Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 6. Juli 2024

Ein zeitloser Rat

 

Der folgende Rat, den der ehrwürdige Gründer der Gesellschaft Mariens, Pater Jean-Claude Colin, seinen ersten Missionären in Ozeanien gab, ist zeitlos. Das Gebet wird immer eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Missionsarbeit sein.

„Seid Männer des Gebetes und der Betrachtung! Seelen bekehren ist mehr als Tote auferwecken, beides lässt sich nur durch Gebet zu Stande bringen. Betet daher unausgesetzt  um die Bekehrung Eurer Ungläubigen, opfert zu diesem Ende Gott Eure täglichen Verrichtungen auf; an einem beliebigen Tage der Woche aber opfert zu demselben Zwecke und für Eure besondere Bedürfnisse alle guten Werke auf, die in jedem Teil der Gesellschaft verrichtet werden. Diese Übung wird Euch viele Gnaden erlangen!

(Aus: Leben des seligen Peter Alois Maria Chanel, Priesters der Gesellschaft Mariä und ersten Martyrers Oceaniens, aus dem Französischen des P. Claudius Nicolet aus derselben Gesellschaft, von P. Carl Dilgskron C.SS.R. Mit kirchlicher Approbation)

Sonntag, 14. Mai 2023

„Es werden mich selig preisen alle Geschlechter“: Kleinere Marienheiligtümer in den Missionsländern

Kapelle Unserer Lieben Frau vom Pass Otome
(Quelle: https://www.kankou-shimane.com/en/destinations/9398)

 Unsere Liebe Frau vom Lichte, Rota, Nördliche Marianen: Auf vielen Inseln der Nördlichen Marianen, die einst zu Spanien, dann zu Deutschland und Japan gehörten und seit Ende des Zweiten Weltkriegs ein Außengebiet der Vereinigten Staaten im Pazifik sind, wird die allerseligste Jungfrau unter besonderen Titeln verehrt. Auf der Insel Rota pflegen die Einheimischen die Verehrung der „Sainan Ina, Unserer Lieben Frau vom Lichte“. Das einfache Bild, das die Gottesmutter auf einer Wolke mit dem Jesuskind im Arm darstellt, wobei sowohl Mutter als auch Sohn je eine Kerze in der Hand halten, kam durch den seligen Jesuitenpater und Märtyrer Diego San Vitores über Mexiko nach Guam, wo er es dem König Taga der Insel Tinian zum Geschenk machte. Durch diesen kam das Bild nach Rota. Es erfuhr besondere Verehrung in den 1760er Jahren, als die Insel von andauernden schweren Erdbeben heimgesucht wurde. Der damalige Missionar, der Jesuitenpater Pedro, regte die Bevölkerung dazu an, ihre Zuflucht zu Unserer Lieben Frau vom Lichte zu nehmen. Alle Bewohner machten schließlich das Gelübde, in Zukunft ständig Kerzen vor dem Marienbild brennen zu lassen und jährlich ab dem 13. Mai eine Novene zu beten, an deren Ende ein Fest mit Prozession durch das Hauptdorf der Insel gefeiert wurde. Dabei wurde das Gnadenbild mitgetragen. Rota blieb nach Ende der ersten Novene von den schlimmsten Erdbeben verschont. Um immer für genug Lampenöl für die Erfüllung des Gelübdes zu sorgen, wurde ein 14 Hektar großes Stück Land mit Kokospalmen bepflanzt und trug darum den Namen Cocol de la Virgen – Kokospflanzung der Jungfrau.

Der Kapuzinerpater Korbinian, der von 1908 bis 1919 Missionar auf den Marianen war, gibt dem Bild folgende gemütvolle Auslegung: „Unwillkürlich fallen einem bei der Betrachtung des Bildes die Worte ein, die der Heiland gesprochen: ‚Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wandelt nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben‘, und jene Stelle beim Evangelisten, wo bei der Aufopferung des göttlichen Kindes im Tempel der greise Simeon es ‚ein Licht zur Erleuchtung der Heiden‘ nennt. Maria aber trägt eine brennende Kerze in der Hand, weil sie dem ‚Lichte vom Lichte‘ das Leben geschenkt, ihr Leben nur ‚Licht‘ ist, und sie die Mahnung ihres göttlichen Sohnes: ‚So lasst denn euer Lichten leuchten‘, am vollkommensten erfüllt hat.“


Unsere Liebe Frau vom Pass Otome, Japan: Eine kleine Kapelle zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria bei Tsuwano in der südjapanischen Präfektur Shimane erinnert an die Christenverfolgung im Reich der aufgehenden Sonne, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts andauerte. Zwischen 1868 und 1871 wurden Katholiken aus Nagasaki und anderen Regionen von den heidnischen Behörden in die Gegend geführt, um sie dort unter verschiedenen Gewaltmitteln zum Abfall zu bringen. Einer der 153 Verbannten war Johannes Baptist Yasutaro, der in acht Tage lang auf dem Grundstück eines alten Shinto-Tempels in einen kleinen Käfig gefangen gehalten wurde. Bereits drei Christen waren bei winterlicher Witterung in dem Käfig zu Tode gekommen. Als er am dritten Tag von einem Katechisten[1] besucht wurde, der ihn trösten wollte, sagte dieser zu Johannes: „Es mag dir einsam sein, hier zu sterben“, worauf der Märtyrer entgegnete: „Nein, gar nicht einsam. Jede Nacht bis zur Morgendämmerung erscheint zu meinen Haupten eine wunderschöne Dame gleich dem Bilde der Santa Maria. Und ich glaube: es ist wirklich die heilige Maria. Mit zarter mütterlicher Stimme gibt sie mir gute Weisung und Trost. Aber sage es niemandem, solange ich noch am Leben bin!“ Nach fünf Tagen starb Johannes Yasutaro. 1951 wurde eine einfache Holzkapelle an der Stelle gebaut. Zwei Gipsfiguren stellen die Besuche dar, die Johannes Yasutaro in seinem Käfig von Maria erhielt. Noch heute ist der Ort Ziel von japanischen Wallfahrern.




[1] Eine andere Quelle berichtet von zwei Freunden, die in nachts heimlich besuchten.


Samstag, 24. Oktober 2015

Der erste Märtyrer der Südsee und sein Rosenkranz

St. Peter Chanel (Quelle)

Vom hl. Peter Chanel heißt es in Die katholischen Missionen (1890): „Mit dem Rosenkranz in der Hand, nach dem schönen Ausdruck seines Biographen ‚gleichsam überallhin Ave Mariä aussäend‘, zog er durch Täler und steile Bergschluchten von einem Teil der Insel zum anderen. Noch viele Jahre später konnten sich die Insulaner in ihrer Erinnerung den seligen Martyrer nicht anders als mit dem Rosenkranz in der Hand vorstellen.“

Dienstag, 1. September 2015

Das „Heimweh“ der Truk-Insulaner nach ihren verbannten Kapuzinern

In dem großen Missionsgebiet der rheinisch-westfälischen Kapuzinerprovinz auf den ehemaligen deutschen Südsee-Inseln hatte man 1912 auch mit der Missionierung der Truk-Inselgruppe begonnen. Lange hatten dort die eingeborenen Insulaner auf die erbetenen Missionäre warten müssen. Als die Ersehnten endlich das Inselreich von Truk betraten, wurden sie mit großer Freude und Begeisterung von den braunen Kanaken [= Südsee-Insulaner; früher nicht abwertend] aufgenommen. Schon nach kurzer Tätigkeit konnten die Kapuziner einen recht erfreulichen Zudrang zum Christentum feststellen. Die Zahl der Taufen belief sich in wenigen Jahren auf zweitausend. Eine eifrige Katechumenenschar ließ auf weitere Erfolge hoffen.

