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Samstag, 25. Oktober 2025

Unsere neuen Heiligen aus den Missionen

 

Am 19. Oktober kanonisierte Papst Leo XIV. sieben Heilige, darunter auch zwei Heilige aus den Missionen.


Mit dem heiligen Peter To Rot erhält Papua-Neuguinea seinen ersten Heiligen, einen Sohn des Landes, der in der Kirchenverfolgung des Zweiten Weltkriegs als Märtyrer für Christus und das heilige Sakrament der Ehe gestorben ist.

Peter wurde 1912 in Rakunai auf Neupommern in Deutsch-Neuguinea geboren. Seine Eltern gehörten zu den ersten Christen der Gegend und erzogen ihre Kinder vorbildlich im Glauben. Als sein Vater Angelo, selbst Katechist, vom Herz-Jesu-Missionar P. Carl Laufer gefragt wurde, ob er seinen Sohn zum Priestertum studieren lassen wolle, gab der Vater an, dass die Zeit für einheimische Priester noch nicht gekommen sei, Peter aber ebenfalls Katechist werden könne. Diesen überaus wertvollen missionarischen Dienst übte Peter To Rot bis zum heroischen Grad aus.

Als die Japaner das Gebiet 1942 besetzten, gingen sie bald gegen die europäischen Missionare vor und inhaftierten diese. Auch vor Deutschen – den Staatsangehörigen einer verbündeten Achsenmacht – machten sie nicht halt. Zunächst blieb aber die „priesterlose“ religiöse Betätigung der Katholiken uneingeschränkt. Ab 1944 setzte eine totale Kirchenverfolgung ein, in deren Rahmen selbst die Hütten der einheimischen Katholiken nach Devotionalien und religiösen Schriften durchsucht wurden. Peter To Rot wurde mit anderen Katechisten auf eine Polizeistation gebracht und aufgefordert, ihren Katechistendienst einzustellen. Er blieb fest und sagte den Gläubigen: „Sie haben unsere Priester weggenommen, aber sie können uns nicht verbieten, als Katholiken zu leben und zu sterben. Ich bin euer Katechist und werde meine Pflicht tun, auch wenn es mich mein Leben kostet.“

Durch sein entschiedenes Eintreten gegen die von den Japanern geförderte Polygamie, die zunehmend unter den einheimischen Kollaborateuren wie Häuptlingen, Richtern und Polizisten um sich griff, bahnte sich schließlich sein Martyrium an. Der Polizist To Metapa ließ Peter internieren, nachdem dieser die ehebrecherischen Pläne des Kollaborateurs durchkreuzt hatte. Nach sechs Wochen Lagerhaft wurde Peter To Rot am 7. Juli 1945, gut einen Monat vor Kriegsende, auf einer Polizeistation eine Injektion verabreicht. Nachdem wohl die tödliche Wirkung nicht schnell genug einsetzte, erdrosselte man ihn.

Er ist der Patron der Katechisten und Ehepaare. Sein Fest wird am 7. Juli begangen.


Auch die heilige Maria Troncatti F.M.A. stammte aus einem frommen Elternhaus. Ihre Heimat waren die Berge der Provinz Brescia, wo sie am 16.02.1883 geboren wurde. Schon als Mädchen wollte sie bei den Maria-Hilf-Schwestern Don Boscos eintreten, doch ihr Vater und der Ortspfarrer verpflichteten sie, bis zur Volljährigkeit zu warten. Ihre Ordensprofess legte sie schließlich 1908 ab. 

Während des Ersten Weltkriegs wirkte sie als Krankenschwester in Varazze (Ligurien). Als dort im Juni 1915 der Teiro über die Ufer trat, machte Schwester Maria in höchster Todesgefahr der Muttergottes das Versprechen, als Missionarin nach Ecuador zu gehen. Im Jahr 1922 zog Maria mit dem Missionsbischof Domenico Comin S.D.B. ins Amazonasgebiet, wo sie fast ein halbes Jahrhundert sich für das Volk der Shuar als Wunderärztin, Orthopädin, Chirurgin und Apothekerin aufopferte – vor allem aber als große Beterin, Katechistin und Friedensstifterin. Mit ihrer zärtlich mütterlichen Art verstand sie es, Herzen zu erobern. Durch diese Eigenschaft wurde Schwester Maria bekannt als die Madrecita, die liebe kleine Mutter. 

Stark ausgeprägt war ihr missionarischer Geist. So waren ihre Gedanken „immer bei den Missionen“ und sie schrieb einmal: „Jeden Tag bin ich glücklicher über meine missionarische Ordensberufung“.

 Die „Ärztin des Dschungels“ starb am 25. August 1969 bei einem Flugzeugabsturz bei Sucúa. Über die Radiostation der Shuar-Föderation erklang die traurige Botschaft: „Unsere Mutter, Schwester Maria Troncatti, ist gestorben.“

Vom Himmel aus zeigt sie sich weiter als Mutter ihres Volkes: Das Wunder zu ihrer Heiligsprechung ereignete sich an einem Shuar, dem Landwirt Juwá Juank Bosco Kankua, der von einer schweren Hirnverletzung geheilt wurde.

Dienstag, 13. Mai 2025

Der Märtyrer vom Dongting-See –Pater Abilio Gallego Abad

(Quelle: Institutum Historicum Augustinianum)

Abilio Gallego Abad kam am 22. Februar 1895 in der spanischen Provinz Palencia als Sohn frommer Bauern zur Welt. Bereits mit 16 Jahren trat er in Valladolid in das Noviziat der Augustiner ein. In seiner Studienzeit muss er besonders durch seinen Missionseifer für China aufgefallen sein, der ihm den Spitznamen „El Chino“ (der Chinese) einbrachte. Im März 1921, neun Monate nach seiner Priesterweihe, traf er im Land seiner Träume ein. Die spanischen Augustiner der Provinz vom heiligsten Namen Jesu auf den Philippinen hatten Ende des 19. Jahrhunderts von Papst Leo XIII. das Apostolische Vikariat Nord-Hunan in Zentralchina erhalten. Dort sammelte der junge Ordensmann auf verschiedenen Missionsstationen erste missionarische Erfahrungen, bevor er seine eigenen Posten erhielt. Allgemein war P. Abilio für seine Demut und seine Armut bekannt; er lebte von kleinen Mengen einfachster Nahrung wie einer Handvoll Mais mit etwas Reis. So erhielt er bald den ehrfurchtsvollen Spitznamen „der Arme“. Sein ganzes Leben lang pflegte er eine große Liebe zur heiligen Eucharistie und zur Mutter Gottes. Diese Frömmigkeit und sein hoher aszetischer Zug verbanden sich mit seiner Liebenswürdigkeit und seinem feinen Kunstsinn. Er schrieb Gedichte und Theaterstücke, wobei er letztere als eine besonders geeignete Katechesemethode betrachtete.

Wie viele andere Missionare war Pater Abilio den häufigen Unruhen im China der 1920er Jahre ausgesetzt. In Ganfu wurden einmal seine Kirche und Residenz niedergebrannt, weshalb er nach Hankow flüchten musste. Als er im August 1933 mit seinen Katechisten Andreas Chang und dem Missionsgehilfen Karl von Hwajung nach Yochow zur Feier des Festes des heiligen Augustinus reisen wollte, wurde ihr Segelboot von Räubern überfallen. Andreas Chang und Pater Abilio Gallego wurden gefesselt und von Bord an Land geschleppt, wo beide den Tod fanden. Die Räuber schlitzten dem knienden Pater Abilio die Kehle und den Brustkorb über dem Herz auf. Die Leichen wurden am 25. August von Soldaten am Ufer des Dongting-Sees geborgen und an die Mission in Yochow übergeben, wo ein feierliches Requiem gehalten wurde, bevor man die Särge nach Yalan überführte.

