Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Mittwoch, 14. Januar 2015

Zum Fest des seligen Petrus Donders C.SS.R.

Sel. Petrus Donders (Quelle: Roger Veringmeier)
Der selige Petrus Donders C.SS.R. war ein Redemptoristenmissionar, der unter den Aussätzigen in Surinam wirkte. Er starb am 14. Januar 1887. Seine Lebensgeschichte findet sich hier und hier. Unter diesem Link kann man ein altes Sterbebild des Seligen sehen. Wer Niederländisch spricht, findet hier einen langen und reich bebilderten Artikel über ihn, allerdings kann ich nicht für den Inhalt bürgen, weil ich es selbst nicht verstehe.


Seliger Petrus Donders, bitte für uns und für Surinam!

Freitag, 26. September 2014

Schönes Lob vom „roten Papst“

(Quelle: Papa Stronsay Texts)

Nachfolgend ein Schreiben vom Kardinalpräfekten der Propaganda, Kardinal Willem Van Rossum C.Ss.R., an Msgr. Neuhäusler vom „Ludwig-Missions-Verein“.

Rom, Palast der Propaganda, den 11. April 1929.

Hochwürdiger Monsignore!

Mit wahrer Freude erhielt ich den 10ten Jahrgang Ihrer gediegenen Zeitschrift: „Die Weltmission der katholischen Kirche“.
Ich ersehe daraus zu meinem größten Trost, dass das katholische Bayern viel, sehr viel tut für die Missionen und dass die Liebe zur heiligen Kirche, zum katholischen Glauben und zu Jesus unserem Herrn sich praktisch zeigt durch einen regen Eifer zur Verbreitung der einzig seligmachenden Wahrheit und zur Ausdehnung des Reiches des göttlichen Königs.

Dass Ihre Zeitschrift viel dazu beigetragen hat, um diesen glücklichen Erfolg zu erreichen, brauche ich nicht zu betonen. Nur will ich Ihnen danken für die fortwährende, anstrengende Arbeit zugunsten der Missionen, für die liebevolle Sorge, womit Sie diese wichtige Sache zu Herzen nehmen und anderen empfehlen.
Wenn ich aber Ihnen danke, so danke ich auch allen Wohltätern, welche Ihnen so treu zu Seiten stehen und ohne die Sie gar nicht dasjenige erreichen könnten, was Sie jetzt schon so viele Jahre zustande bringen.

Ich segne Sie und alle Wohltäter von ganzem Herzen und bleibe
Ihr ergebener in Christo,


W.M. Kard. v. Rossum

Samstag, 12. Juli 2014

Die Problematik der Einwanderung katholischer Ukrainer nach Westkanada und buchstäblich hoher Besuch

Wirklich hoher Besuch: Erzbischof Andrej Scheptyzkyj O.S.B.M. in Philadelphia, wohl auf derselben Reise, die ihn später nach Kanada führte. Er gehörte nicht nur zum Adel der Ukraine und war der Führer der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche, sondern war auch über 2 m groß (nach einigen englischsprachigen Quellen um die 7 Fuß = 2,13 m)

Die starke Einwanderung der Ruthenen (d. h. Ukrainer) nach dem kanadischen Nordwesten lässt die ruthenische Frage, die in den Vereinigten Staaten nicht geringe Schwierigkeiten verursacht hat, auch dort immer dringlicher werden. Es zeigt sich mehr und mehr, welch ein Hemmnis die Verschiedenheit des Ritus sein kann, sobald ihre Zugehörigen in fremde Verhältnisse kommen, wo kein hinreichender Klerus und keine Kirchen des betreffenden Ritus vorhanden sind. Während der Lateiner sich in der ganzen Welt leicht zurechtfindet, fühlt sich der Orientale in kirchlicher Hinsicht als Fremdling. (Ich teile diese Ansicht nicht ganz, weil ja auch für Lateiner erst einmal entsprechende Kirchen da sein müssen. So fielen zahlreiche Katholiken des römischen Ritus in den USA zum Protestantismus ab, da es dort nicht genug Priester gab.)

Großen Segen brachte letztes Jahr der Besuch des ruthenischen Erzbischofs Scheptyzkyj von Lemberg. Er hat das ganze Gebiet wie ein Apostel teils auf der Bahn teils zu Wagen durchreist, überall unermüdlich gepredigt, Beichte gehört, Christenlehre gehalten usw. wie ein gewöhnlicher Priester, obschon der hohe Herr zum kaiserlichen Kronrat gehört. Sein Auftreten hat alle sehr erbaut. Er konnte sich mit eigenen Augen von der geistigen Not seines Volkes überzeugen. Für mehr als 100 000 Ruthenen sind bloß 10 Priester, 4 Redemptoristen, 5 Basilianer und 1 junger kanadischer Weltgeistlicher, der zum ruthenischen Ritus übertrat, vorhanden. 

