Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Freitag, 5. Dezember 2025

Upcoming missionary trips of the Omnes Gentes Project


 
I recently spoke to Fr. Federico Highton about the upcoming missionary trips of the Order of Saint Elias / Omnes Gentes Project. They are planning to translate the works of Fr. Ippolito Desideri, S.J., one of the first missionaries to Tibet. But they do not stop at the theoretical level: they have an introductory course of the Tibetan language offered by a former Buddhist monk to prepare volunteers for a trip to Tibet next year. And that's not all. Please especially keep the "Fatwa mission" in an undisclosed country in your prayers.

If you or anyone you know would like to participate in a missionary trip to Tibet or elsewhere in Asia, Africa, and the Americas, you can check out the schedule and apply here: Mission Special Force

Samstag, 22. November 2025

Great articles on the missions at Unam Sanctam Catholicam

My friend Boniface over at Unam Sanctam Catholicam has a number of excellent articles on the missions on his Blog and website, all of them shedding light on lesser known episodes of missionary history. Here are some of my favorites:

Thanks for the homily, Father — about a rare homily on the missions by a missionary priest

The Manila Synod of 1582 — about the issues that an early synod in a missionary territory had to deal with

Archbishop Poblete’s Missionary Journey to Cavite — about the attempts of the Archbishop of Manila to end local slavery

The 1775 Burning of San Diego de Alcalá — about wayward converts attacking a mission founded by St. Junipero

Segregated Catholic Schools in New Orleans — about Black Catholic schools

The Martyrdom of Salvatore Lilli — about the martyrdom of Blessed Salvatore Lilli, O.F.M. at the hand of the Turks

Sung Catechism in the Jesuit missions  — about the catechetical use of song among the Indians

There's Always a Priest Shortage in Missionary Areas — on viri probati not being a solution to an age-old problem in the missions


Donnerstag, 5. Januar 2023

Missionarische Deckenfresken in Dillingen

 Dillingen spielt in der Geschichte des Jesuitenordens eine bedeutende Rolle. Die Kleinstadt an der Donau war eine der Wirkungsstätten des heiligen Peter Canisius. Auf ihn geht die Gründung des dortigen Jesuitenkollegs zurück. In Dillingen war es auch, wo Stanislaus Kostka diesen zweiten Apostel Deutschlands aufsuchte und in den Jesuitenorden eintrat.

Die Anfang des 17. Jahrhunderts entstandene „Studienkirche“ unter dem Titel Mariä Himmelfahrt ist ein lebendiges Zeugnis des apostolischen Geistes der Jesuiten. Drei der vier großen Deckenfresken im Joch des Langhauses, gemalt von Christoph Thomas Scheffler im Jahr 1751, zeugen von ihrem missionarischen Wirken in Asien, Amerika und Afrika.


Das Bild von Asien zeigt den heiligen Franz Xaver in der Mitte unter dem Banner der Immakulata, daneben den hl. Paul Miki und seine beiden Mitbrüder, die in Japan den Martertod erduldeten. Zu Füßen des Asienapostels kniet der bekehrte Fürst von Satsuma in Japan, während im Hintergrund Pater Adam Schall von Bell vor der Jesuitenkirche von Peking den Chinesen predigt.

In Amerika ist es der heilige José de Anchieta, der nicht nur die Einheimischen, sondern auch wilde Tiere wie Jaguare und Schlangen mit seiner Predigt anzieht. Im Hintergrund trägt der Paraguay-Missionar Pater Anton Sepp eine schwarze Madonna nach dem Vorbild unserer lieben Frau von Altötting zur Kirche Maria de Auxilio in Porto Seguro empor. Rechts wird der Martertod des seligen Inácio de Azevedo und seiner 39 Gefährten gezeigt, die bei der Überquerung des Atlantiks vor Brasilien von kalvinistischen Seebeutern ermordet wurden.


Die Reihe der Missionäre schließt der weniger bekannte Gonçalo da Silveira, der zunächst Provinzial in Indien war und ab 1560 im südlichen Afrika wirkte, wo er Nogomo Mupunzagato, König des Mutapa-Reiches (heutiges Simbabwe und Mosambik), taufte. Auf Anstachelung muslimischer Araber von der Küste ließ der König Pater da Silveira im darauffolgenden Jahr erdrosseln. Im Hintergrund ist Andrés de Oviedo, einstmaliger lateinischer Patriarch von Äthiopien, auf seinem Bischofsthron mit Pallium und Rauchmantel dargestellt.

Mit den sehr lebendigen Fresken haben die Jesuiten ihren bekannten und weniger bekannten Missionären ein schönes Andenken gesetzt und vielen Generationen die Bedeutung der katholischen Missionen vor Augen gehalten.


Dienstag, 16. Juni 2020

Pius XI. über die Ausbildung afroamerikanischer Priester

Drei Südstaatenbischöfe besuchen das Priesterseminar St. Augustine

Zur Gründung des Priesterseminars St. Augustine für afroamerikanische Priester in Bay St. Louis (US-Bundesstaat Mississippi) schrieb Papst Pius XI. am 5. April 1923 an den Generalsuperior der Steyler Missionare, zu denen diese Ausbildungsanstalt gehört:

„Wenn wir gediegene und nutzbringende Arbeit in der Bekehrung der Neger leisten wollen, dann ist es unumgänglich, dass Priester ihrer Rasse es sich zur Lebensaufgabe machen, dieses Volk zum christlichen Glauben und auf eine höhere Kulturstufe zu führen.“

Aus dem Seminar gingen der erste schwarze Bischof in den USA, Bischof Harold Perry SVD, sowie Joseph Oliver Bowers SVD vor, der von der Karibikinsel Dominica stammte, in Ghana bedeutende Missionsarbeit leistete und dort 2012 in seinem 60. Bischofsjahr im Alter von 102 Jahren starb.

(Quelle: Steyler Missionsbote, 1936)

Samstag, 22. Februar 2020

Weiser Indianer: Lieber zu viel als zu wenig für den Himmel



Eines Tages traf ein Missionar im hohen Norden Amerikas einen alten Indianer, der, falls kein Fisch zu haben war, den ganzen Freitag nüchtern zu bleiben pflegte (Die Indianer haben dort nämlich nichts anderes als Fisch- oder Fleischspeisen). Der Pater stellte ihm vor, eine so empfindliche Enthaltung fordere das Abstinenzgebot nicht. „Schon recht“, erwiderte der Mann, „aber siehst du, Pater, ich will den lieben Gott sehen, um nun ja nicht fehlzugehen, tue ich lieber etwas zu viel als zu wenig.“

(Aus: Beispielsammlung für die Missionen, P. Hermann Fischer SVD)

Samstag, 20. Mai 2017

Wirkten die ersten Missionsschwestern im 17. Jahrhundert in Kanada?

