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Sonntag, 31. Mai 2015
Marienlob am Sterbebett
Ebenso fromm [wie eine andere Aussätzige in Cocorita] starb Maria Manelli. Im Anfang ihrer Krankheit hatte es ihr viel gekostet, das Opfer ihres Lebens zu bringen, und die ersten Tage ihres Aufenthaltes im Leprosenhaus schienen ihr sehr traurig. Aber die Gnade siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten wieder in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats … zu sich in den Himmel genommen.
(Aus: die katholischen Missionen, 1876)
Dienstag, 12. März 2013
Wie gutes Beispiel wirkt: eine Mutter und ihre drei Töchter treten bei den Dominikanerinnen ein
Über die Liebestätigkeit der Dominikanerschwestern im Dienste der Aussätzigen von Cocorita haben wir bereits vor vielen Jahren berichtet.
Inzwischen erfahren wir, wie das heroische Beispiel der guten Schwestern auf eine vornehme Dame und ihre drei Töchter solchen Eindruck gemacht hat, dass sie zusammen den Entschluss gefasst haben, die Welt zu verlassen und in die Reihen dieser christlichen Heldinnen einzutreten.
Madame de Herera, aus einer der angesehensten Familien Venezuelas stammend, war, seitdem sie Witwe geworden war, nach der Insel Trinidad übergesiedelt, hatte hier die Schwestern und ihr Werk kennen und bewundern gelernt.
Mutter und Töchter traten in Frankreich ins Noviziat der Dominikanerinnen ein und erhielten am 30. August 1890, am Feste der hl. Rosa von Lima, der Lilie von Peru, aus der Hand des Bischofs von Evreux den Ordensschleier.
Die Mutter erhielt den Ordensnamen Johanna de Aza, der Mutter des hl. Dominikus, ihre drei Töchter die Namen der heiligen Erzengel: Michael, Gabriel und Raphael.
Inzwischen erfahren wir, wie das heroische Beispiel der guten Schwestern auf eine vornehme Dame und ihre drei Töchter solchen Eindruck gemacht hat, dass sie zusammen den Entschluss gefasst haben, die Welt zu verlassen und in die Reihen dieser christlichen Heldinnen einzutreten.
Madame de Herera, aus einer der angesehensten Familien Venezuelas stammend, war, seitdem sie Witwe geworden war, nach der Insel Trinidad übergesiedelt, hatte hier die Schwestern und ihr Werk kennen und bewundern gelernt.
Mutter und Töchter traten in Frankreich ins Noviziat der Dominikanerinnen ein und erhielten am 30. August 1890, am Feste der hl. Rosa von Lima, der Lilie von Peru, aus der Hand des Bischofs von Evreux den Ordensschleier.
Die Mutter erhielt den Ordensnamen Johanna de Aza, der Mutter des hl. Dominikus, ihre drei Töchter die Namen der heiligen Erzengel: Michael, Gabriel und Raphael.
(aus: die katholischen Missionen, 1892)
Montag, 4. Februar 2013
Ein Aussätzigenheim in der Karibik und seine frommen Bewohner (Teil II)
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| Die Dominikanerinnen beim Versorgen der Aussätzigen |
Fortsetzung von hier
Ebenso fromm starb Maria Manelli. Im Anfang ihrer Krankheit hatte es
ihr viel gekostet, das Opfer ihres Lebens zu bringen, und die ersten Tage ihres
Aufenthaltes im Leprosenhaus schienen ihr sehr traurig.
Aber die Gnade Gottes siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats (1875) von den Banden ihres Körpers befreit und zu sich in den Himmel genommen. Beinahe ihre ganze Familie ist dem Aussatz verfallen; zwei ihrer Brüder sind bereits daran gestorben, einen anderen Bruder und eine Schwester ließen sie im Spital zurück, und bei dem vierten und letzten ihrer Brüder hat sich auch schon die schreckliche Krankheit gezeigt.