Wie ist da zu helfen? Die ruthenische Heimat kann nicht genug Kräfte stellen, zumal auch die kanadischen Bischöfe keinen verheirateten ruthenischen Klerus im Land wünschen. Die eine Schwierigkeit mit der Sprache lässt sich dadurch lösen, dass die Ruthenen allmählich Englisch lernen, wozu auch der Erzbischof sie aufgefordert hat. Dagegen soll am Ritus festgehalten werden. Es bleibt also nichts übrig, als das englisch sprechende Priester zum ruthenischen Ritus übertreten. 

Zu diesem Zweck hat Erzbischof Langevin O.M.I. von St. Boniface vier seiner jungen Priester hergegeben, von denen drei zu den Basilianern in Österreichisch-Galizien gingen, um dort sich Sprache und Ritus anzueignen. Leider sendet England sehr wenige Priester in seine Kolonien, so dass es überall an englisch redenden Priestern fehlt, was für die zunehmende Kolonistenbevölkerung im Nordwesten, wo das Englische immer mehr die allgemeine Verkehrssprache bildet, eine große Gefahr bedeutet.


(Aus: die katholischen Missionen, 1911)

Montag, 7. Juli 2014

Bilder: zum Fest der Slawenapostel Cyrillus und Methodius (nach altem Missale)



Ihr heiligen Slawenapostel, bittet für uns!


Msgr. Raphael Popoff, der Mann, den Gott berufen hatte, um die bulgarisch-griechisch-katholische Kirche vor dem Untergang zu bewahren



Gedenktafel außen an der alten Kapelle in Regensburg (Quelle: sue107)


Titularerzbischof Msgr. Miroff, Bischof der katholischen Bulgaren in Istanbul. Er weihte den ersten Exarchen der russisch-katholischen Kirche, den sel. Leonid Feodorov, zum Priester.



Msgr. Epiphan Schanoff, Apostol. Vikar von Bulgarien. Zusammen mit Msgr. Miroff weihte er Pater Isaias Papadopulos zum Bischof.
katholische Seminaristen in Bulgarien (erste Reihe wohl Professoren)

Montag, 17. Februar 2014

Die Freimaurer und die religiöse Lage auf Kuba und Puerto Rico

El Morro, San Juan, Puerto Rico

„Zum zweiten Mal“, so schreibt uns der hochw. Herr Albert Ströbele, „seitdem Kuba mit Hilfe der Vereinigten Staaten Amerikas sich von Spanien unabhängig gemacht hat, ist vor einigen Monaten im Kongress der Antrag gestellt worden, ein Gesetz zu machen, nach welchem weitere Ordensniederlassungen untersagt, Klostergüter besteuert, das öffentliche Tragen eines Ordenskleides, sowie alle öffentlichen Prozessionen verboten werden sollen. Es liegt auf der Hand, dass die Loge hier ihre Hand im Spiel hat, gerade wie auf der Insel Puerto Rico.

Auf letztgenannter Insel ist aber seit dem Amtsantritt des neuen Bischofs dem Wühlen der Loge durch eine gediegene Monatsschrift (Boroquin) welche in einer Doppelspalte (eine englisch, die andere spanisch) erscheint, ein wertvolles Verteidigungsmittel entgegengestellt worden.

Bischof Jones O.S.A. (Augustiner-Eremiten), ein Amerikaner, irischer Abkunft, ist der rechte Mann am rechten Platz, und es sind deshalb für die Wiederbelebung eines praktischen Katholizismus auf der Insel Puerto Rico größere Hoffnungen vorhanden als in Kuba, wo alle Bischöfe Kubaner und als solche von Kindheit auf an den religiösen Indifferentismus des Volks derart gewöhnt sind, dass sie denselben nicht so beachten wie solche, die von auswärts kommen. 

Bischof Jones war, ehe er Bischof wurde, mehrere Jahre Prior der amerikanischen Augustiner-Niederlassung und Rektor des gleichnamigen Kollegs in Havanna. Daselbst hatte er Gelegenheit, die traurigen religiösen Zustände von Lateinamerika kennen zu lernen und entsprechende Heilmittel zu ersinnen, die er jetzt als Bischof zu praktischer Anwendung bringt, wobei ihm die amerikanisch-deutschen Redemptoristen, welche sein Vorgänger, der jetzige Erzbischof von New Orleans (Blenk), von Nordamerika hat kommen lassen, große Hilfe leisten. 

