Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 22. November 2025

Great articles on the missions at Unam Sanctam Catholicam

My friend Boniface over at Unam Sanctam Catholicam has a number of excellent articles on the missions on his Blog and website, all of them shedding light on lesser known episodes of missionary history. Here are some of my favorites:

Thanks for the homily, Father — about a rare homily on the missions by a missionary priest

The Manila Synod of 1582 — about the issues that an early synod in a missionary territory had to deal with

Archbishop Poblete’s Missionary Journey to Cavite — about the attempts of the Archbishop of Manila to end local slavery

The 1775 Burning of San Diego de Alcalá — about wayward converts attacking a mission founded by St. Junipero

Segregated Catholic Schools in New Orleans — about Black Catholic schools

The Martyrdom of Salvatore Lilli — about the martyrdom of Blessed Salvatore Lilli, O.F.M. at the hand of the Turks

Sung Catechism in the Jesuit missions  — about the catechetical use of song among the Indians

There's Always a Priest Shortage in Missionary Areas — on viri probati not being a solution to an age-old problem in the missions


Samstag, 26. November 2022

Missionsgedanken zum Advent

 


Wohl nicht zufällig birgt der Advent, in dem wir auf die An- bzw. Wiederkunft des Welterlösers warten, auch bedeutende Feste, die unsere Blick auf die Weltmission richten, damit auch diejenigen, die noch „in Finsternis und Todesschatten sitzen“, das Kind von Bethlehem als den menschgewordenen Gott erkennen und verehren.

Am 1. Dezember feiern wir das Fest des heiligen Charles de Foucauld, dessen Freude es war, mit seinem Apostolat in der Sahara den eucharistischen Heiland dorthin zu bringen, wohin Er noch nie gekommen war.

Am 3. Dezember ist der Festtag des großen Patrons der Weltmission, des hl. Franz Xaver, dessen Name allein schon den Gedanken an seine apostolischen Großtaten und sein Sehnen nach der Bekehrung Asiens erweckt.

Am 12. Dezember erinnert die Kirche an die Erscheinung unserer Lieben Frau von Guadalupe, deren Erscheinung entscheidend für die Bekehrung der Völker Mexikos war, die zuvor im tiefsten Heidentum verstrickt gewesen waren und von denen die Azteken regelmäßig grausamste Menschenopfer darbrachten.

Mit dem 21. Dezember, dem Fest des hl. Apostels Thomas, geht dem Weihnachtsfest noch ein großes Apostelfest voraus. Die Christen der Malabarküste in Indien verehren ihn als den ersten Missionar ihrer Heimat.

Mögen diese Feste in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten uns immer wieder daran erinnern, auch für die zu beten, die Jesus Christus, das Licht der Welt, noch nicht kennen und lieben.

Samstag, 20. Mai 2017

Wirkten die ersten Missionsschwestern im 17. Jahrhundert in Kanada?

Die heilige Maria von der Menschwerdung – eine der ersten Missionsschwestern? (PD-1923)


Wer dieses Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich mich mit der Frage beschäftige, wann die ersten Missionsschwestern auszogen (hier und hier). Durch Zufall bin ich jetzt der Antwort wohl ein großes Stück näher gekommen.

Neulich griff ich zum Jahrgang 1883 von Die katholischen Missionen, die den Aufsatz „Die Klosterfrauen von Quebec“ enthalten. Es handelt sich bei diesen Klosterfrauen um eine Gruppe von Hospitalerinnen und Ursulinen, die 1639 nach Neufrankreich auszogen, um sich in dem damaligen Fort Quebec, einer Garnison mit einigen Holzhäusern, der Bekehrung, der Krankenpflege und dem Unterricht der Indianer zu widmen. Ausschlaggebend dafür war ein Missionsbericht des Jesuiten P. Lejeune, den ich hier in kurzen Auszügen zitieren möchte:

„Ach mein Gott! Wenn manche Damen von Frankreich ihre verschwenderischen und törichten Ausgaben einem so heiligen Werke zuwendeten, welchen Segen würden sie auf ihre Familien herabziehen! Welch ein Ruhm im Angesicht der Engel, das Blut des Sohnes Gottes zu sammeln, um es den armen Heiden zuzuwenden! Ist es denn möglich, dass die Güter dieser Erde uns teurer wären, als das eigene Leben? Seht doch! Es stehen zarte und im Überfluss erzogenen Jungfrauen bereit, mit Freuden ihr Leben dem Spiele der Wogen des Ozeans anzuvertrauen; sie sind bereit, zu uns zu kommen, um in einer bitteren Kälte, wie sie die Luft Frankreichs niemals kennt, die Seelen der Kinder aufzusuchen, um Arbeiten zu übernehmen, vor denen selbst Männer zagend zurückweichen: und es sollte sich nicht irgend eine wohltätige Dame finden, welche diesen Kriegerinnen des allmächtigen Gottes einen Geleitschein ausstellte, welche ihnen ein Haus gründete, in dem dieselben in dieser neuen Welt die göttliche Majestät loben und ihr dienen könnten? Ich kann mir nicht einreden, unser Heiland werde niemanden zu diesem Werke antreiben.“

In der Tat trieb unser Herr zwei Edelfrauen zu diesem Werk an: Marie de Vignerot, Herzogin von Aiguillon, eine Verwandte Kardinal Richelieus, sowie Marie Madeleine de Chauvigny de la Peltrie, kurz „Madame de la Peltrie“. Letztere stiftete nicht nur das Ursulinenkloster von Quebec, sondern ging gleich mit den Ordensschwestern nach Kanada, um sich dem entbehrungsreichen Missionsleben zu widmen. Zu der Gruppe gehörte auch die heilige Maria von der Menschwerdung, die 2014 heiliggesprochen wurde. Gemeinsam widmeten sie sich der Krankenpflege bei den Epidemien, die bald vor allem die Indianer befielen, und trotzten Krieg und Brandkatastrophen.

Madame de la Peltrie

Ohne ein abschließendes Urteil fällen zu wollen, meine ich, hier die Antwort auf die Frage „wer waren die ersten Missionsschwestern?“ gefunden zu haben. Die Missionen in Schwarzafrika wurden zu diesem Zeitpunkt, wenn sie überhaupt existierten, von Männerorden wie den Kapuzinern versehen. Gleiches galt für die überaus schwierigen Missionen in Asien, wo viele Länder Ausländern vollständig verschlossen waren.

