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Samstag, 30. August 2025

St. Rose's missionary zeal

 "Not less than about the fate of the inhabitants of Chile who also returned to paganism [like some Indians did in Peru], the saint wept about the Chinese and the Turks and desired to be torn to pieces if thus she could save a single soul. She could not travel to these countries, but her fervent words enkindle the zeal of preachers and missionaries and her prayers accompany their apostolic wanderings."


(Translated from "Leben der Heiligen Gottes", Innsbruck 1866).

Samstag, 3. September 2016

Papst Pius X. als Beschützer der Indianer Südamerikas



Ein besonders großes Mitleid empfand Pius X. mit dem traurigen Lose der Indianerbevölkerung Südamerikas. Hier, wo einst das Missionsleben so herrlich geblüht hatte, war die einheimische Bevölkerung durch die meist gottlosen Regierungen der verschiedenen Republiken der unerhörtesten Ausbeutung und den entsetzlichsten Grausamkeiten geldgieriger und schamloser Abenteurer ausgesetzt.

Schon im zweiten Jahre seines Pontifikats trat Pius X. für die geknechteten Indianer ein. Er richtete an den gesamten Benediktinerorden ein Schreiben, in dem er alle Klosterorbern aufforderte, ja anflehte (exhortamur immo et obsecramus), alle Mönche, die mit dem Abt Gerard van Caloen nach Brasilien gehen wollten, mit Freuden ziehen zu lassen, damit das so arg verlassene Ackerfeld treffliche Arbeiter erhalte. Der Ruf verscholl nicht ungehört, und im Jahre 1909 wurde die Mission am Rio Branco tief im Inneren Brasiliens gegründet.

Auch andere Ordensleute wie die Kapuziner, Franziskaner, Dominikaner, die Väter vom Heiligen Geist, die Salesianer Don Boscos drangen weiter in die Wälder vor, wohin sich die Indianer vor den Weißen geflüchtet hatten, und suchten die oft nur spärlichen Überreste früher starker Volksstämme zu sammeln und zu retten.

Im Verlauf weniger Jahre konnte Pius X. in Kolumbien die Apostolischen Präfekturen Caquetá (1904) und Chocó (1908) und die Apostolischen Vikariate Goajira (1905) und Llanos de S. Martín (1908), in Brasilien die Apostolischen Präfekturen Rio Negro (1910), Alto Solimôes (1910), und Teffe (1910) sowie die Prälaturen Santarem (1903), Araguaya (1911) und Registro da Araguaya (1914) errichten und die Apostolische Präfektur Urubamba in Peru (1913) zum Vikariat erheben.

Aber noch einmal erhob der Papst seine Stimme zu Gunsten der Indianerbevölkerung. Er tat es in der feierlichsten Form durch die Enzyklika Lacrimabili statu vom 7. Juni 1912 an den gesamten Episkopat von Lateinamerika. Voll Ernst und Schmerz beklagte der Heilige Vater die Gräuel, die namentlich an den Eingeborenen im Putamayogebiet begangen worden seien, und stellte sie den Schandtaten des verkommensten Heidentums an die Seite. 

Dann ermunterte er die Bischöfe, für die armen Kinder der Wälder Anstalten christlicher Nächstenliebe zu errichten, bestimmte, dass von Vergehen wie Verkauf oder Entführung von Indianern in Zukunft nur noch die Bischöfe die Lossprechung erteilen könnten, und versprach, selber die Gründung von neuen Missionen in die Hand nehmen zu wollen.

Dem Versprechen folgte sofort die Tat. Er berief englische und irische Franziskaner für die schwere Aufgabe im Putamayogebiet und hatte zugleich die Freude, dass das arme katholische England in wenigen Wochen 40.000 Mark für das zu gründende Unternehmen aufbrachte. 


(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Freitag, 12. Februar 2016

Die Freude über die Aussendung in die Missionen



Kaspar Rueß S.J. aus Haunstetten (heute Stadtteil von Augsburg), einer der ersten deutschen Jesuiten, die in die Mission geschickt wurden, beschreibt seine Freude über die Aussendung:

„Ich weiß gar nicht, was ich anfangen soll. Ich bin so voll des Jubels und außer mir vor Freude. Wahrhaft beseligt hat mich Ew. Paternität [der Ordensgeneral, P. Viteleschi] durch die so frohe Botschaft. Ich weiß auch nicht, was ich auf Erden Lieberes hätte vernehmen können. Ja ich gehe, ich fliege, wohin der gute Gott, wohin der heilige Gehorsam mich ruft. Nicht schreckt mich die blutige Mörderhand, nicht vermögen weder die Fluten des unermesslichen Ozeans noch die wilden, grausamen Sitten der Barbaren mich einen Augenblick in meinem Vorhaben wankend zu machen…“

Er starb 1624 in Peru den Martertod.


