Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Dienstag, 31. Dezember 2013

Päpstliche Empfehlung: Papst Pius X. schreibt an die katholischen Missionen

Originalschreiben in Latein


Papst Pius X

Die Monatsschrift „Katholische Missionen“, die durch Euer Zusammenwirken, geliebte Söhne, durch des einen Fleiß und Umsicht und des anderen Druck und Verlagstätigkeit seit 30 Jahren erscheint, erachten Wir in der Tat Unserer warmen Empfehlung würdig. Hat doch dieselbe während dieses Zeitraums nicht wenig dazu beigetragen, die Katholiken deutscher Zunge für das zur Ausbreitung des heiligen Glaubens unternommene Missionswerk zu begeistern.

Einen Beweis dafür bilden schon die reichen Almosen, die durch Euch bis jetzt gesammelt und den Missionären zugewandt wurden.
Der Umstand, dass Ihr bei der Verwendung und Verteilung dieser Gaben nicht auf die Sprache und Nationalität der Missionäre, sondern bloß auf deren Hilfsbedürftigkeit schaut, gewinnt Eurem Unternehmen noch das besondere Lob, dass es so recht den katholischen Geist atmet.

Wir danken Euch für die überreichten Exemplare der Zeitschrift und wünschen gar sehr, dass dieselbe bei Euren Landesangehörigen immer weitere Verbreitung finde zum Nutzen des christlichen Namens und zum Heile der Seelen. Als Unterpfand der göttlichen Gnaden und als Beweis Unseres Wohlwollens erteilen Wir Euch, geliebte Söhne, sowie allen Lesern und Förderern der Zeitschrift liebevoll im Herrn Unsern Apostolischen Segen.
Gegeben zu Rom bei St. Peter am 15. November des Jahres 1904, des zweiten Unseres Pontifikats.

Den geliebten Söhnen                                                                                                                                                               
Anton Huonder aus der Gesellschaft Jesu

und Hermann Herder.  


Pius X. Papst.

(Aus: die katholischen Missionen, 1905)

Montag, 30. Dezember 2013

Ein Indianer am Altar

Bei der letzten Katholikenversammlung der Indianer in Nord-Dakota (Benediktinermission) feierte, wie wir nachträglich erfahren, der hochw. Herr Albert Negahnquet, der einzige priesterliche Vollblutindianer der Vereinigten Staaten, das feierliche Festhochamt, und zwar im Freien (wohl wie hier im Jahr 1916), umgeben von den zahlreichen Scharen seiner roten Stammesbrüder, die natürlich nicht wenig stolz darauf waren, auch einmal einen Schwarzrock ihrer Rasse am Altar zu sehen.


(die katholischen Missionen, 1910)

Sonntag, 29. Dezember 2013

Der älteste Leser der katholischen Missionen


Herr Kommorantpriester Joseph Schlechter in Dingolfing (Niederbayern), schreibt am 12. Februar 1909:

„Zu den wenigen Zeitschriften, die ich als Fünfundneunzigjähriger immer noch lese, gehört Ihre Zeitschrift ‚Die katholischen Missionen‘. 
Wer wie ich die Entstehung, mehr noch die ganze Entwicklung eines so echt katholischen Unternehmens gesehen und Anteil daran genommen hat, kann sich von dessen Bann nicht losreißen. Durch 36 Jahre hindurch haben mich ‚Die katholischen Missionen‘ über die Ausbreitung der Kirche Christi auf Erden unterrichtet, mir manchen Trost, manche herzliche Freude bereitet!

Ich wünschte, Ihre Zeitschrift käme in recht vielen katholischen Familien, denen erbauliche und belehrende Lektüre, wie sie ‚die Missionen‘ bieten, not tut.
Möchten sich doch recht viele Freunde der ‚Missionen‘ finden, die sich von ihr begeistern lassen, und sich nichtmehr von ihr trennen!“


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Samstag, 28. Dezember 2013

Papst Pius X. will katholische Schulen für katholische Indianerkinder


In den Vereinigten Staaten besteht seit einigen Jahren ein Missionsverein zur Erhaltung des Glaubens unter den Indianerkindern, der namentlich zum Zweck hatte, die Mittel zu einer katholischen Erziehung der in den glaubenslosen Staatsschulen gefährdeten Indianerkinder aufzubringen. Leider ist der Verein nach einer kurzen Zeit der Begeisterung wieder stark abgeflaut.

Nun hat Papst Pius X. am 3. April d.J. in einem eigenen an Kardinal Gibbons gerichteten apostolischen Schreiben den Verein und seine Aufgabe den amerikanischen Katholiken dringend empfohlen. Da der Missionseifer in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren sichtlich gewachsen ist, dürfte das päpstliche Mahnwort seine Wirkung nicht verfehlen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Freitag, 27. Dezember 2013

"Selig preisen werden mich alle Geschlechter" – katholische Inder in Lourdes

© Manuel González Olaechea y Franco

Der berühmte Wallfahrtsort ist längst der Zielpunkt der Katholiken aller Länder Europas geworden. Vor einiger Zeit fanden sich auch vier katholische Inder dort ein. Zwei davon waren ehemalige Zöglinge des Jesuitenkollegs St. Joseph in Tritschinopoly, die zwei anderen katholische Kaufleute aus Colombo in Ceylon.

Ihre Pilgerreise führte sie zuerst nach dem Heiligen Land, wo sie in Jerusalem die Karwoche verbrachten. Von dort zog es sie nach dem Mittelpunkt der Christenheit, wo sie Zeugen der großartigen Seligsprechungsfeier der Jungfrau von Orleans wurden und bei einer Privataudienz dem geliebten Oberhirten der Kirche unter Tränen der Freude die Hand küssen durften. 

Nach dem Besuch der Wallfahrtsorte von Loreto und Pompeji ging es weiter nach Lourdes. Hier trafen sie in P. Heraudeau S.J. einen alten Missionär von Madura und konnten sich mit ihm in ihrer Heimatsprache unterhalten. Vor einer 1000-köpfigen Menge sangen die vier Inder an der Grotte tamilische Marienlieder. Der Bischof von Tarbes, Msgr Schoepfer, wies in einer Predigt auf diese Waller aus weitester Ferne hin, deren Gegenwart und Beispiel so schön jenes prophetische Wort beleuchte: „Selig preisen werden mich alle Geschlechter!

Mit wachsender Begeisterung nahmen die Inder an der unvergleichlichen Kerzenprozession am Abend teil, sahen mit eigenen Augen die wunderbar geheilten Kranken und die zahlreichen Exvotos, welche die Dankbarkeit von Tausenden im Heiligtum aufgehängt hat.

