Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 5. April 2025

Über das Missionskreuz

Franziskanermissionare mit Missionskreuz in China

Wenn die Missionare ausziehen in die Heidenländer, so empfangen sie beim Abschied das Missionskreuz, das ihr steter Begleiter bleiben wird. Es ist ihr Buch, um den rechten Missionsgeist zu erlernen, ihr Stolz und ihre Freude, ihre Liebe und Begeisterung, Stab und Stütze, Trost und Zuversicht. Es erzählt ihnen von ihres Heilandes Seelenliebe, seinem Opfergeist, seiner Berufstreue bis in den Tod; von seinem Siege über Tod und Hölle, seinen herrlichen Verdiensten und Erfolgen, seinem Triumph und seiner ewigen Herrlichkeit.

Dieses Kreuz zeigen die Missionare den Heiden und verkünden den staunenden Kindern der Wildnis die Liebe ihres Gottes, der für sie litt und starb. Da wird das Kreuz zu einem Magnet, der die Seelen anzieht und hinzieht zur Liebe Jesu Christi.

 P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“


*Natürlich kann man nicht jedes Missionsland als „Wildnis“ bezeichnen. Die Bezeichnung dient zur Veranschaulichung.

Sonntag, 31. März 2024

Die Bekehrung – eine Auferstehung von den Toten

 

(Quelle: https://ccposters.com/)

Die Bekehrung eines Heiden ist wirklich eine Auferstehung von den Toten, eine Wirkung und ein Nachbild der Auferstehung Christi aus dunkler Grabesnacht. Das Heidentum ist ein Riesengrab, worin viele Millionen unsterblicher Seelen vom Tode der Sünde in tiefster Finsternis festgehalten werden. Der Tag der heiligen Taufe ist für diese geistig Toten der glückliche Ostermorgen, in dem sie ihre Auferstehung zu einem neuen Leben in Christus für Gott und für den Himmel feiern. Das katholische Missionswerk führt jährlich mehrere hunderttausend Heiden aus der Grabesnacht der Sünde zu dieser herrlichen Auferstehung von den Toten.

P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“

Freitag, 29. März 2024

Der gekreuzigte Christus

 


Gemalt von Wang Suda im Jahr 1937. 

(Quelle: https://ccposters.com/en/poster/christ-crucified-2/)

Samstag, 16. März 2024

Die Unumstößlichkeit der Missionspflicht

Die Pflicht der Ausbreitung des wahren Glaubens unter allen Völkern der Erde bleibt unter allen Umständen und in ganzer Strenge für die Christenheit bestehen, auch wenn Gott auf außergewöhnlichem, uns verborgenem Wege sehr viele Heiden zu seiner Erkenntnis und zum ewigen Heile führt. Es ist Gottes Gebot, das uns zum Missionsdienst verpflichtet, und die mündliche Verkündigung des wahren Glaubens ist und bleibt stets der normale Heilsweg.

Wenn aber auch viele Heiden ohne äußeren Anschluss an das Reich Jesu Christi gerettet werden, so bleibt es doch durch alle Ewigkeit ein großer Verlust, dass sie nicht zeitlebens im wahren Glauben und mit seinen reichen Gnadenmitteln für den Himmel gewirkt haben. Wieviel größer wäre ihre Seligkeit geworden, und so manche guten Werke zur Ehre Gottes sind ungeschehen geblieben.

Es muss uns also stets eine Herzenssache sein, das heilige Missionswerk zur Ausbreitung des wahren Glaubens nach Kräften zu fördern.

P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“

Samstag, 21. Oktober 2023

Gedanken zum Fest der heiligen Laura Montoya

Die heilige Laura Montoya mit Angehörigen des Volkes der Embera

„Meine Seele brannte mit dem Verlangen, etwas Großes für meinen Gott zu tun, damit Er erkannt werde, und mein Mitleid mit den Ungläubigen wurde sehr klein im Vergleich zu meinem Verlangen, Gott erkannt und so geliebt zu sehen, wie Er es verdient.“

