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Sonntag, 6. Januar 2013

Die Wahrheit über die katholische Mission in der Südsee



Als Nachtrag zu diesem Artikel noch ein Zitat über die Tätigkeit der katholischen Missionare auf Samoa, wo man sich wie fast überall in der Südsee mit einer starken oder zahlenmäßig gar überlegenen protestantischen Gemeinde konfrontiert sah. Auf Samoa wurden die einheimischen Bräuche von den Protestanten, nicht von den katholischen Missionaren verboten:

(…)Die englischen und amerikanischen Sekten, denen alle nichtkatholischen Samoaner angehören, haben durch übertriebene Strenge mehr geschadet als genützt. Der in Polynesien so beliebte harmlose Trank aus dem Saft der Kava-Wurzel, die kunstvolle Tätowierung des Mannes, der Blumenschmuck im Haar der Jungfrau — alles kam in den Kirchenbann. Unschuldige Tänze und andere harmlose, mit dem Volksleben verwachsene Gebräuche suchte man auszurotten.(…)“

(aus: die katholischen Missionen, 1919, S.175)

Samstag, 5. Januar 2013

Die katholischen Missionäre und die Sprachen der Einheimischen


Es sind viele Sprachen auf der Welt, und keine davon ist ohne vernehmbare Laute. Wenn ich nun die Bedeutung der Worte nicht kenne, so bin ich dem Sprechenden ein Fremdling, und der Sprechende ist mir ein Fremdling“ (1 Kor. 14, 10 f).

Diese Sätze des Völkerapostels richten sich auch an die Glaubensboten bei fremden Völkern. Die Kenntnis ihrer Sprache ist die notwendige Voraussetzung, um als Lehrer der Völker, als Herold der frohen Botschaft zu wirken. Und je vollkommener er sie besitzt, desto leichter wird er den Zugang zu den Herzen der Eingeborenen finden und in lebendige Fühlung mit ihrem Sinnen und Denken treten.
Daher wurde die Pflicht der Sprachenlernung in den die Missionen betreffenden Verordnungen der Päpste, der Missionssynoden und der Propaganda immer wieder betont. Aber längst vor Entstehung der Propaganda hatten die Orden selbst in ihrer Gesetzgebung diesen wichtigen Punkt gebührend unterstrichen. Das war beispielsweise in der Gesellschaft Jesu der Fall. Schon der Stifter des Ordens hatte die Bedeutung des Sprachenstudiums vollauf erkannt und in seinen Satzungen diesbezügliche Anordnungen getroffen (Constitutiones S.J.P. IV, c. 12, n. 2 B).
Die theologische Wissenschaft, so führt er aus, könne heutzutage der Kenntnis des Griechischen und Hebräischen nicht entraten. Daher sollten in den Ordensschulen entsprechende Professuren eingesetzt werden. „Aber auch für andere Sprachen“, so fährt er fort, „wie für die chaldäische, arabische und die indische, sollen, wo immer sie als notwendig und nützlich zum vorgesteckten Ziele erscheinen und die betreffende Landesverhältnisse zu ihrer Erlernung drängen, entsprechend Lehrer eingestellt werden.“
Das Sprachstudium soll zumal in jenen Kollegien und Universitäten eifrig betrieben werden, in welchen die zukünftigen Missionäre jener Länder ihre Ausbildung erhalten.


