Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Posts mit dem Label Salomonen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Salomonen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 8. Mai 2014

UN-Kommission meint, für die Bewohner der Salomonen wäre die Vielweiberei besser


Dass die UN eine äußerst fragwürdige Organisation ist, ist nicht erst seit gestern bekannt (Beispiel hier). Dass die unmoralische Beeinflussung der Weltbevölkerung durch die UN schon auf die ersten Jahre nach ihrer Gründung zurückgeht, geht aus einem Bericht eines deutschen Missionars auf den Salomonen nach dem 2. Weltkrieg hervor:

„(…) Sehr viele Eingeborene aber haben ihren Glauben in den schweren Tagen (des Krieges) bewahrt und sind zu bewussten Christen geworden. Einmal kam eine Kommission der UN auf unsere Insel. Ich schickte einige eingeborene Studenten hin, die sehr fleißig und begabt waren. Die Herren wollten den Insulanern einreden, für sie sei doch die Vielweiberei das Beste. Es sollte also ein in vielen mühsamen Jahren errungener Erfolg der Missionare gefährdet werden! Diese Zumutung wurde aber von den Studenten in einer erregten Diskussion so entschieden zurückgewiesen, dass auch die Herren der Kommission einsehen mussten, dass sie keine ‚Wilden vor sich hatten.“


(Aus: die Weltmission der katholischen Kirche, Nov/Dez 1953)

Samstag, 19. Oktober 2013

Die Maristen bei den Kannibalen in Melanesien (Teil 2)

 
Krieger mit Kanu auf den Salomonen (1895)

Fortsetzung von hier

Nach der Bestattung ihres Bischofs kehrten die Glaubensboten nach Süden zur Insel S. Cristobal zurück; hier versuchten sie, in der Bai von Makira an der Westküste sich niederzulassen. Alles schien gut zu gehen, da fiel als zweiter in der langen Reihe der Opfer der Salomonen P. Crey, ein jugendlicher Missionär, am Fieber. Und nun folgte Schlag auf Schlag. 

Am 20. April 1847 brachen zwei Patres und ein Laienbruder ins Innere auf. Plötzlich wurden sie überfallen und aufgefressen. Kurze Zeit nach der grauenhaften Szene traf der zweite Apostol. Vikar Collomb auf der Insel ein; er veranlasste die übriggebliebenen Missionäre, nach der Insel Woodlark überzusiedeln, wo sich günstigere Aussichten boten. 
Kaum angekommen, raffte das Fieber den Bischof hinweg, ihm folgten noch einige der Patres nach. Es schien, als wäre die Stunde der Bekehrung für die Salomonen noch nicht gekommen. Rom berief die unglücklichen Glaubensboten ab.

Die Priester des eben begründeten Mailänder Missionsseminars boten sich nun an, das verlassene Arbeitsfeld zu übernehmen. Es wartete ihrer das gleiche Los. Nachdem viele Glaubensboten vom Fieber und den Lanzen der Wilden dahingerafft waren, musste der Rest der Missionäre unverrichteter Dinge heimwärts ziehen. Noch 40 Jahre blieben die Salomonsinseln in der tiefen Nacht des Heidentums.

1897 überwies die Propaganda von neuem den Maristen die Inselgruppe, die inzwischen den Herz-Jesu-Missionären zugeteilt war. Sofort wurden zwei Apostol. Präfekturen gebildet; die eine umfasste die nördlichen deutschen Eilande, die andere die englischen im Süden. Da Deutschland einen Teil seiner Inseln an England abtrat, gehört zur Präfektur der nördlichen Salomonen heute deutsches und englisches Gebiet.

Zum ersten Apostol. Präfekten der südlichen Inseln wurde der Apostol. Vikar der Viti-Inseln (Fidschi) ernannt; schon im Mai 1898 gründete er mit drei Missionären eine Station auf der unbewohnten Insel Rua Sura an der Ostseite von Guadalcanal. Mit Forschungsfahrten längs der Küsten begann die Tätigkeit der Glaubensboten. (…) Sehr langsam ging es voran. 

Wiewohl die Zahl der Stationen schnell vermehrt worden war, zählte man 1907 erst 600 Christen, davon war etwa die Hälfte in Missionsschulen erzogen. Auf der Insel Maran konnte man z.B. erst nach fünfjähriger Tätigkeit die erste Taufe spenden. 

