Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 16. August 2025

Missionar auf zwei Kontinenten – Msgr. Franziskus Wolf S.V.D., Apostolischer Vikar von Ost-Neuguinea

Der Essener Bergmannssohn Franziskus Wolf kam 1890 im Alter von 14 Jahren nach Steyl, wo der heilige Gründer ihn in das ordenseigene Gymnasium aufnahm. Im Jahr 1895 trat Franziskus in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ein und wurde nach seiner Priesterweihe 1899 in die damalige deutsche Kolonie Togoland entsandt. Besonders wirkte er dort zur Förderung des katholischen Schulwesens im Steyler Missionsgebiet. Es folgte 1911 die Ernennung zum Regionaloberen und 1914 zum ersten Apostolischen Vikar des neugeschaffenen Vikariats Lomé. Die Tragik der beiden Weltkriege sollte sein weiteres Leben begleiten. Seine Bischofsweihe in Steyl fiel auf den schicksalshaften 28. Juni 1914, den Tag, an dem Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen wurde. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Msgr. Wolf an der Rückkehr in sein Vikariat gehindert. Er warb während der Kriegszeit in der Heimat für die Sache der Weltmission und setzte sich nach dem Versailler Frieden, der die Vertreibung der deutschen Missionäre aus den Gebieten der Kriegssieger vorsah, weiter für eine Rückkehr der deutschen Glaubensboten nach Togo ein. Trotz der Intervention des Heiligen Stuhls blieb es dabei: Die Steyler Togomission war Geschichte.

Neues Wirkungsfeld in Neuguinea

Kathedrale in Alexishafen, Papua-Neuguinea

Wie viele andere ehemalige Togomissionare erhielt auch Bischof Wolf eine neue Missionsbestimmung: An Mariä Himmelfahrt 1923 traf er als Apostolischer Vikar des neuerrichteten Vikariats Ost-Neuguinea in der ehemaligen deutschen Kolonie ein. Hohe kirchliche Würdenträger in Australien, darunter der Apostolische Delegat Cattaneo, der Msgr. Wolf begleitete, hatten sich bei der australischen Regierung für die deutschen Missionare eingesetzt. Die Residenz des Bischofs war Alexishafen an der Küste, allerdings erstreckte sich die Mission dank der Vorstöße von P. Alfons Schäfer und Bruder Antonius Baas besonders in den folgenden Jahren auch auf das Gebiet des Bismarckgebirges im Landesinneren. Das Gebiet war schwer zugänglich, doch die MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgesellschaft) stellte ab Mitte der 1930er Jahre Flugzeuge bereit, zunächst die „Paulus“, dann die „Petrus“ und zuletzt die „Little Flower“, die am 6. August 1939 mit fünf Personen an Bord, darunter drei Patres, verunglückte. Der tödliche Unfall war eine schwere Prüfung für die Mission und ihren Bischof.

Der Zweite Weltkrieg

Die ersten Kriegsjahre verliefen ruhig, bis im Dezember 1942 die Japaner im Vikariat landeten und bald die meisten Missionsstationen besetzten, selbst jene im Inneren des Landes. Zusammen mit der einheimischen Bevölkerung wurden die Missionare samt Bischof von den japanischen Besatzern zu Bauarbeiten gezwungen. Nach und nach folgte die Internierung der Missionare, auch der Deutschen, die trotz ihrer Staatsangehörigkeit von den Japanern als alliierte Spitzel betrachtet wurden. Im Januar 1944 ordnete das japanische Oberkommando die Evakuierung des Gefangenenlagers auf der Vulkaninsel Manam an. Alle Steyler sowie Angehörige der lutherischen Mission und einige Halbeuropäer wurden auf das japanische Schiff „Dorish Maru“ gebracht. Bischof Wolf hatte sich vergeblich gegen den Abtransport starkgemacht, da er die Gefahren durch die alliierten Flieger kannte.

Der Fliegerangriff

Gegen 7:40 Uhr am 6. Februar 1944 griffen 20 amerikanische Flugzeuge die Dorish Maru das erste Mal an, ohne dass eine der abgeworfenen Bomben das Schiff getroffen hätte. Die japanische Besatzung hatte das Feuer erwidert und einen Angreifer abgeschossen. Zunächst blieben alle Insassen unverletzt, obwohl die Zivilisten auf Deck lagern mussten. Beim folgenden zweiten Angriff verfehlten die Bomben zwar erneut ihr Ziel, die Bordkanonen der Flieger richteten jedoch furchtbare Verheerung unter den Menschen auf Deck an: 7 Patres, 27 Schwestern und 12 Brüder wurden getötet, hinzu kamen weitere 16 Todesopfer unter den übrigen Zivilisten. Viele andere waren schwer verletzt, darunter auch Bischof Wolf, der während des 20-minütigen Angriffs die Generalabsolution erteilte. Er hatte einen Durchschuss der linken Schulter und Lunge erhalten. Die Toten wurden an der Küste bei Wewak abgeladen und in einem Massengrab beerdigt. Der Rest der Internierten musste die Weiterfahrt nach Hollandia in Indonesien (heute Jaypura) antreten. Die Japaner versuchten dort, die Überlebenden weiter zum Arbeiten zu zwingen. Die schlimmen Zustände im Lager forderten weitere Todesopfer. Msgr. Wolf lag in einer mit regendurchlässigen Blättern gedeckten Hütte am Boden. Trotz seines schlechten Zustands wünschte er stets als Letzter verbunden zu werden.

