Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Samstag, 8. Februar 2014

Mar Ivanios, ein deutscher Missionsarzt, der heilige Albertus Magnus und Papst Pius XI.

Diener Gottes Erzbischof Mar Ivanios (Quelle: Malankara Syrian Catholic Church)

Gegen Ende des vorigen Jahres traf Dr. Jacoby mit Gemahlin in Trivandrum ein. Er war von Erzbischof Mar Ivanios gewonnen worden. Die Bürgerschaft bereitete ihm einen öffentlichen Empfang. 

Im Anschluss daran segnete der Erzbischof die dem hl. Albert d. Großen geweihte Armenapotheke ein. Dafür hatte er Reliquien des Heiligen aus Köln erhalten. Der Heilige Vater sandte zur Einweihung telegraphisch seinen Segen. 

Außer in dieser Armenapotheke, die sich zum einem Krankenhaus entwickeln soll, wirkt der Missionsarzt zu Nellikkakuzhi, südlich von Trivandrum, in einem Krankenhaus, das der Erzbischof den Protestanten abgekauft hat.


(Aus: die katholischen Missionen, 1937)

Donnerstag, 6. Februar 2014

Ein freimaurerisches „Präsidentchen“ und fragwürdige Tiere

„Über die politisch-religiösen Zustände  Ecuadors“, so schreibt uns (12. November 1904) der hochw. Reinhard Herbrand, „ist wenig Gutes zu melden. Von Tag zu Tag Gerät Ecuador mehr vom Regen in die Traufe. 
Schon der Präsident Alfaro (1895-1900) war als Freimaurer ein geschworener Feind von allem, was nur an die katholische Kirche erinnert. 

Sein Nachfolger Leonidas Plaza, welcher im nächsten Jahr (1905) vom Präsidentenstuhl heruntersteigt, wurde anfangs für besser gehalten als Alfaro, hat sich aber nachträglich noch als bedeutend gottloser gezeigt. 
Mit Gewalt führte er die Zivilehe ein. Für seine Person genügte ihm das noch nicht. Sein Lebenswandel ist so schamlos und unsittlich, dass er bis jetzt, trotz aller Anstrengung, noch keine Lebensgefährtin finden konnte, selbst unter den liberalen und radikalen Damen der Hauptstadt nicht.

In seinem Mensaje (Abschiedsrede) erklärte dieser saubere Herr die katholische Kirche für einen ‚alten, morschen Baum, den ein Landmann im Begriffe stehe, mit der Axt zu fällen, weil der Baum weder Blätter, Blüten und Früchte trage noch Schatten werfe‘. ‚Und dieser Landmann‘, fügte er höhnend hinzu, ‚ist die Regierung von Ecuador‘. 
Wäre die Sache nicht so traurig für Ecuador, man könnte lachen über dieses Präsidentchen. Er hat bloß die Elementarschule durchgemacht, und war dazu, wie mir einer seiner Mitschüler sagte, noch einer der letzten. 
Und der will sich unterfangen, die katholische Kirche mit Stumpf und Stiel auszurotten. Dass es dem Mann aber damit voller Ernst ist, zeigt er durch die Tat. 

Bereits ließ er die Güter der ‚toten Hand‘ (der Klöster) mit seiner ‚lebendigen Hand‘ im Staatssäckel verschwinden, so die Haciendas der Mercedarier- und Dominikanerpatres. Die Nonnen von gleichen oder verwandten Orden zwang er, in einem Kloster zusammenzuleben. 
Die dadurch frei werdenden Gebäude gebrauchte er für Kasernen oder sonst ‚wohltätige‘ Zwecke. Überhaupt erklärte er das Klosterleben für Sklaverei der schlimmsten Sorte, die man unbedingt abschaffen müsse. 

Noch viel Schlimmeres sagt er in seinem Mensaje, welches vor mir liegt. Alle ausländischen Priester und Religiosen sind bereits angewiesen, im Zeitraum von 90 Tagen Ecuador zu verlassen. Wenn der liebe Gott da nicht eingreift, wird sich dann bald der heiße Wunsch der Liberalen Ecuadors erfüllen. Eines ihrer Blätter, El Carechi, fasste denselben in folgende Worte:

Venga clero nacional,
aunque sea un animal.

Das heißt:

Wir wollen ‘nen Klerus von hier,
Und wär‘ es auch nur ein Tier.

