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Samstag, 25. Oktober 2025

Unsere neuen Heiligen aus den Missionen

 

Am 19. Oktober kanonisierte Papst Leo XIV. sieben Heilige, darunter auch zwei Heilige aus den Missionen.


Mit dem heiligen Peter To Rot erhält Papua-Neuguinea seinen ersten Heiligen, einen Sohn des Landes, der in der Kirchenverfolgung des Zweiten Weltkriegs als Märtyrer für Christus und das heilige Sakrament der Ehe gestorben ist.

Peter wurde 1912 in Rakunai auf Neupommern in Deutsch-Neuguinea geboren. Seine Eltern gehörten zu den ersten Christen der Gegend und erzogen ihre Kinder vorbildlich im Glauben. Als sein Vater Angelo, selbst Katechist, vom Herz-Jesu-Missionar P. Carl Laufer gefragt wurde, ob er seinen Sohn zum Priestertum studieren lassen wolle, gab der Vater an, dass die Zeit für einheimische Priester noch nicht gekommen sei, Peter aber ebenfalls Katechist werden könne. Diesen überaus wertvollen missionarischen Dienst übte Peter To Rot bis zum heroischen Grad aus.

Als die Japaner das Gebiet 1942 besetzten, gingen sie bald gegen die europäischen Missionare vor und inhaftierten diese. Auch vor Deutschen – den Staatsangehörigen einer verbündeten Achsenmacht – machten sie nicht halt. Zunächst blieb aber die „priesterlose“ religiöse Betätigung der Katholiken uneingeschränkt. Ab 1944 setzte eine totale Kirchenverfolgung ein, in deren Rahmen selbst die Hütten der einheimischen Katholiken nach Devotionalien und religiösen Schriften durchsucht wurden. Peter To Rot wurde mit anderen Katechisten auf eine Polizeistation gebracht und aufgefordert, ihren Katechistendienst einzustellen. Er blieb fest und sagte den Gläubigen: „Sie haben unsere Priester weggenommen, aber sie können uns nicht verbieten, als Katholiken zu leben und zu sterben. Ich bin euer Katechist und werde meine Pflicht tun, auch wenn es mich mein Leben kostet.“

Durch sein entschiedenes Eintreten gegen die von den Japanern geförderte Polygamie, die zunehmend unter den einheimischen Kollaborateuren wie Häuptlingen, Richtern und Polizisten um sich griff, bahnte sich schließlich sein Martyrium an. Der Polizist To Metapa ließ Peter internieren, nachdem dieser die ehebrecherischen Pläne des Kollaborateurs durchkreuzt hatte. Nach sechs Wochen Lagerhaft wurde Peter To Rot am 7. Juli 1945, gut einen Monat vor Kriegsende, auf einer Polizeistation eine Injektion verabreicht. Nachdem wohl die tödliche Wirkung nicht schnell genug einsetzte, erdrosselte man ihn.

Er ist der Patron der Katechisten und Ehepaare. Sein Fest wird am 7. Juli begangen.


Auch die heilige Maria Troncatti F.M.A. stammte aus einem frommen Elternhaus. Ihre Heimat waren die Berge der Provinz Brescia, wo sie am 16.02.1883 geboren wurde. Schon als Mädchen wollte sie bei den Maria-Hilf-Schwestern Don Boscos eintreten, doch ihr Vater und der Ortspfarrer verpflichteten sie, bis zur Volljährigkeit zu warten. Ihre Ordensprofess legte sie schließlich 1908 ab. 

Während des Ersten Weltkriegs wirkte sie als Krankenschwester in Varazze (Ligurien). Als dort im Juni 1915 der Teiro über die Ufer trat, machte Schwester Maria in höchster Todesgefahr der Muttergottes das Versprechen, als Missionarin nach Ecuador zu gehen. Im Jahr 1922 zog Maria mit dem Missionsbischof Domenico Comin S.D.B. ins Amazonasgebiet, wo sie fast ein halbes Jahrhundert sich für das Volk der Shuar als Wunderärztin, Orthopädin, Chirurgin und Apothekerin aufopferte – vor allem aber als große Beterin, Katechistin und Friedensstifterin. Mit ihrer zärtlich mütterlichen Art verstand sie es, Herzen zu erobern. Durch diese Eigenschaft wurde Schwester Maria bekannt als die Madrecita, die liebe kleine Mutter. 

Stark ausgeprägt war ihr missionarischer Geist. So waren ihre Gedanken „immer bei den Missionen“ und sie schrieb einmal: „Jeden Tag bin ich glücklicher über meine missionarische Ordensberufung“.

 Die „Ärztin des Dschungels“ starb am 25. August 1969 bei einem Flugzeugabsturz bei Sucúa. Über die Radiostation der Shuar-Föderation erklang die traurige Botschaft: „Unsere Mutter, Schwester Maria Troncatti, ist gestorben.“

Vom Himmel aus zeigt sie sich weiter als Mutter ihres Volkes: Das Wunder zu ihrer Heiligsprechung ereignete sich an einem Shuar, dem Landwirt Juwá Juank Bosco Kankua, der von einer schweren Hirnverletzung geheilt wurde.

Freitag, 3. Juni 2016

Wie ein katholisches Land das heiligste Herz Jesu ehrt



Das letzte Herz-Jesu-Fest in Ecuador legt ein glänzendes Zeugnis ab für den religiösen Sinn der Bevölkerung und die Frömmigkeit der gegenwärtigen Regierung dieser südamerikanischen Republik, aus welcher der Geist Garcia Morenos noch nicht gewichen ist. Auf den Vorschlag einiger Senatoren beschloss der Senat am 19. Juni 1886 einstimmig „einen feierlichen Akt der Dankbarkeit und Anbetung des heiligsten Herzens Jesu, des Patrons der Republik Ecuador“, und ferner, dass am Festtage „zum Zeichen seiner Übereinstimmung mit der öffentlichen Meinung“ keine Senatssitzung sein sollte. Am Vorabende des Festes war ganz Quito glänzend beleuchtet; alle Häuser, Privatwohnungen wie Staatsgebäude, beteiligten sich an dieser Kundgebung.