Heldenhaft ertragener Tod

Bruder Gerhoch schildert die letzten Tage seines Bischofs: „Ein starker Tropenregen setzte ein, und der Fußboden wurde zum Sumpf. Infolge der großen Hitze bildeten sich am ganzen Körper Blasen. Die Wunden eiterten. Moskitos quälten den Kranken bei Tag und Nacht. Blaue Fliegen sammelten sich auf den aufgebrochenen Lippen. Kein Laut der Klage kam über die Lippen. Als sein Tod bevorstand, versammelten sich alle Missionare um die Hütte des Sterbenden, um bei der Spendung der heiligen Sterbesakramente zugegen zu sein und sich von ihrem Oberhirten zu verabschieden. Vor dem Weggang erteilte er allen seinen letzten Segen. Still und unbemerkt entschlief er dann in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar.“

Nach dem Krieg wurden die sterblichen Überreste von Bischof Franziskus Wolf, dem ersten Apostolischen Vikar von Lomé und von Ost-Neuguinea, in der Kathedrale von Alexishafen bestattet. Seine Heimatgemeinde Essen-Borbeck hat ihn in einem Straßennamen geehrt. Als Glaubenszeuge wird er im deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts geführt.

Sonntag, 7. November 2021

Der Apostel von Chota Nagpur – zum Todestag von P. Constant Lievens S.J.



„Hundertmal besser ist’s, zehn Jahre lang tüchtig arbeiten, als hundert Jahre leben, ohne ordentlich anzupacken.“ So sagte P. Constant Lievens, als er wieder einmal ermahnt wurde, mehr auf seine Gesundheit zu achten. So wie er sprach, handelte er auch. Es waren ihm nicht einmal 7 Jahre als Missionar beschieden, doch seine Erfolge glichen denen von jahrzehntelangen Bemühungen.

Constant Lievens wurde am 11. April 1856 als siebtes von insgesamt 11 Kindern einer einfachen flämischen Bauernfamilie im belgischen Moorslede geboren. Früh fühlte er den Wunsch, den geistlichen Stand zu ergreifen. Zunächst trat er in das Priesterseminar von Brügge und zwei Jahre später in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Nach einiger Zeit kam er in das Studienhaus der Jesuiten im indischen Asanol und wurde schließlich im Jahr 1883 in Kalkutta von Bischof Goethals zum Priester geweiht. Es folgten noch eine Zeit des Studiums, besonders der indischen Sprachen, bis er 1885 in das Arbeitsfeld gesandt wurde, als dessen Apostel er bekannt werden sollte: Chota Nagpur im Nordosten Indiens, genauer gesagt die Station Torpa.

Die Ureinwohner, denen seine missionarische Tätigkeit besonders galt, die Kols, Munda und Oroan, litten stark unter der ungerechten Steuerlast, die ihnen von muslimischen und hinduistischen Steuereintreibern aufgebürdet wurde. P. Lievens machte sich bald zum Anwalt der Bedrückten und hörte geduldig deren Klagen an, worauf er sich oft bei den höheren Gerichten der Hauptstadt Ranchi für sie verwandte, was ihm bald den Namen „Bara Saheb“, großer Herr, einbrachte. So wurde der Jesuitenmissionar weithin sehr populär. Es wird berichtet, dass an einem einzigen Tag 4000 Personen kamen, um bei ihm vorzusprechen. Diese Rechtsberatung wusste er stets mit einer religiösen Belehrung zu verbinden, wodurch sich bald zahlreiche Taufbewerber einstellten. Es war aber dennoch nicht allein die zeitliche Hilfe, die sie zu diesem Schritt führte, denn der Hass der Steuereinnehmer steigerte sich so oft nur noch weiter. P. Lievens selbst sah den Grund für die Bekehrungserfolge im Wirken Gottes, und sagte: „Ich kann nicht zweifeln, es ist Gott, der in unserer Mission so mächtig wirkt. Ja, es ist einzig und allein Gottes Werk.“ Selbst widmete er sich viel dem Gebet und ließ beten, damit mehr Seelen gewonnen würden. „Voran Kinder! Feuer an die Seelen! Ganz Chota Nagpur muss Christus gehören!“, so ermutigte er seine Christen zum Gebet für Bekehrungen. Die Zahl der von ihm getauften Personen liegt vermutlich deutlich jenseits der 10.000. So berichtete er, allein am 30. Oktober 1889 allein 1557 Menschen getauft zu haben.

P. Lievens setzte sich ganz für die Seinen ein, er nahm herzlichen Anteil an ihren Sorgen und Angelegenheiten und war mit ihrer Art zu denken und zu fühlen aufs Tiefste vertraut. Die Fehler seiner geistlichen Kinder besserte er mit Geduld und Liebe. Diese Eigenschaften wohl waren es, die den Apostolischen Delegaten von Indien, Msgr. Zaleski, bewegte, über Lievens zu urteilen: „ein wahrer Missionar!“

Sich selbst schonte er in keiner Weise. Exemplarisch ist wohl der Bericht von Graf Le Grelle, der P. Lievens in seiner Mission besuchte. Nach einer abenteuerlichen Rückkehr von einer Missionsreise, bei denen der Priester und sein Besucher vom Regen vollkommen durchnässt wurden und fast in einem reißenden Fluss zu Tode gekommen waren, begab sich P. Lievens noch spätabends an die Arbeit und empfing die üblichen Besuche. So fand ihn der Adelige am nächsten Morgen unter seinen Leuten, ohne dass der Missionar auch nur die nassen Kleider gewechselt hatte. Für Fieber hatte P. Lievens eine eigenartige Kur und erwiderte auf Mahnungen, sich auszukurieren: „Oh, das kuriere ich durch einen tüchtigen Ritt“. „Mehr als einmal“, so berichtete sein Mitbruder P. Motet, „sah ich ihn in den Sattel steigen, während seine Beine vor Fieberfrost schlotterten.“ Man kann hier nur sagen, dass es sich wohl um die Eigenart eines Heiligen handelte, die zu bewundern, aber nicht nachzuahmen ist.

