Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Sonntag, 27. April 2014

Große Missionsbischöfe: Der Bischof der 1.000 Inseln – Msgr. Pierre Marie Bataillon S.M., Apostolischer Vikar von Zentral-Ozeanien



Wenn wir hier ein vollständiges Bild von dem Leben und den Arbeiten dieses Missionärs geben wollten, müssten wir die ganze Geschichte des Vikariats Zentral-Ozeanien erzählen, dessen Begründer er war; indessen werden wir dieses bei einer anderen Gelegenheit tun und uns hier begnügen, einige wenige persönliche Notizen über ihn zusammenzustellen. 

Geboren wurde Msgr. Bataillon in der Diözese Lyon am 6. Januar 1810; hier auch begann er als ebengeweihter Priester im Jahr 1835 seine Tätigkeit, allein bereits nach einem Jahr legte er die ihm anvertraute Vikarie nieder, um in der neugegründeten Maristen-Kongregation sich den äußeren Missionen zu widmen. 

Er war einer der Missionäre dieser Kongregation, die, wie wir im vorigen Jahr erzählt haben, sich mit Msgr. Pompallier am 24. Dezember 1836 einschifften (zusammen mit dem heiligen Peter Chanel), um als die ersten katholischen Glaubensboten in West-Polynesien das Evangelium zu verkünden. 

Am 1. November 1837 kam die kleine Schar in Wallis oder Uvea, der nördlichsten Insel des Tonga- (Freundschafts-) Archipels, an; P. Bataillon erhielt von Msgr. Pompallier den Auftrag, mit einem Laienbruder hier zu bleiben und die Mission zu beginnen. Eine nicht leichte Aufgabe, auf der kleinen, mitten im Ozean verlorenen Insel, ein Volk zu bekehren, von dessen Sprache er ebenso wenig verstand, als dieses von der seinigen! Indessen die Schwierigkeiten hielten ihn nicht ab; die ersten Monate widmete er ganz dem Erlernen der Sprache, dann begann er mit der Predigt des Evangeliums. 

Der Erfolg war Anfangs gering; nach zweijähriger Anwesenheit hatte er nur einige sterbende Kinder und Kranke taufen können, die ihm übrig bleibende Zeit verwendete er darauf, die christlichen Lehren in die Landessprache zu übertragen, und zwar in Verse, weil die Insulaner den Gesang sehr lieben. Unterdessen harrte er ruhig aus, lehrte, wo und wann er konnte, und seine Beharrlichkeit wurde belohnt. 
Im Jahr 1842 bekehrte sich die ganze Bevölkerung der Insel, über 2600 Seelen, auf eine fast wunderbare Weise. Im nämlichen Jahr, bevor noch diese Bekehrung in Europa bekannt war, hatte der heilige Stuhl Zentral-Polynesien als ein neues apostolisches Vikariat abgegrenzt und P. Bataillon zu dessen erstem Oberhirten. 

Der neue Bischof erfuhr seine Erhebung erst am 3. Dezember 1843, als Msgr. Douarre, der Apostol. Vikar von Neukaledonien, auf Wallis landete, um ihm die bischöfliche Weihe zu erteilen. Kaum hatte er dieselbe empfangen, so begann er seine Tätigkeit auf die anderen ihm zum Missionsfeld anvertrauten Inselgruppen auszudehnen; im Jahr 1844 führte er selbst zwei Missionäre auf die Fidschi-Inseln und zwei nach Tonga, der südlichsten der Freundschaftsinseln, im folgenden Jahr mehrere andere auf den Samoa-Archipel. 

Er selbst kehrte jedoch stets wieder nach Wallis zurück, welches der Mittelpunkt seines Vikariats und fortwährend der bevorzugte Schauplatz seiner eigenen Wirksamkeit war; nur zweimal führten ihn die Interessen seiner Mission nach Europa zurück. Nach seiner zweiten Reise (1872) schrieb der Generalobere der Maristen an die Missionäre in Polynesien: 

„Msgr. Bataillon ist einer der ältesten Apostolischen Vikare der ganzen Kirche; über 30 Jahre arbeitet er schon als Bischof, um auf den Inseln der Südsee die Kirche fest zu begründen. Vor zwei Jahren sahen wir den ehrwürdigen Greis vom anderen Ende der Erde trotz seines Alters und trotz der Strapazen der langen Reise hier ankommen, um dem heiligen Stuhl Rechenschaft über seine Mission abzulegen. 