Da brach unerwartet wie ein Gewitter der unheilvolle Weltkrieg über die junge Missionspflanzung herein und mit ihm die Besetzung der Inseln durch Japan. Anfangs durfte die Mission zwar ungestört weiterarbeiten, aber zu bald wurde ein Teil der Missionäre durch die japanischen „Eroberer“ gewaltsam aus ihrer segensreichen Wirksamkeit herausgerissen, angeblich aus „militärischen Gründen“. Die letzten Missionäre, P. Siegbert und P. Lorenz, denen es vergönnt war, bis zum Kriegsende unter ihren braunen Christen zu bleiben, mussten 1919 ebenfalls ihre liebgewonnene Herde verlassen.

Weinend und betrübten Herzens sahen die verlassenen Neuchristen dem Schiffe nach, das ihre treuen Seelenhirten für immer von dannen führte. Jetzt haben sie nichts mehr als den Trost ihres christlichen Glaubens und das Heimweh nach den Missionären.
Im Kapuzinerkloster zu Krefeld traf Anfang Juli 1921, also zwei Jahre nach der Ausweisung, ein Brief ein vom 25-jährigen Sohn des katholischen Oberhirten der Insel Toloas. Aus den schlichten Zeilen dieses Insulaners ersieht man deutlich, wie innig das Verhältnis zwischen den Kapuzinern und den braunen Trukbewohnern gewesen war.

Der Brief heißt in der Übersetzung:

„8. Mai 1921. Guten Tag, mein Vater P. Siegbert, von einem Deiner Söhne, der Dich liebt und Otto heißt.

Zunächst kann ich Dir von Deinen Christen auf Toloas berichten, dass sie seit Eurem Abschied bis auf den heutigen Tag treu ausgehalten haben. Aber ich möchte nichts anderes sagen, als dass ich voller Qual bin, weil ich Euch nicht mehr sehe. Ich bitte daher, lass Eure Photographien machen und sende mir dieselben her, damit ich Euer Antlitz wieder sehe und mein Herz wieder aufatme. Ich bin ganz elend vor Heimweh nach Euch, ich und Margareth (seine Frau) und Kamilla (seine Mutter) und Luzia (sein Töchterchen) und alle Deine Christen. Ich teile Dir mit, dass Kamillus (sein Vater) leider gestorben ist. Er ist gestorben am 8. Oktober. Darüber bin ich noch sehr in Trauer.

Mein Gruß auch an alle Patres, die in Truk gewesen sind und an alle Brüder. Wie geht es Euch? Was mich betrifft, so war ich gesund, all die Zeit; denn ich pflege zu Gott zu beten, dass ich gesund bleibe.

Unsere Christengemeinde hat sehr zugenommen; denn ich habe mir viele Mühe gegeben, die Heiden zu gewinnen. Jetzt hat sich der katholische Glaube sehr ausgebreitet auf Toloas. Bete doch für mich, dass ich gesund und am Leben bleibe, damit wir noch einmal zusammenkommen. Alle Tage nennt Luzia Deinen Namen. O könnte ich doch Euer Antlitz wiedersehen! Dann würde mein Herz aufatmen. O könnte doch mein Ohr ein Wort von Dir vernehmen, lieber P. Siegbert!

Ja wahrlich, ich bin voll Elend in meinem Herzen. Schicket doch Eure Photographien an mich, damit ich Euch vor Augen habe. Das ist der Brief von Tasol (Name seines Bezirkes).
Wir Christen haben alle geweint wegen deines Briefes, den die Patres (spanische Jesuiten) in der Kirche vorgelesen haben. Die Messe ist völlig gestört worden durch das Weinen.

An Weihnachten habe ich einige Heiden getauft und es bereiten sich gegenwärtig viele auf die Taufe vor. O könnte ich doch wieder Deiner Messe beiwohnen und Deine Predigt hören.
Ich schließe meine Rede in Liebe und unter Tränen, die aus meinem Herzen fließen immerdar.

Dein Otto. Lebe wohl!

Man kann sich denken, mit welcher freudiger Rührung die verbannten Missionäre diesen kindlich dankbaren Gruß ihrer verlassenen Schäflein aufnahmen. Gerne wären die Südseemissionäre, denen selbst ein schmerzliches Heimweh nach ihren braunen Christen im Herzen brannte, wieder hinausgefahren in die Südsee. Aber eine weltliche Macht litt es nicht mehr, dass deutsche Missionäre weiterhin auf den südlichen Eilanden das Gottesreich des Friedens und der Liebe ausbreiten.

(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franz von Assisi, 1926)


Sonntag, 4. Januar 2015

So war der erste Weltkrieg in den Missionen: Hunger in der Kapuzinermission der deutschen Südsee

Rota (Quelle: CT Town)

Ein eigenartiges Licht auf die japanische [See-]Sperre wirft ein von der weltentlegenen Insel Rota am 9. Oktober 1915 eingelaufenes Schreiben, das seit Juli auf dem Weg war. Es heißt darin:

„Bei dem letzten schweren Taifun am 18. Oktober 1914…wurden die Kokos [wohl die Palmen] wieder auf ein Jahr hinaus ertragsunfähig. Die Leute bauten zwar fleißig Kamoten und Mais, aber die bis jetzt anhaltende Trockenheit hat alle Aussichten zunichte gemacht. Schließlich wurde ein Boot gebaut, auf dem im vorigen Monat einige Männer nach Saipan fuhren, um an Ort und Stelle die Not zu schildern. Ich hatte den Leuten einen Brief an P. Gallus mitgegeben, aber er durfte nicht helfen. Nicht einmal Hostienmehl durfte er mir zurückschicken. Selbst einen Brief an mich hat man ihm nicht gestattet. Es kam zwar ein japanisches Kriegsschiff hierher, brachte aber nicht mal eine Handvoll Reis. Und als wir auf dem Schiffe kaufen wollten, erhielten wir die Antwort: ‚Wir dürfen nichts verkaufen.‘ Wir sind rein dem Hungertod überantwortet. Das deutsche Geld ist um die Hälfte herabgesetzt in seinem Wert. Meine Inselbewohner haben absolut nichts Genießbares mehr. Sie essen eine Wurzel, von der Zunge und Kehle verbrannt werden. Dabei weiß man doch in Saipan, wo Reis genug ist, wie es um uns steht. Da nun unsere Not aufs Äußerste gestiegen und Gefahr ist, dass viele vor Hunger sterben, so fragte mich heute früh der erste Beigeordnete des Ortsvorstehers, ob es zulässig sei, dass ein Boot nach Guam führe und dort um Hilfe bäte. In Anbetracht der äußersten Notlage gab ich meine Einwilligung. Heute Abend, da das Wetter äußerst günstig ist, soll abgefahren werden. Diesen Brief gebe ich an die (amerikanischen) Patres von Guam mit, die hoffentlich die Güte haben werden, ihn weiter zu befördern…“

Das Boot muss die gefahrvolle Reise nach Guam wirklich glücklich bestanden haben, da der obige Brief von Guam abgestempelt ist. Ob es wieder mit Lebensmitteln auf Rota zurückkehrte, ist nicht bekannt. Doch ist mit Sicherheit anzunehmen, dass nach Darlegung der Notlage Hilfe gesandt wurde. P. Corbinian, der Schreiber des Briefs, ist allein mit einem Bruder auf der Insel.


