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Montag, 17. Februar 2014

Die Freimaurer und die religiöse Lage auf Kuba und Puerto Rico

El Morro, San Juan, Puerto Rico

„Zum zweiten Mal“, so schreibt uns der hochw. Herr Albert Ströbele, „seitdem Kuba mit Hilfe der Vereinigten Staaten Amerikas sich von Spanien unabhängig gemacht hat, ist vor einigen Monaten im Kongress der Antrag gestellt worden, ein Gesetz zu machen, nach welchem weitere Ordensniederlassungen untersagt, Klostergüter besteuert, das öffentliche Tragen eines Ordenskleides, sowie alle öffentlichen Prozessionen verboten werden sollen. Es liegt auf der Hand, dass die Loge hier ihre Hand im Spiel hat, gerade wie auf der Insel Puerto Rico.

Auf letztgenannter Insel ist aber seit dem Amtsantritt des neuen Bischofs dem Wühlen der Loge durch eine gediegene Monatsschrift (Boroquin) welche in einer Doppelspalte (eine englisch, die andere spanisch) erscheint, ein wertvolles Verteidigungsmittel entgegengestellt worden.

Bischof Jones O.S.A. (Augustiner-Eremiten), ein Amerikaner, irischer Abkunft, ist der rechte Mann am rechten Platz, und es sind deshalb für die Wiederbelebung eines praktischen Katholizismus auf der Insel Puerto Rico größere Hoffnungen vorhanden als in Kuba, wo alle Bischöfe Kubaner und als solche von Kindheit auf an den religiösen Indifferentismus des Volks derart gewöhnt sind, dass sie denselben nicht so beachten wie solche, die von auswärts kommen. 

Bischof Jones war, ehe er Bischof wurde, mehrere Jahre Prior der amerikanischen Augustiner-Niederlassung und Rektor des gleichnamigen Kollegs in Havanna. Daselbst hatte er Gelegenheit, die traurigen religiösen Zustände von Lateinamerika kennen zu lernen und entsprechende Heilmittel zu ersinnen, die er jetzt als Bischof zu praktischer Anwendung bringt, wobei ihm die amerikanisch-deutschen Redemptoristen, welche sein Vorgänger, der jetzige Erzbischof von New Orleans (Blenk), von Nordamerika hat kommen lassen, große Hilfe leisten. 

In dieser Hinsicht ist es zu bedauern, dass der erste Apostolische Delegat von Kuba, der verstorbene Erzbischof Chapelle von New Orleans, den Heiligen Stuhl nicht aufmerksam gemacht hatte, dass ausländische Bischöfe in Kuba mehr erreichen würden als einheimische; Beweise dafür liefern nicht nur Puerto Rico, sondern auch die Philippinen mit ihren neuen amerikanischen Bischöfen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Samstag, 24. November 2012

Die glaubenslose Schule auf Kuba — Wegbereiterin des Kommunismus?


„Der Schaden“, so schreibt die „America“ (1911, S. 257), „den das gegenwärtige (d.h. unter dem amerikanischen Protektorat eingeführte) Erziehungssystem auf Kuba verursacht, ist einfach unglaublich. Da die Christenlehre in der Schule vor 10 Jahren abgeschafft wurde, sind die Kinder ohne die elementarsten Begriffe von Religion und Sittlichkeit aufgewachsen.
Gewiss haben die religiösen Orden eine ansehnliche Zahl von Kindern in ihren Anstalten, aber es bleiben daneben die vielen Kinder in den Staatsschulen, die über ihre Christenpflichten nichts erfahren.“

Kein Wunder, dass die sozialistische und anarchistische Bewegung immer drohender wird, die Religion im Volk mehr und mehr schwindet und die sittliche Verrohung zunimmt. Auffallend ist auch die Zunahme der Selbstmorde, besonders unter Frauen und Mädchen.
Inwieweit die kirchlichen Behörden und der Klerus an den Verhältnissen Schuld tragen, ist schwer zu sagen. Der Klerus war eben spanisch gesinnt, und so wandte sich die revolutionäre Bewegung gleichzeitig gegen Staat und Kirche. Folgerichtig mussten die besten Elemente im Klerus aus dem Land.

(aus: die katholischen Missionen, 1912)