Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Freitag, 3. Oktober 2014

Zum 88. Jubiläum der Seligsprechung des äthiopischen Märtyrers Abba Ghebre Michael


Heute ist nicht nur das Fest der h. Theresia von Lisieux, der Patronin der Missionen, sondern auch der 88. Jahrestag der Seligsprechung des äthiopischen Priesters und Märtyrers Ghebre Michael durch Pius XI am 3.10.1926.

Ghebre Michael wurde im Jahr 1788 in Mertule Mariam im Norden des heutigen Äthiopiens geboren. Er wurde koptischer Mönch und war bereits damals für seine Gelehrtheit angesehen und zeichnete sich durch echte Wahrheitssuche aus. 

Durch den Kontakt mit dem heiligen Apostol. Vikar von Abessinien, Justinus de Jacobis, bekehrte er sich nach einer gemeinsamen Romreise im Jahr 1844, wurde bedingungsweise von de Jacobis getauft und am 1.1.1851 zum Priester geweiht. Er verfasste in Ge’ez, der liturgischen Sprache Äthiopiens, eine Grammatik, ein Wörterbuch und einen Katechismus und arbeitete im Seminar in Alitiena an der Heranbildung des einheimischen Klerus. Dem Lazaristenorden, aus dem der hl. Justinus de Jacobis stammte, gehörte er nicht offiziell an, er wird aber von den Lazaristen wie einer der ihren verehrt. 

Besonders ausgeprägt war sein Wunsch, sein irrendes Volk zu bekehren.
Auf Betreiben des schismatischen Patriarchen Abuna Salama, eines echten Katholikenhassers, wurde er gefangengenommen und sollte durch Drohungen und Versprechungen zur Aufgabe des katholischen Glaubens gebracht werden. Doch er blieb standhaft. Auf das Angebot von Reichtümern, wenn er den Glauben des Patriarchen annehmen würde, erwiderte er bloß: „Ich will weder deinen Glauben noch deinen Besitz.“ 

Die Foltern, die er über sich ergehen lassen musste, waren extrem, unter anderem wurde er mit Giraffenschwänzen gepeitscht, deren Haare hart wie Drähte waren. Einmal wurde er so sehr geschlagen, dass man dachte, er würde sterben, doch Ghebre Michael stand wie durch ein Wunder ohne eine sichtbare Verletzung auf. 
Der Kaiser verurteilte ihn schließlich zum Tode, allerdings wurde diese Strafe durch Einspruch des britischen Konsuls in das lebenslange Tragen von Fesseln umgewandelt. 

Bei einem Gefangenenmarsch brach der ehrwürdige Greis schließlich entkräftet zusammen und starb am 28. oder 29. August 1855.


Seine Seligsprechung erfolgte über ein Jahrzehnt vor der des hl. Justinus im Jahre 1939, sein Festtag ist der 30. August. Möge der sel. Ghebre Michael ein Fürsprecher für die Einheit der Kirche, die Bekehrung der Schismatiker und die Verteidigung der katholischen Wahrheit sein!


(Quellen: Lexikon für Theologie und Kirche, Band IV; Blessed Ghèbre-Michael: “The truth will make you free” von James Cahalan C.M., Serie über den hl. Justinus de Jacobis)

Sonntag, 3. März 2013

Der heilige Justinus de Jacobis - Apostel Äthiopiens (Teil 3)

Santo Stefano degli Abissini, die Nationalkirche der katholischen Äthiopier in  Rom und älteste Kirche im Vatikanstaat. Sie wurde im 5. Jahrhundert gebaut und im 15. Jahrhundert von Papst Sixtus IV. den (äthiopischen) koptischen Mönchen Roms übergeben. (Quelle: @@@@)
Fortsetzung von hier

Nun sollte ein wichtiger Teil von Justinus' Apostolat folgen, der sich weder in Äthiopien, noch überhaupt in Afrika abspielte. Es war die von den Schismatikern so gefürchtete Pilgerreise nach Rom!
Die Pilgergruppe wurde von Papst Gregor XVI. in besonderer Audienz empfangen, bei der der heilige Justinus dolmetschte. Der heilige Vater sprach lange mit den afrikanischen Pilgern und diese zeigten sich über die große väterliche Liebe und das Interesse, das er an jedem von ihnen hatte, äußerst beeindruckt. 