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Sonntag, 14. Dezember 2014

Große Missionsbischöfe: Der Apostel der Papuas – Der Diener Gottes Msgr. Enrico Stanislao Verjus M.S.C., Koadjutor des Apostolischen Vikars von Neu-Guinea (Teil 2)

Fortsetzung von hier

1887 wurde P. Louis Navarre zum Apostolischen Vikar von Mikronesien und Melanesien ernannt, und zwei Jahre später wurde die inzwischen deutsch gewordene Insel Neu-Britannien als eigenes Apostolisches Vikariat von „Neu-Pommern“ errichtet und P. Verjus anfangs zum ersten Apostolischen Vikar ausersehen. Das bedeutete für P. Verjus nichts Geringeres, als seine geliebte Mission von Neu-Guinea im Augenblick zu verlassen, da sie hoffnungsvoll zu blühen begann. 
Der leidende Zustand Msgr. Navarres ließ es jedoch ratsamer erscheinen, ihm den noch jugendkräftigen Mitbruder als Koadjutor an die Seite zu stellen, und so verblieb P. Verjus in Neu-Guinea zum Jubel seiner Mitbrüder und Neophyten. 

Seine Bischofsweihe fand am 29. September 1889 mitten im Urwald statt. Nur 14 Tage lang hatten die Missionsschwestern Zeit gehabt, aus ihren kleinen Schätzen, alten Epauletten, Tuchresten u. dgl., einen ganzen Bischofsornat fertig zu zaubern. Auch ein hölzerner goldbronzierter Bischofsstab fehlte nicht. Msgr. Verjus zählte damals erst 29 Jahre, 4 Monate und 3 Tage. Die erhebende Feier war für ihn der Anfang eines apostolischen Opferlebens, wie es ein Missionsbischof selbstloser kaum führen kann. „O guter und einzig geliebter Jesus“, so weihte der jugendliche Bischof sich schriftlich dem göttlichen Herzen, „ich biete mich heute durch die reinsten Hände deiner Mutter deiner Gerechtigkeit und Barmherzigkeit als Opfer dar, indem ich dich bitte und beschwöre, dasselbe zu reinigen, zu heiligen und gänzlich zu vernichten, als Zahlung für die Schulden dieser armen Insulaner und um ihnen die Gnade der Bekehrung zu erwirken. Ich erkläre, o mein Gott, dass du mich beim Wort nehmen und mich all die Härte deiner Gerechtigkeit empfinden lassen kannst. Ja, ich stimme zu, mein Gott! Ich wünsche es! Ich will es! Ich verlange es aufs Innigste… Diese Seelen müssen gerettet, müssen durch dein Blut gewaschen, gereinigt, erlöst werden. Und wenn, o teurer Jesus, um ihnen diese Gnade zuzuwenden, Blut, Qualen, eine Leidenswoche, eine Geißelung, eine Kreuzigung, ein lebendiger Kreuzweg notwendig sind, o so beschwöre ich dich, mein Jesus, nimm mich an. Sieh mich mit allem, was ich bin und habe, mein Blut, meinen Leib, mein Herz, meine Seele, mein ganzes Wesen und Sein“…

Das blieben keine bloßen Worte. Um die geringe Zahl der Missionäre zu ersetzen, suchte sich der junge Missionsbischof selbst gleichsam zu verdreifachen. Ohne Ruhe und Schonung durchzog er das wilde, noch ganz unzivilisierte Land von Stamm zu Stamm, von Dorf zu Dorf, voll verzehrendem Eifer, diese armen Kannibalenvölker dem göttlichen Herzen zu gewinnen, dessen Andacht die Glut und Begeisterung dieser apostolischen Seele entflammte. In acht Jahren waren denn auch auf Neu-Guinea bereits acht Niederlassungen mit ebenso vielen Kirchen und stark besuchten Schulen und zwei Klösterchen für die Schwestern gegründet, sämtlich eigenhändig aus dem an Ort und Stelle vorgefundenen Material erbaut. 300 Dörfer verlangten Missionäre und Unterricht. Alle Bewohner der Jule-Insel, 700 Seelen, waren bekehrt und getauft und gingen ohne Ausnahme alle 14 Tage zu den heiligen Sakramenten und regelmäßig zum Gottesdienst. 

Bereits waren Katechismus und die anderen notwendigsten Bücher in der Landessprache gedruckt, eine Katechistenschule gegründet usw., und dies alles in kaum acht Jahren. Es war merkwürdig, welchen Einfluss der Bischof auf die wilden Insulaner gewonnen. Das Geheimnis desselben verriet der selbst, ohne zu wollen, in einem Brief an seine jungen Ordensbrüder. „Es muss etwas Göttliches in und an euch sein, das die Wilden anzieht, und dies werdet ihr durch die fleißige Betrachtung und Nachahmung unseres Herrn Jesus Christus und  insbesondere seines göttlichen Herzens euch aneignen.“ Nur ein Beispiel aus vielen. Die Gewalttätigkeiten und Übergriffe der englischen Kolonisten und „Forscher“ hatten die Wilden erbittert, und wie gereizte Hornissen bedrängten sie mordgierig die Kolonien. In seiner Not bittet der englische Statthalter den Bischof persönlich um dessen Hilfe. Msgr. Verjus erscheint ohne jede bewaffnete Bedeckung, wie ein Friedensengel unter den wilden kampfgerüsteten Horden. Diese, die schon früher einmal die Streitaxt ihm zum Zeichen der gegenseitigen Versöhnung zweier kämpfender Stämme ausgeliefert und ihn in feierlicher Versammlung zum „Oberhäuptling“ ernannte hatten, gehorchen auch jetzt wieder seiner Aufforderung zum Frieden. Zur Erinnerung an die Begebenheit gründet der Bischof ein neues Dorf unter dem Namen Jesu Baïbo, d. h. Frieden Jesu. 

Die raschen Fortschritte der Mission machten einen Zuzug neuer Arbeiter und Mittel unerlässlich, und so reiste Msgr. Verjus im Lauf des Jahres 1892 nach Europa. Bald kniete er zu den Füßen des Statthalters Christi und überreichte ihm eine aus 300 Häuptlingsfedern gefertigte Tiara als Zeichen der Huldigung seiner Neubekehrten. Darauf wollte er die verschiedenen Häuser seiner Genossenschaft besuchen, um neue Kräfte für seine geliebte Mission zu werben. 