Bei derartiger Selbstvergessenheit wundert es nicht, dass der „Apostel von Chota Nagpur“ bald ans Ende seiner Kräfte gelangt war, und ihn ein Tuberkuloseleiden zunächst zur Kur im Himalajagebirge und schließlich zur Rückkehr nach Belgien zwang. Beim Scheiden versprach er seinen Christen, die ihm bis nach Kalkutta gefolgt waren, zurückzukehren, doch lebend sollte er Indien nicht wiedersehen. Er starb am 7. November 1893 in Löwen. Anlässlich der Eröffnung seines Seligsprechungsprozesses wurde seine Asche aus Belgien in die Kathedrale von Ranchi überführt.

„Vier moet branden“ – „Feuer muss brennen“, so steht es in Niederländisch auf seinem Grab. Diese Worte, wahrscheinlich seine eigenen, sind ein treffendes Sinnbild seines Eifers.

(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, 1930 Nr.1/2)

 

Mittwoch, 3. November 2021

„Missionar UND Jesuit, das will ich werden“ – Pater Pietro Andrea Viganò S.J. (P.I.M.E.), Bischof von Hyderabad, Generaloberer des Mailänder Missionsseminars



„Missionar und Jesuit, das will ich werden“, erklärte der junge Pietro Andrea Viganò aus Besana bei Mailand seinem Beichtvater im Jahr 1868. Als dieser entgegnete: „Wenn du aber nur eines werden könntest, Missionar oder Jesuit, was würdest du dann wählen?“ erfolgte ohne Zögern die Antwort „Dann würde ich Missionar werden“. Er trat früh in das Mailänder Missionsseminar ein und wurde mit 23 Jahren zum Priester geweiht und nach Indien entsandt, wo er sich als eifriger Missionar unter Beweis stellte. So verwundert es auch nicht, dass er im Januar 1898 zum Bischof der Diözese Hyderabad ernannt wurde. Die katholische Kirche wuchs unter seiner zehnjährigen Leitung bedeutend. Bischof Viganò gründete mit großer Weitsicht auch ein Priesterseminar für eingeborene Berufungen.

Pius X. stellte ihn im Jahr 1908 als Generaloberen an die Spitze des Mailänder Missionsseminars. Im Jahr 1913 machte ihn der heilige Papst, dessen Vertrauen er genoss, zusätzlich zum Weihbischof von Tortona (Piemont).

Er hatte als Missionar viel erreicht, und doch beschäftigte Msgr. Viganò sein anderer großer Wunsch, der Eintritt in die Gesellschaft Jesu, den Papst Benedikt XV. nach wiederholten Bitten ihm schließlich gewährte. Am 20. Juni 1917 wurde der ehemalige Bischof von Hyderabad, der frühere Generalobere des Mailänder Missionsseminars, der Weihbischof von Tortona schließlich in Chieri in das Noviziat der Jesuiten aufgenommen.

Der 60-jährige machte alle Übungen des Noviziats mit und meldete sich bald für die Mission unter den Aussätzigen von Culión auf den Philippinen. Über Spanien, wo er in Manresa das Spanische lernte und am 21. Juni 1919 seine Ordensgelübde ablegte, reiste er schließlich nach Südostasien. Aus Culión berichtete er: „Unser Leben hier verbringen wir fast ständig inmitten der zahlreichen Aussätzigen auf der Insel (gegenwärtig 5000). Irdische Tröstungen gibt es wenig … aber je weniger irdische, desto mehr göttliche …. Vor den Aussätzigen habe ich weder Widerstreben noch Furcht, ich fühle im Gegenteil eine unbegrenzte Liebe zu ihnen …. Und wenn Gott wollte, dass ich angesteckt würde, so könnte das nur meine Dienstleistungen bei den Aussätzigen erleichtern, da ich nicht mehr so viele Vorsichtsmaßregeln anwenden müsste.“

Da er sich tatsächlich infizierte, musste er auf Geheiß der Oberen zunächst in die Hauptstation der Mission und anschließend nach Europa zurückkehren, wo er in Rom noch vier Monate lang seine Besucher durch seine Heiterkeit und sein Verlangen nach dem Himmel erbaute. P. Viganò S.J. starb am 13. Februar 1922, nachdem er seinen Lebenstraum erfüllt hatte: Missionar UND Jesuit.