Wiederholt kommen die Generalkongregationen, der gesetzgebende Körper des Ordens, auf die Frage zurück. „Da die Kenntnis der Eingeborenensprachen“, so bestimmt z.B. 1593/94 die fünfte Kongregation, Dekret 67, „denen, welche in den indischen (überseeischen) Provinzen wirken, so notwendig ist, um das Heil der Inder zu wirken, und dies das einzige oder vorzüglichste Ziel ist, um dessentwillen sie von der Gesellschaft in jenen Weinberg des Herrn gesandt werden, so hat die Kongregation einstimmig beschlossen, sämtliche Obern und alle übrigen Patres und Fratres jener Gebiete angelegentlich zu ermahnen, sie möchten die von den Generälen wiederholt schon erlassenen Weisungen betreffend die Erlernung und Übung der einheimischen Sprachen, treulich befolgen.
Insbesondere aber sollen die Obern mit aller Sorge und allem Fleiße und, soweit die Verhältnisse es gestatten, auch durch ihr eigenes Beispiel das in den Augen Gottes so wohlgefällige Sprachestudium ehren und fördern.
Dem hochwürdigsten Pater General aber wird nahegelegt, über die praktische Handhabung dieses Sprachstudiums eine eigene Instruktion auszuarbeiten und solche Richtlinien anzugeben, wie er sie je nach der Natur und Eigenart der betreffenden Völker für die zweckdienlichste hält.“
(…) Entsprechend der ihnen von den Kongregationen gegebenen Weisung versäumten es die Ordensgeneräle nicht, die Pflicht und Bedeutung der Sprachenlernung nach Bedarf und Gelegenheit von Zeit zu Zeit wieder einzuschärfen. Hier seien aus vielen beispielsweise die bezüglichen Stellen aus der Instruktion des P. Aquaviva (1603) an die Mission von Paraguay angeführt.

„4. Wir haben schon wiederholt eingeschärft, dass keiner der Unsrigen zum Priester geweiht werden darf, der nicht zuvor gut die Sprache (des Landes) kennt, und dass, um die Erlernung zu erleichtern, während des dritten Probejahrs eine bestimmte Zeit dafür angewiesen werden soll. Sollte es vorkommen, dass man, um die günstige Gelegenheit zur Weihe nicht zu verpassen, einen weihen lässt, ehe er die Sprache kann, so soll man ihn nicht in die Seelsorge lassen, bevor er sie gelernt hat.(...)“


(aus: die katholischen Missionen, 1918)

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Etikette auf Sri Lanka: Zitrone, Regenschirm und Zigarre


Andere Leute, andere Sitten. Wie man in Europa hohen Persönlichkeiten beim Empfang einen Blumenstrauß überreicht, so bietet man auf der Perleninsel Ceylon eine Zitrone auf einem Blatt an. Das Blatt muss eine anständige Größe haben, die Zitrone darf klein wie eine Nuss sein.
Die Etikette verlangt, dass die hohe Persönlichkeit für gewöhnlich nur die Frucht berühre und dann zurückgebe, damit sie von den Gebern verzehrt werde. Eines Tages erhielt Msgr. Van Reeth S.J., Bischof von Galle, den Besuch von drei kleinen Ceylonesen. Jeder bot ihm das herkömmliche Geschenk an.
Da der Bischof sich noch nicht genau in den ceylonesischen Höflichkeitsformeln auskannte, nahm er die Zitrone unter freundlichem Lächeln entgegen und legte sie beiseite. Darüber anfangs großes Staunen, dann aber unbändige Freude über die alles Erwarten übersteigende Herablassung des großen Mannes.

Die Zitrone ermöglicht es auch, in seiner Form Großmut zu zeigen. Einst hatte ein katholischer, auf seine Kaste ungemein stolzer Brahmane dem Apostol. Delegaten Msgr. Zaleski einen kleinen Dienst erwiesen.
Da die Selbstlosigkeit in Indien eine seltene Frucht ist, wünschte seine Exzellenz dem Manne eine Belohnung von einigen Rupien zukommen zu lassen. „Fügen Sie doch dem Brahmanen nicht diese Schmach zu“, bemerkte da jemand dem Bischof. „Legen Sie zwei oder drei Rupien auf ein schönes Feigenblatt, bedecken Sie sie mit einer Zitrone und schicken Sie ihm diese Frucht. Das Geschenk wird für den Brahmanen eine hohe Ehre sein.“

Auch der Regenschirm nimmt eine achtunggebietende Stelle in den Höflichkeitsbezeigungen ein. Begleitet man eine Person von Rang, so hat man gewissenhaft darauf zu achten, dass das Firmament nicht unmittelbar über dem hohen Haupt steht.
Man muss einen geöffneten Schirm über ihn halten selbst im Schatten. Übrigens steht es nicht jedem Sterblichen frei, einen Schirm zu tragen.

