Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Donnerstag, 17. Dezember 2020

The evils of old paganism in our days (Part 2)


Among the many riots that swept across South Africa in 1952, the ones that took place in East London gave rise to an especially macabre display of paganism. On 9 November, the Irish Dominican sister Aidan Quinlan, O.P., who served the black community of East London as a missionary doctor, was stopped on her way to a sick call, pulled from her car, beaten with a club and subsequently stabbed to death. What followed next can hardly be believed by the reader who has not read missionary accounts about the sinister practices of paganism: superstitious women ran up to the corpse of the sister, cut pieces of flesh from it and devoured them in the hope that by doing so, they would partake in the industriousness and vigor of the religious. Sr. Aidan had always professed the will to die for her “blackies”.
Two men and two women were later sentenced to only six months in prison for cannibalism. The use of human body parts in superstitious rituals is not a thing of the past in rural parts of South Africa, as you can read in the following article from 2010 (Warning, very graphic): https://www.iol.co.za/.../muti-killings-is-a-way-of-life...

Let us pray this advent that, in the words of St. Arnold Janssen, the sweet light of Jesus Christ may shine forth into the darkness of sin and into the night of paganism.

Montag, 14. Dezember 2020

The evils of old paganism in our days (Part 1)

Blessed Benedict Dawsa

Yesterday I was watching a video by Nick Howarth, who served as a young sergeant on the Internal Stability Division of the South African Police in the late 80’s and early 90’s, the twilight years of white rule in South Africa. He patrolled Phola Park, one of the most dangerous townships near Johannesburg at that time, where clashes between the armed wing of the ANC and members of the Inkatha Freedom Party reached civil war-like proportions. I watched this solely out of interest in South African history and did not expect any religiously relevant information. But a couple of minutes into the video, he talks about things “people would not believe you” and also later refers to “voodoo” stuff. This made me think of two events in 20th century South Africa that serve to show the evil of old paganism which is still alive and well in our days, even in more developed countries.

Blessed Benedict Dawsa converted to Catholicism as a teenager when living with his uncle in Johannesburg in the 1960’s, taking the great patriarch of Western monasticism as his patron. Upon return to his hometown Mbahe in the province of Limpopo, Benedict became a teacher and school principal. He founded a soccer team there which he left when the other members decided to take “muti” medicine, inspired by the superstitious belief that this would make them win their games.

Blessed Benedict’s conflict with paganism reached a boiling point in late 1989 when lightning strikes plagued the area around Mbahe. The community’s elders concluded that witchcraft was the source of the repeated lightning strikes and decided to levy a tax in order to hire a sangoma to “sniff out” the other witch responsible for the meteorological events. The Blessed steadfastly refused to pay the tax.

On 2 February 1990, the feast of Candlemas, Benedict ran into a roadblock when driving home at night. It was a trap set up for the Catholic teacher: young pagans ambushed him when he got out of his car. He was injured by stoning and took refuge in the hut of a woman who betrayed him when the heathen mob threatened to kill her. They subsequently bludgeoned Benedict to death. His last words were “God, into Your hands receive my spirit”. His funeral Mass was celebrated in red vestments as he was considered to have died a martyr of the Faith. In the wake of his death, his mother also converted to Catholicism. Benedict Dawsa was beatified in 2015.

Below you can find the video I was referring to. The account is graphic, so viewer discretion is advised. Tomorrow I shall write about another tragic incident of “urban paganism” that led to the death of a Dominican nun.


Blessed Benedict Dawsa, pray for us!

https://www.youtube.com/watch?v=gSaES5ebT48


Dienstag, 12. November 2019

Unsere große Sünde



Kürzlich hörte ich in einer Predigt, dass die Verehrung der Pachamama-Figuren in Rom eine Folge unserer Sünden sei. Ich fragte mich dann, ob nicht vielleicht eine spezielle Sünde, an die der Prediger wohl selbst nicht gedacht hat, vor allem die Ursache für derartige Verirrungen ist: Der Mangel an Missionseifer unter den Katholiken.

Bereits 1911 schrieb der erleuchtete Pater Hermann Fischer SVD:

„Ist nicht (…) zu fürchten, dass Gott der Christenheit schwer zürnt und harte Heimsuchungen über sie kommen lassen wird, weil sie zu wenig Eifer für Seine Ehre und für die Rettung der Heidenseelen an den Tag legt? Ja, ob nicht vielleicht die schweren Bedrängnisse, unter denen die Christenheit gegenwärtig seufzt: Irrlehren, Glaubenskälte, Entsittlichung, Anarchie, Revolutionsfieber, Religionshass usw. Strafen sind für die Lauheit in der Erfüllung des Gebotes Jesu Christi: „Lehret alle Völker!“? „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch zugegeben werden!“ Wenn wir diesen Willen Gottes tun, wird Er uns alles geben, was wir brauchen. Sein Schutz richtet sich nach unserem Eifer für Seines Reiches Größe. Wie aber muss Gott auf uns herniederschauen, wenn wir gleichgültig die halbe Welt im Heidentum liegen lassen? Heißt das Gottes Reich suchen? Darüber kann kein Zweifel sein, dass der Fortbestand des Heidentums in der Welt die größte Beleidigung Gottes ist, die es gibt.“

Es ist sicher gar nicht schwer, diese Sünde zu vermeiden. Wer täglich ein Missionsgebet betet, erfüllt sicher schon das Mindestmaß an Missionspflicht. Mehr zu diesem Thema findet Ihr unter dem gleichnamigen Tag „Missionspflicht“.