Die heilige Laura Montoya, geboren im Jahr 1874 im Westen Kolumbiens, war zutiefst von der Unwissenheit und Gottesferne der Indianer in den abgelegenen Regionen ihres Heimatlands bewegt. Sie fühlte sich zur Gründung einer Ordensgemeinschaft zur Missionsarbeit unter den indigenen Völkern angetrieben, die sie im Sinne einer zutiefst erlebten geistlichen Mutterschaft als ihre Kinder betrachtete. Gleichzeitig war jedoch ihre Liebe zu Gott so innig, dass sie ihre Missionsarbeit mehr von der Ehre Gottes als vom Heil der Ungläubigen her betrachtete – selbstverständlich ohne dabei deren Seelenheil zu vernachlässigen. Dieser Gedanke an die Ehre Gottes, der als höchstes Gut von allen geliebt zu werden verdient, kommt in ihren innigen Gebeten zum Ausdruck: „Mögen sie Dich zu Deiner Ehre erkennen! Mögen wir Dich mit den Seelen der Nichtchristen krönen. Mögen die nicht verloren gehen, die fern von Dir darben. Sieh, ich sterbe aus Wunsch, Dich erkannt und geliebt zu sehen.“ So wird das Mitleid zu den von ihr so sehr geliebten Ungläubigen klein, wenn es dem großen Gedanken der Ehre Gottes gegenübersteht.

Das Heil der Seelen ist ein heiliges und edles Motiv für die Missionsarbeit. Dennoch verdient das Motiv der Ehre Gottes, das vor allem Hauptmotiv des religiösen Strebens der Menschen sein sollte, auch bei der Behandlung des Missionsthemas wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Möge die heilige Laura Montoya uns hierin Vorbild und Fürsprecherin sein.

Samstag, 4. März 2023

Neues Buch exklusiv auf diesem Blog

 In den kommenden Tagen erscheint auf diesem Buch das erste Kapitel meines neuen Buchs Es werden mich seligpreisen alle Geschlechter. Marienverehrung in den Missionen. Die Zeitumstände bringen es mit sich, dass ich das Buch in seiner jetzigen Fassung nur online bereitstellen werde. Dazu werden regelmäßig vollständige Kapitel auf diesem Blog gepostet. 

Das erste Kapitel befasst sich mit „Maria, Königin der Missionen“ und wird morgen erscheinen. In den folgenden Kapiteln behandle ich wichtige Marienwallfahrtsorte und viele andere marianische Aspekte, die in diesem Format bislang noch nicht auf Deutsch erschienen sind.


Per Mariam ad Iesum!

Freitag, 9. Dezember 2022

Krippe und Mission – von P. Hermann Fischer (Teil 3)

 Fortsetzung von hier

Jede Krippe atmet diesen Frieden Christi.; um sie klingt das helle, warme Lied vom Seelenfrieden und ewigen Frieden, die das Kindlein gebracht hat.

Aber so viele fehlen noch an der Krippe, atmen nicht ihren Frieden, werden nicht beglückt von ihrem Friedenslied: die Sünder, die diesen Frieden nicht wollen; die Heiden, die ihn nicht kennen. Groß ist die Schar der Sünder; aber genügend viele Boten des Friedens bemühen sich um sie und ihre Seelennot. Größer ist die Zahl der Heiden, und den meisten fehlen die Führer zum göttlichen Friedenskönig in der Krippe.

Das katholische Missionswerk will ihnen helfen. Es ist die Erfindung und Gründung der Heilandsliebe Christi, um seinen Menschwerdungssegen auch jenen zu bringen, die noch hinter der düsteren Wolkenwand der Unwissenheit und Hoffnungslosigkeit leben. „Gehet in die ganze Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie!“

Ein schönerer Auftrag wurde nie ausgesprochen; für eine herrlichere Aufgabe nie Menschen berufen. Das Missionswerk trägt den Weihnachtsfrieden und das Weihnachtsglück durch die Welt; es ist der immerwährende Weihnachtsengel, der den Heiden in ihrer Seelennacht aufleuchtet und sein Weihnachtslied singt: „Friede den Menschen auf Erden!“

Alle, die dem Missionswerk helfen, üben dieses Amt des Weihnachtsengels aus; sie tragen den Weihnachtsfrieden und das Weihnachtsglück in die Hütten der Heiden, jene köstlichen Güter, für die wir an der Krippe danken.