Die niedrigen Kasten müssen ohne dieses wichtige Instrument durchs Leben wandern; andere dürfen sich zum Schutz gegen den Regen nur der großen Talapablätter bedienen, wieder andere haben nur ein Anrecht auf eine Art chinesischen Sonnenschirm. Begegnet ein Ceylonese mit geöffnetem Schirm einem anderen aus höherer Kaste, so klappt er ihn entweder zusammen oder senkt ihn, damit er in dessen Gegenwart nicht bedeckt erscheine.

In Ceylon, wo alles raucht, ist es selbstverständlich, dass auch die Zigarre im Höflichkeitskodex steht. Als rücksichtslos und ungeschlacht gilt, in Gegenwart einer geschätzten Person zu rauchen.
Oft ist es für die Missionäre recht amüsant zu betrachten, mit welcher Geschwindigkeit Pfeife und Zigarre namentlich aus dem Munde von Frauen und Kindern verschwinden, wenn sie plötzlich irgendwo auftreten.
Von Höflichkeit zeugt es, einem Hochgestellten eine Zigarre anzubieten. P. Lemaitre S.J. erzählt, er habe einst auf einem Schiff den ehemaligen Gerichtspräsidenten Kalmunai, einen der Mission wohlgesinnten Heiden, getroffen. Sofort habe der Herr ihm eine Zigarre angeboten.
Als er die Höflichkeit erwidern wollte, habe der Expräsident zwar die Zigarre angenommen, sei aber unter keinen Umständen zu bewegen gewesen, sie anzuzünden. „Nie werde ich mir erlauben, in ihrer Gegenwart zu rauchen“, das war seine Antwort.


(Aus: die katholischen Missionen, 1912)

Sonntag, 29. April 2012

Die Gilbertiner in Polynesien


Gilbertiner in Kriegskostüm
Wie die meisten Polynesier sind auch die Gilbertiner (Anm.: Einwohner Kiribatis - früher Gilbertinseln) sehr kriegerisch, und ihre starken, geflochtenen Panzerhemden und die mit scharfen Fischzähnen gespickten Lanzengaben bilden eine ethnographische Merkwürdigkeit.

Auch schon ehe das Christentum auf diesen Eilanden erschien, hatten die Eingeborenen die Idee von einem höchsten Wesen, das sie mit dem vielen polynesischen Sprachen gemeinsamen Namen „Te Atua“ bezeichneten. 
Das Naturgesetz war ihnen gleichfalls wohl bekannt. 


Allein auch hier, wie bei den meisten Naturvölkern, trat im äußern Kult das höchste Wesen fast ganz hinter den Geistern zurück, die nach ihrer Vorstellung unmittelbar in die Geschicke der Menschen, sei es freundlich sei es feindlich, eingreifen. Einzelne große Steinblöcke an gewissen Stellen, Bäume und ähnliches erschienen ihnen als eine Art Personifikation der in ihnen wohnenden Geister. Jeder hatte seinen eigenen Namen. 
Und um sie günstig zu stimmen oder zu versöhnen, brachten die Insulaner ihnen Geschenke dar. Wie tief dieser Aberglaube in den Insulanern steckte, zeigte sich besonders, wenn die Missionäre in der Absicht, ihnen die Lächerlichkeit ihres Kultus zu zeigen, mit kühner Hand die Opfergaben wegrissen oder mit ihren Stöcken verächtlich auf die gefürchteten Steinklötze losschlugen. 
Ein Ausdruck des Schreckens ging dann über die Gesichter der umstehenden Gilbertiner; sie meinten, der Geist müsse sich regen und die ihm angetane Schmach am weißen Manne rächen. So war es nicht schwer, ihnen zu zeigen, wie töricht ihre Furcht sei und wie unrecht sie handelten, über diesen Wahngebilden ihren wahren himmlischen Vater und allmächtigen Schöpfer zu vergessen. 
Dass die Gilbertiner an die Unsterblichkeit der Seele glaubten, ergab sich aus der Vorstellung, dass die Geister der Hingeschiedenen in ihre Mitte zurückkehrten und unter ihnen umgingen.
So war im Allgemeinen der Boden dieses Insellandes für die Aufnahme des Christentums nicht allzu ungünstig geartet. „Sie sind schon lange Zeit hier,“ so fragte eines Tages einer der neuangekommenen Missionäre einen alten Bretonen, der auf der Insel wohnte, „und Sie hatten Zeit, sich über die Sitten dieser Insulaner ein Urteil zu bilden. Was denken Sie? Sind die Gilbertiner wohl recht schlecht?“ – „Nun, Pater,“ lautete die Antwort, „die Leute in den Großstädten Europas sind zehnmal schlechter.“ — “Und das ist wahr”, fügt der Missionär hinzu.
(Aus: die katholischen Missionen, 1897 u. 1902)