In Oleggio, seinem Geburtsort, den er im Vorbeireisen berührte, sah er seine hochbetagte Mutter wieder, und hier war es, wo Gott das schwerste Opfer von ihm forderte. Ein schlimmes Fieber warf ihn unerwartet aufs Krankenbett. Anfangs hoffte er noch Besserung. „O wie werde ich einst im Fegfeuer leiden müssen für die Zeit, die ich hier im Bett vergeude!“ seufzte er in seinem Verlangen, recht bald wieder in seine geliebte Mission zurückkehren zu können. Selbst in seinen Fieberträumen sprach er von seinen armen Insulanern. Doch sollte sein sehnsüchtigster Wunsch sich nicht erfüllen. Bald war alle Hoffnung verschwunden. Ergreifend war der Schmerz der alten Mutter. Aber Gott in seinen unerforschlichen Ratschlüssen verlangt das schwere Opfer. Am Morgen des 13. November, seinem Namenstag, gab der jugendliche Bischof seine reine, edle Seele dem Schöpfer zurück. Eine schmerzliche Klage ging durch alle Häuser der Genossenschaft, die in dem frommen, seeleneifrigen  jungen Bischof eine ihrer schönsten Zierden verloren hatte.

(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Samstag, 13. Dezember 2014

Große Missionsbischöfe: Der Apostel der Papuas – Der Diener Gottes Msgr. Enrico Stanislao Verjus M.S.C., Koadjutor des Apostolischen Vikars von Neu-Guinea (Teil 1)


Am 13. November stand im Pfarrhaus von Oleggio in Oberitalien um das Paradebett einer noch jugendlichen, in den bischöflichen Ornat gekleideten Leiche ganz in Schmerz aufgelöst eine Gruppe von Missionären. Sie hatten Grund zur Trauer, denn der Tod hatte hier plötzlich und jäh ein Leben geknickt, an das sich die freudigsten Hoffnungen geknüpft hatten. Es war Msgr. Enrico Stanislao Verjus, Koadjutor des Apostolischen Vikars von Neu-Guinea, Msgr. Navarre, und Mitglied der Missionsgesellschaft vom heiligsten Herzen von Issoudun (Herz-Jesu-Missionare).

Ein eigentümlich rührender Zug durchzieht das kurze Leben dieses jüngsten aller katholischen Bischöfe. Geboren am 26. Mai 1860 in Oleggio am Fuße der Alpen, trat der kleine Savoyarde, kaum 12 Jahre alt, in die Missionsschule des göttlichen Herzens in Cehzal-Benoit bei Issoudun. Unschuld, innige Frömmigkeit und ein überaus heiterer, liebenswürdiger Charakter machten ihn schon damals zum Liebling des Hauses. Er war es, der seine kleinen Kameraden zum gemeinsamen Entschluss vereinigte, täglich während der heiligen Wandlung um die Gnade des Martyriums zu beten. Kaum zum Priester geweiht, bot er sich begeistert für die Missionen in der fernen Südsee an, die seit 1881 der jungen Kongregation übergeben worden waren. Bereits liegt der Dampfer im Hafen zur Abfahrt bereit; da plötzlich wirft eine schwere Krankheit den jungen Missionär aufs Totenbett. Alle Hoffnung schien verloren. Fast in den letzten Zügen liegend, machte er das Gelübde, wenn Gott ihm die Gesundheit wiederschenke, sein ganzes Leben rückhaltlos im Dienste der armen Insulaner zu opfern. Er genas und konnte schon mit dem nächsten Dampfer abreisen. Auf der Insel Bourbon traf er die ihm vorausgeeilten Brüder im Spital und machte nun mehrere Wochen den liebevollen Krankenpfleger.


Endlich im Januar 1885 landete man in Sydney. Neue unerwartete Hindernisse stellten sich hier dem Plan entgegen, die Mission auf Neu-Guinea sofort zu beginnen. Da unternahm der feurige junge Missionär, voll heiliger Ungeduld, das große, an Naturschönheiten so reiche, aber noch ganz in Götzendienst versunkene Inselland, sein eigentliches Missionsfeld, recht bald zu betreten, im Jahre 1885, von nur zwei Brüdern begleitet, auf einer einfachen großen Fischerbarke jene kühne Fahrt, die er uns selbst in seiner lebendigen Darstellungsweise erzählt hat. Drei Tage wurden sie auf stürmischer See umhergeworfen, jeden Augenblick des Todes gewärtig. Eine weiße Taube, die sich müde auf die Segelstange setzte, kündete ihnen endlich die Nähe des Landes, und bald darauf rief einer der Brüder: „Neu-Guinea! Neu-Guinea!“ Wirklich, da lag das Land der Verheißungen vor ihnen, und Freudentränen traten in ihre Augen. 

In einer wunderschönen, von Bergen umgürteten Bucht (Hall Sound) warfen sie am 30. Juni Anker. P. Verjus nannte sie zu Ehren des glorreich regierenden Papstes Port Léon und beschloss, auf der den Eingang der Bucht beherrschenden Insel Roro oder Jula die erste Missionsstation zu gründen. Am 4. Juli las er dort unter Tränen der Rührung die erste heilige Messe. Nun folgten drei Monate der härtesten Entbehrungen. Rasch waren die kleinen Vorräte aufgezehrt, und die drei Missionäre litten die bitterste Not. Oft lagen alle drei gleichzeitig fieberkrank auf einem Heulager in einer Hütte, die sie kaum gegen die Witterung schützte. Aber mitten in diesen Prüfungen verlor P. Verjus nie seinen Mut und sein kindlich frommes Gottvertrauen. Immer wusste er durch einen heiteren Scherz die Brüder wieder aufzurichten. Bäume wurden im Urwald gefällt und mit unsäglicher Mühe auf eine Anhöhe geschleppt, wohin die kleine Kapelle zu stehen kam. 

Die gewinnende Freundlichkeit des jungen Schwarzrocks hatte rasch das Zutrauen der Insulaner erobert. Aber schon eröffneten sich dem eifrigen Priester die frohesten Hoffnungen, als im September eine halb gewaltsame Entführung durch das protestantische Missionsschiff erfolgte, die wir im Jahrg. 1886 erzählten. Mit Tränen schied der Missionär von dem liebgewordenen Eiland, und klagend folgten die Insulaner der Schaluppe bis ins Wasser hinein und riefen noch von ferne im nach: „Komm bald zurück, Mitzianari (Missionär), komm bald zurück und vergiss nicht deine Söhne von Roro!“ Selbst die rauen Seeleute des Dampfers waren bewegt und sagten: „Diese armen Leute wissen recht gut, wer ihre wahren Freunde sind.“ 