Die ehrwürdige María de Jesús de Tomelín, „die Lilie von Puebla“ (Mexiko)

In den Kolonien Lateinamerikas (vor allem in Mexiko) und vielleicht auch in Goa gab es Schwestern und Frauenklöster, allerdings gehe ich eher davon aus, dass diese Schwestern erst eintrafen, als die ersten Pionierzeiten bereits überstanden und die Verhältnisse eher mit denen in Europa zu vergleichen waren. 

So wurde das erste Frauenkloster in Amerika 1540 von den Konzeptionistinnen in Mexiko-Stadt gegründet, diese widmeten sich wohl aber eher dem, was man mit der Erziehung „höherer Töchter“ in Europa vergleichen könnte (wahrscheinlich von den Töchtern aztekischer Adelsfamilien). Die anderen Frauenklöster in Mexiko widmeten sich anscheinend auch mehr der regulären klösterlichen Observanz wie in Europa und nicht der Missionsarbeit (mehr dazu auf Spanisch hier).


Sollte es in dieser Sache neue Erkenntnisse geben, schreibe ich natürlich darüber.

Montag, 12. Dezember 2016

Trotz Katholikenverfolgung – Wallfahrt zu Unserer lieben Frau von Guadalupe



Unsere Liebe Frau von Guadalupe ist die Schutzpatronin von Mexiko, und ihr Fest wird alljährlich am 12. Dezember feierlich begangen; aus allen Teilen des großen Landes strömen die Pilger zum Heiligtum.

Aber für dieses Jahr [1926] hatte die Regierung des Tyrannen Calles alles getan, um die Feier unmöglich zu machen; ein ganzes Heer von Soldaten war in und um Guadalupe zusammengezogen worden, um Furcht einzuflößen. Nun aber war die Menge und die Andacht der Pilger gerade dieses Mal eindrucksvoller als in den vergangenen Jahren; gegen 200.000 Gläubige aus allen Teile, viele Stunden und Tagereisen weit kamen sie, auch die katholischen Indianer aus ihren entfernten Wäldern. Um allen Zutritt zum Heiligtum zu gewähren, durften die einzelnen Pilger nur kurze Zeit im Heiligtum bleiben und mussten den Nachkommenden Platz machen.

Aber die Feier trug den Stempel der Verfolgung: Kein Bischof, kein Priester konnte teilnehmen, kein Gottesdienst, kein Sakrament wurde gespendet; schmachten ja Bischöfe und Priester im Gefängnis oder sind vertrieben. Die Pilger wurden nach Waffen durchsucht; es wäre ja der Regierung nur wünschenswert gewesen, wenn sie Anlass gehabt hätte, ein Blutbad unter den Pilgern anzurichten. Aber die Pilger waren zum Beten gekommen, selbst die Soldaten fühlten sich als Söhne des katholischen Landes und nahmen Anteil an der Andacht des Volkes. Aus der Hauptstadt waren zahlreiche Frauen zum Heiligtum gepilgert, mehr als je zuvor.

Die Verfolgung hat das Bekenntnis des Glaubens zu den Füßen Marias eindrucksvoller gestaltet – wieder ein Beweis, dass die Verfolgung wirkungslos ist bei einem Volk, das seinen Glauben als sein höchstes Gut zu schätzen weiß.


(Quelle: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1927)

Dienstag, 3. März 2015

Eine kritische Untersuchung von Bartolomé de las Casas



Dies ist eine Rezension der Dissertation von Anton Freytag S.V.D. mit dem Titel Historisch-kritische Untersuchung über den Vorkämpfer der indianischen Freiheit Don Fray Bartolomé de las Casas bis zu seinem Eintritt in den Dominikanerorden.

P. Freytag hat sich für den großen Vorkämpfer der Indianer erwärmt und zeichnet dessen Leben und Wirken bis zu dem Augenblick, da las Casas, bereits ca. 50 Jahre alt, in den Dominikanerorden eintrat (1474 bis 1523). Schon diese Tatsache, dass, man kann wohl sagen, die Hauptagitation des berühmten Mannes in die Zeit vor seiner Zugehörigkeit zum Orden fällt, wird manchem überraschend kommen. Der Verfasser hat sich sehr fleißig in die reiche Literatur und vorab in die Schriften las Casas‘ selbst hineingelesen und kann das Verdienst sich zusprechen, mehrere ungenaue oder irrige Daten, wie sie immer noch in den landläufigen Darstellungen selbst in kirchengeschichtlichen Lehr- und Handbüchern stehen geblieben sind, richtiggestellt zu haben. Allem Anschein nach ist die Schrift als Baustein zu einem neuen Lebensbild des berühmt gewordenen Mannes gedacht. Vielleicht dürfen wir uns mit Rücksicht darauf einige Bemerkungen und Wünschen erlauben.