Sonntag, 27. Oktober 2019

Messopfer und Mission

Messe in Japan, 16. oder 17. Jahrhundert


Wir trauern über die Unehre, die Gott durch das gottlose Heidentum zugefügt wird, über den Verlust an Verherrlichung, den Gottes Name erleidet. Aber ein einziges Messopfer bietet Gott mehr Ehre und Anbetung, als das ganze Heidentum ihm versagen kann. Darum wollen wir recht oft die heilige Messe aufopfern als Ersatz für den Raub an Ehre, den das Heidentum Gott zufügt.

Wir trauern über die Beleidigungen, die Gott durch den Götzendienst, diesen Kult der Dämonen, durch die Sünden, Frevel und Laster zugefügt werden. Im heiligen Messopfer können wir ihm wahre Genugtuung und Sühne leisten. Hier können wir würdige danken für die Heiden, die nie ihrem Schöpfer danken; hier können wir Gott Freude bieten für den Schmerz, den die Abkehr der heidnischen Völker ihm bereitet.

Wir trauern über die vielen Millionen Heidenseelen, die fern von den Segnungen des wahren Glaubens dahinleben und in großer Gefahr schweben, ewig verloren zu gehen. Im heiligen Messopfer fluten aber die Ströme der Erlösungsgnaden von Golgatha, und wir können sie über die dürre heidnische Welt dahingeleiten, sie befruchten mit den Leben erweckenden Wassern des Heiles. Das heilige Opfer ist und bleibt die nie versiegende Quelle des heiles für die ganze Welt. Öffnen wir seine Schleusen für die vielen, vielen unglücklichen Heiden.

Wir verfügen aber über die Reichtümer und Segensfülle des blutigen Kreuzesopfers, wenn wir selbst dem heiligen Messopfer beiwohnen, oder wenn wir heilige Messen lesen lassen. Vergessen wir doch inmitten dieser Ströme von Heilsgnaden die armen Heiden nicht. Schöpfen wir mit nimmermüdem Fleiß für sie Barmherzigkeit, Erleuchtung und Bekehrung; für unsere Missionäre aber Kraft, Mut, Ausdauer und Arbeitssegen.

(Aus: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Von Hermann Fischer, Missionspriester S.V.D.)

Dienstag, 22. Oktober 2019

Der heilige Franz Xaver – kein Freund des interreligiösen Dialogs



Als der hl. Franz Xaver, der große Apostel Indiens, nach Goa kam, da betrübte es ihn am meisten, dass er sah, wie niemand sich der armen Kinder annahm und diese in großer Unwissenheit aufwuchsen. Obgleich er nun mit Arbeiten ganz überladen war, nahm er sich doch täglich die Zeit, um mit einem Glöckchen in der Hand die Straße zu durchwandeln und die Kinder zum Religionsunterricht zu sammeln. Die von ihm unterrichteten Kinder wurden dann selbst Missionäre bei ihren Eltern und zerstörten deren Götzenbilder.

(Aus: die katholischen Missionen, 1875)

Samstag, 29. Dezember 2018

Stoßgebet vom heiligen Arnold Janssen für die Heidenkinder



Der heilige Arnold Janssen ließ seine Steyler Ordensgemeinschaft jeden Tag folgendes Stoßgebet beten:

„Um Deiner heiligen Kindheit willen, o Jesus, erbarme Dich der armen Heidenkinder!“ 


Samstag, 26. Mai 2018

Maria, Königin der Missionen

Quelle: Neithan90

Mit Recht muss Maria als Königin der Missionen angerufen werden. Die heiligen Augustinus und Ambrosius nennen sie „Die Lehrerin der Völker“. Der heilige Cyrillus von Alexandrien sagt, dass durch Maria „die Heiden dem Götzendienst entrissen werden und zur Erkenntnis des wahren Gottes gelangen“. Die katholische Kirche aber ruft: „Freue dich, Jungfrau Maria, alle Irrlehren hast du allein vernichtet in der ganzen Welt!“ – Maria hat den Sohn Gottes, das Heil der Welt, für die ganze Menschheit geboren; alle Völker aller Zeiten empfangen ihn aus ihren Händen. Sie ist der erste und größte Missionär, und sie hat der Welt den Frieden durch Jesus Christus gebracht. Sie ist und bleibt Vorbild, Mutter, Beschützerin, Fürsprecherin und Königin aller Missionäre. 

Nach Jesus brennt in ihrem Herzen der größte Eifer für Gottes Ehre, für die Ausbreitung des Reiches ihres Sohnes, für die Rettung aller Menschenseelen, ein glühender und alles übertreffender Missionseifer. Von ihr wollen wir lernen; zu ihr beten, damit sie das heilige Werk der Glaubensverbreitung beschütze und durch ihre mächtige Fürsprache fördere.

(Aus: Hilf Seelen retten! Vollständiges Gebetbuch mit vielen Belehrungen für alle Missionsfreunde. Von Hermann Fischer, Missionspriester S.V.D.)

