Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Donnerstag, 7. November 2019

Der heilige Guido Maria Conforti – Diözesanbischof und Missionsförderer

St. Guido Maria Conforti S.X.

Am 5. November war der 88. Todestag und gleichzeitig das Fest des heiligen Guido Maria Conforti, Erzbischofs von Ravenna und später von Parma und Gründers der Xaverianer-Missionäre.

Als Seminarist las er das Leben des heiligen Franz Xaver, dessen großes Ziel bekanntlich die chinesische Mission war, die er jedoch selbst nicht erreichen sollte. Guido Maria fühlte sich dazu angetrieben, sein Werk fortzusetzen. Sein Wunsch, als Salesianer oder Jesuit selbst in die Missionen zu gehen, sollte sich nicht erfüllen, doch gründete er am Festtag des heiligen Franz Xaver 1895 das Emilianische Seminar für die Auswärtigen Missionen, das genau drei Jahre später als Kongregation der Missionäre des hl. Franz Xaver bestätigt wurde. Zwei Jahre später wurden die erste Missionare nach China entsandt.

Guido Maria Conforti wurde 1902 zum Erzbischof von Ravenna ernannt und legte am Tag seiner Bischofsweihe neben den Ordensgelübden das Gelübde ab, sich ohne Vorbehalt der Heidenmission zu widmen.

Seine eifrige Ausübung der bischöflichen Pflichten in Ravenna und Parma zeigen, dass die Missionsunterstützung der heimatlichen Seelsorge nicht entgegensteht. Neben der Katholischen Aktion und der katholischen Presse förderte er neben Missionskonferenzen auch marianische und eucharistische Kongresse. Er soll maßgeblich verantwortlich für die große Missionsenzyklika Maximum Illud von Papst Benedikt XV. gewesen sein.

1928 besuchte er seine Missionare in China und starb 1931 als Bischof von Parma im Rufe der Heiligkeit. Auch das Wunder für seine Seligsprechung ereignete sich in den Missionen – im Jahr 1965 in Burundi.

Hier die Rundschreiben, die er an seine Missionare in China sendete (Englisch).

Sonntag, 13. Dezember 2015

Konzilsväter für Judenmission – Papst Benedikt liest Messen zur Bekehrung der Juden



erstes Vatikanisches Konzil

Gegen Ende des Jahres 1869 unternahmen die zwei Abbés Lemann, Judenkonvertiten, beim [ersten] Vatikanischen Konzil einen, wie es Kardinal Coullie 1912 im Vorwort ihres Buches formulierte, scheinbar kühnen, aber unendlich rührenden und hochherzigen Versuch: „Sie wollten eine feierliche Liebeskundgebung von Seiten der Heiligen Kirche Jesu Christi gegen die Trümmer Israels hervorrufen und überall Gebete für ihre Rückkehr zur Fülle der Wahrheit erbitten.“ Von Pius IX. gütigst ermutigt, verfassten sie ein Postulatum pro Hebraeis, das, nachdem es den Konzilsvätern vorgelegt worden war, 510 bischöfliche Unterschriften erzielte. „Alle Konzilsväter“, fügt Msgr. Elias Blanc hinzu, „hätten ohne Ausnahme unterzeichnet, wenn nicht die zwei Brüder, einer rührenden Regung der Ehrfurcht gehorsam, die Ehre der größten Unterschriftenzahl dem Postulatum pro Infallibilitate überlassen wollten, welches 533 Unterschriften vereinigt hatte.“ Nur die Unterbrechung des Konzils infolge des italienischen Einmarsches in den Kirchenstaat verhinderte die Behandlung des Postulatums und seine Besprechung durch den Papst.


Die Zwillingsbrüder Lemann. Die Geschichte ihrer Konversion und ihrer Verfolgung durch ihre jüdischen Verwandten hier auf Französisch.

