Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Mittwoch, 14. Januar 2015

Zum Fest des seligen Petrus Donders C.SS.R.

Sel. Petrus Donders (Quelle: Roger Veringmeier)
Der selige Petrus Donders C.SS.R. war ein Redemptoristenmissionar, der unter den Aussätzigen in Surinam wirkte. Er starb am 14. Januar 1887. Seine Lebensgeschichte findet sich hier und hier. Unter diesem Link kann man ein altes Sterbebild des Seligen sehen. Wer Niederländisch spricht, findet hier einen langen und reich bebilderten Artikel über ihn, allerdings kann ich nicht für den Inhalt bürgen, weil ich es selbst nicht verstehe.


Seliger Petrus Donders, bitte für uns und für Surinam!

Dienstag, 10. Dezember 2013

Soldat Christi und Vater der Aussätzigen

P. Lemmens C.SS.R. als Offizier und Redemptorist

Am 19. September 1906 verschied zu Paramaribo, der Hauptstadt von Niederländisch-Guayana, der Redemptoristenmissionär P. Felix Heinrich Lemmens als würdiger Nachfolger des Aussätzigenapostels P. Damian. 

Geboren am 28. Juli 1850 zu Maastricht, widmete sich Felix Heinrich zunächst der militärischen Laufbahn. Wegen seines aufgeräumten munteren Wesens war er Liebling seiner Kameraden und wurde als Mann treuer Pflichterfüllung auch von seinen Vorgesetzten sehr geschätzt. 

Besondere Achtung erwarb er sich durch sein charakterfestes Bekenntnis seines Glaubens mitten in stark gemischter, ja vorwiegend protestantischer Umgebung. Als einst in einer Gesellschaft zu Haag das Gespräch auf Religion kam und einige Offiziere sich darüber spöttelnde Bemerkungen erlaubten, verwies Lemmens ihnen sofort und so nachdrücklich das Ungeziemende ihres Benehmens, dass ein anwesender Hauptmann voll Anerkennung sich äußerte: „Allen Respekt vor solcher Überzeugungstreue.“

1878 wurde Leutnant Lemmens in die Garnison von Surinam versetzt und erwarb sich auch hier die allgemeine Liebe und Achtung. Einer seiner damaligen Freunde und Bekannten war der Rechtsanwalt Herr Borret, Mitglied des Gerichtshofs von Surinam. Als derselbe unerwartet seine Stellung niederlegte, um Priester und Mitglied der Kongregation des allerheiligsten Erlösers zu werden, deren Wirken in Surinam er zu bewundern Gelegenheit gehabt, beschloss der junge Offizier, dem Beispiel zu folgen. 

Am 8. Dezember 1882 legte er nach dem Beispiel des hl. Alfons von Liguori seinen Degen zu Herzogenbusch auf den Altar und vertauschte die schmucke Uniform mit dem schlichten Ordensgewand eines Redemptoristen (siehe Bilder oben).
Nach Vollendung seiner Studien zu Witten bei Maastricht empfing Lemmens am 8. Oktober 1886 die heilige Priesterweihe. Bald darauf ging sein Herzenswunsch, als Priester und Apostel nach Surinam zurückzukehren und der schwierigen Mission seine ganze Kraft weihen zu dürfen, in Erfüllung. 

Zunächst wirkte er als erster Pfarrer an der Grenze von Britisch-Demerara (heute Guyana) gelegenen Neugründung Niew-Nickerie, dann kam er auf die Missionstation Albina am Maroni, dem Grenzfluss zwischen Surinam und Cayenne (heute Französisch-Guayana). 

Mit Vorliebe nahm er sich hier der eingeborenen Indianer und der Buschneger an und machte ihretwegen weite apostolische Fahrten ins Innere. Auf den im Maroni zerstreut liegenden kleinen Eilanden fand er aber noch andere arme Schäflein, welche des priesterlichen Trostes am meisten bedurften.
Es waren die mit dem Aussatz geschlagenen Sträflinge der benachbarten französischen Kolonie, die hier als Verbannte ein einsames und verlassenes Dasein fristeten. 