Überall spielten Musikbanden, und mehr als 50.000 Menschen füllten die Straßen, darunter viele Gäste aus allen Teilen der Republik. Nie sah Quito ein solches Nationalfest. Am 21. Juni wurden die Bewohner mit Artillerie-Salven geweckt. Bald waren die Kirchen gedrängt voll. Die Zahl der Kommunionen war beispiellos; in der Kathedrale allein nahten sich 10.000 dem Tische des Herrn; darunter 3.000 Männer.

Alle Häuser der Stadt waren mit Fahnen und Blumenkränzen geschmückt und die meisten hatten ein Bild oder eine Statue des heiligsten Herzens ausgestellt. Auch die Ärmsten beteiligten sich an dem Schmucke. Zahlreiche Triumphbogen überspannten die Straßen. Um 1 Uhr nachmittags wurde ein eucharistischer Kongress eröffnet, der viele Fragen, welche das religiöse und sittliche Wohl des Volkes betreffen, behandelte. Es wurden auch Schritte getan, um den Beschluss der Nationalversammlung vom 29. Februar 1884, betreffend den Bau einer Basilika zu Ehren des Herzens Jesu als des Schutzherrn der Republik, sofort in Ausführung zu bringen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1888(?))

Freitag, 2. Januar 2015

Der Teufel betet den Rosenkranz


In Tulcan, einer Grenzstadt Ecuadors, sitzt der Pfarrer Madera von Gauca im Gefängnis. Warum? Vor mehr als zehn Jahren erhoben sich die Katholiken Ecuadors gegen ihre freimaurerischen Unterdrücker. Bekanntlich unterlagen sie. In der Gefangenschaft wurden viele von ihnen ermordet, anderen schnitt man die Ohren ab. Der genannte Pfarrer protestierte damals in der Presse gegen solche Scheußlichkeiten. Nun ist aber gerade einer von jenen Mördern und Ohrabschneidern Gobernador von Tulcan geworden. Das erklärt alles. Solche und noch schlimmere Behandlung der Geistlichen ist in Ecuador an der Tagesordnung. Trotzdem hörte ich bis jetzt nur von zwei ecuadorianischen Priestern, die abgefallen sind.

Obschon der ergraute Freimaurer Alfaro die Kirche auf alle mögliche Weise knechtet, nimmt er doch hie und da mit großem Pomp und wichtiger Miene an religiösen Festen und Prozessionen teil, was einen äußerst komischen Eindruck macht. Das noch gute Volk hält darum auch mit seinen witzelnden Bemerkungen nicht zurück: El diablo rezando rosario (der Teufel betet den Rosenkranz).

An ernsten Mahnrufen von oben fehlt es in Ecuador nicht. Nach den vielen Bruderkriegen, starken Erdbeben, der allgemeinen Korruption, den vielen Eisenbahnunfällen, wovon letzte größere den Tod von über 100 armen Arbeitern verursachte und ebenso viele Verwundete und Verstümmelte zurückließ, ist nun auch die Beulenpest im Land, zunächst in Guayaquil, ausgebrochen und fordert täglich viele Opfer. (…). Hoffentlich bringt diese schreckliche Zuchtrute die Führer Ecuadors wieder etwas zur Besinnung.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Sonntag, 15. Juni 2014

Grausame Kirchenverfolgung in Ecuador – Was man über den „besten Ecuadorianer“ sonst nicht hört

Der angeblich „beste Ecuadorianer“, Präsident Eloy Alfaro Delgado (1842-1912)

Die Kirchenverfolgung, in Ecuador, über deren Beginn und Verlauf wir im vorigen Jahrgang S.235 (hier und hier) einen zusammenfassenden Bericht gegeben, nimmt immer noch ihren Fortgang, und die Gewalttaten, die aus den letzten Monaten des verflossenen Jahres gemeldet werden, sind wahrhaft empörend. 

Am 2. August v. J., dem 21. Jahrestag der Ermordung Garcia Morenos (eigentlich war es der 6. August), wurde der ausgezeichnete katholische Schriftsteller Victor L. Vivar auf Befehl des radikalen Generalgouverneurs von Quito auf öffentlichem Platz erschossen, nachdem man ihm zuvor die Finger der rechten Hand, welche so oft die Feder geschickt und mannhaft für die gute Sache geführt, einzeln abgeschnitten hatte. 

Ein Schrei der Entrüstung ging durch ganz Ecuador; allein der Usurpator Alfaro (Eloy Alfaro war mehrfach Präsident von Ecuador, Freimaurer [es ist sogar eine Loge nach ihm benannt] und  wurde 2005 zum „besten Ecuadorianer“ gewählt) ist umgeben von einer auserlesenen Schar Blutmenschen, zumeist Ausländer, die mit ihm des souveränen Volkes spotten. Manche der verübten Schandtaten sind gar nicht mitzuteilen. 

Leider scheiterte der im letzten Sommer gemachte Versuch der Gutgesinnten, das unerträgliche Joch Alfaros abzuschütteln und geordnete Zustände zurückzuführen. An Begeisterung fehlte es nicht, selbst Frauen und Kinder nahmen am Befreiungskampf teil; allein es fehlte die notwendige Einigkeit, und so wurde es Alfaro ziemlich leicht, den „Aufstand“ blutig niederzuwerfen. Nach der erwähnten Ermordung Vivars waren zahlreiche Verhaftungen und Gütereinziehungen an der Tagesordnung. Unter den Verhafteten befinden sich auch eine größere Anzahl Priester, wie z. B. der eifrige, verdienstvolle Pfarrer von Cayamba, Dr. Negrete. 

So sind die Gläubigen in der Erzdiözese wie anderswo vielfach jeder geistlichen Hilfe beraubt, da ihre Seelsorger entweder in den Gefängnissen liegen oder flüchtig in den Wäldern umherirren und von den Spießgesellen Alfaros wie das Wild gehetzt werden.