Aber die Gnade Gottes siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats (1875) von den Banden ihres Körpers befreit und zu sich in den Himmel genommen. Beinahe ihre ganze Familie ist dem Aussatz verfallen; zwei ihrer Brüder sind bereits daran gestorben, einen anderen Bruder und eine Schwester ließen sie im Spital zurück, und bei dem vierten und letzten ihrer Brüder hat sich auch schon die schreckliche Krankheit gezeigt.
Bei dieser Aufzählung der eines wirklich seligen Todes gestorbenen Aussätzigen dürfen wir vor Allen nicht Maria Johanna, eine sechzehnjährige Jungfrau, vergessen, denn sie war gleichsam der Schutzengel unseres Spitals; wenn unsere jungen Kranken fromm sind, so verdanken wir es ihr, denn sie verstand es, die Frömmigkeit liebenswürdig zu machen.
Dreimal täglich vereinigte sie um ein kleines Altärchen, das sie sich gemacht hatte, alle aussätzigen Frauen und Mädchen, um mit ihnen den Rosenkranz, Litaneien usw. zu beten. Der Aussatz hatte ihr einen Teil ihrer Füße weggefressen, so dass sie sich nur kriechend fortbewegen konnte; dennoch wohnte sie fast täglich der heiligen Messe bei und versäumte auch nicht während des Tages den lieben Heiland im heiligen Sakrament zu besuchen. Um halb vier Nachmittags fand man sie sicher in der Kapelle und sie bleib dort bis halb sieben.
Während dieser langen Zeit kniete sie bewegungslos mit gekreuzten Armen und geschlossenen Augen und betete ihren Rosenkranz oder betrachtete, während heiße Tränen über ihre von der Krankheit halb verzehrten Backen herabflossen.
An den Kommuniontagen verlängerte sie ihre Besuche, und wenn ihre Wunden ihr den Besuch der Kapelle ganz unmöglich machten, fand man sie vor ihrem kleinen Altar auf den Knien.
Sie hatte das Geheimnis der christlichen Abtötung begriffen; nie kam eine Klage aus ihrem Mund, dagegen fügte sie ihren Leiden noch freiwillige Bußübungen hinzu. Ihre Lieblingsandacht war zu dem am Kreuz leidenden Heiland, ,und während ihrer letzten Tage wiederholte sie ohne Unterlass den Seufzer: ‚O mein gekreuzigter Jesus!‘
Das gute Kind war bei seinem Tod erst sechzehn Jahre alt; eine Brave Frau hatte dasselbe ganz verlassen auf dem Weg liegend gefunden und uns gebracht. Glücklich, wer so stirbt wie diese armen Aussätzige!
Am 14. November 1875 hatten wir in unserer Kapelle die feierliche Taufe von 7 Kindern; zwei von ihnen gehörten heidnischen Eltern. Da diese in Cocorita wohnen, hatte man bei der Geburt ihrer Kinder sich Mühe gegeben, sie zu veranlassen, dass sie dieselben taufen ließen, aber der Vater hatte nichts davon wissen wollen.
Jetzt kam er von freien Stücken, um für seine Kinder diese Gnade zu erbitten. Am bestimmten Tage fand sich die ganze Familie in Festkleidern ein; der Vater mit einem langen, weißen, hemdartigen Gewand bekleidet, führte seinen fünfjährigen Sohn an der Hand, die Mutter, in einem großen Schleier dicht gehüllt, trug ihre erst wenige Monate alte Tochter.
Sie schienen tief durchdrungen von der Wichtigkeit der Handlung und folgten aufmerksam den Zeremonien, die sie nicht verstanden. Seither wohnt nun auch die ganze Familie regelmäßig dem Gottesdienst bei, und wir hegen die begründete Hoffnung, dass die Gnade die Herzen der Eltern ganz umschaffen und sie bestimmen wird, auch selbst die heilige Taufe zu verlangen.
Das neue Jahr haben wir in unserem Spital mit einer großen Gnade begonnen; der hochw. Herr Erzbischof von Port of Spain, Msgr. Gonin, kam mit den beiden Patres Stephan und Hyacinth, um bei uns die heilige Firmung zu spenden.