(Quelle: Jesuitenkalender 1923)

Donnerstag, 19. August 2021

St. Ezequiel Moreno, ein echter Augustinermissionar

 



Heute jährt sich der Todestag des heiligen Ezequiel Moreno y Díaz, der den regelmäßigen Lesern des Blogs kein Unbekannter sein wird, zum 115. Mal. Hier ein kleiner Auszug aus meinem Buch Der heilige Bischof aus den Anden, das überall im Handel erhältlich ist. Es ist aus einem Nachruf auf den heiligen Bischof von Pasto in Kolumbien und schildert uns den Augustinerprälaten als starkmütigen Missionar:


„In seinem Nachruf auf den Bischof schrieb der ehemalige Schriftleiter des katholischen Blatts Adalid Católico, Justo Guerra:

„Ich möchte nur eine vorherrschende Eigenschaft betrachten, die man als charakteristisch für die moralische Person des ehrwürdigen Missionars der Philippinen, des Apostolischen Vikars von Casanare und des überaus würdigen Bischofs der Diözese Pasto bezeichnen kann. Diese Eigenschaft war meiner Meinung nach die Starkmut, die immer Hand in Hand geht mit der Großherzigkeit und der Mäßigung. Er war nach dem Typ der aszetischen Missionare der Philippinen geformt, wo der Augustinerorden das beste Zeugnis von seiner Fertigkeit gegeben hat, die evangelischen Streitheere im Kampf mit der Häresie und dem Heidentum zu organisieren, zu lenken und fruchtbar zu machen. So gestaltete er eine Einöde, die selbst die Stärksten einschüchtert, zu einem zivilisierten und wohlhabenden Land. Und Herr Moreno hatte stets seine Augen auf die Einöde gerichtet, um den armen Wilden nachzugehen […]“


Möge er für uns bitten, dass es auch in unseren Tagen wieder viele heilige Missionare gibt!

Sonntag, 4. Oktober 2020

Missionarin seit Anbeginn der Welt: die hl. Therese vom Kinde Jesu




Wir durften am 1. bzw. am 3. Oktober (neuer bzw. alter Kalender) das Fest der großen Patronin der Weltmission, der hl. Therese vom Kinde Jesu, feiern. Ein wunderschönes Zeugnis für Ihren Missionseifer ist dieses Zitat (via ICRSP Gabun):

„Ich möchte nicht nur ein paar Jahre Missionar sein, sondern ich wünschte, ich wäre es von der Erschaffung der Welt bis zum Ende der Zeiten.“

Einem so umfassenden Missionswillen kann man wohl nichts mehr hinzufügen. Möge sie für unsere kalte Zeit bitten!

Donnerstag, 14. Mai 2020

Don Bosco und Don Rua: auch in der Liebe zu den Missionen geeint


Don Michele Rua
Don Michele Rua, zweiter Generaloberer der Salesianer Don Boscos


Häufiger haben wir auf diesem Blog schon von der Missionsliebe der großen Heiligen der Kirche gelesen, und ich denke, dass dieser Punkt in den heutigen Zeiten, denen die Missionen so fremd sind, nicht genug betont werden kann. In diesem Artikel haben wir nicht nur einen, sondern gleich zwei große Heilige, nämlich den großen Don Bosco und seinen Lieblingszögling und Nachfolger als Salesianeroberer, Don Michele Rua, der wie wohl selten ein Erbe eines großen Ordensgründers das Abbild seines geistlichen Vaters war. In der Biografie des seligen Don Rua von Amadei lesen wir:

„(…) Manchmal heftete Don Bosco seinen Blick auf irgendeine Landkarte. Da konnte Michael Rua dann sehen, wie der Gottesfreund mit Wehmut und Mitleid so manche Länder betrachtete, die noch in der Finsternis des Heidentums und im Todesschatten saßen. Dabei wiederholte Don Bosco immer wieder das glühende Verlangen, ihnen eines Tages das Licht des Evangeliums bringen zu können. Er war eben erfüllt von der Liebe unseres Herrn Jesus Christus, der einst zu seinen Aposteln gesprochen hatte: „Gehet hin und lehret alle Völker!“ Welchen Wunsch hatte nun unser Michael? „Könnte doch auch ich einer dieser Missionspriester sein!“ Was lag da näher, als Don Bosco zu bitten, er möge ihm bald zum Klerikergewande verhelfen.“

Don Rua wurde zwar selbst nicht Missionspriester, dafür aber geistlicher Vater vieler Missionare und sendete auch die ersten Salesianer nach Indien und China aus, darunter den heiligen Luigi Versiglia, der später als Missionsbischof in China gemartert wurde. Diese Ausbreitung seines Werkes hatte Don Bosco auch in seinen Visionen geschaut – unter seinem geistlichen Sohn sollte sie weltweit immer größere Dimensionen annehmen.

Sonntag, 22. März 2020

Der große Edelmann Gottes – Msgr. Josef Lörks S.V.D., Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea


Josef Lörks wurde am 24. März 1876 auf dem Wayschen Hof im niederrheinischen Hanselaer (heute Ortsteil von Kalkar) geboren und im Jahr 1892 vom heiligen Arnold Janssen auf dem Missionsgymnasium in Steyl aufgenommen. Nach seiner Priesterweihe im Missionshaus in St. Gabriel (Mödling bei Wien) am 18. Januar 1900 reiste er im August desselben Jahres in die Mission nach Kaiser-Wilhelms-Land (heute der nordöstliche Teil Papua-Neuguineas). Da sich die Haupttätigkeit der Glaubensboten um die Station Wewak an der Küste, die Insel Kairuru, den späteren Sitz des Bischofs, und den Sepikfluss entwickelte, erkannte P. Josef Lörks bald die Bedeutung der Schifffahrt für die Mission. Er machte in Hamburg das Kapitänsdiplom und überführte das Missionsschiff Stella Maris selbst nach Zentral-Neuguinea. Später kam noch die St. Gabriel hinzu.

