Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Mittwoch, 7. Januar 2026

America's missionary crusader

Frater Clifford King (standing on the right) with his confreres after having received his missionary cross for China. (Source: Chicago Province SVD)

Fr. Clifford King was born in Upstate New York in 1888 and entered the Society of the Divine Word in Techny, IL in 1909, fulfilling his childhood desire of becoming a missionary. As a seminarian, he founded the Catholic Student Mission Crusade, which soon had thousands of members and about a million in 1963.

He was sent to China in 1919, still a "frater", to replace the German SVD missionaries who had been expelled during WWI. In 1920, the young missionary was ordained to the priesthood by Bishop Henninghaus, making him the first American priest of the Society of the Divine Word. Msgr. Froewis, who would become a mentor to Fr. King, preached the ordination retreat about holiness, zeal, and learning as characteristics of a missionary.

Fr. King served in many Chinese missions over the next 20 years, only fleeing from the Japanese in 1941 as they approached Beijing. Having arrived in the Philippines, Father soon was forced to escape the Emperor's troops again, this time on a submarine! After the war, he became the secretary of Cardinal Tien, SVD, a position he held until 1960, when at the age of 72, he volunteered for a leper hospital in Papua New Guinea. "I will certainly be happy in New Guinea; because I will work among the poorest of the poor, and God's mercy will be close to us", he said about his new work.

Six years later, King returned to the States, where he wrote his autobiography "I remember" while serving as a chaplain in an Iowa hospital. "America's missionary crusader" died in Techny in 1969.

China remained his great love. He would often start conversations with the words "When I was in China".

May he have joined China's martyrs and saints in Heaven!

Montag, 21. November 2016

Ernest G. Miller – Brauereidirektor und Missionsfreund


Die Mission St. Benedict the Moor in Milwaukee zur Seelsorge unter der schwarzen Bevölkerung wuchs nach dem Tod des heiligmäßigen Fr. Stephen Eckert O.F.M. Cap.
im Jahr
1923 stark. 

Sein Nachfolger, Fr. Philip wollte die nötigen Erweiterungsarbeiten durchführen, allerdings fehlte das Geld. Da kam eines Tages der damalige Präsident der Miller Brewing Company, Ernest G. Miller, in das Büro des Kapuziners und bot ihm an, die neue Kapelle zu bezahlen. 
Insgesamt steuerte Miller bis zu seinem frühen Tod am 21. September 1925 über 200.000 Dollar zur Ausweitung der Mission bei. Für seine Verdienste erhielt er bei der Einweihung des Neubaus am 7. September 1925 das päpstliche Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice. Bei der Verleihung sprach er folgende schöne Worte:

„Ich danke den Rednern für die lieben Worte. Ich möchte dem Heiligen Vater danken für die Auszeichnung. Aber vor allem danke ich dem allmächtigen Gott, dass er mir die Liebe zu den Farbigen eingegeben. Wenn Sie an dieses Werk denken, bitte, vergessen Sie mich, aber denken Sie an die Ziele, denen dieses Werk dienen soll, und ich bitte Sie herzlich, bieten Sie all Ihr Können zu seiner Förderung auf. Tun Sie alles, um den guten Kapuzinermissionären hier und den Schwestern zu helfen, die schwer ringen und für dieses Werk ihr Leben opfern.“

Nur 14 Tage später wurde er zum ewigen Lohn abberufen.


(Quelle: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1933)

Freitag, 7. Oktober 2016

Reconquest Radio: Patriotism and the Conversion of America



Vor knapp zwei Wochen hat Br. André Marie vom St. Benedict Center in seiner Radiosendung „Reconquest“ das Thema Patriotismus und die Bekehrung Amerikas behandelt. In den ersten 20 Minuten behandelt er das Thema Patriotismus vom theologischen Gesichtspunkt, danach behandelt er die frühe Missionsgeschichte der heutigen Vereinigten Staaten. Alles sehr interessant, für jeden sind wohl viele neue Informationen dabei.

Dienstag, 20. September 2016

Missionsalmosen von Kindern und Jugendlichen (Teil 1)

(Angela Monika Arnold)

Die Knaben der Oberklasse einer Pfarrschule legten ihre Ersparnisse zusammen, um einen Kelch für die Missionen zu stiften. „Wir sind 15 Jungen“, so heißt es im Begleitschreiben, 
„in der Oberklasse der St.-Paul-Pfarre [USA]. Seit Oktober haben wir mit unserem Lehrer Geld gespart, um einen Kelch für einen Missionar anzuschaffen. Wir hoffen, dass der Empfänger hoch erfreut sein und unser täglich bei der heiligen Messe gedenken wird. Einer unserer Priester hatte solche Freude an unserem Plan, dass er uns bat, als Mitglied in unseren Sammelverein aufgenommen zu werden.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Freitag, 16. September 2016

Gregorianischer Choral bei den Indianern



Es dürfte manche interessieren, zu erfahren, dass die Bestimmungen des Heiligen Vaters [Pius X.] bei den christlichen Indianern getreulich zur Ausführung kommen. Beispielsweise singen die Sioux in North Dakota (Benediktiner[mission]) beim Gottesdienst fast nur Gregorianischen Choral und zwar recht gut. Der hochw. Herr Ganß, selbst ein guter Musiker, war freudig überrascht, als er bei den Pfriemenherzen-Indianern in Idaho einem Hochamt beiwohnte und die Rothäute die Choralmesse mit großer Präzision und Würde aufführen hörte.


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)

Mittwoch, 27. April 2016

Aktuell: Die „Messe der Missionare“ in einem Indianerreservat in den USA


Im Jahr 1884 gründete der deutsche Jesuitenmissionar P. Friedrich Eberschweiler S.J. (Bruder des bekannten Mystikers P. Wilhelm Eberschweiler S.J.) die St. Paul Mission im Norden Montanas. Heute gehört die Gemeinde zum Indianerreservat Fort Belknap Indian Reservation. Seit einiger Zeit wünschen sich die Gläubigen eine regelmäßige Zelebration des überlieferten Ritus, sprich der „Messe der Missionare“. Mehr dazu hier bei Rorate Caeli. 
.

Mittwoch, 13. Januar 2016

So spricht ein echter Missionar



„Here I lie idle, while thousands of souls are perishing!“ – „Hier liege ich untätig, während Tausende Seelen zugrunde gehen!“ 


Das sagte Fr. Stephen Eckert O.F.M. Cap., der Apostel der Schwarzen in Milwaukee, als er an Lungenentzündung sterbend im Krankenhaus lag. Mehr über diesen heiligmäßigen und vor Liebe zu Gott und den Seelen brennenden Kapuzinerpater hier.

Samstag, 26. September 2015

Zwei Mal Märtyrer – St. Isaac Jogues



Heute ist nach dem alten Kalendarium sowie in Kanada das Fest der North American Martyrs, einer Gruppe von Jesuitenmissionaren und Laien, die im 17. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen USA und Kanadas als Opfer der Irokesen ihr Leben für den Glauben hingaben. Aus Platzgründen soll hier nur einer der bekanntesten erwähnt werden, der heilige Isaac Jogues.