Sonntag, 29. Oktober 2017

Zum Fest Christkönig: Die ganze Erde muss Gott dienen

Christkönigsstatue in Kerala, Indien (Quelle)

Die ganze Erde muss Gott dienen! Aber drei Fünftel der Menschheit schmachtet noch in den Ketten des Unglaubens und Aberglaubens. Die ganze Erde soll daher zu einem großen Gottesdome ausgebaut werden. An allen Orten soll dem Herrn ein reines Speiseopfer dargebracht werden, und vom Aufgang bis zum Niedergang der Sonne soll der Name des Herrn gepriesen werden (Mal. 1,11).

Die Erde ist Gottes Eigentum. Sie ist von der Hand Gottes geformt. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Mit diesem ersten Wort der Heiligen Schrift ist das göttliche Eigentumsrecht ausgesprochen. Das Heidenland, das den einen wahren Schöpfer nicht kennt, ist Gott entfremdetes Land, ist Gott entrissenes Land, ist Gott gestohlenes Land.

Die Erde ist Gottes Eigentum. Sie wird von Gottes Hand getragen. Sie lebt von Gottes Segen und Gottes Gnaden. Gottes Lob und Ehre muss sie daher auch verkünden. „Gott allein die Ehre und der Ruhm“ (Tim 1, 17). Das Heidenland, das fremden Göttern dient, ist der schrille Misston im Loblied der Schöpfung, der große Missbrauch mit Gottes Gabe, der schwarze Undank an Gottes Tafel.


(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Dienstag, 18. April 2017

Das Heidentum – Abbruch an der Ehre Gottes


Ist es nicht wahr, dass der Bestand, die große Ausdehnung und Fortdauer des Heidentums ein ungeheurer Abbruch an der Ehre Gottes ist?

Gewiss, die Heiden wissen es nicht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass dem Allerhöchsten die ihm gebührende Anbetung und Verherrlichung von dem größten Teil der Menschheit vorenthalten wird, dass es um seine Ehre in der Welt schlecht bestellt ist.

Wenn die Heiden dies auch nicht verstehen, so verstehen es doch die Christen, und sie wissen es, dass Gott von ihnen verlangt, für seine Ehre in der Welt zu sorgen. Ungestraft werden sie diese höchste Pflicht nicht vernachlässigen. Fluch und Segen knüpft sich daran für die Christenheit. Tut sie nun wirklich, was sie kann, um diese heiligste Pflicht zu erfüllen?

Aber nicht nur die Pflicht muss uns dazu zwingen, für die Ehre Gottes zu eifern, auch Dankbarkeit und Liebe müssen uns dazu drängen. Kann ein Katholik mit glaubensvollem Herzen, der seinem göttlichen Wohltäter aufrichtig zugetan ist, gleichgültig auf die Heidenwelt hinschauen, die der Ehre Gottes so großen Abbruch tut? Können wir gleichgültig hinblicken auf jene großen, dunklen Länder mit ihren vielen Millionen Menschen, die ohne Anbetung, ohne Opfer, ohne Dank gegen ihren Schöpfer dahinleben?

Der Gedanke daran hat einem hl. Franziskus Xaverius und anderen frommen Christen heiße Tränen ausgepresst und sie angetrieben, alles zu verlassen und unter den größten Entbehrungen und Leiden hinauszueilen in die Heidenländer, um die Heiden zu Anbetern des einen wahren Gottes zu machen. Das ist der praktische Ausdruck zu dem Wunsche und Gebet: „Geheiligt werde Dein Name!“ „Dann kann von jemand gesagt werden, dass er für Gott eifert, wenn er dasjenige, was gegen die Ehre und den Willen Gottes ist, nach Kräften zu verhindern sucht.“ (Thomas v. Aquin)

Das Missionswerk ist ein heiliger Kreuzzug für die Ehre Gottes, den der Allerhöchste selbst uns aufgetragen, wozu die Liebe zu ihm uns naturgemäß drängen muss. Darin gipfelt sein höchster und vornehmster Zweck. Das katholische Herz kann und darf auf diesen Missionseifer für die Verherrlichung des göttlichen Namens nicht verzichten; es offenbart sich darin die richtige Gottesverehrung. Möge diese Erkenntnis wachsen und durch das Wachsen der katholischen Missionsbetätigung immer machtvoller aus allen Ländern und Völkern der Lobgesang zum Himmel emporrauschen: Die Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste!“

(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer S.V.D.)

Sonntag, 26. Februar 2017

Zum Sonntag Quinquagesima: Sei sehend!

„Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Lk 18, 38)

In der Nähe des göttlichen Heilandes belebt sich der Glaube und die Hoffnung des Blinden. Wir hören, wie er mit aller Zuversicht seine Bitte stellt: „Herr, dass ich sehend werde.“ Um sein Augenlicht bittet der Blinde. Um das eine fleht er, was ihm vor allem nottut zu einem glücklichen Leben. Er verschmäht alles andere, denn was immer er haben könnte, ohne Licht kann er nicht schauen, was er hat. Nicht um Reichtum bittet er, nicht um Ehre, nicht um Brot, nur um das eine: „Herr, dass ich sehend werde.“

Andächtige Christen! Nur eines tut den Heiden not: dass sie sehend werden. Was nützt alles andere, was Kulturreichtum, was Literaturstolz, wenn ihnen das Licht fehlt, um den wahren Wert der Dinge abzumessen. Mache, o Herr, dass sie sehend werden und die Blindheit ihrer Seelen gehoben werde, mit der eitler Götzenwahn sie geschlagen hat; dass sie sehend werden und die Irrwege schauen, ihre Wege der Torheit und der Sünde; dass sie sehend werden und dich als Gott erkennen und Christus, deinen Sohn, den du gesandt hast, und so das ewige Leben haben.