Einmal wöchentlich brachte man ihnen etwas Nahrung. Sonst blieben sie in ihren elenden Hütten sich selbst überlassen. Voll Mitleid besuchte sie P. Lemmens von Albina aus, verband ihre scheußlichen Wunden und brachte ihnen die Tröstungen der heiligen Religion. 
Es scheint, dass der gute Pater in seinem Eifer die nötigen Vorsichtsmaßregeln außer Acht ließ; gewiss ist, dass er auf einmal die Zeichen der schrecklichen Krankheit an sich selber wahrnahm. 
Das bedeutete für ihn die Absonderung vom menschlichen Verkehr und ein langsames Hinsterben. 
Um sich nützlich zu machen, bot er sich an, die Seelsorge der Aussätzigen in der St. Gerard Majella-Stiftung zu übernehmen, wo der Apostol. Vikar von Surinam, Bischof Wulfingh, den Aussätzigen ein Heim und in den Tilburger Schwestern liebevolle Pflegerinnen gegeben hatte.

Hier brachte P. Lemmens die vier letzten Jahre seines Opferlebens zu. Sein liebevoller Eifer und das heroische Beispiel seiner Geduld im eigenen Leiden gab seinem priesterlichen Wirken eine ungewöhnliche Kraft und brachte viele verhärtete Sünder zu Gott zurück. Den heiteren Charakter des ehemaligen Offiziers vermochte auch das traurige Siechtum nicht zu trüben. 
Durch Abfassung unterhaltender Theaterstücke und Aufführung von Konzerten und fröhlichen Festlichkeiten für die Aussätzigen tat er alles, um ihnen ihr hartes Los zu erleichtern und um sie her den Sonnenschein der Freude zu verbreiten.

Inzwischen hatte sein Leiden unaufhaltsam Fortschritte gemacht und die Kräfte des erst 56-jährigen Mannes aufgezehrt. Am 18. September v.J. empfing der Kranke noch einmal bei vollem Bewusstsein die heiligen Sterbesakramente und eilte am folgenden Tage in die Arme seins göttlichen Meisters, dessen treuer Jünger er gewesen. 

Ein feierliches Begräbnis ehrte das Andenken des heiligmäßigen Priesters; die schönste Grabrede aber waren die Tränen der Aussätzigen, denen er ein so treuer Freund und Vater gewesen. R.I.P.


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)

Mehr über die Redemptoristen von Surinam in der Aussätzigenpflege hier, darunter die Geschichte des seligen P. Donders C.SS.R.

Samstag, 20. April 2013

Ein weiterer Held der katholischen Aussätzigenpflege



Der „Pilot“ von Boston meldet den Tod eines Märtyrers der christlichen Liebe, der wie P.Damian sich der Pflege der Aussätzigen geweiht hatte. Derselbe heißt P. Johann Bakker und gehörte dem Redemptoristenorden an.
Schon seit 1866 weilte er bei seinen geliebten Pfleglingen in Surinam. Vor zehn Jahren fühlte er sich von der Krankheit, die ihn seither unaufhörlich peinigte, befallen.
Besonders waren die letzten Monate seines Lebens äußerst qualvoll, da die Ärzte sich gezwungen sahen, ihm die Finger abzunehmen, und er daher in allem fremder Hilfe bedurfte. Nichtsdestoweniger zeigte er sich jederzeit gottergeben, ja heiter in seinem Leiden.
P. Bakker war ein Holländer und ist der dritte Redemptorist, der im Dienste der Aussätzigen in Surinam starb. Diese Unglücklichen sind zwar größtenteils nicht katholisch, doch hat man bis jetzt nur katholische Geistliche in ihrer Mitte gesehen.
Wie in Molokai weilen auch hier unerschrockene Ordensschwestern (Franziskanerinnen), welche die kranken Frauen und Kinder pflegen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1891)


Mehr über P. Bakker hier (Englisch).