Isaac Jogues wurde 1607 in Orléans geboren und trat 1623 in die Gesellschaft Jesu ein. Im Jahr 1636 kam er nach Neu-Frankreich, wo er als Missionar unter verschiedenen Indianerstämmen wirkte. Nach großen Opfern und Enttäuschungen erhielt er 1642 den schweren und gefährlichen Auftrag, eine Gruppe von Huronen auf ihrer Flussfahrt nach Quebec zu begleiten, um seinem Obern Bericht zu erstatten und wichtige Gebrauchsgegenstände wieder mit in die Missionen zu nehmen. Zu diesem Unterfangen sagte der demütige Heilige: „Ich bot mich umso bereitwilliger an, als die Reise notwendig war, so dass also, wenn ich nicht ging, ein anderer, viel besserer Missionar als ich sich in die Gefahr hätte begeben müssen.“

Schon am zweiten Reisetag wurde die Gruppe von Irokesen überfallen. Obwohl P. Jogues hätte fliehen können, zog er es vor, bei seinen Neuchristen und Katechumenen zu bleiben, um sie zu trösten und letztere in der Gefahr zu taufen. Gerade weil er die Sterbenden ermutigte, ließen die Irokesen allen Hass an ihm aus; er wurde mit Stöcken geschlagen, mit Lanzen gestochen, und die feindlichen Indianer rissen ihm sogar mit den Zähnen einige Fingernägel aus und zerbissen ihm die Finger. Doch das war erst der Anfang. Nach einem 13-tägigen Gewaltmarsch, auf dem sich seine Peiniger immer wieder einen Spaß daraus machten, seine Wunden mit Dornen aufzukratzen, kamen sie in ein Irokesendorf, wo die Folter erst richtig beginnen sollte. Er musste zwischen zahlreichen Indianern hindurchgehen, die mit ihren Stöcken und Ruten auf ihn einschlugen, wobei er zusammenbrach. Dann verbrannten sie ihm einen Finger, einen anderen zerbissen sie erneut und zerquetschten die bereits verstümmelten Finger.

Isaac Jouges und sein Begleiter Renè Goupil in der Kathedrale von St. Louis (Quelle)

Isaac Jogues wurde dann mit seinem Begleiter, dem heiligen Laien Renè Goupil, in das Irokesendorf Ossernon geführt. Der Ort ist das heutige Auriesville in New York, wo eine Wallfahrtskirche zu Ehren der Märtyrer steht. In dem Indianerlager war in der Mitte des Dorfes ein Schaugerüst aufgestellt. P. Jogues sagte selbst: „Kaum konnten wir zu dem in der Mitte des Dorfes aufgebauten Schaugerüst kommen, so waren wir zerschlagen. Unser ganzer Körper war zerschunden und unser Gesicht blutüberronnen. Vor allem Renè Goupil war so entstellt, dass man außer seinen Augen keinen heilen Fleck mehr in seinem Gesicht sah.“

Nun wurden dem heiligen Isaac Jogues noch die letzten beiden Fingernägel ausgerissen. Eine Frau schnitt ihm schließlich mit einem stumpfen Messer den Daumen ab. Der Heilige meinte dazu: „Da das Weib meinen Daumen auf das Schaugerüst geworfen hatte, hob ich ihn auf und bot ihn dir zum Opfer an, o mein Gott, und gedachte dabei der heiligen Opfer, die ich dir seit 7 Jahren auf den Altären der Kirche dargebracht hatte; und ich nahm diese Marter an als liebevolle Strafe für den Mangel an Liebe und Ehrfurcht, den ich mir beim Berühren deines heiligen eucharistischen Leibes zuschulden kommen ließ.“

Es ging weiter in andere Irokesendörfer, wo sich die Foltern wiederholten. Einmal kreuzigten sie den Priester förmlich. Ein Krieger schnitt ihn vom Kreuz los, an das er gebunden war. P. Jogues konnte dem Mann diesen Liebesdienst später reichlich zurückzahlen, als er den ihn kurz vor dessen Tod taufte.
Nach den Foltern sollten die Gefangenen als Sklaven bei den Irokesen dienen, und obwohl benachbarte Indianerstämme und die Holländer dem Jesuitemissionar Hilfe zur Flucht anboten, lehnte er ab, da er unter seinen mitgefangenen Huronenchristen weiterwirken wollte. Erst als die Irokesen dies vollkommen unmöglich machten, wagte er die Flucht.

Der Heilige kehrte nach Frankreich zurück, wo er am 5. Januar 1644 in Rennes im Jesuitenkolleg anklopfte. Seine Mitbrüder wollten ehrfurchtsvoll die Hände des Märtyrers küssen. Papst Urban VIII. gab ihm die Erlaubnis, trotz seiner verstümmelten Hände weiterhin die Messe zu zelebrieren und begründete dies mit den Worten „es wäre unwürdig, wenn ein Martyrer Christi das Blut Christi nicht trinken dürfte.“

Papst Urban VIII.

Da der demütige P. Jogues die Aufmerksamkeit in Frankreich nicht ertrug, kehrte er nach drei Monaten wieder in die Mission zurück. Er wirkte zunächst als einfacher Missionar auf einer Station, wurde dann aber im September 1645 mit der wichtigen Aufgabe betraut, eine französische Gesandtschaft zu führen, um den kurz vorher geschlossenen, aber gefährdeten Frieden mit den Irokesen zu befestigen. Zu dem Auftrag sagte er: „Die arme Natur, die sich der vergangenen Leiden erinnerte, hat gezittert: aber der Herr hat sie in seiner Güte beruhigt und wird sie noch weiter beruhigen. Ja, ich will alles, was der Heiland will, und müsste ich dabei auch tausendmal mein Leben aufs Spiel setzen.“

Er wurde bei den Indianern dank seiner Friedensworte und Geschenke günstig aufgenommen. Doch wollte er nicht als Gesandter Frankreichs, sondern als Gesandter Christi unter ihnen wirken und ließ schon mal eine kleine Kiste mit seinen Habseligkeiten zurück. Während seiner Abwesenheit brachen in dem Dorf Dürre, Hungersnot und Pest aus, woraufhin die Dorfzauberer in ihrem Wahn der geheimnisvollen Kiste die Schuld gaben, da darin ein böser Geist eingeschlossen sei, der nur darauf wartete, herausgelassen zu werden, um den Stamm zu vernichten.

