Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 21. Oktober 2023

Gedanken zum Fest der heiligen Laura Montoya

Die heilige Laura Montoya mit Angehörigen des Volkes der Embera

„Meine Seele brannte mit dem Verlangen, etwas Großes für meinen Gott zu tun, damit Er erkannt werde, und mein Mitleid mit den Ungläubigen wurde sehr klein im Vergleich zu meinem Verlangen, Gott erkannt und so geliebt zu sehen, wie Er es verdient.“

Die heilige Laura Montoya, geboren im Jahr 1874 im Westen Kolumbiens, war zutiefst von der Unwissenheit und Gottesferne der Indianer in den abgelegenen Regionen ihres Heimatlands bewegt. Sie fühlte sich zur Gründung einer Ordensgemeinschaft zur Missionsarbeit unter den indigenen Völkern angetrieben, die sie im Sinne einer zutiefst erlebten geistlichen Mutterschaft als ihre Kinder betrachtete. Gleichzeitig war jedoch ihre Liebe zu Gott so innig, dass sie ihre Missionsarbeit mehr von der Ehre Gottes als vom Heil der Ungläubigen her betrachtete – selbstverständlich ohne dabei deren Seelenheil zu vernachlässigen. Dieser Gedanke an die Ehre Gottes, der als höchstes Gut von allen geliebt zu werden verdient, kommt in ihren innigen Gebeten zum Ausdruck: „Mögen sie Dich zu Deiner Ehre erkennen! Mögen wir Dich mit den Seelen der Nichtchristen krönen. Mögen die nicht verloren gehen, die fern von Dir darben. Sieh, ich sterbe aus Wunsch, Dich erkannt und geliebt zu sehen.“ So wird das Mitleid zu den von ihr so sehr geliebten Ungläubigen klein, wenn es dem großen Gedanken der Ehre Gottes gegenübersteht.

Das Heil der Seelen ist ein heiliges und edles Motiv für die Missionsarbeit. Dennoch verdient das Motiv der Ehre Gottes, das vor allem Hauptmotiv des religiösen Strebens der Menschen sein sollte, auch bei der Behandlung des Missionsthemas wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Möge die heilige Laura Montoya uns hierin Vorbild und Fürsprecherin sein.

Freitag, 1. November 2019

Missionsgebet zu allen Heiligen



Glückselige Bewohner des himmlischen Reiches, ihr Engel und Heiligen Gottes! Schauet voll mitleidiger Liebe herab auf die vielen Millionen, die noch in den Finsternissen des Unglaubens und Irrglaubens begraben sind. Leget eure Fürsprache ein beim mildreichsten Herzen Jesu, dass alle diese unsterblichen, so teuer erkauften Seelen bald zum Lichte des wahren Glaubens und zur Hoffnung des ewigen Lebens gelangen. Gebenedeite Jungfrau Maria, gedenke, dass auch diese unglücklichen Seelen deine Kinder sind, dass du auch für sie die Mutter der Schmerzen geworden bist, und lass doch nicht zu, dass diejenigen verloren gehen, für die dein göttlicher Sohn sein Blut vergossen hat.

Heiliger Erzengel Michael, heiliger Joseph, ihr heiligen Apostel und alle Heiligen, die ihr hienieden an der Rettung der Seelen gearbeitet habt, flehet unablässig zu dem dreieinigen Gott, dass er seiner Kirche die freie Ausübung ihrer göttlichen Sendung gewähre, alle Hindernisse des Missionswerks entferne und bald die glückliche Zeit herbeiführe, da alle den einen wahren Gott erkennen und den er gesandt hat, Jesus Christus, dem Lob und Anbetung sei in alle Ewigkeit! Amen.

B.: Alle Engel und Heiligen Gottes, helfet uns bitten,

A.: Dass bald ein Hirt und eine Herde werde.


(Aus: Betet, Brüder! von Pater Otto Maas O.F.M.)

Dienstag, 22. Oktober 2019

Der heilige Franz Xaver – kein Freund des interreligiösen Dialogs



Als der hl. Franz Xaver, der große Apostel Indiens, nach Goa kam, da betrübte es ihn am meisten, dass er sah, wie niemand sich der armen Kinder annahm und diese in großer Unwissenheit aufwuchsen. Obgleich er nun mit Arbeiten ganz überladen war, nahm er sich doch täglich die Zeit, um mit einem Glöckchen in der Hand die Straße zu durchwandeln und die Kinder zum Religionsunterricht zu sammeln. Die von ihm unterrichteten Kinder wurden dann selbst Missionäre bei ihren Eltern und zerstörten deren Götzenbilder.