In dieser Hinsicht ist es zu bedauern, dass der erste Apostolische Delegat von Kuba, der verstorbene Erzbischof Chapelle von New Orleans, den Heiligen Stuhl nicht aufmerksam gemacht hatte, dass ausländische Bischöfe in Kuba mehr erreichen würden als einheimische; Beweise dafür liefern nicht nur Puerto Rico, sondern auch die Philippinen mit ihren neuen amerikanischen Bischöfen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Freitag, 20. Dezember 2013

Große Heilige, die den hl. Franz Xaver verehrten



Der hl. Philipp Neri, Stifter der Oratorianer, der hl. Alfons von Liguori, Stifter der Redemptoristen, der hl. Kaspar del Bufalo, Stifter der Kongregation vom kostbaren Blut, und P. Damian, der Apostel der Aussätzigen, waren begeisterte Xaveriusverehrer.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Freimaurer ermordet Redemptoristenpater auf offener Straße


Am 31. März d.J. wurde, wie wir einer nachträglich uns zugehenden Mitteilung entnehmen, der deutsche Redemptorist P. Johann Baptist Schaumberger das Opfer eines ruchlosen Verbrechens. Der Pater gehörte zum Kloster, das die Redemptoristen im Wallfahrtsort Nossa Senhora da Penha unweit São Paulo besitzen. 

Er war an dem Tag nach der nahen Stadt gegangen, um sich seine Augengläser ausbessern zu lassen, verließ auf dem Rückweg außerhalb Penha den elektrischen Wagen, um den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen, und ging friedlich, sein Brevier betend, auf der von Fußgängern und Wagen belebten Straße dahin. 

Vor einer Schenke stand ein gesatteltes Pferd und wartete auf seinen Herrn, einen berüchtigten Klopffechter namens Manoel Antonio de Oliveira, gewöhnlich „Guasca“ genannt. Kaum sah dieser den friedlich vorüberziehenden Priester, als er höhnisch ihm Spott- und Schimpfworte zurief. P. Schaumberger ging ruhig weiter. Da stürzte Guasca noch einen Becher Branntwein herunter, warf sich aufs Ross und jagte dem verhassten „Pfaffen“ nach, um ihm, wie er gedroht, den Garaus zu machen. 
Klatschend fiel die Peitsche des Wütenden auf Gesicht und Schulter des wehrlosen Priesters. Guasca hatte ihn einfach niederreiten wollen, was der Pater dadurch verhinderte, dass er sich hinter einem Pfosten der Elektrischen flüchtete. 

Nun riss der Unhold seinen Revolver aus dem Gürtel und gab auf sein Opfer zwei Schüsse ab. P. Schaubmerger, ein alter, schwacher Mann, sank vor Schreck wie betäubt zu Boden. Guasca hielt ihn für tot und sprengte weiter. Als er sich aber noch einmal umdrehte, sah er, wie der Priester sich wieder aufrichtete. Beide Schüsse waren nämlich fehlgegangen.

Zähneknirschend machte der Raufbold Kehrt, suchte den Pater ein zweites Mal niederzureiten und gab, da dies misslang, einen dritten Schuss auf P. Schaumberger ab. Tödlich in den Unterleib getroffen, stürzte er nieder. Die Schüsse hatten sofort eine Menge Leute, meist Frauen, herbeigezogen, die aber, von dem Revolver Guascas bedroht, sich in respektvoller Entfernung hielten. 

Aber die Kunde von dem Mord des bekannten und allgemein beliebten Priesters hatte sich im Nu verbreitet, und ehe Guasca Zeit gefunden, sich aus dem Staub zu machen, war ihm die Polizei auf den Fersen und nahm ihn gefangen. 
Offen bekannte der Unmensch, dass Hass der Religion und der Priester der einzige Beweggrund seiner Tat gewesen sei; er bedauerte nur, dass er nicht auch die anderen Pfaffen von Penha kalt gemacht habe. „Ich bin Freimaurer“, prahlte er, „ich weiß, was ich zu tun habe und auf wen ich mich stützen kann.“

Der ermordete P. Johann Baptist Schaumberger war geboren 1849 zu Schwandorf in Bayern, hatte seine Gymnasialstudien in dem rühmlichst bekannten Benediktinerstift Metten gemacht und war 1894 als schon reifer Mann der Kongregation des allerheiligsten Erlösers beigetreten. 

