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Sonntag, 5. März 2023

„Es werden mich selig preisen alle Geschlechter“ Kapitel 1: Maria, Königin der Missionen

 


„Mit Recht muss Maria als Königin der Missionen angerufen werden. Die heiligen Augustinus und Ambrosius nennen sie „Die Lehrerin der Völker“. Der heilige Cyrillus von Alexandrien sagt, dass durch Maria „die Heiden dem Götzendienst entrissen werden und zur Erkenntnis des wahren Gottes gelangen“. Die katholische Kirche aber ruft: „Freue dich, Jungfrau Maria, alle Irrlehren hast du allein vernichtet in der ganzen Welt!“ – Maria hat den Sohn Gottes, das Heil der Welt, für die ganze Menschheit geboren; alle Völker aller Zeiten empfangen ihn aus ihren Händen. Sie ist der erste und größte Missionär, und sie hat der Welt den Frieden durch Jesus Christus gebracht. Sie ist und bleibt Vorbild, Mutter, Beschützerin, Fürsprecherin und Königin aller Missionäre.

Nach Jesus brennt in ihrem Herzen der größte Eifer für Gottes Ehre, für die Ausbreitung des Reiches ihres Sohnes, für die Rettung aller Menschenseelen, ein glühender und alles übertreffender Missionseifer. Von ihr wollen wir lernen; zu ihr beten, damit sie das heilige Werk der Glaubensverbreitung beschütze und durch ihre mächtige Fürsprache fördere.“[1]



Pius XII. bei der kanonischen Krönung des Gnadenbilds Salus Populi Romani
(Quelle: Ambrosius007) 


So schildert P. Hermann Fischer die Bedeutung der allerseligsten Jungfrau Maria für die Verbreitung des wahren Gottesglaubens und ihre königliche Rolle im Reiche ihres göttlichen Sohnes. Marias Interesse erstreckt sich auf das gesamte Reich Ihres Sohnes, also auch auf die Ungetauften, da sie, wie Papst Pius XI. in seiner bedeutenden Missionsenzyklika Rerum ecclesiæ betont, die „gesamte Menschheit auf Kalvaria ihrem mütterlichen Schutze anempfohlen bekam, und (…) diejenigen, die von ihrer Erlösung durch Christus Jesus nichts wissen, ebenso herzlich und innig liebt, wie diejenigen, die die Wohltaten der Erlösung glücklich genießen.“ Auch Pius XII. hebt in seiner Radioansprache an die Pilger in Fatima vom 13. Mai 1946 hervor, dass „ihr Königreich so weit reicht wie das ihres Sohnes“[2]. Da die Ehre Gottes und das Heil der Seelen durch Ausbreitung der katholischen Kirche über die Welt der Hauptgegenstand der Missionsarbeit ist, so kann  der Eifer der „Magd des Herrn“, die mit ihrer Gottes- und Nächstenliebe hoch über allen übrigen Heiligen und Engeln steht, nicht übertroffen werden, wie P. Fischer an anderer Stelle schreibt:


„Ihr Titel ‚Königin der Apostel‘ ist nicht ein bloßer Ehrenname, der zwar eine sehr schöne, aber nur im Himmel geltenden Bedeutung hat. Er sagt uns vielmehr, dass Maria den Charakter und den Geist der Apostel, der (…) glühendster Missionsgeist war, in königlicher Fülle besitzt. Der unbesiegbare Missionseifer des großen Völkerapostels, vereint mit der innigen Sehnsucht eines Lieblingsjüngers nach dem Heile aller Seelen, findet sich gesteigert im Herzen ihres Sohnes, für das niemand so tiefes, seraphisches Verständnis hatte wie seine Mutter. Maria führt im Himmel kein wunschloses Dasein, sondern ihre Seligkeit ist ein unendlich süßes Verlangen für die Ehre ihres göttlichen Sohnes. Auch im Himmel ertönt wie auf Erden von ihren Lippen das unvergleichliche Fiat voluntas tua! Dein Wille geschehe!“[3]


