Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Sonntag, 12. Mai 2019

Was kannst du für die Missionen tun?


Vor kurzem habe ich in St. Ottilien in der Dublettenkammer das Buch „Der weltweite Ruf“ von Klemens Tilmann und Eduard Dietl gefunden, das 1962 veröffentlicht wurde. Es wurde geschrieben, um Jugendliche für die Missionen zu begeistern. Neben einem Missionsquiz enthält es auch eine Liste mit dem Titel „Was kannst du für die Missionen tun?“. Von den 37 Punkten gebe ich einige wieder, die auch in der schwierigen kirchlichen Lage von heute realisierbar sind.

  • Täglich für die Missionen beten.
  • Dein Geldausgeben, dein Tun und Arbeiten mit dem Leben und Arbeiten der Missionare vergleichen. Was setzen sie ein, was du?
  • So leben, dass du dich vor einem Neubekehrten nicht zu schämen brauchst.
  • So leben, dass du für einen suchenden Heiden Anstoß zur Bekehrung sein würdest.
  • Dein Missionswissen erweitern.
  • Mit anderen über die Missionen reden.
  • Den Pfarrer um Missionspredigten bitten.
  • Missionsbücher anschaffen und verleihen.
  • Die einzelnen Bitten des Vaterunsers als Missionsbitten Gott vortragen.
  • Missionsgeschichte studieren.
  • Andere dazu ermutigen, in die Missionen zu gehen.
  • Wenn Gott es will, selbst in die Missionen gehen.


Donnerstag, 3. März 2016

Papst Gregor II. sendet den heiligen Bonifatius nach Deutschland

Aussendung des hl. Bonifatius durch Papst Gregor II. Stich eines Wandbild aus der Abtei St. Bonifaz in München, das vermutlich bei den Bombenangriffen im Jahr 1944 zerstört wurde.


Aus der päpstlichen Urkunde vom 15. Mai 719:

„Gregor, Knecht der Knechte Gottes, an den frommen Priester Bonifatius. Der Uns wohlbekannte Eifer Deines heiligen Entschlusses, der mit Christus Dein frommes Herz entflammt, und die als zuverlässig erprobte und verbürgte Kenntnis von Deinem reinen Glauben bestimmt Uns, in der Verkündigung des Wortes Gottes, die durch Gottes Gnade Uns anvertraut ist, Dich zum Gehilfen anzunehmen…

Im Namen der unteilbaren Dreieinigkeit und kraft der unverbrüchlichen Vollmacht des heiligen Apostelfürsten Petrus, dessen Lehre Wir unter göttlicher Fügung rein bewahren und dessen heiligen Sitz Wir einnehmen, haben Wir Deine Bescheidenheit und Ergebenheit berufen, und Wir beauftragen Dich, unter Anrufung des Namens Unseres Herrn Jesus Christus den Dienst des Reiches Gottes durch Verkündigung der Wahrheit auszuüben und im Geiste der Tugend, Liebe und Mäßigung die heilige Lehre des Alten und Neuen Bundes in einer den unwissenden Gemütern angepassten Weise zu verkünden, wohin immer Du mit dem Wort der Gnade Gottes und dem heilbringenden in Dir lodernden Feuer, das der Herr auf die Erde zu bringen gekommen ist, in Gottes Geleit zu Völkern kommen magst, die noch im Banne des Unglaubens  gefangen sitzen…“

(Aus: die katholischen Missionen, 1919)


Dienstag, 22. Juli 2014

Hirtenschreiben der deutschen Bischöfe zu Gunsten des Franziskus-Xaverius-Vereins

Der heilige Bonifatius erinnert die Deutschen an die Missionspflicht (Standbild in Fulda)

Hirtenschreiben der in Fulda versammelten deutschen Bischöfe zu Gunsten des Franziskus-Xaverius-Vereins:
„Das Werk der Verbreitung unseres heiligen Glaubens, an dem jeder katholische Christ nach Maßgabe seiner Verhältnisse teilzunehmen verpflichtet ist, hat in unseren Tagen einen Aufschwung genommen, aus dem die Kirche gegenüber so manchen trüben Erfahrungen und bedenklichen Zeichen Trost und Hoffnung schöpft. Überall, wo der Forscherdrang neue Welten und Länder erschließt und unzivilisierte Völker in die irdische Kultur einzubeziehen sich bestrebt, folgen sofort die Glaubensboten, um neben der irdischen Kultur zugleich auch die höchsten Kulturaufgaben durch Verbreitung christlichen Glaubens und christlicher Sitte zu fördern; ja vielerorts sind die Missionäre den Pionieren der irdischen Kultur zuvorgekommen, haben das Zeichen der Erlösung schon aufgepflanzt und die Kinder der Wildnis um dasselbe versammelt. Welch eine tröstliche Erscheinung inmitten der anscheinend erlahmenden Begeisterung des christlichen Geistes in manchen Mittelpunkten der Zivilisation!

Die Sorge für die Unterhaltung dieser Missionstätigkeit hat seit vielen Jahren vorzugsweise die Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens getragen, die sich nach dem heiligen Missionsapostel, der vor allen am kräftigsten den Missionsgedanken erfasste und ins Werk setzte, Xaverius-Verein benennt. Auch nach der vom Oberhaupt der Kirche vor einigen Jahren getroffenen Ausscheidung und kirchlichen Ordnung einzelner Missionsgebiete bleiben immer noch 300 Missionen, die lediglich auf seine Unterstützung angewiesen sind. Allein im Jahr 1909 haben in diesen Missionen über 150.000 Heiden die heilige Taufe empfangen, ungerechnet die Taufe der Kinder.

