Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Posts mit dem Label Libanon werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Libanon werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 30. November 2014

So geht „Ökumene“

Der griechisch-melchitische (katholische) Patriarch Petrus IV Geraigiry (im Text Giragiri), zuvor Bischof von Paneas

Recht beachtenswerte Aufschlüsse über die Strömungen innerhalb der nicht-unierten Kirchen gibt uns der folgende Brief des griechisch-melchitischen Bischofs von Paneas, Msgr. Giragiri. Als er eben im Begriff war, so erzählt er darin, einer Einladung des griechisch-katholischen Patriarchen von Jerusalem, Gregor I., zum Eucharistischen Kongress in Jerusalem Folge zu leisten, wurde seine Abreise durch einen unangenehmen Zwischenfall verzögert. In einem kleinen Städtchen, Al-Kiam, und im Dorf Kuraihas wurden zwei seiner Priester von einflussreichen, feindseligen Schismatikern in einen Prozess verwickelt. Der Bischof musste ihnen zu Hilfe kommen; er schickte ihnen das für die Fahrt nach Jerusalem ersparte Reisegeld und begab sich persönlich nach Gedaïhah und Hasbaïa, um vor den dortigen Tribunalen Recht zu verlangen.

In Hasbaïa sollte er unerwartet eine große Freude erleben. Die Stadt, am südwestlichen Abhang des großen Hermon, ist einer der Hauptorte im Gebiet des Anti-Libanon mit reger Industrie und Obst- und Weinbau. Sie zählt nur wenige Katholiken; doch sind die Schismatiker im Augenblick recht günstig gestimmt. Ihr Bischof, Msgr. Missaël, begrüßte den katholischen Oberhirten bei seiner Ankunft aufs Freundlichste. Msgr. Giragiri erwiderte am folgenden Tag den Besuch. Zu seinem nicht geringen Erstaunen fand er im Empfangszimmer des schismatischen Bischofs die Porträts Leo XIII., Se. Eminenz des Kardinals Rampolla und des letztverstorbenen Präfekten der Propaganda, Kardinal Simeoni, und anderer römischer Prälaten. Auf seine verwundernde Äußerung erklärte Msgr. Missaël: „Ich habe diese Porträts mir kommen lassen, weil ich die römische Kirche und ihre Oberhirten liebe.“ Beiläufig gesagt ist es keine Kleinigkeit, hier zu Lande, selbst in größeren Städten, sich dergleichen Porträts zu verschaffen.
„Im Laufe der Unterredung“, so erzählt nun Msgr. Giragiri, „sagte ich scherzend zum schismatischen Bischof: ‚Sie haben gewiss Angst, dass ich Ihnen keine Schäflein mehr übrig lasse. Wissen Sie was, Monseigneur, treten Sie mit Ihrer ganzen Herde zu uns über, und bleiben Sie dann in der katholischen Gemeinschaft deren Hirte. Ich selbst lege dann mein Amt nieder, oder werde, falls es Ihnen recht ist, Ihr Koadjutor.‘ Der Bischof erwiderte lächelnd: ‚Es wird wohl schließlich dazu kommen, nur mit dem Unterschied, dass ich dann Ihr
Koadjutor werde und Sie selbst die ganze Sorge für unser geistliches und zeitliches Wohl übernehmen.‘

Ich predigte dann vom Tag meiner Ankunft (Freitag vor Passionssonntag) an bis zum Montag in der Karwoche täglich zweimal, am Morgen und am Abend. Die Kirche konnte die Menge nicht fassen. Mehrere angesehene Personen sagten zu mir: ‚Es ist ausgemachte Sache, wir werden alle katholisch.‘ Andere verlangten eine zweite Reihe von Predigten, um sich vor ihrem Übertritt noch besser zu belehren. Von allen Seiten wurde ich gedrängt, in der Stadt jährlich mein Absteigequartier zu nehmen und einige Wochen bei ihnen zuzubringen. Ich dankte Gott für die Wendung dieser Dinge; denn gerade in Hasbaïa hatte ich früher die heftigsten Anfeindungen gefunden. (…) Jetzt ist die Stimmung ganz verändert, und die Bekehrung dieser Stadt, des Hauptbollwerks des Schismas in meiner Diözese, scheint nur mehr eine Frage der Zeit. Ist aber einmal Hasbaïa gewonnen, so würde sofort auch die umwohnende Landbevölkerung folgen. Diese scheut bis jetzt den Einfluss der reichen Schismatiker in der Stadt, die ihr Geld leihen und ihr in ihren Prozessen helfen, und so den guten Willen dieser Leute hemmen.“

(…) Msgr. Giragiri erzählt dann weiter seine Reise nach Rom, die er im Namen des griechisch-unierten Patriarchen von Jerusalem mit zwei anderen orientalischen Bischöfen unternahm, um dem Heiligen Vater die Glückwünsche seiner Kirche darzubringen. Mit dem größten Interesse erkundigte sich der Papst nach der Bewegung, die sich unter den Schismatikern zu Gunsten der Wiedervereinigung bemerkbar mache. „Machen Sie es nicht“, sagte er dem Bischof beim Abschied, „wie Gregor der Wundertäter, der bei seinem Einzug als Bischof von Neo-Cäsarea dort 17 Gläubige vorfand, bei seinem Tod aber 17 Heiden hinterließ. Sie werden die Katholiken zu Hunderten vorfinden und dürfen keinen einzigen Schismatiker hinterlassen. Ich werden Gott recht inständig darum bitten.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Dienstag, 26. August 2014

Ein altes Zeugnis über den heiligen Maronitenmönch Nimatullah al-Hardini

St. Nimatullah al-Hardini O.L.M. (18081858)

(…) Wir haben uns mit den Mönchen von Kesifane [Kfifane], von Maifuk und Kuzhaia [Quzhaya] über das Leben des Dieners Gottes, Naamet-Allah [Nimatullah], unterhalten; von Allen ward er uns als ein wahres Muster der christlichen Vollkommenheit beschrieben. Sie konnten nicht genug von seiner Armut, seinen Strengheiten, seinem Gehorsam, seiner Einfachheit erzählen, nicht genug rühmen, wie er die Ordensregeln mit der größten Sorgfalt und Pünktlichkeit beobachtet habe; da erlaubte ich mir die Frage: „Hat er viel gearbeitet für das Seelenheil seiner Landsleute? Hat er sich bemüht, die klösterliche Zucht im ganzen Gebiet seines Ordens wieder zur ursprünglichen Strenge zurückzuführen?“ Diese Fragen erregten Erstaunen und schienen Dinge zu berühren, die außerhalb ihres Gedankenkreises lagen. Doch erinnerte man sich, dass der heilige Mann als Novizenmeister vom Seeleneifer und von den apostolischen Arbeiten der europäischen Missionäre viel gesprochen, und dass er als Mudabber, d. h. als Mitglied des Verwaltungsrats seines Ordens, den Versuch gemacht habe, die alte Ordensregel wieder zur Geltung zu bringen.(...)


(Aus: die katholischen Missionen, 1877)

Sonntag, 22. Juni 2014

Große Missionsbischöfe: Youhanna XII. Boutros el Hajj, maronitischer Patriarch


Afrika, das sonst so opferreiche, ist diesmal auf unserer Totenliste nicht vertreten. Dagegen hat der Orient zwei seiner Kirchenfürsten zu betrauern. Am Tag vor Weihnachten schlummerte der 82-jährige Patriarch der Maroniten, Se. Seligkeit Youhanna Boutros el Hajj, in seiner Winterresidenz zu Bekerkey im Libanon friedlich zum besseren Leben hinüber. Sein von hohem Alter und Mühsalen gebrochener Leib hatte einem starken Fieberanfall keinen Widerstand mehr bieten können. Um die entseelte Hülle sammelten sich nicht bloß seine eigenen Suffragane, sondern die Vertreter aller Klassen und Nationen des Libanon. Msgr. Duval O.P., Apostol. Delegat für Syrien, Graf von Curcey, der französische Generalkonsul in Beirut, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester und Mönche der verschiedensten Riten, die Prinzen und Scheichs der Berge, die lateinischen Missionäre: Franziskaner, Kapuziner, Jesuiten, Lazaristen, alle kamen, um dem allgemein geliebten Patriarchen die letzte Ehre zu erweisen. 

Nach Landessitte auf einem Thron sitzend, mit den Gewändern und Insignien des Patriarchen angetan, assistierte der ehrwürdige Priestergreis gleichsam im Tod noch den feierlichen Totenämtern, die in lateinischem, syrischem und griechisch-melchitischem Ritus gehalten wurden. Msgr. Debs, maronitischer Erzbischof von Beirut, hielt in arabischer Sprache die Leichenrede.