Von Lourdes machten die Inder eine Rundfahrt durch das schöne Frankreich, knieten in Paray-le-Monial, bewunderten Notre-Dame und die Basilika auf Montmatre zu Paris und freuten sich, in dem so übel beleumundeten Frankreich überall noch so viele schöne Zeugnisse katholischer Gesinnung und religiösen Lebens zu finden: Voll von erhebenden Eindrücken kehrten die Pilger in ihre ferne Heimat zurück und erzählten dort ihren Glaubensbrüdern mit Begeisterung, was sie in Europa geschaut und erlebt hatten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Die ersten eingeborenen Weltpriester von Madagaskar


Am 18. Februar 1925 feierte in der Hauptstadt Tananarivo Mgr. Henri de Saune S.J. sein 25-jähriges Bischofsjubiläum. An diesem Tage wollte der geliebte und gefeierte Jubilar seinen Madagassen eine große Freude bereiten: Neun jungen Männern der schwarzen Rasse erteilte er die heilige Priesterweihe.

Die Namen dieser Erstlinge, die Madagaskar als Weltpriester dem Altare opferte, sollten in aller Welt bekannt sein. Es sind: Hubert Nicol, Joh. Bapt. Rakotobe, Joh. Nepomuk Rakoto, Michael Razanakolona, Eduard Ranaivo, Ignatius Ramarosandratana, Joh. Bapt. Ranaivo, Eduard Rabe und Philibert Randria.

Am Morgen um 7 ½ Uhr begannen die Feierlichkeiten in der Kathedrale. Zugegen waren der Geheimsekretär des Generalgouverneurs, der kommandierende General der ostafrikanischen Truppen, zahlreiche Offiziere und Beamte, ferner alle Missionare der Provinz Imerina. 
Für die Angehörigen der Neupriester hatte man Ehrenplätze bereit gemacht. Eine endlose Menge von Europäern und Eingeborenen füllte das Gotteshaus bis zum letzten Winkel und darüber hinaus bis zum Kirchenplatz. So etwas hatte Madagaskar noch nicht erlebt.

Am folgenden Morgen waren die ersten heiligen Messen. Die Kirchen waren von Gläubigen gefüllt wie am Tage zuvor, und in Scharen strömten sie zum Tische des Herrn. Zum ersten Mal empfingen sie aus der Hand ihrer Volksbrüder die heilige Kommunion. 
Während der Primizmesse in der Kathedrale reichte der Neupriester Hubert Nicol Tausenden seiner Landsleute das Brot des Herrn. Und es ist nicht zu viel gesagt, wenn man die Zahl der heiligen Kommunionen, die an diesem Tag in den verschiedenen Kirchen von den Neupriestern ausgeteilt wurden, auf über 4.000 schätzt. 

Hiermit hat die schwarze Rasse von neuem bewiesen, dass sie des Altares würdig ist. So bewahrheitet sich auch in unseren Tagen das völkerversöhnende und völkererlösende Wort des Weltapostels Paulus: im Gottesreich „ist nicht Grieche noch Jude, nicht Barbar noch Skythe“, und wir fügen hinzu: nicht Neger noch Europäer, nicht Schwarzer noch Weißer, „sondern alles in allem Christus“.


(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Deutschlands einstige Missionsbegeisterung – Xaverius-Jubiläum in Paderborn

Marktkirche, Paderborn (Quelle: TheoPB)

Seit den Tagen der großen Fürstbischöfe aus dem Hause der Fürstenberg haben die Paderborner es allzeit verstanden, den heiligen Patron ihrer Jesuitenkirche glänzend zu feiern. Was wir da in vergilbten Annalen lesen von prunkvollen Festaufzügen zu Ehren des vielgeliebten Schutzheiligen, erscheint uns oft kaum glaublich. Wollte man am letztverflossenen Jubiläumstag des hl. Franz Xaver wetteifern mit jenen guten alten Tagen? 

Jedenfalls bewies sich die Liebe des heutigen Paderborn nicht weniger innig und opferfroh.
Der große Tag wurde vorbereitet durch die noch besser als in früheren Jahren besuchte Gnadennovene. Man betete dabei die seit alters geheiligten Gebete und sang die Xaveriuslitanei nach der überlieferten Weise. 

An den letzten drei Abenden predigte ein Mitbruder des hl. Franz (Xaver), durch den Krieg von dem indischen Missionsfeld vertrieben, zu der gewaltigen, Kopf an Kopf sich drängenden, frommen Volksmenge. Er sprach von der überragenden Persönlichkeit des Heiligen, und mehr noch von der großen Sache, die ihm zeitlebens am Herzen gelegen. Der Redner hatte sich zum Ziel gesetzt, das zu sagen, was der Heilige selbst gesagt hätte, hätte er mit flammenden Worten für die Unterstützung der Missionssache werben können.

Die eigentliche Jubliäumsfeier begann in aller Frühe mit einer überaus zahlreichen Beteiligung am Tische des Herrn. Um 9 Uhr füllten sich die Schiffe der weiträumigen Kirche, welche Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg dem von ihm mit tiefer Dankbarkeit als Lebensretter verehrten hl. Franz errichtet hat, wieder mit einer andächtigen Festversammlung. 

Umgeben von den Herren des Domkapitels und unter Teilnahme der gesamten theologischen Akademie zelebrierte der hochwürdigste Herr Bischof Dr. Kaspar Klein ein Pontifikalamt im Beisein zahlreicher Festabordnungen von Seiten der Klosterfamilien der Stadt, des Priesterseminars, des Gymnasiums und der katholischen Vereine. 

Die Festpredigt wandte ein Wort, das der Heiland von sich selbst gesprochen, auf seinen treuen Diener und Apostel an. Wie die Erfüllung des Heilswillens des Vaters den ganzen wertvollen Inhalt seines gottmenschlichen Lebens ausmachte, so konnte auch dieser „Stürmer im weiten Gottesreiche“ von sich sagen: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat.“

Um 2 Uhr veranstalteten die höheren Schüler Paderborns eine eigene Jubiläumsandacht, die dem Missionar eine besonders erwünschte Gelegenheit bot, an die jungen Herzen im Namen des großen gefeierten Apostels einen Werberuf zu richten zur Gefolgschaft in dem immer noch so heiß wogenden Kampf des Lichtes der Offenbarung gegen die Finsternis des Heidentums.

Dann folgte um 4 Uhr der Glanzpunkt des Jubeltages: der feierliche Umzug mit den treubehüteten und gerade in diesen Tagen wieder so inständig verehrten Reliquien des hl. Franz Xaver. Von den freundlichen Strahlen der Frühlingssonne beleuchtet, bewegte sich der Festzug durch die reich beflaggten Straßen der Stadt.  

Hinter den von Priestern getragenen kostbaren Schätzen der Xaveriuskirche schritt im vollen Bischofsornat der Oberhirt der Paderborner Diözese, ehrfurchtsvoll umringt und begleitet von seiner Herde, die aus jubelfrohem Herzen immer wieder die Strophen des alten Xaveriusliedes sang. 

