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Mittwoch, 7. Januar 2026

America's missionary crusader

Frater Clifford King (standing on the right) with his confreres after having received his missionary cross for China. (Source: Chicago Province SVD)

Fr. Clifford King was born in Upstate New York in 1888 and entered the Society of the Divine Word in Techny, IL in 1909, fulfilling his childhood desire of becoming a missionary. As a seminarian, he founded the Catholic Student Mission Crusade, which soon had thousands of members and about a million in 1963.

He was sent to China in 1919, still a "frater", to replace the German SVD missionaries who had been expelled during WWI. In 1920, the young missionary was ordained to the priesthood by Bishop Henninghaus, making him the first American priest of the Society of the Divine Word. Msgr. Froewis, who would become a mentor to Fr. King, preached the ordination retreat about holiness, zeal, and learning as characteristics of a missionary.

Fr. King served in many Chinese missions over the next 20 years, only fleeing from the Japanese in 1941 as they approached Beijing. Having arrived in the Philippines, Father soon was forced to escape the Emperor's troops again, this time on a submarine! After the war, he became the secretary of Cardinal Tien, SVD, a position he held until 1960, when at the age of 72, he volunteered for a leper hospital in Papua New Guinea. "I will certainly be happy in New Guinea; because I will work among the poorest of the poor, and God's mercy will be close to us", he said about his new work.

Six years later, King returned to the States, where he wrote his autobiography "I remember" while serving as a chaplain in an Iowa hospital. "America's missionary crusader" died in Techny in 1969.

China remained his great love. He would often start conversations with the words "When I was in China".

May he have joined China's martyrs and saints in Heaven!

Samstag, 25. Oktober 2025

Unsere neuen Heiligen aus den Missionen

 

Am 19. Oktober kanonisierte Papst Leo XIV. sieben Heilige, darunter auch zwei Heilige aus den Missionen.


Mit dem heiligen Peter To Rot erhält Papua-Neuguinea seinen ersten Heiligen, einen Sohn des Landes, der in der Kirchenverfolgung des Zweiten Weltkriegs als Märtyrer für Christus und das heilige Sakrament der Ehe gestorben ist.

Peter wurde 1912 in Rakunai auf Neupommern in Deutsch-Neuguinea geboren. Seine Eltern gehörten zu den ersten Christen der Gegend und erzogen ihre Kinder vorbildlich im Glauben. Als sein Vater Angelo, selbst Katechist, vom Herz-Jesu-Missionar P. Carl Laufer gefragt wurde, ob er seinen Sohn zum Priestertum studieren lassen wolle, gab der Vater an, dass die Zeit für einheimische Priester noch nicht gekommen sei, Peter aber ebenfalls Katechist werden könne. Diesen überaus wertvollen missionarischen Dienst übte Peter To Rot bis zum heroischen Grad aus.

Als die Japaner das Gebiet 1942 besetzten, gingen sie bald gegen die europäischen Missionare vor und inhaftierten diese. Auch vor Deutschen – den Staatsangehörigen einer verbündeten Achsenmacht – machten sie nicht halt. Zunächst blieb aber die „priesterlose“ religiöse Betätigung der Katholiken uneingeschränkt. Ab 1944 setzte eine totale Kirchenverfolgung ein, in deren Rahmen selbst die Hütten der einheimischen Katholiken nach Devotionalien und religiösen Schriften durchsucht wurden. Peter To Rot wurde mit anderen Katechisten auf eine Polizeistation gebracht und aufgefordert, ihren Katechistendienst einzustellen. Er blieb fest und sagte den Gläubigen: „Sie haben unsere Priester weggenommen, aber sie können uns nicht verbieten, als Katholiken zu leben und zu sterben. Ich bin euer Katechist und werde meine Pflicht tun, auch wenn es mich mein Leben kostet.“

Durch sein entschiedenes Eintreten gegen die von den Japanern geförderte Polygamie, die zunehmend unter den einheimischen Kollaborateuren wie Häuptlingen, Richtern und Polizisten um sich griff, bahnte sich schließlich sein Martyrium an. Der Polizist To Metapa ließ Peter internieren, nachdem dieser die ehebrecherischen Pläne des Kollaborateurs durchkreuzt hatte. Nach sechs Wochen Lagerhaft wurde Peter To Rot am 7. Juli 1945, gut einen Monat vor Kriegsende, auf einer Polizeistation eine Injektion verabreicht. Nachdem wohl die tödliche Wirkung nicht schnell genug einsetzte, erdrosselte man ihn.

Er ist der Patron der Katechisten und Ehepaare. Sein Fest wird am 7. Juli begangen.


Auch die heilige Maria Troncatti F.M.A. stammte aus einem frommen Elternhaus. Ihre Heimat waren die Berge der Provinz Brescia, wo sie am 16.02.1883 geboren wurde. Schon als Mädchen wollte sie bei den Maria-Hilf-Schwestern Don Boscos eintreten, doch ihr Vater und der Ortspfarrer verpflichteten sie, bis zur Volljährigkeit zu warten. Ihre Ordensprofess legte sie schließlich 1908 ab. 

Während des Ersten Weltkriegs wirkte sie als Krankenschwester in Varazze (Ligurien). Als dort im Juni 1915 der Teiro über die Ufer trat, machte Schwester Maria in höchster Todesgefahr der Muttergottes das Versprechen, als Missionarin nach Ecuador zu gehen. Im Jahr 1922 zog Maria mit dem Missionsbischof Domenico Comin S.D.B. ins Amazonasgebiet, wo sie fast ein halbes Jahrhundert sich für das Volk der Shuar als Wunderärztin, Orthopädin, Chirurgin und Apothekerin aufopferte – vor allem aber als große Beterin, Katechistin und Friedensstifterin. Mit ihrer zärtlich mütterlichen Art verstand sie es, Herzen zu erobern. Durch diese Eigenschaft wurde Schwester Maria bekannt als die Madrecita, die liebe kleine Mutter. 

Stark ausgeprägt war ihr missionarischer Geist. So waren ihre Gedanken „immer bei den Missionen“ und sie schrieb einmal: „Jeden Tag bin ich glücklicher über meine missionarische Ordensberufung“.

