Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 15. März 2025

Ein Greis sprintet zur heiligen Messe

 Wir haben hier in Noma, so berichtet ein Missionar aus Südafrika, eine kleine Gemeinde von 1200 Christen, die uns vielen Trost bereitet. Der christliche Geist dringt mehr und mehr in sie ein, und die Mission macht wirklich Fortschritte. Der größte Teil unserer Neuchristen beichtet jeden Monat, nur wenige lassen es drei Monate werden; eine gute Zahl geht alle vierzehn Tage zu den Sakramenten. Am ersten Freitag im Monat erscheinen nie weniger als 200 Neuchristen am Tische des Herrn, um die Sühnekommunion des göttlichen Herzens zu empfangen. 

Kürzlich sah ich einen Greis von achtzig Jahren ganz erschöpft herankommen. „Was gibt es, mein Lieber,“ fragte ich ihn, „du scheinst recht müde zu sein?“ „Ja, Pater, ich war noch weit weg, als die Glocke läutete, und aus Furcht, zu spät zu kommen, versuchte ich zu laufen. Ich habe das schon viele Jahre nicht mehr getan. Aber der liebe Gott hat mir geholfen; ich lief, und sieh, nun bin ich gerade zum Beginn der heiligen Messe gekommen.“ Und der Alte strahlte bei diesen Worten vor Freude. Besonderen Eifer zeigten unsere Christen im Rosenkranzmonat. Täglich war die Kirche gefüllt, und zwar bereits morgens zur Sechs-Uhr-Messe, obgleich manche der guten Leute zwei Stunden weit zu gehen hatte. –Wie beschämen diese guten Neuchristen doch so viele Namenchristen in Europa!


(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Sonntag, 10. Oktober 2021

Hand aufs Herz!

St. Arnold Janssen im Gebet


Hand aufs Herz, mein lieber Zuhörer! Wie viel hast du schon für die Missionen gebetet? Ist es vielleicht nur dein kleines Ich, das im Mittelpunkt deines Gebetslebens steht? Sprichst du zum lieben Gott immer nur „Gib und gib und nochmals gib mir!“ Nein, das ist nicht sozial gedacht, das ist nicht christlich, das ist nicht katholisch! Katholisch heißt allgemein, allumfassend und weltumspannend. Dann gehört auch die Fürbitte für die armen Heiden und die Ausbreitung des Gottesreiches unter ihnen in unser Gebetsleben hinein. Sind wir von diesem Geiste durchdrungen, dann fühlen wir uns auch gedrängt, auch heilige Messen für das Missionswerk anzuhören und lesen zu lassen, heilige Kommunionen in diesem Sinne aufzuopfern, Selbstüberwindungen und kleine Abtötungen, die der Gesundheit nicht schaden, auf diese Meinung dem lieben Gott darzubringen. Wer selber so arm ist, dass er nicht ein Scherflein für die Ausbreitung unserer heiligen Religion geben kann, der kann noch mehr tun: beten und opfern. Wie dankbar wird dir einmal die ganze Ewigkeit hindurch die Seele des bekehrten Heiden sein, die dir vielleicht einmal im Jenseits entgegenkommen und zurufen wird: „Deinem Gebet und deinem Opfer habe ich es zu verdanken, dass ich in den Himmel gekommen bin!“

Tausende von Heiden schmachten
noch in Finsternis und Tod,
sie zu retten will ich trachten,
lindern ihrer Seelen Not.


(Aus: „Was für Opfer bringt ein Afrika-Missionär“ von Domvikar Dr. E Dubowy, gefunden in: Stern der Heiden, Jahrgang 1927)

Sonntag, 27. Oktober 2019

Messopfer und Mission

Messe in Japan, 16. oder 17. Jahrhundert


Wir trauern über die Unehre, die Gott durch das gottlose Heidentum zugefügt wird, über den Verlust an Verherrlichung, den Gottes Name erleidet. Aber ein einziges Messopfer bietet Gott mehr Ehre und Anbetung, als das ganze Heidentum ihm versagen kann. Darum wollen wir recht oft die heilige Messe aufopfern als Ersatz für den Raub an Ehre, den das Heidentum Gott zufügt.

Wir trauern über die Beleidigungen, die Gott durch den Götzendienst, diesen Kult der Dämonen, durch die Sünden, Frevel und Laster zugefügt werden. Im heiligen Messopfer können wir ihm wahre Genugtuung und Sühne leisten. Hier können wir würdige danken für die Heiden, die nie ihrem Schöpfer danken; hier können wir Gott Freude bieten für den Schmerz, den die Abkehr der heidnischen Völker ihm bereitet.

Wir trauern über die vielen Millionen Heidenseelen, die fern von den Segnungen des wahren Glaubens dahinleben und in großer Gefahr schweben, ewig verloren zu gehen. Im heiligen Messopfer fluten aber die Ströme der Erlösungsgnaden von Golgatha, und wir können sie über die dürre heidnische Welt dahingeleiten, sie befruchten mit den Leben erweckenden Wassern des Heiles. Das heilige Opfer ist und bleibt die nie versiegende Quelle des heiles für die ganze Welt. Öffnen wir seine Schleusen für die vielen, vielen unglücklichen Heiden.

Wir verfügen aber über die Reichtümer und Segensfülle des blutigen Kreuzesopfers, wenn wir selbst dem heiligen Messopfer beiwohnen, oder wenn wir heilige Messen lesen lassen. Vergessen wir doch inmitten dieser Ströme von Heilsgnaden die armen Heiden nicht. Schöpfen wir mit nimmermüdem Fleiß für sie Barmherzigkeit, Erleuchtung und Bekehrung; für unsere Missionäre aber Kraft, Mut, Ausdauer und Arbeitssegen.

(Aus: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Von Hermann Fischer, Missionspriester S.V.D.)

Dienstag, 19. Dezember 2017

Aktuell: Junge Konvertiten aus dem Islam organisieren Rorate-Messe in Izmir

Eine schöne Nachricht aus der Türkei bei Rorate Caeli: Eine Gruppe junger türkischer Katholiken, die alle aus dem Islam konvertiert sind, haben es nach dreijährigem Gebet und wiederholten Anfragen erreicht, dass wenigstens freitags in der Erzdiözese Izmir eine Messe nach dem Missale von 1962 zelebriert wird. Am letzten Freitag konnten sie ihre erste Rorate-Messe feiern.

Hier der ganze Artikel.

Zufälligerweise bin ich gestern mit einem der Konvertiten in Kontakt getreten, ohne zu ahnen, dass seine Gruppe heute auf einem der größten katholischen Blogs erwähnt werden würde.

Beten wir beharrlich für die Bekehrung der Moslems – Gott will es!

Sonntag, 19. Februar 2017

Aktuell: FSSP-Priester in Birma

Kirche in Mandalay (Quelle: Wagaung)

Fr. James Mawdsley, ein englischer Priester der Petrusbruderschaft, der letzten Sommer geweiht wurde, hat Anfang dieses Jahres eine kleine Missionsreise durch Birma gemacht. Für Fr. Mawdsley bedeutet dies eine Rückkehr in ein Land, in dem er unter der Militärdiktatur aus politischen Gründen zu 17 Jahren haft verurteilt und sogar gefoltert wurde (mehr darüber hier).