Schließlich drängte die Menge wieder in die Jesuitenkirche hinein, und nun bestieg der hochwürdigste Herr selbst die Kanzel und forderte seine geliebten Diözesanen auf zur nacheifernden apostolischen tat des Wortes und des Beispiels. Mit einem Tedeum dankte man darauf dem lieben Gott für die Gnaden und die Festfreude des Tages.

Am Abend fand dann in der Volkshalle nach eine jener Festsaalveranstaltungen statt, die für die Weckung echter Missionsbegeisterung so wertvoll sind. Zum lebenswahren Bild des Arbeitsfeldes, auf dem einst der hl. Franz so unverdrossen und erfolgreich gewirkt, fügte der Missionar in längerem Vortrag noch manchen Zug hinzu. Am Ende hatte jeder das erhebende Gefühl, einen großen Tag miterlebt zu haben, einen Tag, dem der Reichsgedanke Gottes, wie ihn Xaverius gedacht hatte, den Inhalt gegeben.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Dienstag, 24. Dezember 2013

Brasilianisch-italienische Weihnachten

Quelle: http://papastronsay.blogspot.de/

Allen Lesern wünsche ich gesegnete Weihnachten! Vergessen Sie in Ihren Gebeten bei der Christmette bitte nicht die vielen Menschen, die Unseren Heiland noch nicht kennen, für die er aber auch Mensch geworden ist, um am Kreuz für ihre und unsere Sünden zu sterben.


Von P. Schwinn aus der Genossenschaft der Pallottiner geht uns eine ausführliche Schilderung der Weihnachtsfeier zu, wie er sie in seiner Kolonistenpfarrei Silveira Martins in Rio Grande do Sul begangen hat. Wir heben daraus einiges hervor, was unsere neulichen Ausführungen über die Verwendung äußerer Andachtsmittel im katholischen Missionsbetrieb in willkommener Weise ergänzt.

Seit Jahren war es ein Herzenswunsch P. Schwinns, die volkstümliche Krippenfeier, wie er sie in Rom einst kennen gelernt, und wie sie einst der ehrwürdige Diener Gottes Pallotti (heute heiliggesprochen) so gefördert hatte, in bescheidenem Maße auch seinen armen Hinterwäldlern zugänglich zu machen.

„Silveira Martins zählt nicht wenige laue und unwissende Seelen. Für sie konnte die Feier der Erscheinung unseres Herrn nach dem Plan des ehrwürdigen Ordensstifters ein wahres Hochfeuer, für die Unwissenden eine wirksame Schule des Glaubens werden. So viele ziehen alljährlich in den Urwald; dort werden sie Predigt und Katechismus vergessen, nur nicht das Kindlein in der Krippe.“

So ließ er aus Limburg a.L. die nötigen Krippenfiguren kommen und bereitete inzwischen alles Übrige vor. 
„Es wurde fleißig geschnitzt und gepinselt, und so entstanden allmählich Hütten, Villen, Schlösschen, in allen Stilarten und Farben.“ Ende November kamen die Statuen wohlbehalten an. Alles wurde in der Stille vorbereitet.

Als dann endlich in der heiligen Nacht die Kirche geöffnet wurde, da ging diesen guten Waldkindern fast der Atem aus. Die im Land selbst geborenen, welche die große Mehrheit der Bevölkerung bilden, haben ja überhaupt noch nie ein Kunstwerk gesehen, und auch die Alten meinten, nicht einmal in Italien hätten sie eine schönere Krippe zu Gesicht bekommen.

Nach der Christmette wurde die Krippe feierlich eingeweiht, und nun klangen die schönen rührenden Weisen der sog. Hirtenlieder, die so lebhaft an das Gloria der himmlischen Heerscharen und die Armut des Jesuskindleins erinnern.

Seitdem Silveira Martins besteht, so sagten viele, hat es eine solche Christmette nicht gesehen. Trotz des großen Zudrangs und der Begeisterung herrschte die schönste Ruhe und Andacht und vor der Krippe wurde viel gebetet.

Der Besuch des hochw. Weihbischofs Dom João Antonio Pimenta erhöhte noch die Feststimmung in den folgenden Tagen. Er wurde von hundert berittenen Jünglingen feierlich abgeholt und erteilte vom 27. bis 29. Dezember nicht weniger als 1.200 Personen die heilige Firmung. 
Der eifrige, echt apostolische Mann ist eine wahre Gottesgabe für die riesig große Diözese, in welcher manche Gebiete überhaupt noch nicht das Glück gehabt haben, einen Nachfolger der Apostel bei sich zu sehen.

Den Höhepunkt erreichte die Begeisterung des Volkes am Feste der Erscheinung des Herrn, das ganz nach dem Vorbild der „Epiphania“ in S. Andrea della Valle zu Rom gefeiert wurde.
Dem Fest ging am Vorabend die feierliche Wasserweihe voraus, deren tiefsinniger, aus dem Orient stammender Ritus man zuerst dem Volk erklärte. 
Nach dem Hochamt am Festtag wurde das gekrönte Bild des neugeborenen Königs in festlicher Prozession und wie im Triumphzug durch sein Volk getragen unter den Klängen des herrlichen Siegeslieds: Viva il nato re – „Es lebe der neugeborene König!“

Die ganze Oktav hindurch übte die Krippe ihre mächtige Anziehungskraft aus, und der eifrige Empfang der Sakramente bewies, dass das Volk dem Kind in der Krippe auch innerlich näher gekommen war.

Ergreifend wirkte die Schlussfeier am Oktavtag.
Nach dem Hochamt holte der Diakon von einem Seitenaltar das Jesuskind und übergab es dem Zelebranten, der inzwischen die Kasel mit einem roten Pluviale vertauscht hatte. 
Er hielt nun (ganz wie in Rom) mit dem Kindlein auf den Armen eine zündende Ansprache über den schönen Gebrauch, das Jesuskindlein zu küssen. 
‚Indem wir die Füße küssen‘, sagte er, ‚erkennen wir ihn feierlich als unseren Herrn und König an; seine Hände küssen wir, weil er unser Hohepriester ist, sein Antlitz, weil er als Erstgeborener (…) uns allen alles geworden ist.‘ 
Und nun kamen alle, große und klein, Männer und Jünglinge zum Kuss des Kindleins – wahrlich ein schönes Zeugnis des Glaubens und der Liebe zum Gottessohn. Den ganzen Tag über blieb die Kirche stark besucht, denn es sollte der letzte Tag sein.

Zu meinem Erstaunen bemerkte ich, dass die Bevölkerung dem schwarzen heiligen König Balthasar nicht die gleiche Ehrfurcht bezeigte wie den anderen zwei. Zum Ersatz dafür bekam er aber von den Farbigen aller Schattierungen das einstimmige Vertrauensvotum.