Mehr wie eine geschichtliche Gestalt hat in der Freilichtmalerei der modernen Kritik stark von ihrem Zauber verloren. Wir glauben, dieses Schicksal wird auch las Casas teilen. „Er (las Casas) war“, so urteilt u. a. der amerikanische Historiker A. T. Vandelier, „ein wohlmeinender, aber durch und durch unpraktischer Enthusiast, der weder die Indianer verstand noch die neugeschaffene Lage würdigte, die sich für dieselben durch die Entdeckung Amerikas ergab, und der alles und jeden von dem Augenblick ab verurteilte, wo sie mit seinen Anschauungen und Plänen nicht übereinstimmten. Die Angaben über die Massenmorde der Spanier verdienen keinen Glauben, am wenigsten jene, die sich auf das Zeugnis des Bischofs von Chiapas, Bartolomé de las Casas, stützten. Die ganze Literatur seiner Periode muss überhaupt mit derselben Zurückhaltung gelesen werden, mit der wir heute die Auslassungen unserer politischen Kampfpresse hinnehmen.“ Diese Worte enthalten viel Wahrheit. Jedenfalls aber darf eine Darstellung und Würdigung von las Casas‘ Leben und Wirken nicht ganz oder hauptsächlich auf dem Selbstzeugnis eines Mannes aufgebaut werden, bei dem nicht ruhige Objektivität, sondern glühende Leidenschaft die Feder führte. Die ungeheuerlichen, „phantastischen“ Übertreibungen in seinen Zahlenangaben u. ä. sind von Gelehrten wie Humboldt, Peschel, Ratzel, Supan u. a. längst aufgedeckt worden. Kein ernster Historiker, bemerkt der Franziskaner P. Anselm Weber in einer Besprechung des stark eulogistischen Lebensbildes The Life of B. de las Casas by Rev. L. B. Dutto (St. Louis 1902), mit vollem Recht, wird die leidenschaftlichen Auslassungen eines Cola di Rienzi oder Savonarola ohne weiteres als zutreffendes Bild der kirchlichen Verhältnisse im 14. und 15. Jahrhundert gelten lassen. Ihr übermäßiger Reformeifer lässt sie alles grau in grau malen, um ihre Bestrebungen und Anschauungen als einzige Rettung erscheinen zu lassen. Ganz dasselbe trifft auf Las Casas zu (vgl. Amer. Eccl. Review 1902, 590 f.). „Wer den Stoff zu einer Geschichte der nordamerikanischen Negerfrage“, so urteilt zur selben Sache der amerikanische Historiker Edward Gaylord Bourne, „ganz oder hauptsächlich aus den Spalten eines Liberator (oder ähnlicher Parteiorgane) schöpfen wollte, würde ein sehr einseitiges Bild entwerfen.“

Das wirkliche Verdienst las Casas braucht nicht verkleinert, muss aber genauer umschrieben werden. Es besteht unseres Erachtens hauptsächlich darin, dass er gewissen auch in kirchlichen Kreisen stark eingebürgerten Anschauungen über das Recht der Eroberung entgegentrat, die Leute zum Denken brachte und eine neue milde Gesetzgebung zugunsten der unterdrückten Rasse in die Wege leitete. Ganz verkehrt aber ist es, wie der genannte P. Anselm Weber O.F.M. mit Recht betont, das ganze Verdienst im Kampf um die Freiheit der Indianer auf las Casas zu konzentrieren, denn wie am Verschwinden der roten Rasse an manchen Punkten der spanischen Conquista außer der spanischen Härte eine Reihe anderer unverschuldeter Ursachen mitwirkten, die las Casas geflissentlich übersieht, so haben auch um ihre Erhaltung andere Männer, vielleicht mit mehr Erfolg, sich bemüht. Und wenn las Casas zum Teil hochangesehene Männer, einzig weil sie auf seine Ideen nicht eingehen, als Schurken hinstellt und ihnen die niedrigsten Beweggründe unterschiebt, so sind dieselben damit noch lange nicht gerichtet. Was wir wünschen, ist ein objektives Geschichtsbild, und es soll uns freuen, wenn P. Freytag ein solches zeichnen will.


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Freitag, 12. Dezember 2014

Unsere Liebe Frau von Guadalupe zu Juan Diego


„Wisse, mein lieber Sohn, dass ich Maria bin, die immerwährende Jungfrau, die Mutter des wahrhaftigen Gottes, des Urhebers des Lebens, des Schöpfers von allem, des Herrn des Himmels und der Erde, dem alles zu eigen ist. Es ist mein Wunsch, dass man mir an dieser Stelle eine Kirche erbaue, wo ich als mitleidige Mutter, geliebt von dir und deinen Stammesgenossen, meine liebevolle Erbarmung zeigen und das Mitleid offenbaren will, das ich mit deinem Volk und mit allen trage, die mich lieben und mich in ihren Arbeiten und Leiden anflehen. Und so oft ich ihre Seufzer und Bitten höre, werde ich sie trösten und ihren Kummer erleichtern. Darum tue, was ich dir sage, und gehe zur Stadt Mexiko und zum Palast des Erzbischofs, der dort residiert, und sage ihm, dass ich es bin, die dich sende. Es sei mein Wunsch, dass man mir an diesem Orte eine Kirche erbaue. Erzähle im alles, was du gesehen und gehört hast, und sei versichert, dass ich dir dankbar sein und dich für alles, was du in dieser Sache tun wirst, belohnen werde. Mein Sohn, nun hast du meinen Wunsch vernommen; gehe jetzt in Frieden.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1894)

Samstag, 25. Oktober 2014

Großartiger eucharistischer Kongress in Mexiko


Die eucharistische Woche in der Hauptstadt Mexikos, 4 bis 10. Oktober 1924, kann Veranstaltungen ähnlicher Art in anderen Ländern würdig an die Seite treten. Unter südlicher Prachtentfaltung und mit einer Begeisterung, deren nur der bewegliche Südländer fähig ist, jubelte hier das wahre Mexiko, das von gottesfeindlichen Machthabern häufig so schwer vergewaltigte katholische Volk, seinem eucharistischen Heiland entgegen.

Ein Jahr lang bereiteten Ausschüsse in allen Bistümern die großen Tage vor. Alle Städte bis zu den kleinsten Dörflein herab hatten ihren eucharistischen Tag, um die Mittel für eine möglichst glänzende Veranstaltung zu sammeln. Die Hauptfeier fand naturgemäß in der Stadt Mexiko statt; aber das ganze Land feierte mit, und die Bischöfe der kleinen mittelamerikanischen Freistaaten bekundeten ihre Teilnahme durch Glückwunschschreiben und Entsendung von Vertretern.

Ein erhebendes Schauspiel leitete am 4. Oktober den Kongress ein. Von 6 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags pilgerten 100.000 Kinder zur Wallfahrtskirche U. L. F. von Guadalupe, dem Nationalheiligtum Mexikos und Mittelamerikas. Festlich geschmückt zogen die Kinderscharen unter Gesang in die Kirche, wo sie der hl. Messe beiwohnte und einer Predigt lauschten, um dann singend wieder heimzukehren, anderen Kinderscharen Platz machend. Auch der 1. Kongresstag, der 5 Oktober, war ein Tag der Kinder, die in ihren Pfarrkirchen zum Tische des Herrn schritten. Am Nachmittag wurde sodann der Kongress in Gegenwart von 25 Bischöfen, von Vertretern der Kapitel aller Bistümer und der katholischen Verbände unter ungeheurem Andrang des Volkes in der Kathedrale von Mexiko feierlich eröffnet. Es fand zunächst die Segnung der goldenen, im Schmuck der Edelsteine prangenden „Sühnemonstranz“ statt, zu deren Kosten ganz Mexiko begeistert beigesteuert hatte. In ihr wurde während der Woche das Allerheiligste Tag und Nacht zur Verehrung ausgesetzt. 