 Die „Ärztin des Dschungels“ starb am 25. August 1969 bei einem Flugzeugabsturz bei Sucúa. Über die Radiostation der Shuar-Föderation erklang die traurige Botschaft: „Unsere Mutter, Schwester Maria Troncatti, ist gestorben.“

Vom Himmel aus zeigt sie sich weiter als Mutter ihres Volkes: Das Wunder zu ihrer Heiligsprechung ereignete sich an einem Shuar, dem Landwirt Juwá Juank Bosco Kankua, der von einer schweren Hirnverletzung geheilt wurde.

Samstag, 16. August 2025

Missionar auf zwei Kontinenten – Msgr. Franziskus Wolf S.V.D., Apostolischer Vikar von Ost-Neuguinea

Der Essener Bergmannssohn Franziskus Wolf kam 1890 im Alter von 14 Jahren nach Steyl, wo der heilige Gründer ihn in das ordenseigene Gymnasium aufnahm. Im Jahr 1895 trat Franziskus in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ein und wurde nach seiner Priesterweihe 1899 in die damalige deutsche Kolonie Togoland entsandt. Besonders wirkte er dort zur Förderung des katholischen Schulwesens im Steyler Missionsgebiet. Es folgte 1911 die Ernennung zum Regionaloberen und 1914 zum ersten Apostolischen Vikar des neugeschaffenen Vikariats Lomé. Die Tragik der beiden Weltkriege sollte sein weiteres Leben begleiten. Seine Bischofsweihe in Steyl fiel auf den schicksalshaften 28. Juni 1914, den Tag, an dem Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen wurde. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Msgr. Wolf an der Rückkehr in sein Vikariat gehindert. Er warb während der Kriegszeit in der Heimat für die Sache der Weltmission und setzte sich nach dem Versailler Frieden, der die Vertreibung der deutschen Missionäre aus den Gebieten der Kriegssieger vorsah, weiter für eine Rückkehr der deutschen Glaubensboten nach Togo ein. Trotz der Intervention des Heiligen Stuhls blieb es dabei: Die Steyler Togomission war Geschichte.

Neues Wirkungsfeld in Neuguinea

Kathedrale in Alexishafen, Papua-Neuguinea

Wie viele andere ehemalige Togomissionare erhielt auch Bischof Wolf eine neue Missionsbestimmung: An Mariä Himmelfahrt 1923 traf er als Apostolischer Vikar des neuerrichteten Vikariats Ost-Neuguinea in der ehemaligen deutschen Kolonie ein. Hohe kirchliche Würdenträger in Australien, darunter der Apostolische Delegat Cattaneo, der Msgr. Wolf begleitete, hatten sich bei der australischen Regierung für die deutschen Missionare eingesetzt. Die Residenz des Bischofs war Alexishafen an der Küste, allerdings erstreckte sich die Mission dank der Vorstöße von P. Alfons Schäfer und Bruder Antonius Baas besonders in den folgenden Jahren auch auf das Gebiet des Bismarckgebirges im Landesinneren. Das Gebiet war schwer zugänglich, doch die MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgesellschaft) stellte ab Mitte der 1930er Jahre Flugzeuge bereit, zunächst die „Paulus“, dann die „Petrus“ und zuletzt die „Little Flower“, die am 6. August 1939 mit fünf Personen an Bord, darunter drei Patres, verunglückte. Der tödliche Unfall war eine schwere Prüfung für die Mission und ihren Bischof.

Der Zweite Weltkrieg

Die ersten Kriegsjahre verliefen ruhig, bis im Dezember 1942 die Japaner im Vikariat landeten und bald die meisten Missionsstationen besetzten, selbst jene im Inneren des Landes. Zusammen mit der einheimischen Bevölkerung wurden die Missionare samt Bischof von den japanischen Besatzern zu Bauarbeiten gezwungen. Nach und nach folgte die Internierung der Missionare, auch der Deutschen, die trotz ihrer Staatsangehörigkeit von den Japanern als alliierte Spitzel betrachtet wurden. Im Januar 1944 ordnete das japanische Oberkommando die Evakuierung des Gefangenenlagers auf der Vulkaninsel Manam an. Alle Steyler sowie Angehörige der lutherischen Mission und einige Halbeuropäer wurden auf das japanische Schiff „Dorish Maru“ gebracht. Bischof Wolf hatte sich vergeblich gegen den Abtransport starkgemacht, da er die Gefahren durch die alliierten Flieger kannte.

Der Fliegerangriff

Gegen 7:40 Uhr am 6. Februar 1944 griffen 20 amerikanische Flugzeuge die Dorish Maru das erste Mal an, ohne dass eine der abgeworfenen Bomben das Schiff getroffen hätte. Die japanische Besatzung hatte das Feuer erwidert und einen Angreifer abgeschossen. Zunächst blieben alle Insassen unverletzt, obwohl die Zivilisten auf Deck lagern mussten. Beim folgenden zweiten Angriff verfehlten die Bomben zwar erneut ihr Ziel, die Bordkanonen der Flieger richteten jedoch furchtbare Verheerung unter den Menschen auf Deck an: 7 Patres, 27 Schwestern und 12 Brüder wurden getötet, hinzu kamen weitere 16 Todesopfer unter den übrigen Zivilisten. Viele andere waren schwer verletzt, darunter auch Bischof Wolf, der während des 20-minütigen Angriffs die Generalabsolution erteilte. Er hatte einen Durchschuss der linken Schulter und Lunge erhalten. Die Toten wurden an der Küste bei Wewak abgeladen und in einem Massengrab beerdigt. Der Rest der Internierten musste die Weiterfahrt nach Hollandia in Indonesien (heute Jaypura) antreten. Die Japaner versuchten dort, die Überlebenden weiter zum Arbeiten zu zwingen. Die schlimmen Zustände im Lager forderten weitere Todesopfer. Msgr. Wolf lag in einer mit regendurchlässigen Blättern gedeckten Hütte am Boden. Trotz seines schlechten Zustands wünschte er stets als Letzter verbunden zu werden.

