Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Sonntag, 5. Oktober 2025

Die tschechoslowakischen Bischöfe über das Gebet für die Missionen


Bischof Pavol Jantausch bei der Grundsteinlegung des Missionshauses der Steyler Missionare in Nitra (Slowakei)

Fortsetzung von hier

Diese ihre Sendung erfüllt die Kirche bis heute. Ja, wir sehen mit Freude, dass die Missionen der heiligen Kirche heute einen ungeahnten Aufschwung nehmen und sich die Begeisterung der Katholiken der ganzen Welt für die Missionen in erhebender Weise kundgibt. In der ganzen katholischen Welt weht Missionsgeist, die Völker wetteifern sozusagen in dieser Tätigkeit, so dass die heilige Kirche mit den besten Hoffnungen in die Zukunft blickt. An dieser erhabenen und heiligen Arbeit müsset auch ihr, teure Gläubige, Anteil nehmen.

Unser glorreich regierender Heiliger Vater Pius XI. hat zu Beginn dieses Jahres ein herrliches Rundschreiben erlassen, in dem er alle Gläubigen zur Arbeit für die Missionen aufruft und mit prophetischer Weisheit auch Richtlinien gibt, nach welchen diese Arbeit zu verrichten ist. Der Stellvertreter Christi, der gemeinsame Vater aller Völker, erweckt, belehrt und dringt mit väterlicher Sorgfalt darauf, dass die Missionsarbeiten bestens organisiert werden und alle Gläubigen, Priester und Laien, am Missionswerke Christi teilnehmen. Wir, eure Oberhirten, welche die Vorsehung Gottes auf den Posten dieses oberhirtlichen Amtes gestellt hat, die aber mit kindlichem Gehorsam gegen den Heiligen Vater, wie auch mit dem pflichtmäßigen Eifer für das Missionswerk erfüllt sind, wünschen nichts sehnlicher, als dass alle Weisungen des päpstlichen Aufrufes aufs treueste und vollkommenste verwirklicht werden. Darum wenden wir uns an euch, teure Gläubige, und wollen, dass jeder von euch zum Apostel des Missionswerkes werde. Wir sind überzeugt, dass ihr, in welchen der lebendige Glaube und die wahre Liebe zu Christus dem Herrn und seiner heiligen Kirche wohnt, diese unsere Anordnungen mit kindlicher Ergebenheit annehmen und bereitwillig erfüllen werden.

Wie soll also eure Missionstätigkeit im Sinne der Enzyklika des Heiligen Vaters beschaffen sein?

1. Sowohl die Bekehrung von Einzelpersonen als auch jene ganzer Völker hängt in erster Linie von der Gnade Gottes ab. Die Gnade Gottes allein kann den menschlichen Verstand erleuchten und die Herzen erwärmen, auf dass sie die Lehre Jesu Christi annehmen und sich seinem süßen Joche unterwerfen. Die Gnade Gottes muss jedoch erbeten werden. So wie einst das auserwählte Volk gefleht hat: „Tauet hernieder, ihr Himmel“ (Is. 45, 8), so müssen wir beständig beten und bitten, dass der allmächtige Gott seine Barmherzigkeit über die heidnischen Völker ausgieße und die Arbeit der Missionare segne. Wir fordern euch daher auf, mit euren Gebeten für die Bekehrung der Heiden nicht aufzuhören, und ordnen darum an:

a)       Bei den gemeinsamen Gebeten und Gottesdiensten, insbesondere bei den Rosenkranzandachten, die gewöhnlich im Monat Oktober und in der Fastenzeit gehalten werden, immer am Schlusse der Andacht ein Gebet für das Gedeihen der heiligen Missionen und ein Vaterunser und ein Ave Maria mit der Bitte: „Heiliger Franziskus Xaverius, bitte für uns!“ anzuschließen,

b)      In allen katholischen Jugenderziehungsanstalten (Seminarien, Waisenhäusern, Internaten usw.) nach den Morgengebeten täglich gemeinsam ein Vaterunser und ein Ave Maria mit der Bitte: „Heiliger Franziskus Xaverius, bitte für uns!“ für das Gedeihen der Missionen zu beten und außerdem die Jugend zu öfterem Gebete für die heilige Mission aufzufordern; denn der Heilige Vater bemerkt in seiner Missionsenzyklika: „Was könnte der himmlische Vater reinen und unschuldigen Seelen abschlagen? Außerdem erweckt ein solches Vorgehen die Hoffnung in uns, dass die zarte Jugend, die von jenem Augenblicke an, wo die ersten Blüten der Liebe in ihrem Herzen zu keimen begannen, für die Erlösung der Heiden zu wirken gewohnt war, mit Gottes Hilfe die Berufung zum Apostolate erlangen kann.“
Ähnlich wie das Gebet können auch gute Werke, Werke der Buße, der Abtötung, der christlichen Liebe und Barmherzigkeit, die auf die Meinung der Missionen verrichtet werden, die Barmherzigkeit Gottes herabziehen und Gnaden gewinnen, dass die Arbeit der Missionäre von Erfolg gekrönt sei. Außer dieser geistigen Hilfe, welcher die Missionen in erster Linie bedürfen, ist das Missionswerk auf die materielle Unterstützung der Gläubigen angewiesen. Es ist unnötig, eigens daran zu erinnern, dass die Ausbildung der Missionspriester in den Missionsanstalten ihre Reisen in ferne überseeische Gegenden, die Ausstattung und Erhaltung der Missionsstationen, Schulen und Waisenhäuser große Beträge erfordern. Diese materiellen Mittel muss die christliche Welt gewähren, denn die heidnischen Völker sind größtenteils arm und erwarten die Hilfe von den Missionären. Es ist unsere Pflicht, die Missionen auch materiell zu unterstützen, und darum möge jeder auch einen Geldbeitrag für das Missionswerk opfern …

(Aus: Steyler Missionsbote, Heft 7, April 1927)

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Samstag, 4. Oktober 2025

Hirtenbrief der tschechoslowakischen Bischöfe über die Missionen


Erzbischof Karol Kmeťko, Bischof von Nitra, mit den ersten slowakischen Priestern der Gesellschaft des göttlichen Wortes. Er war ein großer Freund der Missionen und Förderer des Missionshauses der SVD in Nitra.