Die Feier eines jeden Tages eröffnete ein Pontifikalamt unter Assistenz aller übrigen Bischöfe. Am Montag huldigten die Arbeiter ihrem Heiland. Am Dienstag waren es die mittleren und höheren Stände, wobei im Hochamt ein Riesenchor von 4000 Kindern die Choralmesse sang. Am Nachmittag versammelten sich die Priester, desgleichen die Frauenbünde zu wichtigen Beratungen. In der ersten öffentlichen Generalversammlung am Abend lauschten im Narcissustheater 10.000 Personen den feurigen Ansprachen und kirchenmusikalischen Darbietungen und empfingen am Schluss von dem in der Mitte des Raumes aufgeschlagenen Altar aus den eucharistischen Segen. Nachdem am Mittwoch die Drittordensmitglieder und am Donnerstag die Frauen dem Heiland gehuldigt hatten, folgte am Donnerstagabend die zweite öffentliche Versammlung. Hier wurde unter begeisterter Zustimmung die Bitte um die Seligsprechung Pius X., des Papstes der hl. Eucharistie, zum Beschluss erhoben. In der Nacht auf den Freitag hielten die Bischöfe und Priester die Ehrenwache vor dem Allerheiligsten. Am Freitag den 10. Oktober kam nach der Generalkommunion verschiedener Vereine unter großen Feierlichkeiten der Kongress zum Abschluss.

Die mächtige Glaubenskundgebung hat wieder gezeigt, dass das mexikanische Volk im Herzen gut katholisch ist. Sollte es ihm nicht auch gelingen, die Gewaltherrschaft der Christenfeinde zu stürzen und in der Schule wie im öffentlichen Leben die Religion Christi zur Geltung zu bringen?

(Aus: die katholischen Missionen, 1924)

Dienstag, 27. Mai 2014

„Ich habe es nicht bedauert“


Oft leisteten die Missionare mit Gottes Hilfe im Dienste der Mission schier Übermenschliches. Über den Indianermissionar P. Pierre-Jean De Smet S.J., der wohl der bedeutendste Missionar unter den Indianern des Nordwestens der USA war, berichtet „die Weltmission“ Folgendes:

„Was P. De Smet geleistet hat, grenzt ans Wunderbare: Neunzehnmal durchsegelte er für die Mission den Atlantischen Ozean, dreimal den Stillen Ozean von Oregon bis Mexiko, zweimal setzte er über die Landenge von Panama, umschiffte über New York  Kap Hoorn  San Francisco fast den ganzen amerikanischen Erdteil, mehrmals durchwanderte er die westlichen Staaten Europas und legte durchschnittliche jedes Jahr 2.000 Meilen zurück quer durch die weglosen Prärien, Wälder und Gebirge; zusammen eine Strecke von 80.000 Meilen, d. h. beinahe neunmal den Erdumfang.

Über die großen Entbehrungen, die er dabei zu erdulden hatte, spricht sich P. De Smet folgendermaßen aus und zeigt dabei seinen großen apostolischen Eifer, der ihn alles für Christus und seine Indianer erdulden lässt:

„Ich habe oft die Wildnis durchwandert. Einmal erhielt ich drei Jahre lang keinen einzigen Brief. Zwei Jahre lebte ich im Gebirge ohne Brot und Salz, ohne Tee und Zucker. Vier Jahre hindurch fehlte das schützende Dach über meinem Haupt und das Bett zur Nachtzeit. Ein halbes Jahr lang hatte ich keine Wäsche zum Wechseln, und oft kam es vor, dass ich tagelang weder Speise noch Trank fand…Ich habe es nicht bedauert…“


(Quelle: die Weltmission der katholischen Kirche, Nr. 11/12 1933)

Sonntag, 23. März 2014

Wenn auf Beichthören die Todesstrafe steht: Der Tod des heiligen mexikanischen Märtyrers David Galván


Am 5. Januar konnte Carranzas General Obregón Puebla den Zapatisten entreißen, und am 30. Januar vertrieben sie die Truppen Pancho Villas aus Guadalajara. Um die Bewohner zu täuschen, riefen die Truppen Carranzas beim Einzug in die Stadt „Villa! Villa!“. Diejenigen, die mit „Villa“ auf diese perfide Täuschung antworteten, wurden zu Hunderten niedergeschossen. Trotz der Regierungserlasse, die neben dem Verbot von Predigen, Fasten, Buße, Almosen an den Klerus, Taufe, Begräbnisfeier und Werktagsmessen die Beichte unter Todesstrafe stellte, hielt es den jungen Seminarprofessor David Galván nicht zurück. Er ging auf die Straße, um den Sterbenden die heiligen Sakramente zu spenden. Der carranzistische General Dieguez ließ ihn darauf wegen Spendung der Beichte verhaften und als Gesetzesübertreter hinrichten.


(Nach: Sechs Jahre Schreckensherrschaft in Mexiko von P. Georg Schurhammer S.J., die katholischen Missionen, 1920)

Donnerstag, 6. März 2014

Der älteste Priester und Jesuit Amerikas


Der ehrwürdige P. McElroy S.J., der älteste Priester und der älteste Jesuit Amerikas, starb am 13. September in Frederick. John McElroy wurde am 14. Mai 1782 in der Provinz Ulster, Irland, geboren und wanderte im Jahr 1803 nach Amerika. 
Hier widmete er sich zunächst der kaufmännischen Karriere und trat am 10. Oktober in das Noviziat der Jesuiten in Georgetown ein. 1817 wurde er zum Priester geweiht und am 2. Februar 1821 legte er die letzten Gelübde ab. 

Im Jahr 1822 wurde er von seinen Oberen nach Frederick City, Maryland, gesandt, wo er sich als eifriger Diener Gottes zeigte. 1846 zog er, als einer der beiden katholischen Armeekapläne, mit den Vereinigten Staaten-Truppen nach Mexiko. Nach seiner Rückkehr wurde er 1847 von seinen Oberen an die St. Marien-Kirche in Boston berufen, wo er 17 Jahre lang mit außerordentlichem Segen wirkte. 