Donnerstag, 8. März 2012

Papst Gregor XVI. verurteilt die Sklaverei — In supremo apostolatus fastigio


Papst Gregor XVI.
…Wir sehen, dass es zu Unserer Hirtensorge gehört, dass Wir Uns bemühen, die Gläubigen vom unmenschlichen Handel mit Negern oder irgendwelchen anderen Menschen völlig abzubringen.
…Es gab selbst aus der Zahl der Gläubigen wiederholt welche, die, von der Begierde nach schmutzigem Gewinn schändlich geblendet, keine Bedenken trugen, in entlegenen und entfernten Ländern Indianer, Neger oder andere Bedauernswerte in die Sklaverei zu führen oder durch die Einrichtung und Erweiterung des Handels mit solchen, die von anderen gefangen worden waren, deren abscheuliches Tun zu unterstützen.

Freilich unterließen es mehrere Römische Bischöfe glorreichen Angedenkens, Unsere Vorgänger, nicht, in Ausübung ihres Amtes die Vorgehensweise von jenen als ihrem geistlichen Heile schädlich und für den christlichen Namen schmachvoll schwer zu tadeln; sie durchschauten, dass daraus auch jenes folge, dass die Völker der Ungläubigen mehr und mehr darin bestärkt würden, einen Hass auf unsere wahre Religion zu haben. [Es werden die oben angeführten Dokumente aufgezählt]

Diese Strafbestimmungen und Vorsorgemaßnahmen Unserer Vorgänger trugen zwar mit Gottes guter Hilfe nicht wenig dazu bei, die Indianer und anderen Vorgenannten vor der Grausamkeit der Eindringlinge bzw. der Begierde christlicher Händler zu schützen, jedoch nicht so, dass dieser Heilige Stuhl sich über einen vollen Erfolg seiner diesbezüglichen Bemühungen freuen könnte, da ja im Gegenteil der Handel mit Negern, wenn auch manchenteils verringert, so doch immer noch von einigen Christen ausgeübt wird.

Im Bemühen, diese so große Schmach aus allen Gebieten zu entfernen,…ermahnen Wir daher kraft Apostolischer Autorität alle Christgläubigen jedweden Standes und beschwören sie nachdrücklich im Herrn:


Keiner soll es künftig wagen, Indianer, Neger oder andere derartige Menschen ungerecht zu quälen, ihrer Güter zu berauben, in die Sklaverei zu führen, anderen die solches wider sie verüben, Hilfe oder Unterstützung zu leisten oder jenen unmenschlichen Handel auszuüben, in dem Neger, die, als ob sie keine Menschen, sondern bare und bloße Tiere wären, wie auch immer in die Sklaverei geführt wurden, ohne jede Unterscheidung gegen den Geboten der Gerechtigkeit und Menschlichkeit gekauft, verkauft und dazu verdammt werden, die bisweilen härtesten Arbeiten zu erdulden…


Konstitution „In supremo apostolatus fastigio“, 3. Dez. 1839, Papst Gregor XVI.

Dienstag, 20. Dezember 2011