Als P. Jogues schließlich mit dem heiligen P. Jean de Lalande zurückkehrte, stürzten sich die Irokesen auf ihn und die alten Foltern begannen von neuem. Doch eine Ratsversammlung beschloss, das Leben des Missionars zu schonen. Dennoch hatte eine Gruppe von Kriegern seinen Tod beschlossen. Mit heuchlerischer Freundlichkeit wurde er am 18. Oktober 1646 in eine Indianerhütte eingeladen. Als er sich bückte, um einzutreten, spaltete ihm ein Krieger mit dem Tomahawk das Haupt. Nun war das Opfer vollbracht für das Volk, von dem er einige Tage zuvor schrieb: „Dieses Volk ist meine Blutsbraut, da ich mich ihm mit meinem Blute angetraut habe.“


Heilige Märtyrer von Nordamerika, bittet für uns!

Freitag, 28. August 2015

„Als Kardinal sage ich euch, ich beneide euch“ – Aussendung von Kapuzinermissionären durch Kardinal Hayes


Am 7. Oktober feierte die Kapuzinerkirche zum hl. Johannes in New York die Ausreise der beiden Missionäre P. Gabriel McCarthy und P. Felix aus Baden. Die große Kirche konnte den Andrang der Gläubigen kaum fassen; im großen Ornat, unter dem Jubelhymnus „Ecce sacerdos magnus“ zog Seine Eminenz Patrick Kardinal Hayes in die Kirche ein und stimmte an den Stufen des Altars das „Veni Creator“ an; Msg. W. Quinn hielt die tiefdurchdachte Festrede. Nach derselben segnete der Kardinal die Missionskreuze und überreichte sie den Missionären, worauf er und alle anwesenden Priester und Mitbrüder den Scheidenden den Friedensgruß gaben.

Dann richtete der Kirchenfürst folgende Worte an die tief ergriffene Menge: „Eine seltene Feier, die sich tief in unser Herz prägt, dürfen wir heute begehen. Noch ist Amerika selbst ein Missionsland, dennoch wollen wir den Ruhm und die Ehre für uns in Anspruch nehmen, Heidenmissionäre auszusenden. Es ist ein Ehrentitel für Amerika, dass Bischöfe und das katholische Volk so zusammenarbeiten, um Missionäre geben zu können. Mein liebes katholisches Volk, du hast treuherzig deine Söhne und Töchter dem Herrn geopfert im Kloster, jetzt gibst du auch deine Einwilligung, dass sie hinausziehen in ferne Länder, um das Evangelium des Heilandes hinauszutragen. Wir alle freuen uns, so ganz besonders ich, euer Erzbischof; es ist ein besonderer Segen für mich und meine Diözese, wenn sie diese Gottesmänner aussenden darf; diese gottbegeisterten Apostel gehen hin in unserem Namen; es geht mit ihnen der Geist ihres Bischofs, der Geist der Apostel, der Geist ihres heiligen Vaters Franziskus. Welch ein Segen für China, dass das heilige Evangelium zu ihm kommt ihm Geist und in der Gestalt des heiligen Franziskus!

Hierauf erklärte der Kardinal den Gläubigen die Worte der kirchlichen Abschiedsgebete: „Die Missionäre sind gesendet, die Kenntnisse vom Reiche Gottes, das heilige Evangelium des Friedens zu predigen durch die Barmherzigkeit Jesu Christi, zur Rettung der unsterblichen Seelen. Möge der Missionäre Gebet Erhörung finden und Gottes Segen herabflehen auf meine Diözese, auf den Orden der Kapuziner, auf die ganze hl. Kirche.
Dann fuhr der Kardinal, zu den Missionären gewendet, fort: „Ich spreche im Namen der heiligen Kirche, und als Kardinal sage ich euch, ich beneide euch, weil ich nicht mitgehen darf mit euch. Alle eure Mitbrüder blicken mit heiligem Neid auf euch, weil sie alle so gerne mit euch ziehen möchten; es ist eine Gnadenwahl, die euch gerufen und darum muss euer Herz überströmen in Freude; es ist nicht Fleisch und Blut, das euch ruft, es ist die Kreuzesgnade Jesu Christi. Mögen Gottes Engel mit euch gehen auf dem blutigen Kreuzesweg, wenn ihr berufen werdet, auch euer Leben hinzugeben für Christus. Es ist die größte Auszeichnung, leiden zu dürfen für den Glauben.“


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franz von Assisi, 1926)

Sonntag, 28. Juni 2015

Warum Mission?



Zwei große Wünsche lebten schon lange im Herzen der Missionäre und Missionsfreunde. 

Der erste war, dass die Mission Heimatsrecht auf der Kanzel erhalte, der zweite, dass sie von Rechts wegen ein Plätzchen im Katechismus finde und dort nicht bloß so gelegentlich wie ein nebensächliches Ding eben angetönt werde.

Der erste Wunsch geht in Deutschland mehr und mehr in Erfüllung. Der zweite dürfte auch wohl bald verwirklicht werden. In Elsass-Lothringen hat man den ersten Versuch gemacht, und nun gibt auch die nordamerikanische Kirche das gute Beispiel.

Erfreulicherweise räumt der neue „Katholische Katechismus für die Vereinigten Staaten“ von Jakob Linden S.J. dem Missionswesen einen eigenen Abschnitt ein. Er lautet wie folgt:

4. Ausbreitung der Kirche

125. Was ist notwendig, damit die Kirche sich immer weiter ausbreite?

Damit die Kirche sich immer weiter ausbreite, müssen Missionäre ausgesandt werden, die auch den Heiden das Evangelium verkünden. So verlangt es der ausdrückliche Befehl Christi: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mk 16,15)

126. Wer soll als Missionär zu den Heidenvölkern gehen?

Jene sollen als Missionäre zu den Heidenvölkern gehen, die von Gott dazu berufen und von der Kirche gesandt werden.

127. Wodurch sollen die übrigen Christen die Missionäre unterstützen?

Die übrigen Christen sollen die Missionäre durch Gebet und milde Gaben unterstützen.

128. Warum sollen die übrigen Christen die Missionäre unterstützen?

Die übrigen Christen sollen die Missionäre unterstützen,

  1. weil jeder Christ schuldig ist, die Ehre seines himmlischen Vaters nach Kräften zu fördern;
  2. weil auf diese Weise viele Seelen gerettet werden, die sonst ewig verloren gingen;
  3. weil man sich selbst dadurch große Gnaden und einen herrlichen Lohn im Himmel verdient.

Nutzanwendung. Lass keinen Tag vorübergehen, ohne wenigstens ein Vaterunser für die Bekehrung der armen Heiden zu verrichten. Tritt auch womöglich einem jener Vereine bei, die zur Unterstützung der Missionäre gegründet sind (Kindheit-Jesu-Verein, Verein zur Verbreitung des Glaubens u.a.)