Msgr. Youhanna Boutros el Hajj begann am 1. November 1817 zu Delipta im Distrikt Kesruan seine irdische Laufbahn. Nach Vollendung seiner klerikalen Ausbildung studierte der talentvolle junge Priester türkisches Recht, wurde 1844 von Msgr. Johann Habil für seine Glaubensgenossen zum Richter des Libanon ernannt und bewies in dieser Stellung in schwierigen Zeiten große Klugheit und Festigkeit.

1861 bestieg er den erzbischöflichen Stuhl von Balbeek. „Alles“, so erzählte Damien Ramia in den Echos d’Orient „war hier erst zu schaffen; denn die früheren Bischöfe des Libanon lebten gemeinsam mit ihrem Patriarchen zusammen. Der neue Erzbischof hatte bloß einen Titel, aber weder eine Residenz noch irgendwelches Einkommen. Trotzdem gab er sich mutig ans Werk, und mit Gottes Segen war seine Diözese bald eine der bestbestellten seines Ritus.“ Seine Diözesanen hingen aber auch mit unbegrenzter Liebe an ihrem Vater, und als nach dem Tod des Patriarchen Massad die maronitischen Bischöfe am 28. April 1890 Msgr. Hajj einstimmig zum Nachfolger wählten, sprachen sie aus dem Herzen des ganzen Volkes, das die Neuwahl mit Jubel begrüßte. Drei Tage und drei Nächte trugen Glockengeläute und Gewehrsalven die frohe Kunde durch die Berge. 

Am 23. Juni 1890 bestätigte Leo XIII. die Wahl und lobte bei dieser Gelegenheit seine lieben Maroniten wegen ihrer Treue, mit der sie in allen Stürmen zur Mutterkirche gehalten. In seiner neuen Würde bewährte Msgr. Hajj die schönsten Eigenschaften des Geistes und Herzens: große Klugheit, hingebende Selbstverleugnung, unwandelbare Treue und Liebe zur heiligen Kirche und seinem Volk. 

Seine erste Sorge war, die Bildung seines einheimischen Klerus zu heben. Auf seine Anregung hin stellte Leo XIII. das 1584 von Gregor XIII. gegründete maronitische Seminar in Rom wieder her. „200 Jahre lang“, schreibt Ramia, „hatte dieses Kolleg unter der Leitung der Jesuiten Europa eine Reihe Gelehrter, wie die beiden Assemani, dem Orient aber eine Phalanx durch Frömmigkeit und Tugend ausgezeichneter Männer geschenkt.“ Napoleon hatte es 1813 verschleudert. Nun sollte es, 1894 wiederhergestellt, abermals eine fruchtbare Schule apostolischer Arbeiter für den Libanon werden. Dank der Bemühungen der Patriarchen stiftete die französische Regierung auch in dem berühmten Seminar St. Suplice in Paris acht Freiplätze für junge Maroniten und räumte den zahlreich in der Seine-Stadt weilenden Maroniten die Kapelle von Petit Luxembourg ein.

Durch Altersschwäche gehindert, musste Msgr. el Hajj 1893 beim Eucharistischen Kongress in Jerusalem und bei der von Leo XIII. nach Rom berufenen Versammlung der orientalischen Patriarchen zur Beratung der Unionsfrage durch seinen Koadjutor, Msgr. Hoyek, Erzbischof von Arka, sich vertreten lassen, nahm aber aus der Ferne den regsten Anteil und erklärte in einem wunderschönen Brief an den Heiligen Vater seine vollste Übereinstimmung mit allen Weisungen und Beschlüssen. 

Mit den lateinischen Missionären, denen ja der Libanon so viel verdankt, stand der Patriarch in den besten Beziehungen. „Wir müssen“, so pflegte er zu sagen, „alle brüderlich zusammenhalten und miteinander Hand in Hand gehen, um die Seelen zu retten. Das ist der Geist Jesu Christi, der seine Apostel nicht bloß zu den Juden, sondern auch zu den Heiden gesandt. In seiner Kirche gibt es keine Lateiner, Griechen, Armenier, sondern Katholiken, d. h. Kinder einer Mutter, die alle dem gemeinsamen Oberhirten, dem Stellvertreter Christi auf Erden, unterstehen.“ Eine Reihe schöner Neubauten, Kirchen und Anstalten, wie die von Aramun, Diman, Bekerkey, die Patriarchenwohnung und die Kirche des hl. Maron in Jerusalem sind Schöpfungen des Patriarchen. 

Seine hohen Verdienste brachten ihm auch die höchste Anerkennung von außen. So erhielt er das Kreuz vom heiligen Grabe, den Medschidieh-Orden I. Klasse und den osmanischen Großkordon, sowie das Kommandantenkreuz der französischen Ehrenlegion. „Der Name Msgr. Hajjs“, schließt Ramia, „wird im Libanon stets mit Liebe und Ehrfurcht genannt werden.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1899)

Sonntag, 16. Februar 2014

Der Kampf der Jesuiten gegen die Freimaurerei im Libanon

Unsere Liebe Frau vom Libanon (Quelle: Serge Melki)

„Die augenblickliche Lage im Libanon und in Syrien“, so schreibt uns P. J. Delore, „ist traurig genug. Die Freimaurerei gewinnt in einem Grade an Boden, dass man erschrecken müsste, wenn man nicht auf Gott vertraute. 
In Beirut selbst hat die Loge dieses Jahr eine große Laienschule errichtet, die Elementar-, Mittel- und Handelsschule verbindet. Sie lässt die schlechten Zeitungen selbst vielfach gratis verbreiten. ‚Kauft das Freimaurerblatt‘, hört man die Zeitungsjungen am Bahnhof rufen. 

Bis ins Gebirge hinein schieben sie ihre religionslosen Schulen vor. Wir bieten alles auf, um unsere Stellung zu wahren, gründen Schulen, geben Volksmissionen, errichten Kongregationen, Lesezirkel für die Männer, Konferenzen usw., suchen dem katholischen ‚Beschir‘ (der von Jesuiten redigierten arabischen Zeitung) überall Eingang zu verschaffen und arbeiten uns fast zu Tode. Aber außer der Loge stehen uns noch die Protestanten gegenüber, die Schule auf Schule, Spital an Spital bauen und den Libanon um jeden Preis protestantisieren möchten.“

Die schlimme Lage ist mit eine Folge der französischen Kirchenpolitik. Ehedem stand ganz Frankreich hinter der Mission, zumal im Orient. Heute arbeitet die Regierung derselben mit aller Macht entgegen, die französischen Katholiken aber können nicht mehr die nötigen Mittel aufbringen, und die Katholiken anderer Länder unterstützen lieber ihre eigenen Missionen. 

– Ähnliche Notrufe kommen uns aus anderen französischen Missionen des Orients zu. Es rächt sich jetzt vielfach, dass Frankreich den nationalen Charakter seiner Missionen früher mehr, als gut war, betonte. Andere Länder sind diesem Beispiel gefolgt, und immer mehr scheidet sich das Arbeitsfeld in „französische“, „deutsche“, „belgische“, „italienische“ Missionen.
Gott weiß, wohin diese Nationalisierung des Missionswerks führen wird!


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Siehe auch:

Die Umtriebe der Freimaurer im Libanon

Die melkitische griechisch-katholische Kirche gegen die Freimaurerei

Sonntag, 2. Februar 2014

Wenn der koptisch-katholische Patriarch sonntags zur Christenlehre geht

koptisch-katholischer Patriarch Kyrillos Makarios (früher auch Macaire)

Im Bulletin du Séminaire Oriental 1904 (S.62), dem Organ der ehemaligen geistlichen Zöglinge der Jesuiten in Beirut, macht ein junger koptischer Priester (Franz Bistauros, Dr. theol.) einige bemerkenswerte Mitteilungen, die uns einen kleinen Einblick in die seelsorgliche Praxis der orientalischen Kirche geben.

Wir erfahren da, dass hier der Katechismusunterricht und die öffentliche Christenlehre im Allgemeinen unbekannte Dinge sind.  Darin dürfte neben dem mangelhaften Schulunterricht der Hauptgrund der großen religiösen Unwissenheit unter den orientalischen Christen zu suchen sein.

Es ist eine Frucht der Erziehung in Beirut, dass auch nach dieser Hinsicht allmählich eine Besserung eintritt. In Beirut hatte Dr. Bistauros den Wert und Nutzen der Christenlehre unter den armen Kindern und der Arbeiterbevölkerung Beiruts praktisch kennen und schätzen gelernt. Er beschloss, dieselbe in der Patriarchalkirche zu Kairo, wo er jetzt angestellt ist, einzuführen.

Sein Plan fand bei dem eifrigen Patriarchen Macaire freudig Zustimmung. Um das Volk zu gewinnen und anzuziehen, wollte Se. Seligkeit den Christenlehren sogar persönlich beiwohnen. Das zog; bald hatte der junge Priester allsonntäglich eine zahlreiche Zuhörerschaft. 