Heldenhaft ertragener Tod

Bruder Gerhoch schildert die letzten Tage seines Bischofs: „Ein starker Tropenregen setzte ein, und der Fußboden wurde zum Sumpf. Infolge der großen Hitze bildeten sich am ganzen Körper Blasen. Die Wunden eiterten. Moskitos quälten den Kranken bei Tag und Nacht. Blaue Fliegen sammelten sich auf den aufgebrochenen Lippen. Kein Laut der Klage kam über die Lippen. Als sein Tod bevorstand, versammelten sich alle Missionare um die Hütte des Sterbenden, um bei der Spendung der heiligen Sterbesakramente zugegen zu sein und sich von ihrem Oberhirten zu verabschieden. Vor dem Weggang erteilte er allen seinen letzten Segen. Still und unbemerkt entschlief er dann in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar.“

Nach dem Krieg wurden die sterblichen Überreste von Bischof Franziskus Wolf, dem ersten Apostolischen Vikar von Lomé und von Ost-Neuguinea, in der Kathedrale von Alexishafen bestattet. Seine Heimatgemeinde Essen-Borbeck hat ihn in einem Straßennamen geehrt. Als Glaubenszeuge wird er im deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts geführt.

Dienstag, 20. August 2024

The glorious vocation of the missionary brother

Missionary brothers working with their apprentices in the Benedictine mission of Inkamana (South Africa)

"The missionary brother is the unknown apostle in the Catholic world mission. Inflamed by the love of God and of the souls in the heathen world, the missionary brother sacrifices his own self and all that is dear to him to help the missionary [priest] in foreign countries in converting, teaching and educating the natives.

The missionary brother carries out his apostolic work through the work of his hands. The calluses of his hands spell out the sermon of the price, but also of the blessing of Christian labor.

The missionary brother is of the greatest importance for the missionary priest, for the missionary work and for the missionary country. Without the dedicated work of the missionary brothers, the work of the missionary priests would experience the greatest obstacles. It is only through the missionary brother that the missionary's hands are freed for the service of souls. The missionary brother keeps many financial worries and expenses away from the mission; he takes care of the temporal, the material work, the house and the farm; he complements the missionary in conversion work, teaching and education. The missionary brother doubles the missionary's strength in many respects. Without a missionary brother, the missionary priest's hands are very often tied. The missionary brother is really the missionary's helping, supporting and complementary brother."

This quote by the great missiologist Fr. Robert Streit, O.M.I. emphasizes both how important the missionary brother is for successful missionary work and yet how little attention and appreciation this vocation has received—one might argue that it is virtually unknown in our days. Let us therefore take a closer look at the essential vocation of the missionary brother using historical examples.

Tradesmen of God

Since the discovery of the Americas, which ushered in the modern missionary era, missionary work has been mainly organized around mission stations that often resemble the monastic foundations that evangelized and civilized large parts of Europe. In addition to churches or chapels, many such mission stations had their own farming operations, workshops, schools, and sometimes also pharmacies and infirmaries. Naturally, this requires many skilled persons to fulfill these tasks—or in the early days of a particular mission, a small number of brothers who each had a great variety of skills. Before leaving for China in the mid-1880s, Br. Joseph Overlöper, S.V.D., a carpenter by trade, learned several other skills as well: candle making, soap making, glazing, bricklaying, painting, farming and gardening.


As Br. Joseph’s case shows, construction and farming skills understandably stood in very high demand in the missions. Many significant church buildings that could rival their European counterparts were constructed under the supervision of missionary brothers. Br. Petrus Gernert O.S.B., one of the Martyrs of Tokwon, oversaw the construction of Tokwon Abbey in Korea, in addition to directing the landscaping work surrounding the vast monastic premises. He also built several other chapels and churches for the mission in central Korea.

Some regions of the world posed particular difficulties with regard to building materials: virtually all churches in Papua New Guinea, from chapels to cathedrals, were built from wood. The wood had to be sourced from the country’s dense jungles, which meant that missionary brothers had to spend months at lumbering sites where they worked with their native crews.

Bishop Henninghaus with S.V.D. brothers in China

Brother cook’s demanding work was not as visible but played an essential role in maintaining the health and good spirits of the missionaries. When missionaries from far afield assembled at the main mission station for conferences and much needed vacations, the cook would serve European dishes that were a welcome dietary change for men who often only lived on sparse rations of native food.

The brothers who served as medics and pharmacists were not only able to cure diseases for which the sick could not find help among traditional healers, they opened the gates of Heaven to many, young and old, by instructing and baptizing patients who were at the doorstep of eternity.

The cathedral of Alexishafen, Papua New Guinea

Their trades often brought missionary brothers into close contact with the people of the country, with fellow workers, apprentices, patients or clients—and sometimes even with the powerful of this world. In the early stages of a mission among populations that lived as hunter-gatherers, the missionary brothers were the ones who introduced the future Christians to organized farming and crafts, thus ensuring a degree of material wellbeing that enabled a sedentary lifestyle and instilling knowledge that helped the natives keep pace with an increasingly Europeanized colonial society. In East Asia, missionary brothers took part in the technological exchange, especially at the Court of the Chinese Emperors. Brother Franz Stadlin, S.J., an expert watchmaker from Switzerland, was held in the highest regard by the Kangxi Emperor. When Stadlin died in 1740, the emperor held a lavish funeral ceremony for this humble religious. Many missionary brothers received deep insights into the culture and the language of the peoples of their missions. Several S.V.D. brothers were known as excellent speakers of the Chinese language who understood the Chinese mindset well. A popular brother could make a great apostle and increase the reputation of the missions among non-Christians significantly.

True missionaries

The missionary brothers were true missionaries, not only because they did all their work as consecrated men in the service of God and His Church, but also in virtue of their teaching and spreading the faith directly. Already in the early stages of the modern missionary period, St. Francis Xavier was keenly aware of the need for lay missionaries to complement missionary priests when educating children. As early as his first year in the missions, Francis Xavier asked St. Ignatius to send him auxiliary missionaries to teach children. Later he expressed the desire that every large missionary station with at least two priests would receive an auxiliary teacher to teach the catechism to children, visit the sick and baptize dying children. Saint Pedro de Gante is a premier example of a lay brother whose apostolate largely revolved around direct missionary work. He devised an innovative pictographic catechism with which he reached thousands of natives in Mexico in the early stages of the evangelization of the New World.

Pictographic catechism by Saint Pedro de Gante explaining the Most Holy Trinity

Men of prayer and sacrifice

“In the missions, they [the missionary brothers] shall love the natives with a tender and deep love, they shall pray without ceasing for their salvation and be willing to sacrifice everything for the spiritual benefit of their poor souls” (Chapter 8, Article 2 of the constitutions of the Spiritans)

In the lives of more than a few missionary brothers, we see this rule that Venerable Francis Libermann drew up for his own religious faithfully put into practice. The aforementioned Br. Joseph Overlöper preferred to travel at night so he could dedicate himself to undisturbed prayer. Br. Konstantin, a missionary in Togo, was the beekeeper of the S.V.D. mission. Countless times he was stung in the process, but the good brother turned it into a penance that he offered up for the success of the missions: “It does not matter. This is for the poor heathens.” How many hours did missionary brothers spend in front of the tabernacle after a day of exhausting work, in many cases in tropical climates!

