Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Dienstag, 5. August 2014

Ein afrikanischer Katholik über die Folgen des ersten Weltkriegs in seiner Heimat und Aufruf zur Unterstützung des eigenen Seminars

Messe im österreichischen Hospital, Jerusalem (erster Weltkrieg)

Die Sudanchristen (d. h. aus dem französischen Sudan), insonderheit die von Uagha-Dugu (sic) im Mossigebiet, stellen sich ein gutes Zeugnis aus durch die Art und Weise, wie sie sich des 1916 gegründeten Knabenseminars annehmen. Sie verstanden ganz gut, dass die Gründung angesichts der gegenwärtigen Zeitlage von außen nicht die nötige Hilfe finden konnte. Kurz entschlossen, gründeten sie einen Unterstützungsausschuss, um die kleinen und kleinsten Monatsbeiträge bei den Christen einzusammeln. Der Kassierer liefert jeden Monat die erhaltene Summe an den Obern des Seminars ab. An die auswärts durch die Regierung beschäftigten Christen richtete er folgenden Aufruf:

„Mein lieber Freund! Ich tue Dir zu wissen, dass fast alle Priester und jene, die es in diesem Jahr werden sollten, zum Krieg einberufen worden sind. In dem Krieg sind viele Priester getötet oder verwundet worden. Durch diese Umstände können uns die Bischöfe keine Priester mehr schicken. Auch wenn der Krieg vorbei ist, werden wir noch lange ohne genügend Priester sein. Darum haben wir es für notwendig gehalten, in Uaghadugu eine Schule zu gründen, in der nur solche Schüler angenommen werden sollen, die fähig sind, Latein zu studieren. In allen Missionen hat man bereits solche Schulen gegründet, und man hat anderwärts schon eine kleine Zahl einheimischer Priester. Die Schule war darum durchaus nötig, damit wir auch Mossipriester bekommen. Dann wird unser Land viel rascher christlich werden. Wegen des Krieges ist es aber der heiligen katholischen Kirche unmöglich, uns die nötigen Mittel zu stellen. Darum haben wir einen Hilfsausschuss von 12 Mitgliedern gegründet. An der Spitze steht ein Präsident, ein Vizepräsident, ein Schriftführer und ein Kassierer. Wir sind der Meinung, wenn jeder monatlich nur etwas gibt, so haben wir genug, um die Schüler zu ernähren. Es genügt, wenn jeder gibt, was er kann, 10 oder 20 Centimes, oder selbst einen Franken, wenn er es fertig bringt und besonders viel Verdienste haben will. Ich bitte Dich, mir mitzuteilen, ob Du mittun willst.

Der Kassierer Johann Baptist Wedduda.“


Dass man der Anregung Folge leistete, bewies die Sammlung der zwei ersten Monate, die 359,35 Franken ergab (in Afrika!). Einer antwortete dem Kassierer, dass er sich monatlich für einen Franken einschreibe, und fügte bei: „Ich bitte Dich, auch einen Franken monatlich für mein kleines Töchterchen Johanna anzunehmen.“ Das Kind war noch nicht zwei Jahre alt. Der „Johanna“-Franken wird pünktlich jeden Monat entrichtet. Ein wahrhaft vorbildliches Verhalten eines Mannes, der noch gestern Heide gewesen. Angesichts dieses Geistes ist die äußere Entwicklung der Sudanmission zufriedenstellend.

(Aus: die katholischen Missionen, 1919)

Dienstag, 13. Mai 2014

Msgr. Hacquard, Apostolischer Vikar von Französisch-Sudan über „Zimperliche Dämchen“ und Kardinal Lavigerie

Sicher kein zimperliches Dämchen: Bischof Augustin Hacquard M.Afr., Apostol. Vikar von Französisch-Sudan. Er war ein Missionspionier in der Sahara und beeindruckte seine Umgebung sowohl durch seine Tapferkeit und Willenskraft als auch durch seine einnehmende Art. Er ertrank am Gründonnerstag 1901 im Niger im Alter von 41 Jahren. Sein Nachruf soll bald in der Serie „Große Missionsbischöfe“ folgen.

(…) Kardinal Lavigerie hatte P. Hacquard in jahrelangem Verkehr kennen und schätzen gelernt, und auch P. Hacquard wusste sich dem etwas eigenmächtigen Charakter des Kardinals anzupassen. Das gegenseitige Vertrauen der beiden Männer beruhte auf den übereinstimmenden Eigenschaften ihres Geistes. In beiden lebte eine apostolische Seele voll Empfänglichkeit, Seelengröße und ungestümem Tatendrang. Der Kardinal hatte den jungen Missionär in seiner eigenen Schule persönlich gebildet.
Und es war eine harte Schule. „Ich arbeite Tag und Nacht“, schrieb seinerzeit P. Hacquard von der Oase Biskra aus. „Wenn man ein ruhiges, gemächliches Leben führen möchte, so begreife ich es, dass man nicht gern in des Kardinals Nähe kommt; das geht nicht gut. Will man aber seine ersten Waffengänge unter einem tatkräftigen Haupt machen, dessen Geistesgröße einen niederzwingt und der dazu durch und durch ein Gottesmann ist, dann ist es eine gute Schule, und es ist eine Freude, an der Hand eines solchen Mannes einherzuschreiten, vorausgesetzt, dass man nicht ein zimperliches Dämchen ist.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)