Einige Wochen später empfing er sie erneut im Vatikan, und schenkte jedem, gemäß seinem Rang, Medaillen und Kreuze aus Gold und Silber und übergab ihnen einen freundlichen Brief an Ras Wube, zusammen mit einigen Geschenken. Rom muss einen tiefen Eindruck auf die Äthiopier gemacht haben.
Sie verließen die ewige Stadt nach dem Papstsegen mit dem Schwur im Herzen, für den Papst und noch viel mehr für den katholischen Glauben das Martyrium zu erleiden, wie es schließlich beim seligen Abba Ghebre Michael auch der Fall war, aber dazu später mehr.



Papst Gregor XVI

Nach ihrer Rückkehr nach Äthiopien trug die Pilgerfahrt ihre Früchte, denn durch das Zeugnis der Reisenden konnten viele der Vorurteile beseitigt werden und der Katholizismus konnte sich frei entfalten.
Ras Wube schenkte der Kirche ein Gebiet, das 13 Dörfer umschloss und frei von jeder Besteuerung sein sollte.
P. de Jacobis schrieb Katechismen und ein Buch in den wichtigsten Sprachen Äthiopiens; diese Schriftstücke sollten die weit verbreiteten religiösen Irrtümer bekämpfen. Die Menschen verschlangen diese Bücher förmlich und belohnten so die unbeschreiblichen Mühen von Justinus schon auf Erden.


Nun machte er sich wieder auf die Suche nach Seelen, um sie zurück zur Mutterkirche zu führen, und wandte sich dabei an die orthodoxen Mönche, die in abgelegenen Klöstern  lebten, oder sogar auf hohen Felsplateaus, wie es beim Kloster Debre Damo (heute orthodox) der Fall ist:





Bei den Mönchen eines anderen Klosters, Gunda Gunde, war Justinus erfolgreich. Der Abt, Mamer Walda Ghiorgis, sah schon einige Zeit die Irrtümer der Orthodoxie und wartete auf eine Gelegenheit, in Union mit der katholischen Kirche zu treten. Leider fiel das Kloster nach seinem Tod wieder ab.

Im Jahr 1847 erreichten ihn aus Rom die Nachricht, dass der Heilige Stuhl wünscht, dass er zum Bischof von Nilopolis und apostolischen Vikar von Äthiopien geweiht würde. Seine große Demut, wegen der er bereits als junger Mann versucht hatte, der Priesterweihe zu entgehen, sorgte jetzt dafür, dass er sich zu Füßen des späteren Kardinals Massaia, dem Präfekten der Gallasländer, der ihn Weihen sollte, warf, bitterlich weinte und sich aller Sünden anklagte, die er im Leben begangen hatte.
Ein Jahr später hatte sich seine Einstellung noch nicht geändert. Nun schrieb ihm Massaia, dass er zwar durch seine große Demut nicht Bischof werden würde, aber dass ein Missionsbischof kein Bräutigam, sondern ein Opfer sei und sich nicht mehr gegen das wehren solle, was Massaia als Willen Gottes erkannt hatte.
Daraufhin willigte Justinus ein, da 
aber der Bischof fürchtete, er könnte seine Meinung wieder ändern, wollte er ihn noch in der selben Nacht weihen, obwohl in der Stadt Kämpfe zwischen Christen und Muslimen herrschten. 