(Aus: die katholischen Missionen, 1913)

Freitag, 31. Januar 2014

War der heilige Apostel Thomas in Amerika? Predigt auf Englisch


Hinweis: Leider wurde anscheinend diese wie auch alle anderen Predigten dieses Priesters gelöscht, es gibt jedoch einen Trick, sie sich dennoch im Stream anzuhören: einfach auf den Link unter "Download Link" klicken. (Nachtrag: alle Predigten dieses Priesters können jetzt hier angehört werden)

Was in dieser Predigt gesagt wird, wird man heute wohl kaum noch hören, dennoch war man im 19. Jahrhundert sicher kein Sonderling, wenn man diese Position vertreten hat. 

Der Prediger baut seine Predigt um die Überlieferungen der Urbevölkerung Amerikas auf, so wurden beispielsweise bei den Azteken von einem weißen, bärtigen Mann berichtet, der vor einem Gott predigte, der der Sohn einer Jungfrau war, und durch Kreuzigung an einem Freitag zu Tode kam. In Brasilien wurde ebenfalls von einem weißen, bärtigen Mann berichtet, der den Einheimischen gepredigt hat. Dieser Mann soll der heilige Apostel Thomas gewesen sein.


Auch in den katholischen Missionen wurde diesem Thema ein Aufsatz gewidmet, in einer anderen Ausgabe wurden die Überlieferungen der Azteken vor der Ankunft der Spanier thematisiert. 


Da für Gott nichts unmöglich ist, ist es nichts ungewöhnliches oder absurdes, so etwas zu glauben, wie der Priester am Ende der Predigt hervorhebt. 

(Selber Prediger wie bei dieser Predigt)

Freitag, 15. November 2013

Will die katholische Kirche die Menschen dumm halten? (Teil 1) – die Missionare und die Sprachforschung


Wenn Sie vielleicht mal, was heutzutage sehr oft passieren kann, im Gespräch oder in einer Uni-Vorlesung zu hören bekommen, dass die katholische Kirche die Leute dumm halten wollte (in diesem Wortlaut habe ich das bereits auf einer höheren Bildungsanstalt gehört) oder etwa, wie uns der öffentliche Rundfunk, den wir, ob wir wollen oder nicht, mit unserem Geld unterstützen, erzählen möchte, dass Missionare fiese Kerle sind, die die Sprachen der Einheimischen verbieten, ist es gut zu wissen, dass, wie in vielen anderen wissenschaftlichen Gebieten, die katholische Kirche einen unschätzbaren Beitrag zur Sprachforschung, besonders im Fall der exotischen Sprachen, geleistet hat.

Nachfolgend eine Liste von Ordensleuten, die sich auf diesem Gebiet hervorgetan haben. Bei den Missionaren, bei denen nicht klar war, wo genau sie gewirkt haben, ist das Verbreitungsgebiet der Sprache in Klammern angegeben.

Es handelt sich dabei nur um eine sehr kleine Auswahl.

Dominikaner:

Bischof Ignaz Ibañez O.P. Bischof in Taiwan, 19. Jhd. (?) : chinesisches Wörterbuch und kleinere Werke zur Amoi-Sprache

Domingo de S. Thoma O.P., Missionar in Peru im 16. Jhd.: Grammatik und Vokabular des Quechua

Bernardo Lugo O.P., 17. Jhd.: Grammatik des Chibcha (Zentral- und Südamerika)

Raymund Berton O.P., 17. Jhd.: Werke über das Karaibische (Südamerika)

Luis Cancer O.P. und Domingo de Bico O.P. (16. Jhd.).: Schriften in der Quiché-Sprache (Guatemala)

Francisco de San José O.P., Missionar auf den Philippinen im 16/17. Jhd.: Tagalog-Grammatik, führte 1590 den Buchdruck auf den Philippinen ein

P. Maxime Le Clerq O.F.M., Missionar in Kanada im 17. Jhd.: erfand Schriftzeichen für die Sprache der Mikmak-Indianer

Franziskaner:

P. Franz Pareja O.F.M. Missionar in Florida im 16. Jhd.: Katechismus in der Sprache der Tumucua-Indianer sowie Grammatik und Wörterbuch in derselben

Ildefonso Flores O.F.M.: Professor des Cakchiquel an der Universität in Guatemala (19. Jhd.?)

