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Freitag, 7. August 2026

“To save all men, but especially the Cumans” – St. Dominic’s dreams of converting Steppe warriors

 


“Saint Dominic wanted to save all men, Christian and Saracens, but especially the Cumans and other pagans”

- Friar Rudolf of Faenza at the canonization process of St. Dominic

When we think of St. Dominic’s zeal for the salvation of souls, his apostolate among the Albigensians might come to mind first. Yet throughout his priestly life, the earliest and most persistent object of his missionary zeal remained the Cumans, also known as Kipchak Tatars. This powerful Western Turkic people migrated into Eastern Europe from its homeland around the Aral Sea in the 11th century, terrorizing Christendom by launching deep raids into Christian lands. They soon also became allies of European empires, fighting for the Hungarians and the Bulgarians. Aside from smaller groups of Cumans who were defeated, settled in the Kingdom of Hungary and christianized, they largely adhered to Tengrism like other Central Asian nomads.

This pagan people attracted the attention of St. Dominic and his saintly companion Diego, Bishop of Osma. Diego intended to leave everything behind to preach to the Cumans, and accompanied by Dominic, he sought the blessing of the Father of Christendom, traveling to Rome in 1204. Pope Innocent III praised their zeal but demanded Diego to return to his bishopric. It appears that the Pope did not want the Spanish church to lose such an exemplary bishop. When Diego died in 1207, the desire for the Cuman mission remained in Dominic’s heart. In the early days of the Dominican Order he would often say: “When we have fully instructed our brethren, we will go to the Cumans, and preach the faith of Christ”. At the first General Chapter of 1220, St. Dominic intended to resign as Master General of his order to fulfill his dream of preaching among the warlike nomads, but his resignation was not accepted by the friars. The following year, the last of his life, the saint saw the foundation of the Dominican Province of Hungary, headed by Paulus Hungarus, who sent friars to preach among the Cumans. After initial hardships—two friars were killed—the Dominicans were successful in converting the Cuman chieftains Bortz and Membrok (possibly Bortz’ son) along with many of their subjects. These conversions laid the foundation for the short-lived Diocese of Cumania in what is now Romania, created by Pope Gregory IX in 1228 and headed by the Dominican Theodoric. The Mongol invasion of 1241 scattered the Cumans and destroyed the diocese, with the Cuman survivors in the Balkans being assimilated by the local populations.

While there no longer exists a distinct Cuman ethnic group, many Turkic peoples in Eastern Europe and Central Asia are related to the Cumans, such as the Nogais or the Kazakhs. May Saint Dominic intercede for them.

Sources:

John C. Rubba, O.P., “The Third Order of St. Dominic”
Theodosia Augusta Drane, The History of St. Dominic
J.B. O’Connor, O.P. “Saint Dominic and the Order of Preachers”
Leonhard Lemmens, O.F.M. “Die Heidenmission des Spätmittelalters”
Wikipedia: Roman Catholic Diocese of Cumania

Freitag, 17. Juli 2026

Ein Franziskanerbischof beim Großkhan –Johannes von Montecorvino O.F.M.

 


Das Spätmittelalter war die Zeit heroischer Wandermissionare. Zahllose Angehörige der beiden großen Bettelorden zogen nach Asien, um dort als Herolde des Evangeliums zu wirken und zu sterben. Weder die Tatsache, dass große Teile West- und Zentralasiens vom Islam dominiert wurden, noch die rauen Sitten der großen Nomadenvölker der eurasischen Steppe konnten diese apostolischen Wanderer abschrecken. Sie hatten ja alles verlassen, um Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen. P. Leo Lemmens O.F.M. schreibt über ihre Gesinnung: „Hervorragendes Merkmal unserer Glaubensboten ist ihr Mut und Opfersinn. Vielleicht zeigt kein anderer Zeitraum so viele Hindernisse des Glaubenswerkes und so wenige Umstände, die zu seinen Gunsten eingewirkt hätten.“

Eines der großen Hindernisse waren die riesigen Entfernungen, die damals größtenteils zu Fuß oder zu Pferd bestritten wurden. So ist es nachvollziehbar, dass der europäische Kontakt zum kaiserlichen Hof in Kambaluk (Peking) erst im Jahr 1266 während der Herrschaft von Kublai Khan hergestellt wurde. Der Großkhan richtete durch Niccolò und Maffeo Polo an den Papst die Bitte um Gelehrte, „die die Lehre von dem einen mächtigen Gott predigen könnten“. Verschiedene Zeitumstände führten dazu, dass erst mit Bruder Johannes von Montecorvino im Jahr 1289 ein päpstlicher Gesandter auszog, der auch an seinem Zielort in China ankam.

Die Gebrüder Polo bei Kublai Khan

Bruder Johannes war 1246 oder 1247 im kampanischen Montecorvino Rovella geboren und war zunächst Arzt und Richter, bevor er in den Orden der Minderbrüder eintrat und sich dann als Orientmissionar vor allem in Armenien und Persien verdient machte. Als er 1289 von dort aus nach Rom kam, erteilte ihm Papst Nikolaus IV. die diplomatische Mission, päpstliche Schreiben an verschiedene Herrscher Asiens, darunter auch an den Großkhan in Kambaluk zu übermitteln. So berichtet er: „Ich, Fr. Johannes von Montecorvino aus dem Franziskanerorden, reiste von Tauris [Täbris], der Perserstadt, im Jahr 1291 und überschritt die Grenzen Indiens und verweilte in der Gegend Indiens bei der Kirche des hl. Apostels Thomas dreizehn Monate und taufte dort gegen 100 Personen an verschiedenen Orten. Mein Gefährte war Fr. Nikolaus von Pistoia aus dem Orden der Predigerbrüder, der dort gestorben und in eben dieser Kirche beigesetzt ist. Weiterreisend kam ich nach Katai, dem Reiche des Kaisers der Tataren, welcher der Großkhan heißt“.


Timur Khan

Timur Khan, der Enkel Kublais, empfing Bruder Johannes wohlwollend und zeigte die für die mongolischen Herrscher  charakteristische religiöse Duldsamkeit, die auch bei Özbek Khan der Goldenen Horde oder den persischen Ilkhanen trotz ihres Bekenntnisses zum Islam zum Tragen kam. Der Mongolenkaiser war zwar „im Heidentum ergraut“, doch ließ er den Franziskaner frei predigen.
Größere Schwierigkeiten machten die nestorianischen Priester, die wie in Zentralasien damals auch in China noch rührig missionierten. Sie verleumdeten ihn gar als Raubmörder, so dass er sich über Jahre immer wieder vor Gericht verantworten musste, bis die Wahrheit ans Licht kam und der Großkhan die Verleumder in die Verbannung schickte. Trotzdem hatte Bruder Johannes weiterhin von dieser Seite zu leiden; so versuchten die Anhänger des Nestorius, seinen Kirchenbau nachts zu zerstören. Vermutlich handelte es sich dabei um dieselbe Kirche, die er 1299 fertigstellte und mit Darstellungen aus dem Alten und Neuen Bund und Inschriften in lateinischer, persischer und uighurischer Sprache verzierte. Ohnehin zeichnete ihn eine Liebe für einen würdigen Gottesdienst aus. Die 40 Knaben, die der Missionar getauft und in Latein und Griechisch unterrichtet hatte, nahmen am feierlichen Chorgebet teil und erfreuten auch den Kaiser mit ihrem Gesang. Bruder Johannes übertrug neben seiner pastoralen Arbeit die Heilige Schrift in die mongolische Sprache und benutzte dazu das geläufige uighurische Alphabet. Bis 1304 konnte er 6000 Personen taufen oder in die katholische Kirche aufnehmen, darunter auch den nestorianischen Öngüt-König Georg. Georg diente ihm von da an in fürstlichen Kleidern am Altar. Besondere Hirtensorge von Br. Johannes erfuhren die Alanen, die während der Mongolenherrschaft in China angesiedelt wurden. Die Angehörigen des berühmten Reitervolkes hatten aus ihrer kaukasischen Heimat den griechisch-orthodoxen Glauben mitgebracht und mieden die Nestorianer als Häretiker. „Der Apostel der Alanen“ nahm viele von ihnen in die katholische Kirche auf und machte sie so zu einer der Säulen der neuen Gemeinde. Bei all diesen Arbeiten ist zu bemerken, dass Johannes von Montecorvino erst im Jahr 1303 einen ersten Gehilfen in Br. Arnold von Köln erhielt. Nach Einschätzung von Br. Johannes hätte sich der Großkhan vielleicht bekehrt, wenn er noch zwei oder drei Mitarbeiter gehabt hätte. 