Die heilige Maria von der Menschwerdung – eine der ersten Missionsschwestern? (PD-1923)


Wer dieses Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich mich mit der Frage beschäftige, wann die ersten Missionsschwestern auszogen (hier und hier). Durch Zufall bin ich jetzt der Antwort wohl ein großes Stück näher gekommen.

Neulich griff ich zum Jahrgang 1883 von Die katholischen Missionen, die den Aufsatz „Die Klosterfrauen von Quebec“ enthalten. Es handelt sich bei diesen Klosterfrauen um eine Gruppe von Hospitalerinnen und Ursulinen, die 1639 nach Neufrankreich auszogen, um sich in dem damaligen Fort Quebec, einer Garnison mit einigen Holzhäusern, der Bekehrung, der Krankenpflege und dem Unterricht der Indianer zu widmen. Ausschlaggebend dafür war ein Missionsbericht des Jesuiten P. Lejeune, den ich hier in kurzen Auszügen zitieren möchte:

„Ach mein Gott! Wenn manche Damen von Frankreich ihre verschwenderischen und törichten Ausgaben einem so heiligen Werke zuwendeten, welchen Segen würden sie auf ihre Familien herabziehen! Welch ein Ruhm im Angesicht der Engel, das Blut des Sohnes Gottes zu sammeln, um es den armen Heiden zuzuwenden! Ist es denn möglich, dass die Güter dieser Erde uns teurer wären, als das eigene Leben? Seht doch! Es stehen zarte und im Überfluss erzogenen Jungfrauen bereit, mit Freuden ihr Leben dem Spiele der Wogen des Ozeans anzuvertrauen; sie sind bereit, zu uns zu kommen, um in einer bitteren Kälte, wie sie die Luft Frankreichs niemals kennt, die Seelen der Kinder aufzusuchen, um Arbeiten zu übernehmen, vor denen selbst Männer zagend zurückweichen: und es sollte sich nicht irgend eine wohltätige Dame finden, welche diesen Kriegerinnen des allmächtigen Gottes einen Geleitschein ausstellte, welche ihnen ein Haus gründete, in dem dieselben in dieser neuen Welt die göttliche Majestät loben und ihr dienen könnten? Ich kann mir nicht einreden, unser Heiland werde niemanden zu diesem Werke antreiben.“

In der Tat trieb unser Herr zwei Edelfrauen zu diesem Werk an: Marie de Vignerot, Herzogin von Aiguillon, eine Verwandte Kardinal Richelieus, sowie Marie Madeleine de Chauvigny de la Peltrie, kurz „Madame de la Peltrie“. Letztere stiftete nicht nur das Ursulinenkloster von Quebec, sondern ging gleich mit den Ordensschwestern nach Kanada, um sich dem entbehrungsreichen Missionsleben zu widmen. Zu der Gruppe gehörte auch die heilige Maria von der Menschwerdung, die 2014 heiliggesprochen wurde. Gemeinsam widmeten sie sich der Krankenpflege bei den Epidemien, die bald vor allem die Indianer befielen, und trotzten Krieg und Brandkatastrophen.

Madame de la Peltrie

Ohne ein abschließendes Urteil fällen zu wollen, meine ich, hier die Antwort auf die Frage „wer waren die ersten Missionsschwestern?“ gefunden zu haben. Die Missionen in Schwarzafrika wurden zu diesem Zeitpunkt, wenn sie überhaupt existierten, von Männerorden wie den Kapuzinern versehen. Gleiches galt für die überaus schwierigen Missionen in Asien, wo viele Länder Ausländern vollständig verschlossen waren.

Die ehrwürdige María de Jesús de Tomelín, „die Lilie von Puebla“ (Mexiko)

In den Kolonien Lateinamerikas (vor allem in Mexiko) und vielleicht auch in Goa gab es Schwestern und Frauenklöster, allerdings gehe ich eher davon aus, dass diese Schwestern erst eintrafen, als die ersten Pionierzeiten bereits überstanden und die Verhältnisse eher mit denen in Europa zu vergleichen waren. 

So wurde das erste Frauenkloster in Amerika 1540 von den Konzeptionistinnen in Mexiko-Stadt gegründet, diese widmeten sich wohl aber eher dem, was man mit der Erziehung „höherer Töchter“ in Europa vergleichen könnte (wahrscheinlich von den Töchtern aztekischer Adelsfamilien). Die anderen Frauenklöster in Mexiko widmeten sich anscheinend auch mehr der regulären klösterlichen Observanz wie in Europa und nicht der Missionsarbeit (mehr dazu auf Spanisch hier).


Sollte es in dieser Sache neue Erkenntnisse geben, schreibe ich natürlich darüber.

Montag, 21. November 2016

Ernest G. Miller – Brauereidirektor und Missionsfreund


Die Mission St. Benedict the Moor in Milwaukee zur Seelsorge unter der schwarzen Bevölkerung wuchs nach dem Tod des heiligmäßigen Fr. Stephen Eckert O.F.M. Cap.
im Jahr
1923 stark. 

Sein Nachfolger, Fr. Philip wollte die nötigen Erweiterungsarbeiten durchführen, allerdings fehlte das Geld. Da kam eines Tages der damalige Präsident der Miller Brewing Company, Ernest G. Miller, in das Büro des Kapuziners und bot ihm an, die neue Kapelle zu bezahlen. 
Insgesamt steuerte Miller bis zu seinem frühen Tod am 21. September 1925 über 200.000 Dollar zur Ausweitung der Mission bei. Für seine Verdienste erhielt er bei der Einweihung des Neubaus am 7. September 1925 das päpstliche Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice. Bei der Verleihung sprach er folgende schöne Worte:

„Ich danke den Rednern für die lieben Worte. Ich möchte dem Heiligen Vater danken für die Auszeichnung. Aber vor allem danke ich dem allmächtigen Gott, dass er mir die Liebe zu den Farbigen eingegeben. Wenn Sie an dieses Werk denken, bitte, vergessen Sie mich, aber denken Sie an die Ziele, denen dieses Werk dienen soll, und ich bitte Sie herzlich, bieten Sie all Ihr Können zu seiner Förderung auf. Tun Sie alles, um den guten Kapuzinermissionären hier und den Schwestern zu helfen, die schwer ringen und für dieses Werk ihr Leben opfern.“

Nur 14 Tage später wurde er zum ewigen Lohn abberufen.


(Quelle: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1933)

Freitag, 7. Oktober 2016

Reconquest Radio: Patriotism and the Conversion of America



Vor knapp zwei Wochen hat Br. André Marie vom St. Benedict Center in seiner Radiosendung „Reconquest“ das Thema Patriotismus und die Bekehrung Amerikas behandelt. In den ersten 20 Minuten behandelt er das Thema Patriotismus vom theologischen Gesichtspunkt, danach behandelt er die frühe Missionsgeschichte der heutigen Vereinigten Staaten. Alles sehr interessant, für jeden sind wohl viele neue Informationen dabei.