Zufrieden konnte ich auf die Festzeit zurückblicken. Die Zahl der heiligen Kommunionen war im Vergleich zu früheren Jahren bedeutend gestiegen und mehrere bekannte Sünder hatten sich mit dem lieben Gott ausgesöhnt. 
Die Liebe zum Gottesdienst ist im Steigen, und was mich besonders freute, es machte sich eine lobenswerte Wissbegierde bemerkbar. Nicht nur hörte die große Menge den vielen Predigten in lautloser Stille zu, sondern sie verlangte über alle Einzelheiten der heiligen Geheimnisse näheren Aufschluss. 
Die vielfach recht naiven Fragen brachten mich fast in Verlegenheit. So sollte ich von den Hirten und dem königlichen Gefolge die Namen angeben. Beinahe hätte dabei mein wissenschaftliches Ansehen Schaden gelitten. Die guten Leute meinten, der Pater muss das alles wissen. Ich machte ihnen nun begreiflich, dass der Hirten viele waren, die Dienerschaft aber pflege man nicht zu verzeichnen. So war meine Ehre einigermaßen gerettet.
Der Kostenpunkt der Krippe ist nun zum Teil auch schon überwunden, und was den Rest anbelangt: Gott hat geholfen und wird weiter helfen!“


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Montag, 23. Dezember 2013

Das infame Bombenattentat auf das Gnadenbild von Guadalupe

Gott der Vater malt das Bild Unserer Lieben Frau


Die religiöse Frage ist in Mexiko noch lange nicht im Sinne einer völligen Freiheit der Katholiken gelöst. Die Tiefe der religiösen Gegensätze zeigte sich in grellem Licht, als in der Frühe des 14. November 1921 eine unter dem Gewölbe der Krypta des Nationalheiligtums von Guadalupe angebrachte Dynamitbombe explodierte. 
Es war offenbar beabsichtigt, dass unmittelbar darüber befindliche Gnadenbild Unserer Lieben Frau zu zerstören; infolge der Stärke der Mauern wurde jedoch kein erheblicher Schaden angerichtet (Dass dies die Bewahrung des Bildes vor jeglichem Schaden nicht vollständig erklärt, zeigt dieses stark verformte Kruzifix, das auf dem Altar unter dem Bild stand).

Ein Sturm der Entrüstung ging durch das Land ob der verruchten Tat. Tausende strömten aus der nahegelegenen Hauptstadt herbei, indem sie religiöse Lieder sangen. 
Mehr als 20.000 Katholiken aus allen Ständen zogen in geschlossenem Zug durch die Straßen der Hauptstadt, um ihren Unwillen zu bezeigen. Ein gemeinsamer Trauertag wurde für die Katholiken des ganzen Landes angesetzt, an dem sie fünf Stunden lang die Arbeit unterbrachen und die Geschäftsleute ihre Läden geschlossen hielten. 
Zahlreiche Protestkundgebungen auch aus den Nachbarstaaten liefen bei Präsident Obregon und bei Privatpersonen ein. Das Telegramm eines Bischofs aus den Vereinigten Staaten wurde zurückgehalten, weil es „aufrührerisch“ sei. 

Auf Betreiben der Bischöfe fanden zwischen dem 13. und 16. Januar dieses Jahres zur Sühne für den Frevel große Wallfahrten aus allen Gegenden des Landes nach Guadalupe statt. Unter dem Vorsitz des jeweiligen Bischofs wurde dann ein Sühnegottesdienst abgehalten. Nach einem feierlichen Hochamt – in Gegenwart von 23 Prälaten – erteilte der Apostol. Delegat von Mexiko dem ganzen Volk den päpstlichen Segen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Sonntag, 22. Dezember 2013

Erdbeben in San Francisco 1906 – die Statuen der Mutter Gottes blieben stehen

Statue U.L. Frau in La Salette (Quelle: Fphotos)
Nach dem verheerenden Taifun Hayan und dem Erdbeben von Mindanao auf den Philippinen, dem Großfeuer in Breezy Point, Queens, New York nach dem Hurricane Sandy, und der schweren Flut in Brasilien im Jahr 2011 wurde von Marienstatuen berichtet, die trotz der Zerstörung um sie herum stehen geblieben sind. Dass dies kein neues Phänomen ist, zeigt der folgende Beitrag:

Das Erdbeben in San Francisco und der furchtbare Brand haben in einem Augenblick zerstört, was die Arbeit eines halben Jahrhunderts mühevoll aufgebaut. Das Ereignis ist unseren Lesern aus der Tagespresse bekannt. 
Dennoch dürfte das folgende Einzelbild aus der Feder der ehrw. Schwester Elisabeth Wasmann, Ordensfrau des heiligsten Herzens, die Teilnahme unserer Leser für die Opfer der furchtbaren Katastrophe in erhöhtem Maße wecken.

„Am 18. April, 10 Minuten nach 5 Uhr morgens erfolgte ein furchtbarer Stoß, der drei bis vier Minuten anhielt – unmöglich, sich von der Stelle zu bewegen; der Boden hob und senkte sich wie das Verdeck eines Schiffes auf stürmischer See. Die Mauern unseres Klosters waren sehr beschädigt; die Kamine fielen auf das Dach, das an mehreren Stellen durchbrach. Schränke, Statuen stürzten zur Erde, vom Altar in der Kapelle wurde alles heruntergefegt, Gasleitungen zerbrachen usw. usw. Sobald der Stoß nachließ, suchten die Schwestern einander auf – keine fehlte. Niemand war verletzt, Gott sei Dank! Im ganzen Hause war keine einzige Muttergottes-Statue zerbrochen, der Altar der lieben Mater admirabilis ganz unversehrt. (…)

(…) Auch hier in Menlo zerbrach keine Muttergottes-Statue. Ist das nicht merkwürdig? Und was noch merkwürdiger ist, dasselbe geschah in allen Kirchen, Kapellen und Privathäusern; überall ragte das Bild der unbefleckten Landespatronin siegreich über die Trümmer empor. (…)

(…) P.S. Gestern erfuhren wir, dass die Jesuitenkirche in San Jose gleichfalls durch das Erdbeben zerstört worden ist; auch dort erwähnt man die Erhaltung der Marienstatuen.(…)


(Aus: die katholischen Missionen, 1906)

Samstag, 21. Dezember 2013

Messstipendien zur Bekehrung der Welt

Gruppe chinesischer Neupriester bei Primiz eines Mitbruders

Aus Straubing (Bayern) wird uns geschrieben:

„Vielfach müssen wir die Wahrnehmung machen, dass bei Angabe von Messintentionen ein recht enger Gesichtskreis gewählt wird. Man denkt meist nur an die eigenen Anliegen und an die nächsten Verwandten. 

Und doch entspräche es sicherlich der Würde des heiligen Messopfers, dessen hochheilsame Wirkungen weltumspannend sind, weitaus mehr, wenn die Messintentionen möglichst weite Gebiete umfassten und auf die wichtigen Anliegen der Gesamtkirche sich erstreckten. 
Es wäre deshalb höchst wünschenswert, wenn recht zahlreiche hl. Messen namentlich für die katholischen Missionen aufgeopfert würden. Das wäre die edelste, wirkungskräftigste Gabe, die wir der Weltmission zuwenden könnten.