Sonntag, 4. Dezember 2022

Krippe und Mission – von P. Hermann Fischer (Teil 2)

 Fortsetzung von hier

Alle Menschen! Noch ist das Ziel nicht erreicht. Noch leben viele Millionen Heiden hinter der düsteren Wolkenwand der Gottesferne, und das ist ein riesengroßer Abbruch an der Ehre Gottes in der Welt. Wir wissen darum. Wer für die Ehre Gottes fühlt und Eifer hat – und jeder Gottesfreund muss das –, kann darüber nicht ruhig sein. Es wird ihn immer wieder drängen, seinen Teil beizutragen, damit das katholische Missionswerk sein hohes Apostolat: Anwalt und Mehrer der Ehre Gottes bis an die Grenzen der Erde zu sein, noch besser und erfolgreicher ausüben kann. Gott verherrlichen und seine Verherrlichung unter allen Völkern fördern, das ist und bleibt das Wichtigste und Segensreichste, was wir tun können. Die passendste Gelegenheit bietet das Missionswerk.

„Und Friede den Menschen auf Erden!“ So heißt die zweite Strophe vom heiligsten Krippenlied. Im Kindlein in der Krippe sind alle Völker der Erde gesegnet. Alles, was durch die Sünde entweiht war, hat dieses Kindlein wieder geweiht und den Frieden Gottes nach vieltausendjähriger Friedlosigkeit gebracht.

Wunderbar ist das. Das Kindlein in der Krippe ist „das Heil der Welt“: Seinen winzigen Händchen, die Mutterhand liebkosend streichelt, tragen das Schicksal aller Generationen; der kleine Mund wird göttliche Botschaft aus der ewigen Heimat künden, Tote erwecken und mit Machtspruch die ewigen Pforten öffnen. Auf diese zwei Augen werden als einzige Hoffnung die Milliarden von Menschenaugen gerichtet sein. Seine Füße gehen uns vorauf, und er allein kann uns einladen: Folget mir nach; ich führe euch zurück in die Heimat des Friedens – euch alle, die ihr guten Willens seid!“

Dienstag, 29. November 2022

Krippe und Mission – von P. Hermann Fischer (Teil 1)

 


(…) Das ist das Bedeutsamste und Gewaltigste an dem lieblichen Weihnachtsereignis: Gott selbst ist wirklich in seiner Schöpfung, und er hat sich mit ihr vereinigt zur unzertrennlichen Lebens- und Liebesgemeinschaft, zugleich zur höchsten Offenbarung seiner Herrlichkeit und Güte.

Darum heißt die erste Strophe des Krippenliedes: „Ehre sei Gott!“ – Wo immer eine Krippe oder ein Kripplein steht, erklingt dieser Preisgesang am feierlichsten und eindrucksvollsten. Nichts kann so Gottes Größe und Liebe verkünden wie das Kindlein in der Krippe. Darum mehrt jede Krippe, wo immer sie aufgestellt wird, Gottes Ehre und verherrlicht seine Macht und Liebe.

Dieser größeren Ehre Gottes dient zuerst und vor allem das katholischen Missionswerk unter den Heidenvölkern. Über allen Missionsarbeiten, allen Gaben und Opfern für die Missionen steht das Weihnachtsprogramm: „Ehre sei Gott!“ Das ist ihr erster Zweck und Sinn, und keine sonstigen menschlichen Anstrengungen haben so viel für die Mehrung der Ehre Gottes in der Welt getan wie das Missionsapostolat. Es hat die Weihnachtsbotschaft und das Weihnachtsprogramm auf der ganzen Erde verkündet. Es ist selbst zur schönsten Krippe geworden, die das menschgewordene ewige Wort in alle Welt hinausgetragen hat und immer noch hinausträgt, damit allen Menschen offenbar werde die Weisheit, Allmacht und Liebe Gottes, alle Menschen einstimmen in das Weihnachtslied: „Ehre sei Gott!“

(Aus: Stadt Gottes, 58. Jahrgang 1934/35, Heft 4)

Fortsetzung hier

Samstag, 26. November 2022

Missionsgedanken zum Advent

 


Wohl nicht zufällig birgt der Advent, in dem wir auf die An- bzw. Wiederkunft des Welterlösers warten, auch bedeutende Feste, die unsere Blick auf die Weltmission richten, damit auch diejenigen, die noch „in Finsternis und Todesschatten sitzen“, das Kind von Bethlehem als den menschgewordenen Gott erkennen und verehren.

Am 1. Dezember feiern wir das Fest des heiligen Charles de Foucauld, dessen Freude es war, mit seinem Apostolat in der Sahara den eucharistischen Heiland dorthin zu bringen, wohin Er noch nie gekommen war.