Im Jahr 1307, dem Todesjahr Timurs, erhob Klemens V. den eifrigen Missionar zum Erzbischof von Kambaluk und entsandte sieben (laut Lemmens, nach anderen Quellen sechs) Franziskanerbischöfe, die ihm die Priesterweihe spenden und seine Suffraganbischöfe werden sollten. Nur drei von ihnen gelangten schließlich nach China und konsekrierten im Jahr 1308 den neuen „Patriarchen des ganzen Orients“, den Gründer der chinesischen Kirche. Seine Kirchenprovinz erstreckte sich vom Bistum Zaitun (Quanzhou) an der Taiwanstraße über Almalek in Turkestan bis nach Kumuk im Nordkaukasus – geradezu ein Sinnbild für seinen gigantischen Missionseifer. Alle nun in China residierenden Bischöfe standen in hoher Gunst am Hof des Großkhans, wobei Erzbischof Johannes vor allen anderen vom Kaiser geehrt wurde und freien Zutritt zu ihm hatte.

Von Heiden und Christen beweint, starb Erzbischof Johannes in Kambaluk im Jahr 1328. Johannes von Marignola berichtet 17 Jahre später, dass er von „Tartaren und Alanen als Heiliger“ verehrt wurde. Zweifelsohne ist Johannes von Montecorvino eine der bedeutendsten Figuren der Kirchengeschichte Ostasiens. Möge ein erfolgreicher Seligsprechungsprozess auch zur Bekanntheit seiner Person beitragen.

Literatur:
Dr. P. Leonhard Lemmens O.F.M.: Die Heidenmission des Spätmittelalters
P. Autbert Groeteken: Die Franziskanermissionen Chinas im Mittelalter

Samstag, 27. Januar 2024

The golden age of Taiwan's indigenous missions

 

Internuncio Riberi with the queen and king of the Paiwan people. The monarchs received holy baptism from the Internuncio along with a number of the members of their tribe in the mid-1950s.

(Read Part I here and Part II here)

The fall of Beijing to the Communists in 1949 and the subsequent persecution of the Church in China not only caused thousands of Catholic laypeople to leave the mainland for Taiwan, but also brought a large number of native Chinese secular priests as well as missionaries, both Chinese and foreign, from a great number of religious orders to the island, such as the Jesuits, the Society of the Divine Word, Dominicans of the Teutonia Province, the native Chinese congregation of the Disciples of the Lord (Discipuli Domini), the native Sisters of the Oblates of the Holy Family, the Vincentians, the Camillians, and the Swiss Missionary Society of Bethlehem. 

In the early 1950s, the indigenous population of Taiwan numbered between 200,000 and 300,000[1].Belief in the native religious practices had already started to wane under Japanese rule, which clamped down on ritual headhunting, an important religious custom among certain tribes. This led to a greater openess towards Christianity. The large number of new missionaries and a growing interest in Catholicism among the native tribes meant that the Church could finally establish a lasting contact with the more remote tribes in the central mountain ranges and the eastern plains. The new missionary work was often characterized by mass movements of entire villages to enter the Church, such as 800 catechumens in three villages in the southeastern county of Taitung waiting to be baptized by the missionaries of Bethlehem. Sometimes “chance” encounters with the Catholic missions or Catholics proved to be providential, such as natives experiencing Catholic Mass while visiting the city or a fervent Catholic from the mainland sharing his faith with mountain tribes while attending to them as a medic. 

Yet there were also a number of obstacles the missionaries had to grapple with. The large number of requests for missionaries meant that even the large influx of priests and religious from the mainland was not enough to satisfy the demand. A system was adopted by several missions through which a group of indigenous Formosans would be sent to spend a month at a mission station where they would learn the most important truths of the Faith, which they would then hand down to the people in their villages. This offered the benefit of alleviating the lack of missionary personnel, but at the same time posed the traditional danger of mistranslation of theological concepts. Especially in the early 1950s, very few mainland missionaries were familiar with the Formosan languages. Due to the Japanese colonial period, the natives from the ages of 20 to 50 spoke Japanese fluently and there were Japanese dictionaries for some Formosan languages. But this did not help if their foreign missionary only spoke Mandarin or another Chinese language. Even if missionaries who were new to Taiwan visited the villages and watched the native catechist deliver his lessons using the large catechism posters common in the Chinese missions, the missionaries could not know whether the terms were correct or the delivery theologically sound. In one case, Fr. Castor Osorno, O.P., a Spanish Dominican who spoke the Paiwan language, suggested using the Japanese word akuma for devil or demon, as the islanders did not seem to have an equivalent in their language. The catechists did not agree with such usage, despite children showing fear when the word was uttered. In other places, among the Tsou people for example, Japanese loanwords like Seilei (Holy Spirit) were readily accepted as their own. This is just one example for the complex theological and missiological questions the missionaries faced, not to mention the need for a deep study of the customs of each tribe. Of this time Fr. Jakob Hilber, SMB, a Swiss missionary in Taitung, wrote: “So we work here, it would seem, against all rules of missiology, solely focused on bringing in the rich harvest which the Lord gives so abundantly—the mission Hwalien, to which Taitung belongs, has over 10,000 catechumens—in time.” The missionaries not only struggled with the languages, the large workload, and missiological questions, but at times had to face Taiwanese bureaucracy as well. Although Generalissimo Chiang Kai-Shek favored the Catholic missions in general and even wished for more missionaries for the indigenous tribes, access to the mountain tribes was made difficult through the requirement of the so-called “mountain pass”. This document gave outsiders access to the tribal areas but had to be renewed on a regular basis with the authorities. The pass was handed out reluctantly, especially when it came to the area of the Bunun tribe. The Swiss missionaries of the SMB also faced a unique problem: the Swiss government had recognized the Communist rule over the mainland early on, so the SMB missionaries were looked upon with a certain suspicion by the authorities. Lists were required of all attendees of the Christmas Mass at the mission, just as of any other meeting held at the parishes. When given the opportunity, Fr. Hilber would confront policemen who were following him so closely despite Taiwan having religious freedom. When comparisons were drawn to mainland China, where religious freedom only existed on paper, the authorities started to back off.