Der Informativprozess für die Diener Gottes Abilio Gallego Abad und Karl Chang wurde im Jahr 2004 in der Diözese Palencia eröffnet.

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Würdiger Nachfolger eines Märtyrerbischofs – Msgr. Alfons Bermijn C.I.C.M., Apostolischer Vikar der Südwest-Mongolei

Quelle: Gemeinde Sint-Gillis-Waas

Ein Apostelleben, in dem sich große Bekennerkraft und menschenfreundliche Milde vereint finden, sank mit dem Tode des Apostolischen Vikars der Südwest-Mongolei, Bischof Alfons Bermijn, in ein frühes Grab.

Bermijn war ein Sohn des flämischen Volkes, das dem Missionswerk so viele hervorragende Apostel geschenkt hat. Schon früh trat er in die damals noch ganz jugendliche Gesellschaft von Scheutveld bei Brüssel. Bald nach der Priesterweihe reiste der junge Missionär nach der Mongolei, wo er 37 Jahre lang an der Arbeit sein sollte. Er half die Mission begründen und wurde im Jahre der Boxerwirren (1900) der Nachfolger des unter großen Qualen ermordeten Märtyrerbischofs Hamer. P. Bermijn war damals Oberer der Mission, und während die Missionäre auf seinen und des Bischofs Wunsch in die Berge flüchteten, bis sich der Sturm wieder gelegt hatte, harten die beiden Apostel auf ihrem Posten aus. Die letzten Worte des sterbenden Bischofs waren: „Nach meinem Martertod werde ich die gesamte Provinz Tumet zum Glauben führen.“ Er hat Wort gehalten, und Bermijn war es vorbehalten, als Nachfolger die Ernte vom blutgetränkten Felde heimzuholen. In einem Briefe heißt es: „Die Missionsdistrikte, die am meisten in Blüte stehen, sind jene, in denen im Jahre 1900 am meisten gelitten wurde, so die Westmongolei, wo die Boxer 5 Scheutvelder Missionäre niedermetzelten, darunter Bischof Hamer, und Hunderte von Neugetauften und Katechumenen. Seit damals hat sich die Zahl der Christen mehr als vervierfacht.“ Man fühlt aus den Briefen des verewigten Bischofs heraus, wie erhebend und beschämend ihm zugleich das Bewusstsein war, Nachfolger eines Märtyrerbischofs zu sein und Seelenhirte von Bekennerchristen, die noch die Narben und Wunden der Verfolgung für das Gut ihres Glaubens am Leibe trugen.

Bei seiner Bischofsweihe hatte sich der Verewigte den bezeichnenden Wahlspruch erkoren: In cruce salus! War die Ernte, die er einbringen durfte, sehr reich, so sollte es doch nur unter viel Leid und Tränen geschehen. Fast in jedem der 14 Jahre seiner Amtstätigkeit hatte der Bischof von neuem Unglück zu berichten. Bald waren es Überschwemmungen, bald Seuchen, bald Hungersnot, bald Aufstände: kurz, seine Tätigkeit stand immer im Zeichen des Kreuzes. Zwei Züge treten im Charakterbild des Bischofs besonders hervor. Erstens seine Liebe zu den armen Kindern, von denen Tausende jedes Jahr in seiner Mission durch grausame Eltern dem Tode geweiht wurden und für die er das Mitleid der Kinder Europas zu wecken suchte. Zweitens seine Selbstaufopferung für andere. Er verstand das große Geheimnis, nicht viel aus sich zu machen und sich anderen hinzugeben. Er griff mit seinen Missionären frisch zu, trug ihnen nichts auf, ohne selbst mitzuhelfen, und wählte für sich mit einer gewissen schlichten Selbstverachtung das Schlechtere und Schwierige. Wenn einer seiner Missionäre starb, so eilte er sofort zur Stelle und verrichtete die Missionsarbeit so lange, bis ein Nachfolger gefunden war. Bei einer solchen Gelegenheit zog er sich auch den Todeskeim zu, indem er für einen an Typhus erkrankten und gestorbenen Mitbruder die Vertretung übernahm.

Von Missionären und Christen aufrichtig beklagt, starb er in noch rüstigem Alter, ein Opfer hingebender Liebe und würdiger Nachfolger eines für seine Herde in den Tod gegangenen Märtyrerbischofs.

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Samstag, 16. Dezember 2023

Digitale Galerie zur Chinamission von der Whitworth University


 Die Whitworth University (eine presbyterianische Universität in Washington State) hat eine bedeutende Sammlung von Fotoaufnahmen aus der Chinamission verschiedener christlicher Konfessionen online gestellt. Ganz besonders sehenswert sind hier die Einzelgalerien zu den katholischen Orden sowie der Société des Auxiliaires des Missions des um China so verdienten Pater Vincent Lebbe.

Die Bilder sind ein schönes Zeugnis für die Vitalität der chinesischen Kirche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts , deren Mitglieder sich später in den Drangsalen der kommunistischen Verfolgung oft heroisch bewährten. Gebe Gott, dass die Kirche in China sich bald wieder frei entfallen kann, wie es Papst Franziskus vor einigen Monaten wünschte.

https://digitalcommons.whitworth.edu/china_christian_missions/

P. Vinzent Lebbe mit Bischof Melchior Sun Dezhen C.M. und den kleinen Schwestern der hl. Theresa


Freitag, 6. Oktober 2023

St. Daniel Comboni: „Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen“


Ende der 1870er Jahre kam es im Missionsgebiet des heiligen Daniel Comboni im heutigen Sudan innerhalb eines Jahres zu einer verheerenden Dürre mit Hungersnot, die ganze Landstriche entvölkerte, sowie zu einer Epidemie, die noch schlimmere Folgen hatte. In diesem Kontext schreibt der Heilige:

„Soll bei so schrecklichen Schlägen das Herz des apostolischen Missionärs sich außer Fassung bringen lassen und unter der Wucht solchen Unglücks erliegen? … Nimmermehr. Das Kreuz ist der königliche Weg, der zum Triumphe führt. Das hl. Herz Jesu schlug auch für die armen Schwarzen. Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen, den heftigsten Widersprüchen und bietet festen Fußes die Stirne dem Schwalle der Bedrängnis und dem Anprall der wütendsten Stürme; er schreitet auf dem Wege des Martyriums zum Triumphe. Ähnlich unseren Missionskollegen in China, die sich im Angesichte des Todes und der grausamsten Qualen nicht erschüttern lassen, werden wir furchtlos ungeheure Mühen, gefährliche Reisen, peinliche [schmerzvolle] Entbehrungen, das langsame Martyrium eines glühenden Klimas und sogar den Tod erdulden, um die barbarischen Völker Zentralafrikas dem Glauben zu gewinnen und sie alle unter dem friedlichen Schatten des einen Schafstalles Christi zu sammeln.“

(Aus: Daniel Comboni. Bischof von Claudiopolis und Apostolischer Vikar, 1882)

Montag, 7. August 2023

„Es werden mich selig preisen alle Geschlechter“: Der Märtyrer mit dem Marienbild

 