Es leuchtet daher ein, wie wichtig es ist, dass dem genannten Missionsverein, der seine Tätigkeit über die gesamte katholische Missionswelt erstreckt und allen Bedürfnissen der Missionäre ohne Rücksicht auf Nation und Herkunft seine Sorge zuwendet, von der Liebe und Freigebigkeit der Katholiken die Mittel gewährt werden, um dieser Fürsorge entsprechen zu können. Wie erfreulich ist es deshalb, dass, während in einigen Ländern der Eifer für die katholischen Missionen zurzeit erkaltet ist, in anderen, z. B. in Amerika, die Katholiken sich ihrer Missionspflicht bewusst geworden sind und ihre Freigebigkeit für dieses wichtige Gebiet der christlichen Caritas erhöht haben! Auch die christlichen Nationen der Alten Welt dürfen in diesem Eifer nicht zurückbleiben; insbesondere darf Deutschland, das an der Verbreitung der irdischen Kultur in den neuerschlossenen Ländern in einem so regen Wettbewerb sich beteiligt, das Gebiet der höchsten Kultur- und Menschheitsinsteressen nicht vernachlässigen.

Nun ist es dankbar anzuerkennen, wie sehr sich die deutschen Katholiken dieser Aufgabe in den letzten Jahren bewusst geworden sind. Bei allen ihren Zusammenkünften, insbesondere auf ihren Generalversammlungen, hat die Missionsfrage eine besondere Beachtung gefunden, und sind immerfort neue Anregungen zu eifriger Betätigung auf diesem Gebiet ergangen. Voll freudiger Hoffnung blicken wir auf diese Bestrebungen hin und erwarten von ihnen umso größere Erfolge, je mehr die bereits bestehende Organisation des Xaverius-Vereins ausgebaut wird.

Zu dem Zweck verordnen wir, dass für diesen Verein in allen Diözesen, wo er nicht vorhanden ist, eine entsprechende Organisation geschaffen und der Verein gemäß seinen Satzungen in den Gemeinden eingeführt werde.

Zu den hochwürdigen Pfarrgeistlichen aber haben wir das Vertrauen, sie werden in ihren Pfarrgemeinden diese Organisation des Vereins durchführen und pflegen, und empfehlen ihnen, im Laufe des Kirchenjahres auf die Wichtigkeit des Xaverius-Missionsvereins und die allgemeine Missionspflicht der Katholiken hinzuweisen, wo immer sich Gelegenheit dazu bietet.

Diese Gelegenheit benutzen wir aber gern, auch den Kindheit-Jesu-Verein sowie unseren Bonifatius-Verein und den Joseph-Verein, welch letzterer die Unterhaltung der Seelsorge für unsere Landsleute im Ausland zur Aufgabe hat, eindringlich zu empfehlen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1911)

Donnerstag, 5. Juni 2014

Zum Fest: Abschied des heiligen Bonifatius (Gedicht)


Lebt wohl, ihr Brüder! Immer bei euch weilen
Wird fürder auch mein Herz im Gotteszelt.
Doch Christus ruft, der Jünger Los zu teilen,
Hinaus mich in die weite, fremde Welt.

Ein Riesenwald von Eichen und von Fichten
Dehnt sich vom Meer bis zu der Alpen Fuß:
Des Dämons finstern Tempel soll ich lichten,
Den Völkern bringen ihres Heilands Gruß.

So stolz sich auch die freien Recken brüsten,
In Sklaverei hält sie der Götzen Brut;
Es rast ihr wildes Heer in tollen Lüsten,
An Wodans Eichen klebt unschuldig Blut.

Dem Starken nur hilft Thor mit seinem Hammer
Und weiht mit Runenzauber Speer und Pfeil;
Der Schwache hilflos darbt in Not und Jammer,
Um kärglich Wergeld ist sein Leben feil.

Doch dämmert schon den Göttern selbst ihr Ende,
Es wankt die Weltenesche Yggdrasil;
Ein Stärk’rer naht! Es kommt die Zeitenwende –
Erschöpft sieht sich der Asen Macht am Ziel.

Christus ist da! Wie drängt’s mich, ihn zu künden,
Sein Kreuz zu pflanzen in den dunkeln Hain,
Im heil’gen Born zu waschen von den Sünden
Die grimmen Stämme der Barbaren rein!

O welch ein Bild! – Die Gaue leuchtend strahlen
Fern von der Elbe bis zum Rheinestrom,
Und in der Wogen blauem Spiegel malen
Sich herrlich Stadt an Stadt, und Dom an Dom!

Die Stämme, noch im düstern Forst verloren,
Sie scharen sich zu einem heil’gen Reich,
Und, von der Fürsten Siebenzahl erkoren,
Der Kaiser thront, der hehren Sonne gleich.

Von Kron und Zepter wie von tausend Türmen
Das heil’ge Zeichen der Erlösung glüht;
Siegreich in tausend Kämpfen, tausend Stürmen
Des Heilands Lieb im treuen Volke blüht.