Auch der 1918 von London ausgegebene Gedanke der Messnovenen für die Bekehrung Israels ist überraschend aufgeblüht. In Frankreich sind 1920 bereits 510 Messen mit dieser Intention gelesen worden. 1925 waren es weltweit mehr als 5700 heilige Messen. Am 27. Februar 1920 erhielt diese Übung die Billigung Se. Heiligkeit Benedikts XV., der selbst die Messnovene vor dem Herz-Jesu-Fest hielt. 1925 feierte Se. Heiligkeit Pius XI. am Herz-Jesu-Fest die Messe in gleicher Meinung. Zahlreiche Kardinälen und Ordensprälaten, Bischöfe und Ordensgemeinschaften nahmen daran teil. Schließlich enthält die Nr. 13 der Acta Apostolicae Sedis vom 5. November 1925 einen Brief des Präfekten der heiligen Ritenkongregation, Kardinal Vico, der auf Geheiß des Heiligen Vaters Pius XI. allen Ordinariaten aufträgt, ab 31. Dezember in der Weiheformel des Menschengeschlechts an das göttliche Herz bestimmte Veränderungen vorzunehmen und folgende Worte einzufügen: „Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem das auserwählte war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.“ So betet die Kirche nicht mehr nur am Karfreitag, sondern von nun an gewohnheitsmäßig für die Juden. Man kann die Bedeutung dieses Gebets an das Heiligste Herz Jesu Christi, des Königs der ganzen Menschheit, nicht stark genug betonen.


(Quelle: Schönere Zukunft, Nr. 26, 4. April 1926)


Die Judenmission darf laut dem neuesten nicht-lehramtlichen Dokument aus dem Vatikan nicht sein. Dass die Kirche entgegen der Behauptung in diesem Dokument eben schon die institutionelle Judenmission kennt, kann man auch hier lesen.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Ein Missionar wird Kardinal

(Quelle: SajoR)

Am 6. Dezember des verflossenen Jahres [1915] wurde einem Missionspionier und Missionsbischof die seltene Ehre zuteil, durch den Papst in den höchsten kirchlichen Senat berufen zu werden. Es ist Giovanni Cagliero, Apostol. Vikar von Nord-Patagonien und Apostol. Delegat von Costa Rica, Nicaragua und Honduras. Geboren zu Castelnuovo d’Asti, in der Vaterstadt Don Boscos, am 11. Januar 1838, trat er als Jüngling in die eben gegründete Genossenschaft der Salesianer ein. Im Jahr 1875 führte er die ersten Salesianer nach Südamerika und legte die Grundlage zu der außerordentlichen Wirksamkeit, die heute die Söhne Don Boscos in den weiten Gebieten entfalten. Wir haben im Jahrgang 1913 dieser Zeitschrift ausführlich die Tätigkeit und Erfolge Don Caglieros geschildert. Wenn irgendeiner, dann hat dieser apostolische Mann verdient, als Ratgeber an die Seite des Lenkers der Kirche Christi berufen zu werden.

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)


Mehr von und über Kardinal Cagliero hier! Fotos hier.

Sonntag, 26. Januar 2014

Papst Benedikt XV. über Afrikamission und Sklaverei


Angeregt durch Kardinal Lavigerie und durch ein Rundschreiben Papst Leos XIII. vom 26. November 1890 allen katholischen Bischöfen dringend empfohlen, bildete die jährliche Epiphaniekollekte ein wichtiges Hilfsmittel zur Bekämpfung der Sklaverei und Förderung des Missionswerkes im dunklen Weltteil. 

Zum silbernen Jubiläum der Dreikönigsspende hat nun auch Papst Benedikt XV. das Wort ergriffen. Das vom 11. Februar 1916 datierte Schreiben besitzt ganz allgemeine Geltung für die gesamte Kirche, ist aber, wie das die Päpste öfter tun, an einen einzelnen Kirchenfürsten gerichtet. 
Da die Anregung zur Epiphaniekollekte von einem französischen Kardinal ausging, wandte sich der Papst auch jetzt an einen der Kirchenfürsten Frankreichs, und zwar an Kardinal Andrieu von Bordeaux, weil, wie Benedikt XV. bemerkt, dessen Bischofssitz als Mittelpunkt der Handelsbeziehungen mit den französischen Kolonien in Afrika gelte.