Große Aufregung verursachte die gewaltsame Vertreibung der Salesianer Don Boscos, die hier, wie in anderen Staaten Südamerikas, seit mehreren Jahren eine sehr segensreiche Tätigkeit entfaltet hatten. 

In der Nacht vom 23. August ließ der Gouverneur Franco (der Mörder Vivars) alle Salesianer in Quito verhaften; ohne ihnen Zeit zu geben, die notwendigsten Kleidungsstücke mitzunehmen, brachte man die sieben italienischen Priester zur Polizeistation, von dort wurde sie den 24. um 4 Uhr morgens abgeführt; man brachte elende Lasttiere herbei und hieß die Patres aufsteigen. So wurden sie denn, ohne jede Vorbereitung oder Bequemlichkeit, umgeben von einer zahlreichen Wache, in nördlicher Richtung fortgeschleppt.
Wir glaubten alle, dass man sie an die Grenze von Kolumbien bringen wollte. Welcher Schrecken erfasste uns, als wir vernahmen, dass die Patres nicht nach Kolumbien, sondern über Pailes durch den wilden Urwald nach der Stadt Esmeraldas gebracht und dort auf das nächstbeste Schiff geladen werden sollten!

Und womit begründet man diese Gewalttat? Man sagt, die Salesianer hätten konspiriert! Natürlich glaubte niemand daran. Welch ein großer Schaden für Quito, das ganze Land, insbesondere für die Armen, denen die guten Patres nicht nur religiöse und technische Ausbildung, sondern auch das tägliche Brot, Kleider usw. gratis gaben, aus der Aufhebung jenes segensreichen Institutes folgt, ist noch gar nicht zu bemessen.

Die Nachricht von der Vertreibung der Salesianer gelangte erst in die Öffentlichkeit, als jene bereits über Berg und Tal waren. In der Aufregung, welche infolgedessen unter der Bevölkerung entstand, tauchte das Gerücht auf, dass man die Franziskanerpatres gleichfalls ausweisen wolle. 
Während die Männer in der Stadt und außerhalb sich aus Angst versteckt hielten, kamen Frauen und Kinder in Scharen herbeigezogen, stellten sich vor dem Franziskanerkloster auf und erhoben ein weithin hörbares Klagegeschrei. Da eilten auch zahlreiche Männer herbei und es entstand ein gewaltiges Gedränge. Der Gouverneur ließ Soldaten aufmarschieren, und die Menge empfing sie mit dem Ruf: „Es lebe die Religion!“ „Es leben die Franziskaner!“

Da das Volk nicht weichen wollte, gaben die Soldaten Feuer; als die Menge sich zerstreut hatte, fand man 18 Tote, Männer, Frauen und Kinder, auf dem Platz liegen. Die Regierung befürchtete indes eine allgemeine Erhebung und ließ deshalb verkünden, dass sie nie vorgehabt hätte, die Franziskaner zu vertreiben.

Die furchtbare Feuersbrunst, die vorigen Herbst die Hafenstadt Guayaquil heimsuchte und nach einigen Angaben fast drei Viertel der Stadt in Asche legte, wird allgemein als ein Strafgericht Gottes betrachtet. Da Guayaquil der Stapelplatz für fast sämtliche Waren ist, die nach dem Inneren bestimmt sind, wird das ganze Land durch das Unglück betroffen. Guayaquil hat die Züchtigung reichlich verdient. Es war der Herd fast aller Revolutionen, die das schöne Land so unsäglich unglücklich gemacht, und hatte seit langem die Führerschaft in dem geistigen Kampf gegen Kirche und Religion übernommen. 

Guayaquil nach dem großen Brand von 1896

In sittlicher Hinsicht wurde die Stadt schon oft mit Sodoma und Gomorrha verglichen. Der letzte Bischof, Msgr. Barriga, starb gebrochenen Herzens über die unsäglich traurigen Zustände, die dort herrschen. Sein Vorgänger, Msgr. del Pozo, wurde bei seiner Rückreise aus Rom von der Bevölkerung seiner Stadt verhindert, ans Land zu steigen, und musste nach Lima weiterfahren, wo er heute noch in der Verbannung lebt. Er war es, der beim Eintreffen der Unglücksnachricht als erster eine Sammlung zu Gunsten der betroffenen Stadt mit 1.000 Dollar unterzeichnete – ein schönes Beispiel christlicher Rache.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde auf der großen Plaza in Guayaquil der am meisten verhasste Bischof von Portoviejo, Msgr. Schumacher, in effigie öffentlich verbrannt, wobei der aufgehetzte Pöbel in wilder Ausgelassenheit um das Feuer tanzte. Als dagegen der Revolutionär Alfaro bei seiner Landung in Guayaquil den Bewohnern verkündete: „Ich bin gekommen, um die Theokratie (die katholische Kirche) zu stürzen“, jubelte das Volk ihm begeistert zu und erhob ihn zum Nationalgott.

Von hier aus hat auch diese letzte Revolution wie ein schmutziger, verheerender Schlammstrom sich über das Land ergossen. Bischof Schumacher weilt seitdem in stiller Zurückgezogenheit in Kolumbien, ist aber auch hier unablässig tätig zum Heil der Seelen. 

Noch immer lassen die Radikalen in den öffentlichen Blättern ihre ganze Wut an ihm aus und verbreiten über in die schmählichsten und zugleich lächerlichsten Gerüchte und Verleumdungen. Dieselben haben den Bischof Ezequiel Moreno Diaz von der Diözese Pasto in Kolumbien veranlasst, in einem Hirtenschreiben den Bischof Schumacher glänzend zu verteidigen. „Ein großer Ruhm ist es“, heißt es unter anderem, „wenn der gnädigste Bischof Schumacher geschmäht, verfolgt und verbannt wird. Diese Verfolgung ist der sicherste Beweis dafür, dass er die erhabene Mission des katholischen Apostolats erfülle, die schönste Empfehlung, welche er für seine Unbescholtenheit im Glauben aufweisen kann.“

Bischof Schumacher hat einer späteren Nachricht zufolge für eine kurze Zeit die Stille des Waldes verlassen und sich nach der Stadt Pasto begeben, um dort sein Werk zu veröffentlichen, welches er schon seit langem vorbereitete.