Er bat den heiligen Vater nur um eine einzige Gunst, nämlich um die Erlaubnis, nach empfangenem päpstlichen Segen gleich wieder in seine Mission zurückzukehren zu dürfen. Er hätte wohl den Anspruch erheben können, jetzt auszuruhen von seiner langjährigen Arbeit; aber er konnte sich nicht entschließen, fern von seiner Herde, fern von seinem vielgeliebten Wallis zu bleiben, das er ganz bekehrt hat und das jetzt seine Freude und seine Krone ist. Er ist also abgereist, und will die letzten Jahre seines Lebens seinen Neubekehrten weihen und in ihrer Mitte sterben und sein Grab finden.“

Dieser Wunsch des seeleneifrigen Bischofs ist in Erfüllung gegangen. Nachdem er noch am 2. Januar 1877 zu Lano auf Wallis zu einer neuen Kirche, welche für die beiden großen dort errichteten Zentral-Schulanstalten dienen sollte, den ersten Stein gelegt und in den beiden ersten Monaten durch seine stete Anwesenheit auf dem Bauplatz die Arbeiter angefeuert hatte, fühlte er im März die ersten Anfälle seiner letzten Krankheit. 

Am Vorabend vom Fest des hl. Joseph kehrte er in seine gewöhnliche Residenz nach Mua zurück, am Feste selbst las er in der dortigen St. Josephskirche noch die heilige Messe; es war seine letzte. Acht Tage später konnte er sich nur noch in die Kirche tragen lassen, um dort, wo er die ersten Neophyten getauft und wo er selbst die Bischofsweihe empfangen hatte, nun auch die letzten heiligen Sakramente zu empfangen. Wenige Tage später ging er hin, de Lohn für seine vielen Arbeiten zu empfangen; sein Grab hatte er selbst in der St. Josephskirche zu Mua sich erwählt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1877)

Samstag, 1. März 2014

Das Rituale und das heilige Öl hatte er noch in den Händen – Der heroische Tod eines samoanischen Priesters


Im November 1918 wütete die Influenza auch auf Samoa. Ein Fünftel der Bevölkerung starb innerhalb von drei Wochen an der Krankheit.
Auf der Insel Savia (wohl Savai’i) wirkte ein eingeborener Priester Namens Anitalea. Er schreckte nicht vor der Ansteckungsgefahr zurück und brachte den Kranken die Tröstungen unserer heiligen Religion. 
Sein Pfarrer P. Doumeizel versorgte die nähergelegene Umgebung, während er in den weiter entfernten Dörfern tätig war. Schließlich erkrankten auch die beiden Priester, und P. Doumeizel lag schon bald im Sterben. 

Trotz schweren Fiebers machte sich P. Anitalea auf die Nachricht von dem bevorstehenden Tod seines Vorgesetzten auf den mehrstündigen Weg, auf dem er zwischendurch wegen Ermüdung zusammenbrach. Als er schließlich die Hauptstation erreichte, begab er sich sofort daran, seinem Pfarrer die hl. Sakramente zu spenden. Als er das Allerheiligste aus dem Tabernakel nehmen wollte, brach er mehrmals zusammen. Schließlich schaffte er es mit dem letzten Aufgebot seiner Kräfte, dem sterbenden Pfarrer die heilige Wegzehrung zu bringen. Danach ging er in sein Zimmer.