Fr. Alfred Giger, SMB. blessing the boats of the Tao people. Fr. Giger of the Bethlehem missionaries pioneered the missions on Orchid Island, studying the language and customs of the people and creating a vocational school to improve the indigenous' economic and social situation in a new Taiwanese society. He died in a car crash in Taipei in 1970 after 16 years of missionary work on Orchid Island.
(Picture courtesy of Missionsgesellschaft Bethlehem)


According to Fr. Ernst Böhm, 10,000 native Formosans entered the Catholic Church in the period from 1953 to 1966. Some also converted from Protestantism, especially Presbyterianism, to the Catholic faith. Interestingly, the argument of the antiquity of the Catholic Church seems to have been one of the main factors for Protestant Formosans to convert to Catholicism. The Catholic missionaries also tried to understand the aboriginal culture more deeply. Some members of the Tsou felt drawn to the Church when the Mayavsi feast was celebrated with a Mass instead of the offering to the spirits the pagans had made in times past. The Protestants had abolished the feast altogether, apparently not making an attempt of inculturation. Similar feasts of the Ami, the Saisiyat, and the Atayal were also “baptized”, while the Protestants rejected them in their entirety.

Since the 1970s, the Church in Taiwan has dealt with similar problems as in the West, such as a rise of materialism and a decrease in missionary activity and fervor. This of course also affected the indigenous Catholic population. In additon, it has been said that not all conversions during the “golden era” of the indigenous mission were sincere or inspired by a true understand of the teachings of Catholicism. Yet there have been clear signs of the indigenous mission reaching maturity, with dozens of native priests serving the Church today, especially the Diocese of Hwalien. Some liturgical and biblical texts have been translated into Formosan languages, such as the Four Gosples in Tsou by Fr. Weber, SVD. The consecration of two native bishops, Msgr. John-Baptist Tseng of the Puyuma people in 1998, and more recently of Msgr. Norbert Pu, Bishop of Chiyai, in 2022, shows how the missions among Taiwan’s indigenous tribes has reached its final stage of development, the implantation of the Church (plantatio ecclesiae) through a native hierarchy.

The great movement of Taiwan's indigenous peoples towards the Church in the 1950s and 1960s was likened to a pentecost on a small scale. A number of factors such as a loss of belief in the ancestral religions and the great influx of missionaries from the Chinese mainland worked together providentially to create one of the most interesting times of recent missionary history. May it receive greater attention in future missiological studies.

Sources:

Ernst Böhm, SVD., “Missionserfolg auf Formosa – Warum?”, Steyler Missionchronik 1967

Rudolf Frisch, SVD , “Gruß aus U-fung”, Steyler Missionschronik 1963

Several articles from “Die katholischen Missionen”, 1953–1954 and 1955–1957

UCA NEWS, Bishop praises past missioners for preserving indigenous languages

Missions Etrangères de Paris, “Dans le diocèse catholique de Hualien, dont 95 % des fidèles sont des aborigènes, le nouvel évêque reste un Chinois Han”

Anton Weber, SVD “Mission Experiences in Taiwan, with a Focus on the Indigenous Tsou People”

Missionsgesellschaft Bethlehem SMB, “Das missionarische Umfeld der ersten Jahre


[1] The statistics given in contemporary Catholic publications often diverge considerably.

Mittwoch, 24. Januar 2024

A fresh start: the Dominicans return to Taiwan's indigenous tribes

 

The Basilica of the Immaculate Conception in Wanchin (Source: Abzeronow)

(Read Part I here)

The following centuries saw few missionary contacts with the island. A few decades after the Dutch had taken control over the Spanish missions, they were themselves ousted by the Chinese. The Jesuit Fr. Mailla was based on Taiwan from 1709 to 1718 as part of a larger effort to draw maps of all parts of the Chinese Empire, but it does not appear that he engaged in missionary activity vis-à-vis the natives. The Chinese increasingly settled the western plains, which led to the assimilation of the western tribes, who became known under the names Pepo (Chinese for “flat plains”) or Pepohoan (“savages of the plains”); the modern term Pingpu also means “plains”. Initially, the Chinese favored the natives through legislation as they feared an aboriginal uprising, but as the Chinese population increased, the Pingpu’s economic situation deteriorated. They could not compete with the Chinese, who used the island’s river system to irrigate their fields, doubling their crops compared to those of the Pingpu. At the same time, a deadly conflict started between the Chinese and the headhunting tribes of the mountain interior that lasted well into the 19th century.

On the global stage, the Treaty of Whampoa of 1844 resulted in the theoretical toleration of Christianity in the Chinese Empire. Fourteen years later, the Treaty of Tianjin led to the opening of Chinese ports to foreign trade. As a result, the Congregation de Propaganda Fide asked the Dominicans to return to Taiwan. The Taiwanese mission was attached to the Apostolic Vicariate of Fujian in southern China, which was staffed by missionaries of the Province of the Holy Rosary based in Manila. The first two missionaries, again Spanish Dominicans, to set foot on Taiwan were Fr. Fernando Sáinz, a fiery and optimistic Aragonian recently ordained, and Fr. Ángel Bofurull, a veteran of the Fujian mission. They landed in the southern port of Takau (modern-day Kaohsiung). Due to the difficulties of the trip, Fr. Bofurull decided to return to the mainland for good, while Fr. Sáinz decided to man the mission alone with the help of a group of Chinese catechists. The mission was dedicated to both the Chinese and the native populations, but it soon became evident that the islander population was more susceptible to missionary efforts. The Chinese of Taiwan, especially the subgroup of the Hakka, were very attached to the worship of local deities, an obstacle to missionary work which continued well into the 20th century.

Fr. Sáinz decided to start the new mission with two foundations. One was located in Qianjin (also known as Chenkin) near Takau, the other in the interior some 40 miles from Takau in the Makatao village of Wanchin (also called Wanjin, Bankim or Bankimcheng in older sources). The villagers embraced the foreign missionary and on Christmas of 1862, the first two catechumens received baptism in the newly built church dedicated to the Immaculate Conception. The year 1862 also saw the arrival of two further missionaries, Fr. Ándres Chinchón (later Vicar Apostolic of Xiamen) and Fr. Miguel Limárquez. Chinchón established himself in Qianjin, while Fr. Limárquez joined Sáinz in Wanchin. The mission in Wanchin would thrive, but not without sufferings. The Chinese Hakkas of the place harassed the native converts, a conflict that even led to Fr. Sáinz’s abduction in 1867. He was released after a ransom payment had been made. Furthermore, an earthquake destroyed the church in 1865. In 1866, natives set fire to the newly built church, and more earthquakes followed. This did not dissuade the Aragonian missionary, who forged plans to build a more stately and solid church which could withstand earthquakes and attacks. Around 1865, he also endeavored to make contact with the northern natives, who, it was reported, desired to have missionaries of their own. There was some hope to discover hidden Christians, just as it had happened in Nagasaki in the same year. A catechist was sent to the north in 1866 and the first priests arrived in Jilong, the site of the first Dominican mission in the 17th century, in 1868. Although the Dominicans noted some customs that they interpreted as possibly being of Catholic origin, they were not sure about their findings. Meanwhile, Sáinz had to return to the Philippines in 1869 due to his failing health, having served the Taiwanese mission in his pioneer role for a decade. The Jilong mission was subsequently given up for the time being.

