinesischen gottgeweihten Jungfrauen die Stütze der Missionäre. Die katholischen Missionen berichten über die ersten europäischen Ordensschwestern: „1846 kamen zuerst die Barmherzigen Schwestern und St. Pauls-Schwestern von Chartres, 1860 die italienischen Canossianerinnen, 1867 die ‚Helferinnen der armen Seelen‘, 1868 die Josephsschwestern [wohl von Cluny], 1869 die unbeschuhten Karmelitessen, 1875 die Schwestern von der Vorsehung; dazu gesellten sich Dominikanerinnen, Franziskaner Missionsschwestern und in neuester Zeit [1907] die Kleinen Schwestern der Armen, Steyler Missionsschwestern u. a.“

Das waren nur einige Beispiele, die große Frage „Wann gingen die ersten Schwestern in die Mission?“ bleibt für mich zumindest jetzt noch weiterhin ungeklärt. Vielleicht wissen es ja meine lieben Leser. Für einen Kommentar zur Aufhellung dieser Frage wäre ich sehr dankbar.


(Quellen: Dr. Max Heimbucher: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Band III. Verlag Ferdinand Schöningh; 1908, die katholischen Missionen, 1907, Wikipedia-Eintrag über Anne-Marie Javouhey)

Sonntag, 29. Januar 2017

Die heilige Maria Magdalena von Pazzi wollte Missionärin werden



Bereits früher haben wir gesehen, dass berühmte Heilige gerne Missionäre sein wollten. Ich gehe fast davon aus, dass man bei genauerer Forschung herausfinden würde, dass so gut wie jeder Heilige dieses Verlangen in gewisser Weise hatte. Die heilige Maria Magdalena von Pazzi, die ohnehin von einem außergewöhnlichen Seeleneifer brannte, war hier keine Ausnahme. Sie betete einmal:

„Oh Herr, wenn ich nur nach Indien oder in die Türkei gehen könnte, würde ich all die lieben kleinen Kinder nehmen und ihnen mit solcher Liebe und Zuneigung alles über unsere Religion lehren, dass jede Trübsal oder jedes Unglück mir ein großer Trost sein würde.“

Es wäre interessant zu wissen, wann es die ersten wirklichen Missionsschwestern gegeben hat. Leider habe ich bislang nie einen Artikel über die frühen Missionsschwestern gelesen. In den mir bekannten Missionsberichten des 16. oder 17. Jahrhunderts (die Heilige starb 1607) kommen Ordensschwestern nie vor. Sie sind wohl erst im 19. Jahrhundert erstmals in die Missionen gegangen. So scheint die heilige Maria Magdalena mit diesem Wunsch ihrer Zeit vorausgewesen zu sein.


(Übersetzung des Zitats aus The Workers are Few von Fr. Joseph McGlinchey, Seite 203)

Montag, 3. Oktober 2016

Wie die heilige Theresia vom Kinde Jesu in Afrika wirkte


Ein Missionär der Weißen Väter berichtete im Jahr 1910 von der Hilfe, die er in seinem Apostolat in Afrika durch die Fürsprache der Heiligen erfuhr:

„Fast in allen Hütten unserer Christen und in allen Räumen, wo Religionsunterricht erteilt wird, habe ich das Bild der Heiligen anbringen lassen. Jedermann fragt mich, wer die kleine bihira, Jungfrau, sei. Ich habe also meine Schüler zusammengerufen, ihnen das Leben der Schwester Theresia erzählt und ihnen gesagt, dass sie große Macht bei Gott habe. Dann habe ich ihr Bild unter sie verteilt und ihnen empfohlen, ihre Fürbitte für die Bekehrung des ganzen Landes anzurufen. Sie haben es getan. Nun kommen seit jenem Tage die Heiden zum Religionsunterricht nicht einzeln, sondern in dichten Massen, und am Sonntag ist der Hof der Station überfüllt … Dabei ist zu beachten, dass viele der armen Leute aus Dörfern kommen, die ich nie besucht habe und die vorher den Missionären wenn nicht feindlich, so doch ganz und gar gleichgültig gegenüberstanden.“


(Quelle: Das Leben der heiligen Theresia vom Kinde Jesu, von Msgr. Laveille, deutsche Ausgabe)

Dienstag, 2. Februar 2016

Theresia von Lisieux: Losgekaufte Sklavenkinder statt Kondolenzkränze




Sie wollte, dass auch ihr Tod den Missionen, die sie so opferfreudig unterstützt hatte, Nutzen bringe. 
„Mann soll keine Kränze annehmen“, sagte sie, „um meinen Sarg zu schmücken, wie man es für unsere gute Mutter Genoveva getan hat; bitten Sie doch, dass man mit dem dafür bestimmten Geld arme kleine Neger aus der Knechtschaft loskauft, sagen Sie, dass mir dies lieber ist.“


(Aus: Das Leben der heiligen Theresia vom Kinde Jesu, von Msgr. Laveille, deutsche Ausgabe)

Freitag, 27. November 2015

Wie sehr die heilige Theresia von Lisieux die Mission liebte



„Ich möchte, wie die Propheten und Kirchenlehrer, die Seelen erleuchten, ich sehne mich danach, die Erde zu durcheilen, deinen Namen zu predigen und in heidnischen Ländern dein glorreiches Kreuz zu errichten, o mein Geliebter. Aber ein einziges Missionsgebiet könnte mir nicht genügen. Mein Wunsch wäre, allen Erdteilen zugleich das Evangelium zu verkünden, bis in die entlegensten Inseln. Und nicht nur einige Jahre wollte ich Missionär sein, sondern ich hätte es von Anfang der Welt sein mögen und möchte es sein bis ans Ende der Zeiten.“


(Aus: Das Leben der heiligen Theresia vom Kinde Jesu, von Msgr. Laveille, deutsche Ausgabe)