Wie viele Opfer diese Erfolge gekostet, lehren die Annalen der Mission mit ihren Berichten von Schiffbrüchen, Überfällen und Krankheiten. In den letzten Jahren geht das Bekehrungswerk schneller von statten. „Von allen Seiten“, so schreibt ein Missionär, „kommen jetzt Gesuche um Priester und Katechisten. Fünf Stationen bestehen auf Guadalcanal, je eine auf S. Cristobal, der berüchtigten Insel Malaita und Neu-Georgien. In Rua, Sura, dem Zentrum der Mission, ist eine Katechistenschule eingerichtet worden, deren 15 Zöglinge uns bald bei der Glaubensverbreitung wertvolle Dienste leisten wollen.“

Im Oktober 1910 erhielt die Mission auch ihre erste Steinkirche in Visale. In Gegenwart des englischen Residenten, eines Protestanten, wurde sie zu Ehren des heiligen Herzens Jesu eingeweiht unter großem Zulauf des Volkes. Da die südlichen Salomonen bereits 1911 2079 getaufte Katholiken zählten und für die Zukunft eine reiche Ernte versprachen, wurden sie 1912 zum Apostol Vikariate erhoben.

Noch langsamer als auf den südlichen Inseln entwickelte sich das Bekehrungswerk auf der nördlichen Gruppe. Zum ersten Apostol. Präfekten wurde 1897 der Apostol. Vikar der Samoa-Inseln, Bischof Broyer, ernannt, der sich alsbald nach Europa begab, um neue Hilfskräfte, namentlich deutsche, zu holen. Mit den Patres Estienne, Flaus und Englert sowie einigen samoanischen Katechisten gründete er 1899 auf dem kleinen Eiland Poporag, das zu der Shortlandgruppe gehört, die erste Station. 

Schon im folgenden Jahr wurden diese und alle Inseln südlich von Bougainville von Deutschland an England abgetreten. Die Missionäre entschlossen sich, fürs erste alle Kräfte auf die beiden deutschen Inseln zu verwenden. Doch ließen sie Poporag als Zentralstelle bestehen. Die Errichtung weiterer Stationen verzögerte das unerwartete Hinscheiden mehrerer Missionäre. 1901 entstand auf Bougainville am Meeresufer bei einer dicht bevölkerten Ebene die Station Kieta. 

Kaum begründet, musste man sie zeitweilig wegen der Überfälle der Wilden, bei denen zwei Kinder ermordet wurden, verlassen. 1904 kaum Buin hinzu; hier zwang der Tod des Missionärs zu vorübergehender Aufgabe. 1907 entstand dann Koromira und 1910 die ersten Station auf der Insel Buka.
Auch auf den nördlichen Salomonen war zunächst an Bekehrung der Erwachsenen nicht zu denken. Unter unsäglichen Mühen zogen die Missionäre auf ihrem Schiff längs der Insel und suchten gegen Geschenke Kinder für die Schulen der Patres und Schwestern zu werben. 

Auch heute bilden die Schulen noch immer den wichtigsten Teil der Arbeit, wenn auch durch den Einfluss der Glaubensboten und der Bekehrten sich bereits ein Umschwung in den rohen Sitten bemerkbar macht. Wie langsam das Werk der Glaubensverbreitung vorangeht, zeigt die Tatsache, dass Poporag 1903 erst 9 getaufte Jünglinge und 14 Mädchen aufwies. Angesichts solcher Umstände wird man es zu würdigen wissen, wenn die ganze Präfektur 1911 schon 740 Katholiken zählte; auf den 5 Stationen widmen sich gegenwärtig 12 Missionäre, 5 Brüder und 9 Schwestern dem Bekehrungswerk. Die Schulen werden von 257 Kindern besucht. Gegen 100.000 Heiden, wo von etwa 70.000 auf deutschen Inseln leben, warten auf den nördlichen Salomonen noch der frohen Botschaft.


(Aus: die katholischen Missionen, 1913)

Dienstag, 15. Oktober 2013

Die Maristen bei den Kannibalen in Melanesien (Teil 1)





Im Jahre 1844 schlug für die Salomonsinseln die Gnadenstunde nach der langen Nacht der Barbarei und des Heidentums. Im Juli dieses Jahres schuf Gregor XVI. das Doppelvikariat von Melanesien und Mikronesien. Zu Melanesien gehörten Neuguinea, der Bismarckarchipel, Neupommern und die Salomonen. Mikronesien sollte im Norden die Marianen, im Osten die Gilbert- und Marshallinseln und im Westen die Karolinen umfassen. 