Am nächsten Tag fand man ihn tot vor – er trug noch die Stola, in den Händen hielt er das Rituale und das heilige Öl…


(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, Nr. 5/8, 1951)

Samstag, 7. Dezember 2013

Bilder: japanische und chinesische Trappisten und mehr einheimischer Klerus





Novizen und Professen des Trappistenklosters U.L. Frau vom Leuchtturm


Trappisten in China, vor ihrer Vertreibung durch die Kommunisten im Jahr 1947

Samoanischer Maristenschulbruder


Generalvikar Thayl von Changancherry, Indien

P. Edward Cunningham O.M.I., der erste Métis-Priester

Msgr. Mondini, Apostol. Vikar von Süd-Hupe, mit zwei Priestern und einheimischen Seminaristen



Dienstag, 25. Juni 2013

Was ich am Wochenende gemacht habe...


Die Neupriester (v.l.n.r.): Fr. Yousef Marie FSSR, Don Massimo Botta FSSP, Fr. Magdala Maria FSSR

Am Samstag waren 
in Rom die Priesterweihen der ersten beiden Priester der Sons of the Most Holy Redeemer nach deren kanonischer Errichtung (es wurde auch der Petrusbruder Don Massimo Botta geweiht). Hier gibt es einige Fotos, Bilder von der Primiz von Fr. Yousef Marie FSSR werden noch folgen. 
Leider habe ich vernommen, dass die Liveübertragung bei livemass.net wohl nicht funktioniert hat. Tut mir leid für alle, die es ansehen wollten.

Ein besonders schönes Detail bei der Zeremonie war, dass Msgr. Guido Pozzo, der die Weihen gespendet hat, den "Sons" bei Ihrer kanonischen Regularisierung geholfen hat, als er Sekretär der Komission Ecclesia Dei war.

Mögen die drei viele Jahre segensreich zur größeren Ehre Gottes und zur Rettung der Seelen arbeiten!

Tu es Sacerdos in aeternum secundum ordinem Melchisedech!

Donnerstag, 20. Juni 2013

Tipp: Live-Übertragung der Priesterweihe in Rom (FSSR, FSSP)

Am Samstag, den 22. Juni um 10.00 Uhr deutscher Zeit
findet in Rom in der Kirche Santissima Trinita dei Pelligrini (Personalpfarrei der Petrusbruderschaft)
eine Priesterweihe im überlieferten Römischen Ritus an.

Der weihespendende Bischof ist Erzbischof Guido Pozzo, Almosenpfleger seiner Heiligkeit

Es werden geweiht:

Br. Yousef Marie FSSR
Br. Magdala Maria FSSR
Massimo Botta FSSP

Die Weihe wird hier live übertragen.




Mittwoch, 17. April 2013

Der Herr ist König, es frohlocke die Erde; es freue sich der Inseln Zahl! (Psalm 96 (97),1)

Diakon (heute Father) Magdala Maria F.SS.R.
 aus Sydney, Australien,
Sohn samoanischer Eltern,

Mönch auf Papa Stronsay, Schottland
bei der Osterpredigt in Christchurch, Neuseeland.

Es freue sich der Inseln Zahl!

Sonntag, 6. Januar 2013

Die Wahrheit über die katholische Mission in der Südsee



Als Nachtrag zu diesem Artikel noch ein Zitat über die Tätigkeit der katholischen Missionare auf Samoa, wo man sich wie fast überall in der Südsee mit einer starken oder zahlenmäßig gar überlegenen protestantischen Gemeinde konfrontiert sah. Auf Samoa wurden die einheimischen Bräuche von den Protestanten, nicht von den katholischen Missionaren verboten:

(…)Die englischen und amerikanischen Sekten, denen alle nichtkatholischen Samoaner angehören, haben durch übertriebene Strenge mehr geschadet als genützt. Der in Polynesien so beliebte harmlose Trank aus dem Saft der Kava-Wurzel, die kunstvolle Tätowierung des Mannes, der Blumenschmuck im Haar der Jungfrau — alles kam in den Kirchenbann. Unschuldige Tänze und andere harmlose, mit dem Volksleben verwachsene Gebräuche suchte man auszurotten.(…)“

(aus: die katholischen Missionen, 1919, S.175)

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Aktuell: Zukünftige libanesische, samoanische und indische Priester, so Gott will!