Die Bischofsweihe des heiligen Justinus de Jacobis (dass ein Kapuziner mit zwei Revolvern im Strickgürtel Wache stand, hatte ich bis jetzt noch nicht gelesen)

So musste eine Bischofsweihe im Verborgenen gehalten werden, ganz ohne Prunk, denn Massaia hatte nur zwei äthiopische Priester als Assistenten, und bei der Weihehandlung musste er Justinus seine eigene Mitra aufsetzen, den eigenen Bischofsring anstecken, das eigene Brustkreuz umhängen und den eigenen Hirtenstab in die Hand geben.
Nach der Weihe legte Justinus wieder die ärmlichen äthiopischen Gewänder an; Pontifikalornat trug er entgegen der idealisierten Darstellungen des Heiligen in seinen über 10 Jahren als Bischof nie. So bewahrheitete sich Kardinal Massaias Ausspruch über den Missionsbischof als Opfer.


Es folgten einige ruhige Jahre, doch schon braute sich der Sturm der Verfolgung zusammen. Diese sollte besonders von dem ungebildeten schismatischen Bischof von Äthiopien, dem Ägypter Abuna Salama III. ausgehen, der sich vor allem durch seinen Hass auf die katholische Kirche hervortat.


Der neue Kaiser Tewodros II. schlug eine Disputation zwischen Salama und Justinus vor, doch Salama missfiel diese Idee sehr und bedrohte Tewodros mit kirchlichen Strafen, falls dieser Justinus nicht verbannen würde.



Kaiser Tewodros II. mit seinen gezähmten Löwen
Dieser fürchtete Salama, wohl nicht wegen Kirchenstrafen, sondern wegen der politischen Unruhe, die dadurch enstehen könnte. So übergab er Justinus und seine Gefährten Salama, der sie trennte und in verschiedene Gefängnisse werfen lies.

Die innere Zerrüttung seines Reiches war groß, denn Muslime kämpften gegen Christen und die Christen waren unter sich ebenfalls uneins. Deswegen lies Tewodros von Abuna Salama ein neues Credo aufsetzen, auf das jeder schwören sollte. Dieses war wohl so häretisch, dass auch die gelehrtesten Orthodoxen ihm entschieden widersprachen. Tewodros, mit Pistole in der Hand, drohte all denen, die dem Abuna widersprachen, mit Folter, Gefangenschaft und selbst dem Tod.

Und was war mit den Katholiken? Justinus und seine katholischen Gefolgsleute bekannten feierlich den Glauben der heiligen römisch-katholischen Kirche, wofür sie wieder Gefängnis und Folter dulden mussten. Ghebre Michael, der erste äthiopische Priester, den Justinus weihte, ein Greis von hoher Geburt und großer Gelehrtheit, wurde auf schrecklichste Art und Weise fast zu Tode geprügelt und verlor dabei ein Auge. Seine Folterknechte peitschten ihn mit einem Giraffenschwanz aus, dessen Haare wie Drähte wirkten.  Er wurde in Ketten gelegt und starb vor Erschöpfung.

der selige Ghebre Michael 


In Ketten

Auch Justinus wurde inhaftiert, konnte aber wohl mit Hilfe seiner Bewacher, die ihn wegen seiner Heiligkeit bewunderten, entkommen. Wurde er wieder festgenommen, wiederholte sich dasselbe Spiel.


Doch das harte Missionsleben sollte seinen Tribut fordern. Er ging noch ein letztes Mal auf eine Missionsreise und musste im Dorf Hebo halt machen. Entkräftet setzte er sich auf einen Stein und bereitete sich auf den Tod vor.
Er rief einen Beichtvater und versammelte die Mönche, um sie noch einmal zu ermahnen, ihrer Berufung treu zu bleiben, die Nächstenliebe zu üben und sich allen Weisungen des Papstes zu unterwerfen und seinen Bischöfen und Priestern in Äthiopien Gehorsam zu leisten. Darauf erteilte er ihnen den feierlichen Segen. Alle Anwesenden, Mönche, Kinder und selbst Moslems brachen in Tränen aus, und küssten seine Hände und Füße.