An Abwechslung wird es in dieser Hinsicht nicht fehlen. China, Indien, Japan, das hl. Land, Persien, Kleinasien, Syrien, Afrika, Amerika, die Inselflur: wie viele Gebiete!
Die Apostolischen Vikariate und Präfekturen geben wieder weitere Einteilungen. 
Solche Messintentionen könnten sich eng anschließen an die Liturgie der hl. Kirche, sodass z.B. am St. Patrickstage (17. März) die hl. Messe für die Missionstätigkeit in Amerika aufgeopfert würde (weil St. Patrick in Nordamerika viel verehrt wird), am 30. Juli, St. Abdon und St. Sennen, für Persien (weil diese Heiligen Perser waren), am 27. September, St. Kosmas und St. Damian, für Arabien (weil diese hl. Märtyrer als Araber gelten).

St. Franz Xaver und vor allem die liebe Gottesmutter mögen beim Thron Gottes bitten, dass diese Anregung auf recht fruchtbaren Boden fällt, dass viele, ja alle Missionen Gewinn und Frucht davon haben: Parther und Meder, Elamiten und die Bewohner von Mesopotamien usw.

Dass auch die missionsbegeisterte Laienwelt angeleitet werde, solche Messintentionen zu stiften, wird gewiss dem hochwürdigen Klerus eine liebe Aufgabe sein. Derartige Stipendien könnten ja nicht nur von den Priestern in den christlichen Ländern angenommen, sondern an Missionare selbst gesandt werden, damit sie auch der materiellen Unterstützung der Missionen dienen.

Ludwig Lautenbacher, Studienrat.“


Möge diese Anregung auf fruchtbaren Boden fallen!

(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Heute könnte man noch weitere Messintentionen aufgeben: Am Tag der hl. unschuldigen Kinder (28. Dezember) gegen den weltweiten Kindermord im Mutterleib, am Fest des hl. Petrus Claver (9. September) für die Bekehrung der Schwarzen in Amerika, am Fest des hl. Josaphat Kunzewitsch (14. Dezember) für die Bekehrung der Orthodoxen, das Fest des Unbefleckten Herzens Mariens für die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz, wie es die Mutter Gottes in Fatima verlangt hat usw.

Freitag, 20. Dezember 2013

Große Heilige, die den hl. Franz Xaver verehrten



Der hl. Philipp Neri, Stifter der Oratorianer, der hl. Alfons von Liguori, Stifter der Redemptoristen, der hl. Kaspar del Bufalo, Stifter der Kongregation vom kostbaren Blut, und P. Damian, der Apostel der Aussätzigen, waren begeisterte Xaveriusverehrer.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Der Teufel in der Glocke



Als ich zum ersten Mal nach Han-kia-tsun kam“, so erzählt P. Wetterwald S.J., Missionär in Südost-Tscheli, „zeigte mir der Dorfälteste – Han-ki-yao heißt der Mann – ganz stolz den Glockenturm des Kirchleins. 
Er ist nämlich seine eigene Schöpfung, sein Meisterwerk, sein Ruhm. Die Kirche ist übrigens ein einfaches chinesisches Haus mit flachem Dach aus gestampfter Erde. 
Auf diesem Dach gerade über dem Eingang erhebt sich auf vier Pfählen ein kleines, mit einem Kreuz gekröntes Turmdach. Darin hängt eine Glocke aus Eisen, die ähnlich wie die schwerfälligen Schießprügel aus einer chinesischen Werkstatt stammt. Daneben ist der Schwengel und das Seil, das in die Kirche hinabgeht. 

Hier wird geläutet oder besser gebimmelt, ein Geschäft, das der alte Han-ki-yao keinem anderen Sterblichen überlässt. Mir fiel der sonderbare Klöppel auf. Ich ging also näher, um mir das Ding besser anzusehen. 

Der Alte lachte. „Aber, um Himmelswillen“, rief ich, „was hast du denn da in die Glocke gehängt, das ist ja wahrhaftig ein kleiner Teufel, ein Pussah (chinesisches Götzenbild). Welch eine Idee!“ – „Nicht wahr, Pater, ein famoser Gedanke. 
Ich dachte, der Teufel lockt so viele Leute in die Pagode, da kann der Kerl auch mal Buße tun und dazu herhalten, um das Volk in das Haus Gottes zu rufen. Wir haben ihm also eine Kette um den Hals gelegt und in die Glocke gehängt. 
Die Leute behaupten, die Glocke habe einen viel schöneren Klang, seit der Teufel sie läute.“
– „Aber was sagen die Heiden dazu?“ – „O, die sagen, ihr Christen habt Haare auf den Zähnen; wir würden so etwas nicht wagen, aber vor euch hat der Teufel Respekt.“

Hier ist ein hübscher Gedanke für unsere Glockengießer. Bekanntlich musste der Teufel in der mittelalterlichen Baukunst oft genug in humorvoller Weise herhalten; aber auf den Gedanken des alten chinesischen Küsters ist wohl noch keiner gekommen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1906)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Freimaurer ermordet Redemptoristenpater auf offener Straße


Am 31. März d.J. wurde, wie wir einer nachträglich uns zugehenden Mitteilung entnehmen, der deutsche Redemptorist P. Johann Baptist Schaumberger das Opfer eines ruchlosen Verbrechens. Der Pater gehörte zum Kloster, das die Redemptoristen im Wallfahrtsort Nossa Senhora da Penha unweit São Paulo besitzen. 

Er war an dem Tag nach der nahen Stadt gegangen, um sich seine Augengläser ausbessern zu lassen, verließ auf dem Rückweg außerhalb Penha den elektrischen Wagen, um den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen, und ging friedlich, sein Brevier betend, auf der von Fußgängern und Wagen belebten Straße dahin. 

Vor einer Schenke stand ein gesatteltes Pferd und wartete auf seinen Herrn, einen berüchtigten Klopffechter namens Manoel Antonio de Oliveira, gewöhnlich „Guasca“ genannt. Kaum sah dieser den friedlich vorüberziehenden Priester, als er höhnisch ihm Spott- und Schimpfworte zurief. P. Schaumberger ging ruhig weiter. Da stürzte Guasca noch einen Becher Branntwein herunter, warf sich aufs Ross und jagte dem verhassten „Pfaffen“ nach, um ihm, wie er gedroht, den Garaus zu machen. 
Klatschend fiel die Peitsche des Wütenden auf Gesicht und Schulter des wehrlosen Priesters. Guasca hatte ihn einfach niederreiten wollen, was der Pater dadurch verhinderte, dass er sich hinter einem Pfosten der Elektrischen flüchtete. 