"A Christian Pepohoan"

The 1870s started with the dedication of the new church of Wanchin on 20 February 1870. The massive building was designed in the Filipino colonial style and still stands to this day, having been elevated to the rank of a basilica by Pope John Paul II in 1984. The well-established missions in the south, especially the economically successful station at Qianjin, served as bases for missionary expeditions to the mountain tribes in the center of the island. The Spanish missionaries referred to these tribes generically as igorrotes, as they shared some characteristics with the eponymous mountain people of Luzon in the Philippines, who were also quite hostile to strangers. A mission was set up in Lo-chhu-chug in 1873 and another in Tau-lak (modern-day Douliu) in 1875. Missionary work was consolidated over the next two decades. In 1886, Fr. Francisco Herce reported that the mission in Qianjin had some 250 faithful from the surrounding six villages, while the church could fit 400. Around the same time, Wanjin had 535 faithful and the more recent mission Lo-chhu-chug, 147. Although the sources do not tell us of the number of indigenous persons of each mission, they were likely to form a majority, especially in Wanjin and Lo-chhu-chug, which were indigenous villages.

A group of "Igorrotes"

The Japanese occupation of Taiwan that followed the First Sino-Japanese War in 1895 had a negative impact on the missions in the island’s center. Chinese inhabitants put up the most resistance against the invaders and at same time spread the rumor that the missionaries and their faithful were collaborators. This led to the total destruction of the mission church of Tau-lak on 4 September 1895 at the hands of the rebels, with the Christians fleeing to Lo-chhu-chug. The Japanese re-established order, but the hatred of the rebels only grew when Fr. Giner reported the suspects who had looted the church to the Japanese authorities, leading to more killings by the Chinese. During a partially successful uprising in 1896, the mission was again attacked by rebel forces. Despite these setbacks and a number of earthquakes, the missions on Taiwan developed favorably in the following years. Taiwan was finally separated from the Apostolic Vicariate of Fujian and erected as an Apostolic Prefecture in 1913, not least due to Japanese pressure, as the new rulers looked with suspicion upon the mission that was run from the Chinese mainland. Under the second Prefect Apostolic, Fr. Tomás de la Hoz, who had been Prefect Apostolic in Shikoku in Japan for ten years, there was a perceived shift of attention to the Japanese Catholics, which caused a somewhat strained relation with the Chinese Catholics. In these years, the Japanization of the education system led to Japanese being introduced as a lingua franca both among the Chinese and the indigenous peoples. This Japanization later also extended to the Church, with Archbishop Doi of Tokyo asking de la Hoz in 1940 to step down. De la Hoz agreed, and the Holy See appointed Fr. Joseph Asajiro Satowaki (later Archbishop of Nagasaki and cardinal) as Apostolic Administrator. During the Japanese years, the mission saw a steady growth and World War II only affected it mildly, but missionary contact with many of the tribes of the center and east of the island was yet to be established. Satowaki returned to Japan in 1946, being followed for a short period by Fr. Raymund Tu Minzheng, until the leadership of the prefecture was back in Dominican hands in 1948, but only for little more than a year. What followed next would be the most impactful development in Taiwanese missionary history since the beginning of the mission in the 17th century.

(Read part III here)

Sources:

José Eugenio Borao Mateo, “Dominicos españoles en Taiwan (1859-1960): Primer siglo de historia de la Iglesia Católica en la isla”

José Eugenio Borao Mateo, “Fernando Sáinz y el inicio del catolicismo en Taiwán (1859-1869)”

Yao-Sung Hsiao, “Restauración de las misiones católicas en Taiwán”

The Takao Club, “Road to Bankimcheng”: https://www.takaoclub.com/bankim/road_to_bankimcheng.htm

Sonntag, 21. Januar 2024

The early Catholic missions among Taiwan's indigenous tribes

Members of the Bunun tribe in 1900

The island of Taiwan (traditionally referred to as Formosa, “the beautiful one” in Portuguese) and some of its outlier islands are home to 570,000 native Austronesians, who are divided into 16 tribes recognized by the Taiwanese government. Taiwan’s indigenous tribes not only predate Chinese settlement of the island by millennia, but the island is also widely recognized today as the Urheimat of the Austronesian peoples, a large family of ethnic groups found today in much of Maritime Southeast Asia, Polynesia, and Madagascar, with minorities living in other regions of the world.

Traditionally, Taiwan’s indigenous tribes speak one of the numerous Formosan languages, which are often so distinct that even dialects of the same language are hardly mutually intelligible. Before the contact with Christianity, the natives followed animist beliefs, with some tribes practicing divination through bird behavior. The Tao people of Orchid Island believed in a “master of heaven and earth” called Simo-Rapoa, who has several deities under him. Some, like the Amis, had flood myths. What appears to be a common factor in the belief system of Taiwanese indigenous groups—irrespective of the belief in a supreme being—is the belief in good and bad spirits.

Currently, most government-recognized tribes live in the central mountain range or on the rugged east coast of the island. The tribes of the western plains had been heavily sinicized by the early 20th century and had given up their distinct lifestyle, languages, and culture in favor of Chinese customs. They currently do not receive special recognition from the Taiwanese government. In recent decades, however, there has been a movement to achieve public recognition of the Plains tribes.

The Dominican mission from 1626 to 1642

By the 16th century, Han Chinese fishermen and traders had established connections with the population of Formosa, receiving deerskin, venison, and firewood in their trades with the natives. Yet there were few Han Chinese who settled permanently on the island. This changed when the Dutch East Indies Company gained control over large parts of the southern, western, and eastern coasts of the island in 1624. Although the Spanish had considered Formosa a part of the Philippines and hence Spanish territory since the late 16th century, it was not until the siege of the port of Manila by the Dutch in the same year that the Spaniards decided to also establish themselves in the northern half of the island to prevent further Dutch attacks on the capital of the Philippines.

A Spanish expedition was sent to Formosa on 8 February 1626, accompanied by six Dominican missionaries. Among them was Fr. Bartolomé Martínez, who had made a short visit to the island in 1618 and was enthusiastic about the missionary prospects, especially since he saw Formosa as a link to the greater empires of China and Japan. As the Dutch occupied the south of Formosa, the Spaniards had to find another port in the north and decided on Jilong, naming their fort “San Salvador”. The northern natives around Jilong, the Taparri and Kimaurri, were well-connected throughout the aboriginal societies of the island due to their trade in gold and sulfur. At the same time, they seem to have offered the most resistance to the influx of Han Chinese settlers into their villages, with very few Chinese settling among them compared to other tribes. As these two tribes spoke a lingua franca that the Dominican Fr. Jacinto Esquivel called Baçay or Basay, they are sometimes referred to collectively as Basay. When the Spaniards arrived at Jilong, the Basay abandoned their villages and initially tried to prevent other tribes from trading with the newcomers. Yet after some time, they offered to form an alliance with the Spanish colonists against hostile tribes, taking advantage of the advanced weaponry of the Europeans.

