Sonntag, 31. Mai 2015
Marienlob am Sterbebett
Ebenso fromm [wie eine andere Aussätzige in Cocorita] starb Maria Manelli. Im Anfang ihrer Krankheit hatte es ihr viel gekostet, das Opfer ihres Lebens zu bringen, und die ersten Tage ihres Aufenthaltes im Leprosenhaus schienen ihr sehr traurig. Aber die Gnade siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten wieder in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats … zu sich in den Himmel genommen.
(Aus: die katholischen Missionen, 1876)
Donnerstag, 28. Mai 2015
Ruf zu Maria aus den Tiefen des kongolesischen Dschungels
Den Rosenkranz zu beten, solange der Pfad es gestattet, ist Reisegewohnheit. „Wir beten auch mit“, sagten die Träger, und zogen den ihrigen vom Hals, wo sie ihn gewöhnlich tragen, um ihren Glauben zu bekennen und weil sie keine Taschen haben. „Wir können keinen Rosenkranz in der Hand halten“, riefen die Pfadöffner [die das Buschwerk mit Messern niederhauen]; „zählt ihr für uns, wir sprechen mit.“
So lass dich von uns grüßen, du unbefleckte Jungfrau und Mutter Maria, voller Gnade und Geheimnisse, droben im unerreichbaren Licht des Himmels; grüßen von uns kleinen Menschenkindern, die da seufzen in des wirren Urwalds Tiefe. Hilf uns empor aus Dunkelheit, Sumpf und Gefahren, hinauf zu Christus, dem beglückenden Licht. Du Gebenedeite unter den Weibern! Sei du der einzige Weg zu Jesus diesem Volk, das so tief gesunken ist, weil es die Würde der Mutter und Frau verkannt hat! Höre, wie die Erstlinge des Landes dich bitten für ihre Brüder, dass sie recht bald erkennen möchten Jesum, der auch für sie geboren wurde, lehrte, litt und starb! Trägerin des allmächtigen und allweisen Wortes, hilf mir es zu diesem Volk tragen, dass ihm Erlösung werde und Licht und Ordnung und Glück! O du Mutter-Königin der Kirche auf Erden und in der Himmelshöhe! Aus allen Völkern und Sprachen und Farben muss ein einziges Gottesreich erstehen, einig im Glauben und rein in den Sitten!
Dienstag, 26. Mai 2015
Franz Xaver – einziger „normaler“ Heiliger mit Duplex majus im Brevier von Pius X.
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| Der heilige Franz Xaver in der Duplex-majus-Gruppe des alten Breviers an vorletzter Stelle |
Jüngst habe ich mir auch ein Brevier besorgt. Es ist von 1952 nach den Rubriken von Pius X. Jahrelang konnte ich mit Brevierbeten für Laien zugegebenermaßen nicht viel anfangen, jetzt will ich es aber auch mal versuchen, obwohl ich bei der Verwendung noch ein ziemlicher Dilettant bin.
Zu meiner Freude ist mir aufgefallen, dass die Kirche in ihrem Breviergebet bis zur Reform von 1960 den großen Asienapostel mit einem Duplex-majus-Fest würdigt, eine Ehre, die, wie man im Bild oben sehen kann, unter anderem der heiligen Familie, den Weihefesten der wichtigsten römischen Kirchen und den wichtigsten Ordensgründern zuteil wurde. Ich werde sicherlich nicht jeden Tag das Brevier benutzen, am 3. Dezember aber ziemlich wahrscheinlich, wenn ich bis dahin nicht von dieser Welt abberufen wurde.
Montag, 25. Mai 2015
Sonntag, 24. Mai 2015
Was Pfingsten von uns fordert
(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten,
Herder, 1913)
Mittwoch, 20. Mai 2015
Die Mission – der friedlichste Krieg
Geht lehrt alle Völker und tauft sie! Dieser Missionsbefehl des göttlichen Heilandes war zugleich auch der Mobilisationsbefehl der katholischen Missionsarmee. Christus, und nur Christus der Gottmensch allein, konnte diesen Befehl erlassen. Es war der Marschbefehl in gottfeindliches Land, der Kampfbefehl gegen Heidentum und Heidenwesen, der Schwertbefehl der Wahrheit und der Gnade. In dem Kampf, der auf dem Missionsfeld geführt wird, geht es um die höchsten und heiligsten Güter der Menschheit. Es geht um göttliche Wahrheit und menschliche Einsicht, um göttliches Recht und menschliche Freiheit, um Gut und Bös, um Müssen und Unterlassen, um Pflicht und Gewissen, um Heil, Frieden und Sicherheit in den ersten und letzten Fragen eines jeden Menschen.
Der Aufmarsch der katholischen Missionsarmee begann mit der Missionstätigkeit der Apostel. Aus ihrer sterbenden Hand haben andere das Kreuzesbanner ergriffen und haben es weiter getragen bis an die Grenzen der Erde. In allen Jahrhunderten sind Scharen von Freiwilligen zum Missionsdienst im Streiterheer Christi herbeigeeilt. Tausend aus dem katholischen Volk haben sich auch in unserer Zeit für das Kreuzfahrerheer der Weltmission gemeldet.