Als erster Episkopat der Welt veröffentlichten die tschechoslowakischen Bischöfe kurz vor dem Christkönigsfest 1926 ein Hirtenschreiben, das die Weisungen der Missionsenzyklika von Pius XI. zum Gegenstand hat. Hier einige Auszüge aus dem Schreiben, das heute nicht weniger relevant ist als damals:

Groß und erhaben ist dieses Königtum Christi, Millionen und Millionen bekennen: „Der Herr ist unser König, er wird uns retten.“ (Offertorium Festi Christi Regis) Dieses milde Königtum Christi ist aber noch nicht zu allen Menschen gekommen. Der größte Teil des Menschengeschlechtes, ungefähr 1.000 Millionen, erkennen und bekennen Christus den König noch nicht. Über diese herrscht noch die Tyrannei des Bösen, des Todes und der Finsternis. Wieviel seelische Not, Unglück und Schmerz bedeutet das! Diese größte Hälfte des Menschengeschlechtes kommt uns wie ein Wehklagender in düsterem, kaltem Gefängnis vor, wo kein Sonnenstrahl die Finsternis erhellt und die Kälte mildert, wo niemand Hilfe und Linderung gewährt. Und unser König und Herr wünscht und sehnt sich danach, dass auch diese armen Menschen, die Heiden und Irrgläubigen, in sein Reich aufgenommen werden und dessen Wohltaten genießen. Er ist ja dazu auf die Welt gekommen, um für alle zu leiden und zu sterben und ruft auch diesen zu: „Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ (Matth. 11, 28) Christus will also, dass alle zu ihm kommen und an ihn glauben. „Das ist das ewige Leben, dass sie dich erkennen, den alleinigen, wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum“ (Joh. 17, 3). Christus will aber auch, dass diese durch Menschen zu ihm geführt werden. Jeder König erwartet von seinen treuen Untertanen, dass sie nicht nur sein Königtum anerkennen, sondern ihm auch die, welche zu seinem Reiche von rechtswegen gehören, gewinnen. Das verlangt auch Christus. „Gehet hin und lehret alle Völker“, ruft Christus, und dieser klare Auftrag gilt mehr oder weniger jedem Angehörigen des Reiches Christi.

Es kann uns daher nicht gleichgültig sein, ob wir uns um die Verbreitung des Königtums Christi unter den Heiden bemühen oder nicht. Die Liebe zu Christus gebietet uns, seine heilige Wahrheit zu verbreiten. Dasselbe predigt uns die Nächstenliebe und das Gefühl des Mitleids mit unseren armen Brüdern. Den Nächsten in Todesgefahr zu sehen und ihm nicht helfen zu wollen, wenn es in unserer Macht liegt, wäre Hartherzigkeit. Unsere Brüder, die Heiden, sind in der Gefahr ewigen Todes. Es ist, als ob diese heidnischen Völker uns zurufen würden: „Erbarmt euch unser, wenigstens ihr, unsere Freunde, ihr die ihr das unendliche Glück und die Wohltaten des Werkes Christi bereits empfindet und genießet!“ Wenn also nur ein kleines Fünkchen christlicher Liebe in uns ist, müssen wir der Worte Christi eingedenk sein: „Wahrlich sage ich euch, was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan“ (Mt. 25, 49). Und so macht uns sowohl die Liebe zu Christus als auch die Nächstenliebe die Teilnahme an der Glaubensverbreitung, d. i. an dem Missionswerke der heiligen Kirche, zur strengen Pflicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass es unsere Pflicht ist, die Missionen zu unterstützen. So hat es die Kirche immer aufgefasst und daher zu jeder Zeit ihr Augenmerk auf die Missionen gelenkt, indem sie ihre Gläubigen an diese ihre Pflichten gemahnt hat. Unsere Kirche ist die katholische, d. i. die allgemeine Kirche; es entspricht daher ihrem Wesen, den Schatz des Glaubens unter allen Völkern zu verbreiten.

(Aus: Steyler Missionsbote, Heft 7, April 1927)

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Montag, 4. August 2025

Gottes Liebesgedanken – Bischof Döring S.J.

 

Bischof Döring S.J. nach einer Firmung während seiner Zeit in Japan

Von Ewigkeit haben sich die Liebesgedanken Gottes mit den unsterblichen Seelen, auch mit denen der Heiden beschäftigt. Sie alle bildeten den Gegenstand seiner ewigen Liebe und seines ewigen Heilswillens. Er will, dass sie alle, denen er sein Ebenbild mitgeteilt, zur Erkenntnis seiner und seiner Wahrheit gelangen und gerettet werden. Seine Liebesgedanken, sein Heilswille sollen in der Zeit verwirklicht werden durch unsere Mitwirkung. Diese Seelen können uns nicht gleichgültig sein, Gottes Interessen kommen in Frage. Können wir da zurückbleiben?