(Aus: die katholischen Missionen, 1875)

Freitag, 27. November 2015

Wie sehr die heilige Theresia von Lisieux die Mission liebte



„Ich möchte, wie die Propheten und Kirchenlehrer, die Seelen erleuchten, ich sehne mich danach, die Erde zu durcheilen, deinen Namen zu predigen und in heidnischen Ländern dein glorreiches Kreuz zu errichten, o mein Geliebter. Aber ein einziges Missionsgebiet könnte mir nicht genügen. Mein Wunsch wäre, allen Erdteilen zugleich das Evangelium zu verkünden, bis in die entlegensten Inseln. Und nicht nur einige Jahre wollte ich Missionär sein, sondern ich hätte es von Anfang der Welt sein mögen und möchte es sein bis ans Ende der Zeiten.“


(Aus: Das Leben der heiligen Theresia vom Kinde Jesu, von Msgr. Laveille, deutsche Ausgabe)

Freitag, 12. Dezember 2014

Unsere Liebe Frau von Guadalupe zu Juan Diego


„Wisse, mein lieber Sohn, dass ich Maria bin, die immerwährende Jungfrau, die Mutter des wahrhaftigen Gottes, des Urhebers des Lebens, des Schöpfers von allem, des Herrn des Himmels und der Erde, dem alles zu eigen ist. Es ist mein Wunsch, dass man mir an dieser Stelle eine Kirche erbaue, wo ich als mitleidige Mutter, geliebt von dir und deinen Stammesgenossen, meine liebevolle Erbarmung zeigen und das Mitleid offenbaren will, das ich mit deinem Volk und mit allen trage, die mich lieben und mich in ihren Arbeiten und Leiden anflehen. Und so oft ich ihre Seufzer und Bitten höre, werde ich sie trösten und ihren Kummer erleichtern. Darum tue, was ich dir sage, und gehe zur Stadt Mexiko und zum Palast des Erzbischofs, der dort residiert, und sage ihm, dass ich es bin, die dich sende. Es sei mein Wunsch, dass man mir an diesem Orte eine Kirche erbaue. Erzähle im alles, was du gesehen und gehört hast, und sei versichert, dass ich dir dankbar sein und dich für alles, was du in dieser Sache tun wirst, belohnen werde. Mein Sohn, nun hast du meinen Wunsch vernommen; gehe jetzt in Frieden.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1894)

Montag, 24. November 2014

Neue Heilige der syro-malabarischen Kirche

St. Kuriakose Elias Chavara T.O.C.D.
Gestern hat Papst Franziskus zwei Ordensleute des syro-malabarischen Ritus kanonisiert, darunter den Gründer der syro-malabarischen Karmeliter (CMI, Carmelites of Mary Immaculate), Kuriakose Elias Chavara, sowie die zu den von diesem gegründeten Karmeliterinnen (CMC, Congregation of the Mother of Carmel) gehörende Euphrasia Eluvathingal, die ihre Bußwerke u. a. für die Bekehrung der Schismatiker aufopferte.


St. Euphrasia Eluvathingal (Quelle: Smokingsingh)

Mögen sie bei Gott Fürsprache für die Bekehrung Indiens und die Einheit der Christen an der Malabarküste halten!

Freitag, 14. November 2014

Der heilige Josaphat Kuncewicz – Märtyrer der kirchlichen Einheit



Johannes Kuncewicz ward zu Wilna 1580 geboren und trat ebendaselbst 1604 unter dem Namen Josaphat in das Basilianerkloster der heiligen Dreifaltigkeit. Vom heiligen Geist selbst geleitet, übte er sich in dem tiefgesunkenen Kloster in inbrünstigem Gebet und großer Abtötung, gleichzeitig eifrig ernstem Studium ergeben, das ihn zum Verteidiger der Union (der Vereinigung der Orthodoxen mit dem Stuhl Petri) befähigte. Sein Beispiel blieb nicht ohne Früchte; bald blühte das Kloster in Wilna auf und zwei neue Klöster konnten durch den Heiligen von dort aus gegründet werden. 