Samstag, 3. Oktober 2015

Die heilige Theresia von Lisieux, Patronin der Missionen


Die so beliebte Theresia vom Kinde Jesus, die heutige Tagesheilige, war und ist eng mit der Mission verbunden. Bereits ihre heiligen Eltern baten Gott um einen „kleinen Missionär“. Sie ahnten aber wohl kaum, dass es sich dabei um ihre jüngste Tochter handeln würde. Gerne wollte die hl. Theresia selbst in die Mission nach Vietnam. Sie sagte: „Ich möchte nach Hanoi gehen, um viel für den lieben Gott zu leiden; ich möchte hingehen, um ganz allein zu sein, um keinen Trost, keine Freude auf Erden zu haben.“

P. Adolphe Roulland M.E.P.

Der Wunsch nach der körperlichen Anwesenheit in den Missionsländern blieb ihr zwar verwehrt, auf Geheiß ihrer Oberin verband sie aber eine geistige Bruderschaft mit zwei Missionären, mit P. Roulland vom Pariser Missionsseminar in China und P. Bellière von den Weißen Vätern in Zentralafrika. Ihre Aufgabe war es, ganz besonders für die Mission dieser beiden Priester zu beten, im Gegenzug beteten die Missionäre für sie. Dem ersteren sagte sie, dass sie ihm Himmel viel nützlicher sein sollte. Und tatsächlich konnte P. Roulland nach ihrem Tod Folgendes berichten: „Ich kann bezeugen, dass in unseren japanischen, chinesischen und indischen Missionen der Glauben an die Macht der Fürbitte Schwester Theresias sehr verbreitet ist und dass sie einen deutlich erkennbaren Einfluss auf die Bekehrung der Seelen und ihren Fortschritt in der Tugend ausübt. Besonders in Japan versichern viele der Trappistinnen, dass sie ihren Beruf der Fürbitte der Schwester Theresia vom Kinde Jesu verdanken, deren Leben sie gelesen haben.“

Msgr. Prosper Augouard C.S.Sp., Apostolischer Vikar von Ubanghi

Auch in den Missionen der Weißen Väter wirkte ihre Fürsprache. So kamen zahlreiche Heiden von weit her, um in einer Mission am Religionsunterricht teilzunehmen, nachdem in fast allen Hütten der Christen und in den Räumen, wo der Unterricht stattfand, das Bild der Heiligen aufgehängt wurde. Der berühmte Missionsbischof Prosper Augouard, der im Kongo wirkte, bat 1910 die heilige Theresia, ihn von seinem Rheumatismus zu befreien, der ihn zur Tatenlosigkeit verdammt hätte, zog dann aber seine Bitte zurück zugunsten eines seiner Priester, der an der tödlichen Schlafkrankheit litt. Schließlich wurden beide geheilt und der Kirchenfürst machte eine Pilgerfahrt nach Lisieux, um für die gewährte Gnade zu danken. Auch bat er Papst Pius X., bald ihre Seligsprechung einzuleiten.

1927, zwei Jahre nach ihrer Heiligsprechung, wurde sie von Pius XI. neben dem großen hl. Franz Xaver zur Patronin der Missionen erklärt.


(Quelle: Das Leben der heiligen Theresia vom Kinde Jesu, von Msgr. Laveille, deutsche Ausgabe)

Samstag, 2. Mai 2015

Heldenhafte Selbsthingabe eines Karmelitermissionärs im Irak


Die Pest, die 1831 ausbrach und drei Jahre lang anhielt, raffte allein in Bagdad drei Viertel der Bevölkerung weg; die Sterblichkeit stieg auf 2000 Personen pro Tag. (…) Außer diesen großen Pestjahren 1773, 1831, 1877 machte Bagdad 1846 und 1889 zwei große Choleraepidemien durch. Bei der Seuche von 1846 war es, dass P. Alfons O.C.D., der Obere der Mission, vom Himmel das plötzliche Aufhören der schrecklichen Prüfung erlangte. 

Anfang August begann die Seuche in Bagdad zu wüten. Die große Hitze begünstigte das Umsichgreifen. Die Einwohner starben zu Tausenden. Die Panik war allgemein. P. Alfons vervielfachte sich im Dienst der Sterbenden. Trostlos über den unsäglich traurigen Anblick, der sich ihm überall darbot, bat er Gott inständig, das Opfer seines eigenen Lebens anzunehmen und dafür dasjenige so vieler Unglücklicher zu verschonen. Am 30. September wandte er sich am Schluss der heilige Messe plötzlich zu den Anwesenden um und sagte mit leuchtendem Antlitz: „Fasset Mut, meine Brüder, die Cholera wird aufhören; sie wird ihr letztes Opfer holen.“ Am nächsten Morgen wurde er von der Seuche erfasst und starb am 2. Oktober, 48 Stunden nach seiner Vorhersagung. Er war wirklich das letzte Opfer; mit seinem Tod hörte die Seuche vollständig auf. Noch heute wird das Andenken dieses Karmeliters von den Christen wie das eines Heiligen in Ehre gehalten.