47 Aussätzige, unter ihnen 15 neubekehrte Kulis, waren durch mehrmonatlichen Unterricht auf den Empfang dieses Sakraments vorbereitet worden und zwei der letzten empfingen zugleich die erste heilige Kommunion aus der Hand des Erzbischofs.
Unsere arme Kapelle hatten wir aufs Beste mit Palmzweigen und Blumen geschmückt; die 47 Firmlinge, alle weiß gekleidet, empfingen den hochwürdigsten Herrn an der Pforte des Hauses und führten ihn zur Kapelle, wo er ihnen zuerst eine ungemein rührende Anrede hielt, darauf die heilige Messe feierte, während welcher alle kommunizierten, und endlich die Firmung spendete.
Wie glücklich fühlten sich diese 47, sonst von der Menschheit gleichsam Ausgestoßenen, dass der Erzbischof sich so freundlich zu ihnen herabließ, und durch die Tat ihnen bewies, dass die christliche Liebe keinen Unterschied kennt!“
(aus: die katholischen Missionen, 1876)
Sonntag, 3. Februar 2013
Ein Aussätzigenheim in der Karibik und seine frommen Bewohner (Teil I)
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| Das Aussätzigenheim in Cocorita (Cocorite), Trinidad und Tobago |
Man teilt uns zwei Briefe der Dominikanerinnen aus dem Leprosenhaus von
Cocorita mit, aus denen wir Folgendes entnehmen:
„Die Zahl unserer Aussätzigen schwankt zwischen 112 und 115; mehr können wir leider nicht aufnehmen, da unser Haus nicht mehr Platz hat. Es würde sonst nicht an solchen fehlen, die aufgenommen zu werden wünschen, da die abscheuliche Krankheit noch immer große Verheerungen anrichtet.
Merkwürdigerweise greift sie aber bloß die erwachsenen indischen Kulis und die Kreolenkinder an, während die Kulikinder ganz verschont bleiben.
Bei jedem größeren Fest, das wir feiern, haben wir stets das Glück, einige Bekehrungen zu verzeichnen; im Jahr 1875 sind 8 erwachsene Hindus und 14 Hindukinder durch unsere Vermittlung zur Gnade der Taufe gelangt.
Am Fest des hl. Dominikus trat eine kleine protestantische Waise, mit Namen Gemina, in die wahre Kirche ein. Seit den zwei Jahren, die sie jetzt schon im Spital zubringt, hatte sie sich stets am katholischen Gottesdienst beteiligt, ohne sich durch die protestantischen Prediger usw. abhalten zu lassen.
Anfangs hatte sie deshalb einige kleine Verfolgungen zu erdulden, aber später ließ man sie in Ruhe, indem man hoffte, sie werde mit der Zeit von selbst wieder zum Protestantismus zurückkehren.
Allein in dieser Hoffnung hatte man sich getäuscht.
Im März 1875 bat Gemina von freien Stücken den hochw. P. Mannes, sie in die Kirche aufzunehmen.
Der Pater zauderte erst, weil das Kind noch minderjährig war; Gemina wiederholte ihre Bitte zu verschiedenen Malen; endlich, im Monat Juli, verlor sie die Geduld und bat um die Erlaubnis, nach Port of Spain gehen zu dürfen, um dort in die katholische Kirche sich aufnehmen zu lassen.
Die Prüfung war jetzt lang genug gewesen und zeigte hinreichend den ernsten entschiedenen Willen des Kindes, und so konnte sie am 6. August das Glaubensbekenntnis ablegen, nachdem sie zuvor bedingungsweise getauft worden war.
„Die Zahl unserer Aussätzigen schwankt zwischen 112 und 115; mehr können wir leider nicht aufnehmen, da unser Haus nicht mehr Platz hat. Es würde sonst nicht an solchen fehlen, die aufgenommen zu werden wünschen, da die abscheuliche Krankheit noch immer große Verheerungen anrichtet.
Merkwürdigerweise greift sie aber bloß die erwachsenen indischen Kulis und die Kreolenkinder an, während die Kulikinder ganz verschont bleiben.