Nicht zuletzt wegen der großen Anstrengungen der Laienbrüder SVD, die zahlreiche Pflanzungen anlegten und mit einfachen Mitteln großartige Kirchen bauten, gedeihte die einst so steinige Mission in Neuguinea, die besonders durch die Feindseligkeit der Eingeborenen noch zusätzlich erschwert wurde (mehrere Missionäre wurden von ihnen ermordet), in den 1920er und 1930er Jahren. Das Missionsgebiet wurde aufgeteilt und Josef Lörks wurde 1928 zunächst Apostolischer Präfekt, im Jahr 1933 dann Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea und empfing im Priesterseminar St. Augustin bei Bonn am 17. Dezember 1933 von Kardinal Schulte die Bischofsweihe. Bei seinen Gläubigen stand der neue Bischof wegen seines Fleißes in hohem Ansehen.

Die ersten Kriegsjahre verliefen ruhig, auch wenn die Missionare nun von der deutschen Heimat abgeschnitten waren. Doch die Gewitterwolken brauten sich zusammen, als die Japaner Neuguinea im Jahr 1942 als Sprungbrett für Angriffe auf Australien einnahmen. Bald wurden die Missionare von der Besatzungsmacht interniert, drangsaliert und sogar hingemordet, wie es etwa der Fall von P. Jakob und Bruder Emanuel auf der Station But war.

Im März 1943 sollten Bischof und Missionare einige Artikel unterschreiben, die die Japaner ihnen vorlegten. Der Bischof weigerte sich jedoch, weil sie der Gerechtigkeit und Wahrheit widersprachen. Am 16. März wurden insgesamt 21 Steyler Missionare samt Bischof und 17 Steyler Missionsschwestern auf das japanische Kriegsschiff Akikaze gebracht.

In den letzten Kriegsjahren und den ersten Nachkriegsjahren war der Verbleib der Missionare von Zentral-Neuguinea Anlass für verschiedene Gerüchte, etwa dass das Schiff, auf das sie verbracht wurden, durch amerikanische Bomber versenkt wurde. Erst das Verhör eines Offiziers der Akikaze und anderer japanischer Soldaten vor der australischen Untersuchungskommission für Kriegsverbrechen im Jahr 1947 brachte Klarheit: Nachdem das Schiff in Lorengau ausgelaufen war, erhielt der Kapitän vom Achten japanischen Flottenkommando in Rabaul Befehl, das Deck von „feindlichen Zivilisten“ frei zu machen. Der Autor des Artikels in 75 Jahre im Dienst des Göttlichen Wortes schreibt zu den Ereignissen des 17. März 1943: „In der Mitte von ihnen stand einer, der von dem japanischen Offizier bezeichnet wurde als ‚Bischof-san‘ (Herr Bischof). Er beschrieb ihn als einen großen Mann von edlem Benehmen, mit grauem Bart und einem Kreuz. Keine Beschreibung könnte besser passen für diesen großen Edelmann Gottes, Bischof Josef Lörks, Apostolischer Vikar von Zentral-Neuguinea. Er hatte über 40 Jahre seines Lebens den Eingeborenen geweiht, der größte Bahnbrecher der Mission. Er war als furchtlos bekannt sein Leben lang, und er war furchtlos im Tod.“

Unter den Missionaren starb der Bischof als Erster. Er wurde wohl bis auf die Unterwäsche entkleidet, an den Handgelenken an eine Art Galgen gebunden und mit Gewehrschüssen getötet. Dieselbe Prozedur wurde bei allen anderen erwachsenen Ausländern durchgeführt, die Kinder wurden ins Meer geworfen. Insgesamt fielen dem Massaker 62 Zivilisten zum Opfer, darunter auch Herz-Jesu-Missionare und lutherische Angehörige der Liebenzeller Mission, beide von den Admiralitätsinseln. Für dieses Verbrechen wurde nach dem Weltkrieg keiner der Beteiligten belangt.

Bischof Josef Lörks und seine Gefährten fanden als Märtyrer des 17. März 1943 Aufnahme in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Die katholische Volksschule in Kalkar trägt den Namen des großen Missionsbischofs, der neben Bischof Finnemann und Bischof Wolf einer der drei Steyler Bischöfe war, die im Zweiten Weltkrieg gewaltsam zu Tode gekommen sind.


Samstag, 21. März 2020

Der heilige Joseph Freinademetz und die Typhusepidemie


Über die letzten Tage des hl. Joseph Freinademetz während der Typhusepidemie, deren letztes Opfer er selbst sein sollte, berichtet Bischof Henninghaus:

„Wie ein guter Vater stand er mitten unter seinen leidenden Kindern, suchte zu trösten, zu helfen und vor allem die Schwerkranken auf einen guten Tod vorzubereiten. Jeden Morgen wanderte er von Zimmer zu Zimmer, un den einzelnen die heilige Kommunion zu reichen. In seiner demütigen Bußgesinnung, die ihm von jeher eigen war, sah er in all diesen Leiden eine Züchtigung Gottes für seine und der Mission Sünden. Öfters sagte er: 
‚Wir haben gesündigt mit unseren Vätern, darum hat die Hand des Herrn uns getroffen.‘“

Beten wir in unseren schweren Zeiten zu diesem heiligen Missionar, dessen mächtige Fürsprache schon viele erfahren durften.