(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Donnerstag, 30. April 2015

„Sie haben das Land zivilisiert“ – Ein Lob für die Karmeliter im Irak

Kirche des lateinischen Ritus in Bagdad
Als einst P. Polykarp, der Direktor des Kollegs [der Karmeliter in Bagdad] im Hafen von Fao landete, kam ein Beamter der Sanitätspolizei an Bord zur Feststellung des Gesundheitszustands. Kaum sah er den Pater, als er auf ihn zueilte und auf Französisch anredete: „Sie sind ein Karmeliter, nicht wahr, und wohl auf dem Weg nach Bagdad?“ Als der Pater ganz erstaunt dies bejahte, erklärte der Beamte: „Ich bin ein alter Zögling des Kollegs in Bagdad. Ich liebe die Patres noch immer wie in meinen jungen Jahren. Wenn ich heute mein Brot habe für mich und meine Familie, so verdanke ich dies ihnen. Es freut mich daher sehr, wenn ich einem der Patres begegne.“ Dabei traten ihm die Tränen in die Augen. „Ich weiß,“ fuhr er fort, „dass viele Leute den lateinischen Missionären gram sind und sie verleumden. Ich habe sie stets verteidigt, denn was die Christen in Bagdad und Basra an Bildung besitzen, verdanken sie ja den Patres. Sie haben das Land zivilisiert.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Mittwoch, 12. November 2014

Der. sel P. Dionysius von der Geburt und der sel. Bruder Redemptus vom Kreuze –zwei Märtyrer-Missionäre des Karmeliterordens (Teil 2)


Fortsetzung von hier

An einem bestimmten Tag wurden die 60 gefangenen Christen aus ihren Kerkern herausgeführt und unter Schlägen und Verwünschungen zum Ort der Hinrichtung gebracht, ein jeder von 10 Henkersknechten und einigen Kazis  umgeben, die einen letzten Versuch machten, die Verurteilten zum Abfall zu bewegen. Eine große Volksmenge hatte sich am Strand des Meeres, wo die Hinrichtung stattfinden sollte, eingefunden. Als alle versammelt waren, verkündete ein Herold den Urteilsspruch des Sultans. Derselbe stellte allen die Wahl zwischen Reichtum und Ehren, falls sie die Religion des Propheten annähmen, und dem grausamen Tode, falls sie hartnäckig blieben. Da die meisten kein Malaysisch verstanden, erklärte ihnen P. Dionysius den Sinn der Bekanntmachung und ermunterte sie mit warmer Begeisterung zur Ausdauer. Alle fanden sich zum Tod bereit und baten den Seligen, dies in ihrem Namen zu erklären, während sie sich zur Bekräftigung auf die Knie warfen, um ihren Tod zu erwarten.

Als würdiger Führer der kleinen Heldenschar erbat sich P. Dionysius die Gnade, als letzter sterben zu dürfen, um seine Genossen, wo nötig, durch seinen Zuruf zu ermutigen. Nun begann die Hinrichtung. Um die Bekenner möglichst lange leiden zu lassen, wurden sie zuerst aus der Ferne mit Pfeilen zerschossen, dann aus größerer Nähe mit Wurfspießen gespickt und schließlich mit Kris, den scharfen, schlangenförmig gebogenen malaysischen Dolchen, erstochen. Begeistert sprach P. Dionysius den Sterbenden Mut zu, betete ihnen die Akte des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und Reue vor und legte ihnen die heiligsten Namen Jesus und Maria auf die sterbenden Lippen. 

Bruder Redemptus war eines der ersten Opfer gewesen. Schließlich war nur noch der sel. Dionysius übrig, zum Tod erschöpft, aber voll Trost und Freude darüber, dass alle seine Schutzbefohlenen siegreich den Kampf bestanden. Heitern Antlitzes kniete er sich nieder, um den Vorangegangenen zu folgen. Da geschah etwas Unerwartetes. Die Henker, sei es durch ein Wunder behindert, wie der alte Bericht annimmt, sei es aus Ehrfurcht vor einem solchen Manne, weigerten sich zu schießen, und warfen Pfeil und Bogen von sich. Der malaysische Befehlshaber ließ den Vorfall dem Sultan melden, der sofort Weisung gab, den Seligen durch die grausame Tortur der Elefanten zu töten. Dieselbe besteht darin, dass der Verurteilte sich flach mit dem Antlitz nach oben auf die Erde legt. Der Koloss wird herangeführt, setzt seinen mächtigen Fuß auf Kopf oder Brust des Liegenden und zerstampft ihn zu Brei. Während die Anstalten dazu getroffen wurden, fuhr der Selige fort, den Umstehenden die christliche Religion zu verkünden und Gott für die Gnade zu danken, dass er ihn des Martertods gewürdigt. Da eilte ein Renegat [zum Islam abgefallener Katholik] aus Malakka, ungeduldig über die Verzögerung und von dem Hasse des Apostaten getrieben, herbei, zog sein Schwert und führte einen so furchtbaren Schlag, dass das Haupt des Märtyrers bis zu den Ohren gespalten wurde. Blutübergossen sank er nieder, während einige nahestehende Henker ihm mit ihren Kris den Todesstoß gaben. Mit letzter Kraft hatte der Bekenner das Kruzifix noch einmal an seine Lippen gepresst und den heiligen Namen Jesu angerufen. So starb der tapfere Streiter Jesu Christi, erst 38 Jahre alt. Es war im Herbst des Jahres 1638. Der Tag des Martyriums ist nicht festgestellt.

Wie die alten Berichte zu melden wissen, geschahen an der Leiche eine Reihe wunderbarer Zeichen. Während die Leichen der übrigen Märtyrer in der heißen Sonne rasch in Verwesung übergingen, blieb der sel. Dionysius unversehrt. Ein Lichtschimmer ging während der Nacht von ihm aus, seltsame Melodien klangen in den Lüften. Von allen Seiten strömte das Volk herzu, um diese Wunderdinge zu sehen. Selbst der Sultan kam und gab dem allgemeinen Gefühl der Ehrfurcht so weit nach, dass er den Seligen unter glänzendem Pomp begraben ließ. Unerklärlicherweise soll die Leiche aber stets wieder an dieselbe Stelle zurückgekehrt sein, nachdem der Sultan umsonst versucht, sich durch Überführung nach dem Eiland Dos Degradados, durch Versenkung ins Meer, durch Bergung im Urwald des unheimlichen Mahners zu entledigen. 