Er war der ganzen atlantischen Küste entlang wegen seines unermüdlichen, apostolischen Eifers bekannt und verehrt. Sein Eifer und Wirken lebten noch lange fort, als viele von denen, die mit ihm die mühevolle Missionsbahn betreten, schon längst zur Ruhe eingegangen waren. Sein Leben war eine Arbeit, eine unaufhörliche Kette von Verdiensten. Viele Kirchen und Schulen legen Zeugnis ab von seinem Schaffen, und durch seine Sittenreinheit, durch seine Sanftmut und durch seine nie versiegende Mildtätigkeit überwand er die Vorurteile zahlreicher Andersgläubiger. Seit 1864 war P. McElroy in verschiedenen Zweigen der Seelsorge tätig; in den letzten Jahren jedoch wurde sein Gesicht (d.h. Augenlicht) immer schwächer, so dass er nicht im Stand war, ohne Führer auszugehen; allein auch wenn er an sein Zimmer gefesselt war, blieb er stets tätig und mit nutzbringenden religiösen Sachen beschäftigt. 

In Boston, wo er so lange als eifriger Seelenhirt wirkte, wird sein Name immerfort mit Ehren genannt werden, und die herrliche Kirche von der Unbefleckten Empfängnis, welche er erbaute, wird ein Denkmal seiner Wirksamkeit sein und künftigen Generationen erzählen von dem ältesten Priester und Jesuiten Amerikas. R.I.P.


(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Freitag, 31. Januar 2014

War der heilige Apostel Thomas in Amerika? Predigt auf Englisch


Hinweis: Leider wurde anscheinend diese wie auch alle anderen Predigten dieses Priesters gelöscht, es gibt jedoch einen Trick, sie sich dennoch im Stream anzuhören: einfach auf den Link unter "Download Link" klicken. (Nachtrag: alle Predigten dieses Priesters können jetzt hier angehört werden)

Was in dieser Predigt gesagt wird, wird man heute wohl kaum noch hören, dennoch war man im 19. Jahrhundert sicher kein Sonderling, wenn man diese Position vertreten hat. 

Der Prediger baut seine Predigt um die Überlieferungen der Urbevölkerung Amerikas auf, so wurden beispielsweise bei den Azteken von einem weißen, bärtigen Mann berichtet, der vor einem Gott predigte, der der Sohn einer Jungfrau war, und durch Kreuzigung an einem Freitag zu Tode kam. In Brasilien wurde ebenfalls von einem weißen, bärtigen Mann berichtet, der den Einheimischen gepredigt hat. Dieser Mann soll der heilige Apostel Thomas gewesen sein.


Auch in den katholischen Missionen wurde diesem Thema ein Aufsatz gewidmet, in einer anderen Ausgabe wurden die Überlieferungen der Azteken vor der Ankunft der Spanier thematisiert. 


Da für Gott nichts unmöglich ist, ist es nichts ungewöhnliches oder absurdes, so etwas zu glauben, wie der Priester am Ende der Predigt hervorhebt. 

(Selber Prediger wie bei dieser Predigt)

Montag, 23. Dezember 2013

Das infame Bombenattentat auf das Gnadenbild von Guadalupe

Gott der Vater malt das Bild Unserer Lieben Frau


Die religiöse Frage ist in Mexiko noch lange nicht im Sinne einer völligen Freiheit der Katholiken gelöst. Die Tiefe der religiösen Gegensätze zeigte sich in grellem Licht, als in der Frühe des 14. November 1921 eine unter dem Gewölbe der Krypta des Nationalheiligtums von Guadalupe angebrachte Dynamitbombe explodierte. 
Es war offenbar beabsichtigt, dass unmittelbar darüber befindliche Gnadenbild Unserer Lieben Frau zu zerstören; infolge der Stärke der Mauern wurde jedoch kein erheblicher Schaden angerichtet (Dass dies die Bewahrung des Bildes vor jeglichem Schaden nicht vollständig erklärt, zeigt dieses stark verformte Kruzifix, das auf dem Altar unter dem Bild stand).

Ein Sturm der Entrüstung ging durch das Land ob der verruchten Tat. Tausende strömten aus der nahegelegenen Hauptstadt herbei, indem sie religiöse Lieder sangen. 
Mehr als 20.000 Katholiken aus allen Ständen zogen in geschlossenem Zug durch die Straßen der Hauptstadt, um ihren Unwillen zu bezeigen. Ein gemeinsamer Trauertag wurde für die Katholiken des ganzen Landes angesetzt, an dem sie fünf Stunden lang die Arbeit unterbrachen und die Geschäftsleute ihre Läden geschlossen hielten. 
Zahlreiche Protestkundgebungen auch aus den Nachbarstaaten liefen bei Präsident Obregon und bei Privatpersonen ein. Das Telegramm eines Bischofs aus den Vereinigten Staaten wurde zurückgehalten, weil es „aufrührerisch“ sei. 

Auf Betreiben der Bischöfe fanden zwischen dem 13. und 16. Januar dieses Jahres zur Sühne für den Frevel große Wallfahrten aus allen Gegenden des Landes nach Guadalupe statt. Unter dem Vorsitz des jeweiligen Bischofs wurde dann ein Sühnegottesdienst abgehalten. Nach einem feierlichen Hochamt – in Gegenwart von 23 Prälaten – erteilte der Apostol. Delegat von Mexiko dem ganzen Volk den päpstlichen Segen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Dienstag, 17. Dezember 2013

Ein Baptistenprediger bekehrt sich


Aus Mexiko kommt die Nachricht von dem Übertritt des Rev. William Sloan, eines der eifrigsten protestantischen Missionsprediger, zur katholischen Kirche. 
34 Jahre lang hatte der Mann seine ganze ungewöhnliche Kraft der protestantischen Baptistenmission geweiht, zunächst 11 Jahre in Indien, dann 23 Jahre in Mexiko. Hier hat er eine Reihe protestantischer Tempel und Gebetshäuser gebaut, zahlreiche Propagandaschriften verfasst, die „Luz“, ein spanisch-protestantisches Blatt, gegründet und geleitet usw.