Numerous missionary brothers sacrificed their health, dying an early death in the service of the missions. And there were brothers whom God chose for the highest form of sacrifice, martyrdom. Such was the case with St. Andreas Bauer, O.F.M., who was killed during the Boxer Rebellion in China, or the 13 Missionary Benedictine brothers who died in Communist death camps during the Korean War and whose beatification process has been initiated, just to name a few.

The missionary brother is not only an essential handyman for the missions, but he is also a true apostle. May we see a resurgence of this beautiful vocation.

Sonntag, 22. März 2020

Der große Edelmann Gottes – Msgr. Josef Lörks S.V.D., Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea


Josef Lörks wurde am 24. März 1876 auf dem Wayschen Hof im niederrheinischen Hanselaer (heute Ortsteil von Kalkar) geboren und im Jahr 1892 vom heiligen Arnold Janssen auf dem Missionsgymnasium in Steyl aufgenommen. Nach seiner Priesterweihe im Missionshaus in St. Gabriel (Mödling bei Wien) am 18. Januar 1900 reiste er im August desselben Jahres in die Mission nach Kaiser-Wilhelms-Land (heute der nordöstliche Teil Papua-Neuguineas). Da sich die Haupttätigkeit der Glaubensboten um die Station Wewak an der Küste, die Insel Kairuru, den späteren Sitz des Bischofs, und den Sepikfluss entwickelte, erkannte P. Josef Lörks bald die Bedeutung der Schifffahrt für die Mission. Er machte in Hamburg das Kapitänsdiplom und überführte das Missionsschiff Stella Maris selbst nach Zentral-Neuguinea. Später kam noch die St. Gabriel hinzu.

Nicht zuletzt wegen der großen Anstrengungen der Laienbrüder SVD, die zahlreiche Pflanzungen anlegten und mit einfachen Mitteln großartige Kirchen bauten, gedeihte die einst so steinige Mission in Neuguinea, die besonders durch die Feindseligkeit der Eingeborenen noch zusätzlich erschwert wurde (mehrere Missionäre wurden von ihnen ermordet), in den 1920er und 1930er Jahren. Das Missionsgebiet wurde aufgeteilt und Josef Lörks wurde 1928 zunächst Apostolischer Präfekt, im Jahr 1933 dann Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea und empfing im Priesterseminar St. Augustin bei Bonn am 17. Dezember 1933 von Kardinal Schulte die Bischofsweihe. Bei seinen Gläubigen stand der neue Bischof wegen seines Fleißes in hohem Ansehen.

Die ersten Kriegsjahre verliefen ruhig, auch wenn die Missionare nun von der deutschen Heimat abgeschnitten waren. Doch die Gewitterwolken brauten sich zusammen, als die Japaner Neuguinea im Jahr 1942 als Sprungbrett für Angriffe auf Australien einnahmen. Bald wurden die Missionare von der Besatzungsmacht interniert, drangsaliert und sogar hingemordet, wie es etwa der Fall von P. Jakob und Bruder Emanuel auf der Station But war.

Im März 1943 sollten Bischof und Missionare einige Artikel unterschreiben, die die Japaner ihnen vorlegten. Der Bischof weigerte sich jedoch, weil sie der Gerechtigkeit und Wahrheit widersprachen. Am 16. März wurden insgesamt 21 Steyler Missionare samt Bischof und 17 Steyler Missionsschwestern auf das japanische Kriegsschiff Akikaze gebracht.

In den letzten Kriegsjahren und den ersten Nachkriegsjahren war der Verbleib der Missionare von Zentral-Neuguinea Anlass für verschiedene Gerüchte, etwa dass das Schiff, auf das sie verbracht wurden, durch amerikanische Bomber versenkt wurde. Erst das Verhör eines Offiziers der Akikaze und anderer japanischer Soldaten vor der australischen Untersuchungskommission für Kriegsverbrechen im Jahr 1947 brachte Klarheit: Nachdem das Schiff in Lorengau ausgelaufen war, erhielt der Kapitän vom Achten japanischen Flottenkommando in Rabaul Befehl, das Deck von „feindlichen Zivilisten“ frei zu machen. Der Autor des Artikels in 75 Jahre im Dienst des Göttlichen Wortes schreibt zu den Ereignissen des 17. März 1943: „In der Mitte von ihnen stand einer, der von dem japanischen Offizier bezeichnet wurde als ‚Bischof-san‘ (Herr Bischof). Er beschrieb ihn als einen großen Mann von edlem Benehmen, mit grauem Bart und einem Kreuz. Keine Beschreibung könnte besser passen für diesen großen Edelmann Gottes, Bischof Josef Lörks, Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea. Er hatte über 40 Jahre seines Lebens den Eingeborenen geweiht, der größte Bahnbrecher der Mission. Er war als furchtlos bekannt sein Leben lang, und er war furchtlos im Tod.“

Unter den Missionaren starb der Bischof als Erster. Er wurde wohl bis auf die Unterwäsche entkleidet, an den Handgelenken an eine Art Galgen gebunden und mit Gewehrschüssen getötet. Dieselbe Prozedur wurde bei allen anderen erwachsenen Ausländern durchgeführt, die Kinder wurden ins Meer geworfen. Insgesamt fielen dem Massaker 62 Zivilisten zum Opfer, darunter auch Herz-Jesu-Missionare und lutherische Angehörige der Liebenzeller Mission, beide von den Admiralitätsinseln. Für dieses Verbrechen wurde nach dem Weltkrieg keiner der Beteiligten belangt.

Bischof Josef Lörks und seine Gefährten fanden als Märtyrer des 17. März 1943 Aufnahme in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Die katholische Volksschule in Kalkar trägt den Namen des großen Missionsbischofs, der neben Bischof Finnemann und Bischof Wolf einer der drei Steyler Bischöfe war, die im Zweiten Weltkrieg gewaltsam zu Tode gekommen sind.