Noch sind, Gott sei Dank, zahlreiche gute Elemente in Ecuador. Es braucht auch diesmal einen Führer von der Art eines Garcia Moreno, um sie zu gemeinsamem Vorgehen zu einigen. Wir empfehlen das unglückliche Land recht dringend dem Gebet unserer Leser.

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)



Donnerstag, 6. Februar 2014

Ein freimaurerisches „Präsidentchen“ und fragwürdige Tiere

„Über die politisch-religiösen Zustände  Ecuadors“, so schreibt uns (12. November 1904) der hochw. Reinhard Herbrand, „ist wenig Gutes zu melden. Von Tag zu Tag Gerät Ecuador mehr vom Regen in die Traufe. 
Schon der Präsident Alfaro (1895-1900) war als Freimaurer ein geschworener Feind von allem, was nur an die katholische Kirche erinnert. 

Sein Nachfolger Leonidas Plaza, welcher im nächsten Jahr (1905) vom Präsidentenstuhl heruntersteigt, wurde anfangs für besser gehalten als Alfaro, hat sich aber nachträglich noch als bedeutend gottloser gezeigt. 
Mit Gewalt führte er die Zivilehe ein. Für seine Person genügte ihm das noch nicht. Sein Lebenswandel ist so schamlos und unsittlich, dass er bis jetzt, trotz aller Anstrengung, noch keine Lebensgefährtin finden konnte, selbst unter den liberalen und radikalen Damen der Hauptstadt nicht.

In seinem Mensaje (Abschiedsrede) erklärte dieser saubere Herr die katholische Kirche für einen ‚alten, morschen Baum, den ein Landmann im Begriffe stehe, mit der Axt zu fällen, weil der Baum weder Blätter, Blüten und Früchte trage noch Schatten werfe‘. ‚Und dieser Landmann‘, fügte er höhnend hinzu, ‚ist die Regierung von Ecuador‘. 
Wäre die Sache nicht so traurig für Ecuador, man könnte lachen über dieses Präsidentchen. Er hat bloß die Elementarschule durchgemacht, und war dazu, wie mir einer seiner Mitschüler sagte, noch einer der letzten. 
Und der will sich unterfangen, die katholische Kirche mit Stumpf und Stiel auszurotten. Dass es dem Mann aber damit voller Ernst ist, zeigt er durch die Tat. 

Bereits ließ er die Güter der ‚toten Hand‘ (der Klöster) mit seiner ‚lebendigen Hand‘ im Staatssäckel verschwinden, so die Haciendas der Mercedarier- und Dominikanerpatres. Die Nonnen von gleichen oder verwandten Orden zwang er, in einem Kloster zusammenzuleben. 
Die dadurch frei werdenden Gebäude gebrauchte er für Kasernen oder sonst ‚wohltätige‘ Zwecke. Überhaupt erklärte er das Klosterleben für Sklaverei der schlimmsten Sorte, die man unbedingt abschaffen müsse. 

Noch viel Schlimmeres sagt er in seinem Mensaje, welches vor mir liegt. Alle ausländischen Priester und Religiosen sind bereits angewiesen, im Zeitraum von 90 Tagen Ecuador zu verlassen. Wenn der liebe Gott da nicht eingreift, wird sich dann bald der heiße Wunsch der Liberalen Ecuadors erfüllen. Eines ihrer Blätter, El Carechi, fasste denselben in folgende Worte:

Venga clero nacional,
aunque sea un animal.

Das heißt:

Wir wollen ‘nen Klerus von hier,
Und wär‘ es auch nur ein Tier.

Leider verlässt dieses Tier ab und zu schon seine schmutzige Höhle. Ja, traurig sieht es aus in der Republik Garcia Morenos. Da herrscht die liberale Freiheit in ihrem ganzen Umfange: Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung, alle Laster zeigen sich ohne Scheu und jegliche Behelligung auf offener Straße, Ehrlichkeit und Treue müssen sich verbergen. 

Wohl gibt es viele und gute Priester im Land; aber kaum treten sie für die heilige Sache ein, so müssen sie ins Gefängnis wandern oder das Land verlassen. 

Von den Bischofssitzen des Landes sind nur zwei besetzt: Riobamba mit einem 80-jährigen Greis, dem hochw. Herrn Andrade, und Ibarra mit dem hochw. Herrn Gonzalez Suarez. (...)
Wer soll da Ecuador wieder aufhelfen?“


(Aus: die katholischen Missionen, 1905)

Samstag, 4. Januar 2014

Die Entfernung des hl. Ezequiel Moreno - Triumph der Liberalen und Freimaurer

St. Ezequiel Moreno y Díaz

„Hier in Kolumbien“, so schreibt derselbe Hochwürdige Herr (Reinhard Herbrand), „stehen die Dinge auch nicht mehr zum besten (wie in Ecuador). Der neue Präsident Reyes schmeichelt unter dem Vorwand des Friedens und der Eintracht den Liberalen. Wenn das so fortgeht, haben die Katholiken keine rosige Zukunft zu erwarten. 
In Bogotá sollen sogar manche Katholiken, welche das Vorgehen des Präsidenten missbilligten, im Gefängnis sitzen, darunter, wie es heißt, Priester und Jesuiten. 