Am 3. Dezember ist der Festtag des großen Patrons der Weltmission, des hl. Franz Xaver, dessen Name allein schon den Gedanken an seine apostolischen Großtaten und sein Sehnen nach der Bekehrung Asiens erweckt.

Am 12. Dezember erinnert die Kirche an die Erscheinung unserer Lieben Frau von Guadalupe, deren Erscheinung entscheidend für die Bekehrung der Völker Mexikos war, die zuvor im tiefsten Heidentum verstrickt gewesen waren und von denen die Azteken regelmäßig grausamste Menschenopfer darbrachten.

Mit dem 21. Dezember, dem Fest des hl. Apostels Thomas, geht dem Weihnachtsfest noch ein großes Apostelfest voraus. Die Christen der Malabarküste in Indien verehren ihn als den ersten Missionar ihrer Heimat.

Mögen diese Feste in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten uns immer wieder daran erinnern, auch für die zu beten, die Jesus Christus, das Licht der Welt, noch nicht kennen und lieben.

Donnerstag, 14. April 2022

Das allerheiligste Altarssakrament, Kraftquelle der Missionare

Missionsbenediktiner im Gebet vor dem Allerheiligsten

Für die Missionare […] ist die Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente die Quelle ihrer Kraft, der Treue und des Trostes. An ihrem Meister, der in der heiligen Hostie das arme Missionsleben mit ihnen teilt, haben sie stets das ergreifendste Vorbild des höchsten Seeleneifers vor sich. Seine Gnade macht sie stark, seine Nähe gibt Zuversicht und Mut, sein Segen ist ihr Trost, seine Liebe ihr Lohn. Nur der einsame Missionar, der inmitten hundertfacher Entbehrungen als einzigen Freund und Schatz den Heiland im Tabernakel besitzt, kennt das tiefe, heilige, vollkommene Glück der wahren Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente.

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, P. Hermann Fischer SVD)

Sonntag, 7. November 2021

Der Apostel von Chota Nagpur – zum Todestag von P. Constant Lievens S.J.



„Hundertmal besser ist’s, zehn Jahre lang tüchtig arbeiten, als hundert Jahre leben, ohne ordentlich anzupacken.“ So sagte P. Constant Lievens, als er wieder einmal ermahnt wurde, mehr auf seine Gesundheit zu achten. So wie er sprach, handelte er auch. Es waren ihm nicht einmal 7 Jahre als Missionar beschieden, doch seine Erfolge glichen denen von jahrzehntelangen Bemühungen.

Constant Lievens wurde am 11. April 1856 als siebtes von insgesamt 11 Kindern einer einfachen flämischen Bauernfamilie im belgischen Moorslede geboren. Früh fühlte er den Wunsch, den geistlichen Stand zu ergreifen. Zunächst trat er in das Priesterseminar von Brügge und zwei Jahre später in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Nach einiger Zeit kam er in das Studienhaus der Jesuiten im indischen Asanol und wurde schließlich im Jahr 1883 in Kalkutta von Bischof Goethals zum Priester geweiht. Es folgten noch eine Zeit des Studiums, besonders der indischen Sprachen, bis er 1885 in das Arbeitsfeld gesandt wurde, als dessen Apostel er bekannt werden sollte: Chota Nagpur im Nordosten Indiens, genauer gesagt die Station Torpa.

Die Ureinwohner, denen seine missionarische Tätigkeit besonders galt, die Kols, Munda und Oroan, litten stark unter der ungerechten Steuerlast, die ihnen von muslimischen und hinduistischen Steuereintreibern aufgebürdet wurde. P. Lievens machte sich bald zum Anwalt der Bedrückten und hörte geduldig deren Klagen an, worauf er sich oft bei den höheren Gerichten der Hauptstadt Ranchi für sie verwandte, was ihm bald den Namen „Bara Saheb“, großer Herr, einbrachte. So wurde der Jesuitenmissionar weithin sehr populär. Es wird berichtet, dass an einem einzigen Tag 4000 Personen kamen, um bei ihm vorzusprechen. Diese Rechtsberatung wusste er stets mit einer religiösen Belehrung zu verbinden, wodurch sich bald zahlreiche Taufbewerber einstellten. Es war aber dennoch nicht allein die zeitliche Hilfe, die sie zu diesem Schritt führte, denn der Hass der Steuereinnehmer steigerte sich so oft nur noch weiter. P. Lievens selbst sah den Grund für die Bekehrungserfolge im Wirken Gottes, und sagte: „Ich kann nicht zweifeln, es ist Gott, der in unserer Mission so mächtig wirkt. Ja, es ist einzig und allein Gottes Werk.“ Selbst widmete er sich viel dem Gebet und ließ beten, damit mehr Seelen gewonnen würden. „Voran Kinder! Feuer an die Seelen! Ganz Chota Nagpur muss Christus gehören!“, so ermutigte er seine Christen zum Gebet für Bekehrungen. Die Zahl der von ihm getauften Personen liegt vermutlich deutlich jenseits der 10.000. So berichtete er, allein am 30. Oktober 1889 allein 1557 Menschen getauft zu haben.