Die Blindheit der Heidenwelt soll gehoben werden durch das Licht des wahren Glaubens. Dieses Licht, andächtige Christen, muss ihnen gebracht, und zwar durch uns gebracht werden. Unser Glaube muss seinen hellen Schein in die Nacht der Heidenwelt tragen: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5, 14). Wir alle sind nach den Worten des hl. Paulus Lichtkinder und Tagessöhne (1 Thess 5, 5), und Lichtträger sollen wir sein der Heidenwelt. „Gesetzt habe ich dich zum Lichte der Heiden, dass du seiest zum Heile bis an das Ende der Erde“ (Apg 13, 47). Diese Worte, die von den ersten Heidenmissionären, den hll. Paulus und Barnabas, geschrieben stehen, gelten auch von jedem Missionär, der mit der Leuchte des Evangelium zu den Heiden hinauszieht, gelten von jedem Christen, der in seiner Glaubensüberzeugung das heilige Missionswerk unterstützt. Nur auf diese Weise kann die Kirche ihre Missionspflicht erfüllen und im Namen ihres göttlichen Stifters auf die Bitte der Heidenwelt antworten.

(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Freitag, 6. Januar 2017

Heidentum – Revolution gegen Gott


Andächtige Christen! Die Erschaffung und Erhaltung aller Menschen, das ist der erste Rechtstitel, auf den hin Gott auch die Verehrung aller Menschen zu beanspruchen hat. „Seid still und schauet“, lässt er uns durch den Mund des Propheten sagen, „ich bin Gott; ich will erhöht sein unter den Völkern und erhöhet auf Erden!“ (Ps. 45, 11). Was bedeutet nun diesem Rechtstitel gegenüber das Heidentum? Diesem göttlichen Rechtstitel gegenüber bedeuten die 900 Millionen Heiden [Zahl von Anfang des 20. Jahrhunderts], die wir heute noch zählen, eine nicht auszusprechende Rechtsverletzung. „Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, um dasselbe anzubeten.“ So hat der Herr gesprochen. Und mehr als die Hälfte der heute lebenden Menschen betet Götzen an! Diese 900 Millionen Heiden bedeuten einen Zustand dauernder Revolution gegen Gott. Dort, wo Gott herrschen sollte, in den Herzen und Ländern der Heiden, ist er, der wahre Gott, von seinem Throne herabgestoßen und wird der Hochverrat des Götzendienstes verübt.

Daran müssen wir denken, andächtige Christen, wenn wir uns die Frage vorlegen, ob denn die Heidenmission wirklich eine so wichtige Sache ist, wie die Missionäre es uns sagen. Ob man die feingebildeten Inder, die strebsamen Japaner und Chinesen, ob man die Neger Afrikas und die Wilden der Südsee nicht lieber in Ruhe lassen sollte; ob wir nicht unser Geld besser verwenden können, als es den Bestrebungen der Missionäre zu opfern?! Ach, die Missionäre, um die handelt es sich ja gar nicht. Um Gott handelt es sich! Der hl. Franz Xaver sagt es in seinem Gebet für die Bekehrung der Ungläubigen: „Siehe, o Herr, wie die Hölle dir zur Schmach mit diesen Seelen erfüllt wird!“ Das ist es, was auf dem Spiele steht: Soll Gott Ehre ernten oder Schmach? Soll Gottes Reich auf Erden errichtet werden oder das Reich Satans? Das ist eine Frage, die unter Christen nicht gestellt werden darf.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Donnerstag, 4. August 2016

Relikte der katholischen Königreiche am Kongo

Wappen von König Afonso I.

Die alten „christlichen Königreiche“ von Angola, Benguela usw., die im 16. und 17. Jahrhundert am Kongo entstanden und deren schwarze Herrscher Don Alonso [sic, eigentlich Afonso], Pedro, und wie sie alle heißen, das Christentum als Staatsreligion einführten, gingen nach einer kurzen Glanzperiode bereits im 18. Jahrhundert wieder unter. Nur Ruinen bezeichnen noch die Stätten, wo einst die prächtigen Hauptkirchen standen. Sonst ist die alte Herrlichkeit spurlos verschwunden.

Indessen finden sich unter den heidnischen Nachkommen der ehemaligen Christen auch heute noch manche Erinnerungen an die alte Zeit. Dies ist besonders bei den Asolongo-Negern der Fall, die am belgischen Unterkongo, namentlich aber auf portugiesischem Gebiet wohnen. Alle wissen, dass der Mensch von Gott geschaffen ist und dass die Seele nach dem Tod entweder in den Himmel oder in die Hölle kommt. Sie kennen Desu (= Don Jesu) und glauben an seine Gottheit. Die Bedeutung des Namens Madia (= Maria) dagegen ist in Vergessenheit geraten.