Gestern wurden nach einer vierjährigen Wartezeit (bis zur kanonischen Erhebung des Ordens am 15. August d. J.) die drei ältesten (bereits mit den Studien fertigen) Seminaristen der Sons of the Most Holy Redeemer (Papa Stronsay, Schottland) zu Subdiakonen geweiht. Alle sind wohl schon mindestens 10 Jahre in dem Orden.


(von links nach rechts) Br. Yousef Marie und Br Magdala Maria kommen aus Australien, sind allerdings libanesischer bzw. samoanischer Abstammung, Br. Jean-Marie kommt aus Südindien. Im Hintergrund ist die Statue von unserer lieben Frau von Aberdeen, der Diözese von Papa Stronsay. 

Beten Sie, dass die drei heilige Priester werden! So Gott will, werden Sie eines Tages Volksmissionen in Großbritannien predigen.


(Quelle: http://papastronsay.blogspot.de/2012/10/subdeacons-ordained.html)

Mittwoch, 19. September 2012

Barometer als Lohn für gute Werke

Patrick Kardinal Moran, Erzbischof von Sydney und erster Kardinal Ozeaniens
Wir haben schon in einem früheren Heft über den selbstlosen Opfermut der katholischen Samoaner berichtet, den dieselben bei Gelegenheit des Schiffbruchs der englischen, amerikanischen und deutschen Flottille bewährt haben. Als Anerkennung ihrer wackeren Tat erhielt der katholische König von Samoa, Josef I., Mataafa, von verschiedenen Seiten Dankschreiben zugesandt und Geschenke zur Verteilung unter die seit den letzten verheerenden Kriegen schwer heimgesuchten Insulaner.
Unter anderen haben auch die Katholiken von Sydney auf Anregung des hochwürdigsten Erzbischofs, seiner Eminenz des Kardinals F. Patrick Moran, eine Sammlung veranstaltet und den Betrag durch den Kardinal an die Missionäre übermittelt mit der ausdrücklichen Bestimmung, bei der Verteilung keinen Unterschied zu machen zwischen Protestanten und Katholiken, zwischen Freund und Feind. Der König sandte hierauf folgendes Dankschreiben an den Kardinal:

„Eminenz! Ich richte diesen Brief an Ehrwürdige Gnaden mit tiefster Ehrerbietung. Ich bin gegen Ew. Eminenz von innigstem Danke durchdrungen wegen Ihrer liebevollen Teilnahme für Samoa, dieses Eiland so weit entfernt, so schwer heimgesucht durch Krieg, durch Stürme und Hungersnot.
Ein Beweis Ihrer Güte sind die milden Gaben, die Sie uns durch die Missionäre haben zukommen lassen. Dieselben haben sie unter jene Familien verteilt, die am meisten in Not und Elend sind.
Was mir vor allem große Freude bereitet hat, ist der Umstand, dass sie unter den Notleidenden keinen Unterschied machten, sondern im Gegenteil auch jene gleicherweise bedachten, die weder unserer Partei noch unserer Religion angehören. Ich bedauere nur eines, dass ich nicht durch ein entsprechendes Gegenschenk meine Dankbarkeit auszudrücken vermag. Wir werden aber an Jesus Christus und seine heilige Mutter uns wenden, um für Ew. Eminenz die ewige Glückseligkeit zu erflehen. Möge Gott Sie lieben und Ihnen ein langes Leben verleihen.

Ich verbleibe

Josef I., Mataafa, König von Samoa.“

Auch der Kongress der Vereinigten Staaten hat 5.000 Dollars bestimmt als Anerkennung der heldenmütigen Anstrengungen der Samoaner, die Schiffbrüchigen zu retten.
Die Summe bestehend aus 4.000 Dollars in Goldmünze und 1.000 Dollarwert in goldenen Uhren und ähnlichen Geschenken, ist durch den amerikanischen Konsul übermittelt und nach genauer Abwägung der Verdienste verteilt worden. Jeder Oberhäuptling erhielt eine goldene Uhr, Mataafa je ein Stück von den verschiedenen Wertsachen, die verteilt wurden, als da waren Wanduhren, Barometer, Thermometer u. dgl. Dabei gab es einige köstliche Szenen, veranlasst durch die völlige Ratlosigkeit der guten Insulaner hinsichtlich der Handhabung und der Verwendung jener wissenschaftlichen Instrumente.
Einer, dem ein großes Wandbarometer zugefallen war, lauschte aufmerksam der Erklärung, welche ein alter Seebär, der gerade zugegen war, über die geheimnisvollen Eigenschaften des Instruments zu geben suchte. „Ein feines Ding,“ meinte der Samoaner, „aber ich habe keinen Schlüssel, um es aufzuziehen.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1889)