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Samstag, 28. Februar 2015

Stephen Eckert O.F.M. Cap – der Apostel der Schwarzen in Milwaukee



John Eckert wurde als das mittlere von neun Kindern am 28. April 1869 in Huron County, Ontario, geboren, wohl auf einer Farm in der Nähe des kleinen Dorfs Dublin, denn er sollte später den Ordensnamen „Father Stephen of Dublin“ tragen. Seine Eltern waren fromme katholische Bayern, die 1858 nach Kanada auswanderten. Johns Kindheit war vom tiefen Glauben seiner Eltern geprägt, die ihren Kindern eine gute religiöse und praktische Bildung angedeihen ließen und für die es kein Problem war, jeden Sonntag über 6 Meilen zur Messe zu laufen. Noch als Erwachsener zeigte er sich dankbar gegenüber seinen Eltern für diese Erziehung. Auch hatte er einen optimistischen Geist, der ihn sein Leben lang begleitete und ihm später half, auch andere für seine Seelsorgstätigkeit zu begeistern.

Während der Zeit auf der High School in Kitchener kam der Junge, der bereits seinen Eltern gegenüber den Wunsch geäußert hatte, Ordenspriester zu werden, in den Kontakt mit zwei Kapuzinern, die in der Stadt eine Mission predigten. Um mehr über den Orden herauszufinden, verbrachte er einige Tage im Kloster St. Bonaventure in Detroit (Sitz der Kapuzinerprovinz St. Joseph). Im Frühjahr 1891 trat er ins Noviziat und erhielt am 21. Mai das Habit und den Ordensnamen „Stephen“. Seine theologischen Studien machte er ab 1892 in Milwaukee, seinem späteren Wirkungsfeld, und wurde am 2. Juli 1896 zum Priester geweiht. Es folgte eine priesterliche Tätigkeit in verschiedenen Pfarreien, vor allem in New York sowie in Detroit und Wisconsin. Während seines Aufenthalts in Yonkers, NY, kam ihm das erste Mal der Gedanke, sich der Bekehrung der Schwarzen zu verschreiben. 1904 besuchte er das Kloster der heiligen Katharine Drexel in Philadelphia, die sich mit dem von ihr gegründeten Schwesternorden ganz der Bekehrung der Schwarzen und Indianer in den USA widmete. Nach diesem Besuch wendete er sich an seinen Ordensoberen mit dem Gedanken, eine Mission unter den Schwarzen in den Südstaaten zu eröffnen. Doch die Ordensleitung in Rom fand den Zeitpunkt nicht günstig, und Fr. Stephen führte weiterhin in treuem Gehorsam seine normale Seelsorgstätigkeit aus, ohne aber seine Hoffnung auf eine Missionierung der Schwarzen ganz auszuschlagen. Er konnte auch in New York unter den Schwarzen wirken und bekehrte dort einige Familien zum katholischen Glauben. Der Ordensvisitator äußerte sich eines Morgens erfreut und erbaut, dass so viele Afroamerikaner an der Kommunionbank der Pfarrei St. John the Baptist knieten, wo Fr. Stephen von 1907 bis 1909 diente.

1913 wurde eine Stelle an der St. Benedict the Moor Mission für schwarze Katholiken in Milwaukee frei, die zu seinem großen Glück Father Stephen übertragen wurde. Am 13. Juli traf ein Kapuziner mit einem demütigen Bruder in der Mission ein und las die Messe. Die Anwesenden waren sehr überrascht, als der Zelebrant sich nicht als der neue Priester herausstellte, sondern als der Prior des St. Franziskus-Klosters, der den neuen Priester nach der Messe vorstellen würde. Der neue Priester war Fr. Stephen, der noch kurz zuvor so erbaulich bei der Messe seines Mitbruders gedient hatte. Seine neue Herde begrüßte er mit den Worten: „Gnade euch und Friede von Gott und unserem Herrn Jesus Christus!“

Sofort ging Fr. Stephen mit seinem ganzen Seeleneifer ans Werk und besuchte in zwei Wochen knapp 500 Afroamerikaner, sprach mit ihnen eingehend, lud sie zur Messe und zum Unterricht ein und kündigte an, eine Schule einzurichten. Mehr als die Hälfte der Aufgesuchten versprach, zu kommen und hielt Wort. So wurde die Kapelle bald zu klein und es mussten zwei Messen am Sonntag gelesen werden.

Wie taktvoll und klug Fr. Stephen generell in seinem Apostolat vorging, soll ein Beispiel zeigen. Eines Tages kam ein schwarzer Mann an die Tür, der wohl eigentlich zum Methodistenprediger wollte. Er sagte, er sei wohl an die falsche Tür gekommen. Fr. Stephen erwiderte lächelnd, dass er sich wohl in der Tür geirrt habe, aber gerne eintreten könne, wenn er wolle. Der Mann trat ein, es entwickelte sich ein Gespräch über den Glauben und der zufällige Besucher versprach, über das Gehörte nachzudenken. Der Missionär mahnte ihn, im aufrichtigen Gebet die göttliche Gnade zu erflehen. Tatsächlich wurde der Mann später ein frommer und musterhafter Katholik.

1914 ging er an die Errichtung einer Schule, und da er knapp bei Kasse war, versuchte Fr. Stephen durch Missionspredigten in Pfarreien Geld zu sammeln. Der Erfolg entsprach nicht den Erwartungen, es war aber genug, um die Mission weiter auszubauen. 1920 waren bereits 120 Kinder auf der Schule. Eigentlich sollte sie dann aus Platzmangel aufs Land verlegt werden, jedoch war dies durch die widrigen wirtschaftlichen Bedingungen nach dem Ersten Weltkrieg nicht möglich.
Unermüdlich war Fr. Stephen darum besorgt, das Apostolat zu vergrößern und versuchte auch, andere für dieses Werk zu begeistern, indem er darüber auf Volksmissionen und bei Exerzitien sprach. Auch wandte er sich mit seinen Aufrufen an Bischöfe, Priester, Laien, Schulen und Klöster. Eine besondere Freude war es für ihn, als er kurz vor seinem Tod in einem Brief vom 17. Januar 1923 berichten konnte, dass nach Exerzitien in einem Seminar sich vier Seminaristen, darunter ein Schwarzer, für den Eintritt in ein Missionsseminar entschlossen hatten. Ein Zeichen seines großen Eifers sind die 246 Taufen, davon 54 bei Erwachsenen, die er allein zwischen 1913 und 1919 spendete.

Ab dem 20. Januar 1923 predigte er ein Triduum auswärts, wobei er bei der ergreifenden Predigt stark schwitzte, danach aber noch einige Zeit bei großer Kälte im Beichtstuhl saß. So zog er sich wohl die Lungenentzündung zu, die zu seinem Tod führen sollte. Er kam am 26. Januar so geschwächt in Milwaukee an, dass er direkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Trotz anfänglichen Anzeichen der Besserung verstarb er am 16. Februar 1923 im Alter von 53 Jahren.