Ein Untergebener begrüßt seinen Vorgesetzten mit den Worten: Nsambi* ukal‘ aku, „d. h. Gott sei mit dir“, worauf der andere den gleichen Spruch antwortet. Jeder Häuptling besitzt ferner unter den Abzeichen seiner Würde ein Kruzifix und einen oder zwei große Rosenkränze. Vermutlich rühren diese Gegenstände noch von den alten Missionaren her. Jedenfalls vererben sie sich von Geschlecht zu Geschlecht. Man behandelt sie mit großer Ehrerbietung und lässt sie nur in der Morgenfrühe, und zwar nur Eingeweihte, sehen. Zur Eröffnung oder zum Schluss größerer Volksversammlungen ergreift der Oberhäuptling mit beiden Händen das Kruzifix, das sog. Santu Manuele (= St. Emanuel), und bewegt es nach Art der Segenserteilung in Kreuzesform hin und her. Die Männer klatschen bei dieser Zeremonie in die Hände und murmeln ein Gebet.

Durchgängig nehmen die Asolongo die katholischen Missionäre freudig auf und betrachten sie als rechtmäßige Nachfolger ihrer alten Nnanga Nsambi*, d. h. Priester.

(Aus: die katholischen Missionen, 1910)


* Zambi oder Zambu war die Bezeichnung der Heidenvölker am Kongo und in Kamerun für den Schöpfergott (siehe dazu die Werke von P. Joseph Fräßle und Msgr. Franziskus Hennemann). Es handelt sich hier wohl um eine weitere alternative Form.

Samstag, 25. Juni 2016

„Mich erbarmt des Volkes“ – zum 6. Sonntag nach Pfingsten


Andächtige Christen! Erinnern wir uns recht oft dieses bedeutungsvollen Wortes, das wir heute aus dem Munde des Heilandes vernommen haben: „Mich erbarmet des Volkes.“

Gedenken wir dabei auch jener großen, unzähligen Völkermassen der Heiden, die sein mitleidsvoller Blick damals betrachtete! Dieser schmerzerfüllte Seufzer des Heilandes ist nicht fruchtlos geblieben; gedrängt durch sein Erbarmen, hat er die heilige Kirche gestiftet, und ihr Missionswerk ist des Heilandes Erbarmungstat unter den Heiden. So war es Christi heiliger Wille, der selbst seiner Kirche den hohen Auftrag dazu gegeben hat; so war es tiefernste Überzeugung der heiligen Apostel, die hinausgegangen sind bis an die Grenzen der Erde und in diesem großen Werke selbst ihr Leben eingesetzt haben; so hat es unsere heilige Kirche erfasst, die zu jeder Zeit, bis zu dieser Stunde mit rückhaltloser, liebevoller Hinopferung dem Bekehrungswerke der Heiden sich gewidmet hat.

Und so müssen auch wir das Missionswerk unserer heiligen Kirche auffassen: als das Werk des Heilandes, der sich der armen Heidenvölker erbarmt hat. Andächtige Christen! Stellen auch wir uns in den Dienst dieses großen Werkes, soweit unser Beruf und unsere gesellschaftliche Stellung es zulassen; ja, arbeiten auch wir mit zur Verwirklichung dieser großen Erbarmungstat des Heilandes, damit die Menge der Heidenvölker nicht darbend verschmachte auf ihrem Lebenswege, sondern einst glücklich hingelange „nach Hause“, in den Himmel, unser gemeinsames Vaterhaus! Amen.

– P. Stephan Dillmann O.M.I.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Samstag, 4. Juni 2016

Zum 3. Sonntag nach Pfingsten: Hirtensorgen und Hirtenfreuden



Die Hirtensorge und Hirtenliebe des göttlichen Heilandes, andächtige Christen, muss auch in unseren Herzen leben. Christi Geist muss unser Geist, Christi Herz unser Herz sein. In der Sorge für das Missionswerk teilen wir die Hirtensorge des göttlichen Herzens.

Ach, wie viele gute Seelen haben noch keine Ahnung von den Hirtensorgen des Missionswerkes! Willst du sie kennen lernen und dir Hirtenliebe ins Herz lesen, dann greife zu den Missionsberichten und Missionszeitschriften. Sie erzählen dir ausführlich und oft in erschütternder Weise von den schweren Sorgen der Missionäre. Zwischen dem Suchen und dem Finden des verirrten Schäfleins liegt ein weiter Weg, und die Hirtenfreude muss oft um schwere Opfer erkauft werden. 
Der Missionär muss zunächst die Spur des verirrten Schäfleins aufsuchen und durch eifriges Studium der religiösen Sitten und Anschauungen seiner Umgebung aufmerksam den Weg verfolgen, den das verlorene Schaf gegangen ist. Und durch welche Sümpfe, über welche Klippen, in welche Dornen und Hecken führt zuweilen dieser Weg! Dann beginnt der mühsame Hirtengang. Der suchende Missionär muss unermüdlich gehen und wandern; er darf sich nicht kümmern um Regen und Sonnenschein, nicht kümmern um Hunger und Durst, nicht kümmern um den brennenden Sand unter seinen Füßen und die brennende Hitze über seinem Haupte. Eingedenk muss er sein des guten Hirten, der sein Leben hingibt für seine Schafe. Beim Anblick solcher Hirtenarbeit wird auch in unser Herz, andächtige Christen, etwas von der Hirtenliebe des heiligen Missionswerks kommen. Durch unser Missionsgebet und unser Missionsopfer werden auch wir suchende und rettende Hirten der Heiden sein. Mit dem göttlichen Heiland werden wir die Hirtensorge teilen, mit ihm werden wir aber auch in Freuden das Wiedergefundene heimtragen. Seine Hirtenfreude wird auch unsere Freude sein. (…)