Die Kunde von dem glorreichen Martyrium erregte zu Goa große religiöse Begeisterung. 1642 wurden von der kirchlichen Behörde der Untersuchungsprozess eingeleitet und die Aussagen der Augenzeugen zu Protokoll gebracht. Ein wichtiges authentisches Zeugnis bot ein Brief des Gesandten Don Francesco de Sousa vom 3. März 1643 an den Karmelitergeneral in Rom. 1664 wurde der Prozess in Rom begonnen und 1675 fortgesetzt. Dann blieb er liegen bis 1701 und wiederum bis 1876 und 1890. Erst am 25. März 1900 kam das Seligsprechungsdekret zur Veröffentlichung, und am 8. April fand in der heiligen Stadt die feierliche Seligsprechung der beiden Karmeliter statt.

Das Sultanat Atschin [Aceh] hat auch nach der Eroberung Sumatras durch die Holländer seine Unabhängigkeit bis in die letzte Zeit hinein hartnäckig bewahrt und das Christentum ferngehalten, das hier trotz wiederholter Versuche bisher keinen Boden finden konnte.


(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Montag, 10. November 2014

Der. sel P. Dionysius von der Geburt und der sel. Bruder Redemptus vom Kreuze – zwei Märtyrer-Missionäre des Karmeliterordens (Teil 1)



Im Jahr 1900 sprach Papst Leo XIII. die Karmelitermissionäre P. Dionysius von der Geburt, einen Franzosen aus der Normandie, und Br. Redemptus vom Kreuze, einen Portugiesen, wegen ihres im Herbst 1638 in Sumatra erduldeten Martyriums selig. Hier eine  Schilderung ihrer Leidensgeschichte. Sie beginnt nach ihrer Gefangennahme durch den Sultan, der sie zusammen mit einer portugiesischen Gesandtschaft getäuscht hatte und in einem Hinterhalt überfallen ließ.

„So war der Anschlag des tyrannischen Fürsten gelungen. Die Gefangenen wurden grausam gefesselt und unter dem Spott und Hohn der meist mohammedanischen Bevölkerung durch die Stadt und vor den Sultan geschleppt. Dieser gab Befehl, den Gesandten und einige Vornehme seines Gefolges rücksichtsvoller zu behandeln, aber als Geiseln festzuhalten. Die übrigen verteilte er als Sklaven unter seine Vasallen und Hofleute mit der Weisung, sie um jeden Preis durch Drohungen und Versprechungen zur Annahme des Islams zu drängen. Nur wenige erlagen der Versuchung. Allein auch von diesen Renegaten kehrten später einige zurück und dienten als Zeugen des Martyriums ihrer glücklicheren Genossen. Die Leiden und Qualen, welche die gefangenen Christen nun zu erdulden hatten, waren so groß, dass Dom Francesco [der portugiesische Gesandte], der nach einem Monat sie wieder einmal vor sich sah, dieselben kaum mehr wiedererkannte.

P. Dionysius war einem vornehmen Hofmanne zugeteilt. Derselbe wies dem christlichen Mönche als Aufenthaltsort ein elendes Loch (ein Bericht spricht von einer bedeckten Kloake) unweit des Toreingangs zu, in welches alle Arten Schmutz und Unreinigkeit hineingeworfen wurden. Die Vorübergehenden spuckten hinein, und die Diener schütteten dort das Spülwasser u. dgl. aus und besudelten absichtlich die kärgliche Nahrung, welche dem Gefangenen gereicht wurde, und die knapp genügte, um ihn am Leben zu erhalten. Der Selige trug alles schweigend um mit himmlischer Geduld. 

An ihm wurde wie bei den übrigen der Versuch gemacht, ihn durch Vorspiegelung irdischer Freuden und Genüsse zum Teil schmählicher Art zum Abfall zu bewegen. Ruhig wies er dergleichen Anträge zurück. Er sei Priester und Ordensmann und als solcher Christus, seinem Heiland, durch unauflösliche heilige Bande verknüpft. Sein Leib sei in ihrer Gewalt, nicht aber seine Seele. Er sei bereit, für Christus alles, auch den Tod zu leiden. Mehrfach ließen die Kazis, die mohammedanischen Geistlichen, sich mit ihm in einen religiösen Wortstreit ein; er benutzte die Gelegenheit, um öffentlich und mit Eifer die christliche Religion zu verkünden, und überführte sie so siegreich ihrer Irrtümer, dass sie beschämt von ihm abließen. 

Mehr als sein eigenes Schicksal berührte den Diener Gottes dasjenige seiner Leidensgefährten. Auf seine flehentlichen Bitten hin gestattete ihm sein Herr, die Gefangenen zuweilen zu besuchen. Obschon die eisernen Kettenringe bei jedem Schritt ihm ins Fleisch schnitten, scheute er nicht diese schmerzlichen Rundgänge, um überallhin Trost und Hilfe zu tragen, die Mutlosen aufzurichten, sie Beichte zu hören und durch den Hinweis auf die ewige Krone zur Ausdauer zu ermuntern. Da er der malaysischen Sprache mächtig war, konnte er manches zur Erleichterung ihrer Lage beitragen; er bat um Almosen für sie und trug ihnen die Speisen zu, welche der Gesandte durch seine Diener ihm zugedacht. Selbst die Heiden und Moslems bewunderten diese hingebende Liebe und gaben dem Seligen den schönen Namen: Vater der Portugiesen. Für die beiden mitgefangenen Rekollekten, welche krank darniederlagen, sorgte er wie eine Mutter.