Glücklicherweise dauerte die Verbannung nicht lange. Im folgenden Jahr bereits kehrte P. Verjus mit Erlaubnis des neuen, den Missionären günstig gesinnten englischen Gouverneurs nach Roro zurück und zog, wie er schreibt, „fröhlich wieder in den Leo-Hafen ein“. Er fand seine Hütte geplündert und die Insulaner durch die Anwesenheit eines protestantischen Missionärs gegen sich eingenommen. Aber in kurzer Zeit waren die Herzen wieder gewonnen, und rasch wuchs nun eine kleine Christengemeinde heran. Von der Insel aus wurde nun auch das Festland in Angriff genommen. P. Verjus entdeckte den großen schönen St. Josephsfluss, der eine treffliche Wasserstraße ins Herz des Landes bildet und an welchem zahlreiche Dörfer liegen. „Wir besitzen nichts, und haben trotzdem auf Neu-Guinea mehr Länder entdeckt und den Wilden mehr Gutes getan als die berühmten wissenschaftlichen Forschungsreisen, die 4000 Pfd. Sterling verschlangen.“ So konnte P. Verjus mit Recht sagen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Fortsetzung hier

Samstag, 29. November 2014

Die Anfänge des Ordenslebens unter den Fidschianern


Das Streben nach höherer Vollkommenheit, das im Ordensleben seine kirchlich geregelte Form und Festigkeit gewonnen hat, wächst so naturgemäß aus dem christlichen Glauben heraus wie die Blüten am Baum. Es ist darum nicht zu verwundern, dass dasselbe auch bei den neubekehrten Christen der Missionsländer, welche das Evangelium tiefer und lebendiger erfasst, sich regt und entweder zum Übertritt in die dort wirkenden Missionsorden oder zur Gründung eigener einheimischer Klostergenossenschaften führt.

Wohl die jüngste dieser Missionsblüten dürfte die Genossenschaft der sogen. „Kleinen Brüder und Schwestern“ auf den Fidschi-Inseln, dem Missionsfeld der französischen Maristenmissionäre, sein. Es sind Jünglinge und Jungfrauen, die sich durch Frömmigkeit und Tugendhaftigkeit auszeichnen und nach dem Beispiel der Missionäre und Schwestern zu leben wünschen. Sie leben getrennt in zwei kleinen Kommunitäten nach einer eigens für sie entworfenen Regel, aber noch ohne eigentliche bindende Ordensgelübde, die „Kleinen Schwestern“ unter der Leitung der Missionsschwestern, die „Kleinen Brüder“ unter derjenigen eines Maristenmissionärs, des P. Lahaye. „Ihre Zahl“, so schreibt derselbe an den apostol. Vikar Vidal, „wächst täglich und mit ihr der Eifer der jungen Leute…Ihre Pünktlichkeit bei den Übungen ist wirklich bewunderungswürdig, wie auch ihr Gehorsam.“ Weniger glänzend steht es mit der materiellen Seite des „Klosters“. Die Kapelle ist eine einfache fidschianische Strohhütte. Und nicht einmal ein Kreuzweg findet sich darin, „der doch für ein Noviziat so nützlich wäre.“

Sonst brauchen diese Insulaner-Novizen glücklicherweise sehr wenig. „Vielleicht“, so meint P. Lahaye, „wird sich dieses Noviziat der ‚Kleinen Brüder‘ später noch einmal zu einer Pflanzstätte des Priestertums auswachsen…Ich war auch vor einigen Tagen in Solevu und haben zu meiner Freude wahrgenommen, dass es auch mit den ‚Kleinen Schwestern’ sehr gut vorangeht.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Samstag, 22. November 2014

Lob einer protestantischen Zeitung für Pater Damian

Aus dem „Handels-Monitor“:

„Das traurige Los der Aussätzigen, diese so schwarze Seite in den Annalen Hawaiis, ist besonders berühmt und bekannt geworden durch die aufopfernde Entsagung eines jungen Priesters, des hochw. P. Damian, der sein Leben den Aussätzigen gewidmet hat; dieser Mann ist ein Ruhm und eine Ehre für Hawaii. Er zeigt wieder den heiligen Heldenmut der ersten Christen bei den blutigen Kampfspielen des Altertums, ja er tut noch mehr. Und in der Tat, wäre es nicht weit vorzuziehen, einem wilden Tier zur Nahrung vorgeworfen zu werden, als verurteilt zu sein, das Leben in der verpesteten Luft einer Aussätzigen-Anstalt zuzubringen? Und P. Damian, der tapfere Soldat Christi, hat nun schon viele Jahre unter den Verbannten von Molokai verlebt; er ist beständig unter diesen Kranken, die von der Gemeinschaft der übrigen Menschen gänzlich ausgeschlossen sind und denen ein Gesunder sich nicht zu nähern wagt. Er weiht sich ganz und gar ihrem Dienste, er verbindet ihre Wunden, er leitet sie an, ihr Vertrauen auf Gott zu setzen und ein besseres Leben zu hoffen. Eine solche Liebe zu den Unglücklichen kann nur aus der Liebe zu Gott hervorgehen, und Gott allein kann eine solche Liebe würdig belohnen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1882)

Sonntag, 13. Juli 2014

Große Missionsbischöfe: „Vater Güte“ – Msgr. Gulstan Ropert SS.CC., Apostolischer Vikar von Hawai’i

Das Wappen von Msgr. Ropert in der Kathedrale von Honolulu (Quelle: Aloysius Patacsil)
Ein solcher war auch der Apostol. Vikar der Hawai’i-Inseln, Msgr. Gulstan Ropert aus der Picpuskongregation. (Dieser Satz bezieht sich auf den vorgehenden letzten Satz aus dem Nachruf auf Msgr. Clut.)

Seine Wiege stand in Kersago auf der Halbinsel Rhuys an der bretonischen Küste. Als Sohn eines auf dem Meere ergrauten Seemanns, der sein eigenes Schiff schon mehr als einmal um die Welt geführt, ward auch der junge Gulstan für die See bestimmt und bei einem Onkel, gleichfalls Schiffskapitän, in die Lehre gegeben. In kurzer Zeit hatte es der geweckte Bursche vom Schiffsjungen zum Schiemann gebracht. Auf einer Fahrt durch den verrufenen Meerbusen von Biskaya lief bei einem Sturm das Schiff Gefahr, an der spanischen Küste zu stranden. In der Not machte der fromme Bretone zur Landespatronin, der hl. Anna, das Gelöbnis, wenn er heil davon komme, in einen Orden zu treten. Das Schiff gelangte glücklich in einen französischen Hafen, und ohne Verzug suchte Ropert zunächst das Priesterseminar und dann bald darauf das Noviziat der Picpusgenossenschaft auf. 

Als neugeweihter Priester nach den Sandwichinseln (Hawai’i) entsandt, war er hier zuerst in Kohala der Genosse P. Damians. „Fünf Jahre lang lebte ich mit ihm zusammen, und teilten wir brüderlich Freud und Leid, bis er 1872 sich den Aussätzigen weihte. Als ich ihn später wieder sah, war er bereits mit dem Aussatz gezeichnet.“ Nach 24-jähriger unermüdlicher Missionstätigkeit wurde Ropert 1892 Provinzial der Mission und folgte noch im selben Jahr dem verstorbenen Bischof Koeckemann in der Leitung des Vikariats. 

Die hohe Verehrung und Freundschaft, welche die Königin Lilinokalani dem deutschen Vorgänger entgegengebracht, übertrug sich auch auf Ropert. Leider folgten schon bald die politischen Stürme, welche die Erbin des eingeborenen alten Königshauses vom Thron verdrängten und das Inselreich in eine Republik und bald darauf in eine Kolonie der Vereinigten Staaten verwandelte.