Einen ebenso hochbegabten als frommen Gefährten im Werke der geistigen Neubelebung der ruthenischen Kirche erhielt der Heilige in seinem Freund Joseph Belamin Rutski. Derselbe hatte seine Studien im griechischen Kolleg zum Rom gemacht, war 1603 nach Wilna zurückgekehrt und 1607 ebenfalls in das Dreifaltigkeitskloster eingetreten. Nach dem Tod des greisen Metropoliten Pociey, der die Union mitbegründet und ihre Fahne 15 Jahre lang hochgehalten hatte, bestieg Rutski 1614 den Metropolitansitz. Auf sein Betreiben wurde der hl. Josaphat, so sehr dessen Demut sich sträubte, zum Koadjutor von Polozk und Bischof von Witebsk erhoben. Am 12. November 1617 empfing derselbe zu Wilna die Bischofsweihe. Unter der gemeinsamen Wirksamkeit dieser beiden Männer war zu Anfang 1620 die Union in ganz Weißrussland siegreich durgeführt.

Ernstere Kämpfe hatte sie aber in Rot- und Kleinrussland zu bestehen. Rutski hatte zwar feierlich von dem Stuhl von Kiew Besitz ergriffen. Basilianer aus der Schule des hl. Josaphat sollten daselbst den Kern der geistigen Neugestaltung bilden. Der Vorsteher ihrer Schaar, Anton Hrekowicz, wurde von den wütenden Schismatikern 1618 im Dnjepr ertränkt. Sie schlugen ein Loch in die Eisdecke und stießen den Blutzeugen hinein unter dem Geschrei: „Du bist ein Unierter und willst unsere Religion verraten!“ Als er sich am Rande des Eises festhalten wollte, hieben sie ihm die Arme ab und höhnten: „Ruf den Papst an!“ während die Wellen des Dnjepr den Ertrinkenden unter die Eisdecke rissen.(…)

Der hl. Josaphat hatte inzwischen dem Sturm zu trotzen, den sein Gegenbischof Smotrycki losließ. Immer höher gingen die Wogen des Aufruhrs, bis ihm endlich der Heilige zum Opfer fiel. Am 12. November 1623 wurde Josaphat in Witebsk grausam ermordet, seine Leiche schmählich entehrt und endlich in die Wogen der Dwina versenkt.
Der Martertod des Heiligen übte einen gewaltigen Eindruck auf die Lateiner in Polen und war die Ursache, dass die Union nicht fallen gelassen wurde, während des Verbrechen von Witebsk anderseits die Sache des Schismas mit Schmach bedeckte. Der Tod des hl. Josaphat war die Rettung der Union, die bis zum Sturze Polens in allen Stürmen bestehen blieb.(…)


(Aus: die katholischen Missionen 1886)

Freitag, 17. Oktober 2014

Wer ist für die Sioux der „Groß-Angreifer“?

Das Schloss des „Groß-Angreifers“ (Quelle)

Kein geringerer als Franz Xaver, der diesen Namen wohl verdient. Da die Sioux anscheinend alles Fremde irgendwie in ihre Sprache zu übersetzen pflegten, erhielt der größte Missionar der Neuzeit den Namen „Watekpeya Tanka“ (der „Groß-Angreifer“). So war auch die Sioux-Ausgabe eines Bildbands überschrieben, der 1922 in vielen verschiedenen Sprachen erschien. 
Schön erklärte mit dessen Hilfe der Katechist Alex einigen jungen Männern den Seeleneifer des hl. Franz Xaver: „Schaut auf Xavers Schloss; großmächtig, reich – und das hat Watekpeya Tanka (der Groß-Angreifer) alles dran gegeben, um in die große Welt zu gehen und Seelen zu retten. Seht, er sucht Seelen, lehrt sie die Lehren des Heilandes und baut seine Kirche auf!“…


(Quelle: die katholischen Missionen, 1925)