O seliges Hirtenglück, wenn zu den Füßen des Missionärs der neubekehrte Heide kniet! O heilige Hirtenfreude, wenn der Missionär das so lange gesuchte Schäflein gefunden und nun über die Stirne das Wasser der heiligen Taufe gießen, das Brot des ewigen Lebens ihm reichen kann! Die Rettung des Schäfleins wird als eigenes Glück empfunden. In diesen Augenblicken sind alle Hirtensorgen reichlich, überreichlich belohnt. (…)

Wir wollen betend unsere Hände zu dem göttlichen Hirtenherzen Jesu aufheben und es bitten, unser Herz dem seinigen immer gleichförmiger zu machen in der Liebe zu dem verlorenen Schäflein der Heidenwelt. Die Gefühle wahrer Hirtenliebe mögen auch unser Herz beseelen. Und diese Liebe wird uns stark machen, tätigen Anteil zu nehmen an der großen Missionssorge, die auf unserer heiligen Kirche lastet. Ihre Missionsfreude wird auch unsere Freude, ihr Missionserfolg auch unser Erfolg sein, und am Tage der Ewigkeit, wenn das letzte Schäflein aus der Heidenwelt heimgebracht ist, dann wird der göttliche Hirt uns als seine Freunde zusammenrufen, und für die ganze Ewigkeit wird seine liebreiche Aufforderung gelten: „Freuet euch mit mir!“ Amen.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Samstag, 28. Mai 2016

Wie Mission NICHT geht – Die Orthodoxen und die Heidenvölker Russlands

Tschuwaschen

Sehr bezeichnend für den Wert der Missionstätigkeit, wie sie die russisch-schismatische Kirche übt, ist folgende aus Russland uns zugehende Mitteilung. Ein großer Teil der Völker im Norden Russlands, wie die Samojeden, ist bis heute überhaupt nicht evangelisiert worden. Die in der Umgebung von Kasan, Nischni-Nowgorod, Perm, Kirow und Urschumsk ansässigen Fremdvölker der Mordwinen, Wotjaken [Udmurten], Permier, Tschuwaschen, Tscheremissen u. a. (im ganzen schätzungsweise 4 Millionen), die sich noch heute von den Russen in Kleidung, Sprache, Sitten und Gewohnheiten streng absondern, sind nicht durch Evangelisierung und Unterricht, sondern durch Gewaltmittel oder bedingte Zuwendung verschiedener Privilegien zur Annahme der orthodoxen Taufe gebracht worden. Von einem Übertritt aus Überzeugung war keine Rede. 

„Die orthodoxe Geistlichkeit war weder mit der Sprache und den Sitten, noch mit den Lebensanschauungen ihrer ‚Neubekehrten‘ bekannt. Sie tat auch nichts, um sie über die elementaren Wahrheiten des Christentums aufzuklären, so dass diese sog. Christen nach wie vor unter dem unmittelbaren Einfluss ihrer alten Götzenpriester blieben.“ 
Nur die Furcht vor den Polizeimaßregeln hielt dieselben davon ab, ihre alten heidnischen Gebräuche auch offen fortzusetzen. Im Geheimen wucherte das alte Heidentum ruhig fort. „Die ganze Tätigkeit der orthodoxen Geistlichkeit beschränkte sich auf die Einsammlung der Stolgebühren und anderer Beiträge für den Unterhalt der Kirchen und des Klerus, was selbstverständlich die Neubekehrten noch mehr reizte und der Geistlichkeit und Kirche entfremdete. Und so warteten diese halben Heiden und halben Christen nur auf eine Gelegenheit, um die ihnen fremde Religion und verhasste Geistlichkeit abzuschütteln. Eine solche Gelegenheit bot sich ihnen bei Verkündigung des kaiserlichen Ukas über die Gewissensfreiheit. Sofort fielen sie scharenweise von der orthodoxen Kirche wieder ab.“

Wie aus zuverlässigen Mitteilungen von Landeskundigen hervorgeht, bringen diese Stämme heute ihre heidnischen Opfer wie ehemals im Dunkel der Wälder dar. Das beliebteste Opfertier ist der Schwan, an dessen Stelle man sich mit einer weißen Ente oder Gans begnügt. An Ehrlichkeit übertreffen diese Heiden das russische Landvolk bei weitem, weisen sie doch selbst Trinkgelder für geleistete Dienste zurück.


 (Aus: die katholischen Missionen, 1907) 

Samstag, 2. April 2016

P. Robert Streit über den Buddhismus

Tibetanischer Götze 


Für das Buch, in dem diese Zeilen stehen, erhielt P. Robert Streit O.M.I. von Papst Pius XI. die goldene Jahresmedaille.