Bischof Johann Heinrich Döring S.J. von Puna (Indien), auf dem Missionswissenschaftlichen Kursus in Köln vom 5. bis 7. September 1916

Freitag, 6. Oktober 2023

St. Daniel Comboni: „Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen“


Ende der 1870er Jahre kam es im Missionsgebiet des heiligen Daniel Comboni im heutigen Sudan innerhalb eines Jahres zu einer verheerenden Dürre mit Hungersnot, die ganze Landstriche entvölkerte, sowie zu einer Epidemie, die noch schlimmere Folgen hatte. In diesem Kontext schreibt der Heilige:

„Soll bei so schrecklichen Schlägen das Herz des apostolischen Missionärs sich außer Fassung bringen lassen und unter der Wucht solchen Unglücks erliegen? … Nimmermehr. Das Kreuz ist der königliche Weg, der zum Triumphe führt. Das hl. Herz Jesu schlug auch für die armen Schwarzen. Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen, den heftigsten Widersprüchen und bietet festen Fußes die Stirne dem Schwalle der Bedrängnis und dem Anprall der wütendsten Stürme; er schreitet auf dem Wege des Martyriums zum Triumphe. Ähnlich unseren Missionskollegen in China, die sich im Angesichte des Todes und der grausamsten Qualen nicht erschüttern lassen, werden wir furchtlos ungeheure Mühen, gefährliche Reisen, peinliche [schmerzvolle] Entbehrungen, das langsame Martyrium eines glühenden Klimas und sogar den Tod erdulden, um die barbarischen Völker Zentralafrikas dem Glauben zu gewinnen und sie alle unter dem friedlichen Schatten des einen Schafstalles Christi zu sammeln.“

(Aus: Daniel Comboni. Bischof von Claudiopolis und Apostolischer Vikar, 1882)

Mittwoch, 1. März 2023

Missionseifer auch in schwersten Zeiten

 

Friedrich Gustav Kardinal Piffl CanReg


Angesichts der schweren Nachkriegsjahren, die Österreich nach dem Ersten Weltkrieg in politischer wie wirtschaftlicher Sicht heimsuchten, liegt die Annahme nahe, dass nur noch wenige Katholiken Sinn für die Glaubensverbreitung in den nichtchristlichen Ländern hatten. Doch, nicht zuletzt aufgrund des Engagements von Friedrich Gustav Kardinal Piffl, des karitativen Erzbischofs von Wien, schlug das Missionswerk noch tiefere Wurzeln im Erzbistum Wien:

„Interessant, dass bei aller Not der Kriegs- und Nachkriegszeit in der Erzdiözese nie die Missionsbewegung zu einem Stillstand kam. Im Gegenteil, das Interesse daran nahm zu. Piffl selbst nannte dieses Phänomen ‚einen der wenigen erfreulichen Lichtpunkte in der dunklen Kriegszeit‘. Um den gesteigerten Anforderungen der Zeit zu genügen, wurde das Werk der Glaubensverbreitung, d. i. der Franziskus-Xaverius-Verein, im Juli 1919 umorganisiert. Statutengemäß wurden ein Diözesanausschuss und ein Verwaltungsrat eingesetzt, neuer Diözesan-Direktor des Werkes wurde Kanonikus Msgr. Josef Wolny. Ein eigenes Sekretariat sollte ihn bei seiner Aufgabe unterstützen. Piffl brachte es, wie schon erwähnt im eb. [erzbischöflichen] Palais unter. Als Organ des Werkes sollte künftig die Monatsschrift ‚Die Weltmission der katholischen Kirche‘ dienen (...) Nach und nach sollte der Xaverius-Verein in jeder Pfarre eingeführt werden. Piffl erließ zu dieser Neuregelung ein eigenes Aviso im Diözesanblatt, das auch die Reichspost abdruckte.“

(Aus: Martin Krexner: Hirte an der Zeitenwende. Kardinal Friedrich Gustav Piffl und seine Zeit. Dom-Verlag, 1988)

Dienstag, 15. Februar 2022

Die Predigt von Papst Pius XI. zur Weihe sechs chinesischer Bischöfe



Die Bischofsweihe am Altar der Kathedra Petri, freundlicherweise koloriert von Michael Baker.


Am 28. Oktober 1926 weihte Pius XI. unter großen Feierlichkeiten im Petersdom sechs chinesische Bischöfe, die ersten seit nahezu 250 Jahren. Zuvor hatte es nur einen einzigen chinesischen Bischof gegeben, Luo Wenzao, der Ende des 17. Jahrhunderts starb. Nachfolgend die Predigt des Papstes:


„Ehrwürdige Brüder!

Die feierlichen Handlungen sind nunmehr beendigt, mit denen Wir Euch bei den Reliquien der Apostel die Fülle des Priestertums verliehen haben. Damit dieses Ereignis Euch umso angenehmer und Uns umso leichter in Erinnerung sei, wollten Wir diese am selben Tage verleihen, an welchem sie vor sieben Jahren uns selbst verliehen worden ist. Für diese Gnade danken Wir mit Euch, ehrwürdige Brüder, vor allem und werden Wir immer danken: Gott, dem Geber alles Guten.

Wir können weder Unseren Jubel zurückhalten, noch Unsere Freude verbergen, von der wir alle im Hinblick darauf erfüllt sind, zum ersten Male in dieser Stadt Rom vom römischen Papste eingeborene Bischöfe des chinesischen Klerus zum erhabenen Amt befördert zu sehen, ihrer Heimat das Reich des Königs Christus zu bringen und auszubreiten. Wir begrüßen diese Weihe als einen überaus glücklichen Anfang mit dem Wunsche, recht bald auch anderwärts dasselbe Vorhaben zum Erfolg gebracht zu sehen.