Bischof Ropert hielt sich von allen politischen Treibereien fern und verstand es, das Missionsschifflein durch die Klippen der veränderten und zum Teil recht schwierigen Verhältnisse sicher hindurch zu steuern. Das starke Zuströmen fremdländischer Elemente: Chinesen, Japaner, Puerto-Ricaner, Portugiesen, und das dadurch entstandene Sprachgemisch erschwerte die Seelsorge nicht wenig. Ropert, der selbst neben seiner Muttersprache das Englische, Portugiesische und die Eingeborenensprache beherrschte, ließ für die Portugiesen Priester ihrer Sprache kommen und bildete für die Ankömmlinge eigene Missionäre aus.

 Das Mischmasch von Religionen und Sekten, zumal in Honolulu, brachte die Gefahr religiöser Gleichgültigkeit und Verflachung auch für die dortigen Katholiken mit sich. Ropert berief aus Amerika einige Jesuiten, treffliche Kanzelredner und Missionäre, um durch eine große Volksmission das Gewissen der Katholiken zu schärfen, und namentlich vor dem Anschluss an die geheimen Gesellschaften zu warnen. Mit gleicher Entschiedenheit trat er dem Unfug der Leichenverbrennung und gewissen, dem katholischen Kirchengesetz widerstreitenden Zumutungen der Regierung entgegen. Besondere Liebe zeigte er den armen Aussätzigen von Molokai, die er sehr oft besuchte und deren hartes Geschick er in jeder Weise zu lindern suchte.

Leider traten schon seit Jahren die Anzeichen der schlimmen Krankheit (Magenkrebs) auf, die seinem Leben noch vor der Zeit ein Ende bereiten sollte und ihn am 4. Januar in seiner Bischofsstadt Honolulu hinwegraffte. Sein glänzendes Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer Kundgebung nationaler Trauer. Die Gerichtshöfe feierten (das heißt wohl, dass sie geschlossen hatten), die Magazine waren geschlossen. Die ganze Bevölkerung Honolulus ohne Unterschied des Bekenntnisses zeigte aufrichte Teilnahme über den Tod eines Mannes, dem die Eingeborenen den ehrenden Namen „Vater Güte“ (father goodness) beigelegt hatten. Das Geheimnis dieser allgemeinen Liebe und Verehrung deutete der französische Konsul Vizzavona in seiner Trauerrede am offenen Grabe, indem er an den Wahlspruch des Hingeschiedenen erinnerte: „Alles für die anderen, nichts für sich selbst“ – gewiss die schönste Grabschrift, die man einem Missionsbischof setzen kann.

(Aus: die katholischen Missionen, 1904)

Samstag, 14. Juni 2014

Selbst in Alaska waren die Missionare nicht sicher vor der Einberufung zum ersten Weltkrieg


Die beiden Weltkriege waren ein schrecklicher Schlag für die Missionen. Besonders während des ersten zog Frankreich zahlreiche Missionare, selbst Missionsbischöfe ein, von denen viele ihr Leben auf dem Schlachtfeld lassen mussten. Auf andere Art waren die Missionen von deutschen Missionaren in fremden Kolonien betroffen: die deutschen Missionare wurden häufig interniert oder verbannt (im Fall der Kapuzinermission auf den Marianen nach der Invasion der Japaner), wodurch die Missionsarbeit erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wurde. Nachfolgend ein Beispiel über die Einberufung eines verdienten Jesuitenmissionars aus Alaska:


Bis hinauf in die Eisregionen dringen die Gestellungsbefehle der französischen Republik. P. Bernard S.J., der Begründer von St. Mary’s Igloo in Alaska, hat seine Berufung zur Armee erhalten. Eben hatten zwei Laienbrüder das neue Kirchlein vollendet, da sollte P. Bernard den Schlitten anspannen, aber nicht, um seine lieben Eskimos dem Gotteshaus zuzuführen, sondern um vielleicht auf Nimmerwidersehen zu scheiden.


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Donnerstag, 8. Mai 2014

UN-Kommission meint, für die Bewohner der Salomonen wäre die Vielweiberei besser


Dass die UN eine äußerst fragwürdige Organisation ist, ist nicht erst seit gestern bekannt (Beispiel hier). Dass die unmoralische Beeinflussung der Weltbevölkerung durch die UN schon auf die ersten Jahre nach ihrer Gründung zurückgeht, geht aus einem Bericht eines deutschen Missionars auf den Salomonen nach dem 2. Weltkrieg hervor:

„(…) Sehr viele Eingeborene aber haben ihren Glauben in den schweren Tagen (des Krieges) bewahrt und sind zu bewussten Christen geworden. Einmal kam eine Kommission der UN auf unsere Insel. Ich schickte einige eingeborene Studenten hin, die sehr fleißig und begabt waren. Die Herren wollten den Insulanern einreden, für sie sei doch die Vielweiberei das Beste. Es sollte also ein in vielen mühsamen Jahren errungener Erfolg der Missionare gefährdet werden! Diese Zumutung wurde aber von den Studenten in einer erregten Diskussion so entschieden zurückgewiesen, dass auch die Herren der Kommission einsehen mussten, dass sie keine ‚Wilden vor sich hatten.“


(Aus: die Weltmission der katholischen Kirche, Nov/Dez 1953)

Sonntag, 27. April 2014

Große Missionsbischöfe: Der Bischof der 1.000 Inseln – Msgr. Pierre Marie Bataillon S.M., Apostolischer Vikar von Zentral-Ozeanien



Wenn wir hier ein vollständiges Bild von dem Leben und den Arbeiten dieses Missionärs geben wollten, müssten wir die ganze Geschichte des Vikariats Zentral-Ozeanien erzählen, dessen Begründer er war; indessen werden wir dieses bei einer anderen Gelegenheit tun und uns hier begnügen, einige wenige persönliche Notizen über ihn zusammenzustellen. 

Geboren wurde Msgr. Bataillon in der Diözese Lyon am 6. Januar 1810; hier auch begann er als ebengeweihter Priester im Jahr 1835 seine Tätigkeit, allein bereits nach einem Jahr legte er die ihm anvertraute Vikarie nieder, um in der neugegründeten Maristen-Kongregation sich den äußeren Missionen zu widmen. 

Er war einer der Missionäre dieser Kongregation, die, wie wir im vorigen Jahr erzählt haben, sich mit Msgr. Pompallier am 24. Dezember 1836 einschifften (zusammen mit dem heiligen Peter Chanel), um als die ersten katholischen Glaubensboten in West-Polynesien das Evangelium zu verkünden. 

Am 1. November 1837 kam die kleine Schar in Wallis oder Uvea, der nördlichsten Insel des Tonga- (Freundschafts-) Archipels, an; P. Bataillon erhielt von Msgr. Pompallier den Auftrag, mit einem Laienbruder hier zu bleiben und die Mission zu beginnen. Eine nicht leichte Aufgabe, auf der kleinen, mitten im Ozean verlorenen Insel, ein Volk zu bekehren, von dessen Sprache er ebenso wenig verstand, als dieses von der seinigen! Indessen die Schwierigkeiten hielten ihn nicht ab; die ersten Monate widmete er ganz dem Erlernen der Sprache, dann begann er mit der Predigt des Evangeliums. 