Leider verlässt dieses Tier ab und zu schon seine schmutzige Höhle. Ja, traurig sieht es aus in der Republik Garcia Morenos. Da herrscht die liberale Freiheit in ihrem ganzen Umfange: Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung, alle Laster zeigen sich ohne Scheu und jegliche Behelligung auf offener Straße, Ehrlichkeit und Treue müssen sich verbergen. 

Wohl gibt es viele und gute Priester im Land; aber kaum treten sie für die heilige Sache ein, so müssen sie ins Gefängnis wandern oder das Land verlassen. 

Von den Bischofssitzen des Landes sind nur zwei besetzt: Riobamba mit einem 80-jährigen Greis, dem hochw. Herrn Andrade, und Ibarra mit dem hochw. Herrn Gonzalez Suarez. (...)
Wer soll da Ecuador wieder aufhelfen?“


(Aus: die katholischen Missionen, 1905)

Dienstag, 4. Februar 2014

Heroisches Opfer eines indischen Katechisten

„Wir hatten“, so schreibt P. Otto Weishaupt S.J., „wieder in allen drei Missionen (Sangammer, Wallan, Kendal) in einer ganzen Reihe von Dörfern die Pest. 
Bei dieser Gelegenheit gab einer meiner jungen Katechisten ein herrliches Beispiel der Selbstaufopferung, ähnlich wie vor einem Jahre der hochw. P. Gerhard Kipp. 

Als die Pest auch in Rui, einem Dorf von 52 Einwohnern, ausgebrochen war, sagte ich dem dort stationierten jungen Katechisten, falls er Furcht habe, dürfe er für einige Zeit in seine Heimat gehen. Denn wir können und mögen nicht unsere Untergebenen zu heroischen Opfern zwingen. 

Aber der junge Mann erklärte ganz entschlossen: ‚Nein, Pater, ich gehe nicht; denn ich kann so ja mit den kranken Christen täglich die Gebete verrichten und auch, so Gott will, manchen sterbenden Heiden taufen.‘  So blieb er denn aus freien Stücken; nur seine junge Frau und die bejahrten Eltern hatte er heimgeschickt. Da gleich bei Ausbruch der Seuche alle Leute das Dorf verlassen hatten und in den umliegenden Feldern lagerten, errichtete sich mein Katechist aus Stroh eine notdürftige Hütte kaum zwanzig Schritte von den Pestkranken entfernt. 

Heiden und Christen sprechen jetzt noch voll Bewunderung von dem Eifer und der Aufopferung, mit welcher Petrus Zivon, so hieß der Katechist, die Kranken pflegte und mit ihnen wiederholt im Tag betete und die Sterbenden, Heiden wie Christen, zu einem frommen Tod vorbereitete. Mehrere Heiden wurden in der elften Stunde von ihm getauft. 

Trotzdem die Leute nun schon seit drei Wochen auf den offenen Feldern kampierten, griff die Pest immer mehr um sich. Eines Tages starb ein alleinstehender Heide, den Petrus Zivon ebenfalls gepflegt und zum Tod vorbereitet hatte. Niemand wollte den armen Mann beerdigen. Da nahm schließlich Petrus Zivon die schwere Leiche selbst auf seine Arme und trug sie ganz allein zur fernen Begräbnisstätte; dort grub er zuerst ein Grab und legten dann den Ärmsten der Armen zur letzten Ruhe. 
Bei dieser Gelegenheit musste sich der Katechist wohl die Ansteckung geholt haben. 

Als ich nach einigen Tagen wieder die Pestkranken jenes Dorfes besuchen wollte, fiel es mir auf, dass der Katechist nicht schon von weitem mir entgegeneilte, wie er es zu tun gewohnt war. Sofort sagte ich meinem Kutscher: ‚Ich fürchte, Petrus ist selbst an der Pest krank.‘ So war es auch. Ich fand ihn in seiner elenden Strohhütte auf dem Boden liegen; er zeigte mir seine Pestbeule und sagte: ‚Gestern Abend fühlte ich mich unwohl; in dieser Nacht entstand die Beule! Gott sei es gedankt, dass Sie kommen.‘ Mit großer Entschlossenheit und Ruhe machte er seine letzte Beicht und empfing die Sterbesakramente. Voll Ergebung brachte er dem Heiland sein junges Leben zum Opfer. Besonders fühlte er sich getröstet, als ich ihm sagte: Danke dem Heiland, dass du ähnlich wie im letzten Jahr P. Kipp jetzt ein Märtyrer der Nächstenliebe geworden bist. Ich bin sicher, dass in diesem Augenblick P. Kipp dir nahe ist und für dich im Himmel einen herrlichen Platz bereitet hat.‘

 Schon am dritten Tag starb Petrus. Ich hatte sofort zu Pferd einen Eilboten an seine Frau und Eltern geschickt. Aber da sie über 40 Meilen entfernt waren, kamen sie erst an, als das Grab über dem Verstorbenen sich geschlossen hatte. 