Die anfängliche Überraschung über diese ganz ungewohnte Lehrweise ging rasch in Bewunderung über. „Heute ziehen die Leute die Christenlehre jeder Predigt vor.“ Dr. Bistauros hatte Gelegenheit, bei Besuchen und Unterredungen den Eindruck zu beobachten, den diese einfache katechistische Erklärung der Glaubenswahrheiten auf die Leute machte.

„Ich hatte immer gemeint“, sagte eine gute Alte, „dass der Katechismus höchstens für Kinder sei; ich finde aber, dass er die beste Predigt ist.“ – „Ja, ja“, fügte eine andere bei; „hast du nicht gesehen, dass Se. Seligkeit der Patriarch ihre beigewohnt hat. Er hat sicherlich selbst das Buch verfasst, das man dabei benützt. Man braucht nur zu hören, wie schön er alles erklärt und wie fasslich er alles macht. Das ist nicht wie ein gewöhnlicher Katechismus; der ist gründlich, und es sind gar schöne Geschichten darin.“

In höheren Kreisen urteilte man anfangs anders. „Mir will scheinen“, meint eine Dame, „der Patriarch vergesse, dass er Patriarch ist.“ – „Warum denn, Madame?“ – „Ich habe gehört, dass er allsonntäglich der Christenlehre beiwohne, das scheint mir doch eines Patriarchen unwürdig.“ – „Wieso denn; der Katechismus ist doch eine heilige Sache. Waren Sie übrigens dabei, um die Sache beurteilen zu können?“ – „Nein, ich war selbst nicht da, aber ich weiß doch, dass so etwas nur für die kleinen Kinder ist.“ – „Nun, und wenn dem so wäre, ist der Patriarch denn größer als Christus, unser Herr? Was hat der aber drei Jahre hindurch andres getan, als Christenlehre gehalten?“ – „Ist dem wirklich so?“ – „Gewiss, kommen Sie nur und sehen Sie selbst.“ 
Eine Woche später traf Bistauros die Dame wieder. Sie sagte ganz begeistert: „Die Christenlehre war die beste Predigt, die ich je gehört. Das ist’s gerade, was ich mir wünsche. Ich habe alles ohne Ausnahme verstanden, weil Sie dabei gerade so sprechen, wie man auch sonst spricht.“

Nach der Segensandacht, mit welcher die Christenlehre jedes mal schließt, kamen eines Tages drei Familienmütter in die Sakristei. Die erste klagte ihr Leid, dass ihre drei erwachsenen Söhne so unwissend in der Religion seien und noch nie gebeichtet hätten, weil sie davor Angst hätten. 
Nun habe sie in der Christenlehre gehört, wie leicht das Beichten sei. Wären doch nur ihre Jungen dabei gewesen! Sie solle sie schicken, lautete die Antwort. Sie kamen, und nach kurzer Zeit machten alle drei ihre erste Beicht. 
Die zweite Frau brachte ihre beiden Kinder, die bisher in die protestantische Schule gegangen waren. Die Katechese hatte ihr klar gemacht, auf welchem Weg man sicher zum Heil komme. 
Die dritte sagte, sie könne am nächsten Sonntag nicht kommen, Bistauros möge ihr doch jetzt schon die Antwort auf die Frage geben, deren Erklärung er für den nächsten Sonntag angekündigt habe. Es war die Frage über die Art, eine vollkommene Reue zu erwecken.

Auf den ausdrücklichen Wunsch des Patriarchen hatte Bistauros mit dem Bußsakrament begonnen. Überall hörte er die Leute sagen: „O, Sie haben unsere Gewissen so erleichtert. Gott erhalte Sie noch lange Ihrer Mutter!“

Kurz, die Christenlehre hatte eingeschlagen und ihre Früchte zeigten sich bald auch in dem häufigeren Empfang der heiligen Sakramente. Was hier in Kairo mit solchem Erfolg begonnen wurde, müsste auch anderwärts Nachahmung finden, nicht bloß bei den Kopten, sondern auch bei den anderen orientalischen Kirchen.

„Der Religionsunterricht in den Schulen in Form von Christenlehren“, so schrieb neuerdings auch P. Galland O.P. aus Wan in Armenien, „der eine bis dahin diesen Ländern der Häresie und der religiösen Unwissenheit ganz unbekannte Neuheit ist, gibt uns die Gewähr, dass allmählich ein Geschlecht heranwächst, das seinen Glauben wirklich kennt und von echt katholischem Geist durchdrungen ist.“ 

Nur so wird dies Geschlecht auch gefeit sein gegen die Bekehrungsversuche der protestantischen Sekten, denen die religiöse Unwissenheit zumal der schismatischen Volksteile nur allzu viel Vorschub leistet.


(Aus: die katholischen Missionen, 1905)

Mittwoch, 1. Januar 2014

Unsere Liebe Frau vom Libanon

Unsere Liebe Frau vom Libanon (Quelle: FunkMonk)

Im Norden von Beirut liegt die anmutige Bai von Dschunieh mit ihrem Kranze weißschimmernder Ortschaften und ihrem Gürtel von Bergen, die, 600-700 m aufsteigend, wie die Mauern einer Festung niederschauen.

Hier auf dem höchsten Punkt dieser Felsenstirn erhebt sich seit einigen Monaten die Riesenstatue U.L. vom Libanon. Am 3. Mai d.J. weihte der Apostol. Delegat für Syrien, Msgr. F. Giannini O.F.M., in Gegenwart von nahezu 4.000 Pilgern das Denkmal ein, während der maronitische Patriarch, Se. Seligkeit Elias Peter Hoyek, das heilige Messopfer feierte.

Der Gedanke, ein solches Denkmal zu errichten, war von einem Missionär angeregt und von dem damaligen Apostol. Delegaten, Msgr. Duval O.P., dem maronitischen Patriarchen und den übrigen orientalischen Bischöfen mit Begeisterung aufgenommen worden. Die Errichtung der Statue sollte eine gemeinsame Huldigung aller Riten an die Gottesmutter und ein lautes Bekenntnis des katholischen Glaubens von Seiten der Libanon-Christen werden. Darum steuerten auch alle dazu bei. 
In Beirut bildeten sich eigene Damenkomitees, die eifrig sammelten. Klöster, Pfarreien, Kollegien und Anstalten wetteiferten miteinander und sandten ihre Beiträge. So waren die ersten 16.000 Franken bald beisammen. Sie dienten zum Ankauf der Statue, die ein vergrößertes Abbild U.L. Frau von Fourvières bei Lyon sein sollte. 
Bereits im Frühjahr 1906 trafen die zusammensetzbaren Gussstücke ein und bald darauf auch von Konstantinopel die nötige Erlaubnis der osmanischen Regierung.

Inzwischen hatte der maronitische Patriarch einen geeigneten Standplatz erworben und die Fundamentierarbeiten begonnen. Alles nahm einen guten Gang und bereits war der 15. August 1906 als Tag der feierlichen Enthüllung festgesetzt. 
Da traten der Tod des Apostol. Delegaten und verschiedene Hindernisse dazwischen. Die Arbeiten stockten, die Geldmittel waren erschöpft und die Erzblöcke der Statue blieben im Hofe der Delegatur zu Harissa in Regen und Sonnenbrand liegen.

Es gelang jedoch dem Eifer des hochw. P. Cattin, des damaligen Obern der Jesuitenmission in Syrien, dem Unternehmen in Frankreich Gönner und Förderer zu wecken. Eine ungenannte Wohltäterin spendete 16.000 Mark. Damit war das Werk gesichert. Im Laufe des Jahres 1907 erhob sich das steinerne Fußgestell, dann das Gerüst und endlich die Statue selbst. Sie ist mit dem Unterbau 30 m hoch. Eine Wendeltreppe führt um den Sockel zum Gnadenbild, und die Pilger steigen hinauf, um der Gnadenmutter die Füße zu küssen.
Der steinerne Untersatz ist zwar künstlerisch nicht sehr gelungen, aber bald wird das Grün denselben rings umspinnen und alle Mängel decken.

Das eigentliche Fußgestell bilden die Berge, und einen schöneren Standort konnte die „Königin des Libanons“ nicht finden. Zu ihren Füßen schimmert das Meer, die wunderschöne Bai von Dschunieh mit ihrem Dörferkranz, im Norden und Süden ziehen sich die anmutig geschwungenen Gebirgslinien der phönizischen Küste mit ihrem uralten, geschichtlich denkwürdigen Städten Tyrus, Sidon, Beirut, Byblos, Tripoli; im Osten grüßen die schneeigen Kuppen von Kennieh und Sannin und lagert sich die wildromantische Gebirgslandschaft des Libanons. 
In diesem einzigartigen Rahmen steht das herrliche Bildnis der Jungfrau, die milde lächelnd ihre Hände wie segnend und schützend über den Libanon ausstreckt.