Nun riss der Unhold seinen Revolver aus dem Gürtel und gab auf sein Opfer zwei Schüsse ab. P. Schaubmerger, ein alter, schwacher Mann, sank vor Schreck wie betäubt zu Boden. Guasca hielt ihn für tot und sprengte weiter. Als er sich aber noch einmal umdrehte, sah er, wie der Priester sich wieder aufrichtete. Beide Schüsse waren nämlich fehlgegangen.

Zähneknirschend machte der Raufbold Kehrt, suchte den Pater ein zweites Mal niederzureiten und gab, da dies misslang, einen dritten Schuss auf P. Schaumberger ab. Tödlich in den Unterleib getroffen, stürzte er nieder. Die Schüsse hatten sofort eine Menge Leute, meist Frauen, herbeigezogen, die aber, von dem Revolver Guascas bedroht, sich in respektvoller Entfernung hielten. 

Aber die Kunde von dem Mord des bekannten und allgemein beliebten Priesters hatte sich im Nu verbreitet, und ehe Guasca Zeit gefunden, sich aus dem Staub zu machen, war ihm die Polizei auf den Fersen und nahm ihn gefangen. 
Offen bekannte der Unmensch, dass Hass der Religion und der Priester der einzige Beweggrund seiner Tat gewesen sei; er bedauerte nur, dass er nicht auch die anderen Pfaffen von Penha kalt gemacht habe. „Ich bin Freimaurer“, prahlte er, „ich weiß, was ich zu tun habe und auf wen ich mich stützen kann.“

Der ermordete P. Johann Baptist Schaumberger war geboren 1849 zu Schwandorf in Bayern, hatte seine Gymnasialstudien in dem rühmlichst bekannten Benediktinerstift Metten gemacht und war 1894 als schon reifer Mann der Kongregation des allerheiligsten Erlösers beigetreten. 

Bereits 54 Jahre alt, folgte er 1903 seinen bayrischen Mitbrüdern, die seit zehn Jahren in Südbrasilien sich ein neues Wirkungsfeld geschaffen hatten. 
Hier hatte er, zumal im engeren Kreise der Genossenschaft und seit Ende 1907 in Nossa Senhora da Penha segensreich gewirkt, allgemein beliebt wegen seines kindlich heiteren Wesens und seiner schlichten Frömmigkeit. 
Der ruchlose Mord fand auch in der Presse die schärfste Verurteilung und das tragische Ende des guten Paters bei Laien und Geistlichen die größte Teilnahme.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Dienstag, 17. Dezember 2013

Ein Baptistenprediger bekehrt sich


Aus Mexiko kommt die Nachricht von dem Übertritt des Rev. William Sloan, eines der eifrigsten protestantischen Missionsprediger, zur katholischen Kirche. 
34 Jahre lang hatte der Mann seine ganze ungewöhnliche Kraft der protestantischen Baptistenmission geweiht, zunächst 11 Jahre in Indien, dann 23 Jahre in Mexiko. Hier hat er eine Reihe protestantischer Tempel und Gebetshäuser gebaut, zahlreiche Propagandaschriften verfasst, die „Luz“, ein spanisch-protestantisches Blatt, gegründet und geleitet usw.

Der Schritt, den er endlich tat, war das Ergebnis langer ernster Studien. Er ist entschlossen, sein Talent und seine Erfahrung künftig ganz in den Dienst der Kirche zu stellen, die er ein Menschenleben hindurch bekämpft hat.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908) 

Montag, 16. Dezember 2013

Gebet des hl. Franz Xaver für die Bekehrung der Ungläubigen



Ewiger Gott, Schöpfer aller Dinge,gedenke der Seelen der Ungläubigen, die du ins Dasein gerufen und nach deinem Bilde und Gleichnisse erschaffen hast. 
Sieh, o Herr, wie die Hölle dir zur Schmach mit diesen Seelen angefüllt wird, und gedenke, dass dein Sohn Jesus für ihr Heil den grausamsten Tod erlitten hat. 
Gib nicht länger zu, dass dein Sohn von den Ungläubigen verachtet werde, sondern lass dich durch das Gebet der Gerechte und der Kirche, der Braut deines heiligsten Sohnes, versöhnen! 
Gedenke nur deiner Barmherzigkeit, vergiss ihren Götzendienst und ihren Unglauben und bewirke, dass auch sie endlich denjenigen erkennen, den du gesandt hast, unseren Herrn Jesus Christus, der unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung ist, durch den wir gerettet und befreit worden sind, dem Ruhm und Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Sonntag, 15. Dezember 2013

Railroad Chapel Cars – Messehören im Zug

Kirchenwaggon "St. Anthony"
Im Oktober 1905 wurde in der Wohnung des katholischen Erzbischofs von Chicago, Dr. James Quigley, der Grund zu einem überaus praktischen Verein gelegt. Er trägt den Namen Catholic Church Extension Society (Katholischer Verein zur Ausbreitung der Kirche) und hat zunächst hauptsächlich den Zweck, dem bedauerlichen Abfall so vieler Katholiken in den Vereinigten Staaten entgegenzuwirken. Tausende, zumal neue Einwanderer, leben vereinzelt oder in kleinen Gruppen weithin über das Land zerstreut, fern von Gotteshaus, Gemeinde und Priester. Sie verlieren dadurch den lebendigen Zusammenhang mit ihrer Kirche, werden lau und gehen verloren, weil niemand sich ihrer annimmt oder von ihrer Existenz Kunde hat.
Hier greift der Verein, der gleichmäßig Klerus und Laienwelt mobil machen will, ein, und sein bisheriges energisches und geschicktes Wirken weist ihm eine ganz bedeutsame Rolle zu.

Das Neueste, was er auf die Bahn gebracht hat, ist die Einrichtung einer beweglichen Kirche oder eines Kirchenwaggons, der wie ein Extrawaggon in die Eisenbahnzüge eingeschoben werden kann.
Ein reicher Katholik aus New York, Herr Ambrose Petry, gab das Geld (60.000 Mark) dazu. 

Auf der La Salle-Station, im Staate Illinois, wurde der fertige Wagen vom Erzbischof Quigley unter Assistenz des Weihbischofs Muldoon und an 100 Priestern und in Gegenwart von ca. 500 Laien feierlich eingeweiht. Das Innere bietet für 50-60 Personen Platz, ist ganz wie eine Kirche eingerichtet und dank zahlreicher Geschenke sehr schön und reich ausgestattet. Unter anderem prangt auf dem Altar ein kostbares Elfenbeinkruzifix, eine Arbeit aus dem 11. Jahrhundert, die auf 20.000 Mark geschätzt wird, die Gabe des Grafen Santa Eulalia, des portugiesischen Konsuls in Chicago.