Bereits 54 Jahre alt, folgte er 1903 seinen bayrischen Mitbrüdern, die seit zehn Jahren in Südbrasilien sich ein neues Wirkungsfeld geschaffen hatten. 
Hier hatte er, zumal im engeren Kreise der Genossenschaft und seit Ende 1907 in Nossa Senhora da Penha segensreich gewirkt, allgemein beliebt wegen seines kindlich heiteren Wesens und seiner schlichten Frömmigkeit. 
Der ruchlose Mord fand auch in der Presse die schärfste Verurteilung und das tragische Ende des guten Paters bei Laien und Geistlichen die größte Teilnahme.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Dienstag, 10. Dezember 2013

Soldat Christi und Vater der Aussätzigen

P. Lemmens C.SS.R. als Offizier und Redemptorist

Am 19. September 1906 verschied zu Paramaribo, der Hauptstadt von Niederländisch-Guayana, der Redemptoristenmissionär P. Felix Heinrich Lemmens als würdiger Nachfolger des Aussätzigenapostels P. Damian. 

Geboren am 28. Juli 1850 zu Maastricht, widmete sich Felix Heinrich zunächst der militärischen Laufbahn. Wegen seines aufgeräumten munteren Wesens war er Liebling seiner Kameraden und wurde als Mann treuer Pflichterfüllung auch von seinen Vorgesetzten sehr geschätzt. 

Besondere Achtung erwarb er sich durch sein charakterfestes Bekenntnis seines Glaubens mitten in stark gemischter, ja vorwiegend protestantischer Umgebung. Als einst in einer Gesellschaft zu Haag das Gespräch auf Religion kam und einige Offiziere sich darüber spöttelnde Bemerkungen erlaubten, verwies Lemmens ihnen sofort und so nachdrücklich das Ungeziemende ihres Benehmens, dass ein anwesender Hauptmann voll Anerkennung sich äußerte: „Allen Respekt vor solcher Überzeugungstreue.“

1878 wurde Leutnant Lemmens in die Garnison von Surinam versetzt und erwarb sich auch hier die allgemeine Liebe und Achtung. Einer seiner damaligen Freunde und Bekannten war der Rechtsanwalt Herr Borret, Mitglied des Gerichtshofs von Surinam. Als derselbe unerwartet seine Stellung niederlegte, um Priester und Mitglied der Kongregation des allerheiligsten Erlösers zu werden, deren Wirken in Surinam er zu bewundern Gelegenheit gehabt, beschloss der junge Offizier, dem Beispiel zu folgen. 

Am 8. Dezember 1882 legte er nach dem Beispiel des hl. Alfons von Liguori seinen Degen zu Herzogenbusch auf den Altar und vertauschte die schmucke Uniform mit dem schlichten Ordensgewand eines Redemptoristen (siehe Bilder oben).
Nach Vollendung seiner Studien zu Witten bei Maastricht empfing Lemmens am 8. Oktober 1886 die heilige Priesterweihe. Bald darauf ging sein Herzenswunsch, als Priester und Apostel nach Surinam zurückzukehren und der schwierigen Mission seine ganze Kraft weihen zu dürfen, in Erfüllung. 

Zunächst wirkte er als erster Pfarrer an der Grenze von Britisch-Demerara (heute Guyana) gelegenen Neugründung Niew-Nickerie, dann kam er auf die Missionstation Albina am Maroni, dem Grenzfluss zwischen Surinam und Cayenne (heute Französisch-Guayana). 

Mit Vorliebe nahm er sich hier der eingeborenen Indianer und der Buschneger an und machte ihretwegen weite apostolische Fahrten ins Innere. Auf den im Maroni zerstreut liegenden kleinen Eilanden fand er aber noch andere arme Schäflein, welche des priesterlichen Trostes am meisten bedurften.
Es waren die mit dem Aussatz geschlagenen Sträflinge der benachbarten französischen Kolonie, die hier als Verbannte ein einsames und verlassenes Dasein fristeten. 

Einmal wöchentlich brachte man ihnen etwas Nahrung. Sonst blieben sie in ihren elenden Hütten sich selbst überlassen. Voll Mitleid besuchte sie P. Lemmens von Albina aus, verband ihre scheußlichen Wunden und brachte ihnen die Tröstungen der heiligen Religion. 
Es scheint, dass der gute Pater in seinem Eifer die nötigen Vorsichtsmaßregeln außer Acht ließ; gewiss ist, dass er auf einmal die Zeichen der schrecklichen Krankheit an sich selber wahrnahm. 
Das bedeutete für ihn die Absonderung vom menschlichen Verkehr und ein langsames Hinsterben. 
Um sich nützlich zu machen, bot er sich an, die Seelsorge der Aussätzigen in der St. Gerard Majella-Stiftung zu übernehmen, wo der Apostol. Vikar von Surinam, Bischof Wulfingh, den Aussätzigen ein Heim und in den Tilburger Schwestern liebevolle Pflegerinnen gegeben hatte.