Der Erfolg war Anfangs gering; nach zweijähriger Anwesenheit hatte er nur einige sterbende Kinder und Kranke taufen können, die ihm übrig bleibende Zeit verwendete er darauf, die christlichen Lehren in die Landessprache zu übertragen, und zwar in Verse, weil die Insulaner den Gesang sehr lieben. Unterdessen harrte er ruhig aus, lehrte, wo und wann er konnte, und seine Beharrlichkeit wurde belohnt. 
Im Jahr 1842 bekehrte sich die ganze Bevölkerung der Insel, über 2600 Seelen, auf eine fast wunderbare Weise. Im nämlichen Jahr, bevor noch diese Bekehrung in Europa bekannt war, hatte der heilige Stuhl Zentral-Polynesien als ein neues apostolisches Vikariat abgegrenzt und P. Bataillon zu dessen erstem Oberhirten. 

Der neue Bischof erfuhr seine Erhebung erst am 3. Dezember 1843, als Msgr. Douarre, der Apostol. Vikar von Neukaledonien, auf Wallis landete, um ihm die bischöfliche Weihe zu erteilen. Kaum hatte er dieselbe empfangen, so begann er seine Tätigkeit auf die anderen ihm zum Missionsfeld anvertrauten Inselgruppen auszudehnen; im Jahr 1844 führte er selbst zwei Missionäre auf die Fidschi-Inseln und zwei nach Tonga, der südlichsten der Freundschaftsinseln, im folgenden Jahr mehrere andere auf den Samoa-Archipel. 

Er selbst kehrte jedoch stets wieder nach Wallis zurück, welches der Mittelpunkt seines Vikariats und fortwährend der bevorzugte Schauplatz seiner eigenen Wirksamkeit war; nur zweimal führten ihn die Interessen seiner Mission nach Europa zurück. Nach seiner zweiten Reise (1872) schrieb der Generalobere der Maristen an die Missionäre in Polynesien: 

„Msgr. Bataillon ist einer der ältesten Apostolischen Vikare der ganzen Kirche; über 30 Jahre arbeitet er schon als Bischof, um auf den Inseln der Südsee die Kirche fest zu begründen. Vor zwei Jahren sahen wir den ehrwürdigen Greis vom anderen Ende der Erde trotz seines Alters und trotz der Strapazen der langen Reise hier ankommen, um dem heiligen Stuhl Rechenschaft über seine Mission abzulegen. 

Er bat den heiligen Vater nur um eine einzige Gunst, nämlich um die Erlaubnis, nach empfangenem päpstlichen Segen gleich wieder in seine Mission zurückzukehren zu dürfen. Er hätte wohl den Anspruch erheben können, jetzt auszuruhen von seiner langjährigen Arbeit; aber er konnte sich nicht entschließen, fern von seiner Herde, fern von seinem vielgeliebten Wallis zu bleiben, das er ganz bekehrt hat und das jetzt seine Freude und seine Krone ist. Er ist also abgereist, und will die letzten Jahre seines Lebens seinen Neubekehrten weihen und in ihrer Mitte sterben und sein Grab finden.“

Dieser Wunsch des seeleneifrigen Bischofs ist in Erfüllung gegangen. Nachdem er noch am 2. Januar 1877 zu Lano auf Wallis zu einer neuen Kirche, welche für die beiden großen dort errichteten Zentral-Schulanstalten dienen sollte, den ersten Stein gelegt und in den beiden ersten Monaten durch seine stete Anwesenheit auf dem Bauplatz die Arbeiter angefeuert hatte, fühlte er im März die ersten Anfälle seiner letzten Krankheit. 

Am Vorabend vom Fest des hl. Joseph kehrte er in seine gewöhnliche Residenz nach Mua zurück, am Feste selbst las er in der dortigen St. Josephskirche noch die heilige Messe; es war seine letzte. Acht Tage später konnte er sich nur noch in die Kirche tragen lassen, um dort, wo er die ersten Neophyten getauft und wo er selbst die Bischofsweihe empfangen hatte, nun auch die letzten heiligen Sakramente zu empfangen. Wenige Tage später ging er hin, de Lohn für seine vielen Arbeiten zu empfangen; sein Grab hatte er selbst in der St. Josephskirche zu Mua sich erwählt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1877)

Samstag, 12. April 2014

„Sie (...) sind bis zu Tränen gerührt, wenn ich ihnen sage, dass wir zahlreiche Verwandte und Freunde (...) zurückgelassen haben“


„Sie üben“, schreibt P. Chanel an den Aumonier (Almosenier) der Antiquaille in Lyon, Abbé Bajard, das heilige Amt des Priesters in dem Ort aus, an welchem Sie dieser erhabenen Würde bekleidet wurden, während ich durch den Ratschluss der göttlichen Vorsehung bestimmt bin, die ersten Anfangsgründe der christlichen Lehre mit den Bewohnern einer kleinen Insel West-Ozeaniens zu stammeln. 

Die Schwierigkeiten der Sprache haben mich lange Zeit mit Schrecken erfüllt. Gegenwärtig bin ich aber doch schon so glücklich, mich ein wenig verständlich machen zu können. Ich benütze dies, um meinen armen Wilden den Beweggrund unserer Abreise von Frankreich recht begreiflich zu machen. Sie hören mich dann mit aller Aufmerksamkeit an und sind zuweilen bis zu Tränen gerührt, wenn ich ihnen sage, dass wir zahlreiche Verwandte und Freunde in Kummer und bitterster Unruhe zurückgelassen haben, und dass einer aus uns (P. Bret), der sich innig gesehnt hatte, ihnen nützlich zu werden, auf der Reise gestorben ist, und wir ihm kein anderes Grab bereiten konnten, als die unermesslichen Abgründe, über welchen wir uns befanden.“


(Aus: Leben des seligen Peter Alois Maria Chanel, Priesters der Gesellschaft Mariä und ersten Martyrers Oceaniens, aus dem Französischen des P. Claudius Nicolet aus derselben Gesellschaft, von P. Carl Dilgskron C.SS.R. Mit kirchlicher Approbation)

Donnerstag, 3. April 2014

„Man kann mit ihm kaum von der Mission reden, ohne ihn zu Tränen zu rühren“ – Der heilige Peter Chanel über den Eifer des ehrwürdigen Gründers der Maristen

 
St. Peter Chanel S.M.
Hier ein Brief des heiligen Peter Chanel vor der Aussendung in die Mission:

„Seitdem man mich für die Missionen in Ozeanien angenommen, ist mein Geist und mein Herz fast beständig jenseits der Meere. Ich glaube schon unter meinen Wilden zu sein. Ich glaube sie zu sehen, mit ihnen zu sprechen. Ach, ich kann die Zeit kaum erwarten, in der sich meine Einbildung in Wirklichkeit verwandelt!...