Inzwischen musste auch sein Ordensbruder, Br. Redemptus, harte Tage durchmachen. Sein grausamer Herr hatte ihm zum Spott Bart und Augenbrauen abscheren lassen und verwandte ihn dazu, die Büffel zu hüten und für sie Futter zu schneiden. Der arme Bruder hatte namentlich durch Hunger zu leiden, da man ihn oft tagelang ohne Nahrung ließ. Als er einst, zum Tode ermattet, sich in einen Wald schleppte, um dort einige essbare Wurzeln und Früchte zu suchen, ließ ihn der Herr, der ihm dies als Fluchtversuch auslegte, gefesselt vor den Sultan führen. Dieser stellte ihm die Freiheit und alle möglichen zeitlichen Vorteile in Aussicht, falls er die Lehre des Propheten annähme, andernfalls werde er ihn unter grausamen Qualen sterben lassen. Das wäre doch wunderlich, erwiderte der Bruder treuherzig, wenn er, nachdem er in dies Land gekommen, um seine Bewohner von der falschen Lehre des Propheten abzubringen, nun selber ein Muselmann würde. Er suche auf dieser Welt nichts anders, als Christus zu gefallen, und sei bereit, für ihn nicht bloß eines, sondern tausend Leben zu lassen. Sie möchten daher ihre eitlen Bemühungen, ihn zum Abfall zu bewegen, nur aufgeben. Eher werde er sich in Stücke zerreißen lassen. Da auch bei den übrigen Gefangenen alle Versuche der mohammedanischen Kazis gescheitert waren, gab der Sultan erzürnt den Befehl, sie alle gleichzeitig hinrichten zu lassen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Fortsetzung hier

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Ein Blindenheim in Bagdad


In den europäischen Ländern ist dank der vereinigten Bemühungen von Staat und Kirche für die Blinden gut gesorgt. Und doch ist hier die Blindheit verhältnismäßig nicht so häufig. Nach statistischen Erhebungen kommt in Frankreich, England, Russland und Deutschland durchschnittlich 1 Blinder auf 1100 Personen. Dagegen ist im Orient die angeborene oder durch schlimme Augenkrankheiten herbeigeführte Blindheit außerordentlich stark verbreitet. Nach dem Karmelitermissionär P. Leo Michael vom Heiligen Kreuz finden sich z. B. in Bagdad auf 145.000 Einwohner 4.000, und zwar kommt je ein Blinder auf 35 Moslemin, auf 111 Israeliten und auf 133 Christen. Und doch gibt es im türkischen Reich, soweit P. Leo erfahren konnte, nur drei Blindenschulen, in Konstantinopel, Jerusalem und Bagdad. 

In dieser Stadt unternahmen es die Karmeliter-Patres, den Unglücklichen die Wohltat einer Schulbildung zu verschaffen. 
P. Peter von der Mutter Gottes brachte aus Frankreich das Blindenalphabet mit erhöhter Schrift, System Braille, und Schreibbretter mit. P. Johann, heute Erzbischof von Bagdad und Apostol. Delegat für Mesopotamien, übertrug das Alphabet ins Arabische und lehrte zunächst einige christliche Blinde lesen, schreiben, rechnen und etwas Musik. Damit war die Blindenschule eröffnet. Die ersten Schüler wurden Lehrer und unterrichteten ihre Leidensgenossen. Das Werk zog die öffentliche Aufmerksamkeit und Teilnahme auf sich. Um die Anstalt noch besser in stand zu setzen, reiste P. Peter nach Frankreich und lernte die ganze Einrichtung eines Blindeninstituts dort kennen. Nun konnte auch in Bagdad das Programm erweitert und Handwerkskurse für Weberei, Wollkämmerei, Mattenflechterei, Korbflechterei mit Weiden und Stroh eröffnet werden. So lernen die Blinden ihr tägliches Brot gewinnen und zugleich einen nützlichen Beruf üben. 

Noch fehlte ein eigenes Heim für Frauen. Man wandte sich an die Öffentlichkeit, und Christen, Juden und Moslemin steuerten dazu bei. Die Mission selbst spendete trotz ihrer Schuldenlast 100 türkische Pfd. (etwa 1900 M.). So konnte ein eigenes Frauenheim mit Schlaf- und Arbeitssaal errichtet werden. Leider war es bisher noch nicht möglich, für dasselbe geschulte Schwestern zu bekommen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1911)

Freitag, 19. September 2014

Die Gründung des Karmelitinnenklosters in Bethlehem

Die ersten Karmelitinnen von Bethlehem. Die selige Mirjam von Abellin ist mit einem Kreuz markiert, sie hat laut dieser Quelle den Standort des Klosters ausgewählt. Sie nahm ebenfalls an einer Karmelgründung in Südindien teil. (Das Foto ist leider etwas unscharf, ich habe es im Museum des Karmels in Betlehem aufgenommen)

(…) Wir haben uns so lange bei diesem ersten Kloster aufgehalten [dem Kloster auf dem Ölberg in Jerusalem], dass wir uns für die Gründung des zweiten kurz fassen müssen. 

Als die ersten Karmelitessen im Oktober 1874 in Jerusalem eintrafen, vermutete wohl niemand, dass kein Jahr vergehen würde, bis eine zweite Kolonie nachfolgen würde, um ein zweites Kloster in Angriff zu nehmen. Und doch sollte es so geschehen. Am 24. September, dem Fest Unserer Lieben Frau von der Erlösung der Gefangenen, schlossen sich zehn Schwestern aus Pau in einem kleinen Karmel zu Bethlehem ein, um ganz in der Nähe der Grotte der Geburt des Herrn ihr Leben in Gebet und Buße für die Bekehrung der Sünder aufzuopfern. 

Die Feier der Besitzergreifung fand in der Geburtsgrotte selbst statt, in Gegenwart von Msgr. Bracco. Dort vor der Krippe des Jesuskindes erzählte der Abbé Bordachar, welcher vom hochwürdigsten Bischof von Bayonne beauftragt worden war, die Schwestern nach Bethlehem zu geleiten, die verschiedenen Phasen der Gründung dieses Klosters. 