A map showing the Spanish (green) and Dutch posessions (purple) in the 17th century 

The first missionary contact between the Dominicans and the indigenous was facilitated by a Japanese Catholic who lived with his native wife and children in a village near Cape Santiago. He had been to Manila before and held St. Dominic’s sons in high esteem. The man asked for his two daughters to be baptized by the missionaries, making them the first Catholic[1] Taiwanese natives. The commander of the Spanish military expedition became the girls’ godfather. The Japanese Catholic also served as an intermediary when the Dominicans offered to make restitution for the damages Spanish soldiers had caused in the natives’ village. As a consequence, hundreds of Basay returned to their villages. In 1627, Jesuits and Augustinians also tried to reach Formosa, but failed. The Dominicans remained the only missionaries on the island until the arrival of a group of Franciscans in 1633, who were destined for the Chinese missions and therefore did not undertake any apostolic work of their own.

The first missionary to live among the natives was Fr. Jacinto Esquivel, who had asked to stay with the Taparri in 1630. The tribe showed reluctance at first: the stranger who would not marry caused suspicion. But the prospect of Spanish military protection seems to have turned the Taparris’ opinion in his favor. Headhunting was widespread among Taiwan’s tribes and was considered a sign of courage, so one could never know when an attack would be launched from a neighboring village. The priest would also intervene with the Spanish authorities to have native captives freed. Upon seeing this, more villages started asking for priests. Fr. Esquivel laid a firm foundation for his mission and moved on to live with the Kimaurri, before he decided to focus on a group of tribal villages known as Senar near the Spanish fort at Danshui. 

Catholicism soon gained a foothold among more and more villages. The islanders appreciated the chant of the friars and loved the statue of the Blessed Virgin that was carried in procession into their villages. But old habits of intertribal warfare did not die immediately. Such was the case when Fr. Francisco Váez told his Senar hosts he would travel to the rival Pantaos who had desired a missionary. He took some Senarians with him in the hope they could broker a peace, but his company instead forged a plan to kill the missionary lest he benefit the enemy tribe. When they shot their arrows at him, he addressed their leader with the words “Pila, I come to teach you the law of God, and you kill me?” After this, the Senarians fled from their villages. Fr. Váez’ successor, Fr. Luis Muro, obtained a Spanish pardon for his confrere’s killer, but most of the tribe remained in hiding. Trying to contact them, Fr. Muro was also ambushed and killed with arrows. Just as had been the case with Fr. Vaez, the natives cut of his hands and head. Following these events, the firm government of governor García Romero saw great missionary successes, as missionaries could travel more safely now. Fr. Teodoro Quirós, who would become the most veteran of the Taiwanese missionaries and wrote a grammar of the language of the Tanchui people, reported how he baptized hundreds and was not bothered during his travels as the villagers feared the governor.

But doom befell the mission when the Spanish authorities decided to abandon Formosa as a colonization project. It did not prove to be a useful deterrent to Dutch blockades and failed as a transshipment point between China and the Philippines. Sebastián Hurtado de Corcuera, the governor-general of the Philippines, argued in 1636 that most Formosan natives were hostile to Christianity and that the relatively small number of Catholic islanders could be settled in the Philippines instead once Formosa had been abandoned. The governor of Formosa, subordinate to Hurtado de Corcuera, was to prepare the Spanish departure from the island. This met with the resistance of the Dominican Provincial of Holy Rosary Province in the Philippines, Fr. Diego Aduarte, and from Dominican missionaries on Formosa, who accused the governor of playing into the hands of the Protestants. In August of 1641, the Dutch together with their native allies attacked the Spaniards at Jilong. Although they later withdrew, the attack that followed exactly a year later would bring about the end of the Spanish rule over northern Formosa. The Spanish colonizers who had married Formosan women brought their wives and children to the Philippines, while the rest of the Formosan Catholics seems to have stayed behind. It is reported that the Italian Dominican Fr. Victorio Ricci visited Formosa in 1662, still finding the Catholics fervent with some going to confession, yet this report seems doubtful as he stated he went to Tainan, which is in the south of the island where no Catholic mission had been established.

(Click here for Part II)

Sources:

José Eugenio Borao Mateo, “The Catholic Dominican Missionaries in Taiwan(1626-1642)”

José Eugenio Borao Mateo, “Dominicos españoles en Taiwan (1859-1960): Primer siglo de historia de la Iglesia Católica en la isla”

Tonio Andrade, “How Taiwan Became Chinese. Dutch, Spanish, and Han Colonization in the Seventeenth Century”


[1] The Protestants undertook missionary work in the Dutch possessions in the south at the same time.

Samstag, 20. Mai 2023

„Es werden mich selig preisen alle Geschlechter“: Missionsgesellschaften unter dem Patronat Marias (Teil 1)

Missionsgesellschaften unter dem Patronat Marias

Die großen Orden der Kirche, die Benediktiner, die Franziskaner und Dominikaner sowie in neuerer Zeit die Jesuiten haben maßgeblich zur Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria in den Ländern Europas beigetragen und diese Verehrung auch in den ihnen übertragenen Missionsgebieten gefördert.

Mit dem Wachstum der äußeren Missionen entstanden im 18. und 19. Jahrhundert verschiedene Ordensgemeinschaften und Kongregationen, die speziell zum Zweck der Missionsarbeit gegründet wurden. Viele dieser Gemeinschaften tragen nicht nur einen marianischen Namen, sondern ahmen das Leben der Gottesmutter im eigenen missionarischen Wirken nach. In diesem Kapitel soll ein kurzer Abriss der Geschichte dieser Orden und ihrer Verehrung der allerseligsten Jungfrau präsentiert werden.


Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria

Die Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria (lateinisch Missionariorum Oblatorum Beatae Mariae Virginis Immaculatae, Ordenskürzel OMI) wurden 1816 durch den provenzalischen Weltpriester Eugen von Mazenod gegründet, um den Glaubensgeist unter der armen Bevölkerung der Provence zu heben. Im Jahr 1825 wurde die Kongregation von Papst Leo XII. bestätigt, der ihr die Aufgabe gab „jene Menschen in den Schoß der Mutter der Barmherzigkeit zurückzubringen, die Jesus Christus an seinem Kreuz ihr als Söhne und Töchter geben wollte“. Bereits zu Lebzeiten des heiligen Gründers, der im Jahr 1837 Bischof von Marseille wurde, ging die Tätigkeit der Oblaten über die Grenzen Frankreichs hinaus: Im Jahr 1841 zogen die ersten Oblatenmissionare in die Indianermission in Kanada, worauf im Jahr 1847 die Übernahme der Mission auf Sri Lanka folgte. Eugen de Mazenod, der 1861 starb und 1995 heiliggesprochen wurde, bezeichnete Maria als die „Mutter der Missionen“. Die schwierigen arktischen Missionen unter den Inuit in Kanada stellte der Orden unter den besonderen Schutz der unbefleckten Jungfrau. Der selige Joseph Gérard, der Apostel von Lesotho, hatte eine kindliche Andacht zur allerseligsten Jungfrau und vermittelte diese auch seinen Christen. Am 7. Dezember 1863 schrieb er: „Es ist eine Freude für mich, wenn ich mir vorstelle, dass unsere Basotho mit den anderen Nationen die Seligkeit der heiligen Jungfrau preisen werden. Mögen auch sie anfangen zu sagen: ‚Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns!‘ Zwar tun sie es noch nicht aus ganzem Herzen und aus ihrer ganzen Seele, aber es ist Anfang; hoffen wir, dass die allerseligste Jungfrau ihnen den Rest lehren wird.“ Als seine Missionserfolge voranschritten, ,verbreitete sich auch die Andacht zu Maria unter dem Volk. Die Neugetauften begannen die Begrüßung der Oblatenmissionare untereinander zu verwenden: „Gelobt sei Jesus Christus – und die unbefleckte Jungfrau Maria“. Mit besonderem Eifer wurden auch die Maiandachten gepflegt.[1] So ist der Selige ein Vorbild des Ideals, das die Ordenskonstitutionen von 1966 im 6. Artikel zeichnen: „Sie [die Ordensmitglieder der Oblaten] werden in dieser Jungfrau einen Typus des Glaubens der Kirche erkennen und das vollkommene Vorbild für ihren eigenen Glauben, da sie Christus empfing, damit sie ihn mit der Welt teilen konnte, deren Hoffnung er ist. In ihren missionarischen Freuden und Leiden werden sie stets eng mit ihr, der Mutter der Barmherzigkeit, verbunden sein. Wo auch immer sie ihr Dienst hinführt, werden sie danach streben, in den Herzen der Menschen eine tiefe Andacht zur unbefleckten Mutter zu entfachen, die siegreich ist über alles Böse.“[2] Heute sind die Oblaten in zahlreichen Ländern vertreten. Der Sitz der mitteleuropäischen Provinz befindet sich im hessischen Hünfeld.