Basilius Rollo von Gemona O.F.M., Apostolischer Vikar von Schansi-Schensi, China (+1703): Verfasser des Dictionarium Sinico-latinum, das zumindest noch im frühen 20. Jhd. als Hauptwerk für das Chinesische galt

Markus von Lisboa O.F.M., Missionar im 17. Jhd. auf den Philippinen: Katechismus und Wörterbuch des Bicol-Dialekts

Darüber hinaus haben sich zahlreiche Franziskaner der Erforschung der mexikanischen Sprachen (Aztekisch etc.) gewidmet


Hl. Franz Xaver S.J. mit Mitbrüdern: Übersetzung eines Katechismus in das Malabarische

P. Enrique Henriquez S.J., Gefährte des hl. Franz Xaver an der Fischerküste in Indien: Grammatik und Wörterbuch des Tamil

P. Roberto de Nobili S.J., Missionar in Indien (+1656): apologetische und asketische Schriften im Sanskrit

Juan Fernandez S.J., Laienbruder in Japan (1567): Erste japanische Grammatik mit Lexikon

Lorenzo Hervás y Panduro S.J. (+1809): Einer der Vorreiter der vergleichenden Sprachwissenschaften, sammelte Proben von 307 Sprachen und Grammatiken von 40 Sprachen und erforschte mit großem Eifer die malaiischen Sprachen.

Picpus-Gesellschaft:

Florentin „Tepano“ (Stephan) Jaussen SS.CC., apostolischer Vikar von Tahiti (+1891): Übersetzung des Neuen Testaments in die Gilbert-Sprache (Kiribati)

Missionare vom heiligsten Herzen:

P. Erdland M.S.C.: Grammatik der Marshall-Sprache

Weiße Väter:

Msgr. Léon Livinhac M.Afr. Apostolischer Vikar von Viktoria-Nyanza, später Generaloberer: Grammatik der Ugandasprache

Msgr. August Hacquard M.Afr., Apostolischer Vikar der Sahara und des französischen Sudans: Grammatik der Bambara-Sprache


(Quelle: Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Dr. Max Heimbucher, Verlag Ferdinand Schöningh, 1907)

Hier erfahren Sie mehr über die Missionare und die Naturwissenschaften

Freitag, 4. Oktober 2013

Die Franziskaner im peruanischen Dschungel

Schon bald nach der Enzyklika Pius X. (Lacrimabili statu, lesenswert) vom 7. Juni 1912 über das traurige Los der Indianer im Putamayogebiet zogen englische Franziskaner nach den tiefsten Urwäldern Perus, um sich der bedrängten Eingeborenen anzunehmen.

 In einem Berichte an den Generalminister des Ordens legt der Missionsobere P. Leo Sambrook die Schwierigkeiten des Unternehmens dar. Er führt als hauptsächlichste an den Mangel an Indianerkolonien, die Verschiedenheit der Sprachen, da die 9.000 Indianer nicht weniger als sieben Idiome sprächen, und die gewaltige Abneigung vor allem, was europäische und christliche Kultur bedeute.
Von den Erwachsenen, meint der Obere, sei kaum etwas zu erwarten; man müsse mit den Kindern den Anfang machen. Aber auch hier könne man nur auf äußerst langsame Fortschritte rechnen. Der Familienzuwachs sei gering, die Kindersterblichkeit aber groß, und außerdem wollten die Väter nichts von einer Taufe ihrer Kinder wissen, da diese ihnen nur Unheil brächte.