Und sieh! Die Botschaft, die ich Deutschland bringe,
Tönt über Meer und Berge weit hinaus;
Dass zu den fernsten Inseln hin sie dringe,
Verlassen neue Boten Hof und Haus.

Frisch auf zur Fahrt! Gott wird den Sieger krönen!
Und die ihr bleibt, gedenkt in Liebe mein
Und betet, kämpft! Bis an der Erde Grenzen
Soll nur ein Hirt und eine Herde sein!


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Sonntag, 6. April 2014

Bischöfliche Empfehlung: Johannes Christian Roos, Erzbischof von Freiburg. i. Br.



Die im Verlag Herder dahier erscheinende illustrierte Monatsschrift „Die katholischen Missionen“ habe ich seit ihrem ersten Erscheinen immer mit lebhaftem Interesse gelesen. Ihre Lektüre hält uns, die wir die Gnade des heiligen Glaubens und die Zugehörigkeit zur heiligen Kirche von unseren Vätern ererbt haben, in beständiger geistiger Verbindung mit den Glaubensboten, welche meist unter unsäglichen Mühen und Entbehrungen das Licht des Evangeliums zu denen tragen, die da sitzen in Finsternis und Todesschatten; in Verbindung auch mit den Berufenen aus allen Nationen. 

Die Anstrengungen und der Eifer der einen, die Empfänglichkeit und selbst das Widerstreben der anderen wecken unsere lebhafte Teilnahme an der Ausbreitung des Reiches Gottes, ermuntern zu Gebet und Opfern für diesen heiligen Zweck und bewegen uns, die Gnade des Glaubens, die wir meist ohne große Opfer empfangen haben, hochzuschätzen und eifrig zu benützen.

So können die „Missionen“ im katholischen Volk nur sehr heilsam wirken, und es ist zu wünschen, dass sie in möglichst vielen Familien gelesen werden. Zur Familienlektüre eignen sie sich besonders wegen der anziehenden Form der Darstellung, wegen der wechselvollen Reichhaltigkeit des Inhalts und der Illustrationen.
Bei der Zuverlässigkeit ihrer Mitteilungen sind die „katholischen Missionen“ überdies geeignet, allmählich das Material für eine Geschichte der katholischen Missionen auf dem ganzen Erdkreis beizubringen.

Ich empfehle sie deshalb dem katholischen Volk auf das Wärmste.


Freiburg, den 6. November 1886                                            

† Johannes Christian, Erzbischof von Freiburg

Montag, 31. März 2014

Bischof Schreiber über die Missionspflicht der Katholiken (Teil 5)

Sel. Maria Theresia Gräfin Ledóchowska, eine der größten Laienmissionarinnen der Neuzeit

Fortsetzung von hier:

Noch einen dritten Grund können wir anführen für die Tatsache, dass auch den Laien die Missionsarbeit nach Maß der Befähigung und Stellung obliegt, und zwar ihnen obliegt als ein Gebot Gottes und somit als eine Pflicht der Gottesliebe.

Der hl. Petrus hat in seinem ersten Brief das Wort geprägt vom königlichen Priestertum der Laien: 

Ihr aber (die ganze christliche Gemeinde) seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, auf dass ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat; euch, die ihr einst ein Nichtvolk waret, jetzt aber Gottes Volk seid; die ihr Nichtbegnadigte waret, nun aber Begnadigte seid.“ (1 Petr. 2,9.10)

Dieses Wort des Apostelfürsten ist missverstanden worden von solchen, die nicht zur Kirche gehören, die das Priestertum im Papst und den Bischöfen und den Priestern verwarfen und dafür ein allgemeines Priestertum aller Christen aufrichteten. Ihre Auffassung steht nicht auf dem Boden Christi.

Papst Pius XI. mit der griechisch-melchitischen Hierarchie

Denn nichts ist klarer in der heiligen Schrift enthalten, als die Tatsache, dass Christus eine Priesterhierarchie eingerichtet hat, d. h. dass er die Apostel aus der Schar der übrigen Gläubigen ausgesondert, mit den Vollmachten des Lehr-, Priester- und Hirtenamts ausgestattet, den Laienchristen als deren Lehrer, Heiliger und Führer gegenübergestellt und in deren Nachfolgern, den Päpsten, Bischöfen und Priestern der katholischen Kirche „bis zum Ende der Weltzeit“ (Matth. 28,20) verankert hat.

Anderseits ist ebenso klar, dass Petrus als Verkünder des Willens Christi auch den Laienchristen eine priesterliche Stellung zuweist. Beides ist wahr, beides stimmt aber auch zusammen: Die Päpste, Bischöfe und Priester besitzen nach Christi Willen das ursprüngliche, wesenhafte, übergeordnete Priestertum. Die Laienchristen aber haben ein abgeleitetes, nachbildliches, untergeordnetes Priestertum: sie sollen in Unterordnung unter die von Christus eingesetzte Hierarchie und in Nachahmung der von der Hierarchie ausgeübten Lehr-, Heiligungs- und Führungstätigkeit ebenfalls lehrend, heiligend und führend in der Menschheit tätig sein. 
Nicht als amtliche Lehrer, wohl aber als Herolde der amtlichen. Nicht als Heiliger durch die priesterliche Segnung, Sakramentspendung und Opfervollziehung, wohl aber als Heiliger durch Gebet und Beispiel. Nicht als oberste Führer auf dem Heilsweg, wohl aber als Unterführer unter der Leitung der Häupter, die Christus gesetzt hat. Diese Wahrheit drückt Petrus an der erwähnten Stelle überaus klarverständlich aus, wenn er sagt: 

