Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Freitag, 14. August 2026

Nachruf auf einen heiligmäßigen Kapuzinermissionar

 

Fr. Paul of Newbridge O.F.M. Cap. (Quelle: Patrician International Newsletter, Dec. 2020)

In Mussoorie starb P. Paul Hughes [Fr. Paul of Newbridge] O.M Cap. im Alter von 80 Jahren. Er trat im Jahre 1867 in die Kongregation der St.-Patricks-Brüder ein, kam als Lehrer nach Indien und leitete dort die Kongregation als Provinzial. Allein er verlangte immer danach, als Priester in einem Missionsorden an der Bekehrung Indiens zu arbeiten. So trat er im Jahre 1887 in das Noviziat der Kapuziner zu Mussoorie ein und vollendete daselbst auch seine Studien bis zur Priesterweihe i. J. 1911 [plausibler ist wohl das Jahr 1891].

Zunächst wurde er Lehrer an der St.-Fidelis-Schule zu Mussoorie, aber sein Wunsch war, sich ganz der Heidenmission zu widmen. Schon im Noviziat hatte er mit dem Studium der hindostanischen Sprache begonnen und später machte er an freien Tagen Ausflüge in die Umgegend von Mussoorie, um die heidnischen Bewohner den Katechismus und die christlichen Gebete zu lehren. Als die Manor-House-Schule an die St.-Patricks-Brüder überging, wurde P. Paul von Bischof van den Bosch in die Eingeborenenstaaten von Simla geschickt, um dort ausschließlich der Heidenmission zu obliegen. Zunächst galt es einen Platz für eine Station ausfindig zu machen. Es wird kaum ein größeres Dorf geben, das der seeleneifrige Missionär in Begleitung seines treuen Katechisten Matthäus nicht besucht hätte. Bei jeder Jahreszeit war er unterwegs, immer zu Fuß, oft schlief er unter einem Baum oder einem überhängenden Felsen. Die Kastengesetze achtete er aufs genaueste; er reiste als Brahmine und aß nie Fleisch. Dieses Wanderleben endete schließlich mit der Gründung der Station Kilba bei Rampur 120 oder 130 Meilen von Simla an der großen Straße nach Tibet. Der dortige Radscha, Shamshere Singh, befreundete sich mit P. Paul und unterhielt auch später einen englischen Briefwechsel mit ihm. Sein Gefährte wurde P. Paulinus [Paolino da Cortona], der nachher die erste Grammatik und das erste Wörterbuch der einheimischen Sprache verfasste und heute Bischof von Imola ist.

Im Jahre 1895 wurde P. Paul nach Simla berufen, während seine Gründung in Kilba wegen zu großer Entfernung von Simla aufgegeben wurde. P. Paul hatte Kilba gerade gewählt, weil es jungfräulicher, von der protestantischen Mission unbeeinflusster Boden war. Als Pfarrer von Simla hauchte er dem katholischen Jungmännerverein neues Leben ein, setzte die katholische St.-Josephsbuchhandlung wieder instand, richtete in der Kirche einen Bücherstand ein und setzte eine Leihbibliothek in Tätigkeit. Besondere Sorge wandte er dem Dritten Orden und der Marianischen Kongregation zu, gründete einen Paramentenverein und sorgte für Hausseelsorge in den abseits geratenen Familien. Später wurde er Kaplan der Schwestern Jesus und Maria in Simla und zuletzt arbeitete er in Mussoorie. Im Jahre 1913 machte er eine Reise nach Europa, um Almosen zu sammeln.