„Der Buddhismus, Ostasiens vielgepriesene Religion, steht im grellsten Gegensatz zur katholischen Religion. Die katholische Religion hat auf ihrer Missionswanderung durch die Länder die Völker zu sich emporgehoben, hat deren religiöse und sittliche Anschauungen veredelt und deren völkische Eigenart verchristlicht.  Der Buddhismus dagegen ist auf seiner Missionsfahrt durch Ostasien zu den tiefer stehenden Völkern hinabgesunken, hat sich überall den vorgefundenen Volksreligionen angepasst, hat aus ihnen minderwertige animistische Bestandteile in sich aufgenommen, ist mehr und mehr heidnisch geworden. So beherrscht in Ceylon, der Hochburg des Buddhismus, wilde Dämonenverehrung die breiten buddhistischen Volksmassen. In Hinterindien verehrt die buddhistische Bevölkerung Naturerscheinungen, Berge und Flüsse, Wälder und Bäume, ebenso wie sie verehrt die Schutzgeister der einzelnen Menschen, Stämme, Orte und die Seelen der Verstorbenen; sie verehrt dieses Heer von Göttern mit abstoßenden Zeremonien, Beschwörungen, Opferfesten und Maskenzügen. Auf dieser angeblichen Zaubermacht des Buddhismus über die Verstorbenen und über die Naturereignisse beruht seine Lebenskraft auch in China, wo er sich mit einer Menge von Göttern, Zaubergestalten und Aberglauben aus dem Taoismus bereichert hat. In gleicher Weise vermischte er sich mit der vorherrschenden Dämonenverehrung in Tibet und mit den schintoistischen Orts- und Nationalgöttern in Japan.“


(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsaausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Montag, 28. März 2016

Sind alle Religionen gleich gut?

Tempel aller Religionen, Kazan, Russland (Quelle: Maarten)


Aus der Glaubenslehre der Katholischen Handpostille* zum heutigen Ostermontag:

Frage: Was ist es also mit dem Gerede einiger, jede Religion und jeder Glaube sei gleich gut, es sei einerlei, ob man Christ oder Heid‘ oder Jud‘, katholisch oder protestantisch sei?

Ein solches Gerede ist Gotteslästerung und vernunftwidriges Geschwätz. Wenn’s gleich ist, was man glaubt, wozu hätte dann Gott uns eine Offenbarung gegeben? wozu hätte Jesus Christus seine Lehre mit dem blutigen Tode besiegelt? Hat er nicht ausdrücklich gesagt: wer nicht an den Sohn glaubt, der wird das Leben nicht sehen? – Und dann sind die verschiedenen Religionen miteinander in offenem Widerspruch; was die eine glaubt, verwirft die andere als Irrtum. Aber es ist unvernünftig zu sagen, es sei gleich, ob man die Wahrheit oder den Irrtum glaube; es sei zum Beispiel gleich zu glauben, es gebe eine Hölle, oder es gebe keine; mit dem Tode sei alles aus, oder nach dem Tode gebe es erst noch eine Ewigkeit, in die der Mensch kommt; Mohammed sei ein göttlicher Prophet, oder ein Betrüger gewesen, und dergleichen. Wahrheit gibt es nur eine; und was ihr widerspricht, ist Irrtum. Aber dem Irrtume absichtlich anhängen, widerspricht der gesunden Vernunft, welche für die Wahrheit geschaffen ist.


*(besser bekannt als Goffine, überarbeitet von P. Franz Hattler S.J.) 

Samstag, 6. Februar 2016

Zum Sonntag Quinqagesima: Sei sehend!

„Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Lk 18, 38)

In der Nähe des göttlichen Heilandes belebt sich der Glaube und die Hoffnung des Blinden. Wir hören, wie er mit aller Zuversicht seine Bitte stellt: „Herr, dass ich sehend werde.“ Um sein Augenlicht bittet der Blinde. Um das eine fleht er, was ihm vor allem nottut zu einem glücklichen Leben. Er verschmäht alles andere, denn was immer er haben könnte, ohne Licht kann er nicht schauen, was er hat. Nicht um Reichtum bittet er, nicht um Ehre, nicht um Brot, nur um das eine: „Herr, dass ich sehend werde.“

Andächtige Christen! Nur eines tut den Heiden not: dass sie sehend werden. Was nützt alles andere, was Kulturreichtum, was Literaturstolz, wenn ihnen das Licht fehlt, um den wahren Wert der Dinge abzumessen. Mache, o Herr, dass sie sehend werden und die Blindheit ihrer Seelen gehoben werde, mit der eitler Götzenwahn sie geschlagen hat; dass sie sehend werden und die Irrwege schauen, ihre Wege der Torheit und der Sünde; dass sie sehend werden und dich als Gott erkennen und Christus, deinen Sohn, den du gesandt hast, und so das ewige Leben haben.

Die Blindheit der Heidenwelt soll gehoben werden durch das Licht des wahren Glaubens. Dieses Licht, andächtige Christen, muss ihnen gebracht, und zwar durch uns gebracht werden. Unser Glaube muss seinen hellen Schein in die Nacht der Heidenwelt tragen: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5, 14). Wir alle sind nach den Worten des hl. Paulus Lichtkinder und Tagessöhne (1 Thess 5, 5), und Lichtträger sollen wir sein der Heidenwelt. „Gesetzt habe ich dich zum Lichte der Heiden, dass du seiest zum Heile bis an das Ende der Erde“ (Apg 13, 47). Diese Worte, die von den ersten Heidenmissionären, den hll. Paulus und Barnabas, geschrieben stehen, gelten auch von jedem Missionär, der mit der Leuchte des Evangelium zu den Heiden hinauszieht, gelten von jedem Christen, der in seiner Glaubensüberzeugung das heilige Missionswerk unterstützt. Nur auf diese Weise kann die Kirche ihre Missionspflicht erfüllen und im Namen ihres göttlichen Stifters auf die Bitte der Heidenwelt antworten.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Sonntag, 25. Oktober 2015

Zum Fest Christkönig: Die ganze Erde muss Gott dienen

Christkönigsstatue in Kerala, Indien (Quelle)
Die ganze Erde muss Gott dienen! Aber drei Fünftel der Menschheit schmachtet noch in den Ketten des Unglaubens und Aberglaubens. Die ganze Erde soll daher zu einem großen Gottesdome ausgebaut werden. An allen Orten soll dem Herrn ein reines Speiseopfer dargebracht werden, und vom Aufgang bis zum Niedergang der Sonne soll der Name des Herrn gepriesen werden (Mal. 1,11).