Wir wissen bestimmt, dass Reyes in Rom arbeitet, um unseren guten spanischen Bischof Ezequiel Moreno aus Pasto fortzuschaffen, weil er energisch gegen ein Zusammengehen der Katholiken mit den Liberalen auftritt. Die Entfernung dieses Bischofs wäre ein Triumph der Liberalen und Freimaurer, welche für die katholische Sache in Kolumbien sehr schlimme Folgen hätte.“


(aus: die katholischen Missionen, 1905)

Sonntag, 25. März 2012

Ein heiliger Bischof in Kolumbien — Ezequiel Moreno y Díaz


Statue des heiligen Ezequiel Moreno y Diaz am Provinzialhaus der Rekollekten in Quezon City, Philippinen

Unter den zahlreichen Bischöfen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Lateinamerika als Verteidiger der Kirche aufgetreten sind, befindet sich auch ein kanonisierter Heiliger: St. Ezequiel Moreno y Díaz.

Der heilige Ezequiel wurde 1848 als Sohn eines frommen Schneiders in Alfaro (La Rioja) geboren. Als 16-jähriger trat er im Nachbarort Monteagudo bei den Augustiner-Rekollekten (O.A.R.) ein, legte 1865 seine Ordensgelübde ab und wurde auf die Philippinen gesandt, wo er am 2. Juni 1871 in Manila die Heilige Priesterweihe empfing.


In den Jahren 1872-1885 wirkte er als Missionar auf den Inseln Palawan, Mindoro und Luzon unter der dort ansässigen heidnischen Bevölkerung und den weitverstreut lebenden Katholiken. Hier wirkte er auf zwei Gebieten, die den Rest seines Lebens eine besondere Rolle einnahmen: die Katechese und die Krankenpflege.
1885 kehrte er als Novizenmeister nach Spanien zurück, wo er sich besonders der Ausbildung zukünftiger Missionare widmete, um diesen seine eigene Liebe zur Ordensregel und dem Gehorsam zu vermitteln. Gleichzeitig fand er aber noch Zeit, in benachbarten Pfarreien auszuhelfen und den Bedürftigen beizustehen, denn 1887 kamen täglich rund 400 Obdachlose an die Klosterpforte, um sich ihre Mahlzeit abzuholen.


Sein endgültiges Wirkungsfeld betrat er 1888, als er sich nach Kolumbien einschiffte. Bis 1894 arbeitete er von Santafé de Bogotá aus an der Wiedererrichtung der alten Rekollektenprovinz, die in einigen Regionen des Landes seit der Unabhängigkeit 1821 brach lag. 1893 wurde er zum Apostolischen Vikar des neuerrichteten Vikariats Casanare ernannt. 


Trotz des anhaltenden Bürgerkriegs durchquerte er das gesamte Territorium, richtete Waisenhäuser für die heidnischen Indianerkinder ein, gründete katholische Vereine und förderte die Katechese. Trotz seiner Bischofswürde fungierte eine einfache Hütte als sein „Bischofspalast“.


Im Jahr 1895 wurde er zum Bischof von Pasto, einer Diözese im kolumbianisch-ecuadorianischen Grenzgebiet ernannt. In dieser Zeit tritt die Seite Morenos als Verteidiger der heiligen Religion hervor, gegen deren Einfluss auf Erziehung und Gesellschaft die Liberale Partei Kolumbiens den Aufstand probte und auch die liberalen Medien nicht mit Schmähungen gegen den heiligen Bischof sparten. Trotzdem wich er nicht zurück und geißelte die lauen Katholiken, die Parteigänger des Irrtums geworden sind:
„(…)Ihr könnt sicher sein, dass dieselbe Revolution, verschlagen wie ihr Anführer, bald jene verspotten und verachten wird, die ihr gedient haben oder sich auf die ein oder andere Weise mit ihr gutstellen wollten. Es ist ein Fehler, ein schreckliches Verbrechen gegen die Kirche und die Seelen, den Feinden Christi nachzugeben und ihnen sogar entgegenzukommen. Die als Klugheit und Mäßigung verschleierte Feigheit hat größere Verwüstung in der Kirche Gottes angerichtet als das Geschrei und die Angriffe der Glaubensfeinde.(…)“


Stets dankte er Gott für die Verfolgung. Als 1898 verschiedene Orden aus dem benachbarten Ecuador vertrieben wurden, gewährte er ihnen Unterschlupf in seinem Sprengel. Er pflegte ein gutes Verhältnis zum Bischof von Portoviejo, Msgr. Schumacher, und lobte dessen Kampf gegen die freimaurerische Revolution in Ecuador bei der Predigt zu seinem Requiem. 


Besonders unterstützte der hl. Ezequiel die Orden in seiner Diözese, wobei er natürlich seinem eigenen besondere Zuneigung erwies. Doch auch den Weltklerus förderte er und schickte sogar zwei Seminaristen für weiterführende Studien nach Rom. Eine große Liebe zeigte er für die Kranken, nach deren Befinden er sich bei seinen Hirtenbesuchen stets erkundigte.


Wie alle Heiligen führte er ein strenges Bußleben und verstärkte seine Abtötungen noch, um so von Gott die Rettung der Sünder zu erflehen. Auch förderte er die Andacht zum heiligsten Herzen Jesu.
Besonders augenscheinlich wurde seine Heiligkeit während der Krankheit, die zu seinem Tode führen sollte.
Im Jahr 1905 stellte man bei Moreno y Díaz bösartige Tumore in der Nase fest, wodurch er unter ständigen Schmerzen litt. Trotzdem änderte er sein tägliches Leben nicht und ging den üblichen Arbeiten nach. „Ich habe mich in die Hände Gottes übergeben. Sein Heiliger Wille geschehe“.


Sein Klerus drängte ihn, sich behandeln zu lassen, darum trat er den Weg nach Spanien mit dem Ziel Barcelona an, und man hoffte, dass ihn dort ein bekannter Chirurg erfolgreich operieren würde. Auf dem Weg durch seine Diözese ließ er es sich nicht nehmen, noch einmal zum Marienheiligtum Virgen de Las Lajas zu pilgern und einen Diakon zu weihen.