Hier brachte P. Lemmens die vier letzten Jahre seines Opferlebens zu. Sein liebevoller Eifer und das heroische Beispiel seiner Geduld im eigenen Leiden gab seinem priesterlichen Wirken eine ungewöhnliche Kraft und brachte viele verhärtete Sünder zu Gott zurück. Den heiteren Charakter des ehemaligen Offiziers vermochte auch das traurige Siechtum nicht zu trüben. 
Durch Abfassung unterhaltender Theaterstücke und Aufführung von Konzerten und fröhlichen Festlichkeiten für die Aussätzigen tat er alles, um ihnen ihr hartes Los zu erleichtern und um sie her den Sonnenschein der Freude zu verbreiten.

Inzwischen hatte sein Leiden unaufhaltsam Fortschritte gemacht und die Kräfte des erst 56-jährigen Mannes aufgezehrt. Am 18. September v.J. empfing der Kranke noch einmal bei vollem Bewusstsein die heiligen Sterbesakramente und eilte am folgenden Tage in die Arme seins göttlichen Meisters, dessen treuer Jünger er gewesen. 

Ein feierliches Begräbnis ehrte das Andenken des heiligmäßigen Priesters; die schönste Grabrede aber waren die Tränen der Aussätzigen, denen er ein so treuer Freund und Vater gewesen. R.I.P.


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)

Mehr über die Redemptoristen von Surinam in der Aussätzigenpflege hier, darunter die Geschichte des seligen P. Donders C.SS.R.

Sonntag, 12. Mai 2013

Berühmte Heilige, die Missionäre werden wollten

Der heilige Alfons bei der Anbetung (Quelle: Andreas F. Borchert)

Der heilige Alfons Maria von Liguori, Kirchenlehrer und Gründer der Redemptoristen, wollte als Missionar nach Südafrika, um dort die Einheimischen zu bekehren, deren große geistliche Armut sein Mitleid erweckte. 
Sein Gewissensrat, der Diener Gottes Bischof Tommaso Falcoia, ermahnte ihn, wieso seine Gedanken in die Ferne schweiften, wenn doch auch in Europa die Seelen in den Himmel geführt werden müssten und in der Gefahr schwebten, in die Hölle zu kommen. Falcoia sagte ihm schließlich: „Deine Gebete werden ihnen mehr nutzen als Deine Anwesenheit.


St. Philipp Neri
Auch Philipp Neri, den großen Missionar Roms zog es in ein bestimmtes Land. 
Sein Missionsziel war Indien. Nachdem er die Briefe des heiligen Franz Xaver gelesen hatte, war auch er aus Mitleid für die im Heidentum versunkenen Inder bewegt, sich als Missionar in das ferne Land zu begeben. 
Er suchte Rat bei dem Zisterziensermönch und Mystiker Agostino Ghettini, der eine große Andacht zum Evangelisten Johannes pflegte.
Nach einigen Tagen teilte der Mönch Philip mit, der heilige Johannes habe ihm geoffenbart, dass Rom sein Indien sein sollte. 

Samstag, 20. April 2013

Ein weiterer Held der katholischen Aussätzigenpflege



Der „Pilot“ von Boston meldet den Tod eines Märtyrers der christlichen Liebe, der wie P.Damian sich der Pflege der Aussätzigen geweiht hatte. Derselbe heißt P. Johann Bakker und gehörte dem Redemptoristenorden an.
Schon seit 1866 weilte er bei seinen geliebten Pfleglingen in Surinam. Vor zehn Jahren fühlte er sich von der Krankheit, die ihn seither unaufhörlich peinigte, befallen.
Besonders waren die letzten Monate seines Lebens äußerst qualvoll, da die Ärzte sich gezwungen sahen, ihm die Finger abzunehmen, und er daher in allem fremder Hilfe bedurfte. Nichtsdestoweniger zeigte er sich jederzeit gottergeben, ja heiter in seinem Leiden.
P. Bakker war ein Holländer und ist der dritte Redemptorist, der im Dienste der Aussätzigen in Surinam starb. Diese Unglücklichen sind zwar größtenteils nicht katholisch, doch hat man bis jetzt nur katholische Geistliche in ihrer Mitte gesehen.
Wie in Molokai weilen auch hier unerschrockene Ordensschwestern (Franziskanerinnen), welche die kranken Frauen und Kinder pflegen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1891)


Mehr über P. Bakker hier (Englisch).