P. Lievens setzte sich ganz für die Seinen ein, er nahm herzlichen Anteil an ihren Sorgen und Angelegenheiten und war mit ihrer Art zu denken und zu fühlen aufs Tiefste vertraut. Die Fehler seiner geistlichen Kinder besserte er mit Geduld und Liebe. Diese Eigenschaften wohl waren es, die den Apostolischen Delegaten von Indien, Msgr. Zaleski, bewegte, über Lievens zu urteilen: „ein wahrer Missionar!“

Sich selbst schonte er in keiner Weise. Exemplarisch ist wohl der Bericht von Graf Le Grelle, der P. Lievens in seiner Mission besuchte. Nach einer abenteuerlichen Rückkehr von einer Missionsreise, bei denen der Priester und sein Besucher vom Regen vollkommen durchnässt wurden und fast in einem reißenden Fluss zu Tode gekommen waren, begab sich P. Lievens noch spätabends an die Arbeit und empfing die üblichen Besuche. So fand ihn der Adelige am nächsten Morgen unter seinen Leuten, ohne dass der Missionar auch nur die nassen Kleider gewechselt hatte. Für Fieber hatte P. Lievens eine eigenartige Kur und erwiderte auf Mahnungen, sich auszukurieren: „Oh, das kuriere ich durch einen tüchtigen Ritt“. „Mehr als einmal“, so berichtete sein Mitbruder P. Motet, „sah ich ihn in den Sattel steigen, während seine Beine vor Fieberfrost schlotterten.“ Man kann hier nur sagen, dass es sich wohl um die Eigenart eines Heiligen handelte, die zu bewundern, aber nicht nachzuahmen ist.

Bei derartiger Selbstvergessenheit wundert es nicht, dass der „Apostel von Chota Nagpur“ bald ans Ende seiner Kräfte gelangt war, und ihn ein Tuberkuloseleiden zunächst zur Kur im Himalajagebirge und schließlich zur Rückkehr nach Belgien zwang. Beim Scheiden versprach er seinen Christen, die ihm bis nach Kalkutta gefolgt waren, zurückzukehren, doch lebend sollte er Indien nicht wiedersehen. Er starb am 7. November 1893 in Löwen. Anlässlich der Eröffnung seines Seligsprechungsprozesses wurde seine Asche aus Belgien in die Kathedrale von Ranchi überführt.

„Vier moet branden“ – „Feuer muss brennen“, so steht es in Niederländisch auf seinem Grab. Diese Worte, wahrscheinlich seine eigenen, sind ein treffendes Sinnbild seines Eifers.

(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, 1930 Nr.1/2)

 

Donnerstag, 27. Februar 2020

Missionsgebet für die Fastenzeit



Göttlicher Heiland Jesus Christus, Du bist für alle Menschen am Kreuz gestorben, um alle in Dein Reich zu führen. Du willst, dass alle Menschen Deine Erlösertat erfahren und dass ihnen allen die Gnaden der Erlösung zufließen. Deshalb hast Du Deine Boten in alle Welt gesandt. Seit fast zweitausend Jahren wandeln die Missionare in aller Welt in deinen Fußstapfen, wie einst Deine Apostel, die Du selber ausgesandt hast. Seit zweitausend Jahren gehen sie den Kreuzweg, den Du gegangen bist, gehen ihn, um Dein Werk, das Werk der Erlösung, fortzusetzen. Noch sind sie nicht zu allen Menschen gelangt; noch haben viele Millionen die Botschaft vom Kreuze nicht vernommen. Hilferufend strecken sie ihre Hände aus und flehen: „Kommet zu uns und rettet uns!“

O guter Jesus, sende allen, die noch fern von Dir weilen, Deine Boten, damit alle Menschen das Kreuz umfassen und in Dein Reich gelangen, das Reich des Friedens hier auf Erden und das Reich der Seligkeit im Himmel. Amen.