Petrus war 21 Jahre alt; vor sechs Jahren war er getauft worden; vor drei Jahren heiratete er und wurde versuchsweise als Katechist angestellt. (…) Der Verlust tat mir leid, aber solch ein heroisches Opfer muss doch auch Gottes Segen auf unsere Mission herabziehen. R.I.P.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1905)

Sonntag, 2. Februar 2014

Wenn der koptisch-katholische Patriarch sonntags zur Christenlehre geht

koptisch-katholischer Patriarch Kyrillos Makarios (früher auch Macaire)

Im Bulletin du Séminaire Oriental 1904 (S.62), dem Organ der ehemaligen geistlichen Zöglinge der Jesuiten in Beirut, macht ein junger koptischer Priester (Franz Bistauros, Dr. theol.) einige bemerkenswerte Mitteilungen, die uns einen kleinen Einblick in die seelsorgliche Praxis der orientalischen Kirche geben.

Wir erfahren da, dass hier der Katechismusunterricht und die öffentliche Christenlehre im Allgemeinen unbekannte Dinge sind.  Darin dürfte neben dem mangelhaften Schulunterricht der Hauptgrund der großen religiösen Unwissenheit unter den orientalischen Christen zu suchen sein.

Es ist eine Frucht der Erziehung in Beirut, dass auch nach dieser Hinsicht allmählich eine Besserung eintritt. In Beirut hatte Dr. Bistauros den Wert und Nutzen der Christenlehre unter den armen Kindern und der Arbeiterbevölkerung Beiruts praktisch kennen und schätzen gelernt. Er beschloss, dieselbe in der Patriarchalkirche zu Kairo, wo er jetzt angestellt ist, einzuführen.

Sein Plan fand bei dem eifrigen Patriarchen Macaire freudig Zustimmung. Um das Volk zu gewinnen und anzuziehen, wollte Se. Seligkeit den Christenlehren sogar persönlich beiwohnen. Das zog; bald hatte der junge Priester allsonntäglich eine zahlreiche Zuhörerschaft. 

Die anfängliche Überraschung über diese ganz ungewohnte Lehrweise ging rasch in Bewunderung über. „Heute ziehen die Leute die Christenlehre jeder Predigt vor.“ Dr. Bistauros hatte Gelegenheit, bei Besuchen und Unterredungen den Eindruck zu beobachten, den diese einfache katechistische Erklärung der Glaubenswahrheiten auf die Leute machte.

„Ich hatte immer gemeint“, sagte eine gute Alte, „dass der Katechismus höchstens für Kinder sei; ich finde aber, dass er die beste Predigt ist.“ – „Ja, ja“, fügte eine andere bei; „hast du nicht gesehen, dass Se. Seligkeit der Patriarch ihre beigewohnt hat. Er hat sicherlich selbst das Buch verfasst, das man dabei benützt. Man braucht nur zu hören, wie schön er alles erklärt und wie fasslich er alles macht. Das ist nicht wie ein gewöhnlicher Katechismus; der ist gründlich, und es sind gar schöne Geschichten darin.“

In höheren Kreisen urteilte man anfangs anders. „Mir will scheinen“, meint eine Dame, „der Patriarch vergesse, dass er Patriarch ist.“ – „Warum denn, Madame?“ – „Ich habe gehört, dass er allsonntäglich der Christenlehre beiwohne, das scheint mir doch eines Patriarchen unwürdig.“ – „Wieso denn; der Katechismus ist doch eine heilige Sache. Waren Sie übrigens dabei, um die Sache beurteilen zu können?“ – „Nein, ich war selbst nicht da, aber ich weiß doch, dass so etwas nur für die kleinen Kinder ist.“ – „Nun, und wenn dem so wäre, ist der Patriarch denn größer als Christus, unser Herr? Was hat der aber drei Jahre hindurch andres getan, als Christenlehre gehalten?“ – „Ist dem wirklich so?“ – „Gewiss, kommen Sie nur und sehen Sie selbst.“ 
Eine Woche später traf Bistauros die Dame wieder. Sie sagte ganz begeistert: „Die Christenlehre war die beste Predigt, die ich je gehört. Das ist’s gerade, was ich mir wünsche. Ich habe alles ohne Ausnahme verstanden, weil Sie dabei gerade so sprechen, wie man auch sonst spricht.“