Danach empfing er die letzte Ölung. Ausgestreckt auf dem glühend heißen Boden, mit ruhiger Miene trotz seiner großen Leiden, antwortete er in Ge'ez den Sterbegebeten des äthiopischen Priesters. Zur Überraschung aller kniete er sich anschließend nieder und  bat um Verzeihung für die Ärgernisse, die er gegeben hat. er nannte sich den größten Sünder und sagte, dass seine einzige Hoffnung die Verdienste und Leiden unseres Heilands sowie die Fürsprache der lieben Gottesmutter und des heiligen Vinzenz von Paul (dem Ordensgründer der Lazaristen) seien.

Betete für mich, meine Kinder, denn ich sterbe. Ich werde euch nicht vergessen, ich werde immer für euch beten, betet für mich. Gott segne euch alle. Das waren seine letzten Worte. Es war der 31. Juli 1860, in seinem sechzigsten Lebensjahr, 21 Jahre nach seiner Ankunft in Äthiopien.

Nach vier Jahren wurde sein Grab geöffnet. Der Leichnam war unverwest.


Reliquien des hl. Justinus de Jacobis in Hebo
Die Früchte seines Apostolats sind die Errichtung der äthiopisch-katholischen Kirche mit heute knapp 230.000 Gläubigen und der eritreisch-katholischen Kirche im Jahr 1993. 


Heiliger Justinus de Jacobis, bitte für uns und Deine Kinder in Äthiopien und Eritrea!

(Quelle: Artikel "No greater Love" aus Catholic, Buch Saints of Africa, Vincent J. O' Malley C.M., Bilder mit freundlicher Erlaubnis von Father John Rybolt C.M. )

Nachfolgend noch ein Link zur Ansprache von Benedikt XVI. an die Mitglieder des päpstlichen Äthiopischen Kollegs, die wohl auch die Redemptoristen von Papa Stronsay dazu gebracht hat, den Artikel zu schreiben, der meine Hauptquelle für diese Serie war.

Samstag, 2. März 2013

Der heilige Justinus de Jacobis - Apostel Äthiopiens (Teil 2)

Der heilige Justinus de Jacobis in der Kleidung der äthiopischen Mönche

Fortsetzung von hier:

Diese Rede machte einen solchen Eindruck auf die Defteras (einheimische Gelehrten), dass sie ausriefen: 
„Dieser Priester spricht Worte der Wahrheit und der Vernunft! Er soll unser Vater sein!“ Viele Bekehrungen folgten. 

Aber das größte Hindernis für die Bekehrung der Äthiopier waren der allgemeine Sittenverfall und die vielen Verleumdungen gegen die katholischen Kirche, die sich, wie in allen vom Schisma und der Häresie verwüsteten Ländern, auch in Äthiopien weit verbreitetet hatten. Deswegen hoffte Justinus, einige der einflussreichsten Äthiopier mit nach Europa nehmen zu können, damit sie mit eigenen Augen sehen, dass diese Verleumdungen nicht der Wahrheit entsprechen.


Bald sollte sich eine günstige Gelegenheit ergeben. Der Fürst, Ras Wube, der sich unserem Heiligen bereits wohlgesonnen gezeigt hatte, lud Justinus zu einer Audienz ein, auf die dieser sich mit Gebet und heiligem Messopfer vorbereitete. Wube empfing ihn mit großen Ehren und bat ihn, eine Gesandtschaft nach Ägypten zu begleiten, um vom koptischen Patriarchen einen neuen Abun, d. h. Metropoliten für Äthiopien, zu erbitten. Dieser war damals stets ein Ägypter.  Er fügte bei, dass es wohl eher eine politische als religiöse Mission sei und der heilige Justinus ohne Gefährdung des katholischen Glaubens mitreisen könne. Zuerst stimmte P. de Jacobis zu, doch nach einiger Überlegung fürchtete er, dass die Katholiken dies als Parteigang mit dem Irrtum auslegen könnten.
Er wandte sich wieder an den Fürsten und erklärte ihm seinen Einwand. 