Die Erde ist Gottes Eigentum. Sie ist von der Hand Gottes geformt. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Mit diesem ersten Wort der Heiligen Schrift ist das göttliche Eigentumsrecht ausgesprochen. Das Heidenland, das den einen wahren Schöpfer nicht kennt, ist Gott entfremdetes Land, ist Gott entrissenes Land, ist Gott gestohlenes Land.

Die Erde ist Gottes Eigentum. Sie wird von Gottes Hand getragen. Sie lebt von Gottes Segen und Gottes Gnaden. Gottes Lob und Ehre muss sie daher auch verkünden. „Gott allein die Ehre und der Ruhm“ (Tim 1, 17). Das Heidenland, das fremden Göttern dient, ist der schrille Misston im Loblied der Schöpfung, der große Missbrauch mit Gottes Gabe, der schwarze Undank an Gottes Tafel.


(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Montag, 2. Februar 2015

Lumen ad revelationem gentium: Simeon, der Missionsfreund

(Quelle: Aditt)

(Predigtskizze von P. Robert Streit O.M.I., die Unterüberschriften zur Ordnung der einzelnen Teile sind weggelassen)

Der greise Simon trägt das göttliche Kind auf seinen Armen und preist es als der Heiden Heil und der Heiden Licht. Simeons Gefühle und Worte sind Gefühle und Worte hoher, edler Missionsbegeisterung, wie solche auch jeden wahren Missionsfreund beseelen müssen.
Ihm wird Simeon zum Vorbild

1) in seiner Glaubenstiefe,

2) in seiner Glaubensweite.

Simeon ist dem Missionsfreund ein leuchtendes Vorbild

I. in seiner Glaubenstiefe, denn jeder wahre, echte Missionssinn muss zur Voraussetzung haben:

1) den eigenen Glaubensbesitz. Wir können nicht geben, was wir selbst nicht haben. Christus müssen wir erst selbst im Herzen tragen, bevor wir ihn anderen bringen können. Der echte Missionssinn schöpft seine große Freudigkeit aus dem eigenen Glaubensbesitz.

2) die eigene Glaubensüberzeugung. Der Glaube, den wir besitzen, darf kein mechanischer Glaube oder gar nur eine Gefühlsreligion sein; er muss von uns lebendig erfasst, in uns eine Überzeugung sein. Alle Seelenkräfte, auch die Vernunft, müssen in seinem Dienst stehen. Wir können das nicht schätzen, was wir selbst nicht kennen. Um die Mission schätzen zu lernen, müssen wir von der Notwendigkeit des Glaubens, der Gnade usw. durchdrungen sein. Unser Glaube muss Licht und Wärme und Leben sein;

3) die eigene Glaubensstärke. Je größer die Glaubensüberzeugung in uns ist, desto stärker wird auch der Missionssinn sich in uns entwickeln. Die Missionsbeteiligung ist die Wirkung, der Gradmesser des inneren Glaubenslebens, und das gilt für jeden einzelnen Christen wie auch für ganze Völker und Zeiten. Die Natur der Sache und die Erfahrung bestätigt es.

Glaubensbesitz, Glaubensüberzeugung und Glaubensstärke umfasst die Glaubenstiefe, die wir an Simeon bewundern. Hierin müssen wir ihn nachahmen. Aber auch:

II. in seiner Glaubensweite. Simeon erhebt sich über die Engherzigkeit des jüdischen Volkes. Dies träumte nur von einem irdischen Messiasreich, von nationaler Verherrlichung, von der Befriedigung der eigenen Wünsche. So denkt nicht Simeon, so dürfen wir nicht denken. Einzig und allein müssen wir suchen:

1) Gottes Ehre: Salutare tuum quod parasti – „Dein Heil, das du bereitet hast.“ Um Gott handelt es sich an erster Stelle bei der Missionsfrage;

2) der Seelen Heil: Lumen ad revelationem gentium – „Ein Licht zur Erleuchtung der Heiden.“ Wir dürfen den Sonnenlauf des Evangeliums nicht aufhalten. Wie die Sonne am Firmament, so soll der Glaube allen leuchten;

3) der Kirche Ruhm: Gloriam plebis tuae Israel. Von Gott ward die Kirche zur Führerin der Völker bestimmt. Diese Aufgabe muss sie auch in unserer Zeit erfüllen. Das wird ihr Ruhm vor Gott und den Menschen sein. Durch das Missionswerk zeigt sie die nie alternde Kraft des Glaubens, den nie aussterbenden Opfermut ihrer Kinder.

Wenn Simeons Glaube unser Glaube gewesen, wenn seine Liebe auch die unsrige war, dann wird Simeons Hoffen auch unser Hoffen einst sein. Dann werden wir sein Sterbelied in der Stunde unseres Todes anstimmen können: Nunc dimittis!


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)