(Aus: Betet, Brüder! von Pater Otto Maas O.F.M.)

Samstag, 22. Februar 2020

Weiser Indianer: Lieber zu viel als zu wenig für den Himmel



Eines Tages traf ein Missionar im hohen Norden Amerikas einen alten Indianer, der, falls kein Fisch zu haben war, den ganzen Freitag nüchtern zu bleiben pflegte (Die Indianer haben dort nämlich nichts anderes als Fisch- oder Fleischspeisen). Der Pater stellte ihm vor, eine so empfindliche Enthaltung fordere das Abstinenzgebot nicht. „Schon recht“, erwiderte der Mann, „aber siehst du, Pater, ich will den lieben Gott sehen, um nun ja nicht fehlzugehen, tue ich lieber etwas zu viel als zu wenig.“

(Aus: Beispielsammlung für die Missionen, P. Hermann Fischer SVD)

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Missionsgebet zum Jesuskind




Göttlicher Heiland Jesus Christus, Du bist das Kindlein von Bethlehem, das so unendlich viel Freude in die Welt gebracht hat. Wir danken Dir, dass Du uns aus der Heidenwelt zum wahren Glauben berufen hast. Als Du in der Krippe lagest, ließest Du einen Stern am Himmel aufgehen und beriefest durch ihn die Weisen aus dem Morgenlande. O lass diesen Stern niemals untergehen, nein, lass ihn hell aufleuchten unter den Völkern der Erde, damit die Heiden Dein Licht sehen und in Deinem Lichte leben! Sende die Boten Deines Lichtes hinaus in den Advent der Heidenwelt und verscheuche alle Finsternis! Lass alle Menschen, von Deinem Lichte erleuchtet, den einen wahren Gott erkennen und den frohen Tag des Heiles schauen, der ein Abglanz ist des ewigen Lichtes, in das Du uns alle gnädig führen wollest. Amen.



(Aus: Betet, Brüder! von Pater Otto Maas O.F.M.)

Dienstag, 12. November 2019

Unsere große Sünde



Kürzlich hörte ich in einer Predigt, dass die Verehrung der Pachamama-Figuren in Rom eine Folge unserer Sünden sei. Ich fragte mich dann, ob nicht vielleicht eine spezielle Sünde, an die der Prediger wohl selbst nicht gedacht hat, vor allem die Ursache für derartige Verirrungen ist: Der Mangel an Missionseifer unter den Katholiken.

Bereits 1911 schrieb der erleuchtete Pater Hermann Fischer SVD:

„Ist nicht (…) zu fürchten, dass Gott der Christenheit schwer zürnt und harte Heimsuchungen über sie kommen lassen wird, weil sie zu wenig Eifer für Seine Ehre und für die Rettung der Heidenseelen an den Tag legt? Ja, ob nicht vielleicht die schweren Bedrängnisse, unter denen die Christenheit gegenwärtig seufzt: Irrlehren, Glaubenskälte, Entsittlichung, Anarchie, Revolutionsfieber, Religionshass usw. Strafen sind für die Lauheit in der Erfüllung des Gebotes Jesu Christi: „Lehret alle Völker!“? „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch zugegeben werden!“ Wenn wir diesen Willen Gottes tun, wird Er uns alles geben, was wir brauchen. Sein Schutz richtet sich nach unserem Eifer für Seines Reiches Größe. Wie aber muss Gott auf uns herniederschauen, wenn wir gleichgültig die halbe Welt im Heidentum liegen lassen? Heißt das Gottes Reich suchen? Darüber kann kein Zweifel sein, dass der Fortbestand des Heidentums in der Welt die größte Beleidigung Gottes ist, die es gibt.“

Es ist sicher gar nicht schwer, diese Sünde zu vermeiden. Wer täglich ein Missionsgebet betet, erfüllt sicher schon das Mindestmaß an Missionspflicht. Mehr zu diesem Thema findet Ihr unter dem gleichnamigen Tag „Missionspflicht“.