Begleitet wurde der Priester von einem deutschen Seminaristen der Petrusbruderschaft. Sie kamen nicht mit leeren Händen: Dank der Großzügigkeit deutscher und englischer Gläubigen konnten Spendengelder in Höhe von 13.000 Dollar verteilt werden. Fr. Mawdsley zelebrierte an 13 verschiedenen Orten die alte Messe.

Leider hielt mit der politischen „Öffnung“ vor einigen Jahren auch der „Fortschritt“ in Birma Einzug. Es gibt in dem Land bereits 30 Abtreibungskliniken, denen jährlich 35.000 Kinder zum Opfer fallen.

Einen französischsprachigen Bericht gibt es hier, Fotos der Missionsreise hier.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Aktuell: Alte Messe in Singapur

Der heilige Laurent Joseph Imbert aus dem Pariser Missionsseminar, der im Jahr 1839 als Märtyrer in Korea starb, war vermutlich der erste Priester, der in Singapur die heilige Messe zelebriert hat. Es befinden sich einige Reliquien des heiligen Missionsbischofs in der Kathedrale von Singapur.

Ich leide aktuell an einer Zivilisationskrankheit im rechten Unterarm und möchte darum nicht über das beruflich notwendig Maß tippen (habe mir auch schon eine ergonomische Maus gekauft). Darum wollte ich nur kurz auf einen Artikel von New Liturgical Movement über die alte Messe in Singapur und die Bedeutung der lateinischen Sprache für die Liturgie in einer mehrsprachigen Nation hinweisen:

Latin and the Latin Mass in Singapore



Samstag, 23. Juli 2016

Der Mann, der in Bulgarien die Kirchenglocken wieder zu Ehren brachte

Msgr. Francesco Domenico Reynaudi O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar von Sofia und Plovdiv


Die sklavische Furcht der Einwohner [Bulgariens] vor der osmanischen Regierung hemmte wie eine Kette die Entwicklung des kirchlichen Lebens. Die Kirchen glichen ärmlichen, strohbedeckten Hütten, die Wohnungen der ersten Missionäre einer Spelunke. Erst als nach dem Krimkrieg der Vertrag von Paris (30. März 1856) die Gleichstellung der Christen in der Türkei mit den Anhängern des Islam ausgesprochen, fielen die lästigen Fesseln wenigstens einigermaßen.

Mit Hilfe der Almosen von Europa wurde nun sofort mit dem Bau von Kirchen, Missionshäusern und Schulen begonnen. Aber an das Geläute christlicher Glocken hatte sich das türkische Ohr noch nicht gewöhnen wollen; es war strenge verpönt. 

P. Francesco [der spätere Msgr. Reynaudi O.F.M. Cap.] wusste Rat. Mit einer Ministrantenschelle ging er durch die Straßen der Stadt in das Viertel der Katholiken und rief so zum Gottesdienst. Als die Sache ungeahndet ablief, wurde er mutiger und schaffte eine größere Schelle an. Wieder blieb alles ruhig. Nun hing man ein Glöcklein an die Kirchenmauer, und als auch dieses unerhörte Wagnis trotz aller Warnungen ängstlicher Freunde glücklich ablief, wurde das Glöcklein zur Glocke, und schließlich erhielt dieselbe auch einen Turm.


(Aus: die katholischen Missionen, 1894)

Sonntag, 26. Juni 2016

Ein 70-jähriger Pfarrer als Missionspionier in Afghanistan

Khaiberpass (James Mollison)

An einem Frühlingstag im Jahr 1928 las der 70-jährige Fr. George Blatter, Pfarrer von Saints Peter and Paul in Chicago, in einer Missionszeitschrift einen Artikel über Afghanistan. Danach fand er keine Ruhe mehr. Die Vorstellung, in ein verbotenes Reich vorzudringen, in dem es keine Missionäre gab und in dem jeder zum Tode verurteilt wurde, der eine andere Religion predigte als den Islam, lies ihn nicht mehr los. Lehrte nicht Christus, hinzugehen und alle Völker zu lehren? Er fragte sich, ob es nicht gut sei, wenn ein Priester als Mittler dieses Volkes und Landes das heilige Messopfer dort darbringe, um den Boden zu bereiten.

Er legte seinen kühnen Plan seinem Erzbischof, Kardinal Mundelein, vor, der wider Erwarten seine Einwilligung gab. So konnte er seine Pfarrstelle für einige Jahre niederlegen und seine Reise antreten. Doch die größte Schwierigkeit stand noch bevor: die Beschaffung eines afghanischen Passes. Die Regierung in Kabul riegelte nämlich das Land strikt gegen den Zutritt von Fremden ab. Noch strenger waren die Auflagen für Sendboten anderer Religionen, denn wer, wie bereits erwähnt, eine andere Religion als den Islam predigte, musste mit der Hinrichtung rechnen. Schließlich gewährte nach 1 ½ Jahren der afghanische Gesandte in Rom das Dokument.

Nun folgte die nächste Schwierigkeit. In der damaligen Zeit, als der transatlantische Luftverkehr noch nicht existierte, war die Reise lang und beschwerlich – es mussten etwa 20.000 Kilometer zurückgelegt werden. Fr. Blatter startete am 16. November 1928 in Chicago und kam am 23. Juli 1930 in Peshāwar an der Grenze zwischen Afghanistan und Britisch-Indien an (vermutlich dauerte es wegen der Passprobleme in Rom so lange). Er überquerte nun den Khaiberpass und betrat das verbotene Reich. Die Reise nach Kabul war wegen umherstreifenden Räubern gefährlich. Andere Reisende waren bereits kurz zuvor überfallen worden, es gab auch einen Toten.

Als Fr. Blatter glücklich in Kabul angelangt war, nahm er Kontakt zu den ausländischen Botschaften auf. Überall wurde er freundlich aufgenommen und für seine Kühnheit bewundert, doch waren sich auch alle einig, dass er sehr gefährlich lebte.

Bei seinen Auskundschaftungen stellte er fest, dass viele der Gesandten am afghanischen Hof Katholiken waren und zudem viele katholische Inder im Land als Kaufleute oder Arbeiter ihr Brot verdienten. Allein aus diesem Grund war die Errichtung eines Seelsorgspostens sehr erwünscht, wenn nicht gar dringend erforderlich.

Obwohl alle ihn davor gewarnt hatten, beschloss Fr. Blatter, seinen Aufenthalt in Afghanistan zu verlängern, denn nur so konnte er die nötige Vorarbeit für die Mission leisten. Er zog in eine notdürftige Herberge für Ausländer, wo er von Tee und gekochten Eiern lebte. Ein besonderes Merkmal der Einrichtung in dem „Hotel“: angebohrte Türrahmen, damit man besser lauschen konnte.