Samstag, 21. April 2012

Was ein katholischer Häuptling aus Samoa dem heiligsten Herzen Jesu von Montmartre schenkte


Josefo Mataafa

Apostol. Vikariat Zentral-Ozeanien. Ein alter Häuptling, der von der Votivkirche hörte, welche zu Paris auf dem Montmartre zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu erbaut werden sollte, hat am 27. April 1880 einen Brief abgeschickt unter der Adresse: 



„An Se. Herrlichkeit den Priester, der die Gaben für das Denkmal des heiligsten Herzens sammelt, in der Hauptstadt von Frankreich.“ 


Leider haben sich die Zeiten, seitdem die Nachricht von dem Baue dieser Kirche nach dem Samoa-Archipel abging, bedeutend geändert, und der Brief des Südsee-Insulaners dürfte sehr viel zu spät kommen. Gleichwohl wollen wir denselben mitteilen:

"Herr, das sind Worte der Liebe, die ich Euch schreibe. Obschon das Land Samoa sehr weit von Euerm Lande ist, haben wir doch gute Nachrichten von Euerm Unternehmen erhalten. 



Basilika Sacré-Cœur
auf dem Montmartre
Wir alle, die einfältigen christlichen Kinder und unsere Herren, die Priester von Samoa, haben uns sehr gefreut und danken Euch. Wir können nicht mit unsern Augen die Schönheit und Größe dieser Kirche sehen, aber man hat uns davon geredet und erklärt, wie groß sie sei; daraus ist unsere Freude entsprungen und unser Lob über Euren so starken Willen, der einen so schönen Bau zur Ehre des heiligsten Herzens Jesu Christi unternehmen und vollenden will. 


Was wir hier auf dem armen Lande Samoa tun, kann mit Euern Werken nicht verglichen werden; doch haben auch wir eine Kirche gebaut, die den Namen des heiligsten Herzens trägt. Und das ist alles Gute, das wir Euch von Samoa schreiben können. Wir schicken Euch ein Geschenk für das heiligste Herz. 
Das Geschenk ist gering wegen unserer Armut, aber es wird vergrößert durch die Liebe Jesu Christi, unseres Herrn.
Meine liebe Gemahlin und ich, wir schicken Euch je einen Dollar (4 Mark). Das ist unsere Gabe an das heiligste Herz. Seid versichert, Herr, dass Euch unsere Liebe und Bewunderung nicht fehlt. 
Die ganze Gemeinde von Samoa ist in das Gebetsapostolat aufgenommen; viele werden zu der monatlichen Sühnekommunion zugelassen und nie vergessen wir, für Euch zu beten. Das ist mein ganzer Brief. Möge Ew. Herrlichkeit in guter Gesundheit sein und Euer großes Unternehmen gedeihen!
Ich, Joseph Mataafa auf Samoa.“

(Aus: Die Katholischen Missionen, 1881)