Schon am 1. Dezember des folgenden Jahres erschien vor den Salomonen der bescheidene Zweimaster, der den ersten Apostol. Vikar des weiten Missiongebiets, den edlen Bischof Jean-Baptiste Epalle, und die ersten Glaubensboten, 7 Patres und 6 Brüder aus der Gesellschaft Mariens, brachte. Vor den Augen der Missionäre lag die schöne Insel S. Cristobal, die südlichste der ganzen Gruppe. Von dem Verdeck ihres Schiffes grüßten sei das liebliche Eiland. 

In heiliger Begeisterung stimmten sie das Ave Maris stella an, während der Bischof schweigend einige geweihte Medaillen in die Wogen warf. Da S. Cristobal nicht günstig für die Missionsgründung gelegen war, fuhren die Glaubensboten weiter, um einen mehr im Mittelpunkt der Inseln befindlichen Platz zu suchen. 

Nachdem man einige Tage lang in einem kleinen Boot die Ufer untersucht hatte, entschied sich der Apostol. Vikar, ans Land zu gehen. Es war der 16. Dezember, als Bischof Epalle mit 2 Missionären und 4 Seeleuten das Segelschiff verließ. Dem Seemann, der ihn fragte, wohin er das kleine Landungsboot steuern solle, rief er entschlossen zu: „Sofort auf die Hütten los.“

Schon hält der Kahn am Gestade und verschwinden die mutigen Glaubensboten im Gebüsch. Da auf einmal gegen 10 Uhr knallen Schüsse, die Missionäre fliehen zum Boot, ein Laufen, ein Schießen, und in aller Hast fahren sie zum Zweimaster zurück. Was war geschehen? Aufs Schiff hinauf schafft man zuerst den Bischof, blutüberströmt, halbentkleidet. Von fünf Wunden klafft sein Haupt, das Gehirn ist sichtbar. 

Allen voran hatte er sich den Häusern der Eingeborenen genähert, als plötzlich die Wilden aus dem Dickicht hervorbrachen und losschlugen. Zum Tode getroffen, lag er am Boden, während die seinen im ersten Schrecken zum Kahne zurückeilten. Erst dort bemerkte man die Abwesenheit des Apostol. Vikars. Unverzüglich sprang ein Pater wieder ans Land. Mit den Gewehren trieben die Matrosen die Wilden fort, die schon daran waren, den sterbenden Bischof zu entkleiden. 
Mit übermenschlicher Kraft raffte der Priester den Kirchenfürsten auf und eilte zurück zum Schifflein, während die Insulaner tobten. Doch ehe diese eintrafen, war das Boot vom Ufer abgestoßen.

Drei Tage dauerte der Todeskampf des kühnen Missionsbischofs. Am 19. Dezember 1845 hauchte er seine edle Seele aus, der erste Märtyrer der Salomonen.

Am Abend des blutigen Tages hieß es, der Schiffskapitän wolle mit seinen Geschützen und Gewehren die Bluttat rächen; da erhielt er einen Brief, den alle Missionäre unterzeichnet hatten. 

Herr Kapitän, wir kennen zwar nicht die Motive, die Sie bewegen, das Landungsboot noch einmal an das Ufer zu schicken, wo unser Bischof zum Tode getroffen ward, doch glauben wir öffentlich aussprechen zu müssen, dass wir keine Vergeltung wünschen; denn Rache wäre ganz dem Geiste unserer Sendung entgegen. Wir wollen nur Opfer und Frieden.


Nahe bei der Stelle wo er gefallen, beschlossen die Glaubensboten, ihren Bischof beizusetzen. Nachts feierten sie an Bord des Schiffes den Gottesdienst, dann gruben sie auf dem Eiland das Grab und senkten den Märtyrer dort hinab. Ein kleiner Grabstein mit einer Inschrift wurde darauf gelegt, dann deckte man alles mit dem feinen Sand des Meeres zu. 

Mehr als 50 Jahre später fanden seine Mitbrüder, die damals aufs Neue in die Mission zurückkehrten, hier die ehrwürdigen Überreste wieder. Am Schädel waren noch die Spuren der tödlichen Streitaxt zu erkennen. Brustkreuz, zwei Medaillen und Stücke des Rosenkranzes waren noch vorhanden. Jetzt schmückt ein einfaches Grabmal die Stelle, wo einer der ersten Maristen und Apostel Ozeaniens seine Ruhestätte gefunden.

(Aus: die katholischen Missionen, 1913)

Fortsetzung hier