Sonntag, 14. Dezember 2014

Große Missionsbischöfe: Der Apostel der Papuas – Der Diener Gottes Msgr. Enrico Stanislao Verjus M.S.C., Koadjutor des Apostolischen Vikars von Neu-Guinea (Teil 2)

Fortsetzung von hier

1887 wurde P. Louis Navarre zum Apostolischen Vikar von Mikronesien und Melanesien ernannt, und zwei Jahre später wurde die inzwischen deutsch gewordene Insel Neu-Britannien als eigenes Apostolisches Vikariat von „Neu-Pommern“ errichtet und P. Verjus anfangs zum ersten Apostolischen Vikar ausersehen. Das bedeutete für P. Verjus nichts Geringeres, als seine geliebte Mission von Neu-Guinea im Augenblick zu verlassen, da sie hoffnungsvoll zu blühen begann. 
Der leidende Zustand Msgr. Navarres ließ es jedoch ratsamer erscheinen, ihm den noch jugendkräftigen Mitbruder als Koadjutor an die Seite zu stellen, und so verblieb P. Verjus in Neu-Guinea zum Jubel seiner Mitbrüder und Neophyten. 

Seine Bischofsweihe fand am 29. September 1889 mitten im Urwald statt. Nur 14 Tage lang hatten die Missionsschwestern Zeit gehabt, aus ihren kleinen Schätzen, alten Epauletten, Tuchresten u. dgl., einen ganzen Bischofsornat fertig zu zaubern. Auch ein hölzerner goldbronzierter Bischofsstab fehlte nicht. Msgr. Verjus zählte damals erst 29 Jahre, 4 Monate und 3 Tage. Die erhebende Feier war für ihn der Anfang eines apostolischen Opferlebens, wie es ein Missionsbischof selbstloser kaum führen kann. „O guter und einzig geliebter Jesus“, so weihte der jugendliche Bischof sich schriftlich dem göttlichen Herzen, „ich biete mich heute durch die reinsten Hände deiner Mutter deiner Gerechtigkeit und Barmherzigkeit als Opfer dar, indem ich dich bitte und beschwöre, dasselbe zu reinigen, zu heiligen und gänzlich zu vernichten, als Zahlung für die Schulden dieser armen Insulaner und um ihnen die Gnade der Bekehrung zu erwirken. Ich erkläre, o mein Gott, dass du mich beim Wort nehmen und mich all die Härte deiner Gerechtigkeit empfinden lassen kannst. Ja, ich stimme zu, mein Gott! Ich wünsche es! Ich will es! Ich verlange es aufs Innigste… Diese Seelen müssen gerettet, müssen durch dein Blut gewaschen, gereinigt, erlöst werden. Und wenn, o teurer Jesus, um ihnen diese Gnade zuzuwenden, Blut, Qualen, eine Leidenswoche, eine Geißelung, eine Kreuzigung, ein lebendiger Kreuzweg notwendig sind, o so beschwöre ich dich, mein Jesus, nimm mich an. Sieh mich mit allem, was ich bin und habe, mein Blut, meinen Leib, mein Herz, meine Seele, mein ganzes Wesen und Sein“…

Das blieben keine bloßen Worte. Um die geringe Zahl der Missionäre zu ersetzen, suchte sich der junge Missionsbischof selbst gleichsam zu verdreifachen. Ohne Ruhe und Schonung durchzog er das wilde, noch ganz unzivilisierte Land von Stamm zu Stamm, von Dorf zu Dorf, voll verzehrendem Eifer, diese armen Kannibalenvölker dem göttlichen Herzen zu gewinnen, dessen Andacht die Glut und Begeisterung dieser apostolischen Seele entflammte. In acht Jahren waren denn auch auf Neu-Guinea bereits acht Niederlassungen mit ebenso vielen Kirchen und stark besuchten Schulen und zwei Klösterchen für die Schwestern gegründet, sämtlich eigenhändig aus dem an Ort und Stelle vorgefundenen Material erbaut. 300 Dörfer verlangten Missionäre und Unterricht. Alle Bewohner der Jule-Insel, 700 Seelen, waren bekehrt und getauft und gingen ohne Ausnahme alle 14 Tage zu den heiligen Sakramenten und regelmäßig zum Gottesdienst. 

Bereits waren Katechismus und die anderen notwendigsten Bücher in der Landessprache gedruckt, eine Katechistenschule gegründet usw., und dies alles in kaum acht Jahren. Es war merkwürdig, welchen Einfluss der Bischof auf die wilden Insulaner gewonnen. Das Geheimnis desselben verriet der selbst, ohne zu wollen, in einem Brief an seine jungen Ordensbrüder. „Es muss etwas Göttliches in und an euch sein, das die Wilden anzieht, und dies werdet ihr durch die fleißige Betrachtung und Nachahmung unseres Herrn Jesus Christus und  insbesondere seines göttlichen Herzens euch aneignen.“ Nur ein Beispiel aus vielen. Die Gewalttätigkeiten und Übergriffe der englischen Kolonisten und „Forscher“ hatten die Wilden erbittert, und wie gereizte Hornissen bedrängten sie mordgierig die Kolonien. In seiner Not bittet der englische Statthalter den Bischof persönlich um dessen Hilfe. Msgr. Verjus erscheint ohne jede bewaffnete Bedeckung, wie ein Friedensengel unter den wilden kampfgerüsteten Horden. Diese, die schon früher einmal die Streitaxt ihm zum Zeichen der gegenseitigen Versöhnung zweier kämpfender Stämme ausgeliefert und ihn in feierlicher Versammlung zum „Oberhäuptling“ ernannte hatten, gehorchen auch jetzt wieder seiner Aufforderung zum Frieden. Zur Erinnerung an die Begebenheit gründet der Bischof ein neues Dorf unter dem Namen Jesu Baïbo, d. h. Frieden Jesu. 

Die raschen Fortschritte der Mission machten einen Zuzug neuer Arbeiter und Mittel unerlässlich, und so reiste Msgr. Verjus im Lauf des Jahres 1892 nach Europa. Bald kniete er zu den Füßen des Statthalters Christi und überreichte ihm eine aus 300 Häuptlingsfedern gefertigte Tiara als Zeichen der Huldigung seiner Neubekehrten. Darauf wollte er die verschiedenen Häuser seiner Genossenschaft besuchen, um neue Kräfte für seine geliebte Mission zu werben. 