Im Gebiete von La Chorrera, das die dichteste Indianerbevölkerung besitzt, gründeten die Franziskaner eine Schule, um allmählich die Jugend zu gewinnen. Heute zählt sie etwa 40 Kinder. Eine zweite Station gründeten die Patres im Bezirk Esmeralda, wo sich eine kleine Kolonie von 300 Indianern befindet. Die Hauptaufgabe der Missionäre besteht einstweilen darin, das Land zu erforschen, mit den scheuen Wilden Beziehungen anzuknüpfen, ihre Sitten und Gebräuche zu studieren und sich deren Sprache anzueignen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Donnerstag, 5. September 2013

Papst Benedikt XV. warnte vor protestantischer Propaganda in Peru

Papst Benedikt XV

In einem ernsten Schreiben, datiert 1. Januar 1919, hat sich der Heilige Vater an die Oberhirten der Nachbarrepublik Peru (zuvor war von Bolivien die Rede) gewandt. 
Er weist darin auf die Werbetätigkeit der Protestanten hin, die dort Unkraut säten, und dies „in nicht geringer Zahl und nicht ohne Erfolg“, durch Schulen und öffentliche Lehrstellen, durch Verbreitung von Zeitungen und Büchern, durch Männer- und vor allem Jünglingsvereine, besonders aber durch reiche Schenkungen an Arme, durch welche Mittel sie nicht nur einzelne, sondern ganze Familien und Gemeinden zu gewinnen suchten, „während die Menschen schliefen“. 

Der Papst überlässt es den Bischöfen, zu entscheiden, ob die der Kirche dadurch schon zugefügten Verluste der Nachlässigkeit und Untätigkeit ihres Klerus zuzuschreiben seien, und fordert sie mit eindringlichen Worten auf, vor allem durch Wachsamkeit, regelmäßige Predigt und Katechese, Christenlehrvereine sowie Gründung und Neuordnung von Priesterseminaren dem Unheil zu steuern. 

In Peru ist die katholische Religion Staatsreligion, die Protestanten zählten noch vor einigen Jahren kaum hundert Anhänger. Der bisherige Präsident hatte Papst Benedikt XV. zu seiner Thronbesteigung telegraphisch seine Glückwünsche übersandt. Vergangenen Juli riss die Revolution die Herrschaft an sich. Ob die Kirche unter der neuen Regierung besseren Zeiten entgegengehen wird, muss die Zukunft lehren.

(Aus: die katholischen Missionen, 1920)

Mittwoch, 22. Mai 2013

"Kein ander Lehr haben die Barfüsser in der neuen Welt ausgesät, dann die alt Römisch, Catholisch und Seligmachende Lehr"


 
St. Franziskus Solanus: sein Leben war seiner Lehr gar ähnlich


Im Jahre 1617 erschien zu Ingolstadt bei Frau Wittib Elisabeth Angermairin die von P. Tobias Hendechelius O.S.F. verfasste „Relation von der frewdenreichen Bekehrung des Königreiches Voxu von Japon“. Ihr hatte P. Calentin Fricius O.S.F., Generalkommissar des Ordens für Deutschland, Polen, Ungarn und Böhmen und Beichtvater des Erzherzogs Matthias von Österreich, eine Abhandlung über die Missionen seiner Mitbrüder beigefügt mit dem Titel „Indianischer Religionsstandt der gantzen newen Welt beyder Indien“. Im neunten Kapitel gibt uns der Verfasser eine Schilderung vom Leben der damaligen Franziskanermissionäre. Da das seltene Werk wohl den meisten unserer Leser unzugänglich ist, wollen wir die Ausführungen des Generalkommissars mit einigen Kürzungen im Folgenden wiedergeben.

Das neunt Capitul

Lehr, Leben, Wandel, Sitten und Bräuch, der Franziskaner, so in Indien (gemeint sind hauptsächlich die herrlichen Missionen der Franziskaner in Mittel- und Südamerika) gereist und wohnen.

1. Kein ander Lehr haben die Barfüsser in der neuen Welt ausgesät, dann die alt Römisch, Catholisch und Seligmachende Lehr.

2. Ihr Leben und Wandel war ihrer Lehr gar ähnlich und gemäß. Haben auch das wenigst nicht gepredigt, das sie auch nicht zuvor im Werk vollbracht hätten.