Dienstag, 22. Oktober 2019

Der heilige Franz Xaver – kein Freund des interreligiösen Dialogs



Als der hl. Franz Xaver, der große Apostel Indiens, nach Goa kam, da betrübte es ihn am meisten, dass er sah, wie niemand sich der armen Kinder annahm und diese in großer Unwissenheit aufwuchsen. Obgleich er nun mit Arbeiten ganz überladen war, nahm er sich doch täglich die Zeit, um mit einem Glöckchen in der Hand die Straße zu durchwandeln und die Kinder zum Religionsunterricht zu sammeln. Die von ihm unterrichteten Kinder wurden dann selbst Missionäre bei ihren Eltern und zerstörten deren Götzenbilder.

(Aus: die katholischen Missionen, 1875)

Samstag, 19. Oktober 2019

Zum Weltmissionssonntag: Zur größeren Ehre Gottes!

Franz Xaver tauft in Indien

„Lobet den Herrn, alle Völker, preiset ihn, alle Nationen!“ (Ps. 116, 1). So hat Gott schon vor dreitausend Jahren durch den Mund seines Psalmisten alle Bewohner der Erde zur Anerkennung seiner höchsten Majestät aufgefordert.

Und es ist billig und recht, dass mit der ganzen Schöpfung vor allem jede menschliche Kreatur Gott den Herrn preist und anbetet, dem sie die Erschaffung und Erhaltung, Erlösung und Heiligung verdankt, der allein ihr ewiges glückliches Endziel ist.

Aber schau umher; wie traurig sieht es um die Ehre des göttlichen Namens in der Welt auch heute noch aus. Schon neunzehnhundert Jahre fast wandern die katholischen Glaubensboten zu den Völkern der Erde, um sie zu Anbetern des wahren Gottes zu machen; aber trotzdem gibt es noch achthundert Millionen Heiden [Zahl von 1918], die Gott nicht kennen.

Welch ein Verlust ist das für die Ehre unseres Gottes. Alle diese vielen Millionen müssten mit uns niederknien und einstimmen in unseren Lobgesang: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist!

Aber stattdessen liegen die Heiden vor ihren Götzen und beten zu diesen Fratzen Satans. Sie denken nicht an den wahren Gott, danken ihm nicht für seine vielen Wohltaten, beten seine Majestät nicht an, lieben nicht seine ewige Schönheit und Güte.
Die armen Heiden wissen freilich nicht, was sie tun. Wir Christen aber, die Gott kennen und lieben, fühlen es, wie viel Ehre ihm durch das Heidentum verloren geht. Welch eine Verherrlichung unseres guten Gottes wäre es, wenn diese vielen Millionen irrender Götzendiener in Anbeter des wahren Gottes umgewandelt würden!
Das aber ist es, was das heilige Missionswerk anstrebt. Und je mehr es gefördert wird, um so mehr schwindet das Heidentum und gewinnt die Verehrung des wahren Gottes an Ausbreitung.

Welch ein rührend schönes Schauspiel ist es doch, dass von den Missionären jedes Jahr Hunderte neue christliche Altäre in der heidnischen Wildnis erbaut werden, auf denen das unbefleckte Opfer des Neuen Bundes zum Preise des wahren Gottes gefeiert wird. Dadurch wird immerfort an der Verwirklichung jener herrlichen Verheißung gearbeitet, die Gott durch den Propheten Malachias gegeben hat: „Vom Aufgang bis zum Niedergang wird mein Name groß werden unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Speiseopfer dargebracht werden.“ (Mal. 1,11).

Und um diese Altäre des wahren Gottes versammelt der Missionär die Kinder der Wildnis, die Indianer Amerikas, die Neger Afrikas, die braunen Söhne Australiens, die gelben Inder, Chinesen, Japaner und wie die heidnischen Völker alle heißen. Und sie hören die frohe Botschaft des heiligen Evangeliums und fangen an mit den christlichen Gebeten und Gesängen den dreieinigen Gott zu preisen und anzurufen: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist!

Wer möchte an einem solchen Werke nicht helfen, das so entschieden wie kein anderes die herrliche Parole auf seine Fahne geschrieben hat: „Zur größeren Ehre Gottes!“

(Aus: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Von Hermann Fischer, Missionspriester S.V.D.)

Sonntag, 7. Juli 2019

Gebet zu Christus, dem Welterlöser



Göttlicher Heiland, Jesus Christus, Du bist unser Erlöser und Seligmacher. Du hat uns von dem Elend der Sünde befreit und aus der Finsternis des Heidentums gerettet durch Deine erbarmende Liebe und Deinen versöhnenden Opfertod. Wir danken Dir dafür, und wir verbinden mit diesem Dank die Bitte, lass auch jene, die dieses Glückes noch nicht teilhaftig geworden sind, bald daran teilnehmen.

Erbarme Dich unserer heidnischen Brüder und Schwestern, wie Du Dich unser erbarmt hast. Sende Deine Boten zu ihnen, damit sie ihnen das Licht des Evangeliums bringen. Erwecke heilige Missionare, Priester, Brüder und Schwestern, die mit der Liebe und dem Seeleneifer der Apostel hinausziehen in die fernen Länder, um den Armen die Reichtümer Deiner Gnade, den in Finsternis und Todesschatten Sitzenden das Licht Deiner beseligenden Lehre zu spenden. Verleihe ihren Worten Weisheit und Kraft, leite sie auf ihren gefahrvollen und mühsamen Wegen und segne alle ihre Opfer, damit sie reiche Ernte halten für Dich und Dein Reich. Amen.