Im Inneren des massiven Unterbaues ist eine Kapelle eingegliedert, zu welcher zwei zierliche Eingangspforten führen. Über der einen steht die Inschrift: Quasi cedrus exalta sum in Libano, „Wie eine Zeder rage ich empor auf dem Libanon (Sir 24,17). Mit Recht rühmt sich der Libanon seit alter Zeit als das Reich der heiligen Gottesmutter“. 
Das gefeierte Gebirge ist es, das mit seinen herrlichen Zedern und seinem unvergleichlichen Lilienschmuck dem Dichter des Hohenliedes die schönsten Bilder bot, Bilder, die in der Kirchensprache des Ostens und Westens zum Preise der Himmelskönigin heute noch widerklingen. 
Der Boden ist wie gesättigt mit heiligen Erinnerungen an ihr Leben und das schlichte Bergvolk seit alters ihrem Dienst treu ergeben. 

– Die „Verehrung der Jungfrau“, so bekennt selbst Renan in seinem Reisebericht von 1860, „hat in der Bevölkerung des Libanons tiefe Wurzeln geschlagen und bildet das große Hindernis für das Eindringen des Protestantismus bei den Libanesen. Mögen sie auch auf allen anderen Punkten nachgeben, aber wenn sie von der Verehrung der Jungfrau lassen sollen, dann zeigt sich, dass das alte Band stärker ist als sie selbst.“

Der Standort U.L. Frau vom Libanon ist auch insofern trefflich gewählt, weil in seinem nächsten Umkreis sämtliche Riten Niederlassungen, Klöster und Anstalten besitzen. So haben die Melchiten in der Nähe die beiden Klöster Suk und Sarba, zu denen jetzt ein Noviziatshaus dicht bei der Statue gekommen ist; der maronitischen Patriarch in Bikerke wohnt fast zu den Füßen der heiligen Jungfrau an den Flanken des Berges. 
Zwanzig Minuten aufwärts von der Statue liegt in einem Eichenhaine das schöne syrische Seminar von Scharfeh, noch höher hinauf, eine Stunde von Harissa, schimmern die weißen Mauern des großen armenischen Seminars von Bezumar.

Einen Flintenschuss weit vom Denkmal erhebt sich auf einem Hügel das alte Franziskanerkloster, und nur zwanzig Minuten weit vom Bild findet sich die Residenz des Apostolischen Delegaten von Syrien.
So sind tatsächlich alle Riten vertreten und gruppieren sich um die „Königin des Libanons“.

Die Errichtung des Gnadenbilds hat für den Libanon, so hoffen alle, mehr als nur die vorübergehende Bedeutung einer schönen Festlichkeit. Die große Zahl der Pilger aus nah und fern, die am 3. Mai sich zur Huldigung eingefunden, zeigt, dass der schöne Gedanke, der sich hier im Bild verkörpert, mächtig gezündet und in den Herzen des Volkes die alte Liebe zur Gottesmutter und damit auch zum alten, angestammten Glauben gestärkt hat. 

Das ist bei den großen Gefahren, die den Libanon durch die emsige protestantische Propaganda bedrohen, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. 
Möge sich daher erfüllen, was die herrliche thronende „Königin des Libanons“ den Pilgern lächelnd zuzurufen scheint: Posuerunt me custodem, „Sie haben mich zur Schützern aufgestellt“ – zur Hüterin des alten Glaubens, der alten frommen Sitten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Freitag, 22. November 2013

Ein Lob auf die Maroniten

Wappen der maronitischen Patriarchen (Quelle: Lemmens, Tom)

„Der feurige Glaube des ersten Christentums, seine liebliche Frömmigkeit, Unschuld und Einfachheit der Lebensweise, wird unter den Maroniten erneuert gefunden. Sie gleichen einem frisch aus der Hand des Schöpfers oder aus dem Bad der Taufe Jesu hervorgegangenem Volk. O gesegnetes Volk! Wie groß bist du in deiner Knechtschaft! Wie reich in deiner Armut!“

-Ein unbeschuhter Karmelit über die Maroniten, 1858


(Aus: Die christlichen Missionen. Ihre Sendboten, ihre Methode und ihre Erfolge, von T.W.M. Marshall)

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Die melkitische griechisch-katholische Kirche gegen die Freimaurerei


Pius XI. mit melkitischem Klerus

(…) Einer der schönsten Erfolge der Synode war das geschlossene Vorgehen gegen die Freimaurer, die in Syrien besonders in der Diözese Zahle sehr zahlreich sind. 
Als Auswanderer in Amerika und Australien haben manche sich der Loge angeschlossen; in die Heimat zurückgekehrt, wollen sie dann Freimaurer bleiben und gleichzeitig an den heiligen Sakramenten teilnehmen. 
Doch der eifrige Bischof von Zahle wies seine Priester an, solchen die Lossprechung zu verweigern; er selbst klärte von der Kanzel herab das Volk über die Ziele der Loge und die Pflichten des Katholiken auf und verurteilte feierlich die Freimaurerei in seiner Diözese.

Einen Aleppinermönch, der in seiner Zeitschrift „Der Erzieher“ in Zahle die Sittenlehre des Islam anpries und freimaurerische Lehren verbreitete, suchte er mit allen Mitteln der Güte und Strenge zurückzuführen. Als alles nichts fruchtete, sprach er öffentlich die Exkommunikation aus. 
Als der mutige Bischof es nun auch noch wagte, das kirchliche Begräbnis eines angesehenen Freimaurers zu verweigern, brach ein Sturm von Schmähungen und Angriffen gegen ihn aus, da er sich durch sein „starrsinniges, intolerantes Vorgehen“ gegen die Loge in schroffen Gegensatz setze zu seinen Mitbischöfen. 

Auf diese Verleumdung hin hat die Synode den Kirchenbann über jenen Mönch bestätigt, und die Bischöfe haben sich in einer öffentlichen Erklärung einmütig gegen die Freimaurerei ausgesprochen und ihren Mitbischof zu seinem mutvollen Vorgehen beglückwünscht.


(aus: die katholischen Missionen, 1915)

Sonntag, 15. September 2013

Die Umtriebe der Freimaurer im Libanon

Zahle, Libanon
Über ganz Syrien hin haben die Freimaurer alle größeren Städte besetzt. Besondere Sorgfalt wandten sie dem christlichen Libanon zu, und hier gibt es kaum eine Ortschaft von Bedeutung, die nicht eine Loge besitzt. Zahle, Ghazir, Saïda, Djebaïl, Batrun, Marjayun, Moallaka, Simmin, Chueïr gelten als die Mittelpunkte der freimaurerischen Bewegung.

Wie in Europa, so betreiben die Freimaurer im Libanon mit Energie die Untergrabung der kirchlichen Autorität und des religiösen Lebens. Ihre beliebteste Methode besteht im Säen von Zwietracht. Sie nehmen Partei gegen den Dorfpfarrer und stellen sie den Leute als antinational gesinnt dar oder wiegeln Dorf gegen Dorf auf. Und nur zu oft gelingt es ihnen, die Laienwelt mit dem Priester im Gegensatz zu bringen, Pfarrer gegen Pfarrer aufzuhetzen, ja selbst Priester gegen ihre Bischöfe aufzustacheln.

Die sog. französische Laienmission unterstützt das Werk der Logen und wird daher von diesen nach Kräften gefördert. Zweimal versuchten die Freimaurer, Beirut, die Hauptstadt Syriens (Anm.: damals waren Syrien und Libanon ein Land), mit einem Laienkolleg zu beglücken. Der erste Versuch misslang, der zweite verlief insoweit glücklich, als das Kolleg nicht gleich wieder einging. In diese Anstalt haben sich bis jetzt nur einige wenige Katholiken verirrt.

Zum Glücke blieb das lichtscheue Treiben der Loge nicht lange unbemerkt. Die Jesuiten nahmen den Kampf auf und führten ihn unverdrossen in der Zeitschrift Al-Machreq, in der wöchentlich zweimal erscheinenden Zeitung Al-Bechir und in eigenen Broschüren. Wenn man bedenkt, dass auf dem Libanon und selbst in Beirut wenig gelesen wird – keine Beiruter Zeitung zählt mehr als 2000 Abonnenten – so muss der Erfolg, den P. Louis Cheikho S.J. mit seinen sechs Broschüren über den Zweck, die Geschichte und die Aktionsmethode der Freimaurerei errang, als außergewöhnlich bezeichnet werden. Von der ersten wanderten mehr als 25.000 Exemplare hinaus, von den anderen über 10.000.