Zahllose Schwierigkeiten hatten sich von allen Seiten erhoben, aber die Vorsehung hatte sie alle zu entfernen gewusst. Der heilige Vater selbst interessierte sich sehr für diese Gründung, und seiner Autorität gelang es endlich, auch die letzten Hindernisse zu beseitigen. Darauf wendete sich Abbé Bordachar an die Schwestern, welche in der Grotte knieten, wie einst Maria hier vor ihrem göttlichen Sohn, und fragte jede einzeln, ob sie bereit sei, nach dem Beispiel des hier geborenen Sohnes Gottes gehorsam zu sein bis zum Tod und arm, wie er, ohne auch nur zu besitzen, wohin das Haupt zu legen. Mit Herz und Mund antworteten die Schwestern: „Ja, mein Vater,“ und Herr Bordachar erinnerte sie dann an die Sendung, die sie demgemäß zu erfüllen hätten, eine Sendung des unaufhörlichen Gebetes, des beständigen Opfers, der steten Abtötung zur Beförderung der größeren Ehre Gottes und zur Rettung unzähliger Seelen. 

Zum Schluss bat er den hochwürdigsten Patriarchen, diese demütigen Töchter der hl. Theresia, welche der Bischof von Bayonne gleichsam als Vertreterinnen seiner Diözese zum Heiligtum von Bethlehem gesendet hatte, unter seinen Schutz und seine Jurisdiktion zu nehmen. Msgr. Bracco erwiderte, dass er sich glücklich schätze, in so kurzer Zeit zwei Klöster dieses so eifrigen Ordens in seinem Patriarchat entstehen zu sehen; er hoffe und vertraue, dass auch dieser neue Karmel für das heilige Land eine reiche Quelle der Gnaden sein werde. 

Darauf begab man sich in Prozession zum nahen Klösterlein; eine der Schwestern trug ein schweres Holzkreuz voran, welches die eingeschlossenen Klosterfrauen an ihren Beruf und an die zur Erfüllung desselben empfangenen Gnaden erinnern soll. Der hochwürdigste Patriarch segnete die einzelnen Zellen und Räumlichkeiten und zuletzt auch die Kapelle. Dann brachte er das heilige Messopfer dar, und als der liebe Heiland unter den sakramentalen Gestalten auch von dem neuen Heiligtum Besitz ergriffen hatte, erklärte Msgr. Bracco das Kloster für begründet und die Klausur bestehend.

Der 24. September 1875 wird stets ein denkwürdiger und wichtiger Tag für Bethlehem und ganz Palästina sein, dessen Wirkungen, wir zweifeln nicht daran, schon in naher Zukunft sich fühlbar machen werden. Wenn in einem Land viel gebetet wird, kann der liebe Gott ihm seine Gnade nicht versagen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Montag, 1. September 2014

Was machen klausurierte Karmelitinnen in der Mission?

Auch die heilige Theresia von Lisieux wollte 1894 ins Karmel nach Vietnam, doch ihre Krankheit verhinderte dies. Die Karmelitinnen kamen 1861 vom Karmel in Lisieux in die Mission nach Cochinchina, d. h. Südvietnam.

„Ihr fragt mich, was die Karmelitessen in unserer Mission tun?“ schrieb vor einigen Jahren ein Missionär aus Cochinchina; „warum fragt ihr mich nicht auch, was der Regen und der Tau des Himmels für unsere Wiesen und Felder tun? Die Karmelitessen beten; sie beten für die Ungläubigen, für unsere Katechumenen, für unsere Neophyten; sie beten besonders für unsere Seminaristen, damit wir sie mit der Gnade Gottes zu guten Priestern erziehen. Nun, ich glaube, wie jeder Christ, an die Fruchtbarkeit des Gebets und der Bußwerke; ich glaube, dass das Gebet und die Bußwerke etwas ihnen Ähnliches, d. h. jene übernatürliche Gnade, welche man Bekehrung und Heiligung der Seelen nennt, hervorzubringen vermögen.

 Ich weiß, dass eine würdige Tochter der hl. Theresia von dem nämlichen Feuer entflammt ist, welches das Herz ihrer Mutter verzehrte; eine Ordensfrau aber, die für die apostolischen Arbeiter betet und leidet, ist deren nützlichste Hilfsarbeiterin. Hat die hl. Theresia nicht selbst ganz allein durch ihr Gebet und ihre Bußwerke mehr als 200.000 Ungläubige bekehrt? Wenn wir gegenwärtig so viele Neophyten und Katechumenen zählen, wenn im verflossenen Jahr (1869) unsere Kataloge mehr als 5.000 Taufen Erwachsener anführten, wenn in diesem Augenblick ganze Dörfer um Unterricht bitten und die Gnade der Taufe verlangen, so zweifle ich keinen Augenblick, dass der Tau, der die sonst so unfruchtbare Erde Cochinchinas gegenwärtig befruchtet, von den Höhen des Karmel herstammt.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Sonntag, 24. August 2014

Gottes Segen des Missionärs Trost

Neulich brachten diese Blätter eine Illustrierung der von allen Theologen geteilten Ansicht, Gott wisse Mittel und Wege zu finden, um Heiden, die nach bestem Wissen und Willen handeln, zur Gnade zu verhelfen, müsste er selbst ein Wunder dazu wirken (siehe hier). Einen weiteren Beleg für diese tröstliche Wahrheit bieten zwei Tatsachen, die der Karmeliterpater Gereon aus Verapoly (Vorderindien) unter dem Titel „Gottes Segen des Missionärs Trost“ an die „Katholischen Missionen“ berichtet.

„Es war in den Monaten April und Mai des Jahres 1907“, schreibt der Missionär, „dass die Blattern in der Stadt Kottayam und Umgebung schrecklich wüteten. Viele Heiden und Christen fielen ihnen zum Opfer. Da gab es denn Arbeit in Hülle und Fülle für die Missionäre, und mehr als einer hat sich in der kurzen Zeit die Gesundheit für immer untergraben.