Am ersten Abend in der Herberge kam ein Hofbeamter, um den Fremdling auszukundschaften. Der ehrwürdige Priestergreis verheimlichte nicht seinen heiligen Beruf, fügte aber auch hinzu, dass er Schriftsteller und Verleger sei und gerne ein Krankenhaus für Frauen und Mädchen bauen wolle. Der Man bespitzelte ihn noch länger und sagte, er sei verpflichtet, dies zu tun, bis jeder Verdacht ausgeräumt sei.

Hätte Fr. Blatter öffentlich den Mohammedanern gepredigt, wäre es zu einem Aufstand gekommen. Er wollte vielmehr erreichen, dass das Volk sich an den Anblick eines Priesters gewöhnte. So trug er auch öffentlich den Priesterkragen und meist auch die Soutane. Schließlich feierte er auch privat die heilige Messe, wodurch das Hauptziel seiner Reise auch erfüllt war. Er dankte Gott für seine Güte und den Schutz auf der beschwerlichen Reise.

König Mohammed Nadir Khan

Schließlich lud ihn auch der afghanische Außenminister ein und hörte sich interessiert seine Erläuterungen zur christlichen Religion sowie die Vorschläge des Pfarrers zum Bau von Apotheken und Krankenhäusern an. Später traf er noch weitere Würdenträger und schließlich bei einer Audienz den König Mohammed Nadir Khan, der ihm die Hand schüttelte und alles Gute wünschte.

Leider erkrankte er im September 1930 so schwer an Malaria, dass er Afghanistan Richtung Indien verlassen musste. Nachdem seine Gesundheit wiederhergestellt war, fuhr er nach Bangalore, um dort der Apostolischen Delegatur Bericht zu erstatten. Dabei wurde eine Summe Geld als Unterhalt für den ersten Priester ausgesetzt, der dauerhaft in Afghanistan wirken sollte. Am 20. Januar 1932 wurde er in Privataudienz von Papst Pius XI. empfangen, und trotz seines Alters wollte er wieder nach Afghanistan zurückkehren.

Fr. George Blatter war wohl der erste katholische Priester seit mehreren Jahrhunderten, der in Afghanistan die heilige Messe zelebrierte, wenn nicht der erste überhaupt. Einige Jahre später kamen die Barnabiten, um sich der Seelsorge der katholischen Ausländer anzunehmen. Eine wirkliche Mission hat es bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Beten wir, dass es bald der Fall sein möge!

(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, 1935 Nr. 3/4)


Hier noch einige Berichte über die alte Messe in Afghanistan (in Feldlagern). Leider sind bis auf eines die Bilder nicht mehr vorhanden.

Samstag, 30. April 2016

Thereschen, ein Gotteskind

Pater Joseph Fräßle S.C.J. berichtet aus seiner Mission im Kongo (in Afrikanische Missionsgeschichtlein, Band I., 1926) :

Krüppel findet man bei unseren Eingeborenen selten, weil sie dieselben gleich nach der Geburt wegwerfen. Einer heidnischen Mutter in Basajo war es trotz allem geglückt, ihr krüppelhaftes Kind zu verstecken und am Leben zu erhalten; der Vater war zudem bald nach seiner Geburt gestorben; es bestand keine Gefahr mehr für des Kindes Leben.

Diesem armen Mädchen standen die Füße nach innen, die Arme nach rückwärts, als wären sie verkehrt eingesetzt; auch waren sie in den Ellenbogen steif, und die Händchen hatten nur zwei bzw. drei Finger. Das Kind konnte also die Hände nicht zum Gesicht erheben, keine Nahrung zum Munde führen; es faltete die Hände auf dem Rücken, nicht vor der Brust.

Man kann sich denken, wie bei wilden Heiden ein solches Wesen das Gespött der bösen Kinder war, wie es überall fortgejagt und geschlagen wurde. „Eine böse Hexe bist du, ein ganz abscheuliches Tier; wir werden dich schon einmal umbringen!“ So rief man ihm überall zu. Wie hat es oft tagelang bitterlich geweint, wochenlang im Dunkel der Hütte seiner Mutter sich verborgen.

Da brachte ich den christlichen Unterricht nach Basajo. Das Mädchen lauschte auf, als es hörte, Gott schaue nicht auf die äußere Gestalt des Menschen, sondern beurteile sie nach ihrem inneren Wert, der allein ihr ewiges Los bestimmt. Das war eine frohe Botschaft für das krüppelhafte Kind. Keinen Tag fehlte es im Unterricht, bis es durch die heilige Taufe den schönsten Seelenschmuck der Gnade und Gotteskindschaft sich erworben hatte. Glück und Frieden waren jetzt in sein Herzchen eingezogen. Es hieß von der hl. Taufe ab Thereschen.

Seelenschönheit zu erhalten und zu vermehren war von da ab des Kindes Streben. Je mehr die Menschen es „abscheuliche Kreatur“ nannten, umso mehr suchte es Gott wohlzugefallen. Und weil der Seelenadel und der Sieg über erniedrigende Begierden nur mit Hilfe der Gnade gelingt, betete das Kind nicht nur tapfer zu Hause, sondern es war auch jeden Morgen um sechs Uhr schon in der 7 km entfernten Missionskirche. Selbst das schlechteste Wetter konnte es nicht von diesem Kirchengang abhalten. Aber da zwang uns höhere Anordnung, den Werktagsgottesdienst schon um halbsechs Uhr abzuhalten. Wie bitter weinte da Thereschen! „Ach nun wird sie mir geraubt, die Kraftquelle und Freude meines Lebens, nach der ich mich sehnte Tag und Nacht, die heilige Messe! Denn so früh können meine Füße den Weg nicht machen, und meine krüppeligen Hände können kein flammendes Holzscheit schwingen, mit denen andere zur Nachtzeit die Leoparden bannen!“ Dafür kniete Thereschen jeden Samstag und Sonntag stundenlang in der Kirche: sie empfing die hl. Sakramente.

Als ich es einmal unter der Kirchentür traf, frug ich: „Sag mir, Thereschen, verspotten dich die Leute immer noch wie früher?“ „Vater, Menschen, die Unglückliche verlachen, wird es immer geben. Doch ich mache mir nichts mehr daraus; bin ich doch Gotteskind! Körperschönheit ist mir zwar versagt – auch die der anderen Menschen dauert nicht. Mögen sie Zeit und Mühe darauf verlegen, um Menschen zu gefallen – ich will lieber darauf bedacht sein, wie ich Gott gefallen könne. Wie fühle ich mich doch so glücklich, seit ich weiß, dass sein Vaterauge auf mir ruht, sein Vaterherz mich liebt. Er soll von mir sprechen dürfen: da hab ich ein geliebtes Kind; an ihm habe ich mein Wohlgefallen.“