[1] Blessed Joseph Gérard, O.M.I. Apostle to the Basotho (1831–1914). Generalpostulat O.M.I. Rom 1991
[2] Jette, Fernand: The Missionary Oblate of Mary. Addresses and Written Texts, 1975–1985. Rom 1985


Donnerstag, 7. April 2022

„Welches Glück, das Missionsideal zu schauen“ – P. Titus Maria Horten O.P.



Der Dominikanerpater Titus Horten war eines der frühen Opfer der nationalsozialistischen Kirchenverfolgung. Nach einem „Devisenprozess“ wurde er inhaftiert und starb kurz nach seiner Entlassung im Januar 1936. Er war der Generalprokurator der Chinamission der deutschen Dominikaner und zeichnete sich durch besonderen Missionseifer aus. Sein Seligsprechungsprozess ist eingeleitet und sein heroischer Tugendgrad wurde bereits festgestellt. Hier ein Nachruf aus der Zeitschrift Priester und Mission aus dem Jahr 1936:

Am 25. Januar 1936 wurde P. Dr. Titus M. Horten, Generalprokurator der Chinamission der Dominikaner, kaum 50 Jahre alt, in die Ewigkeit abberufen. Erst mit 27 Jahren – nach Vollendung des juristischen und sprachwissenschaftlichen Studiums – trat er in den Dominikanerorden ein und empfing 1915 zu Rom die heilige Priesterweihe. Fast 20 Jahre wirkte er in der Niederlassung des Ordens zu Vechta. Einen großen Teil seiner Lebensarbeit widmete er der Chinamission der deutschen Ordensprovinz. Wie ein Vater sorgte er in der Heimat für diejenigen, die an der Front des Reiches Gottes kämpften. Fast sein ganzes Vermögen in Höhe von 140.000 Mark stiftete er vor Erreichung des Priestertums für soziale Zwecke. Vielen unbemittelten Studenten eröffnete er den Weg zum Priestertum sowie zu Stellungen im Staatsdienst und im gewerblichen Leben.

Von seiner idealen Auffassung der Missionsarbeit zeugen einige der letzten Worte, die er vor seinem Tode niederschrieb und die uns allen etwas zu sagen haben, das sie in schwerster Prüfungsstunde verfasst wurden [wohl in der NS-Haft]: „Arbeit, Liebe, Opfer für die Missionen muss beständig die Heiligung unseres ganzen Lebens bewirken, erhalten und fördern! Was sind wir dann reich, freudig, gnadenvoll! Kinder unseres himmlischen Vaters, der uns ernährt mit dem Brot seines heiligen Evangeliums. Sind wir so nicht die Reichsten, die immer spenden können, unvergängliche, göttliche Schätze, die kein Rost und keine Motten zernagen? Welches Glück, das Missionsideal zu schauen und an sich täglich mehr verwirklichen zu dürfen! Jeder kann Missionsförderer sein: die Ärmsten sind die Berufensten, die Kranken die Bevorzugten. Heiligkeit des christlichen Lebens, starke lebensvolle Glieder am mystischen Leibe Christi, engste Verbindung mit dem Haupte Christus, getrieben von seinem Heiligen Geiste und durchflutet von seinem Erlöserblut, im Herzen ein Heiligtum der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Hier können wir stillschweigend anbeten, hier gewinnen wir neue Kraft zu vollerer Hingabe. Wir kennen kein Nachlassen; denn Christi Fleisch und Blut sind unsere tägliche Stärkung und wahre Wegzehrung.“ – Und zum Schlusse ruft er noch einmal auf „zur Besinnung, Vertiefung und Verinnerlichung der Missionsarbeit und damit zur Verwirklichung des Heilandswortes an uns selbst: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden leidet!“ (Matth. 6, 26) „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch hinzugegeben werden.“ (Matth. 6 22)

Donnerstag, 17. Dezember 2020

The evils of old paganism in our days (Part 2)


Among the many riots that swept across South Africa in 1952, the ones that took place in East London gave rise to an especially macabre display of paganism. On 9 November, the Irish Dominican sister Aidan Quinlan, O.P., who served the black community of East London as a missionary doctor, was stopped on her way to a sick call, pulled from her car, beaten with a club and subsequently stabbed to death. What followed next can hardly be believed by the reader who has not read missionary accounts about the sinister practices of paganism: superstitious women ran up to the corpse of the sister, cut pieces of flesh from it and devoured them in the hope that by doing so, they would partake in the industriousness and vigor of the religious. Sr. Aidan had always professed the will to die for her “blackies”.
Two men and two women were later sentenced to only six months in prison for cannibalism. The use of human body parts in superstitious rituals is not a thing of the past in rural parts of South Africa, as you can read in the following article from 2010 (Warning, very graphic): https://www.iol.co.za/.../muti-killings-is-a-way-of-life...

Let us pray this advent that, in the words of St. Arnold Janssen, the sweet light of Jesus Christ may shine forth into the darkness of sin and into the night of paganism.

Montag, 13. Februar 2017

Nachtrag: über die frühen Missionsschwestern

die selige Anne-Marie Javouhey

Neulich habe ich über den Missionseifer der heiligen Maria Magdalena von Pazzi geschrieben. Wie wir gesehen haben, wollte sie selbst in die Missionen gehen. Für eine Ordensschwester, die Anfang des 17. Jahrhunderts starb, war dies ein außergewöhnlicher Wunsch – denn Missionsschwestern gab es damals noch nicht.

Wohl zu den ersten Missionsschwestern gehörte die selige Anne-Marie Javouhey (gestorben 1851), die die Josephsschwestern von Cluny gründete. Als sie bereits 1822 die ersten Mitschwestern in den Senegal führte, sagte sie Folgendes zu ihnen: „Liebe Schwestern, wir werden hier vielleicht 20 Jahre weniger leben als in Europa, aber wie viel Gutes können wir hier tun, wie viel Elend mildern, wie viele Unwissende belehren, wie viele Seelen für Gott gewinnen.“ Die Selige wirkte ab 1828 als Missionarin in Französisch-Guayana.