Samstag, 31. März 2012

Der Rosenkranz bei den Südsee-Insulanern


Joseph Mataafa, Oberhäuptling von Samoa, mit Rosenkranz um den Hals


Im Jahre 1837 langten die zwei ersten Missionäre auf den Inseln von Zentral- und Westozeanien, P. Bataillon auf Wallis und der ehrwürdige P. Chanel, dessen Seligsprechung unmittelbar bevorsteht [bereits heiliggesprochen], auf Futuna, mit je einem Laienbruder an. Mit der Sprache noch gänzlich unbekannt, mussten sie anfangs einer direkten apostolischen Tätigkeit sich gänzlich enthalten.
Da sie also zu den Menschen von Gott nicht sprechen, durften, verlegten sie sich um so mehr darauf, zu Gott von den Menschen zu sprechen. Die Waffe des lebendigen Wortes konnten sie nicht gebrauchen, aber die Waffe des Gebetes in Anwendung zu bringen konnte ihnen niemand wehren.
Sie griffen daher als wahre Mitglieder der Gesellschaft Mariä zur mächtigen, unbesieglichen Waffe des heiligen Rosenkranzes, und mit dieser Waffe in der Hand trugen sie einen glänzenden und glorreichen Sieg davon.
Als P. Chanel, dieser ehrwürdige Apostel und Märtyrer, den Rosenkranz in der Hand, die Ortschaften durcheilte und so den Boden seines Arbeitsfeldes mit Ave Marias gleichsam besäte und mit Gnaden betaute, da fragten sich neugierig die Insulaner untereinander: „Was bedeutet denn diese kleine Kette, welche diese Weißen immer in den Händen tragen? Was diese Körner, die stets durch ihre Finger gleiten, und was gar die Worte, welche sie an jemand richten, den man nicht sieht?“ Das waren auch die ersten Fragen, welche sie an die Missionäre richteten, sobald diese anfingen, ihre Sprache zu verstehen.
Die Beantwortung derselben bot den Missionären Gelegenheit, den Eingeborenen die erhabensten Geheimnisse der heiligen Religion auseinanderzusetzen und ihnen die notwendigsten Gebete zu erklären und beizubringen. Die Insulaner fanden Gefallen daran.
Bald verlangten sie auch solche Ketten zu besitzen und fingen an, zuerst in europäischen Melodien, dann aber in ihren langsamen und feierlichen einheimischen Weisen die Gesetze des heiligen Rosenkranzes zu singen.
Der heilige Rosenkranz war damals, wo diese Kinder der Wildnis noch nicht lesen konnten, ihre einziges Buch, so wie er auch ihre erste Predigt und die hauptsächlichste Veranlassung zu ihrer Bekehrung gewesen war.
Aber auch heute noch fährt der heilige Rosenkranz fort, bei den Insulanern seine seelenrettende Tätigkeit auszuüben, und obgleich jetzt Bücher in allen Sprachen der Insulaner vorhanden sind, ist dennoch der Rosenkranz das populärste Buch und der verständlichste Prediger, der beständig, auch wenn die Missionäre schweigen, in Tätigkeit ist und am meisten verlorene Schäflein dem Schafstall Christi zuführt.
Dieser Prediger hat eben das Eigentümliche, dass er nicht allein „pflanzt und begießt“, sondern auch zugleich bewirkt, dass „Gott das Wachstum verleiht“. Man singt ein Gesetz vor dem Unterricht und eines nach demselben. Man singt den Rosenkranz während der heiligen Messe, beim Gang zu den Sterbenden und bei Leichenbegängnissen.
Und was das Schönste ist, allabendlich, wenn das gemeinschaftliche Gebet in der Kapelle verrichtet ist, verfügen sich die einzelnen Familien in ihre Häuser und beten daselbst mit Lauter Stimme je ein Gesetz des Rosenkranzes, indem sie dabei ein Liede singen, welches das betreffende Geheimnis des Rosenkranzes zum Gegenstand hat.
Auf diese Weise üben diese Leute nicht nur einen beständigen lebendigen Rosenkranz, dessen Geheimnisse allmonatlich gewechselt werden, sondern auch ein beständiges lebendiges Apostolat.