Offensichtlich half Gottes Gnade unserem Thereschen von Tugend zu Tugend zu schreiten. „Schau,“ sagte es zu mir ein anderes Mal, „früher wurde ich zornig, habe geweint oder geschimpft, wenn mich die Leute verspotteten und schlugen; jetzt aber denke ich: lass die Menschen nur spotten! Die Schönheit, auf die sie stolz sind, wird auch ihr Ende haben, vielleicht stehen sie dann noch elender da als ich, falls sie die Arbeit an ihrer Seele vernachlässigt haben. Ich schweige jetzt, suche meinen Zorn und meine Empfindlichkeit zu besiegen: jeder Sieg bringt übrigens Seelenstärke und Freude. Auch rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis zurück: Nur so viel ist der Mensch wert, als er in Gottes Augen gilt. Denke ich aber erst an unseren lieben Heiland, wie er verspottet, geschlagen und gekreuzigt worden ist, dann freue ich mich, wenn ich durch solche Leiden ihm ähnlich sein darf. Ich gebe mir Mühe, meinem Erlöser zu zeigen, dass ich ihn lieb habe: Ich schweige und dulde wie Er, und mit Ihm opfere ich meine Leiden dem himmlischen Vater auf für die Rettung der Heiden und Sünder. Kann es etwas Schöneres geben für ein Christenkind, als wenn es durch Leiden seinem gekreuzigten Heiland ähnlich ist?“

Mittwoch, 27. April 2016

Aktuell: Die „Messe der Missionare“ in einem Indianerreservat in den USA


Im Jahr 1884 gründete der deutsche Jesuitenmissionar P. Friedrich Eberschweiler S.J. (Bruder des bekannten Mystikers P. Wilhelm Eberschweiler S.J.) die St. Paul Mission im Norden Montanas. Heute gehört die Gemeinde zum Indianerreservat Fort Belknap Indian Reservation. Seit einiger Zeit wünschen sich die Gläubigen eine regelmäßige Zelebration des überlieferten Ritus, sprich der „Messe der Missionare“. Mehr dazu hier bei Rorate Caeli. 
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Freitag, 8. April 2016

Eifer für das Gotteshaus im Kongo


Pater Joseph Fräßle S.C.J. berichtet aus seiner Mission im Kongo:

„Beim heutigen Wolkenbruch habe ich gesehen, wie ein paar Regentropfen durch das Dach eurer Kirche auf den Altar fielen. Liebe Leute, das darf nicht sein! Bessert das Dach aus und haltet eure Kirche Gottes würdig; denn er ist groß und heilig, und ihm gebührt Ehre.“

So hatte ich in Yambumba zu den Christen gesprochen und fuhr nun weiter flussaufwärts. Nach zwei Monaten glitt mein Einbaum am anderen Ufer hinab, und ich glaubte schon den Yambumba-Leuten unbemerkt entkommen zu sein. Da entstand Gejubel und Gongklang in ihrem Dorf, und herüber auf mich schossen ein Dutzend Kanus. „Du wolltest uns entfliehen? Wohl wegen dem Kirchendach? Glaubst du, das geht bei uns? Unser Auge beherrscht das Wasser. Wir haben dich nun! Du musst mit uns ins Dorf. Du musst die neue Kirche einsegnen!“ „Euer neues Kirchendach, wollt ihr sagen? Dafür kann ich nicht aussteigen! Ich muss heute nach Ilongo.“ Sie aber zogen meinen Einbaum an sich heran, sprangen hinein und ruderten mich dorfwärts ans Ufer, etwa 1 ½ Kilometer weit. Ich erklomm die Uferhöhe. Welch ein Leben! Tausend Hände waren an der Arbeit. Die einen ebneten den Boden, schafften Arbeitsreste fort; andere bemalten die Kirchenwände in sechs verschiedenen Farben mit Kreuzchen, Spitzen- und Blumenformen usw.; andere zimmerten den Altar, wieder andere suchten vielgestaltige Kieselsteinchen und stampften sie in den weichen Lehm des Bodens zu Mosaikgebilden. 


Wie staunte ich! In zwei Monaten hatte ein Geist, der in vierhundert Köpfen lebte, eine Pfarrkirche hervorgezaubert, und ich blieb natürlich, um sie einzuweihen, damit die Freude der Leute voll wäre. Yambumba hat die schönste Kirche am Lohali. Das ließ sich nicht jedes Dorf sagen. Auch sie ersetzen die alten Kirchen durch schöne neue. Es ging um die Wette, wer dem Herrn ein schöneres Gotteshaus erbauen könne.

(Aus: Joseph Fräßle, Meiner Urwaldneger Denken und Handeln)


Samstag, 13. Februar 2016

Messen für die armen Seelen statt neues Dach



Ein ganz armer Christ in Teronoh [Diözese Malacca, Malaysia]  kam regelmäßig am Sonntag zu seinem Missionär und brachte ihm von seinem sauer verdienten Lohn Geld für einige heilige Messen. Für die armen Seelen sollten sie dargebracht werden. Eines Tages besuchte ihn der Priester in seiner kleinen Hütte und bemerkte, dass sie sehr schadhaft war. „Warum machst du dir keine neues Dach, es regnet ja hinein?“ fragte ihn der Glaubensbote. „Ich habe kein Geld“, erwiderte der einfache Mann. „Aber wenn du kein Geld hast, warum bestellst du denn immer Messen? Du solltest zuerst für dich sorgen; der liebe Gott verlangt von dir nicht solche Opfer.“ „Pater“, antwortete er, „was ich leide, wenn es regnet, ist nichts im Vergleich zu dem, was die armen Seelen im Fegfeuer ausstehen müssen. Darum muss ich vor allem für sie sorgen.“ „Ich“, so erzählt der Missionär weiter, „vermochte nichts anderes zu sagen, als: ‚Fahre nur fort, wie du getan, der liebe Gott ist mit dir zufrieden, und die armen Seelen werden sich dir nicht undankbar erweisen.‘“


(Aus: die katholischen Missionen, 1913)

Dienstag, 13. Oktober 2015

„Liturgischer Rosenkranz“ zu Ehren der Pilgermadonna von Fatima

(Quelle)

Als die Pilgermadonna von Fatima im Jahre 1950 ihren Siegeszug durch Indien machte, hatten sich die maltesischen Missionäre in Jhansi einen ganz besonderen Rosenkranz zu Ehren der Muttergottes ausgedacht. Im Hof des Klosters waren 15 Altäre aufgestellt, an denen gleichzeitig zu Ehren der 15 Rosenkranzgeheimnisse die Messe gefeiert wurde. Als Krönung fand dazu parallel ein Pontifikalamt statt.


(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, 9/10 1953)

Samstag, 26. September 2015

Zwei Mal Märtyrer – St. Isaac Jogues



Heute ist nach dem alten Kalendarium sowie in Kanada das Fest der North American Martyrs, einer Gruppe von Jesuitenmissionaren und Laien, die im 17. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen USA und Kanadas als Opfer der Irokesen ihr Leben für den Glauben hingaben. Aus Platzgründen soll hier nur einer der bekanntesten erwähnt werden, der heilige Isaac Jogues.

