Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Dienstag, 6. Dezember 2011

Wie ein kleiner Kaffer der katholischen Religion Ehre machte

Ein kleiner Kaffer kam von Grahamstown (Südafrika) nach Dunbrody in die Anstalt der Jesuitenmissionäre und verblieb dort drei Jahre. Mittlerweile zogen auch seine wesleyanischen Eltern in die Nähe (Die Wesleyaner sind eine englische Sekte). Seine Kameraden bemühten sich auf alle Weise, ihn aus der katholischen Anstalt wegzulocken. Dem Knaben wurde volle Freiheit gewährt; er weigerte sich aber, heimzukehren. „Ich fürchte mich nach Hause zu gehen; denn in dem Orte ist keine katholische Kirche und ich will kein Wesleyaner werden.“ Endlich kam sein Vater selbst, um ihn fortzuholen. Kurze Zeit darauf schrieb der Kleine an seinen “Umfundisi“ (Lehrer) in die Jesuitenmission folgendes Brieflein, das wir unverändert nach seinem Wortlaute wiedergeben.

„Als ich nach ankam (zu Hause nämlich), waren drei Männer da und fragten mich: „Warum bist Du ein Katholik?“ Darauf gab ich keine Antwort. Sie fragten mich weiter: „Was glaubst Du in der katholischen Religion?“ Wieder sagte ich nichts. Darauf fragten sie: „Warum betest du zur Jungfrau Maria?“ Darauf antwortete ich: „Weil Maria unsere Gebete sehr wohl hört.“ Nach einer Weile schrieen sie: „Alle Katholiken sind verloren.“ Aber ich dachte mir, dass sie, die Wesleyaner, die so sprachen, eher selber verloren sind; doch sagte ich dieses nicht. Sie fuhren fort und riefen: „Die Katholiken sind alle rechte Teufel.“ Aber ich dachte bei mir selbst: „eher sind sie es, wenn sie so etwas sagen.“ Endlich sagten sie: „Du tust uns leid, weil du verloren gehst.“ Ich antwortete: „das wollen wir sehen, wenn wir einmal ans Sterben kommen.“ Dies ist alles, was sie zu mir gesagt haben.

Der Knabe ist immer noch bei seinen Eltern und bleibt trotz aller Anfechtungen seinem Glauben treu. Durch sein Beispiel legt er Zeugnis ab für unsere Kirche. Seit der Zeit kamen schon mehrere Leute von demselben Ort zum hochw. P. Superior mit der Anfrage, ob sie nicht eine Abordnung von Männern ihres Ortes schicken dürften, um die Schule von Dunbrody anzusehen, indem sie gedächten, ihre Kinder dahinzusenden, damit sie ebenso gut erzogen würden.

So hat unser Kleiner durch sein gutes Verhalten wie ein Missionär gewirkt und die Vorurteile gegen die katholische Religion verscheucht.


Aus: Das Heidenkind, Ein Vergißmeinnicht für die katholische Jugend zum Besten armer Heidenkinder, St. Benediktus-Missions-Genossenschaft in St. Ottilien, 1891


Die Bezeichnung Kaffer war damals noch nicht wie heute als „Hatespeech“ verboten. Es ist absurd, anzunehmen, dass die katholischen Missionare Leute, für die sie aus christlicher Nächstenliebe ihre Heimat verlassen, ungezählte Male ihr eigenes Leben hingegeben, immer ihre gesamte Lebenszeit geopfert haben und alles in ihrer Macht stehende getan haben, um deren unsterbliche Seelen zu retten, abfällig bezeichnet hätten.







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