Die von den Patres verfassten Artikel öffneten manchen Katholiken, die in den Logen nur Wohltätigkeitsanstalten gesehen hatten, die Augen, zogen den Jesuiten aber auch den ingrimmigsten Hass der Freimaurer. P. Cheikho besitzt eine ganze Mappe voll Drohbriefen, die aus allen Ecken und Enden des ottomanischen Reiches, sogar aus Nordamerika einliefen und neben den Beschimpfungen und Drohungen die schmutzigsten Dinge enthalten. Gegen P. Rabbath S.J., der zu Djebaïl und Amchitt Vorträge und Predigten gegen die Logen hielt, wurde im letztgenannten Orten ein Bombenattentat verübt. Andere Patres wurden auf den Straßen verhöhnt und geschmäht.

Der Ingrimm der Freimaurer ist das beste Zeichen, dass der Kampf gegen sie nicht nutzlos war. Die Patres führen ihn weiter vereint mit den Bischöfen, die mutig ihres Amtes als Oberhirten walten. (...)


(Aus: die katholischen Missionen, 1913)

Dienstag, 25. Juni 2013

Was ich am Wochenende gemacht habe...


Die Neupriester (v.l.n.r.): Fr. Yousef Marie FSSR, Don Massimo Botta FSSP, Fr. Magdala Maria FSSR

Am Samstag waren 
in Rom die Priesterweihen der ersten beiden Priester der Sons of the Most Holy Redeemer nach deren kanonischer Errichtung (es wurde auch der Petrusbruder Don Massimo Botta geweiht). Hier gibt es einige Fotos, Bilder von der Primiz von Fr. Yousef Marie FSSR werden noch folgen. 
Leider habe ich vernommen, dass die Liveübertragung bei livemass.net wohl nicht funktioniert hat. Tut mir leid für alle, die es ansehen wollten.

Ein besonders schönes Detail bei der Zeremonie war, dass Msgr. Guido Pozzo, der die Weihen gespendet hat, den "Sons" bei Ihrer kanonischen Regularisierung geholfen hat, als er Sekretär der Komission Ecclesia Dei war.

Mögen die drei viele Jahre segensreich zur größeren Ehre Gottes und zur Rettung der Seelen arbeiten!

Tu es Sacerdos in aeternum secundum ordinem Melchisedech!

Donnerstag, 20. Juni 2013

Tipp: Live-Übertragung der Priesterweihe in Rom (FSSR, FSSP)

Am Samstag, den 22. Juni um 10.00 Uhr deutscher Zeit
findet in Rom in der Kirche Santissima Trinita dei Pelligrini (Personalpfarrei der Petrusbruderschaft)
eine Priesterweihe im überlieferten Römischen Ritus an.

Der weihespendende Bischof ist Erzbischof Guido Pozzo, Almosenpfleger seiner Heiligkeit

Es werden geweiht:

Br. Yousef Marie FSSR
Br. Magdala Maria FSSR
Massimo Botta FSSP

Die Weihe wird hier live übertragen.




Donnerstag, 7. März 2013

La Consolata - Ein Marienbild auf Reisen

Qaraoun-See, Bekaa-Ebene, Libanon


Zwischen den Bergketten des Libanon und Antilibanon erstreckt sich in einer Länge von etwa 25 Stunden die fruchtbare, durchschnittlich 3-4 Stunden breite Ebene El Bekaa, das Cölesyrien der Alten. Wenn man von Beirut aus, den Windungen der schönen Straße folgend, welche über das Gebirge führt, zwei Drittel der Höhe des Jebel Sannin erklommen hat, so breitet sich vor dem Auge des Wanderers ein bezauberndes Bild aus. 300 oder 400 m unter sich erblickt er gleichsam einen Garten, der durch viele Wasseradern durchschnitten ist und in dem hohe Bäume mit Feld und Weideland lieblich wechseln. In der Nähe der Straße, etwa halbwegs zwischen beiden Bergketten, gewahrt man einen Bauernhof, dessen Gebäude nach europäischer Art aufgeführt sind; dazwischen
steht eine ziemlich schmucke Kapelle, mit einem schlanken Türmchen, dessen Spitze die Statue U.L. Frau vom Troste ziert. Das Bild der Mutter Gottes, das in diesem Kirchlein verehrt wird, hat seine Geschichte, und diese führt uns aus dem Libanon zunächst nach Algier.

Msgr. Dupuch, der erste Bischof von Algier, hatte Knabenwaisenhäuser gegründet. Unter der Leitung des P. Brumauld S.J. war Ben-Aknun, die erste dieser segensreichen Anstalten, nach siebenjährigem Bestand, zu eng geworden. Man musste 1850 eine neue Anstalt gründen und erhielt dafür von der Regierung unter gewissen Bedingungen ein Feld bei Bussarik für 20 Jahre. Dazu wurde noch ein bedeutendes Stück Land vom Stamm der Sidi-Habid gekauft.
Der ganze Besitz war eine Wüste, ein ungesunder Sumpf voll Dornen, Schilf und dichtem Gestrüpp, in welchem nicht nur Hyänen und Wildschweine hausten, sondern das selbst von Panthern unsicher gemacht wurde.
Einige durch die Revolution von 1848 aus Piemont vertriebene Jesuiten wollten trotz des gefährlichen Klimas und trotz der elenden Bodenbeschaffenheit wenigstens den Versuch wagen, diese Einöde urbar zu machen.
Unter ihnen befand sich ein frommer italienischer Laienbruder Namens Favero; dieser erbat sich als eine Art Lohn für die harte und mühevolle Arbeit die Erlaubnis, dem also gewonnen Ort einen Namen geben zu dürfen, der ihm eine süße Erinnerung war — den Namen U.L. Frau vom Troste, Madonna della Consolata.

Unter diesem Titel wird schon viele Jahrhunderte in Turin ein berühmtes Gnadenbild verehrt, von dem viele Wunder verzeichnet sind. Der hl. Karl Borromäus und der hl. Franz von Sales waren besondere Verehrer U.L. Frau della Consolata; auch Pius VII. wollte das wundertätige Bild nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft besuchen. Am 20. Juni 1829 wurde es feierlich gekrönt.
Der gute Br. Favero war ebenfalls ein demütiger und frommer Verehrer dieses Gnadenbildes seiner Heimat. Als er nun von den Obern die Erlaubnis erhalten hatte, das Feld von Sidi-Habid mit dem Namen U.L. Frau vom Troste zu nennen, wurde mit kirchlicher Erlaubnis eine beglaubigte Abbildung des Gnadenbildes in Turin gemacht.
Dieselbe kam im Mai 1851, dem Mariä geweihten Monat, nach Bussarik und wurde feierlich in dem neuen armseligen Bauernhause aufgestellt, dessen Bewohner in ihren Mühsalen wohl einer Trösterin bedurften. Und wirklich, U.L. Frau vom Troste nahm Besitz von dem vormals öden Lande, Sie erfüllte die Herzen ihrer Kinder mit Trost und Vertrauen, und viele Gnaden wurden auf die Fürbitte der „Trösterin der Betrübten“ von ihrem göttlichen Sohne gespendet.
Pius IX., welcher von der Verehrung hörte, welche von den Waisenkindern der Mutter der Waisen in dem Hause von Sidi-Habid erwiesen wurde, verlieh Allen, welche vor dem Gnadenbild beteten, verschiedene Ablässe und trug so nicht wenig zur Vermehrung der Andacht bei.
Eine einfache, aber nette Kapelle wurde statt des armseligen Blockhauses des Br. Favero gebaut. Die umwohnenden Familien auf mehrere Kilometer in der Runde kamen an Sonntagen in die Kapelle; bald bezeugten geopferte Kerzen und Ex-Voto-Täfelchen manche Gebetserhörung.
Eine hübsche Statue der seligsten Jungfrau schmückte die Spitze des Türmchens und wurde zum Wahrzeichen der weiten Ebene von Metidscha. Dem guten Bruder Favero war es aber nicht gestattet, sich seines Werkes lange zu freuen. Ende 1864 rief ihn der Gehorsam mit manchen seiner Mitbrüder nach Kalifornien; die Obern gestatteten ihm, eine Kopie des Gnadenbildes über das Weltmeer mitzunehmen und so zog er getröstet seinem neuen Arbeitsfelde zu, auf welchem er einige Jahre später eines heiligmäßigen Todes starb.