Isaac Jogues wurde 1607 in Orléans geboren und trat 1623 in die Gesellschaft Jesu ein. Im Jahr 1636 kam er nach Neu-Frankreich, wo er als Missionar unter verschiedenen Indianerstämmen wirkte. Nach großen Opfern und Enttäuschungen erhielt er 1642 den schweren und gefährlichen Auftrag, eine Gruppe von Huronen auf ihrer Flussfahrt nach Quebec zu begleiten, um seinem Obern Bericht zu erstatten und wichtige Gebrauchsgegenstände wieder mit in die Missionen zu nehmen. Zu diesem Unterfangen sagte der demütige Heilige: „Ich bot mich umso bereitwilliger an, als die Reise notwendig war, so dass also, wenn ich nicht ging, ein anderer, viel besserer Missionar als ich sich in die Gefahr hätte begeben müssen.“

Schon am zweiten Reisetag wurde die Gruppe von Irokesen überfallen. Obwohl P. Jogues hätte fliehen können, zog er es vor, bei seinen Neuchristen und Katechumenen zu bleiben, um sie zu trösten und letztere in der Gefahr zu taufen. Gerade weil er die Sterbenden ermutigte, ließen die Irokesen allen Hass an ihm aus; er wurde mit Stöcken geschlagen, mit Lanzen gestochen, und die feindlichen Indianer rissen ihm sogar mit den Zähnen einige Fingernägel aus und zerbissen ihm die Finger. Doch das war erst der Anfang. Nach einem 13-tägigen Gewaltmarsch, auf dem sich seine Peiniger immer wieder einen Spaß daraus machten, seine Wunden mit Dornen aufzukratzen, kamen sie in ein Irokesendorf, wo die Folter erst richtig beginnen sollte. Er musste zwischen zahlreichen Indianern hindurchgehen, die mit ihren Stöcken und Ruten auf ihn einschlugen, wobei er zusammenbrach. Dann verbrannten sie ihm einen Finger, einen anderen zerbissen sie erneut und zerquetschten die bereits verstümmelten Finger.

Isaac Jouges und sein Begleiter Renè Goupil in der Kathedrale von St. Louis (Quelle)

Isaac Jogues wurde dann mit seinem Begleiter, dem heiligen Laien Renè Goupil, in das Irokesendorf Ossernon geführt. Der Ort ist das heutige Auriesville in New York, wo eine Wallfahrtskirche zu Ehren der Märtyrer steht. In dem Indianerlager war in der Mitte des Dorfes ein Schaugerüst aufgestellt. P. Jogues sagte selbst: „Kaum konnten wir zu dem in der Mitte des Dorfes aufgebauten Schaugerüst kommen, so waren wir zerschlagen. Unser ganzer Körper war zerschunden und unser Gesicht blutüberronnen. Vor allem Renè Goupil war so entstellt, dass man außer seinen Augen keinen heilen Fleck mehr in seinem Gesicht sah.“

Nun wurden dem heiligen Isaac Jogues noch die letzten beiden Fingernägel ausgerissen. Eine Frau schnitt ihm schließlich mit einem stumpfen Messer den Daumen ab. Der Heilige meinte dazu: „Da das Weib meinen Daumen auf das Schaugerüst geworfen hatte, hob ich ihn auf und bot ihn dir zum Opfer an, o mein Gott, und gedachte dabei der heiligen Opfer, die ich dir seit 7 Jahren auf den Altären der Kirche dargebracht hatte; und ich nahm diese Marter an als liebevolle Strafe für den Mangel an Liebe und Ehrfurcht, den ich mir beim Berühren deines heiligen eucharistischen Leibes zuschulden kommen ließ.“

Es ging weiter in andere Irokesendörfer, wo sich die Foltern wiederholten. Einmal kreuzigten sie den Priester förmlich. Ein Krieger schnitt ihn vom Kreuz los, an das er gebunden war. P. Jogues konnte dem Mann diesen Liebesdienst später reichlich zurückzahlen, als er den ihn kurz vor dessen Tod taufte.
Nach den Foltern sollten die Gefangenen als Sklaven bei den Irokesen dienen, und obwohl benachbarte Indianerstämme und die Holländer dem Jesuitemissionar Hilfe zur Flucht anboten, lehnte er ab, da er unter seinen mitgefangenen Huronenchristen weiterwirken wollte. Erst als die Irokesen dies vollkommen unmöglich machten, wagte er die Flucht.

Der Heilige kehrte nach Frankreich zurück, wo er am 5. Januar 1644 in Rennes im Jesuitenkolleg anklopfte. Seine Mitbrüder wollten ehrfurchtsvoll die Hände des Märtyrers küssen. Papst Urban VIII. gab ihm die Erlaubnis, trotz seiner verstümmelten Hände weiterhin die Messe zu zelebrieren und begründete dies mit den Worten „es wäre unwürdig, wenn ein Martyrer Christi das Blut Christi nicht trinken dürfte.“

Papst Urban VIII.

Da der demütige P. Jogues die Aufmerksamkeit in Frankreich nicht ertrug, kehrte er nach drei Monaten wieder in die Mission zurück. Er wirkte zunächst als einfacher Missionar auf einer Station, wurde dann aber im September 1645 mit der wichtigen Aufgabe betraut, eine französische Gesandtschaft zu führen, um den kurz vorher geschlossenen, aber gefährdeten Frieden mit den Irokesen zu befestigen. Zu dem Auftrag sagte er: „Die arme Natur, die sich der vergangenen Leiden erinnerte, hat gezittert: aber der Herr hat sie in seiner Güte beruhigt und wird sie noch weiter beruhigen. Ja, ich will alles, was der Heiland will, und müsste ich dabei auch tausendmal mein Leben aufs Spiel setzen.“

Er wurde bei den Indianern dank seiner Friedensworte und Geschenke günstig aufgenommen. Doch wollte er nicht als Gesandter Frankreichs, sondern als Gesandter Christi unter ihnen wirken und ließ schon mal eine kleine Kiste mit seinen Habseligkeiten zurück. Während seiner Abwesenheit brachen in dem Dorf Dürre, Hungersnot und Pest aus, woraufhin die Dorfzauberer in ihrem Wahn der geheimnisvollen Kiste die Schuld gaben, da darin ein böser Geist eingeschlossen sei, der nur darauf wartete, herausgelassen zu werden, um den Stamm zu vernichten.

Als P. Jogues schließlich mit dem heiligen P. Jean de Lalande zurückkehrte, stürzten sich die Irokesen auf ihn und die alten Foltern begannen von neuem. Doch eine Ratsversammlung beschloss, das Leben des Missionars zu schonen. Dennoch hatte eine Gruppe von Kriegern seinen Tod beschlossen. Mit heuchlerischer Freundlichkeit wurde er am 18. Oktober 1646 in eine Indianerhütte eingeladen. Als er sich bückte, um einzutreten, spaltete ihm ein Krieger mit dem Tomahawk das Haupt. Nun war das Opfer vollbracht für das Volk, von dem er einige Tage zuvor schrieb: „Dieses Volk ist meine Blutsbraut, da ich mich ihm mit meinem Blute angetraut habe.“


Heilige Märtyrer von Nordamerika, bittet für uns!