Sonntag, 27. Oktober 2019

Messopfer und Mission

Messe in Japan, 16. oder 17. Jahrhundert


Wir trauern über die Unehre, die Gott durch das gottlose Heidentum zugefügt wird, über den Verlust an Verherrlichung, den Gottes Name erleidet. Aber ein einziges Messopfer bietet Gott mehr Ehre und Anbetung, als das ganze Heidentum ihm versagen kann. Darum wollen wir recht oft die heilige Messe aufopfern als Ersatz für den Raub an Ehre, den das Heidentum Gott zufügt.

Wir trauern über die Beleidigungen, die Gott durch den Götzendienst, diesen Kult der Dämonen, durch die Sünden, Frevel und Laster zugefügt werden. Im heiligen Messopfer können wir ihm wahre Genugtuung und Sühne leisten. Hier können wir würdige danken für die Heiden, die nie ihrem Schöpfer danken; hier können wir Gott Freude bieten für den Schmerz, den die Abkehr der heidnischen Völker ihm bereitet.

Wir trauern über die vielen Millionen Heidenseelen, die fern von den Segnungen des wahren Glaubens dahinleben und in großer Gefahr schweben, ewig verloren zu gehen. Im heiligen Messopfer fluten aber die Ströme der Erlösungsgnaden von Golgatha, und wir können sie über die dürre heidnische Welt dahingeleiten, sie befruchten mit den Leben erweckenden Wassern des Heiles. Das heilige Opfer ist und bleibt die nie versiegende Quelle des heiles für die ganze Welt. Öffnen wir seine Schleusen für die vielen, vielen unglücklichen Heiden.

Wir verfügen aber über die Reichtümer und Segensfülle des blutigen Kreuzesopfers, wenn wir selbst dem heiligen Messopfer beiwohnen, oder wenn wir heilige Messen lesen lassen. Vergessen wir doch inmitten dieser Ströme von Heilsgnaden die armen Heiden nicht. Schöpfen wir mit nimmermüdem Fleiß für sie Barmherzigkeit, Erleuchtung und Bekehrung; für unsere Missionäre aber Kraft, Mut, Ausdauer und Arbeitssegen.

(Aus: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Von Hermann Fischer, Missionspriester S.V.D.)

Samstag, 19. Oktober 2019

Zum Weltmissionssonntag: Zur größeren Ehre Gottes!

Franz Xaver tauft in Indien

„Lobet den Herrn, alle Völker, preiset ihn, alle Nationen!“ (Ps. 116, 1). So hat Gott schon vor dreitausend Jahren durch den Mund seines Psalmisten alle Bewohner der Erde zur Anerkennung seiner höchsten Majestät aufgefordert.

Und es ist billig und recht, dass mit der ganzen Schöpfung vor allem jede menschliche Kreatur Gott den Herrn preist und anbetet, dem sie die Erschaffung und Erhaltung, Erlösung und Heiligung verdankt, der allein ihr ewiges glückliches Endziel ist.

Aber schau umher; wie traurig sieht es um die Ehre des göttlichen Namens in der Welt auch heute noch aus. Schon neunzehnhundert Jahre fast wandern die katholischen Glaubensboten zu den Völkern der Erde, um sie zu Anbetern des wahren Gottes zu machen; aber trotzdem gibt es noch achthundert Millionen Heiden [Zahl von 1918], die Gott nicht kennen.

Welch ein Verlust ist das für die Ehre unseres Gottes. Alle diese vielen Millionen müssten mit uns niederknien und einstimmen in unseren Lobgesang: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist!

Aber stattdessen liegen die Heiden vor ihren Götzen und beten zu diesen Fratzen Satans. Sie denken nicht an den wahren Gott, danken ihm nicht für seine vielen Wohltaten, beten seine Majestät nicht an, lieben nicht seine ewige Schönheit und Güte.
Die armen Heiden wissen freilich nicht, was sie tun. Wir Christen aber, die Gott kennen und lieben, fühlen es, wie viel Ehre ihm durch das Heidentum verloren geht. Welch eine Verherrlichung unseres guten Gottes wäre es, wenn diese vielen Millionen irrender Götzendiener in Anbeter des wahren Gottes umgewandelt würden!
Das aber ist es, was das heilige Missionswerk anstrebt. Und je mehr es gefördert wird, um so mehr schwindet das Heidentum und gewinnt die Verehrung des wahren Gottes an Ausbreitung.