Ein treuer Gehilfe des Missionärs in der Umgegend von Kottayam war der Karmeliterbruder Rochus. Ohne Furcht vor Ansteckung pflegte er täglich die Spitäler und Häuser mit Blatternkranken zu besuchen und die Toten zu begraben. Zu Katholiken und Protestanten, Jakobiten (d. .h. Malankarisch-Orthodoxen) und Heiden drang er vor und ermahnte alle, sich auf den Tod vorzubereiten. Seine Arbeit ward oft mit auffallenden Bekehrungen belohnt.

Eines Tages besuchte er einen priesterlichen Freund, der ebenfalls an den Blattern darniederlag. Auf der Heimfahrt, die er auf einem kleinen Kahne machte, kam ihm plötzlich der Gedanke: ‚Du hast heute noch keine Seele bekehrt. Du solltest es doch in dieser Gegend versuchen.‘ Sofort lässt der Bruder den Kahn halten, steigt aus und nimmt seinen Weg durch einen großen Kokospalmgarten. Und siehe da, in der Ferne unter den Palmen erblickt er ein sonderbares Blätterdach, nur so weit über den Boden erhoben, dass ein Mensch darunterkriechen kann. Er geht hin und findet unter dem Dach ein heidnisches, von den Blattern ganz entstelltes Weib. Aber kaum hatte die Frau den Bruder bemerkt, als es wie ein Lächeln über ihr Antlitz ging. Mit der letzten Kraft hauchte sie: ‚Ich will katholisch werden, ich will getauft werden.‘ Zögern war hier nicht am Platz. Der Bruder unterrichtete sie in den wichtigsten Wahrheiten und taufte sie. Nach ein paar Stunden befand sich die Seele in der glückseligen Ewigkeit – War das alles Zufall?

Noch ein Beispiel von Gottes Fügung.

Es war am Karfreitag 1909 in Ernakulam (Verapoly). Eine Frau aus der Kaste der Palmbesteiger, die wir nicht kannten, begehrte schon lange nach der heiligen Taufe, aber es standen große Hindernisse von Seiten der Familie und der Kaste im Wege. Da sie durch Umgang mit katholischen Frauen ziemlich genau die Lehren des heiligen Glaubens kannte, sah sie klar die Notwendigkeit der heiligen Taufe ein und lebte somit in großer Angst um ihre ewige Seligkeit. Täglich flehte sie zur allerseligsten Jungfrau um die Gnade, sie doch nicht im Heidentum sterben zu lassen.

Die arme Frau wurde krank. Ohne Erfolg bat sie ihre Tochter, eine Heidin, doch einen katholischen Priester zu rufen. Die junge Heidin blieb den innigen Bitten ihrer Mutter gegenüber gefühllos. Was tun? Sie konnte nicht aufstehen und zum Missionär gehen, noch hatte sie jemand anders zur Hand als ihre Tochter, der ihren Wunsch hätte erfüllen wollen. Sie probierte nun das letzte Mittel, das ihr zu Gebote stand. Ihre Kräfte zusammenraffend, rief sie mit lauter Stimme, damit man es draußen auf der Straße hören könnte. ‚Ich will Christin werden! Ich will Christin werden!‘ Einige Katholiken hörten die verzweifelten Rufe und eilten zum Karmeliterkloster. Ein Pater machte sich schnell auf den Weg zur kranken Frau. Nach Art der Katholiken empfing sie den Missionär mit dem Gruß: ‚Gelobt sei Jesus Christus‘ und bat innig, sie doch sofort in die Kirche aufnehmen zu wollen. Dieser fand, dass eine lange Vorbereitung hier unnötig sei. Zwar widersetzte sich die Tochter energisch dem Wunsch der Mutter; aber diese hörte nicht auf das Flehen ihres Kindes. Mit inniger Andacht empfing sie das heilige Sakrament, und sie pries Gott, dass er ihr durch die Krankheit zum höchsten Glück verholfen habe.
„Wahrhaftig, Gottes Segen des Missionärs Trost!“

(Aus: die katholischen Missionen, 1912)

Montag, 16. Juni 2014

Einheimische Karmeliterinnen in Vietnam




Eine recht interessante Mitteilung über den Zug der einheimischen Frauen hier in Tonking (heute der Norden Vietnams) zum Ordensleben entnehmen wir dem Brief der Karmelitesse Schwester Amata von Jesus aus Hanoi. 

„Wir haben hier einen neuen Karmel errichtet, weil derjenige von Saigon (West-Cochinchina) bei den zahlreichen Anmeldungen einheimischer Mädchen nicht mehr genügte. Wir haben also diese Mutteranstalt geteilt, indem wir eine gute Anzahl annamitischer (d. h. vietnamesischer) Schwestern als Kern einer neuen Klostergemeinde hierher verpflanzten. 

