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Freitag, 16. Dezember 2011

Tod des Aussätzigenapostels P. Beyzym. S.J.



Der selige Jan Beyzym verbindet einen Aussätzigen


Hier ein Bericht zum Tod eines anderen großen Aussätzigenapostels. Wenngleich deutlich unbekannter als der heilige Damian Deveuster, hat der selige Jan Beyzym ähnlich heroische Werke der Nächstenliebe vollbracht. Leider hat er weder eine englische noch eine deutsche Wikipedia-Seite, deswegen hoffe, ich, dass dieser kurze Artikel etwas zu seinem Bekanntheitsgrad beitragen wird. Er wurde am 26. Mai 2002 von Johannes Paul II. seliggesprochen.

Zu Beginn des Monats Oktober traf aus Zentralmadagaskar die Nachricht ein, dass P. Beyzym S.J., der Apostel der Aussätzigen, aus diesem Leben geschieden sei. Über diesen seltenen Mann schreibt der „Czas“ in Krakau in seiner Nummer vom 4. Oktober:
P. Beyzym hatte diese Arbeit ohne irgendwelchen Zwang noch Befehl seiner Obern, ganz aus eigenem Antrieb, von einer wahrhaft heroischen Nächstenliebe geleitet, übernommen. Nachdem er von dem traurigen Los der Aussätzigen erfahren hatte, reiste er im Herbst 1898 von Krakau nach Madagaskar. Beim Anblick des entsetzlichen Elends, das alle seine Vorstellungen weit übertraf, fasste er den Entschluss, keine Mühe zu sparen, um den armen Kranken in geistlicher, aber auch in leiblicher Hinsicht die sorgsamste Pflege angedeihen zu lassen. In zahlreichen Briefen trat er für seine Pflegebefohlenen ein, und diese Schreiben erregten Verwunderung nicht nur wegen der außerordentlichen Kraft und Urwüchsigkeit des Ausdrucks, sondern auch wegen der Tiefe der Gedanken und Gefühle, die mitunter ganz unwillkürlich der Feder des Aussätzigenapostels entströmten. Sie bewegten die Leser so sehr zum Mitleid mit den armen Kranken, dass P. Beyzym in kurzer Zeit von den ihm aus Polen, Litauen und Ruthenien zufließenden Almosen ein geräumiges Aussätzigenheim errichten konnte. Dasselbe besteht aus zwei durch eine Kapelle getrennte Pavillons, in welchen 200 Aussätzige untergebracht werden können.
Nachdem P. Beyzym dieses Werk vollendet und obendrein Schwestern zur Verpflegung der Kranken gewonnen hatte, trug er sich mit einem neuen Plan und traf auch schon die ersten Veranstaltungen zu seiner Verwirklichung. Er wollte nach der Insel Sachalin, im Osten von Sibirien, eilen und dort die armen Verurteilten, die in den Gefängnissen körperlich und oft auch seelisch dahinwelken, in seine Pflege nehmen.
Im Augenblick, da er seinen Entschluss ausführen wollte und auch schon in St. Petersburg die entsprechenden Schritte getan hatte, gefiel es Gott, seiner irdischen Laufbahn ein Ziel zu setzen. In seinem letzten Brief, datiert vom 17. August 1912, meldete P. Beyzym, dass er schwer am Fieber erkrankt sei und sich dem Tode nahe fühle. Briefe von anderer Seite aber vermerkten gleichzeitig, dass er nichts von seiner strengen, an die Einsiedler der ersten christlichen Zeit erinnernden Lebensweise ablasse. Er pflegte nämlich stets um halb drei aufzustehen, nachdem er sich um 10 oder 11 Uhr zur Ruhe begeben hatte. Sein Bett war nichts anderes als ein hartes Brett. Als Nahrung dienten ihm gewöhnlich einige Handvoll Reis, die er in drei Portionen auf den Tag zu verteilen pflegte. Ein anderes Getränk als Tee und Wasser genoss er nie, auch das Brot versagte er sich.
Trotz dieser harten Lebensweise führte er ganz allein die Haltung des Aussätzigenheims, hörte alle Beichten und hielt den Unterricht in madagassischer Sprache für die Kranken, in französischer für die Schwestern. In seiner freien Zeit hatte er eigenhändig einen Altar geschnitzt und auf demselben das Bild der Madonna von Tschenstochau aufgestellt, das er aus Krakau mitgebracht hatte. Er arbeitete sozusagen Tag und Nacht. Kein Wunder, dass eine solche Lebensweise rasch seine starke Gesundheit aufrieb.
P. Jan Beyzym stammte aus gräflichem Tatarengeschlecht und war am 15. Mai 1850 auf dem Gute Beyzyme in Wolhynien geboren. Im Jahre 1872 trat er in die Gesellschaft Jesu ein und wurde am 26. Juli 1881 durch Fürstbischof Albin Dunajewski zum Priester geweiht.
(Aus: die katholischen Missionen, 1913)

Seliger Jan Beyzym, bitte für uns!

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