Samstag, 9. Mai 2015

Maiwallfahrt in China (Teil 2)

Inneres der heutigen Basilika von Sheshan (Quelle: Peter17)
Fortsetzung von hier

Der folgende 24. Mai war das Hauptfest von Sose, das Fest Unserer Lieben Frau unter dem Titel „Hilfe der Christen“. Anwesend waren 15.000 christliche Pilger, von denen wenigstens 12.000 aus weiter Ferne kamen, und etwa 5.000 Heiden aus Neugierde. Wer schildert den Andrang zum Gottesdienst und zu den Übungen der Andacht! Unsere Christen von Wu-si traf die Reihe der Kreuzwegandacht von 5.00 bis 5.30 Uhr abends. Man denke sich dieselben in Gruppen von beinahe 100 Personen auf die einzelnen Stationen verteilt, wie sie mit lauter, fester und zugleich andächtiger Stimme auf die Gebete antworten. Sie alle hatten freudig acht Tage der Arbeit und des zeitlichen Gewinnes zum Opfer gebracht, um dem Heiland und seiner heiligen Mutter diesen Beweis kindlicher Verehrung zu geben und im Angesicht ihrer heidnischen Mitbürger dieses offene Bekenntnis ihres Glaubens abzulegen.

Am 25. des Morgens sollte die feierliche Prozession das Fest beschließen. Bereits um fünf Uhr war ein jeder auf seinem Posten; jeder trug auf der Brust ein kleines Stück weißer Leinwand mit einem aus rotem Zeug geschnittenen Herzen. Voran schritt der Kreuzträger; dann kamen zwei Pilger, goldene Herzen und ein silbernes Gefäß tragend, worin sich eine Liste der im verflossenen Jahr gebeteten Rosenkränze befand; darauf die Fahne des Vereins der heiligen Kindheit, umgeben von einigen hundert Knaben im Alter von 6 bis 13 Jahren; dann die acht Banner der verschiedenen Kongregationen von Wu-si, umgeben von 170 in Chorhemden gekleideten Männern, welche Kerzen in der Hand hielten; nun folgte eine Gruppe von 200 bis 300 Männern mit Fähnchen, denen das Banner des Mäßigkeitsvereins vorangetragen wurde; dann die Fahnen des heiligsten Herzens Jesu und des Gebetsapostolats, 25 Priester und 19 Kleriker, der Zelebrant in der Chorkappe [wohl im Tsin-kin]. Ihm schlossen sich an 100 Mann mit Fähnchen, 40 kleine Mädchen von der heiligen Kindheit, ebenfalls mit Fähnchen und geschart um das Banner Unserer Lieben Frau, 24 der Rettung ausgesetzter Kinder geweihte Jungfrauen mit einer neuen, kostbaren Fahne von der unbefleckten Empfängnis, die kleinen Mädchen der Schule von Wu-si, und endlich mehr als 300 Mütter mit ihren Kindern auf dem Arme, die sie Unserer Lieben Frau weihen wollten. 


Um sechs Uhr setzte sich die Prozession, laut den Rosenkranz betend, in Bewegung und um sieben Uhr zog sie in die Kirche ein. Der Kreuzträger war bereits vor der Statue Unserer Lieben Frau von Lourdes angelangt, welche mit der Inschrift Tscheng-Mu-Malija, „Heilige Mutter Maria“, den Hauptaltar schmückt, als die Letzten des Zuges noch kaum auf halber Höhe des Berges sich befanden. Nur diejenigen welche mit an der Prozession Teil genommen hatten, konnten in der Kirche selbst Platz finden. Alle Banner wurden im Chor aufgepflanzt; die 170 Männer mit den Chorhemden stellten sich in doppelter Reihe von der Kommunionbank bis zum Portal auf. Alles verlief in schönster Ordnung. Während des Hochamtes nahten sich 800 bis 900 Personen dem Tische des Herrn, im Ganzen an diesem Morgen 3.700. Dann folgte die Predigt. Unmittelbar bevor der letzte Segen mit dem Allerheiligsten gegeben wurde, erneuerten alle unsere Christen, Männer und Frauen, Alt und Jung, die Weihe zum göttlichen Herzen Jesu. Die jüngeren Mitglieder des Mäßigkeitsvereins, 90 an der Zahl, erneuerten gleichfalls ihr Versprechen. Nach der Danksagung des Priesters brachten endlich noch die Mütter ihre Kinder Unserer Lieben Frau dar, und die Absingung der Marien-Litanei beschloss die Feier. Um 9.30 Uhr hatten bereits sämtliche Barken den Fuß des Berges wieder verlassen.

So steht es heute mit der Herrlichkeit des heiligen Berges Sose. Außer den beim Hauptfest anwesenden Prozessionen und Pilgern habe im Mai 1877 etwa 20.000 Christen das Heiligtum U.L.F. auf dem Sose besucht, und abgesehen von den 3.700 heiligen Kommunionen am Fest selbst näherten sich im nämlichen Monat noch über 3.000 Personen den heiligen Sakramenten in der Wallfahrtskirche.

Gepriesen sei Gott und die heilige, unbefleckte Gottesmutter, die Helferin der Christen!



(Aus: die katholischen Missionen, 1878)

Sonntag, 29. März 2015

Alte Messe in China früher in Landessprache? (Teil 3)


Fortsetzung von hier

Nach Ansicht P. Couplets, die er in seiner Korrespondenz mit den Bollandisten offen ausspricht, war es ein Fehler gewesen, dass man nach dem günstigen Entscheid Pauls V. die Sache überhaupt noch einmal zur Begutachtung vorlegte. Da jenes Breve von 1615 nie ausdrücklich widerrufen war, hätte man ohne Bedenken danach vorgehen können und sollen. In diesem Sinne sprach sich auch Innozenz XI. selber aus. „Er fragte mich“, schreibt P. Couplet, „weshalb wir denn jenes Breve nicht ausgeführt hätten.“

Noch einmal fassten die Missionäre 1695 in einer umfangreichen Denkschrift alle früher geltend gemachten Gründe zusammen und machten einen letzten Versuch bei Innozenz XII., eine Erneuerung der Privilegien Pauls V. herbeizuführen. Er blieb erfolglos wie die früheren und wurde von jetzt an nicht wiederholt.

Ehe wir auf die Ursache näher eingehen, welche die Stellungnahme in dieser Frage erklären, seien kurz und übersichtlich die hauptsächlichsten Gründe zusammengestellt, welche die Missionäre in ihren verschiedenen Denkschriften und Abhandlungen ins Feld führten. Ihre Darlegung bewegen sich um drei Punkte [da die anderen Punkte nicht für diese Serie relevant sind, nur folgender in den wichtigsten Auszügen]: (…) b) die in China einzuführende Kirchensprache (…)


b) Der Einwand endlich, dass die Übertragung der heiligen Texte in die chinesische Sprache die Ehrfurcht vor den heiligen Geheimnissen schwächen könnte, wird durch den Hinweis auf das Dekret Pauls V. entkräftet, das ja ausdrücklich an Stelle der gemeinen Volkssprache die davon ganz verschiedene Sprache der feinen Literatur gesetzt wissen wolle. Diese sei aber ähnlich wie das Lateinische in Europa nur den Gebildeten geläufig. Ausdrücklich wird schließlich von den Missionären hervorgehoben, dass nur die Sprache verschieden sein sollte, während im Übrigen die chinesische Kirche im Gegensatz zu den Kirchen des Orients treu dem römischen Ritus folgen würde, abgesehen von einigen kleinen Einräumungen, die man den Landessitten machen müsse, wie das Tragen des Tsin-kin [siehe vorheriger Post] bei der heiligen Messe und die Unterlassung der Fußsalbung bei der Spendung der letzten Ölung an Frauen.