Der Schritt, den er endlich tat, war das Ergebnis langer ernster Studien. Er ist entschlossen, sein Talent und seine Erfahrung künftig ganz in den Dienst der Kirche zu stellen, die er ein Menschenleben hindurch bekämpft hat.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908) 

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Predigt zum Fest unserer Lieben Frau von Guadalupe (Englisch)

(Quelle: Transalpine Redemptorists at Home)


Achtung! Der Anfang dieser Predigt schildert die blutrünstigen Bräuche der Azteken. Empfindliche Gemüte sollten sich den Anfang nicht anhören.

Predigt hier

Samstag, 23. November 2013

Protestanten im Land der Nächstenliebe: das katholische Mexiko von früher

Kirche des Krankenhauses "Hospital de Jesús Nazareno" in Mexiko-Stadt (Quelle: Henryficar)


„Es gibt kein Land auf Erden,“ so schrieb schon die Presbyterianerin Madame Calderon y Barca (Life in Mexico, Letter 23), „wo die öffentliche und private Nächstenliebe in einer hochherzigeren Weise geübt wird. Ich habe überhaupt auf meinen Reisen die Beobachtung gemacht, dass tätige Nächstenliebe das unterscheidende Merkmal der katholischen Nationen ist.“(...)


„Es scheint mir,“ so lautet das bemerkenswerte Zeugnis eines amerikanischen Protestanten, F.R. Guernsay (Boston Herald, 10. Juli 1894), „dass die praktischen Wirkungen des Katholizismus bei denen, welche ernstlich die religiösen Vorschriften befolgen, dahin gehen, ein Volk wahrhaft human zu machen. 
Hier (in Mexiko) herrscht unter den verschiedenen Klassen der Bevölkerung eine gegenseitige Sympathie, die wirklich etwas Nobles an sich hat. 

Da werden die armen Leute nicht kurzerhand nach einer öffentlichen Anstalt gewiesen, sondern an den Türen der Häuser selbst gespeist. Da findet man in den Landhäusern der Reichen häufig einen eigenen Tisch für anständige, hilfsbedürftige Arme gedeckt; da trifft man Damen mit einem ganzen Kreis von Schützlingen, die nicht mit kalter formeller Höflichkeit, sondern mit einer Liebe behandelt werden, die wirklich von Herzen kommt. Wenn man Zeugen solcher Szenen wird, dann beginnt man unwillkürlich nachzudenken über die tieferen Kräfte, welche diese Triebfedern in Bewegung setzen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Mutter des heiligen Rafael Guízar (1878-1938), dem fünften Bischof von Vera Cruz, die ein eigenes Aussätzigenheim gegründet und betrieben hat. Die Familie verfügte nach heutigen mexikanischen Maßstäben über ein Vermögen von mehreren Millionen. 

Freitag, 15. November 2013

Will die katholische Kirche die Menschen dumm halten? (Teil 1) – die Missionare und die Sprachforschung


Wenn Sie vielleicht mal, was heutzutage sehr oft passieren kann, im Gespräch oder in einer Uni-Vorlesung zu hören bekommen, dass die katholische Kirche die Leute dumm halten wollte (in diesem Wortlaut habe ich das bereits auf einer höheren Bildungsanstalt gehört) oder etwa, wie uns der öffentliche Rundfunk, den wir, ob wir wollen oder nicht, mit unserem Geld unterstützen, erzählen möchte, dass Missionare fiese Kerle sind, die die Sprachen der Einheimischen verbieten, ist es gut zu wissen, dass, wie in vielen anderen wissenschaftlichen Gebieten, die katholische Kirche einen unschätzbaren Beitrag zur Sprachforschung, besonders im Fall der exotischen Sprachen, geleistet hat.

Nachfolgend eine Liste von Ordensleuten, die sich auf diesem Gebiet hervorgetan haben. Bei den Missionaren, bei denen nicht klar war, wo genau sie gewirkt haben, ist das Verbreitungsgebiet der Sprache in Klammern angegeben.

Es handelt sich dabei nur um eine sehr kleine Auswahl.

Dominikaner:

Bischof Ignaz Ibañez O.P. Bischof in Taiwan, 19. Jhd. (?) : chinesisches Wörterbuch und kleinere Werke zur Amoi-Sprache

Domingo de S. Thoma O.P., Missionar in Peru im 16. Jhd.: Grammatik und Vokabular des Quechua

Bernardo Lugo O.P., 17. Jhd.: Grammatik des Chibcha (Zentral- und Südamerika)

Raymund Berton O.P., 17. Jhd.: Werke über das Karaibische (Südamerika)

Luis Cancer O.P. und Domingo de Bico O.P. (16. Jhd.).: Schriften in der Quiché-Sprache (Guatemala)

Francisco de San José O.P., Missionar auf den Philippinen im 16/17. Jhd.: Tagalog-Grammatik, führte 1590 den Buchdruck auf den Philippinen ein

P. Maxime Le Clerq O.F.M., Missionar in Kanada im 17. Jhd.: erfand Schriftzeichen für die Sprache der Mikmak-Indianer

Franziskaner:

P. Franz Pareja O.F.M. Missionar in Florida im 16. Jhd.: Katechismus in der Sprache der Tumucua-Indianer sowie Grammatik und Wörterbuch in derselben

Ildefonso Flores O.F.M.: Professor des Cakchiquel an der Universität in Guatemala (19. Jhd.?)

Basilius Rollo von Gemona O.F.M., Apostolischer Vikar von Schansi-Schensi, China (+1703): Verfasser des Dictionarium Sinico-latinum, das zumindest noch im frühen 20. Jhd. als Hauptwerk für das Chinesische galt

Markus von Lisboa O.F.M., Missionar im 17. Jhd. auf den Philippinen: Katechismus und Wörterbuch des Bicol-Dialekts

Darüber hinaus haben sich zahlreiche Franziskaner der Erforschung der mexikanischen Sprachen (Aztekisch etc.) gewidmet


Hl. Franz Xaver S.J. mit Mitbrüdern: Übersetzung eines Katechismus in das Malabarische

P. Enrique Henriquez S.J., Gefährte des hl. Franz Xaver an der Fischerküste in Indien: Grammatik und Wörterbuch des Tamil

P. Roberto de Nobili S.J., Missionar in Indien (+1656): apologetische und asketische Schriften im Sanskrit

Juan Fernandez S.J., Laienbruder in Japan (1567): Erste japanische Grammatik mit Lexikon

Lorenzo Hervás y Panduro S.J. (+1809): Einer der Vorreiter der vergleichenden Sprachwissenschaften, sammelte Proben von 307 Sprachen und Grammatiken von 40 Sprachen und erforschte mit großem Eifer die malaiischen Sprachen.