„Es durften früher keine Wiedergaben von dem Madonnenbild in Maria Maggiore gemacht werden, das nach der Legende der hl. Lukas gemalt haben soll. Der hl. Franz Borgias erhielt von Papst Pius V. die Erlaubnis, fünf Kopien davon machen zu lassen, die als besonderer Ansporn zur Marienverehrung dienen sollten. Er hatte ja gesagt, er bange für den Beruf eines jeden, der nicht eine besondere Andacht zu Maria habe. Eine dieser Kopien erhielt der sel. Ignatius von Azevedo vor seiner Ausreise nach Brasilien mit seiner jungen Schar von Missionaren. Es wurde eifrig verehrt und auf dem Schiffe aufgestellt. Als die Hugenotten die wehrlosen Glaubensboten überfielen, hielt der Selige das Bild hoch empor, um alle zu ermutigen. Als man ihn und die übrigen ins Meer warf, hielt seine Hand immer noch das kostbare Andenken in die Höhe, bis alle in den Fluten versunken waren oder vielmehr ihre Seelen triumphierend die himmlische Mutter begrüßen durften.“

(Aus: Constantin Kempf: Wesensmerkmale ignatianischer Heiligkeit. In Zeitschrift für Aszese und Mystik, Jahrgang 1942, Heft 4)

Sonntag, 14. Mai 2023

„Es werden mich selig preisen alle Geschlechter“: Kleinere Marienheiligtümer in den Missionsländern

Kapelle Unserer Lieben Frau vom Pass Otome
(Quelle: https://www.kankou-shimane.com/en/destinations/9398)

 Unsere Liebe Frau vom Lichte, Rota, Nördliche Marianen: Auf vielen Inseln der Nördlichen Marianen, die einst zu Spanien, dann zu Deutschland und Japan gehörten und seit Ende des Zweiten Weltkriegs ein Außengebiet der Vereinigten Staaten im Pazifik sind, wird die allerseligste Jungfrau unter besonderen Titeln verehrt. Auf der Insel Rota pflegen die Einheimischen die Verehrung der „Sainan Ina, Unserer Lieben Frau vom Lichte“. Das einfache Bild, das die Gottesmutter auf einer Wolke mit dem Jesuskind im Arm darstellt, wobei sowohl Mutter als auch Sohn je eine Kerze in der Hand halten, kam durch den seligen Jesuitenpater und Märtyrer Diego San Vitores über Mexiko nach Guam, wo er es dem König Taga der Insel Tinian zum Geschenk machte. Durch diesen kam das Bild nach Rota. Es erfuhr besondere Verehrung in den 1760er Jahren, als die Insel von andauernden schweren Erdbeben heimgesucht wurde. Der damalige Missionar, der Jesuitenpater Pedro, regte die Bevölkerung dazu an, ihre Zuflucht zu Unserer Lieben Frau vom Lichte zu nehmen. Alle Bewohner machten schließlich das Gelübde, in Zukunft ständig Kerzen vor dem Marienbild brennen zu lassen und jährlich ab dem 13. Mai eine Novene zu beten, an deren Ende ein Fest mit Prozession durch das Hauptdorf der Insel gefeiert wurde. Dabei wurde das Gnadenbild mitgetragen. Rota blieb nach Ende der ersten Novene von den schlimmsten Erdbeben verschont. Um immer für genug Lampenöl für die Erfüllung des Gelübdes zu sorgen, wurde ein 14 Hektar großes Stück Land mit Kokospalmen bepflanzt und trug darum den Namen Cocol de la Virgen – Kokospflanzung der Jungfrau.

Der Kapuzinerpater Korbinian, der von 1908 bis 1919 Missionar auf den Marianen war, gibt dem Bild folgende gemütvolle Auslegung: „Unwillkürlich fallen einem bei der Betrachtung des Bildes die Worte ein, die der Heiland gesprochen: ‚Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wandelt nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben‘, und jene Stelle beim Evangelisten, wo bei der Aufopferung des göttlichen Kindes im Tempel der greise Simeon es ‚ein Licht zur Erleuchtung der Heiden‘ nennt. Maria aber trägt eine brennende Kerze in der Hand, weil sie dem ‚Lichte vom Lichte‘ das Leben geschenkt, ihr Leben nur ‚Licht‘ ist, und sie die Mahnung ihres göttlichen Sohnes: ‚So lasst denn euer Lichten leuchten‘, am vollkommensten erfüllt hat.“


Unsere Liebe Frau vom Pass Otome, Japan: Eine kleine Kapelle zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria bei Tsuwano in der südjapanischen Präfektur Shimane erinnert an die Christenverfolgung im Reich der aufgehenden Sonne, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts andauerte. Zwischen 1868 und 1871 wurden Katholiken aus Nagasaki und anderen Regionen von den heidnischen Behörden in die Gegend geführt, um sie dort unter verschiedenen Gewaltmitteln zum Abfall zu bringen. Einer der 153 Verbannten war Johannes Baptist Yasutaro, der in acht Tage lang auf dem Grundstück eines alten Shinto-Tempels in einen kleinen Käfig gefangen gehalten wurde. Bereits drei Christen waren bei winterlicher Witterung in dem Käfig zu Tode gekommen. Als er am dritten Tag von einem Katechisten[1] besucht wurde, der ihn trösten wollte, sagte dieser zu Johannes: „Es mag dir einsam sein, hier zu sterben“, worauf der Märtyrer entgegnete: „Nein, gar nicht einsam. Jede Nacht bis zur Morgendämmerung erscheint zu meinen Haupten eine wunderschöne Dame gleich dem Bilde der Santa Maria. Und ich glaube: es ist wirklich die heilige Maria. Mit zarter mütterlicher Stimme gibt sie mir gute Weisung und Trost. Aber sage es niemandem, solange ich noch am Leben bin!“ Nach fünf Tagen starb Johannes Yasutaro. 1951 wurde eine einfache Holzkapelle an der Stelle gebaut. Zwei Gipsfiguren stellen die Besuche dar, die Johannes Yasutaro in seinem Käfig von Maria erhielt. Noch heute ist der Ort Ziel von japanischen Wallfahrern.




[1] Eine andere Quelle berichtet von zwei Freunden, die in nachts heimlich besuchten.


Donnerstag, 5. Januar 2023

Missionarische Deckenfresken in Dillingen

 Dillingen spielt in der Geschichte des Jesuitenordens eine bedeutende Rolle. Die Kleinstadt an der Donau war eine der Wirkungsstätten des heiligen Peter Canisius. Auf ihn geht die Gründung des dortigen Jesuitenkollegs zurück. In Dillingen war es auch, wo Stanislaus Kostka diesen zweiten Apostel Deutschlands aufsuchte und in den Jesuitenorden eintrat.

Die Anfang des 17. Jahrhunderts entstandene „Studienkirche“ unter dem Titel Mariä Himmelfahrt ist ein lebendiges Zeugnis des apostolischen Geistes der Jesuiten. Drei der vier großen Deckenfresken im Joch des Langhauses, gemalt von Christoph Thomas Scheffler im Jahr 1751, zeugen von ihrem missionarischen Wirken in Asien, Amerika und Afrika.


Das Bild von Asien zeigt den heiligen Franz Xaver in der Mitte unter dem Banner der Immakulata, daneben den hl. Paul Miki und seine beiden Mitbrüder, die in Japan den Martertod erduldeten. Zu Füßen des Asienapostels kniet der bekehrte Fürst von Satsuma in Japan, während im Hintergrund Pater Adam Schall von Bell vor der Jesuitenkirche von Peking den Chinesen predigt.

In Amerika ist es der heilige José de Anchieta, der nicht nur die Einheimischen, sondern auch wilde Tiere wie Jaguare und Schlangen mit seiner Predigt anzieht. Im Hintergrund trägt der Paraguay-Missionar Pater Anton Sepp eine schwarze Madonna nach dem Vorbild unserer lieben Frau von Altötting zur Kirche Maria de Auxilio in Porto Seguro empor. Rechts wird der Martertod des seligen Inácio de Azevedo und seiner 39 Gefährten gezeigt, die bei der Überquerung des Atlantiks vor Brasilien von kalvinistischen Seebeutern ermordet wurden.