Mittwoch, 9. Januar 2013

Der „rote Papst“ schreibt an die katholischen Missionen

Willem Kardinal Van Rossum CSSR

Früher wurde der Präfekt der Propaganda Fide (Heute Kongregation für die Evangelisierung der Völker) wegen seiner weitreichenden Vollmachten auch „der rote Papst“ genannt. "Von jeher haben die Päpste daher die tüchtigsten und erlesensten Männer auf diesen Posten berufen", so die katholischen Missionen im Jahrgang 1918.
Von 1918 bis zu seinem Tod im Jahr 1932 hatte dieses Amt der holländische Redemptorist Willem Marinus Kardinal Van Rossum inne.
Nachfolgend ein Brief an 
die katholischen Missionen. Der aktuelle Präfekt (seit 2011) ist übrigens Fernando Kardinal Filoni, wohl eines der weniger bekannten Mitglieder des Kardinalskollegiums.




An die Redaktion und den Verlag der Zeitschrift „Die katholischen Missionen“

Sehr verehrte Herren!

War die großartige und gediegene Arbeit, welche die „Katholischen Missionen“ vor dem Krieg geleistet haben, schon überaus lobenswert, so verdienen sie noch viel, sehr viel mehr unser Lob, unsere Anerkennung und unseren Dank für das, was sie während des Krieges getan haben und besonders jetzt in den traurigen Umständen, in denen sich das deutsche Volk zur Zeit befindet.

Dass der Eifer für die Missionen erhalten bleibt, wie er früher in glücklicheren Zeiten war, ist zu einem großen Teil der tiefen, prinzipiellen Belehrung zu verdanken, welche die „Katholischen Missionen“ schon fast fünfzig Jahre lang den Katholiken Deutschlands über die wichtigsten Missionsfragen gegeben haben. Dass darum die Redaktion und der Verleger auch jetzt noch die Herausgabe der so hochinteressanten Zeitschrift fortsetzen, ist eine Tat, deren Verdienstlichkeit für die Missionssache und für die katholische Sache überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Für den heldenmütigen Eifer und die Selbstlosigkeit, die hierzu von Ihnen gefordert wurden und die Sie in dieser Sache bewiesen haben, möchte ich Ihnen hiermit meinen innigstgefühlten Dank aussprechen.

Ich hege die feste Hoffnung, dass Sie bei den großen Opfern, welche Sie für die Weiterführung Ihrer so nützlichen Arbeit bringen müssen, von den Katholiken Deutschland, die ja immer so große Liebe für die Missionen an den Tag gelegt haben, kräftige und dauernde Unterstützung erhalten bis zu dem Tag, wo bessere Zeiten Ihre Arbeit wieder erleichtern werden.

Ich segne Sie, hochverehrte Herren, und bitte den allmächtigen Gott, Er möge Ihnen den Beistand Seiner Gnade schenken, auf dass die Früchte, welche die „Katholischen Missionen“ in den Seelen hervorbringen, verdoppelt und verzehnfacht werden.



Rom, Palast der Propaganda, den 6. November 1919 

 W.M. Kardinal van Rossum 
Präfekt.

(Aus: die katholischen Missionen, 1920)

Montag, 7. Januar 2013

Fest des heiligen Johannes Nepomuk Neumann

St. Johannes Neumann
Heute ist das Fest eines (leider wenig) bekannten heiligen Missionars und Bischofs, St. Johannes Nepomuk Neumann C.SS.R, Bischof von Philadelphia (1811-1860) und einer der vier heiliggesprochenen Redemptoristen. Eine englische Biographie ist hier zu finden.


Heiliger Johannes Neumann, bitte für uns!