Kaum war sie hier eingerichtet, als auch bereits eine Anzahl tongkingesischer Mädchen sich meldete, die das Verlangen hatten, sich Gott zu weihen. Wir finden einen großen Trost darin, dieselben nach unserem besten Wissen und Können im religiösen Leben zu erziehen. Es ist aber schwer zu sagen, in welcher Armut diese guten Kinder zu uns kommen. Wir haben alle unsere Mittel erschöpft, um den Anfang eines Klosters zu bauen. Und doch wäre es so notwendig, eine Mauer um unser Kloster aufzuführen, um die Bösewichter fernzuhalten. Das fordert aber eine große Summe. Wir müssen uns also auf die Vorsehung verlassen.“

Diese Bitte wird durch eine in Hanoi wohnende französische Dame unterstützt: „Die Karmelitessen haben hier ein Kloster gegründet und es vorderhand mit einer Bambushecke umfriedigt, indem sie darauf rechneten, dieselbe später durch eine solide Mauer zu ersetzen. Inzwischen sind aber bereits die Diebe eingedrungen und haben gestohlen, was ihnen in die Hände fiel. Jede Nacht müssen die Nonnen zwei Wächter anstellen. Man hat hier für sie zusammengelegt, soviel man konnte; allein Sie wissen, dass die Kolonisten nicht reich sind.“ 

Hier wäre für manche gut gestellte Klostergemeinde eine schöne Gelegenheit, den armen Schwestern im fernen Tongking eine Freude zu machen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1897)

Freitag, 6. Juni 2014

Papst Pius X. gratuliert dem Vorsitzenden der Pariser Glaubensvereins-Zentrale zum 25-jährigen Jubiläum


Unter dem 14. November 1910 richtete unser Heiliger Vater Pius X. ein huldvolles Handschreiben an Herrn Karl Hamel, der an diesem Tag sein 25-jähriges Jubiläum als Vorsitzender der Pariser Glaubensvereins-Zentrale feierte. Das Schreiben lautete:

„Lieber Sohn! Gruß und apostolischen Segen! Wie überaus teuer Uns dieses gesegnete Werk der Glaubensverbreitung, das fruchtreichste aller, welche von Katholiken gegründet wurden, ist, brauchen Wir nicht zu sagen, hat es doch den Zweck, die Kirche in der Ausführung jenes Auftrages zu unterstützen, den ihr ihr göttlicher Stifter gegeben: ‚Gehet hin und lehret alle Völker.‘

Mit großer Freude haben Wir vernommen, dass die Oberleitung dieses Werks seit 25 Jahren der Gegenstand Deiner ganzen Sorge ist. Wenn nun auch Deine edle Seele nur auf Gott, den Belohner aller guten Werke schaut, so dürfte es Dich doch freuen, wenn zur Befriedigung, welche das Bewusstsein einer guten Tat an sich schon gewährt, auch noch die Glückwünsche des Stellvertreters Christi treten.

Von Grund Unseres Herzens sprechen Wir Dir Unsere vollste Genugtuung aus und flehen zum gütigen Gott, er möge Dich noch recht lange arbeiten lassen zum Besten der heiligen Kirche. Auch erteilen Wir Dir in herzlichster Liebe Unseren Apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, den 14. Nov. 1910, dem achten Jahr unseres Pontifikates.

                                                                                  Papst Pius X.“

Diesem päpstlichen Schreiben gesellte sich ein anderes des Präfekten der Propaganda, Sr. Eminenz des Kardinals Gotti, hinzu.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Samstag, 10. Mai 2014

Gebet zur heiligen Theresia vom Kinde Jesu für die Mission



Du liebenswürdige Heilige, du hast schon im zarten alter Gott treu gedient und dich in seinem Dienste für die Rettung der Seelen verzehrt; darum bist vom Stellvertreter Christi auf Erden zur Patronin aller Missionare erklärt worden. Schau nun vom Himmel aus auf die vielen Millionen herab, die den Heiland noch nicht kennen. Erhebe deine reinen, unschuldigen Hände zum Spender aller Gnaden, damit sein himmlischer Gnadensegen wie ein ununterbrochener Rosenregen auf das steinige Erdreich der weltweiten Missionskirche herabfließe.

Göttlicher Erlöser Jesus Christus, Du hast gesagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen“, erbarme Dich auf die Fürbitte der heiligen Theresia der vielen Menschen in den Heidenländern, die in Gefahr schweben, ewig verloren zu gehen. Sende ihnen fromme Missionare und opferfreudige Missionsschwestern, die sie gütig aufnehmen und den Weg des Heils lehren. Lass aus ihren Reihen viele einheimische Priester- und Ordensberufe herauswachsen, damit Dein Reich unter ihnen immer fester gegründet werde. Hilf auf ihr inniges Gebet den Glaubensboten in aller Welt, damit sie auf ihren gefahrvollen Posten treu ausharren und reiche Früchte hervorbringen. Durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

(Aus: die Weltmission der katholischen Kirche, 1951)

Donnerstag, 30. Januar 2014

Wenn Steine Großes berichten...

Mar Ivanios als junger orthodoxer Geistlicher
Folgende Steintafeln dokumentieren die Rückkehr des Dieners Gottes Mar Ivanios O.I.C., Erzbischof von Trivandrum und einem Teil des schismatischen syro-malankarischen Klerus zur Einheit der heiligen römischen Kirche sowie die nachfolgende Gründung der syro-malankarischen katholischen Kirche im Jahr 1930.


Gedenkstein in der Bischofskapelle von Quilon (Bildquelle: Kumbalam)


J.M.J.

Im Jahre Unseres Herrn 1930 wurden am 20. September
in dieser bischöflichen Kapelle
Se. Gnaden Erzbischof Mar Ivanios O.I.C., M.A.
Seine Exzellenz Bischof Mar Theophilus O.I.C.
der Hochw. Fr. John O.I.C., Brother Alexius, Geistlicher
und Sri. Chacko Kilileyath, Laie 
 alle Mitglieder der jakobitischen Kirche in Kerala 
durch Seine Exzellenz Bischof Alois Maria Benziger O.C.D., Bischof von Quilon,
den der Erzbischof um Hilfe gebeten hatte, und den der Heilige Stuhl für die Aufnahme in die Kirche ernannt hatte,
in die katholische Kirche aufgenommen. 
Sofort im Anschluss wurde die erste Messe des Erzbischofs in der katholischen Kirche
im katholischen syro-antiochenischen Ritus zelebriert.

Steinplatte mit ähnlicher Inschrift im Bischofshaus von Kollam (Bildquelle: Kumbalam)