Die Reihe der Missionäre schließt der weniger bekannte Gonçalo da Silveira, der zunächst Provinzial in Indien war und ab 1560 im südlichen Afrika wirkte, wo er Nogomo Mupunzagato, König des Mutapa-Reiches (heutiges Simbabwe und Mosambik), taufte. Auf Anstachelung muslimischer Araber von der Küste ließ der König Pater da Silveira im darauffolgenden Jahr erdrosseln. Im Hintergrund ist Andrés de Oviedo, einstmaliger lateinischer Patriarch von Äthiopien, auf seinem Bischofsthron mit Pallium und Rauchmantel dargestellt.

Mit den sehr lebendigen Fresken haben die Jesuiten ihren bekannten und weniger bekannten Missionären ein schönes Andenken gesetzt und vielen Generationen die Bedeutung der katholischen Missionen vor Augen gehalten.


Mittwoch, 2. November 2022

Zum 125. Jahrestag der Ermordung von. P. Nies und P. Henle S.V.D. (Teil 2)

 

Das blutige Hemd von P. Nies


Fortsetzung von hier

Die Nachwirkungen

In der Nacht der Ermordung hatte Pater Henles Vater in der deutschen Heimat einen eigenartigen Traum. Er sah seinen Sohn im weißen Talar mit rotem Zingulum, von dunklen Gestalten umgeben, und fragte ihn darauf verwundert: „Aber, Richard, warum trägst du denn jetzt einen weißen Talar?“ worauf dieser antwortete: „Den trage ich von jetzt ab immer“. Auf diesen Traum, dessen Symbolik auf ein Martyrium P. Henles hindeutete, erkundete sich Herr Henle in Steyl über das Befinden seines einzigen Kindes. Am 4. November schließlich traf die Nachricht von der Ermordung der beiden Missionare ein.

Die Erschütterung war nicht nur bei den Missionaren in China, sondern auch in Steyl groß. Bischof Anzer, der Apostolische Vikar, hielt sich zu dieser Zeit zum Generalkapitel im Mutterhaus auf. Er wandte sich nun an Kaiser Wilhelm als den Protektor der Steyler Mission um Schutz für die Missionare, worauf dieser die Besetzung der Bucht von Kiautschou an der Küste der Provinz Schantung befahl. Anzer erlangte vom chinesischen Kaiser zudem den Bau dreier großer Sühnekirchen, die unter besonderen kaiserlichen Schutz gestellt wurden. Die Ermordung der beiden Patres hatte weitreichende weltpolitische Folgen, nicht zuletzt, da nun auch andere europäische Staaten Schutzgebiete an Chinas Küste beanspruchten. Der Fremdenhass wurde dadurch nicht verringert, sondern erreichte seinen Höhepunkt im Boxeraufstand von 1900. Wie sich später herausstellte, war es die „Sekte vom großen Messer“, wie die Boxer auch genannt wurden, gewesen, die für die Ermordung der beiden Missionare verantwortlich zeichnete.

Womöglich ist es diese politische Last, die dazu führte, dass die Seligsprechung der beiden ersten Märtyrer der S.V.D. nie betrieben wurde. Rein theologisch sprach nichts dagegen, hatte die Mordtat nach dem Urteil der Zeitzeugen die Zeichen eines wahren Martyriums. Mögen die beiden unabhängig von der öffentlichen kirchlichen Verehrung Fürsprecher für die Kirche Chinas und die Gesellschaft des göttlichen Wortes sein.

Dienstag, 1. November 2022

Zum 125. Jahrestag der Ermordung von. P. Nies und P. Henle S.V.D. (Teil 1)

Dieses Jahr jährt sich zum Fest Allerheiligen die Ermordung der ersten Märtyrer der Gesellschaft des göttlichen Wortes, P. Franz Xaver Nies und P. Richard Henle, zum 125. Mal. Die Folgen ihres Todes reichten weit über die Grenzen der Mission der S.V.D. in Südschantung hinaus und machten die Mordtat zu einem der bedeutendsten Ereignisse in der jüngeren Geschichte Chinas.

Werdegang der Patres Nies und Henle

Pater Franz Xaver Nies wurde am 11. Juni 1859 in Rehringhausen, heute Ortsteil von Olpe, geboren und trat 1879 in Steyl ein. Kurz nach seiner Priesterweihe im Jahr 1885 reiste er in die Mission nach Südschantung, wo er sich durch seine stille, demütige und fromme Art auszeichnete. Besondere Liebe zeigte er zum allerheiligsten Sakrament des Altares. So schrieb er am 15. September 1890 von einer Missionsstation: „Ich werde hier den Oktobermonat zubringen, weil ich das Allerheiligste hier aufbewahren kann. Zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich das Glück habe, den lieben Heiland Tag und Nacht in meiner Obhut zu haben. Ob es Ihm aber bei mir gefällt, weiß ich nicht. Ich will übrigens gerne alles tun, um Ihm Freude zu machen.“ Im Jahr 1892 erlitt er auf einer Reise eine schwere Armverletzung, die ihn über zwei Monate dienstunfähig machte und bleibende Schäden hinterließ. Kurz vor seiner Ermordung entging er knapp einem Anschlag auf sein Leben. P. Nies hatte bereits früh um die Gnade des Martyriums gebetet, sah sich aber vor Gott als unwürdig an.

Pater Richard Henle wurde am 21. Juli 1865 in Stetten bei Haigerloch geboren und galt bereits als Kind als sehr gewissenhaft in religiösen Dingen. Als 14-jähriger wurde er durch die Steyler Kinderzeitschrift „Schutzengel“ auf Arnold Janssens Gründung aufmerksam und trat im Jahr 1880 dort ein. Im Juni 1889 wurde er vom späteren Kölner Kardinal Anton Fischer zum Priester geweiht und zog drei Monate später, am 15. September, nach China aus. „Wie glücklich bin ich in China! Es ist ein schönes Leben, so als Missionar zu arbeiten. Ich bin stets wohl und gesund. Stets bin ich zu Pferde, heute da, morgen dort.“ So schrieb er nach Hause. Was das einzige Kind seinen betagten Eltern auch später nicht schrieb, waren die vielen Gefahren, denen er ausgesetzt war, sowohl durch die fremdenfeindlichen Einheimischen als auch durch Krankheiten oder sonstige Umstände des Missionslebens. Sein Mitbruder, der spätere Bischof Augustin Henninghaus, schrieb über ihn nach seinem Tod: „P. Henle war eine so liebenswürdige, edle Seele, wie man sie nur selten trifft. Welche Liebe er mir damals erwiesen, werde ich nie vergessen. Wenn ich auf Reisen gehen musste, ging er Stunden weit mit, nur um mir eine Freude zu machen, und wenn er die Zeit meiner Ankunft wusste, so kam er mir Stunden weit entgegen. (…) Das letzte Mal sah ich meinen alten Freund bei Gelegenheit des bischöflichen Namensfestes. Er kam, nachdem er schon einmal Abschied genommen, noch einmal zu mir, um mir zum letzten Mal die Hand zu drücken. Ich war schon am Brevierbeten. Er reichte mir die Hand und sah mich dabei so lange und eindringlich an, als hätte er etwas auf dem Herzen. Es wurde mir dabei, ich weiß nicht warum, so eigen zu Mute, dass ich den Eindruck den ganzen Abend nicht verwinden konnte.“