Das päpstliche Schreiben weist kurz auf die Bemühungen der Kirche hin, den Negern jene Freiheit zu verschaffen, die ihnen als Kindern Gottes zustehe. „Aber“, heißt es dann weiter, „wenngleich auch das entehrende Brandmal der Sklaverei zum größten Teil ausgemerzt ist, so haftet der Schandfleck dennoch dem Körper der menschlichen Gesellschaft an. 
Darum ist es Unsere Pflicht, das erhabenen Beispiel der Liebe zu allen Menschen, das Unsere Vorfahren auf dem päpstlichen Stuhle gegeben haben, nachzuahmen, und so bestätigen Wir denn nach dem Vorbild Papst Pius‘ X. das Dekret Leos XIII. und wollen, dass allenthalben am Dreikönigsfeste eine Kollekte zum Besten der Negermissionen abgehalten werde.“ 

Zum Schluss weist Papst Benedikt XV. auf die schönen Früchte im Negerapostolat hin und verleiht dem Wunsch Ausdruck, der Erlöser des Menschengeschlechts möge den Tag beschleunigen, da das heiß ersehnte Ziel der Befreiung aller Schwarzen erreicht sei.

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Donnerstag, 5. September 2013

Papst Benedikt XV. warnte vor protestantischer Propaganda in Peru

Papst Benedikt XV

In einem ernsten Schreiben, datiert 1. Januar 1919, hat sich der Heilige Vater an die Oberhirten der Nachbarrepublik Peru (zuvor war von Bolivien die Rede) gewandt. 
Er weist darin auf die Werbetätigkeit der Protestanten hin, die dort Unkraut säten, und dies „in nicht geringer Zahl und nicht ohne Erfolg“, durch Schulen und öffentliche Lehrstellen, durch Verbreitung von Zeitungen und Büchern, durch Männer- und vor allem Jünglingsvereine, besonders aber durch reiche Schenkungen an Arme, durch welche Mittel sie nicht nur einzelne, sondern ganze Familien und Gemeinden zu gewinnen suchten, „während die Menschen schliefen“. 

Der Papst überlässt es den Bischöfen, zu entscheiden, ob die der Kirche dadurch schon zugefügten Verluste der Nachlässigkeit und Untätigkeit ihres Klerus zuzuschreiben seien, und fordert sie mit eindringlichen Worten auf, vor allem durch Wachsamkeit, regelmäßige Predigt und Katechese, Christenlehrvereine sowie Gründung und Neuordnung von Priesterseminaren dem Unheil zu steuern. 

In Peru ist die katholische Religion Staatsreligion, die Protestanten zählten noch vor einigen Jahren kaum hundert Anhänger. Der bisherige Präsident hatte Papst Benedikt XV. zu seiner Thronbesteigung telegraphisch seine Glückwünsche übersandt. Vergangenen Juli riss die Revolution die Herrschaft an sich. Ob die Kirche unter der neuen Regierung besseren Zeiten entgegengehen wird, muss die Zukunft lehren.

(Aus: die katholischen Missionen, 1920)

Montag, 18. März 2013

Der Missionar, kein Bote der weltlichen Macht - Papst Benedikt XV in "Maximum Illud"




Nach dem verheerenden ersten Weltkrieg, der der katholischen Mission einen schweren Schlag versetzt hatte (zahlreiche Priester sind im Krieg gefallen, deutsche Missionäre wurden häufig aus ihren Missionen vertrieben), richtet sich Papst Benedikt XV. in seinem Sendschreiben "Maximum Illud" an Klerus und Gläubige, sowohl ermutigend als auch ermahnend. Leider gibt es das Sendschreiben nur auf Englisch, dafür in ganzer Länge unter dem oben blau unterlegten Link. Besonders lesenswert für heutige Zeiten ist der Lob für die Frauen in der Mission, die Ordensschwestern (Punkt 30.). 
Nachfolgend geht der Papst auf die Aufgabe des Missionars als Bote des himmlischen, nicht des irdischen Vaterlands ein.