Dienstag, 20. September 2016

Missionsalmosen von Kindern und Jugendlichen (Teil 1)

(Angela Monika Arnold)

Die Knaben der Oberklasse einer Pfarrschule legten ihre Ersparnisse zusammen, um einen Kelch für die Missionen zu stiften. „Wir sind 15 Jungen“, so heißt es im Begleitschreiben, 
„in der Oberklasse der St.-Paul-Pfarre [USA]. Seit Oktober haben wir mit unserem Lehrer Geld gespart, um einen Kelch für einen Missionar anzuschaffen. Wir hoffen, dass der Empfänger hoch erfreut sein und unser täglich bei der heiligen Messe gedenken wird. Einer unserer Priester hatte solche Freude an unserem Plan, dass er uns bat, als Mitglied in unseren Sammelverein aufgenommen zu werden.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Freitag, 16. September 2016

Gregorianischer Choral bei den Indianern



Es dürfte manche interessieren, zu erfahren, dass die Bestimmungen des Heiligen Vaters [Pius X.] bei den christlichen Indianern getreulich zur Ausführung kommen. Beispielsweise singen die Sioux in North Dakota (Benediktiner[mission]) beim Gottesdienst fast nur Gregorianischen Choral und zwar recht gut. Der hochw. Herr Ganß, selbst ein guter Musiker, war freudig überrascht, als er bei den Pfriemenherzen-Indianern in Idaho einem Hochamt beiwohnte und die Rothäute die Choralmesse mit großer Präzision und Würde aufführen hörte.


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)

Dienstag, 9. August 2016

Keine Schonung



Der aus dem Elsass stammende P. Wintz aus der Kongregation vom Heiligen Geist erkrankte 1929 im Senegal im Dienste der Leprakranken selbst am Aussatz. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich, wo er Heilung suchte, hörte er, dass der Priester der Aussätzigengemeinde auf der Karibikinsel La Désirade gestorben war. Er bat seine Vorgesetzten, sich für den Rest seines Lebens den Aussätzigen widmen zu dürfen. Die Bitte wurde erfüllt und er starb im Jahr 1933 im Alter von 64 Jahren auf seinem Posten.


(Quelle: Schönere Zukunft 1934, Our Province, Holy Ghost Fathers, 1933)

Samstag, 5. März 2016

Missionsalmosen von Kindern


Vor nicht langer Zeit erhielt ein Missionär das folgende Briefchen von einem kleinen Indianermädchen aus dem wilden Westen Amerikas: 

„Anbei sende ich Ihnen im Namen meiner Spielkameradinnen 25 Mark, die wir 16 Indianerkinder der Rosenkranzmission [Holy Rosary Mission, Pine Ridge, South Dakota] unter uns gesammelt haben. Sie sollen zum Kauf eines kleinen Chinesenmädchens [in China wurden häufig Mädchen verkauft; die Missionare kauften sie, um ihnen eine schreckliche Zukunft zu ersparen und sie für den Himmel zu retten] verwandt werden, das den Namen Maria Rosaria zu Ehren der Königin des heiligen Rosenkranzes, der Patronin unserer Mission, erhalten soll. Wir fingen schon an Weihnachten zu sammeln an, weil wir dem lieben Jesuskind eine Freude machen wollten. Aber da wir so arm sind, konnten wir das Geld erst jetzt zusammenbringen.“

Wie nährt der apostolische Gedanke gerade den Opfergeist der Kinder! Nach einer Ansprache über die Heidenkinder nehmen sich die Kinder einer Pfarrei vor, während der ganzen Fastenzeit kein Zuckerwerk zu kaufen. Auf Ostern können sie dann die Summe von 500 Mark an arme Missionen schicken.

Besonders rührend sind die Begleitschreiben, mit denen die Kinder ihre Geschenke übersenden. So schreibt ein sieben Jahre altes Mädchen, das mit seinem ebenso alten Bruder 13 Mark gesammelt hatte. „Meine lieben kleinen Chinesenkinder! Ich schicke Euch dieses Geld dem lieben kleinen Jesuskind zuliebe, damit Eure Seelen gerettet werden. Ich heiße N. N.“

Ein Junge, der die Schule in S. besucht, las in einem Buch von der großen Armut eines greisen Missionärs. Durch Verrichtung von allerhand kleinen Arbeiten gelingt es ihm, 4 Mark zusammenzubringen, die er dem Missionär übersendet. Sein Vater ist tot und er hat zwei jüngere Geschwister, so dass ihm das Geschenk wohl ein persönliches Opfer gewesen sein musste. In dem Begleitschreiben hieß es: „Wenn ich einmal zur Arbeit gehen kann, dann werde ich hoffentlich noch mehr für den Missionar tun können.“

„Anbei 1 Dollar“, so schreibt eine Mutter, „der Inhalt von Friedrichs Sparbüchse, den er über die Fastenzeit für die kleinen chinesischen Kinder zusammensparte. Er ist erst drei Jahre alt, aber wir hoffen, dass er einmal selber Priester und Missionär wird.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Samstag, 26. September 2015

Zwei Mal Märtyrer – St. Isaac Jogues



Heute ist nach dem alten Kalendarium sowie in Kanada das Fest der North American Martyrs, einer Gruppe von Jesuitenmissionaren und Laien, die im 17. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen USA und Kanadas als Opfer der Irokesen ihr Leben für den Glauben hingaben. Aus Platzgründen soll hier nur einer der bekanntesten erwähnt werden, der heilige Isaac Jogues.

Isaac Jogues wurde 1607 in Orléans geboren und trat 1623 in die Gesellschaft Jesu ein. Im Jahr 1636 kam er nach Neu-Frankreich, wo er als Missionar unter verschiedenen Indianerstämmen wirkte. Nach großen Opfern und Enttäuschungen erhielt er 1642 den schweren und gefährlichen Auftrag, eine Gruppe von Huronen auf ihrer Flussfahrt nach Quebec zu begleiten, um seinem Obern Bericht zu erstatten und wichtige Gebrauchsgegenstände wieder mit in die Missionen zu nehmen. Zu diesem Unterfangen sagte der demütige Heilige: „Ich bot mich umso bereitwilliger an, als die Reise notwendig war, so dass also, wenn ich nicht ging, ein anderer, viel besserer Missionar als ich sich in die Gefahr hätte begeben müssen.“

Schon am zweiten Reisetag wurde die Gruppe von Irokesen überfallen. Obwohl P. Jogues hätte fliehen können, zog er es vor, bei seinen Neuchristen und Katechumenen zu bleiben, um sie zu trösten und letztere in der Gefahr zu taufen. Gerade weil er die Sterbenden ermutigte, ließen die Irokesen allen Hass an ihm aus; er wurde mit Stöcken geschlagen, mit Lanzen gestochen, und die feindlichen Indianer rissen ihm sogar mit den Zähnen einige Fingernägel aus und zerbissen ihm die Finger. Doch das war erst der Anfang. Nach einem 13-tägigen Gewaltmarsch, auf dem sich seine Peiniger immer wieder einen Spaß daraus machten, seine Wunden mit Dornen aufzukratzen, kamen sie in ein Irokesendorf, wo die Folter erst richtig beginnen sollte. Er musste zwischen zahlreichen Indianern hindurchgehen, die mit ihren Stöcken und Ruten auf ihn einschlugen, wobei er zusammenbrach. Dann verbrannten sie ihm einen Finger, einen anderen zerbissen sie erneut und zerquetschten die bereits verstümmelten Finger.