Ihr seid ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, auf dass ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat…indem ihr einen guten Wandel unter den Heiden führt, damit sie, worin sie von euch, als wäret ihr Übeltäter, Arges reden, euch aus den guten Werken erkennen und Gott preisen am Tage der Heimsuchung.(1. Petr. 2,9-12)

Paul Tzi, ein eifriger chinesischer Laie
So sollen also die Laienchristen nach des Herrn Anordnung, die Petrus uns verkündet, Förderer und Gehilfen sein in jedem priesterlichen Werk, nicht als Sakramentspender, nicht als Darbringer des hl. Opfers, nicht als amtliche Lehrer und oberste Führer, wohl aber in der Mitarbeit an jeglichem Priestertum – in der Mitarbeit also an der Missionierung des Menschengeschlechts, denn priesterliches Tun ist nach allen Seiten hin nichts anderes als Missionsarbeit, die den Namen der „Seelsorge“ trägt, wenn sie in einem bereits geordneten Seelsorgsbezirk erfolgt, der man aber die Bezeichnung „Mission“ vorbehalten hat für jene Bezirke, in denen das Christentum noch gar nicht oder nur da und dort Fuß gefasst hat.

Soll ich Ihnen sagen, wie Sie als Laien Ihres königlichen Priesteramts für die Missionierung der Heidenwelt walten sollen? Sie sollen es tun durch Ihr Gebet, das die Gnade Gottes auf die Arbeiten der Missionare in der Heidenwelt herabfleht, durch finanzielle Spenden, ohne die ja kein Menschenwerk, auch keine Mission, durchgeführt werden kann, Sie sollen Priester sein auch dadurch, dass Sie in Ihren Familien Priester und Ordensschwestern erziehen, die hinaus gehen, um Christi Lehre und Christi Gesetz den Heiden zu bringen, Sie sollen in Wort und Schrift, soweit Ihnen dies möglich ist, den Missionsgedanken in die weitesten Volksschichten tragen und für den Missionsgedanken werben.

Fr. Magdala Maria FSSR spendet seinen Eltern den Primizsegen. Ein Bild, das ohne neuzeitliche Heidenmission nie entstanden wäre  die Familie stammt aus Samoa.
Auf diese Weise werden Sie Missionsarbeit vollziehen und durch diese Missionsarbeit ein königliches Priestertum betätigen und durch diese Betätigung das Gebot Christi, das Sie zum königlichen Priestertum berufen hat, erfüllen und durch die Erfüllung dieses Gebotes Gottesliebe üben.


(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Fortsetzung hier

Sonntag, 30. März 2014

Bischof Schreiber über die Missionspflicht der Katholiken (Teil 4)


Fortsetzung von hier


 „Unser tägliches Brot gib uns heute“ so fahren wir fort im Gebet.

Menschliche Beschränktheit denkt hier nur an das leibliche Brot. Aber der göttliche Heiland, der uns das „Vaterunser“ lehrte, hat in dieser Bitte sowohl um das irdische wie um das überirdische Brot zu beten geheißen, denn der Evangelist Lukas (11,3) gibt diese Bitte wieder mit den Worten: „Unser tägliches Brot gib uns heute“, aber der Evangelist Matthäus (6,11) kleidet dieselbe Bitte in die Form „unser überwesentliches Brot gib uns heute“. Beide Evangelisten zusammen geben die Brotbitte in ihrem vollen Inhalt wieder. 
Demnach bitten wir im „Vaterunser“ unseren himmlischen Vater für uns und alle Menschen, dass er uns das tägliche natürliche Brot wie auch das übernatürliche Brot, die hl. Eucharistie, schenken möge. Von Christus unserem Herrn belehrt und ermuntert senden wir also zu Gott das Verlangen empor, dass alle Menschen – auch den Heidenvölkern – neben der täglichen Speise auch das übernatürliche Himmelsbrot, Christi Leib und Blut in der hl. Eucharistie, zu teil werde. 


Und indem wir dieses Verlangen aussprechen, müssen wir anerkennen, dass wir aus Liebe zu unserem Vater im Himmel zur Erfüllung dieses Verlangens auch beitragen müssen: beitragen müssen zur Ausbreitung jener Kirche, die allein auserwählt und bevollmächtigt ist, den Heiland im Sakrament allen Völkern zu bringen.


„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“.

Wir beten es in Wahrheit und Weitherzigkeit. Wir schließen demnach alle Menschen in diese Bitte ein. Wir flehen in unserem Namen und im Namen der ganzen Menschheit zu Gott um Vergebung unserer Schuld. 

Wer aber kann diese Sündenvergebung uns verleihen? Wer anders als Gott! Und wo gewährt uns Gott um der Verdienste Christi willen diese Sündennachlassung? Im heiligen Bußsakrament und in den übrigen Sakramenten der Sündentilgung. Und wem hat Christus diese sündentilgenden Sakramente für die Menschheit übergeben? 
Wem anders als seiner Kirche, an deren Spitze gemäß seiner Anordnung Petrus und die Apostel und ihre Nachfolger stehen! So steigt also in dieser Sündenbitte des „Vaterunser“ aus Mund und Herz des Beters zu Gott der Wunsch empor, dass alle Menschen zur sicheren und vollen Sündennachlassung in der hl. Kirche gelangen. 