Die Tat

Pater Henle wurde vor Allerheiligen 1897 von seinem Untergebenen, Pater Georg Stenz, um einen Besuch auf dessen Missionsstation Zhang Jia („Tschandtjadschuang“ in alten Schriften der S.V.D.) gebeten. Henle und Nies kamen und die drei übten am Abend des Allerheiligenfestes noch das Requiemamt ein, bevor sie gegen 22 Uhr zu Bett gingen. P. Stenz hatte seinen Gästen sein Zimmer überlassen und schlief im Pförtnerzimmer, was ihm das Leben retten sollte. „Plötzlich stürmen“, so P. Erlemann in einem Brief, „zwanzig und mehr Kerle über die niedrige Hofmauer aus Lehm, verteilen ihre Posten und suchen in die Priesterwohnung einzudringen. Als aber die Türe nicht nachgab, stießen die Unholde die Fenster ein und fielen dann in beispielloser Wut die beiden Herren mit Messern an, ohne vorher (wegen der Herausgabe des Geldes) Unterhandlungen anzufangen, wie es bei Raubanfällen immer geschieht. Herr Nies, der sehr kräftig war und sich wohl gehörig zur Wehr setzte, erhielt dann im Nu zehn und mehr sehr tiefe Messerwunden (…) Als Herr Henle den Herrn Nies so angefallen sah, rief er laut: ‚O, tötet doch nicht‘, und eilte auf ihn zu, und nun erhält auch er eine Anzahl tödliche Stiche in Brust und Unterleib; er greift dann wohl nach dem Messer, und es werden ihm beim Zurückziehen desselben Fast alle Finger der beiden Hände durchschnitten. Dann sinken sie beide übereinander hin und aus beider Wunden bildete sich um sieh eine große, schreckliche Blutlache. Die Unmenschen hatten ihr Werk vollbracht; sie rafften in Eile, was ihnen in die Hände fiel, zusammen und machten sich im Dunkel der Nacht davon. Das Ganze hat, wie Herr Stenz erzählt, nur die Zeit von etwa 10 Minuten gedauert. Herr Stenz beeilte sich, aus seinem Versteck zu kommen, und nun sah er das Greuliche, was geschehen war; schnell absolvierte er beide und erteilte ihnen die hl. Ölung, wobei Herr Henle ihm noch freundlich zunickte. Herr Nies gab weniger bestimmte Lebenszeichen. Herr Henle lebte dann noch annähernd 10 Minuten und lag noch lange wie lebend mit einem entschlossenen und ruhigen Ausdruck da. Herr Nies aber, der an der Brust sehr tiefe Wunden hatte, behielt auch im Tode noch den Ausdruck des Schmerzes, den ihm diese Wunden aufgedrückt.“

Der Mordanschlag galt eigentlich dem „Langbart“, wie die Mörder P. Stenz nannten, als sie erkannten, dass ihre beiden Opfer fremde Priester waren. P. Stenz war schon früher nur knapp einem Mordversuch entgangen.

Fortsetzung hier

Sonntag, 6. Februar 2022

Zum Fest: die ersten drei Jesuitenmärtyrer Japans

Martyrium der ersten Jesuiten in Japan, Empore der Jesuitenkirche Heilig-Kreuz in Landsberg am Lech


Der heilige Franz Xaver hat nirgendwo bei seiner Predigt des Evangeliums mehr Widerstand gefunden als in Japan. Während seine Bekehrungen in Indien nach Hunderttausenden zählen, hat er trotz großen Eifers und noch größerer Wunder dort nur einige Tausend getauft. Der Stolz und die Festigkeit des japanischen Volkscharakters widersetzte sich dem demütigen Kreuze Christi, aber wenn er sich einmal dem Glauben erschlossen hatte, bewahrte er ihn auch mit heldenhafter Standhaftigkeit. Die glorreiche Geschichte der japanischen Verfolgungen ist der beste Beweis, wie die Gnade Christi die natürlichen Vorzüge dieses hochbegabten Volkes veredelt hatte.

Unter den mehr als 150 Söhnen, die in Japan ihr Leben für den Glauben hingaben, verehrt die Gesellschaft Jesu am 5. Februar drei eingeborene Japaner als Heilige. Zwei von ihnen, Paul Miki und Johannes von Goto, standen in der Vorbereitung aufs Priestertum; Jakob Chisai war Laienbruder. Sie waren mit unter den ersten Opfern, als im Jahre 1596 die Verfolgung begann. Nachdem man ihnen in Meako das linke Ohr abgeschnitten hatte, setzte man sie auf einen Karren und zog mit ihnen, mitten im Winter, zum abschreckenden Beispiel für alle im ganzen Land herum. Der Erfolg dieser Maßregel war, dass viele sich bekehrten. Auf die Vorwürfe der Bonzen machte daher der Kaiser dem Umherziehen ein Ende und ließ die drei Jesuiten in Nagasaki ans Kreuz schlagen. Der Vater des Johannes war unter den Zuschauern, von Stolz und heiliger Freude erfüllt. Paul predigte noch vom Kreuze herab dem Volke, bis die Henker hinzutraten und jedem zwei Lanzen kreuzweise durch die Brust stießen.

Unter großem Jubel der Kirche wurden die drei Blutzeugen zugleich mit zahlreichen anderen japanischen Märtyrern im Jahre 1862 als die Erstlingsopfer der Verfolgung heiliggesprochen. Mögen sie, wie sie die Reihe der Blutzeugen eröffnet haben, so durch ihre Fürbitte dem Glauben im fernen Inselreiche die Wege bereiten!

(Aus: Jesuiten-Kalender für das Jubeljahr 1914)

Samstag, 16. Januar 2021

Der heilige Arnold Janssen über den hl. Auguste Chapdelaine und Missionsberufe

St. Auguste Chapdelaine


Nachfolgend ein Auszug einer Lebensbeschreibung von P. Auguste Chapdelaine M.E.P., die P. Arnold Janssen 1874 im Herz-Jesu-Boten veröffentlicht hat. P. Chapdelaine war 8 Jahre lang Priester in Frankreich, bevor er 1851 als Missionar des Pariser Missionsseminars nach China ging, wo er den Martertod erduldete. Ich veröffentliche diesen Beitrag auch zur Sühne der entsetzlichen Verleumdungen, die von der kommunistischen Propaganda über den heiligen Auguste Chapdelaine verbreitet werden, ähnlich wie über den heiligen Alberico Crescitelli.

„Wie gut hat der gelebt, der sein Leben um Gottes willen verliert! Welch andere Persönlichkeit ist P. Chapdelaine in China geworden: Stifter mehrerer neuer christlicher Gemeinden in einem heidnischen Lande, erster Apostel einer Provinz, größer als zwei deutsche Königreiche, glorreicher Martyrer, der durch sein Beispiel Millionen erbaut und ewig im Andenken jenes Landes und in der Geschichte der katholischen Missionen leben wird. Wäre er in Frankreich geblieben, so hätte er gewiss auch dort manches Gute getan, und es müssen ja auch dort Priester bleiben. Aber, was meinen wir? Soll nach seinem Weggang wohl die Kanzel, wo er gestanden, verödet, der Beichtstuhl, in dem er gesessen, leer geblieben sein? O gewiss nicht! Ein anderer ist an seine Stelle getreten, und es hat den heilbegierigen Christen seines alten Wirkungskreises weder an dem Brote des Wortes noch an dem der Sakramente gefehlt.