Diese katholische Missionsarmee schlägt die Schlachten des Herrn. Sie führt den glorreichsten, friedlichsten und beglückendsten aller Kriege. Sie ist ausgezogen, um die Welt für Christus zu erobern. Ihr Kampf ist ein Gotteskampf. Und das ist der Unterschied zwischen dem Gotteskampf und dem Weltkampf: wenn die Welt Krieg führt, dann bluten die Besiegten; im heiligen Gotteskrieg aber, den das Missionswerk führt, bluten die Besieger. In diesem Missionskampf werden den Völkern keine Ketten angelegt, sondern deren Ketten werden zersprengt, keine Lebenden werden zu Toten gemacht, sondern Tote werden zum Leben erweckt [dem übernatürlichen, seltener dem natürlichen nach, so z. B. der hl. Franz Xaver], kein Kriegselend wird hier der Menschheit geschaffen, sondern sie wird beglückt mit den höchsten Gütern für ihr ewiges und zeitliches Wohl.
(Aus: P. Robert
Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf
Grund der Vatikan. Missionsaausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld,
1928)
Sonntag, 17. Mai 2015
Die Mission – Ein Zeugnis für Christus
Das Apostelamt ist ein Zeugnisamt, und alle jene, die das Apostelamt an der Heidenwelt ausüben, die Missionäre, auch sie ziehen hinaus, um Zeugnis abzulegen für Christus. Das Missionswerk ist ein Zeugnis für Christus, und zwar ein ruhmvolles Zeugnis. Die Engel machte Gott zu seinen Boten, und sie bezeugen Gottes ewige Ratschlüsse durch ihre Botschaft. Gottes ewige Ratschlüsse der Liebe und Erbarmung tragen die Missionäre zu den Heiden hinaus und bezeugen deren Erfüllung durch ihr Wort und ihr Leben. Die ganze sichtbare Schöpfung verkündet die Herrlichkeit Gottes, gibt Zeugnis von der wunderbaren Macht und Größe unseres Schöpfers. Das große Missionswerk unserer heiligen Kirche verkündet die Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes durch Christus, gibt Zeugnis von der wunderbaren, unbegreiflichen Gnadenschöpfung unseres Gottes. Andächtige Christen! Durch unsere Anteilnahme am Missionswerk geben auch wir Zeugnis für Christus. Wir treten ein für die Verbreitung unseres heiligen Glaubens in der ganzen Welt und wir zeigen dadurch, dass wir von der Wahrheit dieses Glaubens tief durchdrungen sind. Durch unseren Missionseifer arbeiten wir in tatkräftiger Weise daran, dass Christi Reich zu allen Menschen komme, dass Christus über alle Menschenherzen herrsche. Wir dienen einem hohen König, wir arbeiten für einen großen Lohn. Die Mission ist ein ruhmvolles Zeugnis für Christus. Aber sie ist auch ein verdienstvolles Zeugnis.
Von dem großen Völkerapostel sprach der Herr: „Ich werde ihm zeigen, wieviel er für meinen Namen leiden muss“ (Apg 9, 16). Dies Wort gilt mehr oder weniger von einem jeden Missionär. Sie alle, die hinausziehen, um das Kreuz den Völkern zu predigen, ziehen hinaus, um Zeugnis von Christus zu geben, und ist dies Zeugnis auch nicht für alle ein Zeugnis des Blutes und Martyrium, für alle ist es ein Zeugnisgeben durch Leiden, durch Opfer und Entsagung. Der Herr zeigt ihnen, wieviel sie für seinen Namen leiden müssen. Doch gerade deshalb, andächtige Christen, ist das Missionswerk auch ein verdienstvolles Zeugnis für Christus. Sollte er, der versprochen hat, den kleinsten Dienst, einen Trunk kalten Wassers in seinem Namen gespendet, zu belohnen, sollte er den größten Beweis der Liebe zu ihm, die Hingabe des ganzen Lebens für ihn, unbelohnt lassen? Einst hat der göttliche Heiland versprochen: „Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem himmlischen Vater bekennen.“ Das göttliche Zeugnis Christi bei seinem himmlischen Vater ist der Lohn für das Zeugnis vor den Menschen.
Andächtige Christen! An dem verdienstvollen Zeugnis für Christus durch das Missionswerk können und müssen auch wir teilnehmen. Es ist wahr, wir können [als Laien ohne Berufung] nicht als Missionäre hinausziehen und als Zeugen Christi vor die Völker hintreten; aber das große Missionswerk unserer heiligen Kirche ist vor der ganzen Welt, vor den Augen aller Nationen ein herrliches Zeugnis für Christus. Und zur Anteilnahme an diesem Zeugnis durch unser Gebet und Missionsopfer sind auch wir als Glieder dieser Kirche verpflichtet. Da ergeht auch an uns die Aufforderung des göttlichen Heilands: „Auch ihr werdet Zeugnis geben.“ Freudig sind einst die Apostel dieser Aufforderung ihres geliebten Meisters gefolgt. Nur wenige Tage noch, und wir sehen sie, erfüllt vom Heiligen Geist, ihr glorreiches Zeugen- und Apostelamt antreten. Staunend muss die Welt die überzeugende Kraft dieses Zeugnisses anerkennen, und bezeugend muss auch sie mit dem heidnischen Hauptmann bekennen: „Wahrhaftig, dieser war Gottessohn.“ O beten wir eifrig in diesen Tagen, andächtige Christen, dass der Geist der Wahrheit, der Heilige Geist, auch über uns komme, dass er in uns wohne mit der siebenfachen Fülle seiner Gnade, dass er mit seiner göttlichen Kraft unsere Glaubensüberzeugung stärke. Dann werden auch wir Zeugnis geben von Christus. In heiligem Missionseifer werden wir daran arbeiten helfen, dass Christus auf der ganzen Erde erkannt und verehrt werde. Und wenn wir so Zeugnis gegeben haben von Christus, dann wird auch Christus uns sein göttliches Zeugnis nicht versagen vor seinem himmlischen Vater. Amen.
(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)
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