Der Wagen geht zunächst nach Wichita, Kansas, und steht bis zum Dezember zu Diensten des Bischofs Hennessy von Wichita, der damit in Begleitung eines oder mehrerer Missionspriester sämtliche Zweigstrecken der großen, Kansas durchquerenden Bahnlinien abfahren und überall da, wo keine katholischen Kirchen und Gemeinden sind, halten und die zerstreut wohnenden Katholiken um sich sammeln wird. Vermutlich werden mit der Zeit noch weitere ähnliche Wagen eingestellt werden.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)


Sehr interessante Photos und mehr zur Gesichte der Railroad Chapel Cars finden sich am Ende dieses Wikipedia-Artikels.

Samstag, 14. Dezember 2013

„Dass Du alle Irrenden zur Einheit der Kirche…“ – Missionsfürbitte in der Allerheiligenlitanei


Pius XI.

Auf die Bitte des unter dem Vorsitz des Propagandapräfekten zur Feier des Propagandajubiläums gebildeten Festausschusses hat der Heilige Vater verordnet, dass in der Allerheiligenlitanei nach der Anrufung: 
„Dass du dem ganzen christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest“, die Bitte folge: 
Ut omnes errantes ad unitatem Ecclesiae revocare et infideles universos ad Evangelii lumen perducere digneris: Te rogamus, audi nos.
– Dass du alle Irrenden zur Einheit der Kirche zurückführen und alle Ungläubigen zum Licht des Evangeliums führen wollest: Wir bitten dich, erhöre uns.“  

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Ein fliegender Missionar


Ein französischer Missionar, im Krieg Fliegerleutnant, ist nach Britisch-Neuguinea zurückgekehrt und gedenkt dort eine Fliegerstation einzurichten. Dann wird es nicht mehr nötig sein, sein Leben auf gefährlichen Bootfahrten zwischen Felseninseln und Klippen aufs Spiel zu setzen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Freitag, 13. Dezember 2013

Tod eines großen Indianerfreundes


Am 14. November 1921 starb auf einer neugegründeten Indianermission am Mississippi Prälat William Henry Ketcham, der große Freund der Indianer, der nicht weniger denn 30 Jahre in ihrem Dienste tätig war. 

Er war 1885 vom Puritanismus, den er von seinem Vater geerbt hatte, zur katholischen Kirche übergetreten. Seine Mutter und seine Schwester bekehrten sich gleichfalls und wurden von ihm selbst getauft (wohl als er schon Priester war). 

Er begann seine Arbeit unter den Indianern als Missionar unter den Creek- und Cherokeestämmen. 1901 wurde er Leiter des katholischen Indianermissionsbüros zu Washington, wo er ein freundschaftliches Zusammenarbeiten mit den Vertretern der amerikanischen Regierung erzielte. 

Eine ganze Reihe von Vergünstigungen oder vielmehr von Rechten wurden den katholischen Indianern auf sein Betreiben zuerkannt. Sein Name wird in der Geschichte des katholischen Amerika unvergessen bleiben.

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Predigt zum Fest unserer Lieben Frau von Guadalupe (Englisch)

(Quelle: Transalpine Redemptorists at Home)


Achtung! Der Anfang dieser Predigt schildert die blutrünstigen Bräuche der Azteken. Empfindliche Gemüte sollten sich den Anfang nicht anhören.

Predigt hier

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Papst Pius XI. und eine politisch inkorrekte Gebetsmeinung



Für Februar 1936 hat Papst Pius XI. die folgende Missions-Gebetsmeinung (zu unterscheiden von der allgemeinen) herausgegeben:

„Die Verteidigung der Völker gegen das Werben des Islams“.


Auch interessant sind die Missions-Gebetsmeinungen für das Jahr 1937:


Januar: Die Christen in mohammedanischer Umwelt.

Februar: Die Jugend Indiens und Ceylons.

März: Die Bekehrung der Indianer Amerikas.

April: Die Aufdeckung und rechtzeitige Verhinderung der Gottlosenpropaganda in den Missionen.                              

Mai: Die missionarisch unerschlossenen Gebiete.

Juni: Die Offenbarung der christlichen Wahrheit an die Mohammedaner durch Liebeswerke und Schulen.                                          

Juli: Die Vermehrung und Verbesserung der Schulen in Afrika. 

August: Die Gewinnung der Heiden durch den Glanz der gottesdienstlichen Bräuche.              

September: Die Verbreitung der geistlichen Übungen des hl. Ignatius in den Missionsländern.

Oktober: Die Förderung der Missionskenntnis und –liebe bei allen Christen.            

November: Die Annahme des Glaubens durch die Buddhisten in China. 

Dezember: Die Anerkennung der makellosen Schönheit der geoffenbarten Wahrheit durch die Bürger des japanischen Reiches.       

(Aus: die katholischen Missionen, 1936) 

Dienstag, 10. Dezember 2013

Soldat Christi und Vater der Aussätzigen

P. Lemmens C.SS.R. als Offizier und Redemptorist

Am 19. September 1906 verschied zu Paramaribo, der Hauptstadt von Niederländisch-Guayana, der Redemptoristenmissionär P. Felix Heinrich Lemmens als würdiger Nachfolger des Aussätzigenapostels P. Damian. 

Geboren am 28. Juli 1850 zu Maastricht, widmete sich Felix Heinrich zunächst der militärischen Laufbahn. Wegen seines aufgeräumten munteren Wesens war er Liebling seiner Kameraden und wurde als Mann treuer Pflichterfüllung auch von seinen Vorgesetzten sehr geschätzt. 

Besondere Achtung erwarb er sich durch sein charakterfestes Bekenntnis seines Glaubens mitten in stark gemischter, ja vorwiegend protestantischer Umgebung. Als einst in einer Gesellschaft zu Haag das Gespräch auf Religion kam und einige Offiziere sich darüber spöttelnde Bemerkungen erlaubten, verwies Lemmens ihnen sofort und so nachdrücklich das Ungeziemende ihres Benehmens, dass ein anwesender Hauptmann voll Anerkennung sich äußerte: „Allen Respekt vor solcher Überzeugungstreue.“

1878 wurde Leutnant Lemmens in die Garnison von Surinam versetzt und erwarb sich auch hier die allgemeine Liebe und Achtung. Einer seiner damaligen Freunde und Bekannten war der Rechtsanwalt Herr Borret, Mitglied des Gerichtshofs von Surinam. Als derselbe unerwartet seine Stellung niederlegte, um Priester und Mitglied der Kongregation des allerheiligsten Erlösers zu werden, deren Wirken in Surinam er zu bewundern Gelegenheit gehabt, beschloss der junge Offizier, dem Beispiel zu folgen. 

Am 8. Dezember 1882 legte er nach dem Beispiel des hl. Alfons von Liguori seinen Degen zu Herzogenbusch auf den Altar und vertauschte die schmucke Uniform mit dem schlichten Ordensgewand eines Redemptoristen (siehe Bilder oben).
Nach Vollendung seiner Studien zu Witten bei Maastricht empfing Lemmens am 8. Oktober 1886 die heilige Priesterweihe. Bald darauf ging sein Herzenswunsch, als Priester und Apostel nach Surinam zurückzukehren und der schwierigen Mission seine ganze Kraft weihen zu dürfen, in Erfüllung. 