O möge doch noch mancher Priester und Priestertumskandidat, welcher der Größe des Missionarberufes fähig ist, das beherzigen. Wer die Kürze der Zeit und die Länge der Ewigkeit erwägt, der wird wünschen müssen, sein Leben recht teuer für Gott zu verkaufen und sich nicht einen kleinen, sondern einen guten Platz in der himmlischen Herrlichkeit zu erobern.“


Montag, 14. Dezember 2020

The evils of old paganism in our days (Part 1)

Blessed Benedict Dawsa

Yesterday I was watching a video by Nick Howarth, who served as a young sergeant on the Internal Stability Division of the South African Police in the late 80’s and early 90’s, the twilight years of white rule in South Africa. He patrolled Phola Park, one of the most dangerous townships near Johannesburg at that time, where clashes between the armed wing of the ANC and members of the Inkatha Freedom Party reached civil war-like proportions. I watched this solely out of interest in South African history and did not expect any religiously relevant information. But a couple of minutes into the video, he talks about things “people would not believe you” and also later refers to “voodoo” stuff. This made me think of two events in 20th century South Africa that serve to show the evil of old paganism which is still alive and well in our days, even in more developed countries.

Blessed Benedict Dawsa converted to Catholicism as a teenager when living with his uncle in Johannesburg in the 1960’s, taking the great patriarch of Western monasticism as his patron. Upon return to his hometown Mbahe in the province of Limpopo, Benedict became a teacher and school principal. He founded a soccer team there which he left when the other members decided to take “muti” medicine, inspired by the superstitious belief that this would make them win their games.

Blessed Benedict’s conflict with paganism reached a boiling point in late 1989 when lightning strikes plagued the area around Mbahe. The community’s elders concluded that witchcraft was the source of the repeated lightning strikes and decided to levy a tax in order to hire a sangoma to “sniff out” the other witch responsible for the meteorological events. The Blessed steadfastly refused to pay the tax.

On 2 February 1990, the feast of Candlemas, Benedict ran into a roadblock when driving home at night. It was a trap set up for the Catholic teacher: young pagans ambushed him when he got out of his car. He was injured by stoning and took refuge in the hut of a woman who betrayed him when the heathen mob threatened to kill her. They subsequently bludgeoned Benedict to death. His last words were “God, into Your hands receive my spirit”. His funeral Mass was celebrated in red vestments as he was considered to have died a martyr of the Faith. In the wake of his death, his mother also converted to Catholicism. Benedict Dawsa was beatified in 2015.

Below you can find the video I was referring to. The account is graphic, so viewer discretion is advised. Tomorrow I shall write about another tragic incident of “urban paganism” that led to the death of a Dominican nun.


Blessed Benedict Dawsa, pray for us!

https://www.youtube.com/watch?v=gSaES5ebT48


Sonntag, 22. März 2020

Der große Edelmann Gottes – Msgr. Josef Lörks S.V.D., Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea


Josef Lörks wurde am 24. März 1876 auf dem Wayschen Hof im niederrheinischen Hanselaer (heute Ortsteil von Kalkar) geboren und im Jahr 1892 vom heiligen Arnold Janssen auf dem Missionsgymnasium in Steyl aufgenommen. Nach seiner Priesterweihe im Missionshaus in St. Gabriel (Mödling bei Wien) am 18. Januar 1900 reiste er im August desselben Jahres in die Mission nach Kaiser-Wilhelms-Land (heute der nordöstliche Teil Papua-Neuguineas). Da sich die Haupttätigkeit der Glaubensboten um die Station Wewak an der Küste, die Insel Kairuru, den späteren Sitz des Bischofs, und den Sepikfluss entwickelte, erkannte P. Josef Lörks bald die Bedeutung der Schifffahrt für die Mission. Er machte in Hamburg das Kapitänsdiplom und überführte das Missionsschiff Stella Maris selbst nach Zentral-Neuguinea. Später kam noch die St. Gabriel hinzu.

Nicht zuletzt wegen der großen Anstrengungen der Laienbrüder SVD, die zahlreiche Pflanzungen anlegten und mit einfachen Mitteln großartige Kirchen bauten, gedeihte die einst so steinige Mission in Neuguinea, die besonders durch die Feindseligkeit der Eingeborenen noch zusätzlich erschwert wurde (mehrere Missionäre wurden von ihnen ermordet), in den 1920er und 1930er Jahren. Das Missionsgebiet wurde aufgeteilt und Josef Lörks wurde 1928 zunächst Apostolischer Präfekt, im Jahr 1933 dann Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea und empfing im Priesterseminar St. Augustin bei Bonn am 17. Dezember 1933 von Kardinal Schulte die Bischofsweihe. Bei seinen Gläubigen stand der neue Bischof wegen seines Fleißes in hohem Ansehen.

Die ersten Kriegsjahre verliefen ruhig, auch wenn die Missionare nun von der deutschen Heimat abgeschnitten waren. Doch die Gewitterwolken brauten sich zusammen, als die Japaner Neuguinea im Jahr 1942 als Sprungbrett für Angriffe auf Australien einnahmen. Bald wurden die Missionare von der Besatzungsmacht interniert, drangsaliert und sogar hingemordet, wie es etwa der Fall von P. Jakob und Bruder Emanuel auf der Station But war.

Im März 1943 sollten Bischof und Missionare einige Artikel unterschreiben, die die Japaner ihnen vorlegten. Der Bischof weigerte sich jedoch, weil sie der Gerechtigkeit und Wahrheit widersprachen. Am 16. März wurden insgesamt 21 Steyler Missionare samt Bischof und 17 Steyler Missionsschwestern auf das japanische Kriegsschiff Akikaze gebracht.

In den letzten Kriegsjahren und den ersten Nachkriegsjahren war der Verbleib der Missionare von Zentral-Neuguinea Anlass für verschiedene Gerüchte, etwa dass das Schiff, auf das sie verbracht wurden, durch amerikanische Bomber versenkt wurde. Erst das Verhör eines Offiziers der Akikaze und anderer japanischer Soldaten vor der australischen Untersuchungskommission für Kriegsverbrechen im Jahr 1947 brachte Klarheit: Nachdem das Schiff in Lorengau ausgelaufen war, erhielt der Kapitän vom Achten japanischen Flottenkommando in Rabaul Befehl, das Deck von „feindlichen Zivilisten“ frei zu machen. Der Autor des Artikels in 75 Jahre im Dienst des Göttlichen Wortes schreibt zu den Ereignissen des 17. März 1943: „In der Mitte von ihnen stand einer, der von dem japanischen Offizier bezeichnet wurde als ‚Bischof-san‘ (Herr Bischof). Er beschrieb ihn als einen großen Mann von edlem Benehmen, mit grauem Bart und einem Kreuz. Keine Beschreibung könnte besser passen für diesen großen Edelmann Gottes, Bischof Josef Lörks, Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea. Er hatte über 40 Jahre seines Lebens den Eingeborenen geweiht, der größte Bahnbrecher der Mission. Er war als furchtlos bekannt sein Leben lang, und er war furchtlos im Tod.“

Unter den Missionaren starb der Bischof als Erster. Er wurde wohl bis auf die Unterwäsche entkleidet, an den Handgelenken an eine Art Galgen gebunden und mit Gewehrschüssen getötet. Dieselbe Prozedur wurde bei allen anderen erwachsenen Ausländern durchgeführt, die Kinder wurden ins Meer geworfen. Insgesamt fielen dem Massaker 62 Zivilisten zum Opfer, darunter auch Herz-Jesu-Missionare und lutherische Angehörige der Liebenzeller Mission, beide von den Admiralitätsinseln. Für dieses Verbrechen wurde nach dem Weltkrieg keiner der Beteiligten belangt.