Niemals vergaß er die Heidenmission. Noch bei seinem Tode hinterließ er 40 Neuchristen aus der Umgegend von Mussoorie, die er stets selbst unterrichtet hatte. Bis auf die letzten Tage wusste P. Paul nicht, was es heißt, krank zu sein. Als in der letzten Nacht der Arzt erklärte, es stünde ernst, sagte der Greis in irischem Humor: „Ei, was die Doktoren nicht alles wissen! Bei meiner Priesterweihe habe ich versprochen, jeden Tag die heilige Messe zu lesen. Bisher habe ich mein Versprechen gehalten, ich werde auch bis zuletzt treu sein.“ Dann nahm der Kranke wie jeden Morgen ein kaltes Bad und las die heilige Messe ohne jede Schwierigkeit. Gegen 9 Uhr [am 26.06.1925] ging es mit ihm zu Ende. Sein Geist war vollkommen klar, und eine wunderbare Glückseligkeit lag auf seinem Gesicht. „Ich hätte nie gedacht, dass es so süß sei, zu sterben“, sagte er zu P. Johannes Baptist. „Ich gehe in den Himmel und will für Sie und für alle Mitbrüder beten, die so gut mit mir gewesen sind. Ich wünsche alles zu tun, was Regel und Konstitutionen vorschreiben.“ Bruder Krispin, ein indischer Kapuziner aus dem neuen Noviziat in Sardhana, hatte eine solche Ehrfurcht vor dem Kranken, dass er ihm die Medizinen nur kniend reichte. In Freude und Friede entschlief der große Missionär, der nach dem Zeugnissen aller ein Heiliger war.

(Aus: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1925)

Freitag, 7. August 2026

“To save all men, but especially the Cumans” – St. Dominic’s dreams of converting Steppe warriors

 


“Saint Dominic wanted to save all men, Christian and Saracens, but especially the Cumans and other pagans”

- Friar Rudolf of Faenza at the canonization process of St. Dominic

When we think of St. Dominic’s zeal for the salvation of souls, his apostolate among the Albigensians might come to mind first. Yet throughout his priestly life, the earliest and most persistent object of his missionary zeal remained the Cumans, also known as Kipchak Tatars. This powerful Western Turkic people migrated into Eastern Europe from its homeland around the Aral Sea in the 11th century, terrorizing Christendom by launching deep raids into Christian lands. They soon also became allies of European empires, fighting for the Hungarians and the Bulgarians. Aside from smaller groups of Cumans who were defeated, settled in the Kingdom of Hungary and christianized, they largely adhered to Tengrism like other Central Asian nomads.

This pagan people attracted the attention of St. Dominic and his saintly companion Diego, Bishop of Osma. Diego intended to leave everything behind to preach to the Cumans, and accompanied by Dominic, he sought the blessing of the Father of Christendom, traveling to Rome in 1204. Pope Innocent III praised their zeal but demanded Diego to return to his bishopric. It appears that the Pope did not want the Spanish church to lose such an exemplary bishop. When Diego died in 1207, the desire for the Cuman mission remained in Dominic’s heart. In the early days of the Dominican Order he would often say: “When we have fully instructed our brethren, we will go to the Cumans, and preach the faith of Christ”. At the first General Chapter of 1220, St. Dominic intended to resign as Master General of his order to fulfill his dream of preaching among the warlike nomads, but his resignation was not accepted by the friars. The following year, the last of his life, the saint saw the foundation of the Dominican Province of Hungary, headed by Paulus Hungarus, who sent friars to preach among the Cumans. After initial hardships—two friars were killed—the Dominicans were successful in converting the Cuman chieftains Bortz and Membrok (possibly Bortz’ son) along with many of their subjects. These conversions laid the foundation for the short-lived Diocese of Cumania in what is now Romania, created by Pope Gregory IX in 1228 and headed by the Dominican Theodoric. The Mongol invasion of 1241 scattered the Cumans and destroyed the diocese, with the Cuman survivors in the Balkans being assimilated by the local populations.

While there no longer exists a distinct Cuman ethnic group, many Turkic peoples in Eastern Europe and Central Asia are related to the Cumans, such as the Nogais or the Kazakhs. May Saint Dominic intercede for them.

Sources:

John C. Rubba, O.P., “The Third Order of St. Dominic”
Theodosia Augusta Drane, The History of St. Dominic
J.B. O’Connor, O.P. “Saint Dominic and the Order of Preachers”
Leonhard Lemmens, O.F.M. “Die Heidenmission des Spätmittelalters”
Wikipedia: Roman Catholic Diocese of Cumania