Ras Wube zeigte sich verständnisvoll und lies sich die Bedingungen von Justinus vortragen: Dass er nur mitreisen würde, wenn er eine Versöhnung zwischen dem koptischen Patriarchen und Rom anstreben könnte; außerdem verlangte er, dass das Verbot des Baus von katholischen Kirchen in seinem  Reich aufgehoben würde und dass ihn die Gesandtschaft später nach Rom begleiten könnte.


Am 21. Januar 1841 machte sich Justinus de Jacobis mit einigen Mönchen und Gesandten auf die beschwerliche Reise über das Rote Meer und durch die ägyptische Wüste nach Kairo. Dort war kurz vorher die Pest ausgebrochen, und  alle europäischen Konsulate waren geschlossen. 



koptisch-orthodoxe Kirche St. Markus, Kairo (Quelle: Andrew Shenouda)

Sie wurden nun zu einem angeblichen Freund gelockt, der sich als Anhänger des schismatischen Patriarchen entpuppte. Ihre Pläne wurden aufgedeckt und die äthiopischen Mönche mit der Exkommunikation durch den Patriarchen bedroht. In Panik verließen diese die Expedition und machten sich auf den Weg nach Jerusalem, aber auch unter ihnen brach die Pest aus, an denen einige starben. 


Der Patriarch bemühte sich nun, die Gesandtschaft auf seine Seite zu bringen, lud sie freundlich ein und weihte einige zu Diakonen und Priestern, drohte ihnen aber auch gleichzeitig mit der Rache des Himmels, wenn sie sich weiter mit dem katholischen Priester abgeben würden.
Die Äthiopier ließen sich so weit einschüchtern, dass sie sogar die Briefe zurückhielten, in denen Ras Wube um die Versöhnung des koptischen Patriarchen mit der römischen Kirche und den Bau von katholischen Kirchen bat.


Nun musste Justinus einschreiten. Er forderte eine Audienz beim Patriarchen und legte die Briefe und Urkunden des Fürsten vor, von denen er Gott sei Dank eine Kopie hatte.
Der Heilige trat mit solcher Festigkeit auf, dass der schismatische Patriarch sich sehr freundlich gab und darauf verwies, ihm in einigen Tagen eine definitive Antwort auf die Bitten zu geben. Nach Ablauf der Frist lud er Justinus im Beisein von einigen koptischen Gelehrten zum Kaffee ein. 


Zunächst begann das Gespräch freundlich, aber als sie sahen, dass sie die Disputation verlieren würden, begannen sie, den Heiligen zu beschimpfen und zu bezichtigen, er habe falsche Dokumente vorgelegt. 


Der Patriarch warf nun auch seine Maske ab und erklärte zornig, dass es keine katholischen Kirchen, weder in Tigre noch in einem anderen Teil Äthiopiens geben würde und drohte den äthiopischen Gesandten erneut mit Exkommunikation, falls sie weiter mit de Jacobis verkehrten oder es wagten, nach Rom zu reisen. Dafür gaben sie selbst den Grund an: 
Geht dorthin, und wir sind ganz sicher, dass ihr als römische Katholiken zurückkommt.
Allerdings hatten sich die meisten Mitglieder der Gesandtschaft wegen seiner Nächstenliebe und seinem heiligem Wandel auf die Seite von Justinus gestellt und ihrem Irrtum insgeheim abgeschworen. 


Durch die Hilfe des koptisch-katholischen Bischofs und des französischen Konsuls konnten sie sich aus den Fängen des Patriarchen befreien.


Fortsetzung hier

Donnerstag, 28. Februar 2013

Der heilige Justinus de Jacobis - Apostel Äthiopiens (Teil 1)

Der heilige Justinus de Jacobis (1800-1860)
Äthiopien hat eine christliche Geschichte, die bis in die Frühkirche zurückgeht, weit bevor unsere mitteleuropäische Heimat zum Christentum bekehrt wurde. Leider sind die äthiopischen Christen den größten Teil dieser Zeit im Schisma gewesen, wie es auch heute noch der Fall ist. Die äthiopisch orthodoxe Kirche war einst ein Teil der koptischen Kirche Ägyptens, seit dem frühen 20. Jahrhundert ist sie autokephal, d.h. hat ihren eigenen Patriarchen. Es gab wiederholte Versuche, besonders zu Beginn der Erforschung Afrikas durch die Portugiesen, die kirchliche Einheit wieder herzustellen, doch die Erfolgen blieben nur von kurzer Dauer. 