Als er in Madrid anlangte, war sein Zustand so schlecht, dass seine Ordensbrüder die Weiterreise nach Barcelona verbaten. Am 14. Februar wurde er aufgrund der komplizierten Lage des Tumors ohne Narkose an Nase und Gaumen operiert. Voll Ergebenheit und guter Laune ertrug er die schrecklichen Qualen. Auch ein zweiter Eingriff brachte nicht die erhoffte Heilung. Trotz seiner eigenen Krankheit munterte er die anderen Patienten auf und stand ihnen in
 ihrem Leid bei.


Angesichts des nahen Endes verließ er im Mai 1906 Madrid, um sich in Monteagudo auf den Tod vorzubereiten. „Ich gehe, um bei meiner Mutter zu sterben“, sagte er in Anspielung auf den von ihm innig geliebten Wallfahrtsort Virgen del Camino.
Am 19. August 1906 starb er im Rekollektenkloster in Monteagudo.

Schon 1910 wurde von der Diözese Pasto der Seligsprechungsprozess eingeleitet.
Am 1.
November 1975 wurde er selig, am 11. Oktober 1992 heiliggesprochen. Sein Leichnam ist unverwest.

(Quellen: u.a. http://de.gloria.tv/?media=185924&fullscreen=embeded, http://www.agustinosrecoletos.com/ )

Samstag, 3. März 2012

Die Revolution in Ecuador (Teil 2)



Die Kathedrale von Quito, im Hintergrund die Statue der "Virgen de Quito"; Quelle: Neverhood
Fortsetzung von hier

Der Aufstand hatte somit leichte Arbeit. Die große, gläubige Masse des Volkes schien die Gefahr und Tragweite eines Erfolges von Seiten Alfaros nicht zu ahnen. Bischof Schumacher von Portoviejo und kurze Zeit nachher der Erzbischof von Quito erließen die feurigsten Hirtenschreiben, in welche sie das Volk vor der Gefahr des Radikalismus warnten. 

Die Mahnung des Bischofs Schumacher, dass das Volk vor der Wahl stehe zwischen Christus und Satan, wurde nicht beachtet und von dem gebildeteren Teil der Bevölkerung mit ungläubigem Achselzucken aufgenommen. Wie wahr der Bischof gesprochen, hat der Verlauf gezeigt.
Es ist heute schon über ein Jahr, dass der Radikalismus und die Freimaurerei durch Lug, Betrug und Verrat die Gewalt in die Hände Alfaros gebracht haben. Eine wahre Schreckensherrschaft, ein Gräuel der Verwüstung ist über das arme Land hereingebrochen.

Die Diözese des Bischofs Schumacher, des unermüdlichen Kämpen gegen Liberalismus und Freimaurerei, war infolge ihrer geographischen Lage und besonders ihrer religiös-politischen Stellung zur ersten Zielscheibe des Angriffes geworden. Man hatte es vor allem auf das Leben des Bischofs Schumacher abgesehen. Auf Anraten und inniges Bitten seiner Priester und der treuen Katholiken wollte sich der Prälat ins Innere des Landes zurückziehen, wurde aber in dem Dorf Calzeta von den Revolutionären eingeholt. Nur wie durch ein Wunder entging er der Mordlust der teuflischen Horde. Seine vier priesterlichen Begleiter wurden den gröbsten Insulten ausgesetzt. 

Der hochw. Herr Hecker, der Pfarrer von Calzeta, wurde gefesselt durch die Straßen geschleppt. Auf den oft wiederholten Befehl, Viva Alfaro zu rufen, antwortete er jedes Mal Viva el sagrado Corazón de Jesús — Es lebe das heiligste Herz Jesu! Und dies tat er, obgleich man ihm den Lauf des geladenen Gewehrs vor die Brust hielt.
Ein spanischer Kapuzinerpater erhielt einen Säbelstich in den Rücken, der ihm beinahe das Leben gekostet hat. Die amerikanischen Benediktinerinnen, die in Calzeta eine blühende Schule leiteten, wurden mit Flüchen überhäuft, ihre Habe wurde teils zerschlagen, teils gestohlen. Die amerikanische Flagge, auf deren Schutz sie gehofft, wurde von den Revolutionären zerfetzt. 

Ähnliche Gräueltaten wurden überall verübt. Unter dem wahrhaft höllischen Rufe: Muera Jesucristo — Nieder mit Christus! Brach die Bande in die Kirche von Chone und feierte dort am heiligen Orte ihre nächtlichen Orte ihre nächtlichen Orgien.
Wie mit einem Schlag war die jahrelange, mühevolle Arbeit des Bischofs und seines größtenteils deutschen Klerus vernichtet. Priester und Schwestern wurden verbannt oder mussten flüchten, um nicht den ärgsten Misshandlungen ausgesetzt zu werden. In den fünf übrigen Diözesen steht es nicht besser. 

Der Erzbischof von Quito ist flüchtig in den Urwäldern der Kordilleren; sein Palais wurde von den Horden Alfaros vollständig zerstört. Alle Seminarien und religiösen Schulen sind geschlossen. Das Institut der Schulbrüder, welche fast in allen Städten die herrlichsten Anstalten leiteten, ist unterdrückt.
Die Kapuziner, Redemptoristen, Lazaristen und einige französische Priester-Kongregationen sind aus dem Land verjagt. Die Patres eines Klosters wurden gezwungen, um sie zu verhöhnen, rückwärts auf Eseln aus der Stadt zu reiten. Die Jesuiten und einige ältere Orden sind bis jetzt noch nicht ausgewiesen, aber solchen Schikanen ausgesetzt, dass es schwer fällt zu sagen, welches das größere Übel für sie ist. 

Alle katholischen Zeitungen sind unterdrückt; dagegen betreibt die freimaurerische Presse mehr als je zuvor ihr gottloses Werk. Laien und Priester werden meuchlings erschossen; ein spanischer Priester wurde unter dem Vorwand, einen kranken Soldaten zu versehen, in die Kaserne gerufen, um dort sofort erschossen zu werden.
Einer der Mörder Garcia Morenos, den die vorherigen Regierung eingefangen hatte und der seiner Verurteilung entgegensah, wurde von Alfaro freigelassen, mit einem öffentlichen Bankett beehrt und dann als Direktor der Staatsschule nach Portoviejo geschickt.
Die große Masse des Volkes zittert vor Furcht, die angesehenen Bürger leben in steter Angst und Gefahr, ihr Hab und Gut konfisziert zu sehen und auf den geringsten Verdacht der Untreue hin aufgegriffen, in die Verbannung geschickt oder erschossen zu werden. 