3. Zweier Ding haben sie sich beflissen: der großen Andacht und Bekehrung und was von diesen anhängig.

4. Mit den allerschlechtesten, geringsten und verächtlichsten Kleidern waren sie angetan.

5. Zu Fuß durchzogen sie über Wasser und Land alle Inseln und Provinzen.

6. Ihr Lager und Bett waren Stein, Heu und der harte Erdboden.

7. Kräuter, Brot und Wasser war ihr Speiß und trank.

8. Der helle Himmel, die von ihnen aufgerichten Hüttlein und Höhlen waren ihre Häuser.

9. Für Schwerter und Waffen trugen sie Kruzifix und Brevier.

10. Des Golds haben sie gar nit geacht, obwohl Indien dessen so voll gewesen, dass man auch ganz güldene Wänd an Häusern gefunden, die Roß damit beschlagen und auch viel Berg gesehen worden, in welchen mehr Gold dann Erde gewesen.

11. Armut war ihnen viel angenehmer, dann den Weltkinder der Reichtum, derowegen sie dann auch überaus von Indianern und anderen Geistlichen geliebt worden bis heutzutag.

12. Auf eine Reiß zogen sie mehrmalen bei 100 oder 200 Meilen, bemühten sich allein mit Predigen, Taufen, Bekehrung, Zerbrechen der Abgötter und ließen sich auch nicht abwendig machen, obgleich einer oder mehr aus ihnen martyrisiert, erschossen oder erschlagen worden.

13. Auf der Reiß haben sie jederzeit alle notwendige Sachen zum Tauf und Meßlesen mit sich getragen.

14. Die Geheimnisse unseres hl. Glaubens, die 10 Gebote, die 7 Todsünd usw. lehrten sie die Indianer durch gemalte und in Teppich eingewirkte Figuren und Bilder.

15. Aufs äußerst haben sie sich beflissen, damit die hl. Hochwürdigen Sakrament mit höchster Ehr, Reverenz und Solemnität administriert und empfangen wurden.

16. Nicht weniger Müh haben sie ausgestanden, bis sie das hin und herlaufend, zerstreute Volk aus den Wäldern in eine Gemein und Gesellschaft zusammengebracht haben.

17. Gleichfalls lag ihnen nicht geringer am Herzen, wie sie allerlei Sprachen lernen könnten, damit sie nur möchten viel einschneiden und viel Nutzen schaffen. So artlich, so lieblich, so zierlich haben sie in diesen fremden Sprachen Bücher geschrieben und gepredigt, daß solches für das größte Wunder zu halten, so je die Allmacht Gottes in Indien durch sie gewirkt.

18. So emsig waren sie im geistlichen Schnitt, daß ein einziger Franziskaner 40.000 getauft hat, wie Christophorus de capite Fontium in der Vorred unsrer privilegiorum zu Paris gedruckt, vermeldet.

Was ferner das politische Wesen betrifft, haben sie auch nit weniger Fleiß fürgewandt, damit die Indianer allerlei Handwerk ergriffen haben. Neben unsern Klöstern haben sie fast aller Orten große Schulen gebaut, darin sie öfters, wie das auch heute noch fast aller Orten geschieht, bei 100, 200 und oft 1000 Knaben in allerhand freien Künsten, im Singen, Lesen, Malen, Schreiben  und allerlei Saitenspiel unterwiesen. Damit dadurch besonders der Gottesdienst möchte stattlich verrichtet werden.

Diese treuherzige und arbeitsame Schnitter werden ihres unsträflichen Wandels halber und vielgehabter Müh und Arbeit ohn allen Zweifel von Christo mit großen Freuden hören: „Euge serve bone etc., du getreuer Knecht, geh ein in die Freude deines Herrn, welche auch uns Christus Jesus gnädigst wolle mitteilen und verleihen. Amen.“

(aus: die katholischen Missionen, 1919)

Sonntag, 16. September 2012

Wie die Anhänger der wahren Religion gegen eine Gotteslästerung protestieren sollten

Kathedrale von Arequipa mit Plaza de Armas (Quelle: Christian Monzón)
Leider stehen heute nur noch wenige Katholiken auf, um gegen Gotteslästerungen zu protestieren. Wahrscheinlich sind diese deshalb so zahlreich geworden. Mit gutem Beispiel voran gehen heute die mutigen Männer der TFP (Tradition, Family, Property). Wir sollten uns als Katholiken bemühen, mit allen erlaubten Mitteln gegen die Lästerung Gottes, der Gottesmutter, der Heiligen und unserer heiligen Religion vorzugehen. Nachfolgend ein Artikel, wie im katholischen Peru gegen eine Gotteslästerung unseres Herrn Jesus Christus Protest erhoben wurde.