Mit dem Beginn der großen Afrikamission im 19. Jahrhundert wurde auch Äthiopien wieder Ziel der katholischen Missionare, vor allem die Kapuziner und Lazaristen wirkten verdienstreich in diesem schwierigen Teil des Weinbergs.

Der wohl größte, wenn auch wenig bekannte dieser Missionare war der hl. Justinus (Giustino) de Jacobis, der am 10. Oktober 1800 im Königreich Neapel das Licht der Welt erblickte. Er war wohl schon als Kind ein Heiliger, und sein Seelenführer, der Karmeliterpater Carace, sagte zu den Lazaristen, bei denen Justinus als 18-jähriger ins Noviziat eintrat, als er den jungen Mann vorstellte: "ich mache Ihrer Kongregation ein großes Geschenk."

Zunächst wirkte er in seiner süditalienischen Heimat, wo er schon bald im Ruf der Heiligkeit stand, und sein Beichtstuhl wurde von den Gläubigen umlagert.
Auch soll er dort schon durch sein Gebet Wunder gewirkt haben, die in den Lokalzeitungen aufgeführt wurden (Heilung Geisteskranker, Tote auferweckt), als bekannt wurde, dass er nach Äthiopien gehen würde.
Sie schrieben: "So einen Mann verlieren wir, außer der Heilige Vater setzt seinem Verlangen nach dem Martyrium ein Ende und befiehlt ihm, bei uns zu bleiben."

Auf seiner Reise in die Mission machte er Halt in Malta, wo sich wohl ein augenscheinliches Wunder ereignete, als Justinus die heilige Messe las. Die Einheimischen kamen aufgeregt zu seinen Mitbrüdern und sagten zu diesen: "Was ist das für ein Heiliger, den Sie uns mitgebracht haben? Wir sahen ganz eindeutig das Jesuskind über seinem Kopf, ab dem Zeitpunkt der Erhebung der Hostie bis nach der Kommunion."

Das Jesuskind erscheint bei der heiligen Messe 

Im September 1839 erreichten die Missionare Äthiopien und errichteten ihre Mission in der Provinz Tigray. Justin legte bald seine großen linguistischen Fähigkeiten an den Tag, denn er lernte mit großem Eifer die drei wichtigsten Sprachen, Tigre und Amharisch sowie die liturgische Sprache Ge'ez. Er machte solche Fortschritte, dass er schon nach vier Monaten eine Debatte in Amharisch halten konnte. 


Genesis 29, 11-16 in Ge'ez

Bald sah er, dass die Äthiopier in religiösen Dingen sehr unwissend waren, denn die gelehrtesten (wohl Christen) behaupteten, dass es drei Götter gäbe.
Doch die Menschen zeigten sich einsichtig und wollte ihre Irrtümer ablegen und so dachte Justin, die Zeit sei gekommen, sich auch an die Priester zu wenden.
Die Rede, die er vor ihnen hielt, erzielte großen Erfolg und ihre Einstellung gegenüber dem katholischen Priester, wohl im damaligen Äthiopien mit "Vertreter der Erzhäresie" gleichbedeutend, wandelte sich. Da die Rede auch heute noch eine großartige Apologie für die Einheit der Orthodoxen (und auch der Protestanten) mit der katholischen Kirche und dem Papst ist, folgt sie hier in einem etwas längeren Ausschnitt:

"Was hat Unser Herr nicht alles getan und erlitten, um die Menschen aus ihrer Dunkelheit zu erlösen und sie in sein wunderbares Licht zu führen?
Er gründete seine Kirche mit seinem kostbaren Blut. Dieser Kirche gab er ein Oberhaupt, das sein Stellvertreter auf Erden werden sollte, und dieses Oberhaupt, wie die heilige Schrift euch sagt, war der heilige Petrus. Nachdem er in Antiochien, Kappadokien und Bithynien predigte, errichtete er seinen Stuhl in Rom. Der heilige Markus begleitete ihn dorthin und wurde später von ihm nach Alexandria geschickt. Er starb im Jahr 63 und Rom schickte einen Nachfolger.
Bis dahin sind wir alle einer Meinung; und dieser Vorgeschichte 
entsprechend lebten und starben die Patriarchen von Alexandria bis 450 nach Christus. 