Im Jahr 1870 waren die 20 Jahre, für welche die Regierung dem Waisenhause das Land überlassen hatte, abgelaufen. Die Revolution, die inzwischen in Frankreich ausgebrochen war, zog die urbar gemachten Ländereien zurück, und das Waisenhaus musste wieder nach Ben-Aknun verlegt werden. Die Kapelle in Sidi-Habid blieb U.L. Frau vom Troste geweiht, aber das Gnadenbild nahmen die Missionäre mit sich und wiesen ihm in der Kapelle von Ben-Aknun auf dem Hauptaltar den Ehrenplatz an. Auch hier verbreitete die Andacht zur Mutter Gottes Segen, und U.L. Frau vom Trost blieb gewissermaßen der Mittelpunkt für alle Waisenkinder; auch nachdem dieselben längst die Anstalt verlassen, in verschiedenen Lebensstellungen über Algerien zerstreut und verheiratet waren, wallfahrteten sie mit ihren Familien zum Gnadenbild von Ben-Aknun.

Zehn Jahre blieb es so. Da kam der Herbst 1880. Im September dieses Jahres mussten die Jesuiten ihre geliebten Missionen von Algerien, die Häuser in der Hauptstadt Algier, in Oran, Constantine, die Anstalt Ben-Aknun und die Missionstationen bei den Kabylen verlassen. Wohin sollte nun das Gnadenbild U.L. Frau vom Troste kommen? Viele verlangten es, Privatleute, Klöster, die Missionsniederlassungen in Armenien, das Kolleg der heiligen Familie in Kairo.
Ein Waisenknabe, den die Verehrung der seligsten Jungfrau zur Gnade des Priestertums und zum Eintritte in die Gesellschaft geführt hatte, und der zur Zeit der Verbannung aus Algier in Ben-Aknun weilte, erbat die Erlaubnis, das Gnadenbild mit sich nach dem Ort seiner neuen Tätigkeit, dem Libanon, zu nehmen.
So kam U.L. Frau vom Troste auf das Landgut Tanaïl in der Nähe der Missionstation Zahleh (wohl Zahlé). Der Pater und zwei Laienbrüder von Ben-Aknun, welche das Landgut zu besorgen haben, fanden in der neuen Heimat ein Nachbild der alten, aus der sie verbannt waren: die Ebene von El Bekaa erinnerte an die Ebene von Metidscha, und sie fanden auch hier dieselbe armselige Ausstattung und in einer ganz ähnlichen Kapelle thronte nun auch dasselbe Gnadenbild, das ihnen im Lande der Sidi-Habid Trost vermittelt hatte.
Bald war auch im Libanon das Bild U.L. Frau vom Trost ein Gegenstand besonderer Verehrung. Im November 1881 war es nach Tanaïl gekommen, und schon im Januar 1882 kamen aus dem sechs bis sieben Kilometer entfernten Zahleh viele Wallfahrer,, obschon, wie der Missionär schreibt, „der Libanon sich in seinen Schneemantel gehüllt hatte, dessen Fransen bis ins Tal hinab reichten.“ Am 21. März 1882 schrieb er: „Jeden Sonntag kommen zahlreiche Wallfahrer. U.L. Frau vom Trost ist in der Bekaa schon bekannt.
Sogar muselmännische Frauen in reichen Gewändern kamen und wollten den Segen der Mutter Jesu für ihr Kind erhalten. Mit Seidentüchern und Schleiern, den Geschenken der Frauen, ist jetzt die kahle Mauer der Kapelle geschmückt.
Letzte Woche kam eine Maronitenfrau und wollte der Mutter Gottes ihr Geschmeide schenken, mit der Bitte, dass ihr kleines Kind genese. Der Pater sagte ihr, sie brauche ihr Geschmeide erst dann zu opfern, wenn ihre Bitte erhört sei. ‚O nein,‘ sagte die Frau, ‚das würde sich nicht geziemen. Ich bitte voll Vertrauen um die Genesung meines Kindes. Wenn aber Gott es zu sich nehmen will, so mag er es dennoch tun: er ist der Herr!‘
Der Missionär bestand aber darauf, sie solle ihr Gelübde erst nach der Erfüllung ihrer Bitte lösen, und die fromme Mutter gehorchte. Allein schon am darauffolgenden Sonntag kam sie und hängte ihre Gabe vor dem Gnadenbilde auf; ihr Kind war genesen.“
Einmal kam sogar ein armer Ziegenhirt mit seiner Herde aus einer Bergschlucht des Libanon nach Tanaïl. Seine Ziegen waren krank, und der gute Mann hegte den einfältigen frommen Glauben, die Krankheit werde von seiner Herde weichen, wenn er sie für eine kurze Zeit in den kleinen Hof vor der Kapelle treiben dürfe. Man gewährte seine Bitte, und es scheint, dass sein kindlicher Glaube belohnt wurde.
Das ist die Geschichte U.L. Frau vom Trost im Libanon. Möge die Andacht zur lieben Mutter Gottes auch von dieser neuen Gnadenstätte aus immer mehr Herzen der Liebe und Gnade ihres göttlichen Sohnes zuführen!

(Aus: die katholischen Missionen, 1885)

Madonna della Consolata, bitte für uns!

Dienstag, 5. Februar 2013

Vom Moslem zum Jesuiten

Karmeliter-Kloster auf dem Berg Karmel

Nachträglich kommt uns der Nekrolog eines Missionärs zu Handen, der, obschon nur ein einfacher Laienbruder, sich um die syrische Jesuitenmission ganz ungewöhnliche Verdienste erworben hat. Br. Elias wurde am 15. August 1840 zu Kaifa von mohammedanischen Eltern geboren.
Sein Vater war Knecht im Kloster der Karmeliten auf dem Berge Karmel, ein musterhaft braver und fleißiger Mann. Die Mutter hatte eine große Andacht zur heiligen Gottesmutter und besuchte mit ihrem Kind oft das Gnadenbild in der Klosterkirche. 

Zum Jüngling herangewachsen, trat Elias gleichfalls in den Dienst des Klosters. Er lernte das Maurer- und später auch das Schmiedehandwerk und zeigte schon damals in allem eine sehr geschickte Hand, so dass sich die Mönche keinen besseren Arbeiter wünschen konnten.
Er hatte eine große Andacht zur Mutter Gottes und fehlte nie bei den Festlichkeiten in der Wallfahrtskirche. Eines Tages, als er im Gotteshause beschäftigt am Gnadenaltar vorüberging, schien es ihn, als ob die allerseligste Jungfrau mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Altar ihn zu sich rief.
Ob Täuschung oder Wahrheit, jedenfalls fühlte er sich so mächtig hingezogen, dass er vor dem Altar sich auf die Knie warf und inbrünstig um Erleuchtung bat, den rechen Weg zu finden. Der Obere des Klosters, dem er alles mitteilte, ermunterte ihn, in seinem Gebet fortzufahren. 

Um diese Zeit arbeitete ein italienischer Maler an der Ausschmückung der Kirche. Elias war ihm als Gehilfe beigegeben. Lernbegierig, wie er war, hatte er rasch die Handgriffe und Geheimnisse der neuen Kunst sich angeeignet, und als der Maler unversehens abreisen musste, vollendete sein junger Lehrling das Werk zur vollsten Zufriedenheit.
Einst kamen während der Arbeit Leute in die Kirche. Elias schaute vom hohen Gerüst hinab, glitt aus und stürzte in die Tiefe, ohne den geringsten Schaden zu nehmen. Ihm war, als ob eine ehrwürdige Greisengestalt ihn schützend gehalten hätte. (Anm.: Wahrscheinlich wird das in den Augen des Verfassers der heilige Prophet Elias, nach karmelitischer Tradition Gründer des Karmeliterordens, gewesen sein. Wahrscheinlich setzte er das bei den Lesern voraus) 

1856 kam Herr Bini, vormals Militärarzt im Heer Napoleons I., nach dem Berge Karmel.
Elias hatte den alten Herrn zu bedienen. Derselbe war über die Anstelligkeit und den offenen Geist des jungen Mannes so entzückt, dass er ihn einlud, ihn nach Beirut zu begleiten. Elias schlug ein und nahm auch seinen Bruder Joseph dahin mit. Herr Bini ließ die beiden hier unterrichten und, wie es scheint, auch taufen. Anfeindungen von Seiten der Mohammedaner zwangen die jungen Leute, sich nach Harissa, dann nach Zahle und schließlich sie in das Haus der Jesuiten in Ghazir zurückzuziehen.
Hier fanden die beiden ihren Beruf und wurden ins Noviziat der Jesuiten nach Avignon geschickt. Später nach Syrien zurückgekehrt, leistete Br. Elias zunächst in Zahle der Mission gute Dienste als geschickter Schmied und Bauführer. 