Samstag, 17. März 2012

Ein würdiger Sohn des hl. Alfons (Teil 2) — Aussätzigenpflege


Ein weiteres Vorbild der hochherzigen Nächstenliebe bietet uns die Tätigkeit Donders in Batavia, einem abgelegenen Orte, den die Regierung zum Aufenthalt für die Aussätzigen bestimmt hatte.
Im Beginne des Jahres 1856 trat er dort das Amt eines Seelsorgers an. Bald hatte er die Liebe und das Vertrauen all seiner Pflegebefohlenen gewonnen.
Wie der gute Hirt, der sein Leben für seine Schafe gibt, so kannte auch Donders keine Schonung seiner selbst bei der Sorge für die Aussätzigen. Nachdem er des Morgens vor ihnen das heilige Messopfer dargebracht und sich durch Gebet zu seinem Liebeswerke gestärkt hatte, besuchte er nacheinander alle seine Kranken. Furchtlos betrat der Diener Gottes die armseligen, niedern Hütten, die, wie er selbst berichtete, mehr Behausungen für Tiere als Wohnungen für Menschen glichen.
Mochte die Krankheit noch so abstoßend, der Geruch noch so ekelerregend sein, nichts konnte ihn davon abschrecken. Mit der Liebe einer Mutter nahm er sich der Ärmsten an, sorgte für ihre geistlichen Bedürfnisse wie für ihre leiblichen Nöte, machte die elenden Lagerstätten zurecht, reinigte die Wohnungen und verband mit größter Sorgfalt ihre Wunden.
Des Nachmittags setzte er die Besuche fort und des Abends gab er Unterricht im Katechismus. Daran schloss sich ein gemeinschaftliches Gebet, das mit dem Rosenkranz zu Ehren der Trösterin der Betrübten und einem negerenglischen Liede beendet wurde.
Im Jahre 1865 wurde die Kongregation des allerheiligsten Erlösers mit der Mission in Surinam betraut. Bereits vor 30 Jahren hatte unser Missionär noch als Student zweimal vergeblich um die Aufnahme in diese Kongregation nachgesucht. Nicht lange nach der Ankunft der Patres in Surinam erneuerte er, jetzt mit Erfolg, seine Bitte.
Er musste nun Batavia verlassen, um in Paramaribo die Prüfungszeit durchzumachen. Bereits nach achtmonatlicher Vorbereitung wurde er, mit Bewilligung des Generaloberen, am 24. Juni 1867 zur Ablegung der Gelübde zugelassen und bald darauf nach Batavia zurückgeschickt.
Am 13. August desselben Jahres betrat er wieder den ihm so teuren Boden, und alle Aussätzigen eilten voll Freude zum Landungsplatz, um ihren geliebten Hirten und Vater aus vollstem Herzen willkommen zu heißen.
Vielleicht hat nie ein Fürst, der nach glorreichen Siegen über alle seine Feinde ruhmgekrönt inmitten eines glänzenden Gefolges in feierlichem Triumph wieder in seine Hauptstadt einzog, ein solches Übermaß an Glück und Freude empfunden wie P. Donders, als er, umgeben von seinen lieben Aussätzigen, nun wieder dem ärmlichen Gotteshaus seine Schritte zulenkte.
Mit frischem Mut und erhöhtem Eifer setzte dann der Diener Gottes als würdiger Nachfolger des Erlösers sein schweres Opferleben in Batavia noch viele Jahre fort.
Bei all seinen Mühen und Arbeiten führte er ein Leben strenger Abtötung. Bis zu seinem 75. Jahre beobachtete er pünktliche alle von der Kirche und der Ordensregel vorgeschriebenen Fasten. Dreimal enthielt er sich in der Woche des Frühstücks, bis ihm beides vom Obern mit Rücksicht auf seine schwache Gesundheit untersagt wurde. Endlich nahte der Tag, an dem der Herr seinem treuen Diener den ewigen Lohn gewähren sollte.
Am letzten Tag des Jahres 1886, nach der Abendpredigt, fühlte sich P. Donders unwohl. In der Nacht vom 5. Auf den 6. Januar bat er um die heiligen Sterbesakramente, welche er mit der ihm eigenen feurigen Andacht empfing. Am Dreikönigsfeste richtete er noch mit schwacher Stimme an den ihn pflegenden Pater die Bitte: „Haben Sie die Güte, in meinem Namen meine Pfarrkinder um Verzeihung zu bitten. Legen Sie ihnen ans Herz, dass sie nach meinem Tode die gegebenen Ermahnungen befolgen, besonders jedoch, dass sie suchen sollen, zu erkennen, welch großes Übel die Sünde ist.
Nicht lange nachher schlummerte er in ein besseres Jenseits hinüber. 45 Jahre waren seit seiner Landung in Surinam verflossen; 25 hatte er als Weltpriester und 20 als Ordensmann unter den schwersten Mühen und Entbehrungen in der Mission gearbeitet und mit kurzer Unterbrechung 30 Jahre Hindurch sich dem Dienst der Aussätzigen gewidmet.



(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Mittwoch, 14. März 2012

Ein würdiger Sohn des hl. Alfons (Teil 1)


Am 13. Juli d. J. hat in Herzogenbusch der Diözesanprozess in Sachen Seligsprechung des Dieners Gottes Petrus Donders aus der Kongregation des allerheiligsten Erlösers (Redemptoristen) seinen Anfang genommen. Er war Missionär in Surinam. Unsere Leser werden gerne einen kurzen Abriss seines Lebens erhalten; wir folgen dabei dem ausführlicheren Bericht der Katholiske Missiën (Jahrg. 1900, S. 94 ff.).

