Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Donnerstag, 8. März 2012

Papst Gregor XVI. verurteilt die Sklaverei — In supremo apostolatus fastigio


Papst Gregor XVI.
…Wir sehen, dass es zu Unserer Hirtensorge gehört, dass Wir Uns bemühen, die Gläubigen vom unmenschlichen Handel mit Negern oder irgendwelchen anderen Menschen völlig abzubringen.
…Es gab selbst aus der Zahl der Gläubigen wiederholt welche, die, von der Begierde nach schmutzigem Gewinn schändlich geblendet, keine Bedenken trugen, in entlegenen und entfernten Ländern Indianer, Neger oder andere Bedauernswerte in die Sklaverei zu führen oder durch die Einrichtung und Erweiterung des Handels mit solchen, die von anderen gefangen worden waren, deren abscheuliches Tun zu unterstützen.

Freilich unterließen es mehrere Römische Bischöfe glorreichen Angedenkens, Unsere Vorgänger, nicht, in Ausübung ihres Amtes die Vorgehensweise von jenen als ihrem geistlichen Heile schädlich und für den christlichen Namen schmachvoll schwer zu tadeln; sie durchschauten, dass daraus auch jenes folge, dass die Völker der Ungläubigen mehr und mehr darin bestärkt würden, einen Hass auf unsere wahre Religion zu haben. [Es werden die oben angeführten Dokumente aufgezählt]

Diese Strafbestimmungen und Vorsorgemaßnahmen Unserer Vorgänger trugen zwar mit Gottes guter Hilfe nicht wenig dazu bei, die Indianer und anderen Vorgenannten vor der Grausamkeit der Eindringlinge bzw. der Begierde christlicher Händler zu schützen, jedoch nicht so, dass dieser Heilige Stuhl sich über einen vollen Erfolg seiner diesbezüglichen Bemühungen freuen könnte, da ja im Gegenteil der Handel mit Negern, wenn auch manchenteils verringert, so doch immer noch von einigen Christen ausgeübt wird.

Im Bemühen, diese so große Schmach aus allen Gebieten zu entfernen,…ermahnen Wir daher kraft Apostolischer Autorität alle Christgläubigen jedweden Standes und beschwören sie nachdrücklich im Herrn:


Keiner soll es künftig wagen, Indianer, Neger oder andere derartige Menschen ungerecht zu quälen, ihrer Güter zu berauben, in die Sklaverei zu führen, anderen die solches wider sie verüben, Hilfe oder Unterstützung zu leisten oder jenen unmenschlichen Handel auszuüben, in dem Neger, die, als ob sie keine Menschen, sondern bare und bloße Tiere wären, wie auch immer in die Sklaverei geführt wurden, ohne jede Unterscheidung gegen den Geboten der Gerechtigkeit und Menschlichkeit gekauft, verkauft und dazu verdammt werden, die bisweilen härtesten Arbeiten zu erdulden…


Konstitution „In supremo apostolatus fastigio“, 3. Dez. 1839, Papst Gregor XVI.

Kommentare:

  1. Das paßt so schlecht zu den schwarzen Legenden, die die Kirchenfeinde so gern und ausdauernd verbreiten. Sehr interessant. Danke !

    Jetzt - weil ich sonst keine Kontaktmöglichkeit auf dem blog finde- ein OT- , bitte schon im voraus um Entschuldigung.
    Wir, die blogger vom Beiboot Petri, planen anläßlich des 85. Geburtstages des Hl. Vaters eine Art elektronische Bilderbuchgrußkarte,die aus screenshots der Startseiten so vieler katholischer blogs wie möglich besteht.
    Wir haben schon einen Prototyp gebastelt, den man hier sehen kann:
    http://beiboot-petri.blogspot.com/p/videos.html

    Wir haben willkürlich 30 Seiten aus der Bloggerliste herausgesucht und integriert. Wer sich nicht findet, möge bitte nicht böse sein, das war keine Absicht.
    Es ist nur eine Rohfassung von nicht so guter Qualität- sie wird noch optimiert und mit Musik unterlegt. Wir dachten dabei an das "Tu es Petrus" in einer GEMA-freien Version, falls es sowas gibt.
    Voschläge und Tips nehmen wir gern entgegegen, auch Kritik. Das könnt Ihr uns ja in unserem Kommentarbereich schreiben. Wer teilnehmen möchte, melde sich bei uns. Man kann auswählen, welches Bild man schicken möchte und einen persönlichen Gruß einfügen. Auch wer Hilfe braucht kann uns wie alle anderen über:
    goldmaria01@googlemail.com
    erreichen.
    Gottes Segen und herzliche-hoffnungsvolle Grüße
    die Beibootcrew

    AntwortenLöschen
  2. Was Bishop John England of Charleston nicht daran hinderte mehrere Briefe an die Verwaltung zu schreiben, dass der Papst nur den Sklavenhandel, aber nicht die Sklavenhaltung verurteilte.

    Auch eine Rolle spielt dabei das Wort "ungerecht (zu quälen, ihrer Güter zu berauben, in die Sklaverei zu führen)". So wie es auch im Katechismus zu einem anderen Thema heißt: "Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen."

    AntwortenLöschen
  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  4. Vielen Dank für den Kommentar. Es mag sein, dass sich einige Bischöfe der Südstaaten gegen diese Weisung von Papst Gregor XVI. gewendet haben, allerdings halte ich es für gefährlich zu behaupten, der Papst habe nicht die Sklaverei an sich, sondern nur den Sklavenhandel verurteilt. Ohne Sklavenhandel keine Sklaverei, richtig? Nebenbei ist das Charakterbild, das der englische Wikipedia-Eintrag von Bischof John England zeichnet, nicht unbedingt das eines rassistischen Schwarzenhassers.
    Papst Leo XIII. hat sich ebenfalls offen gegen die Sklaverei eingesetzt und Kardinal Lavigerie 3 Millionen Francs für die "Anti-Sklaverei-Bewegung" bereitgestellt. Der Bischof von Olinda-Recife (Nordost-Brasilien) hat in einem Hirtenbrief verlautbart, dass es sein Ziel ist, dem Heiligen Vater ein großes Geschenk zum goldenen Priesterjubiläum zu machen : Keine Sklaven mehr in der Diözese. Der selbe Papst hat dazu noch zwei Enzykliken zu dem Thema Sklaverei veröffentlicht, "Catholicae Ecclesiae" und "In Plurimis".

    AntwortenLöschen