Am 18. Februar wurde die Leiche im St. Franziskus-Kloster in Milwaukee aufgebahrt. Hunderte Schwarze kamen, um sich von ihrem geistigen Vater zu verabschieden. Manche berührten sogar ihre Rosenkränze am Leichnam, um zu zeigen, dass sie ihn als Heiligen verehrten. Das levitierte Requiem am 20. Februar wurde von Fr. Joseph Michael Eckert O.P., dem leiblichen Bruder des Verstorbenen, unter Assistenz von zwei anderen Dominikanern zelebriert. Fr. Stephens Landsmann John Forbes M. Afr., der erste kanadische Weiße Vater und selbst Missionsbischof in Uganda, betete das Libera Me am Sarg des toten Kapuziners. Über 80 Priester und 1.000 Gläubige wohnten der Zeremonie bei.
Schon bald nach seinem Tod wurden Gebetserhörungen gemeldet, und Fr. Stephen Eckerts Seligsprechungsprozess ist seit den 1950er Jahren eingeleitet.


Father Stephen war ein Mann des Gebets und der Abtötung. Lange Zeit betete er nachts vor dem Allerheiligsten. Eine Decke auf dem Boden seines Zimmers reichte ihm als Bett. Als einziger „Fehler“ wird seine große Sanftmut und Güte gegenüber den fehlenden Mitmenschen genannt. Besonders wird sein übernatürlicher Geist betont, der stets die Ehre Gottes und das Heil der Seelen suchte und der kein Gefallen an oberflächlichen Gesprächen hatte. Wo derartige Gespräche für ihn zu viel Platz einnahmen, lenkte er sie gekonnt auf tiefere Gedanken, darunter natürlich auf die Bekehrung der Schwarzen. Durch die Wärme und die Überzeugung seiner Erklärungen und die darin gezeigte Sachkenntnis schaffte er es, andere in seinen Bann zu ziehen. Möge dieser übernatürliche Geist uns allen ein Vorbild und Fr. Stephen uns und vor allem den Schwarzen in den USA ein Fürsprecher im Himmel sein.

(Quellen: cchahistory.ca, das Seraphische Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, Altötting, 1927 bzw. 1935)

Donnerstag, 26. Februar 2015

Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon – die heilige Katharine Drexel



(…) Für den weiteren Ausbau dieser und so mancher anderer Station [der Steylerpatres für die Mission unter den Schwarzen in Mississippi] sind die Patres einer edlen Frau zum höchsten Dank verpflichtet, die ihr Leben der Bekehrung und Hebung der schwarzen und roten Rasse gewidmet hat: Mutter Katharina Drexel. Tochter eines sehr reichen, tief religiösen und wohltätigen Börsenmannes in Philadelphia (ihr Großvater war Tiroler), fühlte sie sich schon früh in besonderer Weise zu den verachteten Indianern und Negern der Vereinigten Staaten hingezogen und spendete reichlich von ihrem Vermögen [kürzlich las ich in einer US-Publikation, dass es in ihrem 97-jährigen Leben wohl 12 Millionen USD waren, die sie spendete]. Nach einer Audienz bei Leo XIII., dem sie Notlage dieser Armen mitgeteilt hatte, fühlte sie die erste Anregung, eine eigene Schwesterngenossenschaft zu gründen, die sich durch Gelübde ausschließlich der Bekehrung der roten und schwarzen Rasse widmen sollte. Die Gründung des ersten Noviziats erfolgte im Jahre 1891, die Belobigung der Regeln durch die Propaganda im Jahr 1907 unter dem Titel: „Schwestern vom Allerheiligsten Sakrament für Indianer und Neger“.

Mutter Katharina hörte von der neuen Gründung auf einer Visitationsreise und sprach bei den Patres vor. Sie besichtigte alles, nichts schien ihr zu entgehen. Bei ihrem Abschied übergab sie dem glücklichen Missionär eine Summe Geldes, groß genug, um damit ein geräumiges zweistöckiges Schulgebäude zu errichten.

(…) Nachdem die Station von Vicksburg fest begründet war, versuchte P. Heick sein Glück in Jackson, der Hauptstadt des Staates Mississippi. Unter den 10.000 bis 11.000 Negern der Stadt war kein einziger Katholik. Das waren keine vielversprechenden Aussichten, aber die Schwierigkeiten begannen erst, als man an den Kauf eines geeigneten Grundstücks ging. Das ausgewählte Stück Land war günstig gelegen und nicht zu teuer, aber es hatte den einen Fehler, dass es zu nahe dem Stadtteil war, in dem die Weißen wohnten. Kaum hatte man von den Plänen des Missionärs erfahren, als eine wüste Hetze in den Zeitungen einsetzte. Schließlich erschien eine Abordnung bei P. Heick, die im Namen der weißen Bevölkerung scharfen Einspruch erhob. Eine Negerschule könne nur innerhalb der Grenzen des Negerviertels errichtet werden. Das war aber praktisch unmöglich, weil die Grundbesitzer des Negerviertels so unerschwingliche Preise forderten, dass P. Heick jede Hoffnung aufgeben musste. 

Da kam ihm wieder Mutter Katharina Drexel im entscheidenden Augenblick zu Hilfe. Sie erklärte sich bereit, jede geforderte Summe zu begleichen. Schon drei Monate später feierte P. Heick die erste heilige Messe in dem neuen Missionsgebäude, das Priesterhaus, Kirche, Schule und Schwesternhaus in einem war. Nach dem Wunsch des greisen Generalsuperiors wurde die neue Station dem Heiligen Geist geweiht, da, wie er schrieb, erfahrungsgemäß die der dritten Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit geweihten Missionen und Anstalten immer Erfolg haben. Es sollte sich dies auch bis jetzt bewahrheiten. Obschon kein einziger katholischer Neger in der Stadt wohnte, wurden schon am ersten Tag nach der Einweihung des neuen Schulgebäudes 110 Kinder von ihren Eltern zur Mission gebracht. Bald wurde der Zuwachs so groß, dass ein Schwesterhaus und eine Kirche gebaut werden mussten. Da kein Grundstock von Katholiken am Platz war, so musste eine Pfarrei erst langsam geschaffen werden. Als erste Frucht nahm P. Heick eines der Kinder im Jahr 1909 in die Kirche auf. Im Jahr 1913 konnte er schon 35 taufen. Im letzten Jahr hatte er 324 Kinder, worunter 91 katholisch waren. Die Gesamtzahl der Katholiken ist bis auf 233 gestiegen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Sonntag, 25. Januar 2015

Was Pater Damian für die Aussätzigen auf Molokai geleistet hat



Louis Stephenson, ein protestantischer Schotte, zitiert in dem Artikel „Die Aussätzigenpflege der katholischen Missionen“:

„Alle späteren Reformen sind hervorgerufen durch die Evidenz seiner Erfolge, sie sind ein Zugeständnis, das selbst der Widerwille oder die Gleichgültigkeit seinem Heroismus zu machen sich gezwungen sah. Mehrere waren vor ihm auf dem Feld, so Herr Mayer (der langjährige Regierungsintendant auf Molokai), ein Protestant, von dessen Verdiensten wir zu wenig hören; andere sind seither da gewesen, mancher mag mehr irdische Klugheit gehabt haben [wohl mit Hinblick auf die Ansteckungsgefahr], aber keiner solche Hingabe, wie unser Heiliger. Ehe er ankam, war tatsächlich wenig geschehen. Es war sein Verdienst, durch einen unerhörten Akt des Martertums das Auge der ganzen Welt auf das unglückselige Eiland zu ziehen. Auf einen Schlag und mit dem Opfer seines Lebens machte er das Fleckchen Erde weltberühmt und bekannt. Und das war eigentlich die einzige notwendige Reform, die alle anderen gebar. Sie brachte Geldunterstützung (denn die Staatszuschüsse reichten für die große Zahl nicht hin, und ihre Vermehrung war sein Verdienst), sie brachte – und das war die allerbeste Hilfe – die Schwestern, sie brachte Aufsicht und Überwachung, denn mit Damian landete auf Kalawao die öffentliche Meinung und das öffentliche Interesse. Wenn je ein Mann Reformen brachte und starb, um dieselben zu bringen, so war es Damian.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1903)

Sonntag, 28. Dezember 2014

Auf so eine Schule wäre ich auch gerne gegangen



Mit aufrichtiger Freude bemerkt man, wie in den Vereinigten Staaten der Missionseifer sichtlich im Wachsen ist. Ein bemerkenswertes Beispiel, das wir zur Nachahmung in unseren zahlreichen Erziehungsanstalten recht sehr empfehlen möchten, bringt die Bostoner Zeitschrift The field afar, die es sehr gut versteht, in den amerikanischen Katholiken den apostolischen Geist zu wecken. Wie die Lehrerin an einer höheren Mädchenschule in Northampton (Massachusetts) mitteilt, ist dort seit einiger Zeit eine eigene „Missionsklasse“ eingeführt worden, die vorläufig wöchentlich einmal unter Leitung der besagten Lehrerin gehalten wird. Letztere trägt einen selbst oder unter Mitwirkung einiger Mädchen verfassten kleinen Aufsatz vor, der ein Missionsthema zum Vorwurf hat und an dessen Verlesung sich jedes Mal eine gemeinsame Besprechung anschließt. Die Themen des ersten Jahres waren unter anderem: 1. Der Glaubensverein, Gründung, Einrichtung, Entwicklung; 2. das Missionshaus von Mill Hill (England) und seine Wirksamkeit; 3. das Seminar für auswärtige Missionen von Paris [Pariser Missionsseminar]; 4. Skizze und Überblick der Missionen von China, Japan, Indien usw. Jeder Missionsskizze wurde eine kurze geographische, von einem der Mädchen verfasste Beschreibung des betreffenden Landes vorausgeschickt. 5. Lebensskizze des Missionärs und Märtyrers Theophan Vénard; 6. das Lebenswerk des P. Damian u. a. m. Dazwischen kamen öffentliche Vorträge im Schulsaal von Auswärtigen, so ein Vortrag eines Konvertiten über die Indianer der Vereinigten Staaten und die katholische Mission nach eigenen Eindrücken, ein anderer des Direktors des Glaubensvereins in Boston über katholische Missionsweise u. dgl. An diesen Vorträgen nahmen auch andere Personen teil. Die Vorträge wurden durch Bilder und Fotografien unterstützt und interessant gemacht. Vorläufig zählt die Klasse 48 eingeschriebene Teilnehmer. Zweck des ersten Jahres war, wie die Leiterin schreibt, den Mädchen einen allgemeinen Begriff über das katholische Missionswerk im Großen und Ganzen zu vermitteln. Später sollen die Missionen im Einzelnen vorgeführt werden, um so Geist und Herz der Kinder mehr und mehr für die große Weltmission der Kirche zu begeistern. Könnte nicht bei einigem Geschick und gutem Willen Ähnliches leicht in so manchen unserer Pensionate und Erziehungsanstalten eingeführt werden? Wie oft geht die im Kindheits-Verein ins junge Herz gepflanzte Begeisterung für die Missionen verloren, weil im Übergangsalter keine Anregung mehr geboten wird, und wie nützlich und anregend ließen sich solche „Missionsstunden“ selbst für die näheren Zwecke der Schule gestalten!

(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Sonntag, 7. Dezember 2014

Die Ursulinen in den Rockies – Ordensschwestern unter Indianern, Cowboys und Kojoten

Mother Amadeus Dunne O.S.U., die Gründerin der Ursulinenmission in Montana

Wir entnehmen einem amerikanischen Blatt das folgende anerkennende Zeugnis über das opferwillige Leben dieser Klosterfrauen im fernen Nordwesten. „Die Welt“, beginnt der Berichterstatter, „ist sonst so begierig, ihre sogen. Helden zu feiern und ihnen Denkmäler zu errichten, und während dessen ziehen täglich Helden und Heldinnen an uns vorüber, und wir wissen es nicht. Geräuschlos wandeln sie dahin, und selbst ihre Gräber liegen unbeachtet und vergessen. Dieser Gedanke drängte sich mir auf, als ich vor einiger Zeit zwei Ursulinen antraf, die sich in Begleitung eines Vollblutindianermädchens auf der Reise nach Washington befanden, um dort mit der Regierung wegen ihrer Mission zu verhandeln. Diese Frauen sind in gebildeten Kreisen aufgewachsen, gewöhnt an alle Annehmlichkeiten eines zivilisierten und verfeinerten Lebens, als sie in den Orden eintraten. Sie waren noch jung oder standen höchstens in den mittleren Lebensjahren. Und was war ihr Leben seit jenem Augenblick, da sie dem Rufe folgte: ‚Verlass alles, was du hast, und folge mir nach‘? In Kälte und Hunger und unbeschreiblichen Entbehrungen wohnen sie in den wildesten Teilen des Felsengebirges in roh gezimmerten Blockhütten, um an 900 über das weite Gebiet zerstreuten Indianerkindern Mutterstelle zu vertreten, für sie zu kochen, zu waschen, zu bügeln und ihre Kleidchen zu flicken, vor allem aber, um sie zum Christentum zu führen und an ein zivilisiertes Leben zu gewöhnen. Nichts hat sie von dieser Aufgabe zurückzuschrecken vermocht, sie haben ausgehalten, und ihre Ausdauer ist mit Erfolg gekrönt worden. Das Indianermädchen in ihrer Begleitung war so gut erzogen, dass in der Weltausstellung von Chicago seine Leistungen einen Platz fanden.