(Aus: Betet, Brüder! Gebete für die Heidenmission. Von P. Dr. Otto Maas O.F.M., Laumann, 1937)

Samstag, 29. Dezember 2018

Stoßgebet vom heiligen Arnold Janssen für die Heidenkinder



Der heilige Arnold Janssen ließ seine Steyler Ordensgemeinschaft jeden Tag folgendes Stoßgebet beten:

„Um Deiner heiligen Kindheit willen, o Jesus, erbarme Dich der armen Heidenkinder!“ 


Dienstag, 30. Oktober 2018

„Hochwürden, das ist kein Urteil nach dem Geiste Gottes“

Pater Libermann


Immer wieder mussten sich die Missionsfreunde den Vorwurf gefallen lassen, sie entzögen der heimatlichen Seelsorge wichtige Kräfte. So war es auch bei dem Gründer der Väter vom Heiligen Geist, dem großen Judenkonvertiten Franz Maria Paul Libermann. Als ein Seminardirektor ihm das im Fall eines vielversprechenden Klerikers vorwarf, antwortete Libermann:

„Die Worte: ‚Welches Unheil richten Sie an, wenn Sie den jungen Mann der Heimat entreißen, um ihn mit sich fortzuführen, die Neger zu bekehren‘ – haben mich bis in die tiefste Seele hinein ergriffen. Demnach müssen also alle, die eifrig sind, ein heldenmütiges Herz besitzen, daheim bleiben! Und die armen verlassenen Seelen, für die Gott diesen jungen Leuten so edelmütige Gesinnungen einflößt, kann man zu Millionen in die Hölle fahren lassen! Um sie zu bekehren, darf man höchstens nur den Ausschuss schicken, Menschen, die nichts auszurichten imstande sind! Hochwürden, das ist kein Urteil nach dem Geiste Gottes.
Der Gesichtskreis unseres Heilands ist ein viel weiterer. Er ist gekommen, alle Menschen zu retten, ist für alle gestorben, für den Niedrigsten wie für den Höchsten. Darum auch ist sein priesterlicher Geist ein Geist der Versöhnung und Rettung für das ganze Menschengeschlecht. Aus diesem Grund müssen auch alle, solche, die das Priestertum ihres Meisters in der höchsten Stufe besitzen, den Blick ihres Erbarmens über den ganzen Erdkreis ausdehnen und sich inständig freuen, wenn der Völkerhirt den am meisten verlassenen Seelen Retter schickt. Es wäre grundfalsch, nur solche zu senden, die nicht viel wert sind, das hieße, diese wichtige Angelegenheit nach menschlichen Grundsätzen behandeln – Als Gott den großen heiligen Paulus zu den niedrigen Heiden schickte, wer hätte es da gewagt, den unvergleichlichen Apostel für das Heil des jüdischen Volkes zurückzuhalten? Und doch gab es viel durchschlagendere Gründe für die Ansicht, dass er größeren Segen unter den Juden als unter den Heiden stiften werde.“

(Aus: Vom Juden zum Ordensgründer. Heinrich Döring CSSp, 1930)




Samstag, 9. Juni 2018

Wie hoch die Missionäre eine Menschenseele schätzen



Der selige Karl Spinola S.J. wirkte achtzehn Jahre als Missionar in Japan und wurde nach vierjähriger qualvoller Kerkerhaft im Jahr 1618 mit einundfünfzig Genossen zu Nagasaki lebendig verbrannt.

In einem Briefe erzählt er, wie er eines Tages dazu kam, als ein Kind im Sterben lag. Rasch tauchte der Priester sein Taschentuch ins nächste Wasser, drängte sich durch die umherstehende Menge, träufelte dem Kind das Wasser auf die Stirn und sprach die Taufworte. Die Heiden meinten, er wende eine Medizin an. Der Pater versicherte in seinem Schreiben: „Wenn der liebe Gott mir für alle meine Leiden und Mühen, die ich bisher ertragen habe oder noch ertragen werde, keinen anderen Lohn erteilen wird, so halte ich sie dadurch allein für überreich bezahlt, dass er mir vergönnt hat, diese eine Seele für den Himmel zu retten.“

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, P. Hermann Fischer SVD)

Mittwoch, 6. Juni 2018

Pius XI. über die Missionspflicht des Papstes




„Der Papst würde seine Hauptaufgabe als Stellvertreter Christi nicht erfüllen, wenn er nicht mit aller Kraft dahin strebte, die Fremden und Außenstehenden für Christus zu gewinnen und ihm als Glieder einzuverleiben.“


(Aus: katholisches Jahrbuch. Jahrgang 1935. Schriftleitung: P. Hermann Fischer SVD)

Samstag, 26. Mai 2018

Maria, Königin der Missionen

Quelle: Neithan90

Mit Recht muss Maria als Königin der Missionen angerufen werden. Die heiligen Augustinus und Ambrosius nennen sie „Die Lehrerin der Völker“. Der heilige Cyrillus von Alexandrien sagt, dass durch Maria „die Heiden dem Götzendienst entrissen werden und zur Erkenntnis des wahren Gottes gelangen“. Die katholische Kirche aber ruft: „Freue dich, Jungfrau Maria, alle Irrlehren hast du allein vernichtet in der ganzen Welt!“ – Maria hat den Sohn Gottes, das Heil der Welt, für die ganze Menschheit geboren; alle Völker aller Zeiten empfangen ihn aus ihren Händen. Sie ist der erste und größte Missionär, und sie hat der Welt den Frieden durch Jesus Christus gebracht. Sie ist und bleibt Vorbild, Mutter, Beschützerin, Fürsprecherin und Königin aller Missionäre. 