Isaac Jouges und sein Begleiter Renè Goupil in der Kathedrale von St. Louis (Quelle)

Isaac Jogues wurde dann mit seinem Begleiter, dem heiligen Laien Renè Goupil, in das Irokesendorf Ossernon geführt. Der Ort ist das heutige Auriesville in New York, wo eine Wallfahrtskirche zu Ehren der Märtyrer steht. In dem Indianerlager war in der Mitte des Dorfes ein Schaugerüst aufgestellt. P. Jogues sagte selbst: „Kaum konnten wir zu dem in der Mitte des Dorfes aufgebauten Schaugerüst kommen, so waren wir zerschlagen. Unser ganzer Körper war zerschunden und unser Gesicht blutüberronnen. Vor allem Renè Goupil war so entstellt, dass man außer seinen Augen keinen heilen Fleck mehr in seinem Gesicht sah.“

Nun wurden dem heiligen Isaac Jogues noch die letzten beiden Fingernägel ausgerissen. Eine Frau schnitt ihm schließlich mit einem stumpfen Messer den Daumen ab. Der Heilige meinte dazu: „Da das Weib meinen Daumen auf das Schaugerüst geworfen hatte, hob ich ihn auf und bot ihn dir zum Opfer an, o mein Gott, und gedachte dabei der heiligen Opfer, die ich dir seit 7 Jahren auf den Altären der Kirche dargebracht hatte; und ich nahm diese Marter an als liebevolle Strafe für den Mangel an Liebe und Ehrfurcht, den ich mir beim Berühren deines heiligen eucharistischen Leibes zuschulden kommen ließ.“

Es ging weiter in andere Irokesendörfer, wo sich die Foltern wiederholten. Einmal kreuzigten sie den Priester förmlich. Ein Krieger schnitt ihn vom Kreuz los, an das er gebunden war. P. Jogues konnte dem Mann diesen Liebesdienst später reichlich zurückzahlen, als er den ihn kurz vor dessen Tod taufte.
Nach den Foltern sollten die Gefangenen als Sklaven bei den Irokesen dienen, und obwohl benachbarte Indianerstämme und die Holländer dem Jesuitemissionar Hilfe zur Flucht anboten, lehnte er ab, da er unter seinen mitgefangenen Huronenchristen weiterwirken wollte. Erst als die Irokesen dies vollkommen unmöglich machten, wagte er die Flucht.

Der Heilige kehrte nach Frankreich zurück, wo er am 5. Januar 1644 in Rennes im Jesuitenkolleg anklopfte. Seine Mitbrüder wollten ehrfurchtsvoll die Hände des Märtyrers küssen. Papst Urban VIII. gab ihm die Erlaubnis, trotz seiner verstümmelten Hände weiterhin die Messe zu zelebrieren und begründete dies mit den Worten „es wäre unwürdig, wenn ein Martyrer Christi das Blut Christi nicht trinken dürfte.“

Papst Urban VIII.

Da der demütige P. Jogues die Aufmerksamkeit in Frankreich nicht ertrug, kehrte er nach drei Monaten wieder in die Mission zurück. Er wirkte zunächst als einfacher Missionar auf einer Station, wurde dann aber im September 1645 mit der wichtigen Aufgabe betraut, eine französische Gesandtschaft zu führen, um den kurz vorher geschlossenen, aber gefährdeten Frieden mit den Irokesen zu befestigen. Zu dem Auftrag sagte er: „Die arme Natur, die sich der vergangenen Leiden erinnerte, hat gezittert: aber der Herr hat sie in seiner Güte beruhigt und wird sie noch weiter beruhigen. Ja, ich will alles, was der Heiland will, und müsste ich dabei auch tausendmal mein Leben aufs Spiel setzen.“

Er wurde bei den Indianern dank seiner Friedensworte und Geschenke günstig aufgenommen. Doch wollte er nicht als Gesandter Frankreichs, sondern als Gesandter Christi unter ihnen wirken und ließ schon mal eine kleine Kiste mit seinen Habseligkeiten zurück. Während seiner Abwesenheit brachen in dem Dorf Dürre, Hungersnot und Pest aus, woraufhin die Dorfzauberer in ihrem Wahn der geheimnisvollen Kiste die Schuld gaben, da darin ein böser Geist eingeschlossen sei, der nur darauf wartete, herausgelassen zu werden, um den Stamm zu vernichten.

Als P. Jogues schließlich mit dem heiligen P. Jean de Lalande zurückkehrte, stürzten sich die Irokesen auf ihn und die alten Foltern begannen von neuem. Doch eine Ratsversammlung beschloss, das Leben des Missionars zu schonen. Dennoch hatte eine Gruppe von Kriegern seinen Tod beschlossen. Mit heuchlerischer Freundlichkeit wurde er am 18. Oktober 1646 in eine Indianerhütte eingeladen. Als er sich bückte, um einzutreten, spaltete ihm ein Krieger mit dem Tomahawk das Haupt. Nun war das Opfer vollbracht für das Volk, von dem er einige Tage zuvor schrieb: „Dieses Volk ist meine Blutsbraut, da ich mich ihm mit meinem Blute angetraut habe.“


Heilige Märtyrer von Nordamerika, bittet für uns!

Freitag, 28. August 2015

„Als Kardinal sage ich euch, ich beneide euch“ – Aussendung von Kapuzinermissionären durch Kardinal Hayes


Am 7. Oktober feierte die Kapuzinerkirche zum hl. Johannes in New York die Ausreise der beiden Missionäre P. Gabriel McCarthy und P. Felix aus Baden. Die große Kirche konnte den Andrang der Gläubigen kaum fassen; im großen Ornat, unter dem Jubelhymnus „Ecce sacerdos magnus“ zog Seine Eminenz Patrick Kardinal Hayes in die Kirche ein und stimmte an den Stufen des Altars das „Veni Creator“ an; Msg. W. Quinn hielt die tiefdurchdachte Festrede. Nach derselben segnete der Kardinal die Missionskreuze und überreichte sie den Missionären, worauf er und alle anwesenden Priester und Mitbrüder den Scheidenden den Friedensgruß gaben.