Samstag, 17. März 2012

Ein würdiger Sohn des hl. Alfons (Teil 2) — Aussätzigenpflege


Ein weiteres Vorbild der hochherzigen Nächstenliebe bietet uns die Tätigkeit Donders in Batavia, einem abgelegenen Orte, den die Regierung zum Aufenthalt für die Aussätzigen bestimmt hatte.
Im Beginne des Jahres 1856 trat er dort das Amt eines Seelsorgers an. Bald hatte er die Liebe und das Vertrauen all seiner Pflegebefohlenen gewonnen.
Wie der gute Hirt, der sein Leben für seine Schafe gibt, so kannte auch Donders keine Schonung seiner selbst bei der Sorge für die Aussätzigen. Nachdem er des Morgens vor ihnen das heilige Messopfer dargebracht und sich durch Gebet zu seinem Liebeswerke gestärkt hatte, besuchte er nacheinander alle seine Kranken. Furchtlos betrat der Diener Gottes die armseligen, niedern Hütten, die, wie er selbst berichtete, mehr Behausungen für Tiere als Wohnungen für Menschen glichen.
Mochte die Krankheit noch so abstoßend, der Geruch noch so ekelerregend sein, nichts konnte ihn davon abschrecken. Mit der Liebe einer Mutter nahm er sich der Ärmsten an, sorgte für ihre geistlichen Bedürfnisse wie für ihre leiblichen Nöte, machte die elenden Lagerstätten zurecht, reinigte die Wohnungen und verband mit größter Sorgfalt ihre Wunden.
Des Nachmittags setzte er die Besuche fort und des Abends gab er Unterricht im Katechismus. Daran schloss sich ein gemeinschaftliches Gebet, das mit dem Rosenkranz zu Ehren der Trösterin der Betrübten und einem negerenglischen Liede beendet wurde.
Im Jahre 1865 wurde die Kongregation des allerheiligsten Erlösers mit der Mission in Surinam betraut. Bereits vor 30 Jahren hatte unser Missionär noch als Student zweimal vergeblich um die Aufnahme in diese Kongregation nachgesucht. Nicht lange nach der Ankunft der Patres in Surinam erneuerte er, jetzt mit Erfolg, seine Bitte.
Er musste nun Batavia verlassen, um in Paramaribo die Prüfungszeit durchzumachen. Bereits nach achtmonatlicher Vorbereitung wurde er, mit Bewilligung des Generaloberen, am 24. Juni 1867 zur Ablegung der Gelübde zugelassen und bald darauf nach Batavia zurückgeschickt.
Am 13. August desselben Jahres betrat er wieder den ihm so teuren Boden, und alle Aussätzigen eilten voll Freude zum Landungsplatz, um ihren geliebten Hirten und Vater aus vollstem Herzen willkommen zu heißen.
Vielleicht hat nie ein Fürst, der nach glorreichen Siegen über alle seine Feinde ruhmgekrönt inmitten eines glänzenden Gefolges in feierlichem Triumph wieder in seine Hauptstadt einzog, ein solches Übermaß an Glück und Freude empfunden wie P. Donders, als er, umgeben von seinen lieben Aussätzigen, nun wieder dem ärmlichen Gotteshaus seine Schritte zulenkte.
Mit frischem Mut und erhöhtem Eifer setzte dann der Diener Gottes als würdiger Nachfolger des Erlösers sein schweres Opferleben in Batavia noch viele Jahre fort.
Bei all seinen Mühen und Arbeiten führte er ein Leben strenger Abtötung. Bis zu seinem 75. Jahre beobachtete er pünktliche alle von der Kirche und der Ordensregel vorgeschriebenen Fasten. Dreimal enthielt er sich in der Woche des Frühstücks, bis ihm beides vom Obern mit Rücksicht auf seine schwache Gesundheit untersagt wurde. Endlich nahte der Tag, an dem der Herr seinem treuen Diener den ewigen Lohn gewähren sollte.
Am letzten Tag des Jahres 1886, nach der Abendpredigt, fühlte sich P. Donders unwohl. In der Nacht vom 5. Auf den 6. Januar bat er um die heiligen Sterbesakramente, welche er mit der ihm eigenen feurigen Andacht empfing. Am Dreikönigsfeste richtete er noch mit schwacher Stimme an den ihn pflegenden Pater die Bitte: „Haben Sie die Güte, in meinem Namen meine Pfarrkinder um Verzeihung zu bitten. Legen Sie ihnen ans Herz, dass sie nach meinem Tode die gegebenen Ermahnungen befolgen, besonders jedoch, dass sie suchen sollen, zu erkennen, welch großes Übel die Sünde ist.
Nicht lange nachher schlummerte er in ein besseres Jenseits hinüber. 45 Jahre waren seit seiner Landung in Surinam verflossen; 25 hatte er als Weltpriester und 20 als Ordensmann unter den schwersten Mühen und Entbehrungen in der Mission gearbeitet und mit kurzer Unterbrechung 30 Jahre Hindurch sich dem Dienst der Aussätzigen gewidmet.



(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Mittwoch, 14. März 2012

Ein würdiger Sohn des hl. Alfons (Teil 1)


Am 13. Juli d. J. hat in Herzogenbusch der Diözesanprozess in Sachen Seligsprechung des Dieners Gottes Petrus Donders aus der Kongregation des allerheiligsten Erlösers (Redemptoristen) seinen Anfang genommen. Er war Missionär in Surinam. Unsere Leser werden gerne einen kurzen Abriss seines Lebens erhalten; wir folgen dabei dem ausführlicheren Bericht der Katholiske Missiën (Jahrg. 1900, S. 94 ff.).

