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Freitag, 9. Januar 2015

Was ist in Belgisch-Kongo wirklich passiert?


Die Kongo-Ausstellung in London. Der Feldzug der englisch-protestantischen Missionsgesellschaft „gegen die Gräuel in Belgisch-Kongo“ dauert fort. Das letzte Ziel der ganzen Bewegung ist klar genug. Man gönnt dem kleinen katholischen Belgien seinen herrlichen, ihm durch die Berliner Konferenz vom 25. Februar 1885 zugesprochenen Besitz nicht und sähe ihn lieber unter britischer Oberhoheit. Daher macht man es wie weiland Amerika, als es die „spanischen Untaten“ auf Kuba und den Philippinen „enthüllte“, um einen Vorwand zum Einspruch und zur schließlichen Besitzergreifung zu gewinnen. Stimmungsmache gegen Belgien war auch der Zweck der Kongo-Ausstellung, welche die englische Baptistenmission unter Mitwirkung der amerikanischen Baptisten, der „Kongo-Balolo-Mission“ und der „schwedischen Mission“ in den Sälen der Königl. Gesellschaft für Gartenkunst in Westminster im September bis Oktober [1909 oder 1910] veranstaltete.

Was hier in verschiedenen Abteilungen von den Produkten des Kongogebietes, den häuslichen und religiösen Sitten und Gebräuchen der Eingeborenen, der Tätigkeit der protestantischen Mission vorgeführt wurde, war ja ganz schön, diente aber nur als Aushängeschild, um das Publikum zu den Vorträgen zu ziehen, die von protestantischen Predigern und Missionsfrauen über die „Gräuel am Kongo“ gehalten werden. Farbensatte Riesenbilder und Plakate, die z. B. einen Neger mit abgeschnittenen Gliedmaßen darstellen, sollten die Wirkung der ohne nähere kontrollierbare Angaben vorgebrachten Räubergeschichten noch erhöhen. Da sah man in Bild und kinomatographischer [sic] Vorführung ganze in eine verlassene Wüste verwandelte Landschaften. Dass der Grund dieser strichweisen Entvölkerung kein anderer als die schreckliche Schlafkrankheit ist, erfahren die Zuhörer und Zuschauer natürlich nicht. An allem müssen selbstverständlich die bösen Belgier schuld sein. Die Untaten einzelner werden dem ganzen Volk und der Regierung auf Rechnung gesetzt. Kein Wort von den großartigen Leistungen Belgiens am Kongo nicht nur in materieller, sondern auch in zivilisatorischer Hinsicht und von seinen Verdiensten um das Missionswerk. 

Man muss mit Bedauern feststellen, dass in diesem ganzen Antikongo-Feldzug die sonst mit Recht gerühmte britische Fairness in auffallender Weise vermisst wird und das pharisäische: „Ich danke dir, dass ich nicht bin wie jener [belgische] Zöllner“ in wenig erquicklicher Weise durchklingt.


(Aus: die katholischen Missionen,1910)

In einem anderen Artikel über dieses Thema bezeugt jemand, dass er selbst sicher weiß, dass ein Einheimischer, der seine Hand angeblich wegen belgischer Gräuel verloren hätte und der als Paradebeispiel von den europäischen Medien angeführt wurde, in Wirklichkeit durch einen Jagdunfall, und zwar durch die Explosion des Gewehrs, verstümmelt wurde. Ich hoffe diesen Artikel posten zu können, wenn ich ihn wiederfinde.

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