Samstag, 28. März 2015

Alte Messe in China früher in Landessprache? (Teil 2)


Fortsetzung von hier

Dasselbe Dekret gestattete den Missionären, bei der heiligen Messe das Tsin-kin [auch oft Jijin], eine Kopfbedeckung nach Art des alten chinesischen Gelehrtenbiretts, zu tragen, da nach chinesischer Auffassung feierliche Handlungen nicht unbedeckten Hauptes vollzogen werden dürfen[1]. (Vgl. dazu Bild oben.)

Verschiedene Ursachen hinderten vorläufig die Durchführung dieser weitreichenden Zugeständnisse Pauls V. Als dann 1661 die Jesuiten in China bei der inzwischen 1622 gegründeten Propaganda um die Erneuerung der von Paul V. gemachten Zugeständnisse einkamen, wurde das Gesuch abgeschlagen. Eine 1667 nach Rom gesandte Denkschrift des Belgiers P. François de Rougemont blieb gleichfalls ohne Erfolg. Inzwischen hatte der tüchtigste Sinologe der Mission, P. Luigi Buglio, eine sorgfältige Übersetzung des römischen Missale mit dem Titel Mi sa King tien (gedruckt 1670 zu Peking), des römischen Breviers: Se to ko tien (gedruckt zu Peking 1674), des römischen Rituale: Tsi scheng sche li tien (Peking 1675) angefertigt. Bereits früher waren die ganze Summa des heiligen Thomas (Tschao sing hio iao) in 30 Bänden (Peking 1654 ff) und ein Lehrbuch der Moraltheologie (Se totien iao) in chinesischer Sprache erschienen. Diese umfassenden Arbeiten hatten den Zweck, die nötige theologische Literatur für die auf chinesischer Grundlage beruhende Ausbildung einheimischer Priester zu schaffen. Sie beweisen, wie fest entschlossen man war, den von Paul V. gebilligten neuen Weg zu betreten.

1678 ließ der Belgier P. Ferdinand Verbiest, neben Ricci und Schall wohl der größte Missionär Chinas aus jener Zeit, dem Papst Innozenz XI. ein schön gebundenes Exemplar des chinesischen Missale und Rituale zugleich mit astronomischen Tafeln u. dgl. überreichen und bat gleichzeitig um Erneuerung des von Paul V. erteilten Privilegs. In einem huldreichen Schreiben vom 3. Dezember 1681 lobte der Papst den Eifer und das Geschick der Patres, das Reich Gottes in China durch den Glanz der europäischen Wissenschaften auszubreiten. Die erhoffte päpstliche Bestätigung blieb jedoch aus.

Nun sandte P. Verbiest um 1683 den Belgier P. Philipp Couplet nach Rom, um dort die Sache persönlich zu betreiben. Allein der Zeitpunkt war nicht günstig. Der Türkenkrieg nahm damals die Aufmerksamkeit des Heiligen Stuhls vollauf in Anspruch. Einen anderen Grund, weshalb die wiederholten Eingaben der Jesuiten kein Gehör mehr fanden, deutet Le Brun an, wenn er schreibt, „es seien aus China gewisse Nachrichten eingelaufen, welche den Papst Innozenz XI. gegen die Missionen einnahmen und den abschlägigen Bescheid der Propaganda bedingten.“ Es war der unselige Ritenstreit, der seine dunklen Schatten zugleich auf die an sich ganz verschiedene Frage des einheimischen Klerus warf und eine Einigung der Parteien auch in dieser Hinsicht unmöglich machte. Doch hoffte P. Couplet durch eine nochmalige eingehende Darlegung der ganzen Frage einen günstigen Umschlag zu bewirken. So entstand die interessante Abhandlung, welche der Freund Ordensbruder Couplets, der berühmte Bollandist P. Papebroek, später in das Riesenwerk der Acta Sanctorum aufnahm und mit gewohntem Feuereifer vertrat.

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[1] Diese Erlaubnis, bedeckten Hauptes zu zelebrieren, wurde später mehrmals erneuert und der Gebrauch fast in der ganzen Mission eingeführt. Vgl. Ius pontif. de Prop. Fide I (1888) 428; Collect. S. C. de Prop. Fide 799 809 812 820 823.

Montag, 23. März 2015

Alte Messe in China früher in Landessprache? (Teil 1)



Ich habe neulich in einem Kommentarbereich die Behauptung gelesen, in China wäre die alte Messe (oder außerordentliche Form, überlieferte Form, tridentinische Messe etc. etc.) jahrhundertelang auf Chinesisch gelesen worden. Ich habe diese Behauptung kurz mit einer Zusammenfassung aus dem Buch Der einheimische Klerus in den Heidenländern von Anton Huonder S.J. (Herder, 1909, mit erzbischöflicher Imprimatur) beantwortet. Hier nun ausführlich P. Huonder zur Frage des Chinesischen als liturgische Sprache. Um das Thema in seiner Gänze zu verstehen, sollten alle Teile dieser Serie gelesen werden.

(…) An die Heranbildung von jungen Chinesen in europäisch eingerichteten Seminarien war bei den noch unfertigen, schwierigen Verhältnissen nicht zu denken, und es sprachen überdies, wie weiter unten gezeigt wird, gewichtige Bedenken dagegen. Sicherer und rascher hoffte man das Ziel zu erreichen, wenn man aus der Klasse der Gelehrten schon reife, in der chinesischen Wissenschaft bewanderte und angesehene Männer für das Priestertum heranholte. Dem stand jedoch die Forderung der lateinischen Sprache und einer dementsprechenden Vorbildung entgegen. Aber hatten nicht die Päpste einst, wo es sich um die Bekehrung ganzer Nationen handelte, weitgehenden Zugeständnisse gemacht, hatten sie nicht z. B. den Slawen ihre eigene Sprache als Kirchensprache zugestanden und die kirchliche Einrichtung der nationalen Eigenart angepasst? Konnte nicht Ähnliches in China geschehen, wo es sich um die geistige Eroberung eines so mächtigen, hochstehenden Kulturvolkes handelte? An Stelle der lateinischen Kirchensprache gedachte man [d. h. die Jesuitenmissionare] also die chinesische zu setzen und dementsprechend die Ausbildung des einheimischen Klerus zu gestalten. Es war ein kühner, weitschauender Gedanken, so kühn, dass unter den Missionären selbst manche davor zurückschreckten. Nur Rom selbst konnte hier die Entscheidung geben. 