Als dann 1869 P. Ambros Monnol, der Organisator der syrischen Mission und Gründer der Universität Beirut, den Plan fasste, die dortige Druckerei auf denselben Fuß mit den großen europäischen Druckereien zu setzen, wurde Br. Elias seine rechte Hand. Auf seine Bitte wurde er 1873 nach Paris gesandt, um in der französischen Nationaldruckerei sich gründlich auszubilden. In seinem Ordenskleid, den Tarbusch (orientalische Mütze) auf dem Kopf, stellte er sich beim Direktor vor, setzte  ihm den Zweck seiner Sendung auseinander und bat, ihn als Volontär unter seine Arbeiter aufzunehmen.
Der Direktor gewann an dem unternehmenden Laienbruder großes Wohlgefallen und kam dessen Wünschen bereitwillig entgegen. Alles war erstaunt, als er Bruder mit Schürze und Tarbusch angetan unter die gewöhnlichen Arbeiter sich mischte.
Rasch hatte er sich die allgemeine Achtung und Liebe erworben und wünschenswerte Aufschlüsse erhalten. Ein Geschäftsreisender aus London hatte ihm von einem neuen galvanoplastischen Verfahren seiner Firma gesprochen.
Br. Elias reiste nach London, gewann durch seinen Freund zutritt bei der protestantischen Firma und wurde in das Geheimnis unter der einzigen Bedingung eingeweiht, dasselbe nicht in Paris bekannt zu machen. 

Nach einjährigem Aufenthalt in Europa kehrte er nach Beirut zurück und trat als technischer Direktor an die Spitze der dortigen orientalischen Universitätsdruckerei. 30 Jahre lang weihte er derselben seine ganze ungewöhnliche Kraft und Begabung, und es ist großenteils auch sein Verdienst, dass sich dieselbe zur ersten des ganzen Orients entwickelt hat, deren musterhafte typographische Arbeiten auch in europäischen Gelehrtenkreisen sich große Anerkennung und Wertschätzung sich erworben haben.
Eine Glanzleistung, an welche Br. Elias sein bestes Können und sein ganzes Herz gesetzt hatte, ist u.a. die prachtvolle arabische Bibel, die allgemein als das schönste arabische Druckwerk angesehen wird.
Aber mehr noch. Fast alle 70 Arbeiter, die heute in der Druckerei beschäftigt werden, sind von Br. Elias herangebildet worden. Er wachte über ihrem leiblichen und geistlichen Wohl mit der Liebe eines Vaters, betete mit ihnen am Beginn und Schluss der Arbeit, besuchte sie, wenn sie krank waren, und war der Freund und Ratgeber aller.
An Sonntagen machte er mit den jüngeren gewöhnlich einen Spaziergang aufs Land oder ans Meer.
Zweimal im Jahr wurde ein großer Ausflug, um Pfingsten eine gemeinsame Pilgerfahrt veranstaltet, von Zeit zu Zeit auch dramatische Aufführungen gegeben, zu denen Br. Elias oft selbst den Text schrieb.
Der schlichte Laienbruder war denn auch eine überaus beliebte und populäre Persönlichkeit, und sein Tod erregte nicht bloß in seinem engeren Wirkungskreis, sondern auch darüber hinaus die regste Teilnahme. R.I.P.

(aus: die katholischen Missionen, 1902)

Montag, 21. Januar 2013

Mahnung zur Einheit

Johann Peter El Hagg, maronitischer Patriarch von Antiochien (1810-1898)

"Wir müssen alle brüderlich Hand in Hand gehen, um die Seelen zu retten. Das ist der Geist Jesu Christi, der seine Apostel nicht bloß zu den Juden, sondern auch zu den Heiden gesandt hat. In seiner Kirche gibt es keine Lateiner, Griechen, Armenier, sondern Katholiken, d.h. Kinder einer Mutter, die alle dem gemeinsamen Oberhirten, dem Stellvertreter Christi auf Erden, unterstehen."

- Johann Peter El Hagg, maronitischer Patriarch von Antiochien (1810-1898)
(Aus: die katholischen Missionen, 1899)

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Aktuell: Zukünftige libanesische, samoanische und indische Priester, so Gott will!


Gestern wurden nach einer vierjährigen Wartezeit (bis zur kanonischen Erhebung des Ordens am 15. August d. J.) die drei ältesten (bereits mit den Studien fertigen) Seminaristen der Sons of the Most Holy Redeemer (Papa Stronsay, Schottland) zu Subdiakonen geweiht. Alle sind wohl schon mindestens 10 Jahre in dem Orden.


(von links nach rechts) Br. Yousef Marie und Br Magdala Maria kommen aus Australien, sind allerdings libanesischer bzw. samoanischer Abstammung, Br. Jean-Marie kommt aus Südindien. Im Hintergrund ist die Statue von unserer lieben Frau von Aberdeen, der Diözese von Papa Stronsay. 

Beten Sie, dass die drei heilige Priester werden! So Gott will, werden Sie eines Tages Volksmissionen in Großbritannien predigen.


(Quelle: http://papastronsay.blogspot.de/2012/10/subdeacons-ordained.html)

Donnerstag, 20. September 2012

Echt katholische Bildungsarbeit — Eine Universität im Nahen Osten

Panorama von Beirut im 19. Jahrhundert


Nach einem Brief des P. Zelle zählt die katholische, von französischen Jesuiten geleitete Universität von Beirut nunmehr nach vierzehnjährigem Bestehen über 500 Studenten. Außer einem französischen und arabischen Kurs besteht daselbst eine philosophische und theologische, sowie eine pharmazeutische und medizinische Fakultät. Andere Anstalten haben sich nach dem Muster der Universität gebildet, und so zählt die Stadt ungefähr 15.000 Schüler, von denen etwa 2.000 auf die höheren Studien entfallen. So scheint Beirut, wegen seiner ausgezeichneten Schulen schon von Justinian gepriesen, seinen alten Ruhm und die wissenschaftliche Berühmtheit, die es einst im ganzen Orient besaß, wieder erobern zu wollen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1889)

Mittwoch, 12. September 2012

Eine griechisch-melchitische Gesandtschaft zum Priesterjubiläum von Papst Leo XIII.


In der zweiten Hälfte des Oktobers brachte eine Deputation von Kirchenfürsten dem Heiligen Vater die Glückwünsche und Geschenke der griechisch-katholischen Kirche zu seinem Jubelfeste dar. An der Spitze der Gesandtschaft stand der Erzbischof von Tyrus, Msgr. Euthymius Zulhof; die übrigen Mitglieder waren der Erzbischof Inha von Aleppo und der hochwürdigste Herr Fakak von Beirut; ihnen schlossen sich der Generalvikar des Bischofs von St. Johann von Acca, der ehemalige Generalobere der griechisch-katholischen Basilianer und mehrere Priester an.
Im Auftrag ihrer Gläubigen boten sie dem Heiligen Vater eine Ehrengabe von 6.000 heiligen Messen, eine goldene, perlengeschmückte Tiara, einen Schrank von Perlmutter und sonstige Wertgegenstände. Der Erzbischof von Tyrus versicherte den Statthalter Christi der treuesten Anhänglichkeit aller Katholiken des Orients, besonders der Oberhirten und des griechisch-armenischen Patriarchen Msgr. Gregor Yussef.

Er bezeugte in ihrem Namen dem Heiligen Vater die Gefühle kindlicher Liebe und unbedingter Hingabe. „Denn“, so sagte er, „in Ihrer geheiligten Person erkennen wir den Statthalter unseres Herrn Jesus Christus auf Erden, den Nachfolger des hl. Petrus und das unfehlbare Oberhaupt der Kirche, sowie den gemeinsamen Vater aller Gläubigen.
Möge sich also Ew. Heiligkeit würdigen, gnädig auf uns herabzusehen und den Segen zu spenden unserem verehrten Patriarchen, unseren teuren Wohltätern und unserer ganzen Nation, die wir hier mit ihren Gebeten, Wünschen und Gaben vertreten bei Ihrem Jubelfest, das ein Freudentag der ganzen katholischen Welt ist.
Das sind die Wünsche, die wir Ew. Heiligkeit demütigst zu Füßen legen, indem wir Gott inständig bitten, er möge Ew. Heiligkeit noch recht lange erhalten und bewahren zu seiner größeren Ehre und zum Wohle seiner Kirche.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1888)

Sonntag, 8. April 2012

Die Arbeiterkongregation "Unsere Liebe Frau von den sieben Schmerzen" in Beirut (Teil 3)