Was nun Euch, ehrwürdige Brüder, anbelangt, so haben Wir Euch in diese ewige Stadt, die Haupt und Zentrum der Religion ist, bestellt und berufen, um Euch unter dieser so großen und geheiligten Majestät der St. Peterskirche zu weihen, damit Ihr, mit der bischöflichen Würde ausgestattet und mit der heiligen Inful geschmückt, von hier aus in Euer Vaterland zurückkehret, von hier aus, sagen Wir, von wo die apostolische Quelle immer lebendig und ohne Unterbrechung ausgeht. Ihr kamet hierher, um Petrus zu sehen; und von Ihm habt Ihr nun den Hirtenstab erhalten, dessen Ihr Euch zu bedienen habt, um die Herde Eures Schafstalles zu sammeln. Petrus hat Euch, wie Ihr gesehen habt, umarmt, Euch, die Ihr nicht geringe Hoffnung bereitet, den katholischen Glauben bei Euren Mitbürgern zu verbreiten. Diese Eure Landsleute, die Euer so ungeheuer großes Vaterland bewohnen, das von ältesten Zeiten an durch Pflege der Wissenschaft und der schönen Künste sich hervorgetan hat, haben einmütig die Maßnahme des Heiligen Stuhles belobigt und sie haben – ganz besonders jene aus ihnen, die der Religion nicht ferne stehen und vor allem die Katholiken – Euch mit Beweisen der Freude und der Anhänglichkeit überschüttet und Euch bei Eurer Abreise nach Rom beifällig begrüßt. Tragt nun also die bischöfliche Würde und die mit ihr verbundenen Mühen auf eine Art und Weise, dass sie Unseren Erwartungen und denjenigen Eurer Völkerschaften entsprechen und Ihr so der Kirche einen neuen kräftigen Spross schenket. In dieser feierlichen Stunde kann und muss jenes Wort unseres Herrn Jesus Christus, unseres Schöpfers, Erlösers und Obersten Hirten, als an Euch gerichtet gelten: ‚Erhebet Euer Haupt und schaut die Länder, diese unermesslichen Länder, die euer sind, sie reifen schon für die Ernte‘ und weiter: ‚Geht auch ihr in meinen Weinberg‘ und ferner: ‚Gehet hin, lehret, unterrichtet, taufet, segnet: ich habe euch auserwählt, damit ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibet.‘ Fiat, Fiat!“

Donnerstag, 10. Februar 2022

Die Predigt von Papst Pius XI. zur Weihe des ersten japanischen Bischofs

Msgr. Hayasaka nach der Weihe am Altar der Kathedra Petri. Pius XI steht auf der Evangelienseite.

Dieses Jahr jährt sich die Thronbesteigung des großen Missionspapstes, Pius XI., zum 100. Mal. Zudem fällt auf den heutigen 10. Februar sein Todestag im Jahr 1939, weshalb ich zu Ehren dieses für die Weltkirche so bedeutenden Pontifex die Predigt wiedergebe, die er anlässlich der Spendung der Bischofsweihe an den ersten Japaner, Msgr. Januarius Hayasaka, Bischof von Nagasaki, hielt. Die Feier im Petersdom fand am 30. Oktober 1927 statt, dem Christkönigssonntag.


„Hochwürdiger Mitbruder! Kaum ein Jahr nach der Weihe der sechs chinesischen Bischöfe haben Wir dir als dem ersten japanischen Schüler der Propaganda in diesen heiligen Tempelhallen die ganze Fülle der priesterlichen Würde übertragen. Wir meinen zu fühlen das Wehen des Geistes eines heiligen Franz Xaver, des großen Glaubensboten deiner Heimat, und der Seelen so vieler Märtyrer, die für ihren Glauben in deiner Heimat geblutet. Wir hören sie frohlocken in diesem großen Augenblick, der so viel bedeutet, so viel für Priester und Volk des großen japanischen Reiches und für die ganze katholische Welt.


Der neuernannte Bischof zwischen den Mitkonsekratoren


Es ist ein entscheidender Augenblick. Deine Weihe zum Bischof ruft nicht nur deine Brüder auf zur Nachfolge im Priestertum, sondern eröffnet ihnen weite Ausblicke, mit der bischöflichen Würde ausgezeichnet, Hirten und Führer des Volkes zu werden.

Aus mehr als einem Grunde haben wir dich hierher geladen zur Feier der Handauflegung, hier in die heilige Stadt, an das Grab der Apostelfürsten. Als erster Bischof aus dem japanischen Volke sollst du, von uns gesendet, vom Brennpunkt des katholischen Lebens aus, zurückkehren in deine Heimat. Die Liebe, die Wir dir erweisen, gilt auch den Priestern und Missionären deiner Heimat; geehrt und belohnt sollen sein in dir all die edlen Männer und Frauen, welche seit 1889 an der Heranbildung des einheimischen Klerus arbeiten. Ferner soll es sein eine Kundgebung Unserer aufrichtigen Anerkennung der so hochstehenden Kultur des japanischen Volkes und seiner Ehrfurcht vor dem katholischen Glauben.

Große Hoffnungen setzen Wir auf das japanische Volk, welches jene herrlichen Charaktergestalten hervorgebracht, die fest und treu an ihrem katholischen Glauben hingen. Hell leuchtet der Name der Glaubenshelden, welche vom 17. Bis zum 20. Jahrhundert, wo den Missionären das Betreten des Landes verweigert war, in der Verborgenheit, ohne Priester, so stark dem katholischen Glauben treu geblieben.