Nach Jesus brennt in ihrem Herzen der größte Eifer für Gottes Ehre, für die Ausbreitung des Reiches ihres Sohnes, für die Rettung aller Menschenseelen, ein glühender und alles übertreffender Missionseifer. Von ihr wollen wir lernen; zu ihr beten, damit sie das heilige Werk der Glaubensverbreitung beschütze und durch ihre mächtige Fürsprache fördere.

(Aus: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Von Hermann Fischer, Missionspriester S.V.D.)

Montag, 7. Mai 2018

Ein Mustermissionar – der heilige Joseph Freinademetz



Bischof Augustin Henninghaus, der Apostolische Vikar von Südschantung, schrieb über den Tod seines verdientesten Missionars, des heiligen Joseph Freinademetz, an die Wohltäter seiner Mission Folgendes:

„P. Freinademetz ist den Freunden unserer Mission kein Unbekannter. Das Leben, das er gelebt; die Werke, die er vollbracht; der Glanz seiner Tugenden, die weit über die Marken hinausstrahlen, sind ein Denkmal, besser als Menschenhand es errichten könnte.

Er war einer der zwei ersten Missionare des Steyler Missionshauses und Mitbegründer der Mission Südshantung. Vom ersten Tage an hat er alles Leid und alle Sorge mitgetragen. Zahlreiche Gemeinde sind durch seinen Eifer gegründet, andere im Glauben gestärkt worden. In den schwersten Zeiten stand er als Vertreter des Bischofs und als Administrator am Steuerruder oder als Provikar und erster Berater neben dem Bischof. Seine priesterliche Frömmigkeit, seine edle Selbstlosigkeit, sein apostolischer Eifer, verklärt durch einen liebenswürdigen Charkater und gründliche Geistesbildung, machten ihn zu einem wahren Mustermissionar.

‚In ewigem Andenken lebt der Gerechte!‘ Das wird von ihm gelten hier in Shantung. Sein Grab, das so schön und friedlich unter der zwölften Kreuzwegstation im Garten unseres Gesellschaftsheimes in Taikia liegt, wird stets für Priester und Neuchristen eine Stätte besonderer Liebe und Verehrung sein. Gott gebe ihm die ewige Ruhe! Möge er der Mission, die er so innig geliebt, für die er so viel gearbeitet und gelitten, droben am Throne Gottes ein starker Fürbitter sein!“
Bischof Henninghaus selbst war es, der den Seligsprechungsprozess des heiligen Südtirolers mit großem Eifer betrieb.

(Aus: P. Hermann Fischer: Augustin Henninghaus. 53 Jahre Missionar und Missionsbischof. Missionsdruckerei Steyl)

Sonntag, 15. April 2018

Der heilige Arnold Janssen über das fürbittende Gebet



„Von meiner Jugend an war mir stets das fürbittende Gebet tief eingeprägt. Ich sah ein, wie nötig das Gebet für andere Menschen, namentlich für die Bekehrung der Heiden, der Irr- und Ungläubigen und der armen Sünder ist. Darum schmerzte es mich, dass nicht genug für ihre Bekehrung gebetet wurde und fast alle Gebete in Gebetbüchern, bei Kreuzwegen und in öffentlichen Andachten sich um die eigene arme Person drehen. Gewiss muss jeder denken, ich bin arm und habe das Gebet sehr nötig. Aber wer trotzdem aus Gottes- und Nächstenliebe die meisten seiner Gebete für andere aufopfert und an letzter Stelle an sich selbst denkt, so wird der gütige Gott ihn so erhören, als wenn er das Doppelte und Dreifache für sich selbst beten würde.“

(Aus: Arnold Janssen – der Gründer des Steyler Missionswerkes. Ein Lebensbild von H. Fischer S.V.D.)



Ähnliche Gedanken zum Thema Messintentionen hier.

Sonntag, 28. Januar 2018

Auch die heilige Anna Schäffer wollte in die Mission



Wir haben schon früher oft gesehen, dass viele Heilige von der Tätigkeit in der Mission geträumt haben (etwa hier und hier). Auch die große Dulderin Anna Schäffer gehörte dazu. Hier ein Zitat:

„Sooft ich eine Klosterfrau sehe, freue ich mich, denn sie erinnert mich immer an meinen Wunsch von Kindheit auf, dass ich so gern Missionsschwester geworden wäre.“

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ein Stoßgebet vom hl. Arnold Janssen



Hier ein schönes Stoßgebet, das der hl. Arnold Janssen bereits 1877 in Steyl einführte und das dort lange Zeit gebetet wurde (oder vielleicht noch gebetet wird):

„Es leuchte das süße Licht des Göttlichen Wortes* in die Finsternis der Sünde und in die Nacht des Heidentums!“

*Gemeint ist hier die zweite Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gott der Sohn.



(Aus: Tempel Gottes seid ihr! Die Frömmigkeit im Geiste P. Arnolds Janssens. P. Hermann Fischer SVD, Steyl, 1932)