Schon einige Jahre früher war die heilige Rose Philippine Duchesne in die USA gegangen, die damals noch ein wirkliches Missionsland waren. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gründete Msgr. Kobès, Apostolischer Vikar von Senegambien, eine einheimische Schwesternkongregation (hier und hier).

In China konnten echte Ordensschwestern erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Einzug halten – die Gegebenheiten in dem Land waren vorerst zu schwierig. Hier waren zunächst die chinesischen gottgeweihten Jungfrauen die Stütze der Missionäre. Die katholischen Missionen berichten über die ersten europäischen Ordensschwestern: „1846 kamen zuerst die Barmherzigen Schwestern und St. Pauls-Schwestern von Chartres, 1860 die italienischen Canossianerinnen, 1867 die ‚Helferinnen der armen Seelen‘, 1868 die Josephsschwestern [wohl von Cluny], 1869 die unbeschuhten Karmelitessen, 1875 die Schwestern von der Vorsehung; dazu gesellten sich Dominikanerinnen, Franziskaner Missionsschwestern und in neuester Zeit [1907] die Kleinen Schwestern der Armen, Steyler Missionsschwestern u. a.“

Das waren nur einige Beispiele, die große Frage „Wann gingen die ersten Schwestern in die Mission?“ bleibt für mich zumindest jetzt noch weiterhin ungeklärt. Vielleicht wissen es ja meine lieben Leser. Für einen Kommentar zur Aufhellung dieser Frage wäre ich sehr dankbar.


(Quellen: Dr. Max Heimbucher: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Band III. Verlag Ferdinand Schöningh; 1908, die katholischen Missionen, 1907, Wikipedia-Eintrag über Anne-Marie Javouhey)

Samstag, 27. August 2016

Missionar in China, Märtyrer in Spanien – der selige José María López Carrillo O.P.


Dieses Jahr jährte sich der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs zum 80. Mal. Unter den vielen Ordensleuten, die in der einhergehenden Verfolgung der Kirche den Martertod fanden, waren auch viele Missionare*. Einer von ihnen ist der selige Pater José María López Carrillo aus dem Dominikanerorden, ein Chinamissionar, der heute vor 80 Jahren gemartert wurde.

José María López Carrillo wurde im Jahr 1892 im andalusischen Alcalá la Real geboren und wuchs in der Obhut seines Onkels auf, der Kaplan bei den Trinitarierinnen war. Eine Tante war Mitglied des Dritten Ordens des hl. Dominikus und so kam der Junge wohl in Kontakt mit den Dominikanerinnen in Alcalá, die dem Jungen die Lebensgeschichten der Dominikanermärtyrer in China zu lesen gaben, worauf dieser den Wunsch äußerte, „in die Mission zu gehen, um dort aus Liebe zu Jesus Christus als Märtyrer zu sterben“.

Mit 15 Jahren trat José María schließlich in Ocaña in die Apostolische Schule der Dominikaner ein und machte seine theologischen und philosophischen Studien im Kloster Santo Tomás in Ávila. Anschließend wurde er in das Kloster Rosaryville bei New Orleans geschickt und reiste darauf nach Manila, das „Sprungbrett“ der Chinamissionare des Dominikanerordens, wo er 1919 zum Priester geweiht wurde.

Sein Missionsfeld war ab dem Jahr 1919 die Provinz Fujian in Südchina, ein schwieriges Missionsgebiet, da der Süden Chinas als Nährboden jeglicher Revolution galt und besonders in den späten 20er und frühen 30er Jahren eine Vielzahl von Unruhen, vor allem durch Kommunistenbanden, sah, bei denen auch sein Graubündner Mitbruder P. Ludwig Paly O.P. aus der Deutschen Ordensprovinz ermordet wurde. Unter den Heiden war die Abtreibung und der Mord von Mädchen weit verbreitet. In der Dominikanermission existierten Waisenhäuser „von der heiligen Kindheit“ in denen vor allem Mädchen Aufnahme fanden und um die sich unser Seliger besonders kümmerte. Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, der in China nicht behandelt werden konnte, kehrte er 1935 in die spanische Heimat zurück, wo er die Märtyrerpalme erkämpfen sollte.

Seit der Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik im Jahr 1931 äußerte sich die antiklerikale Stimmung in Spanien häufig in Gewalttaten, die ihren Höhepunkt nach der Erhebung der nationalen Truppen gegen die republikanische Zentralregierung am 18. Juli 1936 erreichten. Bis zu diesem Zeitpunkt war P. José María in seiner Heimatstadt als Beichtvater bei den Trinitarierinnen und Dominikanerinnen tätig, befand sich beim Ausbruch des Bürgerkriegs aber zufällig in Madrid im Kloster „Rosario“, von wo er sich mit seinem Mitbruder, Mitmissionar und Mitmärtyrer P. Pedro Ibáñez und sieben weiteren Ordenspriestern in das Haus eines guten Katholiken namens Juan Torío flüchten musste. Linksgerichtete Milizionäre nahmen die Männer am 26. August fest und brachten sie in die Checa de Fomento, eines der kommunistischen Verhörzentren nach sowjetischem Vorbild, wo häufig brutal gefoltert und gemordet wurde.

Bei einem Verhör fragte einer der Milizionäre den seligen José María nach seiner „Parteizugehörigkeit“. Die Antwort war: „Ich bin Missionar in China.“ – „Was macht ihr da?“ – „Wir unterrichten die Chinesen.“ – „Ihr, unterrichten? Ihr verdummt sie doch nur.“ Er wurde darauf in eine Zelle geschubst. In der Nacht beriet man sich über das Schicksal der Priester, und nur der Piaristenpater Gerardo Guadalupe wurde entlassen, dem wir auch den Bericht über den Tod der seligen José María López Carrillo und Pedro Ibáñez Alonso zu verdanken haben.

Pater José María betrachtete sich auch in Spanien weiter als Chinamissionar und äußerte stets den Wunsch, sobald wie möglich in sein Missionsland zurückzukehren. In gewisser Weise sollte sich dies durch die Umstände seines Martyriums erfüllen. Die Männer wurden zur Exekution in das Viertel „la China“ im Madrider Distrikt Vallecas gebracht. Dort starb José María López Carrillo durch einen Kopfschuss. Am selben Tag sahen einer seiner Katechisten und ein Mädchen des Waisenhauses „von der heiligen Kindheit“ P. José María in Fujian im Dominikanerhabit. Sein Traum, noch einmal nach China zurückzukehren, wurde erfüllt.