Samstag, 4. Oktober 2014

Großes Franziskus-Fest bei den Menominee-Indianern in Wisconsin


Im Jahr 1882 kam P. Blasius Krake nach Keshena und übernahm Schreiber dieses [P. Zepyhrin Engelhardt O.F.M.] die Leitung der Mission als Oberer. Bekanntlich fiel in dasselbe Jahr die 700-jährige Gedächtnisfeier der Geburt des hl. Franziskus von Assisi. Der P. General des Franziskanerordens hatte gemäß der Bewilligung des Heiligen Vaters Leo XIII. eine dreitägige Andacht in allen Kirchen des Ordens vorgeschrieben, um dieses wichtige Ereignis feierlich z begehen. Demgemäß wurde diese Feierlichkeit auch in Keshena vorbereitet. Wir lassen hier einen Auszug aus dem lateinischen Bericht über die stattgehabte Feier folgen:

„Das Zentenarium unseres hl. Vaters Franziskus ist auch in Keshena bei den Indianern des Stammes der Menominees unter großem Zulauf des Volkes und mit aller möglichen Feierlichkeit begangen worden. Um die Festlichkeit zu erhöhen, wurde bei dieser Gelegenheit das 40-stündige Gebet eingeführt. Diese Andacht, sowie auch das Leben und Wirken des hl. Franziskus war den Indianern bisher gänzlich unbekannt und daher auch die Erklärung der Festlichkeiten in der Sprache der Indianer recht schwer. Nicht ohne Furcht und Zagen verkündeten deshalb die Patres in den verschiedenen Missionsstationen einen Monat vorher die 700-jährige Jubelfeier, sowie die des 40-stündigen Gebets. Doch kamen die Indianer während der dreitägigen Feier zahlreich aus allen Teilen der Reservation nach Keshena, sowohl um das allerheiligste Sakrament auf eine ihnen früher unbekannte Weise zu verehren, als auch an der Verherrlichung des hl. Vaters Franziskus Teil zu nehmen.

Alle besuchten wiederholt die Kirche und sehr viele empfingen andächtig die heiligen Sakramente der Buße und des Altars, obschon manche noch drei Tage vorher am Patronatsfest des hl. Michael zu den heiligen Sakramenten gegangen waren. Damit während der Aussetzung des Allerheiligsten nicht eine genügende Anzahl Anbeter fehle, beteten oder sangen einige Familien, deren Namen auf einer Tafel verzeichnet standen, der Reihe nach Gebete oder Gesänge in ihrer Muttersprache. Die Kirche, der Hochaltar und das Bild des hl. Vaters Franziskus waren von den Mitgliedern des Frauenvereins auf möglichst herrliche Weise geschmückt. Täglich war um 9 Uhr feierliches Leviten-Hochamt, bei welchem zwei Laienbrüder und mehrere Indianer-Messknaben dienten und die Indianer eine Choralmesse des römischen Graduale ohne Orgelbegleitung sangen.

Täglich hielt der P. Präses eine kurze Anrede über das Geheimnis und die Anbetung des allerheiligsten Sakraments in der Sprache der Indianer, mit Ausnahme des letzten, des eigentlichen Festtages, des 4. Oktober, wo eine längere Predigt über das Leben des hl. Franziskus und über die drei von ihm gestifteten Orden stattfand, in welcher namentlich der dritte Orden desselben weitläufiger erklärt und die Frömmeren unter den Menominees zum Anschluss an denselben eingeladen wurden. Diese Predigt hatte denn auch den glücklichen Erfolg, dass bald nachher zwei wahrhaft fromme Witwen als die ersten Töchter des hl. Franziskus das Kleid des dritten Ordens empfingen. Abends um 7 Uhr war Vesper, bei welcher die Antiphonen, Psalmen und Hymnen von den Indianern abwechselnd gesungen und der Gelegenheit entsprechende Unterweisungen vom P. Präses in der Menominee-Sprache erteilt wurden. Nach dem Segen mit dem Allerheiligsten gingen die Patres mit den Chorknaben zum schön geschmückten Bild des hl. Franziskus, um daselbst den Hymnus zu Ehren des Heiligen Vaters zu singen.
Mit großem Trost sahen die Patres, dass die Indianer während aller drei Tage besonders zur Vesper und zum Segen die Kirche zahlreich besuchten und während einer Stunde oder länger vor ihrem im allerheiligsten Sakrament gegenwärtigen Gott ihre Gebete verrichteten. 