Nach der Segensandacht, mit welcher die Christenlehre jedes mal schließt, kamen eines Tages drei Familienmütter in die Sakristei. Die erste klagte ihr Leid, dass ihre drei erwachsenen Söhne so unwissend in der Religion seien und noch nie gebeichtet hätten, weil sie davor Angst hätten. 
Nun habe sie in der Christenlehre gehört, wie leicht das Beichten sei. Wären doch nur ihre Jungen dabei gewesen! Sie solle sie schicken, lautete die Antwort. Sie kamen, und nach kurzer Zeit machten alle drei ihre erste Beicht. 
Die zweite Frau brachte ihre beiden Kinder, die bisher in die protestantische Schule gegangen waren. Die Katechese hatte ihr klar gemacht, auf welchem Weg man sicher zum Heil komme. 
Die dritte sagte, sie könne am nächsten Sonntag nicht kommen, Bistauros möge ihr doch jetzt schon die Antwort auf die Frage geben, deren Erklärung er für den nächsten Sonntag angekündigt habe. Es war die Frage über die Art, eine vollkommene Reue zu erwecken.

Auf den ausdrücklichen Wunsch des Patriarchen hatte Bistauros mit dem Bußsakrament begonnen. Überall hörte er die Leute sagen: „O, Sie haben unsere Gewissen so erleichtert. Gott erhalte Sie noch lange Ihrer Mutter!“

Kurz, die Christenlehre hatte eingeschlagen und ihre Früchte zeigten sich bald auch in dem häufigeren Empfang der heiligen Sakramente. Was hier in Kairo mit solchem Erfolg begonnen wurde, müsste auch anderwärts Nachahmung finden, nicht bloß bei den Kopten, sondern auch bei den anderen orientalischen Kirchen.

„Der Religionsunterricht in den Schulen in Form von Christenlehren“, so schrieb neuerdings auch P. Galland O.P. aus Wan in Armenien, „der eine bis dahin diesen Ländern der Häresie und der religiösen Unwissenheit ganz unbekannte Neuheit ist, gibt uns die Gewähr, dass allmählich ein Geschlecht heranwächst, das seinen Glauben wirklich kennt und von echt katholischem Geist durchdrungen ist.“ 

Nur so wird dies Geschlecht auch gefeit sein gegen die Bekehrungsversuche der protestantischen Sekten, denen die religiöse Unwissenheit zumal der schismatischen Volksteile nur allzu viel Vorschub leistet.


(Aus: die katholischen Missionen, 1905)

Freitag, 31. Januar 2014

War der heilige Apostel Thomas in Amerika? Predigt auf Englisch


Hinweis: Leider wurde anscheinend diese wie auch alle anderen Predigten dieses Priesters gelöscht, es gibt jedoch einen Trick, sie sich dennoch im Stream anzuhören: einfach auf den Link unter "Download Link" klicken. (Nachtrag: alle Predigten dieses Priesters können jetzt hier angehört werden)

Was in dieser Predigt gesagt wird, wird man heute wohl kaum noch hören, dennoch war man im 19. Jahrhundert sicher kein Sonderling, wenn man diese Position vertreten hat. 

Der Prediger baut seine Predigt um die Überlieferungen der Urbevölkerung Amerikas auf, so wurden beispielsweise bei den Azteken von einem weißen, bärtigen Mann berichtet, der vor einem Gott predigte, der der Sohn einer Jungfrau war, und durch Kreuzigung an einem Freitag zu Tode kam. In Brasilien wurde ebenfalls von einem weißen, bärtigen Mann berichtet, der den Einheimischen gepredigt hat. Dieser Mann soll der heilige Apostel Thomas gewesen sein.


Auch in den katholischen Missionen wurde diesem Thema ein Aufsatz gewidmet, in einer anderen Ausgabe wurden die Überlieferungen der Azteken vor der Ankunft der Spanier thematisiert. 