Da nämlich die dortigen Häuser keine Mauern zum Abschluss haben und die Ozeanier mit voller Stimme beten und singen, kann man des Abends aus allen Wohnungen weithin die Ave Marias und die frommen Lieder erschallen hören, und so kommt es, dass auch solche, die noch nicht bekehrt sind, vom bloßen Hören der Lieder die Geheimnisse und Gebete der heiligen Religion kennen lernen.
In manchen Kirchen betet man jeden Sonntag alle 15 Geheimnisse des Rosenkranzes, fünf die Männer, fünf die Frauen, fünf die Kinder. Aber auch als Privatandacht wird der Rosenkranz eifrig geübt.
Ein Neubekehrter betete 15 Jahre lang täglich alle 15 Gesetze des heiligen Rosenkranzes für die Bekehrung seiner Frau und beklagte sich manchmal beim hochwürdigsten Bischof Lamaze, dass sein Gebet nicht erhört worden sei. Endlich bei einer seiner letzten Rundreisen sah der hochw. Bischof den betreffenden Neophyten mit seiner Frau, welche nun auch den Rosenkranz um den Hals trug. „Da ist sie nun endlich“, sagte der wackere Katholik; „sie ist getauft; täglich gehen wir zur heiligen Messe und beten gemeinschaftlich in unserer Hütte den Rosenkranz zum Dank für die Bekehrung. Aber nun musst du ihr auch einen größeren Rosenkranz geben; sie hat nur einen kleinen, und sie weiß, dass ich sie auf deinen Rat hin durch den Rosenkranz bekehrt habe.“
Unseren Lesern nicht unbekannt ist sicher auch der durch die Vorgänge auf Samoa berühmt gewordene Häuptling Mataafa.
Derselbe ist Katholik und durch Msgr. Eloy, dem Vorgänger des hochw. Bischofs Lamaze, zum Christentum bekehrt worden. Was man nun immer vom Mataafas politischer Stellung halten mag, er scheint persönlich ein guter Christ zu sein, was derselbe auch schon damit bewiesen hat, dass er bei dem Schiffsunglück zu Apia bei der Rettung der Verunglückten persönlichen und tätigen Anteil genommen hat. „Unser Feind Mataafa zeigte sich höchst edel“, schreibt von ihm der Obersteuermannsgast Fik von der „Olga“. „Er hatte Wachen aufgestellt, dass nicht gestohlen werde, und alle übrigen Kanaken mussten Hilflose retten. Einem Kanaken, welcher, statt Menschen zu retten, sich eine dahertreibende Kiste mit Tabak angeeignet hatte, soll einer der Häuptlinge den Kopf abgeschlagen haben.“
Von diesem Mataafa, der die Feindesliebe so edel übte, berichten die Missionäre, dass er jede Tage seit seiner Bekehrung den ganzen Rosenkranz betet und seit einem Jahr auch täglich den Schmerzhaften Rosenkranz hinzufügt und außerdem de Kreuzweg betet und der heiligen Messe beiwohnt, so oft die Nähe einer Kirche es ihm gestattet.
Man erinnert sich wohl noch, wie vor drei Jahren der hochw. Bischof Lamaze im Namen Sr.Heiligkeit des Papstes Leo XIII. der Königin von Wallis einen äußerst kostbaren Rosenkranz, dessen Körner aus Edelsteinen bestanden, als Geschenk überbrachte.
Der ganz Hofstaat und das ganze Volk war versammelt, als der hochw. Bischof in Begleitung der Offiziere eines französischen Kriegsschiffes denselben der Königin feierlich überreichte. Ehrfurchtsvoll küsste sei das Kreuz und ließ dann in ihrer Umgebung das wertvolle Geschenk von Hand zu Hand gehen. Dieser liebevolle Akt Sr. Heiligkeit hat nicht wenig dazu beigetragen, die Rosenkranzandacht bei den guten Insulanern noch zu vermehren.
Nicht mit Unrecht ist darum der hochw. Bischof und Apostolische Vikar stolz auf seinen Angehörigen, indem er glaubt, dass in dieser Beziehung seine lieben Insulaner eine hervorragende Stelle unter allen katholischen Christengemeinden der Welt einnehmen.
Indessen geben die kindlich Gesinnten Inselbewohner viel darauf, einen großen Rosenkranz zu haben, das sie gewohnt sind, denselben am Hals zu tragen, um sich immer als Kinder Mariä und der wahren Kirche ihres Sohnes zu bekennen.

(Aus : die Katholischen Missionen, 1889)