Am Schluss der Festlichkeit, am Abend des dritten Tages, war, wie am Anfang, Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Kirche, an der sich alle Anwesenden, brennende Kerzen in ihren Händen tragend, beteiligten. Der Anblick dieser Prozession war wunderschön. 
Man wurde unwillkürlich an die Wohnung der Engel erinnert, wie der P. Präses auch den Indianern am Schluss andeutete, indem er diese zugleich ermahnte, so zu leben, dass sie verdienten, den himmlischen Chören einst beigezählt zu werden. Die Indianer staunten und verhielten sich wie stumme Bewunderer. 
Zwei Worte nur fanden sie, um ihrem Staunen Ausdruck zu geben: ‚Käz onät! Käz onät!‘ d. h., ganz schön! ganz schön!‘ Nie zuvor hatten sie ähnliches gesehen. 

Nach dem Segen mit dem Allerheiligsten wurde dem versammelten Volk der päpstliche Segen erteilt, dann das Scheiden des hl. Franziskus mit dem Franziskus-Lied gesungen und die ganze Feier mit dem Te Deum beschlossen. So endete die 700-jährige Jubelfeier des hl. Franziskus unter den Menominees. 
Für den glücklichen Verlauf derselben sei Gott und der unbefleckten Mutter Gottes Lob und Ehre; der hl. Vater Franziskus aber möge die Mission seiner Söhne unter den Menominee-Indianern beschützen und erhalten!“


(Aus: die katholischen Missionen, 1885)

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Der hl. Arnold Janssen als Förderer der Engelsverehrung


(…) Schließlich möchte ich auch noch eine recht lieblich anmutende Eigentümlichkeit der Steyler Aszese erwähnen, die ganz deutlich auf den Stifter zurückgeht. Die Gesellschaft pflegt vor allem die Andachten zum Hl. Geist, zum Göttlichen Wort und zum Hlgst. Herzen Jesu, zu den Erzengeln und den hl. Engeln überhaupt. Das waren die Lieblingsandachten Arnold Janssens, und er hat sie seinen [geistigen] Söhnen als Erbe hinterlassen. Wir müssen ihm danken, dass er die Verehrung des Hl. Geistes so nachdrücklich in Erinnerung brachte – dies Verdienst gebührt übrigens auch der Genossenschaft der Väter vom Hl. Geist – und die drei Erzengel und alle seligen Schutzgeister der Menschen zu Ehren erhob.


(Aus: die katholischen Missionen, 1926)

Donnerstag, 11. September 2014

Der Katechismus des hl. Robert Bellarmin: noch zu seinen Lebzeiten ins Ilocano übersetzt



P. Michael Hergesheimer S.V.D. schreibt uns aus Lagangilang, Abra (Philippinen): 

„Als Leser der geschätzten ‚Kath. Missionen‘ rechne ich es mir zur Ehre an, Ihnen das Folgende mitzuteilen. In Heft 12, 1920/21, las ich den Artikel: Der ehrw. Kardinal Bellarmin, ein edler Missionsfreund. Ich dachte, es werde sie wohl interessieren, von Kardinal Bellarmins Katechismus zu hören, der hier auf den Philippinen in die einheimischen Sprachen übersetzt worden ist. 

Vor mir liegt die Ausgabe in Ilocano, der Sprache im Nordwesten der großen Insel Luzon. Die Übersetzung hat der sprachkundige Augustiner Fray Francisco López hergestellt. Auf dem Umschlag liest man: Bellarmino, Doctrina cristiana. Auf dem ersten Titelblatt heißt es: Libro á naisuratan amin ti doctrina cristiana nga naisurat iti libro ti Cardenal Agnagan Belarmino, quet ináon ti Fr. Francisco López, Padre á San Agustin iti Sinasantoy. Tercera edición. Gedruckt in Malabón, 1895. Dann kommt Motu proprio unseres Heiligen Vaters Klemens VIII., gegeben zu Ferrara am 15. Juli 1598. Es folgt ein Dokument des D. Alonso Fajardo de Tenza, Gobernador de estas Islas. Diese Approbation der hohen weltlichen Regierung wurde gegeben in Manila am 26. September 1620. Die Licencia des Erzbischofs von Manila ward erteilt am 3. September desselben Jahres. Darauf folgt die Erlaubnis der Zensorenkommission, woran sich die Licencia del Prelado, des Augustiner-Provinzials, anschließt. Auf der folgenden Seite (XXIV) liest man: Epígramma, Rev. admodum Patris Garsiz Garzes é Societate Jesu Epigramma ad librum ejusque Autorem, enthaltend neun Distycha [sic].

