Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Freitag, 15. August 2014

So war der erste Weltkrieg in den Missionen: deutsche Missionare zwangsweise in die französische Fremdenlegion gesteckt

Fremdenlegionär der Compagnies Sahariennes

Von der Elfenbeinküste geht uns eine empörende Meldung zu. Die Freimaurer haben unter Anwendung von Gewalt die deutschen Patres Riemann, Hartz und Schmitz nach Tunesien abführen lassen und hier als gemeine Soldaten der Fremdenlegion einverleibt. Über die weiteren Schicksale der Missionäre liegen keine Nachrichten vor.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Samstag, 19. Juli 2014

Der heilige Vinzenz von Paul über seine Gefangenschaft bei den Moslems in Tunesien


Als ich (von Marseille) zu Lande abreisen wollte, lud mich ein Edelmann ein, ihn bis Narbonne zur See zu begleiten. Wetter und Wind waren günstig, so dass wir an einem Tag Narbonne erreichen konnten; daher nahm ich die Einladung an. Aber Gott gestattete, dass drei türkische Brigantinen, welche im Golf von Lion christlichen Schiffen auflauerten, auf uns Jagd machten und uns so heftig angriffen, dass zwei oder drei Passagiere getötet und alle anderen verwundet wurden; auch ich erhielt einen Pfeilschuss, der mir zeitlebens als Wetterprophet dienen wird. Wir mussten uns ergeben, unser Steuermann wurde in Stücke gehauen, weil die Türken bei ihrem Angriff einen ihrer Anführer und vier oder fünf Galeerensklaven verloren hatten. Nachdem man uns oberflächlich verbunden hatte, legten sie uns in Ketten und setzten ihren Raubzug fort; nach sieben oder acht Tagen aber segelten sie, zufrieden mit der gemachten Beute, nach ihrer Räuberhöhle (Tunis) zurück. Dort gab man vor, man habe uns auf einem spanischen Schiff gefangen genommen, damit der französische Konsul keinen Anlass habe, uns zu befreien, und stellte uns dann zum Verkauf aus.

Dabei ging es so zu: Anstatt unserer eigenen Kleider erhielten wir einen Sklavenanzug, und mit einer Kette um den Hals führte man uns durch einige Straßen der Stadt Tunis. Dann kehrten wir zum Schiff zurück, und die Kaufleute kamen dorthin, um zu sehen, wer essen könne und wer nicht, damit sie erkannten, dass unsere Wunden nicht gefährlich seien. Darauf endlich führte man uns auf den Markt, und hier untersuchte man uns, wie man ein Pferd oder ein Rind beim Verkauf untersuchen würde. Man ließ uns den Mund öffnen und besah unsere Zähne, befühlte unsere Glieder, wir mussten gehen, laufen, Lasten heben, ringen und tausend andere Brutalitäten uns unterziehen, um unsere Kräfte erkennen zu lassen.

Ich wurde an einen Fischer verkauft; allein da ich nichts so wenig ertragen kann als das Meer, musste dieser mich bald wieder verkaufen, und ich kam jetzt an einen Arzt, einen sehr menschenfreundlichen und milden Mann, welcher, wie er mir sagte, schon 50 Jahre nach dem Stein der Weisen suchte, ohne ihn zu finden. Meine Beschäftigung bestand darin, unter zehn bis zwölf Öfen das Feuer zu unterhalten. Er liebte mich sehr und sprach gern mit mir über die Alchemie, noch lieber aber über sein Gesetz, zu welchem er mich mit aller Gewalt hinüberzuziehen suchte, indem er mir viele Reichtümer und die Mitteilung seiner ganzen Wissenschaft versprach: Gott aber hielt mich aufrecht durch die Hoffnung auf meine Befreiung, die ich in vielen Gebeten durch die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau erflehte.

Bei diesem Arzt war ich vom September 1605 bis zum August 1606; dann wurde er zum Sultan nach Konstantinopel berufen, er starb aber auf der Reise. Er hinterließ mich seinem Neffen, der mich jedoch auch bald wieder verkaufte und zwar an einen sizilianischen Renegaten (ein zum Islam abgefallener Katholik). Dieser führte mich ins Gebirge auf sein Tomat – d. h. sein Landgut, das er vom Großherrn zur Pacht hatte, denn das Volk hat kein Grundeigentum; alle Äcker gehören dem Sultan.

Der Renegat hatte drei Frauen, und der einen von ihnen, einer Türkin, bediente sich die Barmherzigkeit Gottes, um ihren Ehemann in die Kirche zurückzuführen und mich aus der Gefangenschaft zu befreien. Neugierig, wie sie war, wollte sie die christliche Lebensweise kennenlernen; daher kam sie täglich aufs Feld, wo ich graben musste, und nach vielen Fragen befahl sie mir, das Lob meines Gottes zu singen. Die Erinnerung an das „Wie sollen wir singen im fremden Lande“ der gefangenen Juden in Babylon bewog mich, mit Tränen im Auge den Psalm Super flumina Babylonis (An den Flüssen Babylons sangen wir und weinten usw.) anzustimmen, dem ich das Salve Regina und andere Lieder folgen ließ. Sie fand an diesen Gesängen ein unsägliches Vergnügen, so dass sie am Abend ihrem Mann sagte, er habe Unrecht daran getan, seine Religion zu verlassen; sie habe dieselbe hochschätzen gelernt durch das, was ich ihr vorgesungen; sie sei dabei vor Entzücken außer sich geraten, und sie glaube nicht, dass das Paradies, das sie erwarte, ihr größere Freude gewähren könne, als die gewesen sei, welche sie bei meinem Gesang empfunden habe. 
Diese Worte machten auf ihren Mann solchen Eindruck, dass er mir am folgenden Tage sagte, er warte nur auf eine günstige Gelegenheit, um mit mir nach Frankreich zu fliehen. Die Gelegenheit bot sich aber erst nach zehn Monaten; auf einem kleinen Kahn entkamen wir und am 28. Juni 1607 landeten wir in Aiguesmortes, von wo wir wenige Tage später uns nach Avignon begaben. Hier nahm der päpstliche Vizelegat den Renegaten wieder in die Kirche auf.“ 