Giuseppe Molteni, La confessione
Dieser Wunsch wäre aber eine bloße Lippenbewegung oder gar eine unaufrichtige Schöntuerei, wenn wir nicht auch zugleich den festen Willen hätten, auch in Wort und Tat uns dafür einzusetzen, dass allen Menschen, auch der Heidenwelt, die Sündennachlassung durch Christus in der Kirche ermöglicht werde.



„Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.“

In dieser Bitte ist ausgesprochen die allen Menschen drohende Gefahr der Versuchung, des Sündenfalls, des ewigen Verderbens. Wir stehen alle in der Gefahr, durch die Versuchung aufs Neue in Sünde zu fallen. Die Strafe für das Unterliegen in der Versuchung, für die Begehung der schweren Sünde, ist das Übel aller Übel, die ewige Verdammnis. Furchtbare Wahrheit für uns alle! 


Könnte es einen Beweggrund geben, der uns klarer und blitzartiger, stärker und packender die Missionspflicht vor Augen stellt? Wir alle, Bischöfe, Priester und Laien, sind Kinder des einen Gottes. Wenn wir Gott lieb haben, dann müssen wir Sorge tragen, dass einmal in der Ewigkeit Gottes Kinder bei Gott ihrem Vater sich wiedersehen, dass, soweit es an uns liegt, keines von diesen Gotteskindern dem Übel aller Übel anheim falle, der ewigen Trennung von Gott in der anderen Welt.

Priester und Laien sollen nach Christi Willen das „Vaterunser“ beten, Priester und Laien sollen nach Christi Anordnung aus Liebe zu Gott ihrem Vater das vollbringen, was sie im „Vaterunser“ mit den Lippen beten; sie sollen helfen, dass alle Menschen gelangen zur Einheit der Kindschaft Gottes (Anrede), zur Einheit ewigen Glückes bei Gott (Anrede), zur Einheit der Verherrlichung Gottes (1. Bitte), zur Einheit des Gottesreichs der Kirche und des Himmels (2. Bitte), zur Einheit des göttlichen Gesetzes (3. Bitte), zur Einheit der hl. Eucharistie (4. Bitte), zur Einheit der Sündennachlassung (5. Bitte), zur Einheit der Gnadenhilfe gegen die Versuchung (6. Bitte), zur Einheit der Befreiung von dem Übel aller Übel, von der ewigen Verwerfung (7. Bitte). 

Das „Vaterunser“ ist somit eines der wirksamsten Gotteszeugnisse für die Wahrheit, dass auch die Laien, die es beten, durch die Pflicht der Gottesliebe gehalten sind, an der Missionierung der Menschheit mitzuarbeiten.


(aus: die katholischen Missionen, 1925)

Fortsetzung hier

Montag, 24. März 2014

Bischof Schreiber über die Missionspflicht der Katholiken (Teil 1)

(Bildquelle: JoMaSch)

Rede in der Festversammlung des Franziskus-Xaverius-Vereins in Breslau am 15. September 1924.



Von Dr. Christian Schreiber, Bischof von Meißen in Bautzen


Es war ein weltgeschichtlicher und wegweisender Augenblick, als der Völkerapostel auf dem Areopag zu Athen stand, um an die heidnisch-griechische Welt heranzutreten und sie zu missionieren – weltgeschichtlich, weil hier zum ersten Mal ein Apostel mit der Hochburg der heidnisch-griechischen Kultur zusammentraf; wegweisen, weil hier die Tragik der Missionsarbeit für alle Zukunft sich bereits enthüllte, jene Tragik, die darin besteht, dass gerade bei den Intellektuellen die Missionsarbeit oft so geringen Erfolg hat, auch wenn man ihnen mit den überzeugendsten Gründen und mit der kraftvollsten Rede entgegentritt, wie es Paulus auf dem Areopag tat.

Wegweisend ist dieser Augenblick auch deshalb, weil er uns einen tiefen Einblick gewährt in den Pflichtcharakter der Missionsarbeit.

Von seinen Missionsabsichten und seiner Missionstätigkeit will Paulus auf dem Areopag die Gründe vorbringen.

Angesichts der Inschrift eines Altares „Ignoto Deo“ – dem unbekannten Gotte – weist er auf die Einheit Gottes hin: auf die Tatsache, dass der eine Gott allen Menschen und jeder Mensch dem einen Gott zugehört.

Er weist hin auf die Einheit des Menschengeschlechts: auf die Tatsache, dass alle Menschen als Abkommen eines Stammvaters eine einzige Familie bilden und deshalb miteinander verbunden sind durch das Gesetz der Solidarität.

Er weist auf die Einheit der Erlösung: auf die Tatsache, dass Christus für alle Mensch geworden ist, um alle selig zu machen, dass deshalb niemand von der Erlösung und Gnade ausgeschlossen sei, welcher Sprache und welcher Hautfarbe, welcher Nationalität und welcher Staatsgemeinschaft er auch sein möchte.