Der Prólogo y Dedicatoria…des Herrn Übersetzers umfasst 5 1/2 Seiten. Zunächst folgen die Definiciones der vom Spanischen herübergenommenen Ausdrücke: Libro, Caridad, Virtudes usw., 12 Seiten umfassend. Ein schöner Kupferstich der allerseligsten Jungfrau leitet über zum Gebet an die Mutter Gottes: Carárag quen Santa Maria, 21 vierzeilige Strophen, wohl der allererste Versuch eines Europäers in der Dichtkunst dieser Sprache. Die Seiten LI bis LXIV bringen Advertencias über Orthographie und Schreibweise in der alten einheimischen Schrift. Diese selbst ist dann zu sehen in ihren wunderlichen Haken und Schleifen mit Punktuation über und unter den Lettern.

Auf 12 Seiten wird da ein Abdruck gebracht von dem alten Catecismo de Belarmino, in altilokanischen Schriftzeichen. Auf drei folgenden Seiten ist ein Druckfehlerverzeichnis. Ein schönes Bild des Gekreuzigten leitet dann den eigentlichen Katechismus ein. Er ist in der heute nur mehr gebrauchten spanischen Schrift gedruckt und enthält 342 Textseiten. Der Katechismus ist in Fragen und Antworten verfasst. Doch ist viel von der damaligen Sprache heute nicht mehr gebräuchlich oder manche Wörter haben anderen Sinn oder dieselben Stammwörter werden heute mit anderen Präfixen und Suffixen versehen. Aber im großen Ganzen wird ihn jeder Ilokaner, der lesen kann, leicht in der alten Fassung verstehen.

Dieser Katechismus war also hier auf den Philippinen schon übersetzt und gedruckt und mit allen möglichen Erlaubnissen versehen und verbreitet, als der ehrw. Kardinal Bellarmin noch lebte und seine Schreiben nach Indien gingen bezüglich der Angelegenheit des P. de Nobili. Wie rasch auch das Gute sich verbreitet! Der Katechismus und die hiesige Übersetzung wird eine leuchtende Perle bilden in der himmlischen Krone des ehrwürdigen Dieners Gottes.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Dienstag, 19. August 2014

Zum Fest: der letzte Wille des hl. Ezequiel Moreno Díaz




Es leben Jesus und Maria!
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Ich, Frater Ezequiel Moreno Díaz, aus dem Orden der unbeschuhten Augustiner-Eremiten unseres heiligen Vaters St. Augustinus, Bischof (an diesem Datum) von Pasto, glaube und bekenne alles, was unsere heilige Mutter, die katholische Kirche, als von Gott geoffenbart vorstellt, sei es durch feierliche Verkündigung oder durch ihr allgemeines ordentliches Lehramt.
Ich glaube und bekenne alle apostolischen und kirchlichen Traditionen, die heilige Schrift in dem Sinne, wie sie die heilige katholische Kirche auslegt und jeden einzelnen Satz, der von den ökumenischen Konzilien, besonders vom Konzil von Trient und vom [ersten] Vatikanischen Konzil definiert und verkündet wurde, und insbesondere das oberste und unfehlbare Lehramt des Papstes, den ich als Statthalter Christi auf Erden und Hirt und Lehrer der gesamten katholischen Kirche anerkenne.

Ich verurteile alle Irrtümer, seien es die durch die ökumenischen Konzilien oder die durch die Päpste verurteilten Irrtümer, insbesondere jene Irrtümer, die unter dem Namen des Liberalismus zusammengefasst werden und alle, die im Syllabus aufgeführt sind.

Ich mache kein Testament, da ich Ordensmann bin und nichts besitze. Dennoch möchte ich einige Anweisungen geben, damit Klarheit für den besteht, der nach meinem Tod meine Angelegenheiten regeln muss. Diese Klarheit soll aus den folgenden zwei Prinzipien hervorgehen, die allgemein von allen Theologen und Kirchenrechtlern anerkannt werden:

1. Was ein Ordensmann erwirbt, gehört seinem Kloster oder seinem Orden.
2. Was er erwirbt, nachdem er zum Bischof präkonisiert wurde, gehört seinem Sprengel.
Alles, was ich bis zum Punkt elf angebe, wurde mir direkt vor meinem Amtsantritt gegeben und nur deswegen, weil ich dieses Amt antreten würde (es folgt eine Aufzählung der Dinge, die er hatte, bevor er nach Pasto kam).