„Die Erhabenheit und Größe der Aufgabe, der eure Arbeit gilt“, so schreibt er, „möge euch allezeit vor Augen stehen. Es ist euch der göttliche, über alle menschlichen Rücksichten erhabene Beruf geworden, die in der Finsternis des Todes Schmachtenden zu erleuchten und den dem Verderben Zueilenden den Weg zum Himmel zu öffnen. Ihr kennt die vom Herrn an jeden von euch gerichteten Worte: ‚Vergiss dein Volk und das Haus deines Vaters‘ (Ps. 44, 11). 
Seid deshalb eingedenk, dass ihr nicht der Menschen Herrschaft, sondern dem himmlischen Vaterlande Bürger gewinnen sollt. Traurig wäre es, wenn Missionäre ihrer Würde so sehr vergäßen, dass sie mehr an ihr irdisches als ihr himmlisches Vaterland dächten und über Gebühr darauf hinarbeiteten, an erster Stelle die Macht und den Ruhm ihres Landes zu vermehren. 
Es wäre dies eine höchst unheilvolle Vergiftung des Apostelberufs, die dem Seeleneifer des Glaubensboten Kraft rauben und seinen Einfluss schwächen würde. 
Denn auch die wildesten Völker werden leicht gewahr, was der Missionär bei ihnen sucht, und ihr feines Gefühl zeigt es ihnen an, wenn er etwas anderes als ihr geistliches Wohl erstrebt… Es könnte sich leicht beim Volk die Überzeugung durchsetzen, die christliche Religion sei der fremden Nation ausschließlich eigen, und wer diese Religion annehme, stelle sich unter die Vormundschaft und Oberhoheit des fremden Staates und verliere sein eigenes Heimatrecht.

Großen Kummer bereiten uns jene in den letzten Jahren veröffentlichten Missionsberichte, in denen nicht so sehr das Verlangen nach Ausbreitung des Gottesreiches als nach der Vermehrung der Größe des eigenen Landes zutage tritt. Wir können nicht begreifen, dass man dabei ganz vergisst, wie sehr dies die Seelen der Heiden von unserer heiligen Religion abwendig macht. Ganz anders handelt der katholische Missionär, der dieses Namens würdig ist. Er ist sich ständig bewusst, dass er kein Abgesandter seiner Nation, sondern ein Bote Christi ist, und er richtet sein Benehmen so ein, dass ein jeder in ihm den Diener seiner Religion erkennt, die alle Menschen, welche Gott im Geiste und in der Wahrheit anbeten, umfasst und keine Nation ausschließt.

(Aus: die katholischen Missionen, 1920)

Sonntag, 17. März 2013

Der „Missionär des Papstes“

Chinesischer Priester bei der Taufe

Der eifrige Apostolische Vikar von Ost-Tschekiang, Bischof Reynaud, weilte während der zweiten Hälfte des letzten Jahres in der Heimat. Sein erfinderischer Geist hatte einen neuen Gedanken ausgearbeitet, der Missionsnot in China abzuhelfen. Schon lange ist es üblich, das Wohltäter einen einheimischen Seminaristen an Sohnes statt annehmen und zum Priester ausbilden lassen. Sollte es nicht auch möglich sein, in ähnlicher Weise für den Unterhalt dieser Priester bis an ihr Lebensende sorgen zu lassen? Der Bischof legte dem Papst den Plan vor und bat um Segen und Empfehlung.
Benedikt XV. verspricht sich bekanntlich Großes von der Vermehrung des einheimischen Klerus. In solcher Plan war seines Lobes und seiner Empfehlung gewiss. Er tat noch mehr. Er ging den gläubigen mit gutem Beispiel voran. Auf seinen Befehl wurden einer Bank 50.000 Lire überwiesen. Die jährlichen Zinsen von 1.500 Lire sollen auf ewigen Zeiten dem Unterhalt eines chinesischen Priesters dienen. Er wird den Ehrentitel „Missionär des Papstes“ führen.
Ein schöner Zug im Charakterbild unseres Papstes, dessen Hirtensorge alle Länder umfasst, die noch in der Finsternis des Heidentums schmachten.