Dieses Verlangen Marias betont auch der Schriftleiter von Die katholischen Missionen, Joseph Peters: „Mariens größter Ehrentitel ist ihre Gottesmutterschaft, und ihr größtes Verlangen muss sein, diesen Ehrentitel in seiner ganzen inhaltlichen Verpflichtung zu erschöpfen, indem sie allen durch Christus Erlösten zur Mutter wird. In Erfüllung dieses Willens hat sie die Mission der Fürbitte bei ihrem Sohne, dass er seine Erlösungsgnade über die ganze Welt ausdehne, dass er allen, die ihre Fürbitte anrufen, zur Erreichung des ewigen Zieles verhelfe. Wessen Fürbitte könnte nun mächtiger sein als die der Mutter bei ihrem göttlichen Sohne? Und so führt eine echte Einführung ins Glaubensleben den Neuchristen von selbst zur Marienverehrung.“[4]


Der Dogmatiker Carl Eckes fragt gar, ob den Ungläubigen, die noch nicht zu Christus gefunden haben, die Aufmerksamkeit der Mutter Gottes ganz besonders gilt und sie diesen die außerordentlichen[5] Wege des Heiles zugänglich macht: „Vielleicht ist sogar folgender Gedanke, weil er echtem Mutterverhalten abgelauscht ist, nicht abwegig: Weil es gleichsam anormale Kinder sind, weil sie gefährdeter sind, weil sie zu vielen Quellen des Heiles keinen Zutritt finden, wacht Mariens Mutterauge besonders sorgfältig über sie, darum sind sie ihrem Mutterherzen besonders teuer.“[6]

Per Mariam ad Jesum, durch Maria zu Jesus – dieses marianische Prinzip gilt auch für die Missionen, und bewegte die Väter des ersten chinesischen Plenarkonzils, das im Jahr 1924 in Shanghai tagte, dazu, China nicht zuerst dem heiligsten Herzen, sondern der Mutter der Gnade zu weihen: „Manche Synodalen wünschten zuerst eine Weihe an das heiligste Herz Jesu. Man brachte dagegen vor, es passe eine solche Weihe wohl für christliche Länder, nicht aber für China, das erst zu einem Bruchteil christlich sei. ‚Durch Maria zu Jesus!‘ damit war die Sache entschieden.“ [7]


(Quelle: AP Photo)


Der vorbildliche Missionseifer Marias wird auch von Papst Johannes Paul II. in seiner Missionsenzyklika Redemptoris Missio hervorgehoben: „An der Schwelle des dritten Jahrtausends ist die ganze Kirche eingeladen, das Geheimnis Christi dadurch tiefer zu leben, dass sie voll Dankbarkeit am Heilswerk mitarbeitet. Das tut sie mit Maria und wie Maria, ihrer Mutter und ihrem Vorbild. Und sie, Maria, ist das Vorbild jener mütterlichen Liebe, von der alle beseelt sein müssen, die in der apostolischen Sendung der Kirche zur Wiedergeburt der Menschen mitwirken.“

Die angeführten Zitate zeigen, wie eng die allerseligste Jungfrau mit dem Werk der Glaubensverbreitung verbunden ist, ja wie sie für den Missionseifer der Gläubigen nebst ihrem göttlichen Sohn immer das höchste Vorbild sein wird.

„Es werden mich seligpreisen alle Geschlechter“ – so sprach die Mutter Gottes in ihrem Magnificat. Die nachfolgenden Kapitel sollen zeigen, dass dies nicht nur für alle Zeiten, sondern auch für alle Zonen gilt. Gleichzeitig wird sich zeigen, wie Maria sich sowohl durch ihre Fürsprache als auch durch ihre himmlischen Erscheinungen als wirkliche Missionarin erwiesen hat.


[1] Fischer, Hermann S.V.D.: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetsbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Missionsdruckerei, Steyl, 1918
[2]  A.A.S. Vol. 38, 1946
[3] Fischer, Hermann S.V.D.: Jesu letzter Wille. Missionsdruckerei, Steyl 1912
[4] Peters, Joseph: Maria, seliggepriesen von allen Völkern. In: Die katholischen Missionen. Druck und Verlag von L. Schwann in Düsseldorf 1938
[5] Sprich die Begierdetaufe mit dem zumindest impliziten Wunsch, zur wahren Kirche Gottes zu gehören.
[6] Feckes, Prof. Dr. Carl: Maria – Mutter der Ungläubigen? In: Die katholischen Missionen. Verlag Herder Freiburg 1954
[7] Weig, Georg S.V.D.: Das erste chinesische Plenarkonzil in Schanghai. In: Die katholischen Missionen, Xaverius-Verlagsbuchhandlung, Aachen 1925



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