Fiorina Cecchin wurde 1877 in Cittadella bei Padua geboren. Aufgrund ihrer schwächlichen Gesundheit wurde ihr zunächst die Zulassung zum Ordensleben verweigert, bevor sie von den Cottolengo-Schwestern in Treviso aufgenommen wurde. Ihr Wunsch, in die Mission zu gehen, erfüllte sich, als sie 1905 nach Kenia entsandt wurde. In 20 mühevollen Jahren in der Mission, die nicht zuletzt geprägt waren durch den Ersten Weltkrieg, der auch Ostafrika heimsuchte, zeigte sie großen Eifer für die Verbreitung des Glaubens, insbesondere durch die Katechese von Kindern, sowie große Nächstenliebe in ihrer Pflege der zahlreichen Kranken, denen sie einen bedeutenden Teil ihrer Zeit widmete.
Nach dem Krieg wurde sie zur Regionaloberin ernannt, erkrankte aber bald an Enterokolitis. Ihre letzten Jahre waren überschattet von den Spannungen zwischen den Cottolengo- und den Consolata-Schwestern in Fragen der Missionsmethode. Ihre Schwestern wurden schließlich nach Italien zurückgerufen. Die Selige starb am 13. November 1925 auf See irgendwo zwischen Ägypten und Saudi-Arabien. In Seiner unendlichen Weisheit wollte Gott nicht, dass ihre Überreste öffentlich verehrt werden. Stattdessen birgt sie nun das Rote Meer, das umgeben ist von vielen Missionsländern und nicht zuletzt von den heiligen Stätten des Islams im für die katholische Kirche bislang unzugänglichen Wahabiten-Königreich.
Als vor knapp einem Jahrzehnt ein Kind in der Diözese Meru in Kenia, dem Ort der apostolischen Arbeit der seligen Maria Carola, tot geboren wurde, betete eine der Schwestern, die sich um die Mutter kümmerten, zu Schwester Maria Carola – nach 30 Minuten war ein Herzschlag zu vernehmen. Heute ist das Baby ein gesunder 9-jähriger Junge. Die selige Maria Carola wurde am Samstag, den 5. November, in Meru von Kardinal Antoine Kambanda selig gesprochen. Ihr Festtag ist der 13. November, ihr Todestag.
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Montag, 7. November 2022
Montag, 17. Juni 2013
Kardinal Lavigerie über den islamischen Sklavenhandel in Afrika
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Die Tagesblätter haben bereits über die Vorträge berichtet, welche Se.
Eminenz Kardinal Lavigerie in der Kirche St. Sulpice zu Paris, in der St.
James-Hall zu London und in St. Gudula in Brüssel heilt. Der greise, um die
afrikanische Mission hochverdiente Kirchenfürst forderte in begeisterten Worten
auf, dem greulichen Sklavenhandel, dem zur Schande der Menschheit jährlich
immer noch etwa eine halbe Million Neger zum Opfer fallen, durch energische
Schritte bei den beteiligten mohammedanischen Fürsten und durch die Ausrüstung
einer kleinen bewaffneten Macht endlich entschieden den Krieg zu erklären.
Die
Sklavenjäger sind durchweg Mohammedaner. „Während unsere Blicke auf andere
Länder sich richteten,“ führte der Kardinal aus, „hat der Islam seit fünfzig
Jahren ungehindert, ohne Lärm und mit unermüdlicher Hartnäckigkeit halb Afrika
erobert. In gewissen Gegenden, die uns am nächsten liegen, gründete er Reiche;
andere Gebiete benützte er zur Sklavenjagd.
Ich will aber durchaus nicht die
Menschen an sich dafür anklagen. Ich lebe ja selbst inmitten von Mohammedanern,
und wenn sie in mir auch ihren Vater nicht sehen, so betrachte ich sie doch als
meine Kinder. Der Islam trägt die Schuld. Er lehrt, dass die Welt in zwei
Rassen geschieden ist: die eine, die der Gläubigen, ist berufen, zu herrschen,
die andere, die der Verfluchten, bestimmt zu dienen.
Unter den letzteren werden
wieder die Neger als am tiefsten stehend betrachtet. In den Augen jener sind
sie nichts Besseres als Vieh, für das Joch bestimmt.“
Zu den von den mohammedanischen Sklavenjägern besuchten Märkten gehören
zunächst sämtliche Städte im Innern von Marokko, wohin jährlich große Karawanen
aus den Gegenden des Niger und des Tschad-Sees zu kommen pflegen.
Die Sklaven
werden daselbst öffentlich verkauft und gekauft. Ganz dasselbe geschieht in den
südlich von den französischen Besitzungen, von Tunis und von Tripolis gelegenen
Oasen, wo Käufer und Verkäufer ebenfalls meist Mohammedaner sind. Außerdem
bildet noch Timbuktu den großen Zentralmarkt und gemeinsamen Versorgungspunkt
für den Sklavenhandel des nördlichen Afrika und der Provinzen im Süden und
Westen vom Senegal.
Auch in Ägypten, am Roten Meer von Suakin bis Aden und Perim wird lebhafter Menschenhandel getrieben. Dorthin kommen die Sklavenkarawanen aus dem Sudan, von Wadai, Darfur, Kordofan, und vom Osten und Norden des Nyanza (Viktoriasee).
Auch in Ägypten, am Roten Meer von Suakin bis Aden und Perim wird lebhafter Menschenhandel getrieben. Dorthin kommen die Sklavenkarawanen aus dem Sudan, von Wadai, Darfur, Kordofan, und vom Osten und Norden des Nyanza (Viktoriasee).
Arabische Barken holen sie heimlich des Nachts vom Ufer ab,
um sie unter dem Schutze der Dunkelheit und unbemerkt von den wenigen hier
kreuzenden französischen und englischen Schiffen nach der arabischen Küste zu
bringen, von wo aus man sie dann durch das ganze islamitische Asien versendet.
Seit
den mit der Türkei abgeschlossenen internationalen Verträgen werden diese
Unglücklichen nicht mehr öffentlich, sondern insgeheim in bestimmten, den
Käufern wie den Verkäufern besonders bezeichneten und genau bekannten Häusern
verkauft. Starker Sklavenhandel findet sodann noch statt auf einer großen Menge
von Märkten zwischen den großen Seen und der Küste von Sansibar, vom Ibo und
Lindi im Sudan bis zu den Flüssen Juba und Mukdischu an der Ostküste.
Von da
aus werden die Sklaven auf arabischen Barken am Ufer des Roten Meeres entlang
nach Asien geschafft. In den Gegenden östlich von der atlantischen Küste und
auf der Grenze von Benguela herrscht in den Tälern des Liba und Kassai
ebenfalls noch öffentlicher Sklavenhandel; seit Portugal die an den Ufern des
Sambesi bestehenden Sklavenmärkte verboten hat, wurden dieselben nach dem Zululand
verlegt.
(Aus: die katholischen Missionen, 1888)
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