Paulus weist hin auf die Einheit des zukünftigen Gerichtes: auf die Tatsache, dass alle Menschen vor dem einen Richter sich zu verantworten haben – auch darüber, wie sie ihrer Solidaritätspflicht in Bezug auf das übernatürliche Wohl und Wehe des Mitmenschen gerecht geworden sind.

Paulus weist schließlich hin auf die Allgemeinheit der natürlichen Gotteserkenntnis: auf die Tatsache, dass in jeder gesunden und normalen Menschenseele eine Ahnung von Gott und der natürliche Drang nach Gott vorhanden ist.

Aus dieser Tatsache folgert Paulus stillschweigend, dass er Gott, Christus und der Menschheit gegenüber das Recht und die Pflicht habe, wie alle Menschen so auch die Athener zu missionieren, mit Christi Lehre und Gesetz bekannt zu machen, für Christus und die Kirche zu gewinnen.

Auf dem Areopag tat der Völkerapostel also kund, dass die Missionsarbeit eine heilige Pflicht ist, die wir gegen Gott, gegen Christus und gegen die Menschheit zu erfüllen haben.


(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Fortsetzung hier

Sonntag, 23. Februar 2014

Was deutsche Katholiken während der Nazizeit vom einheimischen Klerus der Missionsländer hielten

"Das deutsche Missionsfeld ist erst dann unser ganzer Ruhm und unsere ganze Ehre, wenn es aufgehört hat, deutsches Missionsfeld zu sein, und einheimischer Leitung untersteht."

(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, Ludwig-Missionsverein, Nr. 9/10 1935)

So viel zu den bösen Nazi-Katholiken...

Freitag, 3. Januar 2014

Wo bleiben die Männer?

 
Männer! Unter das Banner des Christkönigs zur Rettung der Seelen!

Diese im Dezemberheft gestellte Frage hat ein mehrfaches Echo gefunden. Unter anderem ging uns von einem einfachen Knecht aus dem Schweizerlande, einem geborenen Elsässer, folgendes Schriftstück zu, das wir nach seinem Wortlaut unverkürzt weidergeben:

„Aufruf an die katholischen Männer Deutschlands!
Die ‚kathol. Missionen‘ brachten in Nr 3 des laufenden Jahrganges einen Bericht über das Wirken der St. Petrus Claver-Sodalität und einige Zahlen über die Missionsvereinigung deutscher Frauen und Jungfrauen. 
Am Schluss hieß es: ‚Wo bleiben da die Männer?‘ Muss sich bei diesem Vorwurf nicht jedes katholische Männerherz getroffen fühlen? Soll denn das schwache Geschlecht mehr Mut und Opfersinn haben als das starke? Vergegenwärtigen wir uns im Geiste die statistischen Zahlen dieser beiden von Frauen geleiteten und gegründeten Werke. 

Warum sollen wir Männer nicht auch Ähnliches zu standen bringen? Gewiss können wir das, wenn wir nur wollen. Sind ja die Berichte aller Missionäre darin einig, dass die gegenwärtige Periode zur Bekehrung der heidnischen Völker geeignet ist wie vielleicht keine zweite. Wollen wir nicht Christus, unserem göttlichen Erlöser, die Freude machen und ihm helfen, sein Reich auf der ganzen Erde auszubreiten! 

Nur ein Beispiel. 
Wie ist heute in Japan der Acker bereit, die Saat eines neuen Glaubens aufzunehmen! Wird der wahre Glaube nicht hineingepflanzt, so kommt der Irrglaube hinein. Und das Blut Jesu Christi wäre für Japan vergeblich geflossen. Ebenso verhält es sich mit anderen Völkern. 
Also, katholische Männer, bleiben wir nicht zurück hinter unseren Frauen und Töchtern. Vereinigen auch wir uns zur Arbeit am Heile der Seelen. Zeigen wir den guten Willen und bitten wir Gott um seinen Beistand, den er uns nicht versagen wird. Und wenn dann der Tod kommt, uns abzuholen, und wir sagen können: ‚Sieh, o Herr, so viele Seelen habe ich dir retten helfen‘, wird er auch zu uns sagen: ‚Gehe ein in die Freude deines Herrn.‘“

Wie beschämen diese Worte eines schlichten Mannes aus dem Volk so viele Tausende aus unseren gebildeten Kreisen, die für das große Werk der Kirche kein Verständnis und keine Begeisterung übrig haben!


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Donnerstag, 27. Juni 2013

Bischöfliche Empfehlungen: Kardinal Fischer und Bischof Benzler

Anton Kardinal Fischer

Der verehrlichen Herderschen Verlagshandlung danke ich bestens für die gütige Zustellung des letzten Jahrgangs der „katholischen Missionen“. Ich kenne und schätze die Zeitschrift seit ihrem ersten Erscheinen und wünsche, dass sie immer mehr Verbreitung finden möge, namentlich auch in der Erzdiözese Köln. 
Gut redigiert und gut ausgestattet, ist sie ein vortreffliches Mittel, nicht bloß das Interesse an den Missionen unter den Heidenvölkern zu wecken und zu beleben und so die apostolische Tätigkeit der Kirche zu fördern, sondern auch in den Herzen der Leser die Liebe zu unserem heiligen Glauben und zur heiligen Kirche Gottes, deren Glieder wir durch Gottes Gnade geworden sind, immer mehr wachzurufen und zu vertiefen.