Bischof Josef Lörks und seine Gefährten fanden als Märtyrer des 17. März 1943 Aufnahme in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Die katholische Volksschule in Kalkar trägt den Namen des großen Missionsbischofs, der neben Bischof Finnemann und Bischof Wolf einer der drei Steyler Bischöfe war, die im Zweiten Weltkrieg gewaltsam zu Tode gekommen sind.


Samstag, 17. Juni 2017

Besuch in der Erzabtei St. Ottilien

Portal der Abteikirche, leider ohne den imposanten Turm


Heute war ich seit langer Zeit mal wieder in der Erzabtei St. Ottilien, dem Sitz der Missionsbenediktiner, die den Lesern dieses Blogs bestimmt nicht unbekannt sind. Bei früheren Besuchen in der Dublettenkammer von Bruder Norbert O.S.B. (R.I.P.) habe ich den Großteil meiner Ausgaben von „die katholischen Missionen“ ergattert. Diesmal haben wir uns besonders das umgebaute Missionsmuseum angesehen – nachfolgend einige Eindrücke aus St. Ottilien, die ich gerne mit meinen Lesern teilen möchte.

Die Ausstellung beginnt mit einer Büste von Erzabt Norbert Weber O.S.B., dessen recht turbulente Regierungszeit die größte Ausdehnung der Missionbenediktiner sah. 



Weiter geht es mit afrikanischen Alltagsgegenständen ... und jeder Menge ausgestopfter Tiere!





Auch eine schöne Monstranz aus der Mission in Deutsch-Ostafrika wurde ausgestellt (im Hintergrund ein Foto mit dem damaligen P. Cassian Spiß, auf den wir noch zu sprechen kommen werden):



Ein Freikaufschein für einen Sklaven. Der Sklavenfreikauf war bekanntlich eine wichtige Tätigkeit der Missionare, vor allem in Ostafrika, wo die arabischen Sklavenjäger ihr Unwesen trieben und ganze Landstriche fast entvölkerten:



Tafel zu Bischof Cassian Spiß, der bei einem Aufstand ums Leben kam. Mehr über ihn hier.




Hier einige Gegenstände, man kann wohl sagen Reliquien, dieses großen Missionsbischofs und seiner Ordensleute, die mit ihm zusammen umkamen:



Bischof Cassians Kelch hatte eine ganz eigene Geschichte, wie man auf der Tafel lesen kann:



Auch der Märtyrer von Tokwon wurde gedacht, die in Nordkorea von den Kommunisten entweder hingerichtet wurden oder, wie Abtbischof Bonifaz Sauer, den Strapazen der Lagerhaft erlagen.



Hier die Messutensilien, die zwei Brüder mit in die Lagerhaft bringen konnten:



Auch die Fortbewegungsmittel der Missionare konnte man begutachten, wie dieses bayerische Erzeugnis:


Die Waffenkammer:




Danach ging es in die Abteikirche. Dieser Seitenaltar wurde u. a. von den Lesern der Missionszeitschrift „das Heidenkind“ gestiftet. „Lies, merks u. gedenks“ mahnt die Tafel auf der Epistelseite.



Dann noch zu den Gräbern einiger Erzäbte (Erzabt Weber starb in Bagamoyo in Tansania) und Abtbischöfe in den Missionen:



Ein schöner Besuch, der auch an all die Missionsbenediktiner erinnert, die der „Menschensorge für Gottesreich“ (Buchtitel von Erzabt Weber) nachgingen und gemäß dem Ordensmotto das „Lumen Caecis“, das „Licht der Blinden“ den Heiden predigten.


Deo gratias!

Donnerstag, 19. Januar 2017

Aktuell: Alte Messe in Singapur

Der heilige Laurent Joseph Imbert aus dem Pariser Missionsseminar, der im Jahr 1839 als Märtyrer in Korea starb, war vermutlich der erste Priester, der in Singapur die heilige Messe zelebriert hat. Es befinden sich einige Reliquien des heiligen Missionsbischofs in der Kathedrale von Singapur.

Ich leide aktuell an einer Zivilisationskrankheit im rechten Unterarm und möchte darum nicht über das beruflich notwendig Maß tippen (habe mir auch schon eine ergonomische Maus gekauft). Darum wollte ich nur kurz auf einen Artikel von New Liturgical Movement über die alte Messe in Singapur und die Bedeutung der lateinischen Sprache für die Liturgie in einer mehrsprachigen Nation hinweisen:

Latin and the Latin Mass in Singapore



Sonntag, 15. Januar 2017

Noch einige Gedanken zu „Silence“


Neulich habe ich ja den neuen Film von Martin Scorsese, Silence, thematisiert. Danach sind mir noch weitere Dinge aufgefallen, was vor allem an einer – positiv ausgedrückt – sehr intensiven Diskussion lag, an der ich im Kommentarbereich der amerikanischen Seite First Things teilgenommen habe.

Einige sehr eigentümliche Ansichten sind mir hierbei aufgefallen:

Zum einen war da die wiederkehrende Behauptung, die bereits in dem Artikel auftauchte, dass Apostasie nur als echt anzusehen ist, wenn sie freiwillig ist, sprich nicht unter Folter oder anderen Zwangsmaßnahmen entsteht. Dieses Argument führt dann aber das Konzept des Martyriums ad absurdum, da ja die Märtyrer unter den Foltern hätten abschwören können, ohne tatsächlich den Glauben verleugnet zu haben. Auch hätte die Kirche den reumütigen Lapsi (abgefallenen Christen) während der Verfolgung durch die heidnischen Kaiser vor der Wiederaufnahme in die Kirche keine schweren Bußen auferlegt, wenn nicht wirklich eine objektive Sünde bestanden hätte. Sehr oft liest man in den Märtyrerakten die Worte: „Ich kann nicht …“, d. h. nicht den falschen Göttern opfern, nicht den Glauben verleugnen usw.

Der heilige Romanus rief laut dem heiligen Alfons Maria von Liguori einigen Christen, die unter den Drohungen schwach geworden waren und dabei waren, zu opfern,  die folgenden Wort zu: „Oh Brüder, was macht ihr da? Verlasst ihr den wahren Gott, euren Schöpfer und Erlöser, um euch dem Teufel zu verkaufen?“ durch diese und ähnliche Ermahnung hielt er die Schwachgewordenen davon ab und stärkte die Kleinmütigen.  Wussten die Märtyrer denn nicht, dass Apostasie unter Druck gar keine ist?


Ein Kommentator („Mark“) hat verdammt, dass Diskussionsteilnehmer meinen, sie könnten das Martyrium bestehen. Das hatte dort soweit ich weiß zwar niemand behauptet, aber gut … Der Knackpunkt ist, dass jeder hoffen sollte, ein etwaiges Martyrium zu bestehen  – mit Gottes Hilfe. Denn nur so ist es möglich, und Gott hat schon vielen diese Gnade gegeben, die Ihn darum gebeten haben. Ich würde bestimmt nicht den glorreichen Märtyrer Theopháne Vénard verdammen, der als kleiner Hirtenjunge ausrief „auch ich will nach Tongking gehen, auch ich will ein Märtyrer werden“, denn Gott hatte wohl großes Wohlgefallen an diesem Wunsch, der auch in Erfüllung ging. Ich bemühe wieder den hl. Alfons, der in Die Macht des Gebets schreibt: „Denn Gott gießt die Fülle seiner Gnaden über diejenigen aus, die auf Ihn hoffen. Mit diesem Vertrauen haben so viele Märtyrer, selbst Jungfrauen und Knaben im zartesten Alter, trotz des Schreckens vor den Martern, welche ihnen die Tyrannen bereiteten, die Marter und die Tyrannen überwunden.“

Dienstag, 3. Januar 2017

Silence – Martin Scorsese und der Jesuitenmissionar, der den Glauben verleugnet hat



In Deutschland soll im März 2017 Silence, der neue Film von Martin Scorsese, in die Kinos kommen. Das lässt eigentlich schon erahnen, dass es sich hierbei um keinen katholischen Erbauungsfilm handeln wird. Ich glaube, dass er ein ganz fieses U-Boot ist, das Katholiken unter einem religiösen Deckmantel falsche Prinzipien unterjubelt – ob absichtlich, vermag ich nicht zu sagen. Aber erstmal zum Inhalt.