So ist es ein Tag besonderer Festesfreude für Uns und für dich, mein lieber Mitbruder. Ist ja der Tag deiner bischöflichen Weihe das Fest, an dem auf der ganzen Erde Christus als König gefeiert wird. Die Ausbreitung des Reiches Christi unter deinem Volk wird von heute an deine Lebensaufgabe bleiben. Je mehr du dich dieser Aufgabe weihest, desto reicher werden dir die Früchte sprießen, um so hingebender werden die Apostel aus deiner Schule hervorgehen.

Ein verheißungsvolles Zusammenfallen will es, dass diese hehre Weihefeier verbunden ist mit dem feierlichen Schluss des franziskanischen Jubeljahres. Von apostolischem Eifer erfüllt, ist der große Patriarch von Assisi der „Herold des großen Königs“ geworden, und in ihm sollst du deinen mächtigen Patron und Fürsprecher mitnehmen. Der ganze Erdkreis hat in bewundernswerter Weise und mit solch herrlichen Erfolgen an der Jahrhundertfeier teilgenommen, und darum senden Wir heute heiße Dankgebete zum großen gütigen Gott zum Abschluss des Jubeljahres.

Mit so glücklichen Vorbedeutungen sollst du, hochwürdiger Mitbruder, heimziehen zur reichen Ernte. Der Herr der Ernte wird deine Arbeit segnen und fördern. Auch in der Ferne, weit weg vom Grabe der Apostelfürsten und von Uns, wird der Segen des heiligen Petrus mit dir gehen, und Unsere Liebe und Unser Gebet soll dich geleiten. So hegen Wir die freudige Hoffnung, dass du, hochwürdiger Mitbruder, als erster japanischer Sprössling auf japanischem Bischofsstuhl, nach Jesu Wort ‚Frucht bringest, und deine Frucht bleibe‘. Amen.“


Sonntag, 9. Mai 2021

Apostel im Feuerbart – Msgr. Joseph Ignatius Shanahan CSSp, Apostolischer Vikar von Südnigeria

Der Diener Gottes Joseph Ignatius Shanahan. Sein Seligsprechungsprozess wurde 1997 eröffnet. Bild quelle spiritanroma.org


Wegen seines ungesunden Klimas hieß Nigerien in der Kolonialzeit nur „des weißen Mannes Grab“. Kein anderer Weißer hat aber dort ein so ehrenvolles Grab erhalten wie der irische Missionsbischof Shanahan CSSp. Vom fernen Nairobi in Ostafrika, wo er 1943 im Rufe der Heiligkeit starb, holten voriges Jahr seine treuen Ibos die sterblichen Überreste ihres Apostels in die Heimat seines Herzens.


Zuerst als einfacher Missionar und dann als Bischof hat er 30 Jahre unter seinen Schwarzen gewirkt. Landauf, landab waren sein flatterndes weißes Gewand und sein flammend-roter Bart bekannt. Als er im Jahre 1920 Bischof wurde, hatte er schon 721 Schulen und Kapellen gegründet, an die 1000 Lehrer herangebildet für 40 000 Kinder. Feuer im Sturm waren sein Missionseifer und sein kühnes Bahnbrechen, wenn er sich neuen Missionsmethoden zuwandte. Er brach mit der Überlieferung der Stationen an den Flussläufen, wo der Missionar nur Sklaven loskaufte und für Kranke und Verlassene sorgte. Er zog in die Wildnis von Stamm zu Stamm, wo man noch keine Weißen gesehen hatte. Er suchte und fand das Gute in diesen einfachen Menschen. Nie griff er direkt ihre Religion, ihre heidnischen Bräuche und Riten an. Er fürchtete, er werde ihnen dadurch den tiefreligiösen Sinn entreißen. Er suchte aufzubauen auf ihrem Eigentum: dem Glauben an die andere Welt, an den Großen Geist im Himmel und den tiefen Sinn jedes Opfers. Als er 1932 krank das Land verlassen musste, konnte er auf 110 000 Getaufte und über 1000 Kirchlein zurückschauen. Es ist wohl seinem Geiste hauptsächlich zu danken, wenn heute die Kirche unter den Ibos so fest verwurzelt ist.

(Aus: die katholischen Missionen, 1957)

Donnerstag, 7. November 2019

Der heilige Guido Maria Conforti – Diözesanbischof und Missionsförderer

St. Guido Maria Conforti S.X.

Am 5. November war der 88. Todestag und gleichzeitig das Fest des heiligen Guido Maria Conforti, Erzbischofs von Ravenna und später von Parma und Gründers der Xaverianer-Missionäre.

Als Seminarist las er das Leben des heiligen Franz Xaver, dessen großes Ziel bekanntlich die chinesische Mission war, die er jedoch selbst nicht erreichen sollte. Guido Maria fühlte sich dazu angetrieben, sein Werk fortzusetzen. Sein Wunsch, als Salesianer oder Jesuit selbst in die Missionen zu gehen, sollte sich nicht erfüllen, doch gründete er am Festtag des heiligen Franz Xaver 1895 das Emilianische Seminar für die Auswärtigen Missionen, das genau drei Jahre später als Kongregation der Missionäre des hl. Franz Xaver bestätigt wurde. Zwei Jahre später wurden die erste Missionare nach China entsandt.