Der Zweck des Vereins war, recht brave Christen zu bilden, und er hat ihn erreicht. Die Zeit ist nicht mehr, wo P. Fiorovich in den Straßen umherging und in seiner Art jenes Wort des Erlösers: Compelle intrare! erfüllte.
Nein, heute zählen sie dort nach Tausenden, die wahrhaft christlichen Männerherzen, die unter einem armen Arbeiterkleid schlagen. Zu Tausenden ist auf diesem Weg „das Reich Gottes gekommen.“ Sie legen auch mitten im Elend wahre christliche Ergebung an den Tag. Einmal ging ein Priester mit P. Fiorovich spazieren.
Da blieb plötzlich ein groß und stark gebauter Mann bei ihnen stehen. Derselbe war blind und tastete mit seinem Stock, um den Weg zu finden, hatte aber den Pater an seiner Gangart erkannt. „Abuna (Pater)!“ rief er sofort, grüßte freundlich und suchte nach der Hand des Paters, um sie zu küssen.
Nachher teilte dieser seinem Begleiter die Geschichte des unglücklichen Mannes mit. „Er beichtete seit 16 Jahren alle acht Tage. Nun wurde er an einem Tag, ohne zuvor das mindeste Anzeichen zu gewahren, vollständig blind.
Er ist Familienvater, hat gar keinen Verdienst, erblindet mit 40 Jahren, in der Vollkraft des Mannesalters,  und muss sich oft zu Bett legen, ohne auch nur ein Stück Brot gegessen zu haben. Dieser Mann nun — sollte man es für möglich halten? — hat nie gegen die göttliche Vorsehung gemurrt, nie geklagt: ‚Mein Gott, warum hast du mich in solches Elend kommen lassen!‘ was doch so nahe läge; sondern er trägt sein Kreuz mit Geduld, ja mit Freude.“ — Ein anderes Beispiel einer gründlichen Bekehrung ist folgendes.
Ein verkommener Mensch, der im Libanon das Räuberhandwerk professionsmäßig betrieben, hatte sich in Beirut bei den Exerzitienvorträgen von P. Fiorovich ernstlich gebessert. Als Buße für sein schlechtes Vorleben machte er es sich zur Pflicht, in der Gegend, die er selbst seiner Zeit unsicher gemacht hat, Wache zu stehen.
Und er hielt Wort: 20 Jahre lang durchwachte er die Nacht und stand auf der Lauer gegen die Überfälle der beutesüchtigen Drusen, deren Dörfer in der Nähe sind.
In der Frühe schlief er ein wenig, und den Tag über brachte er lange Zeit kniend im Gebet in der Kirche zu.
Zum Essen begnügte er sich mit etwas Brot, das er von Tür zu Tür bettelte. Sein Andenken ist jetzt noch nach seinem Tod in jener Gegend gesegnet.
Schließlich müssen wir noch der trefflichen Musikbande der Kongregation gedenken, die 20 geübte Musikanten zählt. Sie ist nach europäischem Muster eingerichtet, war aber ursprünglich ein echt orientalisches Orchester, aus Pfeifen, Tamburinen, Cymbeln, Halbmonden und Tamtams bestehend.
In dieser ursprünglichen Form tritt sie jetzt nur noch bei Prozessionen auf, rächt sich dann aber auch dafür, dass sie sonst in den Hintergrund treten muss. Die Leistungen dieser Kapelle finden in Beirut großen Anklang.
Am Sonntagabend hat dieselbe auch bei den Versammlungen den gemeinsamen Gesang zu begleiten. Es sind ganz arabische Singweisen, gegen Ende immer schneller und schneller, um mit einem Mal zu verstummen.
Dann ertönt die Stimme des Priesters, der nach morgenländischem Gebrauch mit dem Bild U.L. Frau von den sieben Schmerzen den Segen gibt, indem er in der Landessprache in feierlicher Tonart singt:
„Durch die Fürbitte der Mutter der Schmerzen segne euch Gott der Vater“ — alle antworten: „Amen!“ — „und der Sohn“ — „Amen!“ — „und der Heilige Geist“ — „Amen!“
Das ist die große Arbeiterkongregation von Beirut, von deren segensreichen Früchten ganz Syrien Zeuge ist.
Was wäre aus vielen dieser jetzt musterhaften katholischen Männer inmitten all der Gefahren für den Glauben und die Sitten geworden, wenn sie nicht seit bald 30 Jahren ihre segensreiche Wirksamkeit entfaltet hätte!
Ehre darum ihrem seeleneifrigen Gründer! Ehre allen, deren Gaben ihn, da seine Kongreganisten durchwegs persönlich arm sind, in Stand setzen, die Vereinskosten zu bestreiten, und Ehre endlich jedem Priester, der sich so der armen Arbeiter annehmen will!

(Aus: die katholischen Missionen, 1891)

Samstag, 7. April 2012

Die Arbeiterkongregation "Unsere Liebe Frau von den sieben Schmerzen" in Beirut (Teil 2)

Der von dem eifrigen Missionar ins Leben gerufenen Verein erhielt den Titel „Kongregation U.L. Frau von den sieben Schmerzen“. Schon nach zwei Jahren zählte er mehr denn tausend Teilnehmer und wuchs fortan von Jahr zu Jahr.
Ein guter Teil dieser armen Bevölkerung bleibt nur einige Monate in Beirut, um dann anderswo ihr Brot zu suchen oder in die heimatlichen Gebirgsdörfer zurückzukehren. Aber neue Ankömmlinge treten an deren Stelle, sodass jedes Mal bei den Exerzitien ungefähr dieselbe Anzahl neuer Zuhörer und ein gleich fruchtbarer Erfolg zu verzeichnen sind.
Es ist gleichsam eine fortwährende Volksmission an festem Posten. „Gott allein“, bezeugt der unermüdliche Präses der Kongregation, „ist die Unzahl der Bekehrungen bekannt, welche die Gnade in den 25 Jahren, seit denen diese geistlichen Übungen regelmäßig statthaben, vollbrachte.“
Als P. Fiorovich zum ersten Mal vor seiner Zuhörerschaft auftrat, wusste er von der so ungemein wörterreichen und schweren arabischen Sprache nur etwa 200 Wörter. Darum stellte er während seines Vortrags einen guten befreundeten Katholiken, Herrn Nicolaus Comaty, hinter sich, der im Falle der Not den richtigen Ausdruck oder das erforderliche Satzglied einflüstern musste.
Der Hauptmissstand bei diesem System war der, dass der Souffleur zuweilen fehlte. An einem solchen Tag geschah es nun einmal, dass der Pater die Enthauptung des hl. Johannes des Täufers erzählen wollte. Das arabische Wort für Enthauptung wusste er nicht. Was war zu tun? Ohne sich daran zu stören, half er durch einen Gestus nach, der, was er sagen wollte, veranschaulichte. Jedermann verstand ihn, und er bemerkte nicht einmal ein Lächeln bei den Anwesenden.
Natürlich ist der Volksdialekt die einzige Sprache, die in dieser Arbeiterkongregation verstanden wird; auch ihr Direktor spricht keine andere. Die Kraft seiner Beredsamkeit besteht darin, dass er von Herzen zu Herzen spricht. Eines Tages wurde ein anderer junger Pater, der sehr gewandt arabisch sprach, zu einem Vortrag in diesem Verein eingeladen. Sein Stil war rein und fließend.
Nach der Versammlung wollte sich einer von dem Eindruck auf das Volk vergewissern und wandte sich daher an einen Handwerker: „Nicht wahr, heute habt ihr einen schöne Predigt gehört?“ — „Das schon,“ war die Antwort, „aber es war nahhu (Schriftsprache), ich habe es nicht gut verstanden.“ —„Verstehst du den P. Fiorovich?“ — „Ganz gut.“ — „Predigt der gut?“ — „Ja, ja, er predigt besser, als die anderen, er liebt uns Arbeiter eben.“ In der Tat hängt derselbe mit ganzem Herzen an „seinen Kinder“, wie er die Arbeiter nennt.
Aber sie hängen auch an ihm und nehmen von ihm alles, auch eine ernste Warnung, einen öffentlichen Tadel, ein hartes Wort gut auf.
Die Beiruter Arbeiterkongregation hat auch dazu beigetragen, im Orient die Wallfahrten zu den heiligen Orten einzuführen. Unglaublicherweise gingen aus Syrien, das den Toren Jerusalems doch so nahe ist, nur sehr selten Pilger dorthin. P. Fiorovich musste erst den Anstoß geben, indem er alljährlich mit 50-60 Männern die Hauptheiligtümer Palästinas besuchte.
In der heiligen Stadt begaben sich die Beiruter ins Franziskanerkloster zu Casa Nova zu zweitägigen Exerzitien. Dann pilgerte man zu allen heiligen Stätten Jerusalems und der Umgegend, machte öffentlich den Kreuzweg, kam nach Bethlehem und Hebron. Die meisten empfingen während der 18tägigen Wallfahrt täglich die heilige Kommunion.
Auf dem Weg gingen sie in Ordnung zu zwei und zwei und sangen laut auf Arabisch die Litanei vom göttlichen Herzen und die der allerseligsten Jungfrau. „Das ist die Kongregation, das ist P. Fiorovich!“ hieß es, wo die Männer, hinter dem reitenden Pater einhergehend, vorbeikamen, und alles eilte herzu, den frommen Zug zu sehen.

Fortsetzung folgt

(Aus: die katholischen Missionen, 1891)