Und welche Abenteuer die Schwestern in jener Wildnis erleben! Um die Indianerkinder bei guter Gesundheit zu erhalten, haben es die Schwestern für notwendig gefunden, einmal im Jahr mit ihnen 14 Tage lang einen Ausflug in die freie Wildnis zu machen und dort in Zelten mit ihnen eine Art Picknick-Leben zu führen. Bei einer solchen Gelegenheit war es, dass eine der beiden genannten Schwestern einst mitten auf der wilden Prärie von der Nacht überrascht wurde. Das Gefährt war zusammengebrochen, und die Pferde waren ausgerissen. Der begleitende Wagenführer und Beschützer war so gelähmt, dass er kaum mehr gehen konnte. Die dunkle Nacht brach ein, und aus der Ferne ertönte das Geheul der Kojoten. 15 Meilen hatten die Verunglückten sich mühsam vorangeschleppt, als plötzlich ein Lärm wie das Getrampel eines Pferdetrupps an ihre Ohren schlug. Es war ein Rudel Kojoten, welche die Leute gewittert hatten und im schnellsten Lauf den nächtlichen Wanderern sich nahten. In ihrer Angst nahm die Schwester ihre Zuflucht zu Maria und rief mit einem lauten Memorare um Hilfe. Seltsam! Wie von Schrecken erfasst, machte die wilde Hetze sofort Kehrt und jagte zurück über die nahen Hügelhänge.

Bei einer anderen Gelegenheit brachte dieselbe Schwester eine kranke Ordensfrau von einer Station zur anderen. Ein Indianerjunge machte den Kutscher und ein Missionär den Begleiter. Da kam über sie ein Blizzard, dieser Schreck des nordamerikanischen Westens. Der Wagen wurde umgeworfen, ein Schneewall von 4 m Höhe türmte sich vor ihnen auf, das Thermometer sank auf 42 Grad unter null. Fast wären die Verunglückten erfroren. Da raffte der Missionär sich auf, und es gelang ihm mit dem Aufgebot der letzten Kraft, sich mit einem der Pferde Bahn zu brechen und in der nächsten Station Hilfe zu holen. Am nächsten Morgen kam eine indianische Feldwache und brachte die Schwestern nach Fort Custer, wo sie von den Damen liebevoll aufgenommen wurden. Um den Frost aus den erstarrten Gliedern zu vertreiben, mussten Ölbäder angewandt werden, und mehrere Tage vergingen, bis die Wirkungen jener schrecklichen Nacht überwunden waren.“

Durch Buffalo Bills Wild-West sind die amerikanischen Cowboys, dieser wilde Typus berittener Hirten, weithin bekannt geworden. Es ist interessant, was unser Gewährsmann über das Verhalten dieser trotzigen Söhne der freien Prärie den Schwestern gegenüber berichtet. „Wir, die so stolz sind auf unsere feinen Sitten und unser Gefühl und Verständnis für alles Schöne, lassen uns nicht träumen, dass wir in der Wertschätzung dessen, was edel, rein und heilig ist, übertroffen werden von den unbändigen Cowboys der Prärie. Nichts kann die Ehrfurcht und zarte Aufmerksamkeit übertreffen, mit der sie die Schwestern bei zufälliger Begegnung in der Wildnis behandeln. Wenn ein Unwetter sie überrascht hat, dann heißen diese rauen Bewohner der Steppe sie in ihren Blockhütten freundlich willkommen und sagen zueinander: ‚Jungens, wir müssen sehen, dass wir den Schwestern etwas zu essen verschaffen.‘ Dann räumen sie die Hütte und überlassen sie für die Nacht ganz den Schwestern, während sie selbst im Freien irgendwo Unterschlupf suchen. Sie sehen in den Klosterfrauen etwas Übermenschliches und Engelhaftes. Und doch sind diese rohen Leute zumeist nicht Katholiken. Wenn sie auf dem Weg neben ihnen herziehen und sie merken, dass die Schwestern ihr Offizium beten wollen, dann unterbrechen sie ihre Unterhaltung, indem sie einander zuflüstern: ‚Still, die Schwestern sind am Beten!‘

„Wenn man dann die Schwestern“, so schließt der Berichterstatter,  „In der muntersten Weise erzählen hört, dass sie lange Zeit in ihrer Niederlassung einen einzigen Stuhl besaßen, der beim Besuch des Bischofs ihm überallhin nachgetragen wurde, oder dass sie nicht selten, wenn sie am Morgen erwachten, 2–3 Zoll Schnee auf ihrer Bettdecke finden, so mutet dies alles einem an wie ein Strauß duftender Blumen aus der Wildnis.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1893)


Samstag, 22. November 2014

Lob einer protestantischen Zeitung für Pater Damian

Aus dem „Handels-Monitor“:

„Das traurige Los der Aussätzigen, diese so schwarze Seite in den Annalen Hawaiis, ist besonders berühmt und bekannt geworden durch die aufopfernde Entsagung eines jungen Priesters, des hochw. P. Damian, der sein Leben den Aussätzigen gewidmet hat; dieser Mann ist ein Ruhm und eine Ehre für Hawaii. Er zeigt wieder den heiligen Heldenmut der ersten Christen bei den blutigen Kampfspielen des Altertums, ja er tut noch mehr. Und in der Tat, wäre es nicht weit vorzuziehen, einem wilden Tier zur Nahrung vorgeworfen zu werden, als verurteilt zu sein, das Leben in der verpesteten Luft einer Aussätzigen-Anstalt zuzubringen? Und P. Damian, der tapfere Soldat Christi, hat nun schon viele Jahre unter den Verbannten von Molokai verlebt; er ist beständig unter diesen Kranken, die von der Gemeinschaft der übrigen Menschen gänzlich ausgeschlossen sind und denen ein Gesunder sich nicht zu nähern wagt. Er weiht sich ganz und gar ihrem Dienste, er verbindet ihre Wunden, er leitet sie an, ihr Vertrauen auf Gott zu setzen und ein besseres Leben zu hoffen. Eine solche Liebe zu den Unglücklichen kann nur aus der Liebe zu Gott hervorgehen, und Gott allein kann eine solche Liebe würdig belohnen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1882)

Samstag, 15. November 2014

Große Missionsbischöfe: Ein Leben im Sattel – Msgr. Jean Baptiste Salpointe, Erzbischof von Santa Fe


Von den heimgegangenen nordamerikanischen Oberhirten darf wenigstens ein Erzbischof nicht fehlen, der einen großen Teil seines Lebens im Sattel oder auf dem mexikanischen Reisekarren zugebracht hat. Es ist Msgr. Jean Baptiste Salpointe, Erzbischof von Santa Fe. 