Dann richtete der Kirchenfürst folgende Worte an die tief ergriffene Menge: „Eine seltene Feier, die sich tief in unser Herz prägt, dürfen wir heute begehen. Noch ist Amerika selbst ein Missionsland, dennoch wollen wir den Ruhm und die Ehre für uns in Anspruch nehmen, Heidenmissionäre auszusenden. Es ist ein Ehrentitel für Amerika, dass Bischöfe und das katholische Volk so zusammenarbeiten, um Missionäre geben zu können. Mein liebes katholisches Volk, du hast treuherzig deine Söhne und Töchter dem Herrn geopfert im Kloster, jetzt gibst du auch deine Einwilligung, dass sie hinausziehen in ferne Länder, um das Evangelium des Heilandes hinauszutragen. Wir alle freuen uns, so ganz besonders ich, euer Erzbischof; es ist ein besonderer Segen für mich und meine Diözese, wenn sie diese Gottesmänner aussenden darf; diese gottbegeisterten Apostel gehen hin in unserem Namen; es geht mit ihnen der Geist ihres Bischofs, der Geist der Apostel, der Geist ihres heiligen Vaters Franziskus. Welch ein Segen für China, dass das heilige Evangelium zu ihm kommt ihm Geist und in der Gestalt des heiligen Franziskus!

Hierauf erklärte der Kardinal den Gläubigen die Worte der kirchlichen Abschiedsgebete: „Die Missionäre sind gesendet, die Kenntnisse vom Reiche Gottes, das heilige Evangelium des Friedens zu predigen durch die Barmherzigkeit Jesu Christi, zur Rettung der unsterblichen Seelen. Möge der Missionäre Gebet Erhörung finden und Gottes Segen herabflehen auf meine Diözese, auf den Orden der Kapuziner, auf die ganze hl. Kirche.
Dann fuhr der Kardinal, zu den Missionären gewendet, fort: „Ich spreche im Namen der heiligen Kirche, und als Kardinal sage ich euch, ich beneide euch, weil ich nicht mitgehen darf mit euch. Alle eure Mitbrüder blicken mit heiligem Neid auf euch, weil sie alle so gerne mit euch ziehen möchten; es ist eine Gnadenwahl, die euch gerufen und darum muss euer Herz überströmen in Freude; es ist nicht Fleisch und Blut, das euch ruft, es ist die Kreuzesgnade Jesu Christi. Mögen Gottes Engel mit euch gehen auf dem blutigen Kreuzesweg, wenn ihr berufen werdet, auch euer Leben hinzugeben für Christus. Es ist die größte Auszeichnung, leiden zu dürfen für den Glauben.“


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franz von Assisi, 1926)

Sonntag, 28. Juni 2015

Warum Mission?



Zwei große Wünsche lebten schon lange im Herzen der Missionäre und Missionsfreunde. 

Der erste war, dass die Mission Heimatsrecht auf der Kanzel erhalte, der zweite, dass sie von Rechts wegen ein Plätzchen im Katechismus finde und dort nicht bloß so gelegentlich wie ein nebensächliches Ding eben angetönt werde.

Der erste Wunsch geht in Deutschland mehr und mehr in Erfüllung. Der zweite dürfte auch wohl bald verwirklicht werden. In Elsass-Lothringen hat man den ersten Versuch gemacht, und nun gibt auch die nordamerikanische Kirche das gute Beispiel.

Erfreulicherweise räumt der neue „Katholische Katechismus für die Vereinigten Staaten“ von Jakob Linden S.J. dem Missionswesen einen eigenen Abschnitt ein. Er lautet wie folgt:

4. Ausbreitung der Kirche

125. Was ist notwendig, damit die Kirche sich immer weiter ausbreite?

Damit die Kirche sich immer weiter ausbreite, müssen Missionäre ausgesandt werden, die auch den Heiden das Evangelium verkünden. So verlangt es der ausdrückliche Befehl Christi: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mk 16,15)

126. Wer soll als Missionär zu den Heidenvölkern gehen?

Jene sollen als Missionäre zu den Heidenvölkern gehen, die von Gott dazu berufen und von der Kirche gesandt werden.

127. Wodurch sollen die übrigen Christen die Missionäre unterstützen?

Die übrigen Christen sollen die Missionäre durch Gebet und milde Gaben unterstützen.

128. Warum sollen die übrigen Christen die Missionäre unterstützen?

Die übrigen Christen sollen die Missionäre unterstützen,

  1. weil jeder Christ schuldig ist, die Ehre seines himmlischen Vaters nach Kräften zu fördern;
  2. weil auf diese Weise viele Seelen gerettet werden, die sonst ewig verloren gingen;
  3. weil man sich selbst dadurch große Gnaden und einen herrlichen Lohn im Himmel verdient.

Nutzanwendung. Lass keinen Tag vorübergehen, ohne wenigstens ein Vaterunser für die Bekehrung der armen Heiden zu verrichten. Tritt auch womöglich einem jener Vereine bei, die zur Unterstützung der Missionäre gegründet sind (Kindheit-Jesu-Verein, Verein zur Verbreitung des Glaubens u.a.)

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Dienstag, 2. Juni 2015

Saint Louis University gegen die Erinnerung an ihr ehemaliges Fakultätsmitglied, Fr. Pierre-Jean De Smet, S.J.

Crisis Magazine 

Am 1. Juni hat die Jesuitenuniversität Saint Louis University eine Statue des berühmten Indianermissionars Pierre-Jean De Smet S.J. entfernt. Grund war die Beschwerde von Studenten, die Statue würde „weiße Vorherrschaft“ symbolisieren. Ryan McKinley schrieb in einem Artikel der Unizeitung, die Statue würde eine einfache Botschaft an die Indianer senden: „Ihr gehört hier nicht her, wenn ihr euch nicht unserer Kultur und Religion unterwerft.“ Weiter schrieb er: „die Statue repräsentiert Kolonalismus, Imperialismus, Rassismus und christliche und weiße Vorherrschaft.

Herrn McKinley kann man nur raten, sich einmal diese Predigten anzuhören, dann würde er erfahren, dass die Indianer selbst aus den Rocky Mountains nach Saint Louis gekommen waren, um um Missionare zu bitten. Dieser Artikel zeigt, wie sich Pater De Smet für seine Indianer aufgerieben hat – ich habe bis jetzt noch von keinem Linken gelesen, der es ihm gleich getan hätte.

Eine Petition gegen die Entfernung der Statue kann hier unterschrieben werden.