Eine enge und heilige Freundschaft bestand zwischen den Nachfolgern des heiligen Markus und denen des heiligen Petrus. Die heiligsten Bande einten sie. Hört nur, was einer dieser Patriarchen sagte: ‚Wer auch immer das Oberhaupt der Kirche nicht anerkennt, gehört nicht zur Kirche, wer auch immer vom Stuhl Petri getrennt ist, ist gleich einem verdorrten Ast, den die Menschen ins Feuer werfen.‘

Doch dann folgte eine Zeit der Trauer und Trennung. Wie bei den Söhnen Jakobs wurde einer von allen anderen gehasst, verkauft und Fremden überliefert. Aber dieser eine wurde groß und mächtig, während die anderen des Hungers starben. Und ihr, meine Brüder, wie ergeht es euch? Wo sind eure Patriarchen? Wo sind eure Heiligen?


Aber Rom! Ach! ich wünschte, ich könnte euch dorthin mitnehmen. Ihr würdet euch fühlen, wie eure Vorfahrin, die Königin von Saba, als sie Salomon in seiner Pracht sah.
Warum seid ihr vom Baum der Kirche getrennt? Erinnert euch, was passierte, als Jakobs Kinder sich nach der langen und grausamen Trennung wiedertrafen.
Sie fielen einander in Tränen um den Hals und schlossen Frieden!


 Könnten wir nur dasselbe tun, und einen Glauben, eine Hoffnung, eine Taufe haben! Einen Glauben! Den Glauben von Jesus Christus, der von seinem Stellvertreter auf Erden bewahrt wird. Eine Liebe! Die Liebe Unseres Herrn, wie sie uns seine Heilige Schrift lehrt.
Es ist dieser Glaube und diese Liebe, um deren Willen ich gekommen bin, um euch zu predigen, und nicht nach schnödem Gewinn und Gold trachtend.


Ich begehre nichts, ich fürchte nichts. Werft mich in euren furchtbarsten Kerker, überliefert mich eurem grausamsten Henker und fragt mich dann, weshalb ich in euer Land gekommen bin.
Aus Liebe zu euch, meine äthiopischen Brüder, und um Seelen zu retten.
Wenn euch meine Worte gefallen, was hält uns davon ab, geeint zu sein? Ich bin ein römischer Katholik; seid dasselbe, was eure Vorväter waren, und lasst uns zusammen für dieses Volk arbeiten, das in Aberglauben und Laster versunken ist, und in Irrtümer verstrickt, die schlimmer sind als die der Heiden.


Wenn euch mein Plan missfällt, holt den Henker. Ich bin bereit und glücklich, für den Glauben meines Herrn und Meisters zu sterben. Mein Blut wird zum Himmel schreien, aber nicht um Rache, wie das Blut Abels, sondern um Barmherzigkeit, wie das Blut Jesu, für Dessen Liebe ich freudig mein Leben hingeben würde.
Und dann wird unser guter Heiland einen anderen Prediger schicken, der nicht mit Sünden und Schwächen beladen ist wie ich, sondern heilig, schuldlos und rein vor Gott ist; er wird dieselben Worte sprechen, wie ich, denn die Wahrheit ist immer gleich. Ihr werdet auf ihn hören, und ihr werdet eine Herde unter einem Hirten werden, unserem Herrn Jesus Christus."



der heilige Justinus de Jacobis predigt den Äthiopiern

Fortsetzung hier...