In Oleggio, seinem Geburtsort, den er im Vorbeireisen berührte, sah er seine hochbetagte Mutter wieder, und hier war es, wo Gott das schwerste Opfer von ihm forderte. Ein schlimmes Fieber warf ihn unerwartet aufs Krankenbett. Anfangs hoffte er noch Besserung. „O wie werde ich einst im Fegfeuer leiden müssen für die Zeit, die ich hier im Bett vergeude!“ seufzte er in seinem Verlangen, recht bald wieder in seine geliebte Mission zurückkehren zu können. Selbst in seinen Fieberträumen sprach er von seinen armen Insulanern. Doch sollte sein sehnsüchtigster Wunsch sich nicht erfüllen. Bald war alle Hoffnung verschwunden. Ergreifend war der Schmerz der alten Mutter. Aber Gott in seinen unerforschlichen Ratschlüssen verlangt das schwere Opfer. Am Morgen des 13. November, seinem Namenstag, gab der jugendliche Bischof seine reine, edle Seele dem Schöpfer zurück. Eine schmerzliche Klage ging durch alle Häuser der Genossenschaft, die in dem frommen, seeleneifrigen  jungen Bischof eine ihrer schönsten Zierden verloren hatte.

(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Samstag, 13. Dezember 2014

Große Missionsbischöfe: Der Apostel der Papuas – Der Diener Gottes Msgr. Enrico Stanislao Verjus M.S.C., Koadjutor des Apostolischen Vikars von Neu-Guinea (Teil 1)


Am 13. November stand im Pfarrhaus von Oleggio in Oberitalien um das Paradebett einer noch jugendlichen, in den bischöflichen Ornat gekleideten Leiche ganz in Schmerz aufgelöst eine Gruppe von Missionären. Sie hatten Grund zur Trauer, denn der Tod hatte hier plötzlich und jäh ein Leben geknickt, an das sich die freudigsten Hoffnungen geknüpft hatten. Es war Msgr. Enrico Stanislao Verjus, Koadjutor des Apostolischen Vikars von Neu-Guinea, Msgr. Navarre, und Mitglied der Missionsgesellschaft vom heiligsten Herzen von Issoudun (Herz-Jesu-Missionare).

Ein eigentümlich rührender Zug durchzieht das kurze Leben dieses jüngsten aller katholischen Bischöfe. Geboren am 26. Mai 1860 in Oleggio am Fuße der Alpen, trat der kleine Savoyarde, kaum 12 Jahre alt, in die Missionsschule des göttlichen Herzens in Cehzal-Benoit bei Issoudun. Unschuld, innige Frömmigkeit und ein überaus heiterer, liebenswürdiger Charakter machten ihn schon damals zum Liebling des Hauses. Er war es, der seine kleinen Kameraden zum gemeinsamen Entschluss vereinigte, täglich während der heiligen Wandlung um die Gnade des Martyriums zu beten. Kaum zum Priester geweiht, bot er sich begeistert für die Missionen in der fernen Südsee an, die seit 1881 der jungen Kongregation übergeben worden waren. Bereits liegt der Dampfer im Hafen zur Abfahrt bereit; da plötzlich wirft eine schwere Krankheit den jungen Missionär aufs Totenbett. Alle Hoffnung schien verloren. Fast in den letzten Zügen liegend, machte er das Gelübde, wenn Gott ihm die Gesundheit wiederschenke, sein ganzes Leben rückhaltlos im Dienste der armen Insulaner zu opfern. Er genas und konnte schon mit dem nächsten Dampfer abreisen. Auf der Insel Bourbon traf er die ihm vorausgeeilten Brüder im Spital und machte nun mehrere Wochen den liebevollen Krankenpfleger.


Endlich im Januar 1885 landete man in Sydney. Neue unerwartete Hindernisse stellten sich hier dem Plan entgegen, die Mission auf Neu-Guinea sofort zu beginnen. Da unternahm der feurige junge Missionär, voll heiliger Ungeduld, das große, an Naturschönheiten so reiche, aber noch ganz in Götzendienst versunkene Inselland, sein eigentliches Missionsfeld, recht bald zu betreten, im Jahre 1885, von nur zwei Brüdern begleitet, auf einer einfachen großen Fischerbarke jene kühne Fahrt, die er uns selbst in seiner lebendigen Darstellungsweise erzählt hat. Drei Tage wurden sie auf stürmischer See umhergeworfen, jeden Augenblick des Todes gewärtig. Eine weiße Taube, die sich müde auf die Segelstange setzte, kündete ihnen endlich die Nähe des Landes, und bald darauf rief einer der Brüder: „Neu-Guinea! Neu-Guinea!“ Wirklich, da lag das Land der Verheißungen vor ihnen, und Freudentränen traten in ihre Augen. 

In einer wunderschönen, von Bergen umgürteten Bucht (Hall Sound) warfen sie am 30. Juni Anker. P. Verjus nannte sie zu Ehren des glorreich regierenden Papstes Port Léon und beschloss, auf der den Eingang der Bucht beherrschenden Insel Roro oder Jula die erste Missionsstation zu gründen. Am 4. Juli las er dort unter Tränen der Rührung die erste heilige Messe. Nun folgten drei Monate der härtesten Entbehrungen. Rasch waren die kleinen Vorräte aufgezehrt, und die drei Missionäre litten die bitterste Not. Oft lagen alle drei gleichzeitig fieberkrank auf einem Heulager in einer Hütte, die sie kaum gegen die Witterung schützte. Aber mitten in diesen Prüfungen verlor P. Verjus nie seinen Mut und sein kindlich frommes Gottvertrauen. Immer wusste er durch einen heiteren Scherz die Brüder wieder aufzurichten. Bäume wurden im Urwald gefällt und mit unsäglicher Mühe auf eine Anhöhe geschleppt, wohin die kleine Kapelle zu stehen kam. 