Sonntag, 31. Mai 2015

Marienlob am Sterbebett


Ebenso fromm [wie eine andere Aussätzige in Cocorita] starb Maria Manelli. Im Anfang ihrer Krankheit hatte es ihr viel gekostet, das Opfer ihres Lebens zu bringen, und die ersten Tage ihres Aufenthaltes im Leprosenhaus schienen ihr sehr traurig. Aber die Gnade siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten wieder in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats … zu sich in den Himmel genommen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Montag, 6. April 2015

Große Missionsbischöfe: „Im Himmel ist Zeit genug zur Ruhe“ – Msgr. Armand François-Marie de Charbonnel O.F.M. Cap., Bischof von Toronto und Titularerzbischof von Sozopolis


Am Ostertag, den 29. März, verschied in einer einfachen Kapuzinerzelle des Klosters von Crest in Frankreich der älteste der lebenden Missionsbischöfe, der 89-jährige Msgr. Armand François-Marie de Charbonnel O.F.M. Cap, ehemaliger Erzbischof [sic, eigentlich nur Bischof] von Toronto und Titularbischof von Sozopolis. De Charbonnel gehörte einer altadeligen Familie Frankreichs an und wurde auf Schloss Flachat bei Monistrol-sur-Loire am 1. Dezember 1802 geboren. Er machte glänzende Studien, wandte dann aber, einem höheren Zug folgend, der Welt den Rücken und trat ins Seminar von St. Sulpice. Ehe er noch als Subdiakon durch eine höhere Weihe sich gebunden, machte sein Vater ihm den verlockenden Antrag, als Stammhalter der Familie seinen erlauchten Namen weiterzuführen. Der junge Charbonnel lehnte ab. Kaum war er 1825 zum Priester geweiht, als dem Dreiundzwanzigjährigen die Würde eines Almoseniers der Herzogin von Berry und damit die sichere Aussicht auf hohe kirchliche Würden angeboten wurde. Wieder lehnte Charbonnel ab. Als er seine Weigerung schriftlich dem Kultusminister Herrn v. Frayssinous einreichte, umarmte ihn dieser und sagte: „Mein lieber Charbonnel, ich habe Sie bislang herzlich geliebt, jetzt aber verehre ich Sie und liebe Sie noch mehr.“ – „Dass ich mit Gottes Hilfe diesen Antrag damals zurückgewiesen“, so hörte man Msgr. Charbonnel später öfter sagen, „betrachte ich nach den heiligen Weihen als die größte Gnade meines Lebens.“ 

Bald darauf trat der junge, talentvolle Priester in die Genossenschafter der Sulpizianer und war seit 1826 im Seminar vom hl. Irenäus in Lyon als Professor der Dogmatik, Exegese und Kirchengeschichte tätig. Für seine Verdienste, die er sich zur Zeit des Aufstands in Lyon 1834 erworben, sollte ihm das Ehrenkreuz zu teil werden. Er schlug es aus. Nachdem er einige weitere Jahre in den Seminaren von Versailles und Bordeaux als Professor gewirkt und während dieser Zeit nacheinander die Ernennung zum Generalvikar und zum Bischof von sich abgewiesen, schiffte er sich 1839 nach Nordamerika ein, wo für sein apostolisches Herz ein weites Wirkungsfeld sich eröffnete. Innerhalb von fünf Wochen hatte er in Baltimore das Englische so weit gemeistert, dass er sich auf der Kanzel verständlich machen konnte. Dann ging er nach Kanada. Kurze Zeit nach seiner Ankunft ließ der englische Gouverneur Lord Sydnam bei ihm anfragen, ob er einen Bischofssitz in der englischen Kolonie anzunehmen geneigt wäre. Lebhaft erwiderte Charbonnel: „Wollte ich Bischof werden, so hätte ich Frankreich nicht verlassen brauchen.“ Später gelang es dem seeleneifrigen Missionär noch, der Würde eines Koadjutors des Erzbischofs von New Orleans sich zu entziehen, dann aber musste er sich endlich 1849 im Gehorsam dem Heiligen Stuhle fügen, und 1850 weihte ihn Pius IX. in der Sixtinischen Kapelle persönlich zum Bischof von Toronto und Oberkanada und schenkte ihm als Zeichen seiner Liebe eine mit Gold gefüllte Börse, ein kostbares Messgewand und einen herrlich gearbeiteten Kelch. 

Das Wirken des neuen Bischofs von Toronto auch nur einigermaßen zu schildern, würde ein großes Kapitel füllen. Die in Quebec versammelten Bischöfe Kanadas gaben ihm den Titel eines „Vaters und Gründers der Kirchenprovinz von Toronto“ und schrieben an Pius IX., „die Arbeiten des Bischofs grenzten ans Wunderbare und erfüllten jedermann mit Staunen.“ Dies eine Zeugnis spricht beredter als viele Worte. Ein besonders schöner Zug an Msgr. Charbonnel war seine große Liebe nicht bloß zu den Armen Christi, für die er eine ganze Reihe Anstalten der christlichen Liebe ins Leben rief, sondern zur heiligen Armut selber. Von seinem eigenen Munde sparte er sich nicht zum geringsten Teil die Mittel ab, die seine großartigen Unternehmungen ermöglichten und ihn in den Stand setzten, die schwere Schuldenlast von 350.000 Francs, welche auf seiner Diözese lag, abzuzahlen.

Es war dieser Zug zur Armut und zur Strenge mit sich selbst, der den fast 60-jährigen Kirchenfürsten vom Heiligen Stuhl die Erlaubnis erbitten ließ, den erzbischöflichen Hirtenstab niederzulegen und seinen Palast mit einer Kapuzinerzelle in seiner Heimat zu vertauschen. Sein Hauptinteresse galt fortan dem Verein der Glaubensverbreitung. Auf die Bitte des Zentralkomitees des Vereins ernannte der Präfekt der Propaganda, Kardinal Barnabo, den Bischof in der Kapuzinerkutte zum Kreuzzugsprediger des großen Werks: ein Auftrag, dem er mit wahrem Feuereifer entsprach. Zur Anerkennung seiner Verdienste erhob ihn der Heilige Stuhl 1880 zum Titular-Erzbischof von Sozopolis. Empfahl man ihm mit Rücksicht auf sein hohes Alter und seine Gesundheit Schonung, so war seine Antwort immer: „Im Himmel ist Zeit genug zur Ruhe; hienieden müssen wir uns für den göttlichen Meister etwas plagen.“ Erst 1882 zog er sich ganz in die Einsamkeit des Klosters zurück, um sich auf die Ewigkeit vorzubereiten. „Charbonnel, Charbonnel,“ so hörte man ihn da oft sagen, „denk an die Ewigkeit!“ Bei der Nachricht von seinem Hinscheiden erließ Msgr. Cotton, der Bischof von Valence, ein eigenes Rundschreiben an seinen Klerus, worin er das Andenken des Verstorbenen feierte und es als besondere Gnade für die Diözese hinstellte [wohl nicht im negativen Sinn], dass die letzten Strahlen dieses schönen Lebens sie verklärt hatten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1892)