Frankreich, das Mutterland so vieler Missionäre, gab ihm am 22. Februar 1825 das Leben zu St. Maurice (Dep. Puy de Dome). Als jungen Priester führte ihn der Notschrei der amerikanischen Bischöfe nach Amerika, und das heiße Texas und das gebirgige Arizona wurden seine zweite Heimat. Hier, wo damals die Einwanderung erst begann und auf den weiten Prärien sich die wilden Apatschen und zahlreiche Reste anderer Indianerstämme umhertrieben, gab es noch Arbeit für ein junges Apostelherz. Tucson, die Hauptstadt des Territoriums von Arizona, wurde der Mittelpunkt seiner Tätigkeit, wie es dereinst seine Ruhestätte werden sollte. Diese schroffen, kahlen Berge, diese weiten, fruchtbaren Flusstäler des Gila- und Coloradosystems waren klassischer Missionsboden. Sonora hieß in spanischer Zeit diese Provinz, und vorab deutsche Jesuiten, wie die PP. Kühn (Kino), Sedlmayer, Michel, Bauer, Gerstner, Pfefferkorn, Segesser und so viele andere, hatten hier einst unter den Pimas, Papagos, Opakas und anderen Stämmen segensreich gewirkt. 
Von ihren alten Kirchen standen nur noch wenige. Doch überall fand Salpointe noch Spuren ihrer Tätigkeit und einzelne treu gebliebene Reste der einst christlichen Stämme. Noch hüteten 100 Familien von Papagos die alte Kirche San Xavier del Bac. Mit der Liebe eines Vaters ging Salpointe diesen verlassenen Schäflein und den braven, in weit zerstreuten Ranchos wohnenden mexikanischen Viehzüchtern nach. 

1857 war Arizona zur Diözese Santa Fe geschlagen worden (seit 1875 Erzdiözese). Allein die starke Einwanderung seit dem mexikanischen Krieg weckte das Bedürfnis einer besseren kirchlichen Verwaltung, und so wurde 1868 Arizona als eigenes Apostol. Vikariat von Santa Fe getrennt.  Salpointe trat an seine Spitze und entwickelte auch als Bischof eine unermüdliche Tätigkeit. Neue Stationen wuchsen aus dem Boden, Kirchen und Kapellen wurden gebaut, Schwestern zur Übernahme von Anstalten der Erziehung und Krankenpflege berufen. Das Vikariat zählte damals unter 38.000 Einwohnern 20.000 Katholiken. Rothäute aus den Stämmen der Apatschen, Papagos, Yavapais, Pimas, Maricopas, Yumas, Mohaves, Moquis waren noch etwa 20.000 vorhanden. Durch eine himmelschreiende Verordnung des Präsidenten Grant, die sog. Peace Policy, wurden diesen Stämmen mit Ausnahme der Papagos Prediger verschiedener Sekten aufgedrängt, um sie gegen ihren Willen protestantisch zu machen. Die Indianer aber verlangten Schwarzröcke [katholische Priester], und diese, an ihrer Spitze der Bischof, taten alles, um dem armen Volk den katholischen Glauben zu retten. Rastlos durcheilte Salpointe das Vikariat, machte Rundfahrten von nahezu 2000 Meilen auf schlechten Wegen, durch Gebiete, in denen die Furcht vor den streifenden Apatschenbanden allen Verkehr gestört. 

Am 13. November 1883 vertrat Salpointe seinen Metropoliten, den Erzbischof von Santa Fe, Msgr. Lamy auf der Versammlung amerikanischer Erzbischöfe in Rom; im folgenden Jahr wurde er ihm als Koadjutor beigegeben und folgte ihm 1885 auf dem erzbischöflichen Stuhl. Neun Jahre wirkte er nun als Erzbischof, bis ihn 1894 Altersschwäche zur Resignation veranlasste. Er zog sich nun nach seinem geliebten Arizona zurück und starb am 5. Juli 1898 in Tucson, wo er dereinst seine apostolische Laufbahn begonnen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1899)

Siehe auch den Artikel zu einem seiner Nachfolger, Peter Bourgade 

Samstag, 1. November 2014

Große Missionsbischöfe: der Erzbischof des Wilden Westens – Msgr. Peter Bourgade, Erzbischof von Santa Fe


Auch von den hingeschiedenen Oberhirten der Vereinigten Staaten muss einer hier wenigstens kurz erwähnt werden. Es ist der hochw. Herr Peter Bourgade, Erzbischof von Santa Fe in Neu-Mexiko, den der Tod am 16. Mai im Merceyspital zu Chicago von langer schmerzlicher Krankheit befreite. 

Geboren am 17. Oktober 1845 in St. Agathe (Diözese Clermont), gehört Bourgade jener Schar opferwilliger französischer Pionierpriester an, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts dem dringenden Ruf amerikanischer Bischöfe nach Arbeitern folgten und an dem Aufbau der Kolonistenkirche in den amerikanischen Südstaaten einen so hervorragenden Anteil nahmen. Sein erstes Arbeitsfeld war Arizona, damals noch Tummelplatz wilder Apachenhorden, die um jeden Preis das Vordringen der Bleichgesichter zu hindern suchten und den Schrecken der Ansiedlungen und Karawanen ausmachten. Hier weihte Bourgade seine ersten Mannesjahre der mühsamen Wanderseelsorge teils unter den weißen Kolonisten und mexikanischen Rancheros (Viehzüchtern), teils unter den Resten der einst von den Jesuiten bekehrten und in Reduktionen gesammelten Stämme der Papagos, Pimas, Maricopas u. a. 

Auch als Bischof der 1885 neu errichteten Diözese Tucson (Arizona) und als Erzbischof von Santa Fe (seit 1892) blieb Bourgade seiner ersten Liebe treu und bot sein Möglichstes auf, um der aussterbenden roten Rasse das Gut des wahren Glaubens zu erhalten, das durch die kirchenfeindliche Indianerpolitik und die Werbearbeit der protestantischen Sekten so sehr bedroht war.


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Sonntag, 19. Oktober 2014

Der frühe Film im Dienst der Mission


Auf der Studenten-Missionstagung in Dayton wurde ein Film von mehreren Tausend Fuß Länge vorgeführt, der das Leben und Treiben der eingeborenen Christen von Uganda und das Wirken der Missionare zeigte. (Amerikanisches Familienblatt 1921, 250.) Es wird ferner gemeldet, dass von einer amerikanischen Gesellschaft Filmaufnahmen in den afrikanischen Missionen gemacht wurden, und zwar auf den Missionsfeldern der Weißen Väter, der Missionare von Mill-Hill und der Väter vom Heiligen Geist.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Freitag, 17. Oktober 2014

Wer ist für die Sioux der „Groß-Angreifer“?

Das Schloss des „Groß-Angreifers“ (Quelle)

Kein geringerer als Franz Xaver, der diesen Namen wohl verdient. Da die Sioux anscheinend alles Fremde irgendwie in ihre Sprache zu übersetzen pflegten, erhielt der größte Missionar der Neuzeit den Namen „Watekpeya Tanka“ (der „Groß-Angreifer“). So war auch die Sioux-Ausgabe eines Bildbands überschrieben, der 1922 in vielen verschiedenen Sprachen erschien. 
Schön erklärte mit dessen Hilfe der Katechist Alex einigen jungen Männern den Seeleneifer des hl. Franz Xaver: „Schaut auf Xavers Schloss; großmächtig, reich – und das hat Watekpeya Tanka (der Groß-Angreifer) alles dran gegeben, um in die große Welt zu gehen und Seelen zu retten. Seht, er sucht Seelen, lehrt sie die Lehren des Heilandes und baut seine Kirche auf!“…


(Quelle: die katholischen Missionen, 1925)