Köln, 20. Dezember 1903

 Antonius Kardinal Fischer,
Erzbischof von Köln



Bischof Willibrord Benzler O.S.B.

Die Zeitschrift „Die katholischen Missionen“ unterrichtet in anregender Weise über die katholische Missionstätigkeit auf der ganzen Erde und ist ganz dazu geeignet, das Interesse der Katholiken für das große Werk der Glaubensverbreitung wach zu erhalten; eben dadurch trägt sie aber auch zur Stärkung des Glaubens im Herzen der Leser selber bei. 
Wir empfehlen diese vorzüglich redigierte und mit vielen Illustrationen geschmückte Zeitschrift allen unsern Diözesanen aufs angelegentlichste.

Metz, den 14. Dezember 1903

† Willibrord O.S.B.,
Bischof von Metz                                                                 
                                                                                                                

(Aus: die katholischen Missionen, 1904)

Mittwoch, 5. Juni 2013

Der Abschied des heiligen Bonifatius (Gedicht)



Lebt wohl, ihr Brüder! Immer bei euch weilen
Wird fürder auch mein Herz im Gotteszelt.
Doch Christus ruft, der Jünger Los zu teilen,
Hinaus mich in die weite, fremde Welt.

Ein Riesenwald von Eichen und von Fichten
Dehnt sich vom Meer bis zu der Alpen Fuß:
Des Dämons finstern Tempel soll ich lichten,
Den Völkern bringen ihres Heilands Gruß.

So stolz sich auch die freien Recken brüsten,
In Sklaverei hält sie der Götzen Brut;
Es rast ihr wildes Heer in tollen Lüsten,
An Wodans Eichen klebt unschuldig Blut.

Dem Starken nur hilft Thor mit seinem Hammer
Und weiht mit Runenzauber Speer und Pfeil;
Der Schwache hilflos darbt in Not und Jammer,
Um kärglich Wergeld ist sein Leben feil.

Doch dämmert schon den Göttern selbst ihr Ende,
Es wankt die Weltenesche Yggdrasil;
Ein Stärk’rer naht! Es kommt die Zeitenwende –
Erschöpft sieht sich der Asen Macht am Ziel.

Christus ist da! Wie drängt’s mich, ihn zu künden,
Sein Kreuz zu pflanzen in den dunkeln Hain,
Im heil’gen Born zu waschen von den Sünden
Die grimmen Stämme der Barbaren rein!

O welch ein Bild! – Die Gaue leuchtend strahlen
Fern von der Elbe bis zum Rheinestrom,
Und in der Wogen blauem Spiegel malen
Sich herrlich Stadt an Stadt, und Dom an Dom!

Die Stämme, noch im düstern Forst verloren,
Sie scharen sich zu einem heil’gen Reich,
Und, von der Fürsten Siebenzahl erkoren,
Der Kaiser thront, der hehren Sonne gleich.

Von Kron und Zepter wie von tausend Türmen
Das heil’ge Zeichen der Erlösung glüht;
Siegreich in tausend Kämpfen, tausend Stürmen
Des Heilands Lieb im treuen Volke blüht.

Und sieh! Die Botschaft, die ich Deutschland bringe,
Tönt über Meer und Berge weit hinaus;
Dass zu den fernsten Inseln hin sie dringe,
Verlassen neue Boten Hof und Haus.

Frisch auf zur Fahrt! Gott wird den Sieger krönen!
Und die ihr bleibt, gedenkt in Liebe mein
Und betet, kämpft! Bis an der Erde Grenzen
Soll nur ein Hirt und eine Herde sein!


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Mittwoch, 9. Januar 2013

Der „rote Papst“ schreibt an die katholischen Missionen

Willem Kardinal Van Rossum CSSR

Früher wurde der Präfekt der Propaganda Fide (Heute Kongregation für die Evangelisierung der Völker) wegen seiner weitreichenden Vollmachten auch „der rote Papst“ genannt. "Von jeher haben die Päpste daher die tüchtigsten und erlesensten Männer auf diesen Posten berufen", so die katholischen Missionen im Jahrgang 1918.
Von 1918 bis zu seinem Tod im Jahr 1932 hatte dieses Amt der holländische Redemptorist Willem Marinus Kardinal Van Rossum inne.
Nachfolgend ein Brief an 
die katholischen Missionen. Der aktuelle Präfekt (seit 2011) ist übrigens Fernando Kardinal Filoni, wohl eines der weniger bekannten Mitglieder des Kardinalskollegiums.




An die Redaktion und den Verlag der Zeitschrift „Die katholischen Missionen“

Sehr verehrte Herren!

War die großartige und gediegene Arbeit, welche die „Katholischen Missionen“ vor dem Krieg geleistet haben, schon überaus lobenswert, so verdienen sie noch viel, sehr viel mehr unser Lob, unsere Anerkennung und unseren Dank für das, was sie während des Krieges getan haben und besonders jetzt in den traurigen Umständen, in denen sich das deutsche Volk zur Zeit befindet.