P. Donders wurde am 27. Oktober 1809 zu Tilburg, einer Stadt in der holländischen Provinz Nordbrabant, von frommen, aber armen Eltern geboren. Schon als Kind äußerte Peter das lebhafte Verlangen, einmal Priester zu werden. Seine Gesundheit war jedoch so schwach, dass von einem regelmäßigen Schulbesuch keine Rede sein konnte.
Als er etwas größer und stärker geworden war, musste er seine Eltern in der Sorge um den nötigen Lebensunterhalt unterstützen. Er wurde Weber. Voll Gottvertrauen und fröhlichen Mutes ging er an die Arbeit. Aber der Erfolg seiner Bemühungen war nichts weniger als befriedigend.
Wenn der junge Donders seine Webstücke einlieferte, so klagte der Meister, dass seine Hände doch gar ungeschickt und er ein armer Stümper in der Arbeit sei. „Aber man muss ihm durch die Finger sehen,“ fügt er dann bei, „weil er so viel mit dem lieben Gott verkehrt.“
Das Verlangen und die Hoffnung, Priester zu werden, gab Peter inzwischen nicht auf. Aber seine dürftigen Verhältnisse und der Mangel an geistiger Begabung waren lange Zeit unüberwindliche Hemmnisse. Dank den Bemühungen seines Pfarrgeistlichen erhielt er endlich im Sommer 1831, im Alter von 22 Jahren, eine Stelle als Bedienter im Knabenseminar zu St. Michiels-Gastel, mit der Befugnis, die freie Zeit den Studien zu widmen. Mit letzteren wollte es, trotz allen Eifers, lange nicht recht voran.
In allen Fächern war er einer der letzten; nur im Katechismus und in der Biblischen Geschichte hatte er stets einen der ersten Plätze. Fleiß, Ausdauer und Gebet überwanden jedoch alle Schwierigkeiten. Nach sechs Jahren wurde ihm die Aufnahme in das Priesterseminar gewährt, nachdem er sich zweimal vergeblich um Zulassung in eine religiöse Genossenschaft bemüht hatte.
Am 5. Juni 1841 empfing er die heilige Priesterweihe. Sein feurigstes Verlangen war nun, als Missionär in einem fernen Lande am Heil der Seelen zu arbeiten. Bald reiste er dann auch in die Mission von Surinam ab und landete am 1. September 1842 bei Paramaribo, der Hauptstadt.
Seine erste Tätigkeit bestand darin, dass er den Kindern Katechismusunterricht erteilt. Denn er sah bald ein, dass es ein vergebliches Bemühen wäre, aus der so tief im Lasterleben versunkenen Bevölkerung einen tüchtigen Kern zu einer eifrigen, wahrhaft katholischen Gemeinde zu bilden. Die Jugend musste vor der Verderbnis bewahrt und auf den guten Weg geleitet werden. Mit unverdrossenem Mut gab er sich jeden Morgen diesem Werk hin und ließ sich nie durch Ungeduld oder Überdruss davon abhalten.
Einen Beweis seines Heldenmutes gab er im Jahr 1851, als das gelbe Fieber mit außerordentlicher Heftigkeit in Paramaribo wütete. Nicht bloß war das geräumige Spital mit Kranken überfüllt; es gab auch sonst in der Stadt fast kein Haus, das nicht einen oder mehrere beherbergte.
Inmitten der allgemeinen Not ging der eifrige Priester umher, um den Leidenden zu helfen, den Sterbenden beizustehen, die Weinenden zu trösten, den Verstorbenen die letzet Ehre zu erweisen und die Gesunden vor der Ansteckung zu bewahren. Dreimal besuchte er täglich die Kranken im Spital, darauf die in der Stadt, so dass der ganze Tag, die brennend heiße Mittagsstunde nicht ausgenommen, ein ununterbrochener Krankenbesuch war.
Denen, welche ihn auf die ihm und seiner Herde drohende Gefahr hinwiesen, antwortete er: „Ich bin nicht verpflichtet zu leben, wohl aber, mein Amt zu versehen.“ Endlich wurde auch er vom gelben Fieber ergriffen.
Aber mehr bekümmerte ihn das Los seiner unglücklichen Kinder als das eigenen. Wie gerne hätte der liebevolle Seelenhirt sein Leben hingegeben, wenn er dadurch den strafenden Arm Gottes von ihnen hätte abwehren könne!
Nach vierwöchentlichem Leide genas er indes wieder, und kaum hatte er das Krankenbett verlassen, so nahm er mit ungebeugtem Mut die Besuche wieder auf, um durch Wort und Tat die unbeschreibliche Not zu lindern.



(Aus: die katholischen Missionen, 1901)