Guido Maria Conforti wurde 1902 zum Erzbischof von Ravenna ernannt und legte am Tag seiner Bischofsweihe neben den Ordensgelübden das Gelübde ab, sich ohne Vorbehalt der Heidenmission zu widmen.

Seine eifrige Ausübung der bischöflichen Pflichten in Ravenna und Parma zeigen, dass die Missionsunterstützung der heimatlichen Seelsorge nicht entgegensteht. Neben der Katholischen Aktion und der katholischen Presse förderte er neben Missionskonferenzen auch marianische und eucharistische Kongresse. Er soll maßgeblich verantwortlich für die große Missionsenzyklika Maximum Illud von Papst Benedikt XV. gewesen sein.

1928 besuchte er seine Missionare in China und starb 1931 als Bischof von Parma im Rufe der Heiligkeit. Auch das Wunder für seine Seligsprechung ereignete sich in den Missionen – im Jahr 1965 in Burundi.

Hier die Rundschreiben, die er an seine Missionare in China sendete (Englisch).

Freitag, 11. Oktober 2019

„Hätte ich fünfzig solcher Väter, alle fünfzig wollte ich hingeben um Afrika“ – zum Fest des hl. Daniele Comboni



Heute ist das Fest des hl. Daniele Comboni, Missionsbischofs im Sudan und Gründers einer Missionsgesellschaft, die heute als Comboni-Missionare bekannt sind.

In einem Artikel aus die katholischen Missionen im Jahr 1887 berichtet der heilige Steyler-Missionar Josef Freinademetz* eine Begebenheit aus dem Leben des späteren Bischofs, die dessen Eifer für die Missionen veranschaulicht:

„Der Vater des großen Comboni begleitete seinen Sohn, der nach Afrika abreiste, zum Bahnhof. ‚Daniel,‘ sagte der weinende Vater, ‚liebst du denn mich nicht, dass du mich verlässt?‘ ‚Vater,‘ erwiderte der scheidende Sohn, ‚du weißt, wie ich dich liebe; aber hätte ich fünfzig solcher Väter, alle fünfzig wollte ich hingeben um Afrika.‘“

*Der heilige Josef Freinademetz wurde zusammen mit Daniele Comboni und dem Steyler Ordensgründer Arnold Janssen heiliggesprochen.

Sonntag, 2. Juni 2019

Wie schön der Kampf gegen den Teufel ist – Msgr. Félix Ridel M.E.P.

Msgr. Ridel, Missionsbischof in Korea (gestorben 1884; Quelle: Koreanische Bischofskonferenz)





Nach zweijähriger Arbeitszeit in der koreanischen Mission schrieb der spätere Bischof Ridel: 

„Der Feldzug wird lang und schwer sein, um so besser! Ist der Soldat nicht am liebsten im Gefecht? Ich ergreife meine Waffen, mein Panzerhemd, meinen Stahlhelm. Nun soll der Teufel kommen! Mein Herz jubelt und kann die Freude nicht fassen. Wenn sie alle die Reize, all das Entzücken kännten, das man in diesem Kampf gegen die Hölle findet, in diesem Fischzug der Seelen, wie viele Priester würden sich dem Werke der Missionen weihen!“

Montag, 28. Januar 2019

Video: Bischofsweihe des ersten asiatischen Bischofs in Malaysia



Dieses Video zeigt die Bischofsweihe des ersten asiatischen Bischofs in Malaysia, dem Pallottiner Dominic Vendargon, der auf Sri Lanka geboren wurde und als Kind nach Malaysia kam. Er bestieg nach seiner Weihe am 21. August 1955 den erzbischöflichen Stuhl von Kuala Lumpur. Msgr. Vendargon starb 2005 hochbetagt im Alter von 95 Jahren.

Dienstag, 24. April 2018

Ein deutscher Missionbischof über die Bekehrung der Welt

Bischof Augustin Henninghaus SVD, Apostolischer Vikar von Yenchowfu (China)


„Die Bekehrung der Welt war das Testament Jesu Christi, sein letzter Auftrag an die Kirche und alle ihre Kinder. Wir wären pflichtvergessen, wenn wir nicht alle unsere Kräfte an die Erfüllung dieses Auftrages setzten – wir, deren Name ‚Katholik‘ allein schon eine Missionspredigt ist. Der Missionsgedanke ist ein Lebensgedanke unserer heiligen Religion, und er muss als solcher das ganze katholische Volk durchdringen.“


(Aus: P. Hermann Fischer: Augustin Henninghaus. 53 Jahre Missionar und Missionsbischof. Missionsdruckerei Steyl)

Samstag, 25. März 2017

Bischof Walsh über die Aufgabe des Missionärs

Bischof Walsh als junger Missionär nach seiner Ankunft in China


Bischof James Edward Walsh, Mitgründer von Maryknoll, dem ersten amerikanischen Missionsseminar, und Missionsbischof in China:

  „Die Aufgabe eines Missionärs ist es, an einen Ort zu gehen, wo er nicht erwünscht, aber nötig ist, und solange zu bleiben, bis er dort nicht mehr nötig, aber erwünscht ist.“


Selbst hat er wohl diese Maxime immer befolgt, denn die chinesischen Katholiken nannten ihn „die Säule der Wahrheit“.



Samstag, 14. Januar 2017

Ein Koloss der Heiligkeit – der heilige Justin de Jacobis



Aus der Bücherbesprechung des Werks Le vénérable Justin de Jacobis, premier Vicaire Apostolique de l’Abyssinie:

Der ehrwürdige Justin de Jacobis gehört zu jener Klasse von Menschen, die unter dem unscheinbarsten Äußeren eine Heldenseele bergen. 