Picpus-Gesellschaft:

Florentin „Tepano“ (Stephan) Jaussen SS.CC., apostolischer Vikar von Tahiti (+1891): Übersetzung des Neuen Testaments in die Gilbert-Sprache (Kiribati)

Missionare vom heiligsten Herzen:

P. Erdland M.S.C.: Grammatik der Marshall-Sprache

Weiße Väter:

Msgr. Léon Livinhac M.Afr. Apostolischer Vikar von Viktoria-Nyanza, später Generaloberer: Grammatik der Ugandasprache

Msgr. August Hacquard M.Afr., Apostolischer Vikar der Sahara und des französischen Sudans: Grammatik der Bambara-Sprache


(Quelle: Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Dr. Max Heimbucher, Verlag Ferdinand Schöningh, 1907)

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Sonntag, 27. Oktober 2013

Verfolgung der Jesuiten – vom heiligen Ignatius erfleht


Der selige Martyrer Miguel Pro S.J. war als junger Jesuit auch von der Verfolgung betroffen. Er musste in die USA übersiedeln.

Wie schon so oft haben auch jetzt wieder die politischen Wirren und Kämpfe in Mexiko sich gegen die katholische Kirche gewandt. Nach einer brieflichen Mitteilung des P. Orvañanos S.J. ist in ganz Mexiko eine heftige Verfolgung der Gesellschaft Jesu ausgebrochen: etwa 6 Jesuiten sind im Gefängnis, 30 müssen Sträflingsarbeit beim Bahnbau tun, die übrigen mussten flüchten. Verfolgung und Schmähung hatte Ignatius für seine Gesellschaft vom Himmel erfleht als Zeichen des göttlichen Wohlgefallens. Auch das Jubeljahr der Gesellschaft Jesu sollte nicht enden ohne eine Verfolgung.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Freitag, 23. August 2013

Father Hunt, der weiße Indianer


Ein Korrespondent des Boston Sunday Herald aus Mexiko berichtet über das Wirken eines dortigen katholischen Priesters folgendes. 
„Ein eifriger katholischer Geistlicher hier ist der hochw. Herr Hunt, ein überaus tätiger Mann, mit rosigen Wangen, klaren Augen; er spricht spanisch wie seine Muttersprache, während sein Englisch von langem Nichtgebrauch etwas hinkt, meistert in bewundernswürdigem Grad das Alt-Mexikanische, die Nahuatl-Sprache, in der er von Zeit zu Zeit den Indianern predigt. 
Es ist eine weiche, melodische Sprache und gleicht der italienischen an Schönheit; der gute Padre heißt bei den Eingeborenen nur der ‚weiße Indianer‘, weil er ihre Sprache so vollkommen beherrscht. 

Dieser treffliche Mann, dessen Ruf als Nahuatl-Kenner bis zu den europäischen Gelehrten gedrungen ist, hat hier eine Schule für Straßenjungen eingerichtet, die er nicht nur unterrichtet, sondern auch beköstigt. 
Besonders nimmt er sich auch der Zeitungsjungen, Laufburschen und jungen Hausierer an, die den volltönenden Titel Comerciantes (Händler) führen. Es ist dies ein sehr verdienstvolles Unternehmen. Und so entzieht dieser gelehrte Priester zwei Drittel seiner Zeit seinem Lieblingsstudium, um sie den Interessen des göttlichen Kinderfreundes zu weihen.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1899)

Mittwoch, 22. Mai 2013

"Kein ander Lehr haben die Barfüsser in der neuen Welt ausgesät, dann die alt Römisch, Catholisch und Seligmachende Lehr"


 
St. Franziskus Solanus: sein Leben war seiner Lehr gar ähnlich


Im Jahre 1617 erschien zu Ingolstadt bei Frau Wittib Elisabeth Angermairin die von P. Tobias Hendechelius O.S.F. verfasste „Relation von der frewdenreichen Bekehrung des Königreiches Voxu von Japon“. Ihr hatte P. Calentin Fricius O.S.F., Generalkommissar des Ordens für Deutschland, Polen, Ungarn und Böhmen und Beichtvater des Erzherzogs Matthias von Österreich, eine Abhandlung über die Missionen seiner Mitbrüder beigefügt mit dem Titel „Indianischer Religionsstandt der gantzen newen Welt beyder Indien“. Im neunten Kapitel gibt uns der Verfasser eine Schilderung vom Leben der damaligen Franziskanermissionäre. Da das seltene Werk wohl den meisten unserer Leser unzugänglich ist, wollen wir die Ausführungen des Generalkommissars mit einigen Kürzungen im Folgenden wiedergeben.

Das neunt Capitul

Lehr, Leben, Wandel, Sitten und Bräuch, der Franziskaner, so in Indien (gemeint sind hauptsächlich die herrlichen Missionen der Franziskaner in Mittel- und Südamerika) gereist und wohnen.

1. Kein ander Lehr haben die Barfüsser in der neuen Welt ausgesät, dann die alt Römisch, Catholisch und Seligmachende Lehr.

2. Ihr Leben und Wandel war ihrer Lehr gar ähnlich und gemäß. Haben auch das wenigst nicht gepredigt, das sie auch nicht zuvor im Werk vollbracht hätten.


3. Zweier Ding haben sie sich beflissen: der großen Andacht und Bekehrung und was von diesen anhängig.

4. Mit den allerschlechtesten, geringsten und verächtlichsten Kleidern waren sie angetan.

5. Zu Fuß durchzogen sie über Wasser und Land alle Inseln und Provinzen.

6. Ihr Lager und Bett waren Stein, Heu und der harte Erdboden.

7. Kräuter, Brot und Wasser war ihr Speiß und trank.

8. Der helle Himmel, die von ihnen aufgerichten Hüttlein und Höhlen waren ihre Häuser.

9. Für Schwerter und Waffen trugen sie Kruzifix und Brevier.

10. Des Golds haben sie gar nit geacht, obwohl Indien dessen so voll gewesen, dass man auch ganz güldene Wänd an Häusern gefunden, die Roß damit beschlagen und auch viel Berg gesehen worden, in welchen mehr Gold dann Erde gewesen.