Die gewinnende Freundlichkeit des jungen Schwarzrocks hatte rasch das Zutrauen der Insulaner erobert. Aber schon eröffneten sich dem eifrigen Priester die frohesten Hoffnungen, als im September eine halb gewaltsame Entführung durch das protestantische Missionsschiff erfolgte, die wir im Jahrg. 1886 erzählten. Mit Tränen schied der Missionär von dem liebgewordenen Eiland, und klagend folgten die Insulaner der Schaluppe bis ins Wasser hinein und riefen noch von ferne im nach: „Komm bald zurück, Mitzianari (Missionär), komm bald zurück und vergiss nicht deine Söhne von Roro!“ Selbst die rauen Seeleute des Dampfers waren bewegt und sagten: „Diese armen Leute wissen recht gut, wer ihre wahren Freunde sind.“ 

Glücklicherweise dauerte die Verbannung nicht lange. Im folgenden Jahr bereits kehrte P. Verjus mit Erlaubnis des neuen, den Missionären günstig gesinnten englischen Gouverneurs nach Roro zurück und zog, wie er schreibt, „fröhlich wieder in den Leo-Hafen ein“. Er fand seine Hütte geplündert und die Insulaner durch die Anwesenheit eines protestantischen Missionärs gegen sich eingenommen. Aber in kurzer Zeit waren die Herzen wieder gewonnen, und rasch wuchs nun eine kleine Christengemeinde heran. Von der Insel aus wurde nun auch das Festland in Angriff genommen. P. Verjus entdeckte den großen schönen St. Josephsfluss, der eine treffliche Wasserstraße ins Herz des Landes bildet und an welchem zahlreiche Dörfer liegen. „Wir besitzen nichts, und haben trotzdem auf Neu-Guinea mehr Länder entdeckt und den Wilden mehr Gutes getan als die berühmten wissenschaftlichen Forschungsreisen, die 4000 Pfd. Sterling verschlangen.“ So konnte P. Verjus mit Recht sagen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Fortsetzung hier

Sonntag, 12. Januar 2014

Christentum und Kindersegen

Über die Volkszahl der Stämme Neuguineas und die Aussichten ihres Fortbestehens hörte man bisher kaum andere als ungünstige Berichte. Unzucht, künstliche Unfruchtbarkeit und Verbrechen am keimendem Leben (kommt einem bekannt vor, oder?) ließen die Entvölkerung ausgedehnter Landstriche für die nahe Zukunft befürchten. 

Wir teilten schon mit, dass es im Süden von Niederländisch-Neuguinea den Glaubensboten im Verein mit der Obrigkeit gelang, dem Verfall Einhalt zu tun. 
Aus Kaiser Wilhelmsland, das bis heute außer den deutschen Vätern vom Göttlichen Worte höchstens eine kleine Zahl katholischer Priester beherbergt, kommt uns eine gleich freudige Botschaft. Ein Vater und eine Mutter mit zehn Kindern ist keine Seltenheit. 

Die weißen Australier mit ihren zwei oder drei Kleinen sind starr vor Staunen. „Das ist der Segen des Christentums“, pflegt ihnen P. Niedenzu auf ihre Fragen zu antworten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Samstag, 14. Dezember 2013

Ein fliegender Missionar


Ein französischer Missionar, im Krieg Fliegerleutnant, ist nach Britisch-Neuguinea zurückgekehrt und gedenkt dort eine Fliegerstation einzurichten. Dann wird es nicht mehr nötig sein, sein Leben auf gefährlichen Bootfahrten zwischen Felseninseln und Klippen aufs Spiel zu setzen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Samstag, 28. Juli 2012

Missionare auf Krokodiljagd



Neu-Guinea — „Die Krokodile“, schreibt der hochw. P. Victor de Rijk, Missionär vom heiligsten Herzen Jesu, aus der Station Jesu Babua am St. Josephsfluss, „sind hier eine wahre Landplage. Zahlreiche Menschen fallen ihnen zum Opfer.
Noch vor wenigen Tagen wagte sich Anobabino, das Töchterchen des Häuptlings, bei ihrem Gang zum Fluss etwas zu weit vor, um reineres Wasser schöpfen zu können, als plötzlich ein ungeheures Krokodil es packte. Ein gellender Schrei! Sofort eilten der Missionär und das ganze Dorf zur Stelle.
Zu Spät! Zwar sah man noch das Ungeheuer mit seinem Opfer. Noch einmal streckte das Kind seine Ärmchen in die Höhe, dann war es aus.
Die stärksten unter unseren Leuten warfen sich mit erstaunlichem Mut in die Wellen und eilten dem Räuber nach; leider umsonst. Das arme Kind war gut unterrichtet und stand in der Vorbereitung auf die Taufe. Wir hoffen, dass es vielleicht mit der Begierdetaufe gestorben ist.

„Das ist nun schon das vierte Opfer an diesem Ort. Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit genügt, um von diesen frechen Räubern entführt zu werden. So oft die Frauen Wasser holen, gehen einige Männer mit und schlagen mit langen Stöcken auf das Wasser. Solange das geschieht, ist keine Gefahr.


„Am Tag nach dem Unglück befestigten Bruder Gabriel und P. Colteé einen Haken mit einem Stück Fleisch als Köder an einer Kette und warfen das Ganze an einer Leine ins Wasser. Einige Stunden später kam P. Bouellat in einer Piroge an. Beim Landen sah er ein großes Krokodil, das im Wasser wild um sich schlug, um sich von dem hinabgeschluckten Haken zu befreien.
Es zog so stark, dass die Leine riss, und fort war es samt Haken und Kette im Maul.

Einige Tage darauf ging Bruder Gabriel am Fluss entlang jagen. Er schoss einen weißen Papagei, der ins Wasser niederfiel. Während der Bruder nach dem zappelnden Vogel ausschaute, hörte er auf einmal das Klirren einer Kette.
Er verbarg sich hinter dem Schilfrohr; denn er dachte gleich, dass es das Krokodil sei. Und so war es auch. Er sah, wie die Plumpe Masse sich herbeibewegte, um den Vogel zu verschlingen.
Der Bruder, der bloß Schrot geladen hatte, gab einen Schuss auf den Kopf ab.
Das Tier überschlug sich mehrmals im Wasser und verschwand dann wieder. Den Haken wird es wohl schwerlich verdauen können."