„Ein Koloss an Heiligkeit“, wie Kardinal Massaia, der Apostel der Gallas, sich ausdrückte, war er auch ein großer Mehrer des Reiches Christi im wahrsten Sinne des Wortes. Mit großem Geschick hat Larigaldie das Bild des ersten Apostol. Vikars von Abessinien gezeichnet. Wir erleben gleichsam mit dem Missionär Freud und Leid, teilen mit ihm die ungeheuren Strapazen des Apostolats und gehen mit ihm in Kerker und Bande. 30.000 Seelen, das war die Ernte seiner Arbeit, als er verlassen in einem ausgetrockneten Flussbett seine Seele aushauchte. 

Wohl brachte die folgende Zeit den Lazaristen, den Mitbrüdern des Bischofs, manchen harten Schlag, ja sie finden sich heute noch vor gewaltigen Hindernissen; aber das Beispiel des Heiligen, der hier litt und stritt, lässt ihren Mut nicht erlahmen. Bücher, wie das vorliegende, sind eine wahre Seelenlabung.

(Aus: die katholischen Missionen, 1913)


Wer mehr über diesen „Koloss der Heiligkeit“ erfahren möchte, kann dazu die dreiteilige Serie Der heilige Justin de Jacobis – Apostel Äthiopiens lesen: Teil 1Teil 2Teil 3

Samstag, 22. Oktober 2016

„Die schönsten Seiten der Kirchengeschichte werden in den Missionen geschrieben“

Msgr. José Ignacio Munilla

Das sagte gestern der Bischof von Palencia, José Ignacio Munilla, dem spanischen Radiosender Cope. Der Moderator fügte dann hinzu, dass man zwar viele Diplomaten und Militärs sehe, die sich sehr aufopferten, dass aber nur die Missionare 40, 50 oder sogar 60 Jahre – ihr ganzes Leben – in den Missionsländern ausharrten.


In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen gesegneten Sonntag der Weltmission!

Donnerstag, 8. September 2016

Der Kaplan, der die Missionen nicht mochte


Der Pallottinermissionar und Missionsbischof Heinrich Vieter, der den Lesern dieses Blogs wohl bekannt ist, musste in Deutschland große Sammelreisen für seine Mission unternehmen. Es kam vor, dass die Reaktion von Seiten des Klerus sehr befremdlich war. Nachfolgende Episoden erinnern mich in gewisser Weise an ein Gespräch, das ich jüngst mit einem jungen „traditionellen“ Priester hatte.

Auf einer seiner Reisen im Jahr 1910 musste Msgr. Vieter nahe Würzburg im Pfarrhaus übernachten. Der Pfarrer war nicht da und der Kaplan eröffnete ihm gleich, dass er es nicht mit den auswärtigen Missionen halte, es gäbe genug daheim zu tun. Der Bischof fragte ihn dann, was er denn vom Heilandswort „Lehret alle Völker“ halte. Der Kaplan blieb die Antwort schuldig. Dann viel das Gespräch auf den bischöflichen Talar von Msgr. Vieter. Der Kaplan habe schon amerikanische Bischöfe gesehen, die nicht im Talar reisten, worauf Bischof Vieter erwiderte, er habe schon Männer und Frauen ohne Kleider gesehen (wohl eine Anspielung auf Kamerun). Danach war das Gespräch beendet.

Bei einer anderen Gelegenheit kam Msgr. Vieter in den Sprengel eines wenig missionsbegeisterten Bischofs. Dieser schickte ihn mit einem Pfarrer zu einer Wallfahrtskirche zum Kollektieren. Auf dem Weg eröffnete ihm der Pfarrer, dass weder er noch sein Bischof es in erster Linie mit den Missionen hielten, sondern mit dem Bonifatiusverein. 

Vor Ort sollte Vieter dann noch in einem Waisenheim predigen, wo er den Kindern die Zustände in Kamerun schilderte und sagte, im Hinterland lebten noch Menschenfresser. Auf dem Rückweg sagte der Pfarrer, diese Geschichte sei doch nicht wahr. Dazu schrieb Msgr. Vieter in seinen Aufzeichnungen, der Pfarrer nehme wohl lieber an, ein Bischof lüge, als dass er glaubt, dass es solche Gräuel tatsächlich gibt und offenbare damit noch seine Unkenntnis über die Lage in den Heidenländern.


(Quelle: Die Jugend ist unsere Zukunft: Chronik der katholischen Mission Kamerun 1890–1913)

Samstag, 27. August 2016

Missionsflugzeugweihe in Trier

Abtei St. Matthias in Trier

Es war ein sinniger Gedanke der Miva [Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft], das neue Missionsflugzeug „St. Matthias“ nach dem Namen des einzigen Apostels zu benennen, der sein Grab diesseits der Alpen fand, die Weihe selbst am Orte vorzunehmen, den Kardinal Pacelli in einer Rede vom 31. August 1927 als Eingangspforte des Evangeliums Jesu Christi auf dem Boden des heutigen Deutschland bezeichnete, vor dem Grabe des Apostels das Flugzeug aufzustellen und hier vor 8.000 Menschen den Segen der Kirche auf die Maschine herabzurufen, die ganz in den Dienst der Glaubensverkündigung gestellt werden soll.