Der Sohn Garcia Morenos, der sich der Politik ganz fern gehalten hatte, ist für vogelfrei erklärt und hält sich versteckt in den schrecklichen Urwäldern der östlichen Anden. Alle Einkünfte des Staates und der Kirche werden von dem Diktator und seinen Anhängern in Beschlag genommen.

Der Raum erlaubt es mir nicht, die zahllosen Gräueltaten, welche im verflossenen Jahre gegen Gott und Menschen von der Räuberbande Alfaros verübt worden sind, auch nur kurz zu erwähnen. Fürwahr, wer noch daran zweifelt, dass die Freimaurerei eine Ausgeburt der Hölle sei, der muss blind sein.
Doch, Gott sei Dank, die Anzeichen vermehren sich, dass die Tage der Schreckensherrschaft in Ecuador gezählt sind. Noch kürzlich wurde ein bedeutender Sieg der konservativen Truppen über Alfaro gemeldet. 
Die Revolutionen in Ecuador gleichen den verheerenden Eruptionen seiner Vulkane. Hoffentlich geht diese schwere Prüfung der Kirche des göttlichen Herzens bald vorüber, und dann wird mit Gottes Hilfe die Religion von neuem aufblühen und noch herrlichere Früchte tragen als zuvor.
„Gott stirbt nicht“, hat sterbend Garcia Moreno gesagt, ein Erbe des Trostes und der Zuversicht für alle Gutgesinnten.

(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Mittwoch, 29. Februar 2012

Die Revolution in Ecuador (Teil 1)


Franziskanerkloster San Diego in Quito; Quelle: Alfredo Chaves

Seit anderthalb Jahren herrscht in Ecuador wieder, wie unsere Leser aus den Tagesblättern schon wissen, die radikale, kirchenfeindliche Revolutionspartei und benutzt ihre Machtstellung zu einem schonungslosen Kampf gegen Kirche und Christentum.
Einen klaren kurzen Überblick über die Ereignisse und den augenblicklichen Stand der Dinge bieten die folgenden Ausführungen, die wir der Güte des hochw. Herrn Heinrich Kruse, ehemaligen Pfarrers von Jipijapa (Ecuador) und gegenwärtigen Rektors der St. Aloysius-Kirche in Caldwell (N.J.) in den Vereinigten Staaten verdanken.
„Ecuador, Ecuador, ein wie herrliches Land bist du!“ Diese Worte des sel. P. Kolberg S.J. entringen sich der Brust eines jeden, der jenes vom lieben Gott so reichlich gesegnete Land bereist. An Naturschönheit und Fruchtbarkeit des Bodens von keinem Land der Erde übertroffen, hat es auch noch die für uns Katholiken so hohe Ehre, offiziell die Republik des heiligsten Herzens Jesu genannt zu werden.
Seine Bischöfe, seine Ordens- und Weltpriester, mit Ausnahme einiger einer jetzt verwaisten Diözese, sind Männer, welche durch ihr Wissen, ihre Frömmigkeit und ihren Seeleneifer unserer heiligen Kirche alle Ehre machen. Der sprichwörtlich feste Glaube der alten Spanier und neubekehrten Indianer war seit der Zeit des unvergesslichen Garcia Moreno von neuem belebt zu einem mächtigen Baume geworden, dessen grünende Äste sich über das ganze Land ausbreiteten und überall, besonders in den Zentren des kirchlichen Lebens, die herrlichsten Früchte zeigten.


Wer die Geschichte unserer heiligen Religion kennt, wird sich daher nicht wundern, dass die Hölle wütete und Satan alle Hebel in Bewegung setzte, um das gute Werk zu vernichten. Zu verschiedenen Malen und auf verschiedene Weise hat er Versuche gemacht; es war ihm aber niemals in einem solchen Grade gelungen, wie durch die gegenwärtige Revolution des unseligen Halbindianers Eloy Alfaro. 

Schon seit 25 Jahren war dieser Mensch der böse Dämon für die Ruhe und den Frieden seines Vaterlandes.
Von seinen Genossen, den Freimaurern der ganzen Welt, besonders aber Zentralamerikas, unterstützt und aufgehetzt, hat er fortwährend im Ausland und im geheimen in Ecuador selbst gegen die rechtmäßige Regierung gewühlt und Pläne geschmiedet. Seine früheren Revolutionen wurden immer durch die Wachsamkeit der Behörden bald niederschlagen. 


Dieses letzte Mal aber führte unglücklicherweise ein besonderer Umstand zu seinem Erfolge.
Während des chinesisch-japanischen Krieges versuchte Japan das chilenische Kriegsschiff „Esmeralda“ käuflich zu erwerben. Nach dem Völkerrecht jedoch konnte Chile als anerkannte Seemacht einen solchen Verkauf mit Japan als einer der kriegsführenden Mächte nicht abschließen. 


Die betreffenden Regierungen versuchten daher die Regierung Ecuadors, welches nicht als Seemacht anerkannt wird, als Vermittlerin zu engagieren.
Leider ging dieselbe darauf ein, kaufte das Schiff von Chile und verkaufte es dann an Japan. Dieser zweifelhafte Handel wurde noch dadurch verschlimmert, dass gewisse Beamte einen guten Profit daraus gezogen haben sollen. 


Die freimaurerische Presse bauschte die Sache zu einer nationalen Kalamität auf, deren Schmach nur durch die Niederlage der Regierung und den Triumph des Liberalismus gesühnt werden konnte.