Samstag, 28. Februar 2015

Stephen Eckert O.F.M. Cap – der Apostel der Schwarzen in Milwaukee



John Eckert wurde als das mittlere von neun Kindern am 28. April 1869 in Huron County, Ontario, geboren, wohl auf einer Farm in der Nähe des kleinen Dorfs Dublin, denn er sollte später den Ordensnamen „Father Stephen of Dublin“ tragen. Seine Eltern waren fromme katholische Bayern, die 1858 nach Kanada auswanderten. Johns Kindheit war vom tiefen Glauben seiner Eltern geprägt, die ihren Kindern eine gute religiöse und praktische Bildung angedeihen ließen und für die es kein Problem war, jeden Sonntag über 6 Meilen zur Messe zu laufen. Noch als Erwachsener zeigte er sich dankbar gegenüber seinen Eltern für diese Erziehung. Auch hatte er einen optimistischen Geist, der ihn sein Leben lang begleitete und ihm später half, auch andere für seine Seelsorgstätigkeit zu begeistern.

Während der Zeit auf der High School in Kitchener kam der Junge, der bereits seinen Eltern gegenüber den Wunsch geäußert hatte, Ordenspriester zu werden, in den Kontakt mit zwei Kapuzinern, die in der Stadt eine Mission predigten. Um mehr über den Orden herauszufinden, verbrachte er einige Tage im Kloster St. Bonaventure in Detroit (Sitz der Kapuzinerprovinz St. Joseph). Im Frühjahr 1891 trat er ins Noviziat und erhielt am 21. Mai das Habit und den Ordensnamen „Stephen“. Seine theologischen Studien machte er ab 1892 in Milwaukee, seinem späteren Wirkungsfeld, und wurde am 2. Juli 1896 zum Priester geweiht. Es folgte eine priesterliche Tätigkeit in verschiedenen Pfarreien, vor allem in New York sowie in Detroit und Wisconsin. Während seines Aufenthalts in Yonkers, NY, kam ihm das erste Mal der Gedanke, sich der Bekehrung der Schwarzen zu verschreiben. 1904 besuchte er das Kloster der heiligen Katharine Drexel in Philadelphia, die sich mit dem von ihr gegründeten Schwesternorden ganz der Bekehrung der Schwarzen und Indianer in den USA widmete. Nach diesem Besuch wendete er sich an seinen Ordensoberen mit dem Gedanken, eine Mission unter den Schwarzen in den Südstaaten zu eröffnen. Doch die Ordensleitung in Rom fand den Zeitpunkt nicht günstig, und Fr. Stephen führte weiterhin in treuem Gehorsam seine normale Seelsorgstätigkeit aus, ohne aber seine Hoffnung auf eine Missionierung der Schwarzen ganz auszuschlagen. Er konnte auch in New York unter den Schwarzen wirken und bekehrte dort einige Familien zum katholischen Glauben. Der Ordensvisitator äußerte sich eines Morgens erfreut und erbaut, dass so viele Afroamerikaner an der Kommunionbank der Pfarrei St. John the Baptist knieten, wo Fr. Stephen von 1907 bis 1909 diente.

1913 wurde eine Stelle an der St. Benedict the Moor Mission für schwarze Katholiken in Milwaukee frei, die zu seinem großen Glück Father Stephen übertragen wurde. Am 13. Juli traf ein Kapuziner mit einem demütigen Bruder in der Mission ein und las die Messe. Die Anwesenden waren sehr überrascht, als der Zelebrant sich nicht als der neue Priester herausstellte, sondern als der Prior des St. Franziskus-Klosters, der den neuen Priester nach der Messe vorstellen würde. Der neue Priester war Fr. Stephen, der noch kurz zuvor so erbaulich bei der Messe seines Mitbruders gedient hatte. Seine neue Herde begrüßte er mit den Worten: „Gnade euch und Friede von Gott und unserem Herrn Jesus Christus!“

Sofort ging Fr. Stephen mit seinem ganzen Seeleneifer ans Werk und besuchte in zwei Wochen knapp 500 Afroamerikaner, sprach mit ihnen eingehend, lud sie zur Messe und zum Unterricht ein und kündigte an, eine Schule einzurichten. Mehr als die Hälfte der Aufgesuchten versprach, zu kommen und hielt Wort. So wurde die Kapelle bald zu klein und es mussten zwei Messen am Sonntag gelesen werden.

Wie taktvoll und klug Fr. Stephen generell in seinem Apostolat vorging, soll ein Beispiel zeigen. Eines Tages kam ein schwarzer Mann an die Tür, der wohl eigentlich zum Methodistenprediger wollte. Er sagte, er sei wohl an die falsche Tür gekommen. Fr. Stephen erwiderte lächelnd, dass er sich wohl in der Tür geirrt habe, aber gerne eintreten könne, wenn er wolle. Der Mann trat ein, es entwickelte sich ein Gespräch über den Glauben und der zufällige Besucher versprach, über das Gehörte nachzudenken. Der Missionär mahnte ihn, im aufrichtigen Gebet die göttliche Gnade zu erflehen. Tatsächlich wurde der Mann später ein frommer und musterhafter Katholik.

1914 ging er an die Errichtung einer Schule, und da er knapp bei Kasse war, versuchte Fr. Stephen durch Missionspredigten in Pfarreien Geld zu sammeln. Der Erfolg entsprach nicht den Erwartungen, es war aber genug, um die Mission weiter auszubauen. 1920 waren bereits 120 Kinder auf der Schule. Eigentlich sollte sie dann aus Platzmangel aufs Land verlegt werden, jedoch war dies durch die widrigen wirtschaftlichen Bedingungen nach dem Ersten Weltkrieg nicht möglich.
Unermüdlich war Fr. Stephen darum besorgt, das Apostolat zu vergrößern und versuchte auch, andere für dieses Werk zu begeistern, indem er darüber auf Volksmissionen und bei Exerzitien sprach. Auch wandte er sich mit seinen Aufrufen an Bischöfe, Priester, Laien, Schulen und Klöster. Eine besondere Freude war es für ihn, als er kurz vor seinem Tod in einem Brief vom 17. Januar 1923 berichten konnte, dass nach Exerzitien in einem Seminar sich vier Seminaristen, darunter ein Schwarzer, für den Eintritt in ein Missionsseminar entschlossen hatten. Ein Zeichen seines großen Eifers sind die 246 Taufen, davon 54 bei Erwachsenen, die er allein zwischen 1913 und 1919 spendete.