Die ganze Diözese Trier nahm an der Feier lebhaftesten Anteil, nicht zuletzt deshalb, weil der „Fliegende Pater“ das Flugzeug in einer Triumphfahrt an Rhein und Mosel entlang über die Landstraße nach Trier brachte und diese Triumphfahrt nach der Weihe durch das Saargebiet und die Eifel fortsetzte. Namentlich an der Mosel wurde die Karawane begeistert begrüßt. […]

Am Weihetag selbst nahm die ganze Stadt Trier, für die ein allgemeiner Missionssonntag angesetzt war, Anteil am Feste, das Bischof Bornewasser später als ein religiöses Erlebnis ganz besonderer Art bezeichnete. Ein herrlicher Anblick bot sich am Morgen des 1. März, als nach dem Pontifikalamt in der Benediktinerabtei St. Matthias der Bischof mit großem Gefolge auf den Freihof vor der uralten prächtigen Basilika trat. In langen Reihen sah man die Benediktiner, Angehörige des Ordens, der so große Verdienste um die Weltmission hat. Dann folgten in ihren weißen Gewändern die vielen in Trier wohnenden Weißen Väter, deren Ordenskleid sogleich die Phantasie in das Reich der Missionen führt.

Der Bischof schritt die Stufen eines vor der Basilika errichteten hohen Altars hinauf und sprach von dort zu der riesigen Menschenmenge:

„Noch niemals ist einer kleinen Gruppe von Menschen ein so weltumspannender Befehl gegeben worden wie jener: ‚Gehet hin und lehret alle Völker und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe.‘ Die Apostel haben das Wort tief in ihre Seele geschrieben. Mühselige Fahrten und Reisen machten sie in ferne Länder, mühselige Fußwanderungen, um den Gottesbefehl auszuführen. Sie ahnten es nicht, dass die Nachfolger der Apostel einst ‚auf den Flügeln des Windes‘ den Befehl ihres Meister erfüllen könnten… Unsere heilige Kirche, die immer ihre Hand am Pulsschlag der Zeit hält, die vom Geiste Christi erfüllt ist und Christi Willen durchführt, will durch mich das Flugzeug weihen, damit es hinauszieht, um das Evangelium Jesu Christi durch das Wort der Glaubensboten denen zu verkünden, die das Evangelium noch nicht kennen, um schnell und sicher heiligmachendes Leben zu bringen auch der Seele des letzten schwarzen Heidenkindes, das ebenso eine unsterbliche Seele in sich trägt wie der nordische Germane, ebenso eine unsterbliche Seele, für die Christus starb.“

Der Bischof gab dann eine feinsinnige Erklärung der kirchlichen Weihegebete, die später in deutscher Sprache vom ganzen Volk mitgebetet wurden, nachdem der Bischof die Weihe in der Kirchensprache vollzogen hatte […]


(Aus: die katholischen Missionen, 1936; S. 133)

Montag, 15. August 2016

Die Weihe Chinas an Maria


Beim ersten Plenarkonzil von Schanghai im Jahr 1924 unter Teilnahme des Apostol. Delegaten Celso Constantini und der Bischöfe Chinas wurden viele bedeutsame Entscheidungen für die Mission im Reich der Mitte getroffen. Die bedeutsamste war jedoch vermutlich die Weihe an Maria, die Mutter der Gnade.

Einige Synodenteilnehmer schlugen zunächst vor, China dem heiligsten Herzen Jesu zu weihen; andere wendeten ein, dass dies wohl eher einem Land zukäme, das bereits christlich war. „Durch Maria zu Jesus!“ war die Devise, und so wurde der Vorschlag der Weihe an Maria angenommen. Ein Gebet wurde verfasst, das die Bischöfe dann bei der feierlichen Weihe unter Leitung des Apostolischen Delegaten kniend und im vollen Ornat vor der auf der obersten Stufe des Altares stehenden Marienstatue beteten.

Einen Tag später pilgerte die Hälfte der Konzilsteilnehmer nach Zose (auch Sheshan), dem berühmten Marienwallfahrtsort Chinas, um dort die Weihe zu erneuern, die jährlich jedes Jahr an Weihnachten von Klerus und Volk feierlich vollzogen werden sollte.

Papst Pius XII. führte das liturgische Fest „Unsere Liebe Frau von China“ im Jahr 1941 ein. Seit 1973 wird es an dem Tag vor dem „Muttertag“ gefeiert.


(Quelle: die katholischen Missionen, 1925)

Donnerstag, 11. August 2016

Ein Erlass der deutschen Bischöfe

Wappen der Sophia-Universität in Tokio


Unter dem 23. August 1910 vereinbarten die in Fulda versammelten Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands ein Ausschreiben, das am ersten Adventssonntag in allen Kirchen zur Verlesung kommen sollte. Es weist hin auf die Rolle, welche Japan in der gesamten Entwicklung Ostasiens spielt, und auf die Bedeutung, die seine Christianisierung auch für die übrigen Länder des Fernen Ostens besitzt. 

Dieser Sachlage Rechnung tragend, hat unser Heiliger Vater Papst Pius X. in seinem Jubeljahr ein großes Unterrichtswerk in der Hauptstadt des Kaiserreichs Japan zur Pflege der von den Japanern so eifrig betriebenen Wissenschaften gegründet, um das hochbegabte Volk auf diesem Wege der Wahrheit zuzuführen. 

Der deutsche Episkopat wollte nun für dieses päpstliche Unternehmen die Teilnahme der deutschen Katholiken in besonderer Weise in Anspruch nehmen. Daher sollte am zweiten Adventssonntag bei der Predigt auf den „Apostel Japans“, den hl. Franz Xaver, hingewiesen und die einmalige Kirchenkollekte dem oben berührten Zwecke zugeführt werden.


(Aus: die katholischen Missionen, 1911)