Eine ruchlose, gottesräuberische Hand erdreistete sich (dies sind die Worte, mit welchen die Defensa Católica die Begebenheit erzählt), in dem Mágdala überschriebenen Artikel von Nr. 172 des in Lima erscheinenden Perú ilustrado die makellose, göttliche Person unseres Herrn Jesus Christus zu verunglimpfen. In diesem Artikel wird der Sohn Gottes, der Erlöser und Lehrmeister des Menschengeschlechts, in einer Weise angegriffen, die einem die Schamröte ins Antlitz jagt.
Kaum war nun gedachter Artikel erschienen, so erhoben zwei volkreiche Städte des Landes, Puno und Arequipa, gegen eine solche Unverschämtheit in feierlicher Weise Protest.
Leider überschreitet es die engen Grenzen eines Briefes, den schönen Wortlaut beider Schriftstücke und namentlich die Beweggründe anzuführen, die nach dem Text zu deren Abfassung veranlassten. Dieselben bilden eine Kundgebung echter Glaubensgesinnung und wahrer Liebe zum Heiland, die im Herzen des Volkes lebt. Doch kann ich nicht umhin, wenigstens die Hauptstellen mitzuteilen, von denen man aufs übrige schließen mag.

„Nach vielen Alineas ‚In Erwägung‘ protestieren die Bewohner von Puno ‚aufs nachdrücklichste gegen die Irrlehren, Lästerungen, Verleumdungen und Verspottungen, welche im Artikel Mágdala gegen die Person Christi geschleudert werden, und verwerfen solche mit der größten Entrüstung.
Sie erklären vor aller Welt, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für die Verherrlichung und Ehre Gottes einstehen zu wollen‘. Ferner‚ in Anbetracht der Gesetze der neuen hohen Regierung, in Anbetracht, dass diese erklärt hat, sie sei katholisch, nehmen dieselben an, dass das Gerichtsverfahren gegen den unseligen Schriftsteller und dessen Helfer schon eingeleitet, die strengsten Maßregeln gegen ihn getroffen seien, und dass man bald zur Fällung des Urteils übergehe, dessen wirkliche Ausführung sie zuversichtlich erwarten.
Gegenwärtiger Protest soll der hohen Regierung übermittelt und dieselbe um Verfahren nach dem Gesetz angegangen werden.‘ — Den Protest begleiten 630 Unterschriften hervorragender Bürger von Puno als der Vertreter der ganzen Stadt.

168 Namen vornehmer Frauen bedecken den Protest von Arequipa, der sich noch bestimmter fasst.
‚Der Verfasser höhnt nicht nur auf Arequipa, Peru und die ganze Welt, er hat auch das religiöse Bewusstsein und den gläubigen Sinn der Christen, welche an die Gottheit des Welterlösers glauben, tief verletzt.
Deshalb können und dürfen die Katholiken von Arequipa und der ganzen Welt, als wahre Kinder des Heilands, durch dessen kostbares, auf Calvaria geflossenes Blut sie erlöst sind, nicht zulassen, dass er öffentlich beschimpft werde, oder dass auch nur der geringste Hauch die Ehre, den Namen und das göttliche, himmlische Tugendbild ihres Vaters und Gottes trübe.
Und indem Arequipa jetzt den geeigneten Zeitpunkt für gekommen hält, um feierlich seine religiöse Gesinnung an den Tag zu legen und ein öffentliches Bekenntnis seines makellosen katholischen Glaubens auszusprechen, möchte es wenigstens auf solche Art und Weise die schreiende Ungerechtigkeit gutmachen, die dem Heiland zugefügt wurde, indem ein elender, verbrecherischer Lästermund ihn in der Hauptstadt einer Republik, welche den apostolisch-römisch-katholischen Glauben als Staatsreligion anerkennt, angegriffen und in den Kot gezogen hat.
Ferner verlangt und erwartet Arequipa eine exemplarische Bestrafung des Verfassers eines so schmählichen, schmutzigen Artikels, sowie der Mitschuldigen, und Verurteilung derselben wegen Gotteslästerung und Beleidigung der christlichen Gesellschaft; es verlangt baldige, strenge, wirkliche Abstrafung, da es sich um ein ganz einzig dastehendes Vergehen handelt…Arequipa legt hiermit ein öffentliches Bekenntnis seines Glaubens ab an die fleckenlos reine, hochheilige Person unseres Herrn Jesus Christus, des eingeborenen Sohnes des wahren Gottes, sowie seiner Anhänglichkeit an ihn und seiner Liebe zu ihm, die selbst zu allen Opfern bereit ist.
Außerdem verspricht es, alle Mittel (gemeint sind wohl alle erlaubten) anzuwenden, um die katholische Religion rein zu bewahren und wider boshafte Angriffe zu verteidigen, weil es die einzig wahre Religion ist, deren sich Arequipa rühmt…‘