(Aus: die katholischen Missionen, 1920)

Mittwoch, 13. März 2013

Ein Denkmal für Papst Benedikt XV. in Istanbul

Statue von Papst Benedikt XV. in Istanbul

In der Kathedralbasilika des Heiligen Geistes zu Konstantinopel soll dem Papst ein Denkmal errichtet werden, um ihm für alles, was er zur Linderung der Leiden des Krieges unternommen hat, den Dank der Völker des Orients zu bezeugen. Es hat sich deshalb ein Ausschuss gebildet, der zur Sammlung von freiwilligen Gaben auffordert.
Als Zweck der Sammlung wird im Aufruf angegeben „die Errichtung eines Denkmals zu Ehren des großen Papstes in der tragischen Stunde der Welt, Benedikts XV., des Wohltäters der Völker ohne Unterschied der Rasse und Religion.“
Der Plan wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen und von der Presse wärmstens empfohlen.
In der Liste derer, die Beiträge zeichneten, erscheint als erster der Sultan. Es folgen der Thronfolger, der Khedive von Ägypten, der Präsident der armenischen Republik, der schismatisch-armenische Patriarch, der Vertreter des georgischen Patriarchen, der Groß-Rabbiner, Mitglieder der türkischen Kammer, türkische Banken, Eisenbahn- und Handelsgesellschaften und viele Privatleute. Es verdient erwähnt zu werden, dass alle Gaben von Nichtkatholiken gezeichnet sind.
So ehren Mohammedaner, Juden und Schismatiker den Statthalter Christi als Wohltäter der Menschheit in der dunkelsten Stunde ihrer Geschichte. Wann werden seine Grundsätze, auf denen allein sich ein dauerhafter Friede aufbauen lässt, endlich durchdringen?


(Aus: die katholischen Missionen, 1919)

Sonntag, 8. Juli 2012

Der demütige Brief von Häuptling Griffith an Papst Benedikt XV.

Vor zwei Jahren haben wir über die Bekehrung des Häuptlings Griffith und dessen Wahl zum Oberhäuptling und König des Basutolandes berichtet.
Wie Mitteilungen aus letzter Zeit besagen, gibt das neue Oberhaupt der Basutos seinen Untertanen das beste Beispiel und ist eine große Stütze der Mission. Bezeichnend für seine Anschauungsweise ist das Schreiben, das er dem Apostolischen Vikar gelegentlich dessen Romreise für den Heiligen Vater mitgab. Der Brief lautet:


„Dem Heiligen Vater meinen untertänigsten Gruß. In meiner Freude vernahm ich kürzlich, dass Msgr. Cenez, der Bischof des Basutolandes, eine Romreise antreten werde, und so fühlte ich das innige Verlangen, ihm dieses Schreiben mitzugeben.
Heiligster Vater, ich weiß recht wohl, dass ich unter all Deinen Söhnen in der weiten Welt der geringste und unwürdigste bin; aber in der Überzeugung, dass ein Vater auch das elendste seiner Kinder liebt, wage ich es, mich Dir zu Füßen zu werfen und Dir meine aufrichtigen und herzlichen Grüße anzubieten. Zugleich teile ich Dir, Heiliger Vater, mit, dass mir vor vier Jahren die Gnade und das große Glück zu Teil wurde, in die katholische Kirche aufgenommen zu werden.


Seit jener Zeit bin ich trotz meiner Unwürdigkeit überaus glücklich, und bis zur Stunde weiß ich nicht, wie ich dem Herrn dafür genügend Dank abstatten soll.
Erlaube mir, Heiliger Vater, Dir zu sagen, dass in diesem Lande, das ich nach Gottes verborgenen Ratschlüssen regieren soll, das unter meinem Vater Moschuschu begonnene Bekehrungswerk der Oblaten von der Unbefleckten Jungfrau Maria immer größere Fortschritte macht.
Mein heißester Wunsch ist es, allenthalben Kirchen zu errichten; aber leider ist die Zahl der Arbeiter für die reiche Ernte gering. Ich bitte daher, Heiligster Vater, sende uns Priester! 


Verzeihe, Heiligster Vater, wenn ich eine zweite Bitte beizufügen wage, die Bitte um Dein Gebet und Deinen Segen für mich und mein Volk, damit Gott in seiner Gnade uns allen den rechten Weg zeigen möge.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)