*Darunter zum Beispiel der Neffe des heiligen Ezequiel Moreno, der selige Julián Moreno, der wie sein Onkel Mitglied der Augustiner-Rekollekten und Missionar auf den Philippinen und in Kolumbien war.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Die Predigt des heiligen Ludwig Bertrand auf den Jungferninseln



Der erste Missionär, den wir auf den dänischen Antillen [heute Amerikanische Jungferninseln] treffen, ist der hl. Ludwig Bertrand O. P., der Apostel von Kolumbien (gest. 1581). „Eines Tages“, so erzählt man, „predigte der Heilige auf St. Thomas im Schatten eines Baumes, als plötzlich eine Schar mit Steinen und Schleudern bewaffneter Indianer auf ihn losstürmte, ihn zu ermorden. Sein Begleiter mahnte ihn zu schleuniger Flucht. Der Heilige aber fuhr furchtlos in seiner Predigt fort und sprach mit solcher Kraft, dass die Wilden wie gebannt stehen blieben, seinen Worten lauschten und schließlich 200 von ihnen die heilige Taufe begehrten.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1919)

Dienstag, 3. März 2015

Eine kritische Untersuchung von Bartolomé de las Casas



Dies ist eine Rezension der Dissertation von Anton Freytag S.V.D. mit dem Titel Historisch-kritische Untersuchung über den Vorkämpfer der indianischen Freiheit Don Fray Bartolomé de las Casas bis zu seinem Eintritt in den Dominikanerorden.

P. Freytag hat sich für den großen Vorkämpfer der Indianer erwärmt und zeichnet dessen Leben und Wirken bis zu dem Augenblick, da las Casas, bereits ca. 50 Jahre alt, in den Dominikanerorden eintrat (1474 bis 1523). Schon diese Tatsache, dass, man kann wohl sagen, die Hauptagitation des berühmten Mannes in die Zeit vor seiner Zugehörigkeit zum Orden fällt, wird manchem überraschend kommen. Der Verfasser hat sich sehr fleißig in die reiche Literatur und vorab in die Schriften las Casas‘ selbst hineingelesen und kann das Verdienst sich zusprechen, mehrere ungenaue oder irrige Daten, wie sie immer noch in den landläufigen Darstellungen selbst in kirchengeschichtlichen Lehr- und Handbüchern stehen geblieben sind, richtiggestellt zu haben. Allem Anschein nach ist die Schrift als Baustein zu einem neuen Lebensbild des berühmt gewordenen Mannes gedacht. Vielleicht dürfen wir uns mit Rücksicht darauf einige Bemerkungen und Wünschen erlauben.

Mehr wie eine geschichtliche Gestalt hat in der Freilichtmalerei der modernen Kritik stark von ihrem Zauber verloren. Wir glauben, dieses Schicksal wird auch las Casas teilen. „Er (las Casas) war“, so urteilt u. a. der amerikanische Historiker A. T. Vandelier, „ein wohlmeinender, aber durch und durch unpraktischer Enthusiast, der weder die Indianer verstand noch die neugeschaffene Lage würdigte, die sich für dieselben durch die Entdeckung Amerikas ergab, und der alles und jeden von dem Augenblick ab verurteilte, wo sie mit seinen Anschauungen und Plänen nicht übereinstimmten. Die Angaben über die Massenmorde der Spanier verdienen keinen Glauben, am wenigsten jene, die sich auf das Zeugnis des Bischofs von Chiapas, Bartolomé de las Casas, stützten. Die ganze Literatur seiner Periode muss überhaupt mit derselben Zurückhaltung gelesen werden, mit der wir heute die Auslassungen unserer politischen Kampfpresse hinnehmen.“ Diese Worte enthalten viel Wahrheit. Jedenfalls aber darf eine Darstellung und Würdigung von las Casas‘ Leben und Wirken nicht ganz oder hauptsächlich auf dem Selbstzeugnis eines Mannes aufgebaut werden, bei dem nicht ruhige Objektivität, sondern glühende Leidenschaft die Feder führte. Die ungeheuerlichen, „phantastischen“ Übertreibungen in seinen Zahlenangaben u. ä. sind von Gelehrten wie Humboldt, Peschel, Ratzel, Supan u. a. längst aufgedeckt worden. Kein ernster Historiker, bemerkt der Franziskaner P. Anselm Weber in einer Besprechung des stark eulogistischen Lebensbildes The Life of B. de las Casas by Rev. L. B. Dutto (St. Louis 1902), mit vollem Recht, wird die leidenschaftlichen Auslassungen eines Cola di Rienzi oder Savonarola ohne weiteres als zutreffendes Bild der kirchlichen Verhältnisse im 14. und 15. Jahrhundert gelten lassen. Ihr übermäßiger Reformeifer lässt sie alles grau in grau malen, um ihre Bestrebungen und Anschauungen als einzige Rettung erscheinen zu lassen. Ganz dasselbe trifft auf Las Casas zu (vgl. Amer. Eccl. Review 1902, 590 f.). „Wer den Stoff zu einer Geschichte der nordamerikanischen Negerfrage“, so urteilt zur selben Sache der amerikanische Historiker Edward Gaylord Bourne, „ganz oder hauptsächlich aus den Spalten eines Liberator (oder ähnlicher Parteiorgane) schöpfen wollte, würde ein sehr einseitiges Bild entwerfen.“

Das wirkliche Verdienst las Casas braucht nicht verkleinert, muss aber genauer umschrieben werden. Es besteht unseres Erachtens hauptsächlich darin, dass er gewissen auch in kirchlichen Kreisen stark eingebürgerten Anschauungen über das Recht der Eroberung entgegentrat, die Leute zum Denken brachte und eine neue milde Gesetzgebung zugunsten der unterdrückten Rasse in die Wege leitete. Ganz verkehrt aber ist es, wie der genannte P. Anselm Weber O.F.M. mit Recht betont, das ganze Verdienst im Kampf um die Freiheit der Indianer auf las Casas zu konzentrieren, denn wie am Verschwinden der roten Rasse an manchen Punkten der spanischen Conquista außer der spanischen Härte eine Reihe anderer unverschuldeter Ursachen mitwirkten, die las Casas geflissentlich übersieht, so haben auch um ihre Erhaltung andere Männer, vielleicht mit mehr Erfolg, sich bemüht. Und wenn las Casas zum Teil hochangesehene Männer, einzig weil sie auf seine Ideen nicht eingehen, als Schurken hinstellt und ihnen die niedrigsten Beweggründe unterschiebt, so sind dieselben damit noch lange nicht gerichtet. Was wir wünschen, ist ein objektives Geschichtsbild, und es soll uns freuen, wenn P. Freytag ein solches zeichnen will.


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Montag, 7. April 2014

Große Missionsbischöfe: Ein Bischof stirbt an Lepra – Msgr. Alphons Joosten O.P., Apostol. Vikar von Curaçao




18. Dezember ging in der holländischen Stadt Arnheim ein edler Sohn des hl. Dominikus, Msgr. Alphons Joosten O.P., Apostol. Vikar von Curaçao, zur ewigen Ruhe ein. Geboren 1837 und seit 1858 Dominikaner, übernahm Msgr. Joosten 1888 die kirchliche Leitung der seinem Orden anvertrauten Mission auf den holländischen kleinen Antillen. 
Wir haben erst vor kurzen die Geschichte und Entwicklung dieser Mission ausführliche erzählt und die besonderen Verdienste des im Herrn entschlafenen letzten Oberhirten namentlich um die Hebung des katholischen Schulwesens betont. 

Nach der Mitteilung eines katholischen englischen Blattes hatte sich der Bischof bei der Firmung aussätziger Kinder selbst den Keim der schrecklichen Krankheit geholt, die sich langsam, aber stetig entwickelte. Nach einem zweijährigen wahren Martyrium, das er mit hingebender Geduld ertrug, erlöste ihn der Herr von seinem schweren Leiden, das er als Opfer seines apostolischen Berufs sich zuzgezogen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)