Der Film basiert auf einem Roman des japanischen Katholiken Endō Shūsaku, der lose auf einer tatsächlichen Begebenheit basiert. Im Zentrum steht die Suche nach dem Provinzial der japanischen Jesuitenmission, P. Cristóvão Ferreira. Dieser verdiente Missionar fiel tatsächlich im Jahr 1633 während der großen japanischen Christenverfolgung nach einer schrecklichen Marter, der „Grube“, vom Glauben ab und lebte danach verarmt und mit einer Witwe verheiratet in Japan, wo er sich mit gelegentlichen Dolmetsch- und Übersetzungsarbeiten über Wasser hielt. Er verfasste auch Streitschriften gegen den katholischen Glauben, von denen wohl einige Argumente aus theologischen Handbüchern stammten, die die Einwände der Protestanten behandelten.

Auf die unglaubliche Nachricht seines Abfalls machten sich 33 Mitglieder der Gesellschaft Jesu unter Führung von P. Mastrilli auf den Weg nach Japan, um die Tat Ferreiras zu sühnen. In Europa wurden Bußwerke und Gebete für seine Bekehrung aufgeopfert. P. Mastrilli erduldete die Grube 12 Tage lang und starb als Martyrer. Zahlreiche andere Jesuitenmissionare überwanden diese Tortur ebenfalls siegreich. Es gibt auch Quellen, die darauf hindeuten, dass sich Ferreira als hochbetagter Greis bekehrt hat und die „Grube“ erfolgreich über sich ergehen ließ.

In dem Film machen sich die fiktiven Jesuitenpatres Pater Sebastião Rodrigues (basierend auf dem ebenfalls abgefallenen P. Giuseppe Chiara) und Pater Francisco Garrpe auf die Suche nach dem abgefallenen Provinzial. Dabei erleben sie den Horror der Katholikenverfolgung und werden selbst vor die Wahl gestellt, äußerlich den Glauben zu verleugnen, um die verfolgten Christen vor den grausamen Foltern zu retten. P. Rodrigues tritt dann wohl tatsächlich, angetrieben durch vermeintliche innerliche Eingabe von Christus selbst, auf ein Bild des Gekreuzigten (jesumi oder efumi). Dabei ist das Krähen eines Hahns zu hören. Er wird freigelassen, unter den Japanern ein wohlgenährter und angesehener Philosoph, der regelmäßig aufgefordert wird, die oben beschriebene Handlung zu wiederholen, um das Christentum zu verleugnen. Er ist mit einer Japanerin verheiratet und wird als Buddhist begraben – aber in seinen kalten Händen hält er das Kruzifix.

Wie so viele moderne Filme soll Silence wohl als besonders fein und intellektuell rüberkommen, da er keine direkte Wertung abgibt. Die Zweifel und Anfechtungen der Missionäre werden stark betont. Bischof Robert Barron bemerkt zu der Darstellung: „Meine Sorge ist, dass die Betonung der Komplexität und der Vielschichtigkeit und Unklarheit der heutigen kulturellen Elite, die sich nicht viel von der im Film dargestellten japanischen Elite unterscheidet, einen Dienst erweist. Was ich sagen möchte, ist, dass das säkulare Establishment immer Christen vorzieht, die schwankend, unsicher, gespalten und ganz darauf bedacht sind, ihre Religion zur Privatsache zu machen. Und es ist nur zu bereit, leidenschaftlich religiöse Menschen als gefährlich, gewalttätig und, seien wir ehrlich, nicht so ganz helle abzutun. Schauen Sie sich nochmal Ferreiras Vortrag gegenüber Rodrigues über das angeblich einfach gestrickte Christentum der japanischen Laien an, wenn Sie mir das nicht glauben.“

Es scheint mir, dass der Bischof den Film hier sehr gut durchschaut hat. Zwar kommen wohl die japanischen Märtyrer im Allgemeinen recht gut davon, allerdings betont der Film wohl eher den Abfall der Priester. Wenn Martin Scorsese sich laut seinem Producer Matthew Malek mit diesem Werk in gewisser Weise für Die letzte Versuchung Christi entschuldigen möchte, hat er sich wohl keinen besonderen Dienst erwiesen. Er scheint hier wieder seine eigenen religiösen Konflikte zu behandeln.


Mehr zum Fall Ferreira in diesem ausführlichen Artikel von P. Hubert Cieslik S.J.

Dienstag, 1. November 2016

Missionsschwestern als Blutzeuginnen – die sieben Franziskanermärtyrerinnen von China

Die heilige Marie-Amandine, eine der sieben gemarterten Franziskanerinnen-Missionarinnen Mariens

Dieser Text ist der Übersetzung eines glühenden Vortrags des späteren Kardinals Salotti, damals Titular-Erzbischof von Plovdiv, zu Ehren der Missionsschwestern entnommen. Die Rede wurde Anfang der 1930er Jahre gehalten. Die erwähnten Märtyrerinnen sind mittlerweile heiliggesprochen.


„Der Redner [Mons. Salotti] zeichnet in kurzen Strichen die Leiden der Schwestern, die sich oft vor der Zeit aufreiben und hinsinken als Opfer ihrer Pflicht. Der Tod hat für sie seinen Schrecken verloren. Sie sterben als Heldinnen der Liebe, wie sie sterben für ihren Glauben.

Im Jahre 1900 verwüstete der Boxeraufstand einen Großteil von China, und nach Tausenden sanken Missionäre und Christen hin unter den Schwertern und Lanzen, wurden lebendig verbrannt in ihren Kirchen, wo sie Loblieder singend ihr Leben Gott zum Opfer brachten. Auch damals brachten die Schwestern ihr Opfer des Lebens.

In Nord-Schansi wurde die Franziskanermission überfallen. Der Missionsobere sah die Gefahr zur rechten Zeit und bat die Schwestern, sich in Sicherheit zu bringen und ihr junges Leben zu retten. Mater Herminia [St. Marie-Hermine von Jesus], die Oberin der kleinen Heldenschar, flehte den Missionär an: ‚Hochwürden, um Gottes willen, schicken Sie uns nicht fort, rauben Sie uns nicht die Palme des Martyriums, die die göttliche Barmherzigkeit vom Himmel aus uns reicht.‘

Die sieben Schwestern blieben auf ihrem Posten. Sie wurden gefangen genommen und vor die heidnischen Richter geschleppt, sie zeigten keine Furcht. Angesichts der schrecklichen, blutigen Grausamkeiten der Heiden in ihrem Hass gegen die Christen zogen sie ihren Schleier über ihr Gesicht und boten ihren Nacken dem Henker, der eine nach der anderen ergriff und mit einem Schlag ihr Haupt vom Rumpf trennte.

An jenem Bluttag, dem 9. Juli, hat die Missionsschwester in diesem Winkel chinesischer Erde mit ihrem Blute die Hoffnungen der aufkeimenden Kirche besiegelt.


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1932)


Fotos und eine kurze Lebensbeschreibung der sieben Märtyrerinnen auf Englisch gibt es hier.