P. Donders wurde am 27. Oktober 1809 zu Tilburg, einer Stadt in der holländischen Provinz Nordbrabant, von frommen, aber armen Eltern geboren. Schon als Kind äußerte Peter das lebhafte Verlangen, einmal Priester zu werden. Seine Gesundheit war jedoch so schwach, dass von einem regelmäßigen Schulbesuch keine Rede sein konnte.
Als er etwas größer und stärker geworden war, musste er seine Eltern in der Sorge um den nötigen Lebensunterhalt unterstützen. Er wurde Weber. Voll Gottvertrauen und fröhlichen Mutes ging er an die Arbeit. Aber der Erfolg seiner Bemühungen war nichts weniger als befriedigend.
Wenn der junge Donders seine Webstücke einlieferte, so klagte der Meister, dass seine Hände doch gar ungeschickt und er ein armer Stümper in der Arbeit sei. „Aber man muss ihm durch die Finger sehen,“ fügt er dann bei, „weil er so viel mit dem lieben Gott verkehrt.“
Das Verlangen und die Hoffnung, Priester zu werden, gab Peter inzwischen nicht auf. Aber seine dürftigen Verhältnisse und der Mangel an geistiger Begabung waren lange Zeit unüberwindliche Hemmnisse. Dank den Bemühungen seines Pfarrgeistlichen erhielt er endlich im Sommer 1831, im Alter von 22 Jahren, eine Stelle als Bedienter im Knabenseminar zu St. Michiels-Gastel, mit der Befugnis, die freie Zeit den Studien zu widmen. Mit letzteren wollte es, trotz allen Eifers, lange nicht recht voran.
In allen Fächern war er einer der letzten; nur im Katechismus und in der Biblischen Geschichte hatte er stets einen der ersten Plätze. Fleiß, Ausdauer und Gebet überwanden jedoch alle Schwierigkeiten. Nach sechs Jahren wurde ihm die Aufnahme in das Priesterseminar gewährt, nachdem er sich zweimal vergeblich um Zulassung in eine religiöse Genossenschaft bemüht hatte.
Am 5. Juni 1841 empfing er die heilige Priesterweihe. Sein feurigstes Verlangen war nun, als Missionär in einem fernen Lande am Heil der Seelen zu arbeiten. Bald reiste er dann auch in die Mission von Surinam ab und landete am 1. September 1842 bei Paramaribo, der Hauptstadt.
Seine erste Tätigkeit bestand darin, dass er den Kindern Katechismusunterricht erteilt. Denn er sah bald ein, dass es ein vergebliches Bemühen wäre, aus der so tief im Lasterleben versunkenen Bevölkerung einen tüchtigen Kern zu einer eifrigen, wahrhaft katholischen Gemeinde zu bilden. Die Jugend musste vor der Verderbnis bewahrt und auf den guten Weg geleitet werden. Mit unverdrossenem Mut gab er sich jeden Morgen diesem Werk hin und ließ sich nie durch Ungeduld oder Überdruss davon abhalten.
Einen Beweis seines Heldenmutes gab er im Jahr 1851, als das gelbe Fieber mit außerordentlicher Heftigkeit in Paramaribo wütete. Nicht bloß war das geräumige Spital mit Kranken überfüllt; es gab auch sonst in der Stadt fast kein Haus, das nicht einen oder mehrere beherbergte.
Inmitten der allgemeinen Not ging der eifrige Priester umher, um den Leidenden zu helfen, den Sterbenden beizustehen, die Weinenden zu trösten, den Verstorbenen die letzet Ehre zu erweisen und die Gesunden vor der Ansteckung zu bewahren. Dreimal besuchte er täglich die Kranken im Spital, darauf die in der Stadt, so dass der ganze Tag, die brennend heiße Mittagsstunde nicht ausgenommen, ein ununterbrochener Krankenbesuch war.
Denen, welche ihn auf die ihm und seiner Herde drohende Gefahr hinwiesen, antwortete er: „Ich bin nicht verpflichtet zu leben, wohl aber, mein Amt zu versehen.“ Endlich wurde auch er vom gelben Fieber ergriffen.
Aber mehr bekümmerte ihn das Los seiner unglücklichen Kinder als das eigenen. Wie gerne hätte der liebevolle Seelenhirt sein Leben hingegeben, wenn er dadurch den strafenden Arm Gottes von ihnen hätte abwehren könne!
Nach vierwöchentlichem Leide genas er indes wieder, und kaum hatte er das Krankenbett verlassen, so nahm er mit ungebeugtem Mut die Besuche wieder auf, um durch Wort und Tat die unbeschreibliche Not zu lindern.



(Aus: die katholischen Missionen, 1901)