(Aus: die katholischen Missionen, 1878)

Später gründete der hl. Vinzenz die Congregatio Missionis, die Kongregation der Missionen, besser bekannt als Lazaristen oder Vinzentiner, die wiederum heilige Missionäre, darunter auch Märtyrer, hervorbrachte, so z. B. den hl. Justin de Jacobis, den Apostel Äthiopiens (Teil 1, Teil 2, Teil 3) sowie den heiligen Märtyrer Jean-Gabriel Perboyre, der in China für den Glauben starb (hier).

Montag, 17. Juni 2013

Kardinal Lavigerie über den islamischen Sklavenhandel in Afrika

„Für das Joch bestimmt
Die Tagesblätter haben bereits über die Vorträge berichtet, welche Se. Eminenz Kardinal Lavigerie in der Kirche St. Sulpice zu Paris, in der St. James-Hall zu London und in St. Gudula in Brüssel heilt. Der greise, um die afrikanische Mission hochverdiente Kirchenfürst forderte in begeisterten Worten auf, dem greulichen Sklavenhandel, dem zur Schande der Menschheit jährlich immer noch etwa eine halbe Million Neger zum Opfer fallen, durch energische Schritte bei den beteiligten mohammedanischen Fürsten und durch die Ausrüstung einer kleinen bewaffneten Macht endlich entschieden den Krieg zu erklären. 

Die Sklavenjäger sind durchweg Mohammedaner. „Während unsere Blicke auf andere Länder sich richteten,“ führte der Kardinal aus, „hat der Islam seit fünfzig Jahren ungehindert, ohne Lärm und mit unermüdlicher Hartnäckigkeit halb Afrika erobert. In gewissen Gegenden, die uns am nächsten liegen, gründete er Reiche; andere Gebiete benützte er zur Sklavenjagd. 

Ich will aber durchaus nicht die Menschen an sich dafür anklagen. Ich lebe ja selbst inmitten von Mohammedanern, und wenn sie in mir auch ihren Vater nicht sehen, so betrachte ich sie doch als meine Kinder. Der Islam trägt die Schuld. Er lehrt, dass die Welt in zwei Rassen geschieden ist: die eine, die der Gläubigen, ist berufen, zu herrschen, die andere, die der Verfluchten, bestimmt zu dienen. 
Unter den letzteren werden wieder die Neger als am tiefsten stehend betrachtet. In den Augen jener sind sie nichts Besseres als Vieh, für das Joch bestimmt.“

Zu den von den mohammedanischen Sklavenjägern besuchten Märkten gehören zunächst sämtliche Städte im Innern von Marokko, wohin jährlich große Karawanen aus den Gegenden des Niger und des Tschad-Sees zu kommen pflegen. 
Die Sklaven werden daselbst öffentlich verkauft und gekauft. Ganz dasselbe geschieht in den südlich von den französischen Besitzungen, von Tunis und von Tripolis gelegenen Oasen, wo Käufer und Verkäufer ebenfalls meist Mohammedaner sind. Außerdem bildet noch Timbuktu den großen Zentralmarkt und gemeinsamen Versorgungspunkt für den Sklavenhandel des nördlichen Afrika und der Provinzen im Süden und Westen vom Senegal. 
Auch in Ägypten, am Roten Meer von Suakin bis Aden und Perim wird lebhafter Menschenhandel getrieben. Dorthin kommen die Sklavenkarawanen aus dem Sudan, von Wadai, Darfur, Kordofan, und vom Osten und Norden des Nyanza (Viktoriasee). 

Arabische Barken holen sie heimlich des Nachts vom Ufer ab, um sie unter dem Schutze der Dunkelheit und unbemerkt von den wenigen hier kreuzenden französischen und englischen Schiffen nach der arabischen Küste zu bringen, von wo aus man sie dann durch das ganze islamitische Asien versendet. 

Seit den mit der Türkei abgeschlossenen internationalen Verträgen werden diese Unglücklichen nicht mehr öffentlich, sondern insgeheim in bestimmten, den Käufern wie den Verkäufern besonders bezeichneten und genau bekannten Häusern verkauft. Starker Sklavenhandel findet sodann noch statt auf einer großen Menge von Märkten zwischen den großen Seen und der Küste von Sansibar, vom Ibo und Lindi im Sudan bis zu den Flüssen Juba und Mukdischu an der Ostküste. 
Von da aus werden die Sklaven auf arabischen Barken am Ufer des Roten Meeres entlang nach Asien geschafft. In den Gegenden östlich von der atlantischen Küste und auf der Grenze von Benguela herrscht in den Tälern des Liba und Kassai ebenfalls noch öffentlicher Sklavenhandel; seit Portugal die an den Ufern des Sambesi bestehenden Sklavenmärkte verboten hat, wurden dieselben nach dem Zululand verlegt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1888)