Schon unter dem vorhergehenden Präsidenten hatte die Freimaurerei überall ihre Helfershelfer — vielleicht sogar an hoher Stelle. So kam es — gewiss nicht durch Zufall — , dass in den Militärstationen an der Küste teils solche Männer das Kommando führten, welche heimlich mit Alfaro sympathisierten und daher beim Ausbruch der Revolution sich sofort mit ihrem Militär für ihn erklärten, oder das man andere wichtige Stationen ohne Munition gelassen hatte, so dass die regierungstreuen Besatzungen machtlos dastanden.


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)



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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Unbekannte Heilige: Hl. Toribio de Mogrovejo, Erzbischof von Lima


Die meisten Katholiken haben schon von den bekannteren peruanischen Heiligen wie Rosa von Lima oder Martin de Porres gehört. Aber kennen sie auch den heiligen Erzbischof von Lima, der diese beiden Heiligen getauft und gefirmt hat?
Toribio de Mogrovejo (dt. Turibius von Mogrovejo) wurde 1538 im spanischen Mayorga in eine adelige Familie geboren. Der gelernte Jurist, Professor beider Rechte an der Universität von Salamanca, wurde wegen seiner Tugenden und seinem Wissen von König Philip II. zum Großinquisitor von Granada ernannt. Darauf folgte die ungewöhnliche Ernennung zum Erzbischof von Lima, da der Heilige noch Laie war. Vor der Bürde dieses Amtes schreckte der demütige Toribio zurück, und nur durch die Ermahnung zum Gehorsam konnte er dazu gebracht werden, die Ernennung anzunehmen. 1578 wurde er zum Priester geweiht und erhielt zwei Jahre später die Bischofsweihe.
1581 ging der hl. Toribio in Peru an Land. Zu Fuß durchquerte er auf seinem Weg nach Lima das riesige Land, lehrte den Indianern den Glauben und taufte sie. Dreimal durchzog er die riesige Erzdiözese von Lima (damals 450.000 km²), oft allein und dem Tropenwetter, wilden Tieren und kriegerischen Stämmen ausgesetzt. In seiner Amtszeit soll er fast eine halbe Millionen Seelen getauft und gefirmt haben.
In Lima stieß er auf heftigen Widerstand der Regierenden, da er sich unnachgiebig für die Rechte der Einheimischen einsetzte. Er schreckte nicht davor zurück, die öffentlichen Sünder zurechtzuweisen, was ihm viele Verfolgungen einbrachte.
Überall setzte er seeleneifrige Priester ein, baute Klöster, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser und nicht zuletzt das erste Seminar in Amerika. Darüber hinaus eignete er sich die Sprachen der Indianer an, um besser den Glauben verkünden zu können.
Während einer Visitationsreise im Jahr 1606 wurde er in Santa von einer tödlichen Krankheit erfasst. Schon zuvor hatte er seinen Tod auf den Tag genau vorhergesagt. Am 23. März, der heute sein Festtag ist, ging er in die Freude seines Herrn ein.
Als sein Leichnam ein Jahr später exhumiert wurde, um nach Lima übertragen zu werden, fand man ihn unverwest und beweglich. Während seines Lebens hatte er unter anderem ein Mädchen von den Toten erweckt und nach seinem Tod geschahen viele Wunder auf seine Fürsprache.
Heute ist der hl. Toribio der Patron von Lima und ganz Peru sowie der lateinamerikanischen Bischöfe. Seit 2002 vergibt die peruanische Bischofskonferenz die Auszeichnung „Medalla de Oro de Santo Toribio de Mogrovejo“ für besondere Verdienste um die katholische Kirche in Peru.

Rufen wir ihn als Fürsprecher für alle Bischöfe an, besonders für jene, die den steinigen Grund Lateinamerikas bearbeiten!

(Quellen: http://www.ewtn.com/library/MARY/TURIBIUS.htm ; Catholic Encyclopedia)

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Herz-Jesu-Fest in Ecuador

(Bildquelle: Carolus)

Das letzte Herz-Jesu-Fest in Ecuador legt ein glänzendes Zeugnis ab für den religiösen Sinn der Bevölkerung und die Frömmigkeit der gegenwärtigen Regierung dieser südamerikanischen Republik, aus welcher der Geist Garcia Morenos noch nicht gewichen ist. Auf den Vorschlag einiger Senatoren beschloss der Senat am 19. Juni 1886 einstimmig „einen feierlichen Akt der Dankbarkeit und Anbetung des heiligsten Herzens Jesu, des Patrons der Republik Ecuador“, und ferner, dass am Festtage „zum Zeichen seiner Übereinstimmung mit der öffentlichen Meinung“ keine Senatssitzung sein sollte. Am Vorabende des Festes war ganz Quito glänzend beleuchtet; alle Häuser, Privatwohnungen wie Staatsgebäude, beteiligten sich an dieser Kundgebung. 

Überall spielten Musikbanden, und mehr als 50.000 Menschen füllten die Straßen, darunter viele Gäste aus allen Teilen der Republik. Nie sah Quito ein solches Nationalfest. Am 21. Juni wurden die Bewohner mit Artellerie-Salven geweckt. Bald waren die Kirchen gedrängt voll. Die Zahl der Kommunionen war beispiellos; in der Kathedrale allein nahten sich 10.000 dem Tische des Herrn; darunter 3000 Männer. 

Alle Häuser der Stadt waren mit Fahnen und Blumenkränzen geschmückt und die meisten hatten ein Bild oder eine Statue des heiligsten Herzens ausgestellt. Auch die Ärmsten beteiligten sich an dem Schmucke. Zahlreiche Triumphbogen überspannten die Straßen. Um 1 Uhr nachmittags wurde ein eucharistischer Kongress eröffnet, der viele Fragen, welche das religiöse und sittliche Wohl des Volkes betreffen, behandelte. Es wurden auch Schritte getan, um den Beschluss der Nationalversammlung vom 29. Februar 1884, betreffend den Bau einer Basilika zu Ehren des Herzens Jesu als des Schutzherrn der Republik, sofort in Ausführung zu bringen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1888(?))