Ab dem 20. Januar 1923 predigte er ein Triduum auswärts, wobei er bei der ergreifenden Predigt stark schwitzte, danach aber noch einige Zeit bei großer Kälte im Beichtstuhl saß. So zog er sich wohl die Lungenentzündung zu, die zu seinem Tod führen sollte. Er kam am 26. Januar so geschwächt in Milwaukee an, dass er direkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Trotz anfänglichen Anzeichen der Besserung verstarb er am 16. Februar 1923 im Alter von 53 Jahren.

Am 18. Februar wurde die Leiche im St. Franziskus-Kloster in Milwaukee aufgebahrt. Hunderte Schwarze kamen, um sich von ihrem geistigen Vater zu verabschieden. Manche berührten sogar ihre Rosenkränze am Leichnam, um zu zeigen, dass sie ihn als Heiligen verehrten. Das levitierte Requiem am 20. Februar wurde von Fr. Joseph Michael Eckert O.P., dem leiblichen Bruder des Verstorbenen, unter Assistenz von zwei anderen Dominikanern zelebriert. Fr. Stephens Landsmann John Forbes M. Afr., der erste kanadische Weiße Vater und selbst Missionsbischof in Uganda, betete das Libera Me am Sarg des toten Kapuziners. Über 80 Priester und 1.000 Gläubige wohnten der Zeremonie bei.
Schon bald nach seinem Tod wurden Gebetserhörungen gemeldet, und Fr. Stephen Eckerts Seligsprechungsprozess ist seit den 1950er Jahren eingeleitet.


Father Stephen war ein Mann des Gebets und der Abtötung. Lange Zeit betete er nachts vor dem Allerheiligsten. Eine Decke auf dem Boden seines Zimmers reichte ihm als Bett. Als einziger „Fehler“ wird seine große Sanftmut und Güte gegenüber den fehlenden Mitmenschen genannt. Besonders wird sein übernatürlicher Geist betont, der stets die Ehre Gottes und das Heil der Seelen suchte und der kein Gefallen an oberflächlichen Gesprächen hatte. Wo derartige Gespräche für ihn zu viel Platz einnahmen, lenkte er sie gekonnt auf tiefere Gedanken, darunter natürlich auf die Bekehrung der Schwarzen. Durch die Wärme und die Überzeugung seiner Erklärungen und die darin gezeigte Sachkenntnis schaffte er es, andere in seinen Bann zu ziehen. Möge dieser übernatürliche Geist uns allen ein Vorbild und Fr. Stephen uns und vor allem den Schwarzen in den USA ein Fürsprecher im Himmel sein.

(Quellen: cchahistory.ca, das Seraphische Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, Altötting, 1927 bzw. 1935)

Donnerstag, 26. Februar 2015

Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon – die heilige Katharine Drexel



(…) Für den weiteren Ausbau dieser und so mancher anderer Station [der Steylerpatres für die Mission unter den Schwarzen in Mississippi] sind die Patres einer edlen Frau zum höchsten Dank verpflichtet, die ihr Leben der Bekehrung und Hebung der schwarzen und roten Rasse gewidmet hat: Mutter Katharina Drexel. Tochter eines sehr reichen, tief religiösen und wohltätigen Börsenmannes in Philadelphia (ihr Großvater war Tiroler), fühlte sie sich schon früh in besonderer Weise zu den verachteten Indianern und Negern der Vereinigten Staaten hingezogen und spendete reichlich von ihrem Vermögen [kürzlich las ich in einer US-Publikation, dass es in ihrem 97-jährigen Leben wohl 12 Millionen USD waren, die sie spendete]. Nach einer Audienz bei Leo XIII., dem sie Notlage dieser Armen mitgeteilt hatte, fühlte sie die erste Anregung, eine eigene Schwesterngenossenschaft zu gründen, die sich durch Gelübde ausschließlich der Bekehrung der roten und schwarzen Rasse widmen sollte. Die Gründung des ersten Noviziats erfolgte im Jahre 1891, die Belobigung der Regeln durch die Propaganda im Jahr 1907 unter dem Titel: „Schwestern vom Allerheiligsten Sakrament für Indianer und Neger“.

Mutter Katharina hörte von der neuen Gründung auf einer Visitationsreise und sprach bei den Patres vor. Sie besichtigte alles, nichts schien ihr zu entgehen. Bei ihrem Abschied übergab sie dem glücklichen Missionär eine Summe Geldes, groß genug, um damit ein geräumiges zweistöckiges Schulgebäude zu errichten.

(…) Nachdem die Station von Vicksburg fest begründet war, versuchte P. Heick sein Glück in Jackson, der Hauptstadt des Staates Mississippi. Unter den 10.000 bis 11.000 Negern der Stadt war kein einziger Katholik. Das waren keine vielversprechenden Aussichten, aber die Schwierigkeiten begannen erst, als man an den Kauf eines geeigneten Grundstücks ging. Das ausgewählte Stück Land war günstig gelegen und nicht zu teuer, aber es hatte den einen Fehler, dass es zu nahe dem Stadtteil war, in dem die Weißen wohnten. Kaum hatte man von den Plänen des Missionärs erfahren, als eine wüste Hetze in den Zeitungen einsetzte. Schließlich erschien eine Abordnung bei P. Heick, die im Namen der weißen Bevölkerung scharfen Einspruch erhob. Eine Negerschule könne nur innerhalb der Grenzen des Negerviertels errichtet werden. Das war aber praktisch unmöglich, weil die Grundbesitzer des Negerviertels so unerschwingliche Preise forderten, dass P. Heick jede Hoffnung aufgeben musste. 

Da kam ihm wieder Mutter Katharina Drexel im entscheidenden Augenblick zu Hilfe. Sie erklärte sich bereit, jede geforderte Summe zu begleichen. Schon drei Monate später feierte P. Heick die erste heilige Messe in dem neuen Missionsgebäude, das Priesterhaus, Kirche, Schule und Schwesternhaus in einem war. Nach dem Wunsch des greisen Generalsuperiors wurde die neue Station dem Heiligen Geist geweiht, da, wie er schrieb, erfahrungsgemäß die der dritten Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit geweihten Missionen und Anstalten immer Erfolg haben. Es sollte sich dies auch bis jetzt bewahrheiten. Obschon kein einziger katholischer Neger in der Stadt wohnte, wurden schon am ersten Tag nach der Einweihung des neuen Schulgebäudes 110 Kinder von ihren Eltern zur Mission gebracht. Bald wurde der Zuwachs so groß, dass ein Schwesterhaus und eine Kirche gebaut werden mussten. Da kein Grundstock von Katholiken am Platz war, so musste eine Pfarrei erst langsam geschaffen werden. Als erste Frucht nahm P. Heick eines der Kinder im Jahr 1909 in die Kirche auf. Im Jahr 1913 konnte er schon 35 taufen. Im letzten Jahr hatte er 324 Kinder, worunter 91 katholisch waren. Die Gesamtzahl der Katholiken ist bis auf 233 gestiegen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)