Zunächst wirkte er als erster Pfarrer an der Grenze von Britisch-Demerara (heute Guyana) gelegenen Neugründung Niew-Nickerie, dann kam er auf die Missionstation Albina am Maroni, dem Grenzfluss zwischen Surinam und Cayenne (heute Französisch-Guayana). 

Mit Vorliebe nahm er sich hier der eingeborenen Indianer und der Buschneger an und machte ihretwegen weite apostolische Fahrten ins Innere. Auf den im Maroni zerstreut liegenden kleinen Eilanden fand er aber noch andere arme Schäflein, welche des priesterlichen Trostes am meisten bedurften.
Es waren die mit dem Aussatz geschlagenen Sträflinge der benachbarten französischen Kolonie, die hier als Verbannte ein einsames und verlassenes Dasein fristeten. 

Einmal wöchentlich brachte man ihnen etwas Nahrung. Sonst blieben sie in ihren elenden Hütten sich selbst überlassen. Voll Mitleid besuchte sie P. Lemmens von Albina aus, verband ihre scheußlichen Wunden und brachte ihnen die Tröstungen der heiligen Religion. 
Es scheint, dass der gute Pater in seinem Eifer die nötigen Vorsichtsmaßregeln außer Acht ließ; gewiss ist, dass er auf einmal die Zeichen der schrecklichen Krankheit an sich selber wahrnahm. 
Das bedeutete für ihn die Absonderung vom menschlichen Verkehr und ein langsames Hinsterben. 
Um sich nützlich zu machen, bot er sich an, die Seelsorge der Aussätzigen in der St. Gerard Majella-Stiftung zu übernehmen, wo der Apostol. Vikar von Surinam, Bischof Wulfingh, den Aussätzigen ein Heim und in den Tilburger Schwestern liebevolle Pflegerinnen gegeben hatte.

Hier brachte P. Lemmens die vier letzten Jahre seines Opferlebens zu. Sein liebevoller Eifer und das heroische Beispiel seiner Geduld im eigenen Leiden gab seinem priesterlichen Wirken eine ungewöhnliche Kraft und brachte viele verhärtete Sünder zu Gott zurück. Den heiteren Charakter des ehemaligen Offiziers vermochte auch das traurige Siechtum nicht zu trüben. 
Durch Abfassung unterhaltender Theaterstücke und Aufführung von Konzerten und fröhlichen Festlichkeiten für die Aussätzigen tat er alles, um ihnen ihr hartes Los zu erleichtern und um sie her den Sonnenschein der Freude zu verbreiten.

Inzwischen hatte sein Leiden unaufhaltsam Fortschritte gemacht und die Kräfte des erst 56-jährigen Mannes aufgezehrt. Am 18. September v.J. empfing der Kranke noch einmal bei vollem Bewusstsein die heiligen Sterbesakramente und eilte am folgenden Tage in die Arme seins göttlichen Meisters, dessen treuer Jünger er gewesen. 

Ein feierliches Begräbnis ehrte das Andenken des heiligmäßigen Priesters; die schönste Grabrede aber waren die Tränen der Aussätzigen, denen er ein so treuer Freund und Vater gewesen. R.I.P.


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)

Mehr über die Redemptoristen von Surinam in der Aussätzigenpflege hier, darunter die Geschichte des seligen P. Donders C.SS.R.

Montag, 9. Dezember 2013

Eine Missionsdruckerei am Kongo

Kathedrale des Erzbistums Lubumbashi, DR Kongo (Quelle: Nick Hobgood)

Bereits früher einmal haben wir über die typographischen Bestrebungen der Jesuitenmissionäre am Kongo berichtet. Heute geht uns über die Ignatius-Druckerei in Ki-Santu eine ausführlichere Meldung zu. „Ich beschränke mich“, schreibt unser Gewährsmann, „auf die einfache Aufzählung der von unseren Missionären publizierten Werke.“

Zunächst veröffentlichtet P. van Henxthoven gleich anfangs einen kleinen Katechismus, der lange Zeit beim Unterricht als grundlegendes Textbuch diente. P. Butaye gab unter andrem ein umfangreicheres und vollständigeres katechetisches Werk unter dem Titel Malongi ma Nzambi (…) heraus. 
Dieser folgte seine Malongi mantete, eine Elementarlehre, welche die jungen Kongolesen in die Geheimnisse des Schreibens und Lesens einführte; sodann Ekanga diampa, das Neue Testament, eine Prachtausgabe für höhere Klassen; endlich Bisambu bia bana ba Nzambi, oder Gebetsbuch für Gotteskinder, eine hübsche Sammlung der anmutendsten Gebete. 
Das Hauptwerk des P. Butaye, die Frucht mehrjähriger Arbeit, erschien aber im verflossenen Jahre. Es ist dies eine kongolesische Grammatik mit dem Anhang eines französisch-siotschen und siotschen-französischen Wörterbuchs, nicht weniger als 650 Druckseiten umfassend.

Alle vorgenannten Werke wurden in Belgien gedruckt, was infolge der Hin- und Hersendung der Korrekturbögen manche Schwierigkeiten mit sich brachte, so dass die Drucklegung eines Buchs oft mehr als ein Jahr in Anspruch nahm. 
Diesem Übelstand wurde abgeholfen durch das wahrhaft großmütige Geschenk des Herrn Joh. Hugghe, Redakteur der „Nieuws van den dag“ und des „Vlaming“. Es war dies eine Presse im Wert von mehreren Tausend Franken. Als Erstlingswerk ging aus dieser neuerrichteten Druckerei eine umfangreiche Liedersammlung hervor. 

Bald erschien die erste Nummer des Ntetembo eto, der bereits früher erwähnten kongolesischen Zeitschrift, die gegenwärtig 400 Abonnenten zählt. Zurzeit ist ein Neues Testament, Ekangu dinkulu, sowie ein Katechismus mit Erläuterungen unter der Presse. Diesen Werken soll eine Predigtsammlung des P. van Henxthoven folgen, ebenfalls in kongolesischer Sprache abgefasst. Auch der unermüdliche P. Butaye bereitet eine Kirchengeschichte vor. 

– Unser Berichterstatter schließt seine Notiz mit den Worten: „Der Nutzen einer einheimischen Presse für die Evangelisation der Neger ist zweifellos. Wenn die japanischen Christen trotz der dreihundertjährigen Absonderung von der ganzen katholischen Welt ihren Glauben unversehrt bewahrten, so verdankten sie dieses namentlich den Büchern, die ihnen die Missionäre des 16. und 17. Jahrhunderts hinterlassen hatten.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1902)