Ehrwürdiger Jean-Claude Colin S.M., Gründer der Maristen
P. Colin, unser Generaloberer, erwartete in der nächsten Zeit unsere Vollmachten (wohl von Paps Gregor XVI.). Er wird sein Möglichstes tun, unsere Abreise zu beschleunigen, um sich auch nicht den Verlust einer einzigen Seele vorwerfen zu müssen. 
Man kann mit ihm von der Mission kaum reden, ohne ihn bis zu Tränen zu rühren. Gerne würde er uns begleiten, wenn er die Fesseln, die ihn an Frankreich ketten, zersprengen könnte…“

(Aus: Leben des seligen Peter Alois Maria Chanel, Priesters der Gesellschaft Mariä und ersten Martyrers Oceaniens, aus dem Französischen des P. Claudius Nicolet aus derselben Gesellschaft, von P. Carl Dilgskron C.SS.R. Mit kirchlicher Approbation)

Freitag, 7. März 2014

Die Mission der Freimaurer

Auch die Freimaurer sind in den Missionen tätig und zwar scheinen sie in jüngster Zeit eine ganz lebhafte Tätigkeit zu entfalten. Einen vollständige Übersicht über die in den Missionsgebieten bestehenden Logen zu geben, dürfte wohl sehr schwer sein; indessen finden wir in den Freimaurerblättern doch einige Andeutungen darüber. 

Die Freimaurerzeitung z.B. vom 25. August 1877 teilt einige statistische Daten über den Grand Orient de France mit, und aus denselben ersehen wir, dass von 258 aktiven Logen, die unter demselben stehen, fast ein Sechstel sich in den französischen Kolonien und anderen Missionsgebieten befinden. Algerien hat 13 Logen, auf der Insel Guadeloupe sind deren 5, auf der Insel Bourbon 2, und in Cochinchina (Saigon), Senegambien (St. Louis), Neu-Kaledonien (Numea) je 1; ferner arbeiten unter dem Grand Orient 5 Logen in Rumänien, 4 in Konstantinopel, 2 in Alexandria, 2 auf der Insel St. Maurice, je 1 in Beirut, auf den Seychellen, in Buenos Aires, Valparaíso (Chile), Montevideo (Uruguay); im Ganzen also 41 Logen. 

Der große Orient von Paris hat aber nicht allein seine Logen in diesen Gebieten; die Hamburger Großloge dürfte ebenso stark, wenn nicht stärker in denselben vertreten sein, wenigstens in Südamerika und auch in Polynesien, während die Italiener namentlich im Orient viele affiliierte Werkstätten besitzen. Dann kommen noch hinzu die in Südamerika bestehenden Großlogen; so zählt der Grande Oriente Unido von Rio de Janeiro 303 maurerische Bruderschaften unter seiner Botmäßigkeit; die Provinz Rio Grande do Sul, die etwa 350.000 Einwohner zählt, hat außer einem halben Dutzend deutscher Logen nicht weniger als 23 Logen und 17 Kapitel, „die dem Grande Oriente Unido Gehorsam leisten“. 

Was die englischen Kolonien betrifft, so hat die Freimaurerei in denselben nicht weniger stark sich ausgebildet. In Bezug auf Indien z.B. berichtet die Freimaurerzeitung vom 11. August d.J.: 

„Dieses Reich der Märchen und der Allegorien bietet der Freimaurerei einen äußerst ergiebigen Boden; unter der engherzigen Regierung der krämerhaften East-India-Company schlug sie nur schwache Wurzel; kaum waren die Zügel aber in die Hände der englischen Regierung übergegangen, trieb die Wurzel mächtig.“

 Indien hat jetzt schon mehrere Großlogen mit zahlreichen Werkstätten, von denen einige nur Eingeborene und auch von diesen nur einen bestimmten Volksstamm oder zu einer bestimmten Religion gehörigen aufnehmen. Ähnliche Ausdehnung hat die Freimaurerei in Australien gewonnen. 

So bildet sich immer mehr der katholischen Weltkirche gegenüber der glaubenslose und christenfeindliche „Weltbund“ der Loge aus.
Die zwei Lager scheiden sich: hier Christus – dort Antichristus.


(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Samstag, 1. März 2014

Das Rituale und das heilige Öl hatte er noch in den Händen – Der heroische Tod eines samoanischen Priesters


Im November 1918 wütete die Influenza auch auf Samoa. Ein Fünftel der Bevölkerung starb innerhalb von drei Wochen an der Krankheit.
Auf der Insel Savia (wohl Savai’i) wirkte ein eingeborener Priester Namens Anitalea. Er schreckte nicht vor der Ansteckungsgefahr zurück und brachte den Kranken die Tröstungen unserer heiligen Religion. 
Sein Pfarrer P. Doumeizel versorgte die nähergelegene Umgebung, während er in den weiter entfernten Dörfern tätig war. Schließlich erkrankten auch die beiden Priester, und P. Doumeizel lag schon bald im Sterben. 

Trotz schweren Fiebers machte sich P. Anitalea auf die Nachricht von dem bevorstehenden Tod seines Vorgesetzten auf den mehrstündigen Weg, auf dem er zwischendurch wegen Ermüdung zusammenbrach. Als er schließlich die Hauptstation erreichte, begab er sich sofort daran, seinem Pfarrer die hl. Sakramente zu spenden. Als er das Allerheiligste aus dem Tabernakel nehmen wollte, brach er mehrmals zusammen. Schließlich schaffte er es mit dem letzten Aufgebot seiner Kräfte, dem sterbenden Pfarrer die heilige Wegzehrung zu bringen. Danach ging er in sein Zimmer.

Am nächsten Tag fand man ihn tot vor – er trug noch die Stola, in den Händen hielt er das Rituale und das heilige Öl…


(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, Nr. 5/8, 1951)

Sonntag, 12. Januar 2014

Christentum und Kindersegen

Über die Volkszahl der Stämme Neuguineas und die Aussichten ihres Fortbestehens hörte man bisher kaum andere als ungünstige Berichte. Unzucht, künstliche Unfruchtbarkeit und Verbrechen am keimendem Leben (kommt einem bekannt vor, oder?) ließen die Entvölkerung ausgedehnter Landstriche für die nahe Zukunft befürchten. 

Wir teilten schon mit, dass es im Süden von Niederländisch-Neuguinea den Glaubensboten im Verein mit der Obrigkeit gelang, dem Verfall Einhalt zu tun. 
Aus Kaiser Wilhelmsland, das bis heute außer den deutschen Vätern vom Göttlichen Worte höchstens eine kleine Zahl katholischer Priester beherbergt, kommt uns eine gleich freudige Botschaft. Ein Vater und eine Mutter mit zehn Kindern ist keine Seltenheit. 

Die weißen Australier mit ihren zwei oder drei Kleinen sind starr vor Staunen. „Das ist der Segen des Christentums“, pflegt ihnen P. Niedenzu auf ihre Fragen zu antworten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Samstag, 14. Dezember 2013

Ein fliegender Missionar


Ein französischer Missionar, im Krieg Fliegerleutnant, ist nach Britisch-Neuguinea zurückgekehrt und gedenkt dort eine Fliegerstation einzurichten. Dann wird es nicht mehr nötig sein, sein Leben auf gefährlichen Bootfahrten zwischen Felseninseln und Klippen aufs Spiel zu setzen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)