Dass der Eifer für die Missionen erhalten bleibt, wie er früher in glücklicheren Zeiten war, ist zu einem großen Teil der tiefen, prinzipiellen Belehrung zu verdanken, welche die „Katholischen Missionen“ schon fast fünfzig Jahre lang den Katholiken Deutschlands über die wichtigsten Missionsfragen gegeben haben. Dass darum die Redaktion und der Verleger auch jetzt noch die Herausgabe der so hochinteressanten Zeitschrift fortsetzen, ist eine Tat, deren Verdienstlichkeit für die Missionssache und für die katholische Sache überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Für den heldenmütigen Eifer und die Selbstlosigkeit, die hierzu von Ihnen gefordert wurden und die Sie in dieser Sache bewiesen haben, möchte ich Ihnen hiermit meinen innigstgefühlten Dank aussprechen.

Ich hege die feste Hoffnung, dass Sie bei den großen Opfern, welche Sie für die Weiterführung Ihrer so nützlichen Arbeit bringen müssen, von den Katholiken Deutschland, die ja immer so große Liebe für die Missionen an den Tag gelegt haben, kräftige und dauernde Unterstützung erhalten bis zu dem Tag, wo bessere Zeiten Ihre Arbeit wieder erleichtern werden.

Ich segne Sie, hochverehrte Herren, und bitte den allmächtigen Gott, Er möge Ihnen den Beistand Seiner Gnade schenken, auf dass die Früchte, welche die „Katholischen Missionen“ in den Seelen hervorbringen, verdoppelt und verzehnfacht werden.



Rom, Palast der Propaganda, den 6. November 1919 

 W.M. Kardinal van Rossum 
Präfekt.

(Aus: die katholischen Missionen, 1920)

Sonntag, 29. Juli 2012

Die einstige Missionsbegeisterung der Deutschen


Der Fuldaer Missionssonntag hat Schule gemacht. Bis in die einfachen Dörfer hinein schlägt die Missionsbegeisterung ihre Wellen.
Bald sind es Ordensleute und Missionäre, die dem Fest seine eigene Weihe und Anziehungskraft verleihen, bald ist es der missionsbegeisterte Weltklerus, der seinen Gemeinden die ihn beseelende Liebe zum weiten Weltapostolat mitzuteilen versucht.
Überall aber treten dieselben Erfolge zutage:
liebevolles Eingehen des Volkes auf die großartige Idee der Eingliederung aller Nationen und Stämme in das Reich Christi und begeisterte, ja manchmal heroische Opferfreudigkeit zur Ausbreitung des heiligen Glaubens.
Das zeigte sich noch neulich an den Missionsfesten zu Weiden bei Aachen und in dem schmucken Eifeldörfchen Höfen, das zeigte sich namentlich in Mönchen-Gladbach, das am verflossenen 17. Dezember ein Missionsfest feierte, das wohl das glänzende seit dem Fuldaer Tag genannt werden muss.

„Das Missionsfest von Mönchen-Gladbach“, schreibt uns ein Augenzeuge, „hat die kühnsten Erwartungen weit übertroffen.
Die Sache war vom hochwürdigen Pfarrklerus mit großem Eifer verbreitet worden.
Bereits am Vorabend kündigte das feierliche Geläut der Glocken aller Kirchen der Stadt das Fest an. Am Tag selbst sprachen Mitglieder von sechs verschiedenen Orden und Kongregationen, unter anderen P. Kassiepe, Provinzial der Oblaten (Hünfeld), P. Korbinian O.S.B., P. Frey, Provinzial der Weißen Väter (Trier); außerdem waren vertreten die Missionäre von Steyl, die Väter vom Heiligen Geist und die Salvatorianer.
Ich acht Kirchen schilderten die Missionäre am Vormittag in sechzehn Messen vor den andächtig und gespannt zuhörenden dichtgedrängten Scharen das Leben in den Missionen, die vielen Mühen und Schwierigkeiten, aber auch die tröstlichen Erfolge.
Am Nachmittag lauschte die Kinderwelt den ergreifenden Erzählungen der Glaubensboten über das Elend und die bittere Not der armen Heidenkinder.
Am Abend wurden in fünf verschiedenen Festversammlungen Tausende mit begeisterten und begeisternden Worten auch aus Laienmund auf die Missionspflicht hingewiesen.
Überall zeigte sich ein unglaublicher Eifer und eine beispiellose Begeisterung, die sich auch durch reichliche Spenden zum Besten der Mission kundgaben.
Auf ein Telegramm an Seine Eminenz, Herrn Kardinal Fischer in Köln, lief folgende Drahtantwort ein: ‚Herzlichen Dank. Freue mich über die Veranstaltung. Gruß und oberhirtlichen Segen! Kardinal Fischer.‘

Die Jungfrauenkongregationen der St. Josephspfarrei hatte eine Ausstellung von selbstverfertigten Arbeiten für die Missionen veranstaltet. Es war erstaunlich zu sehen, was unermüdlicher Fleiß und edler Opfersinn an Messgewändern, Kleidern, Decken, Schmuckgegenständen in ganz kurzer Zeit zusammengebracht hatten.
Nur mit Rührung konnte man daran denken, dass das alles meist die Frucht der Mußestunden armer Arbeiterinnen war, die nach des Tages harter Arbeit ihre Kräfte noch in den Dienst der Missionen stellten.


Das Missionsfest von Mönchen-Gladbach hat gezeigt, was eine solche Veranstaltung unter umsichtiger Leitung Gutes wirken kann, und wie das gute katholische Volk sich leicht für die Missionsidee begeistert, wenn sie ihm nur nahegelegt wird.“



(Aus: die katholischen Missionen, 1912)