(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Freitag, 29. Juni 2012

Eine besondere Tiara für Papst Leo XIII. aus Papua-Neuguinea

Karte zum 50. Priesterjubiläum von Papst Leo XIII. 1888
Apostol. Vicariat Neu-Guinea. Audienz Msgr. Verius´ beim Heiligen Vater. 
Es wird unsere Leser gewiss freuen, zu sehen, wie liebevoll und väterlich der Heilige Vater seine Missionäre aufzunehmen pflegt. 
„Der 18. Oktober“, so schreibt Msgr. Verius aus der Kongregation des heiligsten Herzens von Issoudun, der junge, inzwischen leider schon (am 13. November 1892) verstorbene Koadjutor des Apostolischen Vikars von Neuguinea, „war der für die Audienz festgesetzte Tag…“


Beim Eintritt in den Saal „trug. P. Jouet auf einem Kissen eine Tiara ganz neuer Art. Ihre drei übereinanderstehenden Kronen bestanden nämlich aus upi-upi, d.h. aus dem Federdiadem unserer bekehrten Häuptlinge. 
Mein kleiner Sekretär P. Claudius Allcroa trug auf einem anderen Kissen zwei Äxte (pâpu) und zwei Keulen (mapui) der Wilden und hielt zugleich das Banner der Mission. Ich selber trug die Karte der St. Josephs-Mission mit einem Plan vom Leo-Hafen und unsere handschriftlichen Werke in der Noro-Sprache, nämlich die beiden Wörterbücher, die Grammatik und die biblischen Geschichte.“

Sobald der Heilige Vater die Missionäre sah, lud er sie mit Wort und Handbewegung ein, die üblichen Kniebeugungen rasch zu machen, um gleich in seine Nähe zu kommen. 
Die Tiara des P. Jouet erregte sofort seine Aufmerksamkeit. „Was für eine schöne Tiara bringen Sie mir hier“ — „Heiliger Vater, sie ist aus Federkronen gemacht, die unsere bekehrten Häuptlinge vom Leo-Hafen Eurer Heiligkeit zu Füßen legen, um Sie als den ‚Häuptling der Häuptlinge‘ anzuerkennen und Ihnen ihre Huldigung darzubringen. Gern hätten sie Eurer Heiligkeit ein kostbareres Geschenk dargebracht, allein diese Kronen bilden ihren größten Reichtum.“ — „Sehr gut, sehr gut“, unterbrach der Heilige Vater, „ich bin ganz gerührt von ihrer treuen Ergebenheit und Aufmerksamkeit. Aber erzählen Sie mir ein wenig, wie sie diese Kronen machen.“
Der Missionär erzählte nun Sr. Heiligkeit von den herrlich gefiederten Vogelarten des Landes, besonders dem sogenannten Paradiesvogel, dessen Federn als Schmuck am meisten geschätzt sind. 
Der Heilige Vater betrachtete dann die Kronen mit sichtlichem Wohlgefallen. Das eigenartige Geschenk machte ihm offenbar große Freude. 
Nun kamen die Karten an die Reihe. Der Plan von Port Leon gefiel dem Papst besonders, und er stellte eine ganze Reihe sehr ins einzelne gehender Fragen über Sprache, Sitten der Wilden und ihre Stimmung den Missionären gegenüber. Die größte Freude machte es ihm, als er erfuhr, dass ganz Port Leon bereits bekehrt und getauft sei, und wie eifrig die jungen Christen im Empfang der heiligen Sakramente und wie dankbar sie dem „Großen Häuptling“ seien, der ihnen die Missionäre geschickt habe. 
Der Heilige Vater erkundigte sich dann des Weiteren über die Familienverhältnisse, wie es mit der Heiligkeit der Ehe stehe, und ob die Insulaner auch den Rosenkranz beteten. „Als ich dies“, so erzählte Msgr. Verius, „bejahte und beifügte, dass ich daran sei, für dieselben auch die Enzyklika Sr. Heiligkeit über den Rosenkranz zu übersetzen, leuchtete das Antlitz des Papstes auf vor Befriedigung.“ 

Dann wurde die Besichtigung der Karte fortgesetzt, und der Papst segnete der Reihe nach die mit dem rotem Kreuz versehenen Stationen der katholischen Mission Pinupaka, Mohu, Bereïna, Babiko, Inacoi u.v.a. 
„Ich bemerkte darauf, dass noch viele Dörfer gar keine Missionäre hätten und dass das Vikariat weit ausgedehnt sei. Der Heilige Vater erkundigte sich nach der Zahl der Missionäre und war erstaunt, dass es so wenige seien. ‚Sagen Sie Ihrem Generaloberen,‘ so wandte sich der Papst an den Prokurator der Mission P. Jouet, ‚dass er der Mission 30 Missionäre schicke, denn die Stunde der Gnade ist für diese Völker gekommen, man darf sie nicht verstreichen lassen.‘ 

Nachdem der Papst hierauf das Missionsbanner gesegnet hatte, betrachtete er die dargereichten Waffen der Wilden und sprach den Wunsch aus, dass dieselben in Zukunft nur noch zu Werken des Friedens dienen möchten. 
Nun kamen die geschriebenen Noro-Werke an die Reihe, und der Heilige Vater ließ sich die von den Wilden an ihn gerichtete Adresse als Sprachprobe vorlesen und fand an dem Laut und am Inhalt gleiches Gefallen. ‚O welch traute Einfalt!‘ rief er aus. ‚Sagen Sie Ihren Kindern, wie sehr mich alles gerührt hat, was sie mir sagen lassen. 
Der Heilige Vater unterredete sich dann noch mit P. Allcroa und sprach mit Begeisterung von dem Beruf des Missionärs. ‚Wie schön ist der Beruf, den Sie erwählt haben! Man muss sich ihm aber nicht halb, sondern mit ganzer Seele und ganzer Kraft weihen. Vor allem bedarf es großen Mutes und großer Selbstverleugnung, um ganz und allein nur für die Seelen zu arbeiten. 
Sie sind berufen, die Fortsetzer des Erlösungswerks zu sein. Folgen Sie unserem Herrn, er hat Ihnen den Weg gezeigt.‘ 

Zum Schluss gab er den Missionären und in ihnen den abwesenden Mitbrüdern und der ganzen Mission den apostolischen Segen. ‚Wenn Sie zurückkehren, so sagen Sie den Wilden, dass dieser Segen ein Dreifaches bedeutet:
1. Dass die Nachricht ihrer Bekehrung den Papst sehr gefreut, und dass ihre Geschenke ihn sehr gerührt hätten; 2. Dass der Papst sehr zufrieden sei mit ihrer guten Gesinnung und ihrer Liebe zu den Missionären; und 3. Dass der Papst den Wunsch hege, sie möchten in dieser Gesinnung verharren und noch bestärkt werden.‘ 

So endete diese Audienz, die den Missionären gewiss unvergesslich bleiben wird.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1893)