Welch ein rührend schönes Schauspiel ist es doch, dass von den Missionären jedes Jahr Hunderte neue christliche Altäre in der heidnischen Wildnis erbaut werden, auf denen das unbefleckte Opfer des Neuen Bundes zum Preise des wahren Gottes gefeiert wird. Dadurch wird immerfort an der Verwirklichung jener herrlichen Verheißung gearbeitet, die Gott durch den Propheten Malachias gegeben hat: „Vom Aufgang bis zum Niedergang wird mein Name groß werden unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Speiseopfer dargebracht werden.“ (Mal. 1,11).

Und um diese Altäre des wahren Gottes versammelt der Missionär die Kinder der Wildnis, die Indianer Amerikas, die Neger Afrikas, die braunen Söhne Australiens, die gelben Inder, Chinesen, Japaner und wie die heidnischen Völker alle heißen. Und sie hören die frohe Botschaft des heiligen Evangeliums und fangen an mit den christlichen Gebeten und Gesängen den dreieinigen Gott zu preisen und anzurufen: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist!

Wer möchte an einem solchen Werke nicht helfen, das so entschieden wie kein anderes die herrliche Parole auf seine Fahne geschrieben hat: „Zur größeren Ehre Gottes!“

(Aus: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Von Hermann Fischer, Missionspriester S.V.D.)

Sonntag, 7. Juli 2019

Gebet zu Christus, dem Welterlöser



Göttlicher Heiland, Jesus Christus, Du bist unser Erlöser und Seligmacher. Du hat uns von dem Elend der Sünde befreit und aus der Finsternis des Heidentums gerettet durch Deine erbarmende Liebe und Deinen versöhnenden Opfertod. Wir danken Dir dafür, und wir verbinden mit diesem Dank die Bitte, lass auch jene, die dieses Glückes noch nicht teilhaftig geworden sind, bald daran teilnehmen.

Erbarme Dich unserer heidnischen Brüder und Schwestern, wie Du Dich unser erbarmt hast. Sende Deine Boten zu ihnen, damit sie ihnen das Licht des Evangeliums bringen. Erwecke heilige Missionare, Priester, Brüder und Schwestern, die mit der Liebe und dem Seeleneifer der Apostel hinausziehen in die fernen Länder, um den Armen die Reichtümer Deiner Gnade, den in Finsternis und Todesschatten Sitzenden das Licht Deiner beseligenden Lehre zu spenden. Verleihe ihren Worten Weisheit und Kraft, leite sie auf ihren gefahrvollen und mühsamen Wegen und segne alle ihre Opfer, damit sie reiche Ernte halten für Dich und Dein Reich. Amen.

(Aus: Betet, Brüder! Gebete für die Heidenmission. Von P. Dr. Otto Maas O.F.M., Laumann, 1937)

Sonntag, 25. November 2018

Missionsgedanken zum jüngsten Gericht



Alle Menschen ohne Ausnahme werden vor dem Richterstuhle Jesu Christi erscheinen müssen. „Es kommt die Stunde, in der alle, die in Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und sie werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichtes“ (Jo. 5, 28–30)

Auch alle Menschen, die als Heiden, fern von den Gnadenmitteln der katholischen Kirche gestorben sind, werden gerichtet werden. Allerdings wird kein Heide ohne seine persönliche Schuld ewig verdammt werden. Wir haben auch keine Ahnung, wie viele Heiden durch die Begierdetaufe gerettet werden, wie viele aber ewig verlorengehen. Aber sicher wissen wir, dass es ein großes Unglück ist, nicht in der wahren Kirche Christi sein Heil wirken zu können.

Die Christen, welche schuldig sind, dass die Heiden nicht zum Glauben an Christus gekommen sind und auf den Weg des Heiles geführt werden, werden im Gerichte sich darüber verantworten müssen. Es muss furchtbar sein, aus Gleichgültigkeit, Trägheit, Selbstsucht und Habgier Schuld zu tragen am ewigen Untergang einer durch Christi Blut erlösten Seele. Anderseits muss es aber auch mit größter Zuversicht und Freude erfüllen, im Gerichte zu hören, dass wir durch treue Mitarbeit beim Missionswerk Seelen gerettet haben, die ohne uns verlorengegangen wären. – Diese Gewissheit, im Gericht Gottes über die eigene Mitarbeit an der Ausführung der göttlichen Missionspflicht sich verantworten zu müssen, ist ein ernster Antrieb zum rechten Missionseifer.

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, P. Hermann Fischer SVD)