Bei jedem größeren Fest, das wir feiern, haben wir stets das Glück, einige Bekehrungen zu verzeichnen; im Jahr 1875 sind 8 erwachsene Hindus und 14 Hindukinder durch unsere Vermittlung zur Gnade der Taufe gelangt.
Am Fest des hl. Dominikus trat eine kleine protestantische Waise, mit Namen Gemina, in die wahre Kirche ein. Seit den zwei Jahren, die sie jetzt schon im Spital zubringt, hatte sie sich stets am katholischen Gottesdienst beteiligt, ohne sich durch die protestantischen Prediger usw. abhalten zu lassen.
Anfangs hatte sie deshalb einige kleine Verfolgungen zu erdulden, aber später ließ man sie in Ruhe, indem man hoffte, sie werde mit der Zeit von selbst wieder zum Protestantismus zurückkehren.
Allein in dieser Hoffnung hatte man sich getäuscht.
Im März 1875 bat Gemina von freien Stücken den hochw. P. Mannes, sie in die Kirche aufzunehmen.
Der Pater zauderte erst, weil das Kind noch minderjährig war; Gemina wiederholte ihre Bitte zu verschiedenen Malen; endlich, im Monat Juli, verlor sie die Geduld und bat um die Erlaubnis, nach Port of Spain gehen zu dürfen, um dort in die katholische Kirche sich aufnehmen zu lassen.
Die Prüfung war jetzt lang genug gewesen und zeigte hinreichend den ernsten entschiedenen Willen des Kindes, und so konnte sie am 6. August das Glaubensbekenntnis ablegen, nachdem sie zuvor bedingungsweise getauft worden war.
Während des verflossenen Jahres (1875) sind 16 unserer Kranken gestorben; vier davon haben erst auf dem Todesbett die heilige Taufe empfangen.
Die Wirksamkeit der Gnade zeigt sich, möchte ich sagen, am deutlichsten gerade bei diesen Taufen in extremis. Die armen, sonst so unwissenden und ungebildeten Menschen werden durch sie umgewandelt, und die geheimnisvolle Wirkung, welche die Taufe in ihrer Seele hervorbringt, tritt in ihrem ganzen äußeren Wesen zu Tage.
Unsere getauften Aussätzigen empfinden eine Herzensfreude, über die sie sich nicht genug auszusprechen wissen. ‚Jetzt ist Alles gut‘ wiederholte einer ohne Unterlass; ‚alle Sünden vergeben, abgewaschen, jetzt sterben und zu Gott gehen, o das ist gut, gut!‘
Einer der ersten Protestanten, welche von unseren Schwestern bekehrt wurden, ist auch dieses Jahr gestorben.
Im Jahr 1869, als bald nach der Ankunft unserer ersten Schwestern das gelbe Fieber hier so heftig wütete und in der Zeit vom 8.-29. September neun Schwestern und zwei Dominikanerpatres hinwegraffte, hatte James Gordon die großmütige Aufopferung dieser eifrigen Ordensleute gesehen und hingerissen von Bewunderung hatte er in die Kirche eintreten wollen, welche so heroische Tugenden hervorbrachte.
Vom Augenblick seiner Bekehrung an war er stets treu dem Zuge der Gnade gefolgt. Mit 24 Jahren schon im Leprosenhaus gleichsam lebendig begraben, hatte sein Glaube ihn stets aufrecht gehalten.
Er war der erste gewesen, welcher den Schwestern bei ihrem schweren Beruf jene kleinen Dienste leistete, die seine Krankheit ihm noch möglich machte; der Schmerz über den so raschen Tod der neun Schwestern hatte dann, wie es scheint, seine Krankheit noch bedeutend verschlimmert.
Bald nachher war sein ganzer Körper vom Kopf bis zu den Füßen mit Geschwüren und offenen Wunden bedeckt, und die letzten zehn Monate litt er ein wahres Martyrium. Aber seine Geduld blieb sich stets gleich und sein Tod war der eines Heiligen.
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