Der Belgier P. Nikolaus Trigault (Trigautius) übernahm es, im Auftrag des Misssionsobern P. Longobardi (P. Ricci war am 11. Mai 1610 gestorben), diese und andere Fragen und Zweifel dem Heiligen Stuhl vorzulegen. Der Papst, das war im Wesentlichen der Inhalt der Paul V. vorgelegten Denkschrift, möge gestatten, dass die Heilige Schrift, das römische Missale, Rituale und Brevier ins Chinesische übersetzt und diese Sprache von den Chinesen beim Gottesdienst und bei Spendung der Sakramente gebraucht würde. Nur durch dieses Zugeständnis sei die Schaffung eines einheimischen Klerus zu erwarten. Ein solcher sei aber unentbehrlich und würde allein die Mission erhalten, auch für den Fall, dass eine blutige Verfolgung ähnlich wie in Japan sämtliche Missionäre hinwegraffen würde (ut etiam si Europaei sacerdotes martyrio omnes afficerentur, se ipsa [missio] stare possit).

Das ungewöhnliche Gesuch wurde in einer Sitzung der Kongregation der Riten und der Inquisition vom 16. März 1615 unter dem Vorsitz des Kardinals Bellarmin befürwortet und durch ein Breve des Papstes (Romanae sedis antistes) vom 27. Juni desselben Jahres bestätigt. Indessen sollten die heiligen Texte nicht in die gewöhnliche Volkssprache, sondern in die Gelehrtensprache übertragen werden, die im ganzen Reich das größte Ansehen genoss, dem Wechsel nicht so ausgesetzt stand wie die Volkssprache und bloß den Gebildeten ganz geläufig, den übrigen aber immerhin soweit zugänglich war, dass wenigstens die gewöhnlichen Gebete und Gebetsformeln wie das Kyrie, Gloria, das Paternoster, Agnus Dei usw. leicht verstanden werden konnten.

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Montag, 23. Februar 2015

Ein Stück katholisches Japan in Deutschland


Ein einzigartiges Fest gab es am 26. Juli 1926 im Franziskanerkloster Frauenberg bei Fulda. Bischof Dr. Schmidt von Fulda spendete dem Diakon Joseph Okubo als erstem Japaner in Deutschland das Sakrament der Priesterweihe. Die Primiz war ein Stück katholisches Japan in Deutschland. Als Diakon diente der gerade in Rom geweihte Pater Noda, Subdiakon war der in Innsbruck studierende Theologe Shibutani, als Zeremonienmeister wirkte hochw. Sassakibara, als Thuriferar Frater Petrus Baptista Takemija O.F.M. Die Festpredigt hielt der P. Provinzial der Franziskaner, Bernhard Jakobi, der gerade von einer Visitationsreise aus Japan zurückgekehrt war. 

Der Neupriester wurde im Jahr 1896 in Wakamatsu geboren und erhielt mit 6 Jahren die Taufe. Er studierte zunächst im Seminar in Sapporo, dann an der Propaganda in Rom, im Franziskanerkloster in Sigmaringen und schließlich in Fulda. Jetzt wird er in der Präfektur Sapporo in Nordjapan unter seinen Landsleuten wirken. Er ist auch Teil der Bemühung, der ostasiatischen Mission ein einheimisches Antlitz zu verleihen, welche besonderen Ausdruck in der Weihe chinesischer und japanischer Bischöfe fand. 

(Quelle: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, Altötting 1927)

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachten in Windhoek

Ist zwar nicht Namibia, aber auch ein Levitenamt auf der Südhalbkugel (Christchurch, Neuseeland) (Quelle)

Gesegnete Weihnachten!

Wenn auch verspätet, wird der folgende Bericht des hochw. P. Joseph Schulte O.M.I. über die Weihnachtsfeier in Windhoek unsere Leser immer noch erfreuen. Es ist ein kleines Lichtbild in die traurigen Kriegsberichte hinein, die wenig Erquickliches bieten.

„Das heilige Weihnachtsfest wurde in hiesiger katholischer Gemeinde in diesem Jahr sehr feierlich begangen. Schon am heiligen Abend kündete der eherne Mund der Glocken, die erst vor einigen Monaten geweiht und dem Gottesdienst übergeben wurden, den hohen Festtag der christlichen Welt an. Wiederum ertönte das Glockengeläute um Mitternacht, die Gläubigen zur Christmette einzuladen. Eine große Anzahl derselben erschien und wohnte dem feierlichen Levitenamt bei, welches der hochw. Herr P. Präfekt A. Nachtwey O.M.I. zelebrierte. An das Tagesgeheimnis anknüpfend forderte der Festprediger, P. Hermandung O.M.I., zum Schluss seine Zuhörer auf, im Hinblick auf das erhabene Beispiel des Erlösers die Widerwärtigkeiten des Lebens, welche durch die herrschenden Kriegswirren noch erhöht würden, in Geduld und Demut zu ertragen.

Für die katholische Mannschaft der zurzeit in Windhoek weilenden Truppen war um 9.30 Uhr ein Levitenamt angeordnet worden. Aber neben den Soldaten erschienen auch wiederum recht zahlreiche Mitglieder der katholischen Zivilgemeinde, so dass die neue Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Erhöht wurde in diesem Jahr die Feierlichkeit des Gottesdienstes durch das Geläut der drei neuen Glocken als auch durch den äußeren Glanz und die Schönheit der eben fertiggestellten Kirche. Wie ergreifend war es, als um Mitternacht zum ersten Mal die trauten Weihnachtsweisen: ‚Stille Nacht‘, ‚Zu Betlehem geboren‘ usw. durch die heiligen Räume drangen, in welchen alles zur Andacht einlädt und das gläubige Gemüt erhebt. Wie herrlich schimmerten in hellem Kerzenglanz die Wandmalereien! Wie geheimnisvoll warfen die kleinen Lämpchen ihre Strahlen auf den neugeborenen Heiland in der Krippe, welche den Gläubigen, besonders den Neugetauften und Katechumenen das Geheimnis des hohen Festes so plastisch vor Augen führte! 
Kurz, in nichts stand die kirchliche Feierlichkeit der heiligen Weihnacht hier im schwarzen Erdteil derjenigen im lieben deutschen Vaterland nach. Den Schluss der hehren, kirchlichen Feier bildete am Nachmittag des hohen Festes eine reichbesuchte sakramentale Segensandacht.

Die Weihnachtsbescherung der schwarzen Kinder fand schon am heiligen Abend statt. Einen eigentlichen deutschen Weihnachtsbaum, einen Tannenbaum, konnten wir nicht aufstellen, weil es hier zu Lande eben keine gibt. Da aber der Deutsche keine Weihnachten ohne Christbaum kennt, so bedienten wir uns eines grünen Dornbusches, der uns so recht daran erinnerte, dass die die Weihnachtsfreude durch die dornenvollen Kriegstage getrübt werde. Unter diesem einfachen, aber schön gezierten afrikanischen Christbaum fand jedes Kind seine Bescherung; neben Früchten und Süßigkeiten erhielt der eine das lang ersehnte Gebetbuch, der andere einen Baukasten, wieder ein anderer nötige Kleidungsstücke usw. Wie freudig strahlten die weißen Augen in den schwarzen Gesichtern! Wie neugierig fragte einer den anderen, was ihm das Christkindchen gebracht habe. Lebhaft wurde man an die Weihnachtsfreuden seiner eigenen Kindheit erinnert, in welcher liebende Elternherzen die Freude über die Weihnachtsgaben noch vergrößerten, während die Eltern unserer Kinder noch wenig von Weihnachten verstehen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1905)