Da für Gott nichts unmöglich ist, ist es nichts ungewöhnliches oder absurdes, so etwas zu glauben, wie der Priester am Ende der Predigt hervorhebt. 

(Selber Prediger wie bei dieser Predigt)

Donnerstag, 30. Januar 2014

Wenn Steine Großes berichten...

Mar Ivanios als junger orthodoxer Geistlicher
Folgende Steintafeln dokumentieren die Rückkehr des Dieners Gottes Mar Ivanios O.I.C., Erzbischof von Trivandrum und einem Teil des schismatischen syro-malankarischen Klerus zur Einheit der heiligen römischen Kirche sowie die nachfolgende Gründung der syro-malankarischen katholischen Kirche im Jahr 1930.


Gedenkstein in der Bischofskapelle von Quilon (Bildquelle: Kumbalam)


J.M.J.

Im Jahre Unseres Herrn 1930 wurden am 20. September
in dieser bischöflichen Kapelle
Se. Gnaden Erzbischof Mar Ivanios O.I.C., M.A.
Seine Exzellenz Bischof Mar Theophilus O.I.C.
der Hochw. Fr. John O.I.C., Brother Alexius, Geistlicher
und Sri. Chacko Kilileyath, Laie 
 alle Mitglieder der jakobitischen Kirche in Kerala 
durch Seine Exzellenz Bischof Alois Maria Benziger O.C.D., Bischof von Quilon,
den der Erzbischof um Hilfe gebeten hatte, und den der Heilige Stuhl für die Aufnahme in die Kirche ernannt hatte,
in die katholische Kirche aufgenommen. 
Sofort im Anschluss wurde die erste Messe des Erzbischofs in der katholischen Kirche
im katholischen syro-antiochenischen Ritus zelebriert.

Steinplatte mit ähnlicher Inschrift im Bischofshaus von Kollam (Bildquelle: Kumbalam)

Mittwoch, 29. Januar 2014

Wahl einer Generaloberin bei den einheimischen Schwestern im Senegal

Mutter Iphigenie, Generaloberin der Töchter vom Heiligen Herzens Mariä

Von allen unter den Negern tätigen Missionären haben die Väter vom Heiligen Geist am meisten sich um die Heranbildung eines einheimischen schwarzen Klerus bemüht. Die Erfolge beweisen die Möglichkeit, aber auch die große Schwierigkeit des Unternehmens. Die Zahl der einheimischen Priester ist daher noch recht gering. Ungleich leichter und besser ist die Heranziehung schwarzer Mädchen zum Ordensstand gelungen. 

Beispielsweise hat die Mission von Senegambien bereits seit fast einem halben Jahrhundert eine einheimische Schwester-Genossenschaft, die „Töchter vom heiligen Herzen Mariä“. Über ihre Gründung wurde bereits früher einmal ausführlich berichtet. Sie hat sich recht gut entwickelt und zählt heute zwischen 30 bis 40 Schwestern, die sechs Klöster besitzen und im Unterricht und im Krankendienst Treffliches leisten.

Am 6 April 1904 starb die letzte Generaloberin Mutter Josepha, eine der Erstlinge, denen der Stifter der Genossenschaft Msgr. Kobes am 9. Juli 1858 den Schleier gab. An ihre Stelle ist jetzt Mutter Iphigenie getreten.

Die Wahl fand unter dem Vorsitz des Apostol. Vikars Msgr. Kunemann statt. Sämtliche Professen nahten sich dem Altar und legten ihren Wahlzettel in die bereitstehende Urne. Schwester Iphigenie ging einstimmig aus der Wahl hervor und empfing vom Bischof den Segen und die Bestätigung. 
Nachdem sie dann das Glaubensbekenntnis abgelegt und auf einem Stuhl Platz genommen, nahten sich ihr die Schwestern, ließen sich auf die Knie nieder und sagten: „Ich verspreche Ihnen, Ehrwürdige Mutter, Ehrfurcht und Gehorsam nach dem Geiste unserer Satzungen.“

So gewöhnlich diese Zeremonie drüben sein mag, schreibt der Bischof, so ergreifend wirkt sie hier in Afrika. Sie beweist, wie tief das Christentum bereits in der schwarzen Rasse Wurzel gefasst hat und dass die Gnade auch in Afrika dieselben Früchte der Heiligkeit und Tugend hervorbringt wie in Europa.


(Aus: die katholischen Missionen, 1905)