11. Armut war ihnen viel angenehmer, dann den Weltkinder der Reichtum, derowegen sie dann auch überaus von Indianern und anderen Geistlichen geliebt worden bis heutzutag.

12. Auf eine Reiß zogen sie mehrmalen bei 100 oder 200 Meilen, bemühten sich allein mit Predigen, Taufen, Bekehrung, Zerbrechen der Abgötter und ließen sich auch nicht abwendig machen, obgleich einer oder mehr aus ihnen martyrisiert, erschossen oder erschlagen worden.

13. Auf der Reiß haben sie jederzeit alle notwendige Sachen zum Tauf und Meßlesen mit sich getragen.

14. Die Geheimnisse unseres hl. Glaubens, die 10 Gebote, die 7 Todsünd usw. lehrten sie die Indianer durch gemalte und in Teppich eingewirkte Figuren und Bilder.

15. Aufs äußerst haben sie sich beflissen, damit die hl. Hochwürdigen Sakrament mit höchster Ehr, Reverenz und Solemnität administriert und empfangen wurden.

16. Nicht weniger Müh haben sie ausgestanden, bis sie das hin und herlaufend, zerstreute Volk aus den Wäldern in eine Gemein und Gesellschaft zusammengebracht haben.

17. Gleichfalls lag ihnen nicht geringer am Herzen, wie sie allerlei Sprachen lernen könnten, damit sie nur möchten viel einschneiden und viel Nutzen schaffen. So artlich, so lieblich, so zierlich haben sie in diesen fremden Sprachen Bücher geschrieben und gepredigt, daß solches für das größte Wunder zu halten, so je die Allmacht Gottes in Indien durch sie gewirkt.

18. So emsig waren sie im geistlichen Schnitt, daß ein einziger Franziskaner 40.000 getauft hat, wie Christophorus de capite Fontium in der Vorred unsrer privilegiorum zu Paris gedruckt, vermeldet.

Was ferner das politische Wesen betrifft, haben sie auch nit weniger Fleiß fürgewandt, damit die Indianer allerlei Handwerk ergriffen haben. Neben unsern Klöstern haben sie fast aller Orten große Schulen gebaut, darin sie öfters, wie das auch heute noch fast aller Orten geschieht, bei 100, 200 und oft 1000 Knaben in allerhand freien Künsten, im Singen, Lesen, Malen, Schreiben  und allerlei Saitenspiel unterwiesen. Damit dadurch besonders der Gottesdienst möchte stattlich verrichtet werden.

Diese treuherzige und arbeitsame Schnitter werden ihres unsträflichen Wandels halber und vielgehabter Müh und Arbeit ohn allen Zweifel von Christo mit großen Freuden hören: „Euge serve bone etc., du getreuer Knecht, geh ein in die Freude deines Herrn, welche auch uns Christus Jesus gnädigst wolle mitteilen und verleihen. Amen.“

(aus: die katholischen Missionen, 1919)

Montag, 20. Mai 2013

Die Kirchenfeindliche Verfassung von Mexiko

Deckblatt der Verfassung von Mexiko im Jahr 1917



In Mexiko rast der Verfolgungssturm gegen Kirche und Religion ungebrochen weiter. Die zu Queretaro (5. Februar 1917) veröffentlichte und seither, wie es scheint, durch weitere Gesetze ergänzte neue Verfassung zielt auf förmliche Vernichtung der Kirche. 

Artikel 5 bestimmt z.B., dass kein Vertrag, keine Abmachung und Vereinbarung vom Staat als rechtskräftig anerkannt werde, welche den Verlust, das unwiderrufliche Opfer oder die Einschränkung der menschlichen Freiheit zum Gegenstand habe, gleichviel ob der Beweggrund Arbeit, Erziehung oder ein Ordensgelübde sei. Damit sind die religiösen Orden unmöglich gemacht. 

Artikel 70 erklärt, dass nur eingeborene Mexikaner im Land gottesdienstliche Handlungen vornehmen dürfen. Es bleibt somit den ausländischen Priestern und Ordensleuten nichts übrig, als das Land zu verlassen. 
Vermutlich haben unter anderen auch die bisher noch in Mexiko tätigen Lazaristen dem Sturm weichen müssen. Die Maristen wurden bereits vertrieben. 

Weiterhin bestimmen die religionsfeindlichen Gesetze, dass die Kirche keinen Grundbesitz erwerben dürfe und ihre Güter dem Staat verfallen. Der Geistlichkeit wir das bürgerliche Stimm- und Wahlrecht abgesprochen. 
Künftig sollen nur noch Staatsschulen bestehen; alle Privatanstalten, d.h. die von Ordensgenossenschaften geleiteten Schulen, werden unterdrückt. Die Mehrzahl der mexikanischen Pfarreien stehen heute verwaist. In der Provinz Campeche sollen noch drei, in einer anderen noch vier, in mehreren gar kein Priester mehr übrig sein. 

Der Erzbischof von Guadalajara, der in einem Hirtenbriefe mannhaft gegen das Vorgehen der Regierung Einspruch erhob, musste sich verstecken; mehrere Priester, die den Hirtenbrief verlesen hatten, wurden ins Gefängnis geschleppt und selbst der Folter unterworfen, um von ihnen Angaben über den Zufluchtsort des Erzbischofs zu erpressen. Die Leidensgeschichte mancher dieser gehetzter Priester und Bischöfe, denen es gelang, über die Grenze zu entfliehen, klingt ergreifend.

Inzwischen sind die nach den Vereinigten Staaten geflüchteten Bischöfe und Ordensleute dort nicht müßig. Voll Vertrauen auf eine bessere Zukunft ist man eifrig bedacht, einen tüchtigen geistlichen Nachwuchs zu erziehen, und es ist tröstlich, dass trotz aller Verfolgung aus Mexiko selbst noch junger Zuzug kommt.

(Aus: die katholischen Missionen, 1918)