Bis hierhin der Bericht der Defensa Católica. Ich muss sagen, die angeführten Worte, die Kraft der Sprache sind ein Zeugnis von einem regen Glaubenseifer, von einem Glauben, der nicht tot ist, sondern lebt und bei derartigen Anlässen glänzend zu Tage tritt.“



(aus: die katholischen Missionen, 1891)

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Unbekannte Heilige: Hl. Toribio de Mogrovejo, Erzbischof von Lima


Die meisten Katholiken haben schon von den bekannteren peruanischen Heiligen wie Rosa von Lima oder Martin de Porres gehört. Aber kennen sie auch den heiligen Erzbischof von Lima, der diese beiden Heiligen getauft und gefirmt hat?
Toribio de Mogrovejo (dt. Turibius von Mogrovejo) wurde 1538 im spanischen Mayorga in eine adelige Familie geboren. Der gelernte Jurist, Professor beider Rechte an der Universität von Salamanca, wurde wegen seiner Tugenden und seinem Wissen von König Philip II. zum Großinquisitor von Granada ernannt. Darauf folgte die ungewöhnliche Ernennung zum Erzbischof von Lima, da der Heilige noch Laie war. Vor der Bürde dieses Amtes schreckte der demütige Toribio zurück, und nur durch die Ermahnung zum Gehorsam konnte er dazu gebracht werden, die Ernennung anzunehmen. 1578 wurde er zum Priester geweiht und erhielt zwei Jahre später die Bischofsweihe.
1581 ging der hl. Toribio in Peru an Land. Zu Fuß durchquerte er auf seinem Weg nach Lima das riesige Land, lehrte den Indianern den Glauben und taufte sie. Dreimal durchzog er die riesige Erzdiözese von Lima (damals 450.000 km²), oft allein und dem Tropenwetter, wilden Tieren und kriegerischen Stämmen ausgesetzt. In seiner Amtszeit soll er fast eine halbe Millionen Seelen getauft und gefirmt haben.
In Lima stieß er auf heftigen Widerstand der Regierenden, da er sich unnachgiebig für die Rechte der Einheimischen einsetzte. Er schreckte nicht davor zurück, die öffentlichen Sünder zurechtzuweisen, was ihm viele Verfolgungen einbrachte.
Überall setzte er seeleneifrige Priester ein, baute Klöster, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser und nicht zuletzt das erste Seminar in Amerika. Darüber hinaus eignete er sich die Sprachen der Indianer an, um besser den Glauben verkünden zu können.
Während einer Visitationsreise im Jahr 1606 wurde er in Santa von einer tödlichen Krankheit erfasst. Schon zuvor hatte er seinen Tod auf den Tag genau vorhergesagt. Am 23. März, der heute sein Festtag ist, ging er in die Freude seines Herrn ein.
Als sein Leichnam ein Jahr später exhumiert wurde, um nach Lima übertragen zu werden, fand man ihn unverwest und beweglich. Während seines Lebens hatte er unter anderem ein Mädchen von den Toten erweckt und nach seinem Tod geschahen viele Wunder auf seine Fürsprache.
Heute ist der hl. Toribio der Patron von Lima und ganz Peru sowie der lateinamerikanischen Bischöfe. Seit 2002 vergibt die peruanische Bischofskonferenz die Auszeichnung „Medalla de Oro de Santo Toribio de Mogrovejo“ für besondere Verdienste um die katholische Kirche in Peru.

Rufen wir ihn als Fürsprecher für alle Bischöfe an, besonders für jene, die den steinigen Grund Lateinamerikas bearbeiten!

(Quellen: http://www.ewtn.com/library/MARY/TURIBIUS.htm ; Catholic Encyclopedia)