(…) Ich habe zwei arme jüngere Schwestern. Ich habe sie während meiner Zeit als Bischof in Pasto nicht unterstützt, da ich nichts hatte, um sie zu unterstützen. Ich habe alles Geld den Armen vor Ort gegeben, außer das, was ich für das Essen benötigte sowie für ein wenig Kleidung, da ich bereits einige Kleidung aus Bogotá mitgebracht hatte.

In dem Dokument, das diesem beigefügt ist, habe ich einige Notizen gemacht, die meinem „Anweisungen“ beigefügt werden können, wie man sich gegenüber den Liberalen zu verhalten hat.
Ich bekenne erneut, dass der Liberalismus eine Sünde ist, ein schrecklicher Gegner der Kirche und des Königreichs Jesu Christi und der Ruin der Völker und Nationen. Da ich dies auch noch nach meinem Tod lehren möchte, wünsche ich, dass in dem Zimmer, wo meine Leiche aufgebahrt wird, und in der Kirche während der Exequien ein großes Schild aufgestellt wird, das jeder sehen kann und auf dem steht: „Der Liberalismus ist eine Sünde. Dies steht hier, um dem Wunsch des verstorbenen Bischofs nachzukommen.“

Ich wünsche und bitte, dass man mich in meinem heiligen Ordenskleid als Sohn unseres heiligen Vaters St. Augustinus in der Sakramentskapelle der Kathedrale bestattet. Alles Weitere soll gemäß dem, was die Kirche im Pontifikale für das Begräbnis eines Bischofs vorschreibt, durchgeführt werden. Ich habe nichts gegen diese Feierlichkeit einzuwenden, da sie von der Kirche so angeordnet wird.

Ich bitte um Verzeihung für meine Fehler bei der Ausübung meines Amtes, zunächst bei Gott, zweitens bei meinem geliebten Klerus und drittens bei allen Gläubigen der Diözese und bei allen, die ich in meinem Leben beleidigt habe oder denen ich irgendwie geschadet habe, sei es durch Tat oder durch Unterlassung. Alle bitte ich darum, für meine arme Seele zu Gott zu flehen.

Ich schließe, indem ich sage, dass ich mit dem großen Schmerz ins Grab steige, sehen zu müssen, dass man versucht, Pasto zu entkatholisieren. Ich habe vor diesem Übel gewarnt, auch wenn ich deswegen leiden musste. Wenn ich in diesem Punkt etwas zu bereuen habe, dann ist es nur, dass ich nicht mehr gewarnt habe. Der Glaube geht nach und nach verloren: Der Liberalismus hat das Unaussprechliche erreicht…

Ich unterzeichne alles Obenstehende in Pasto am 6. Oktober 1905.
                                                                                 
                                                                      † FRATER EZEQUIEL

                                                                         Bischof von Pasto.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Zum Fest des großen Äthiopienapostels Justinus de Jacobis

der hl. Justinus de Jacobis, Apost. Vikar von Abessinien
Da dieser große Afrikamissionar und Apostel Äthiopiens viel zu wenig bekannt ist, hier nochmal ein Verweis auf die dreiteilige Serie über sein Leben und Wirken (hier, hier und hier)


Das Banner zur Seligsprechung unter Pius XII. Links unten ist ein äthiopischer Priester in weiß mit Palmzweig dargestellt; es handelt sich um den seligen Abba Ghebremichael, den der hl. Justin zum katholischen Glauben bekehrte und der später unter schrecklichen Qualen das Martyrium erlitt.

heiliger Justinus, bitte für uns!


Samstag, 19. Juli 2014

Der heilige Vinzenz von Paul über seine Gefangenschaft bei den Moslems in Tunesien


Als ich (von Marseille) zu Lande abreisen wollte, lud mich ein Edelmann ein, ihn bis Narbonne zur See zu begleiten. Wetter und Wind waren günstig, so dass wir an einem Tag Narbonne erreichen konnten; daher nahm ich die Einladung an. Aber Gott gestattete, dass drei türkische Brigantinen, welche im Golf von Lion christlichen Schiffen auflauerten, auf uns Jagd machten und uns so heftig angriffen, dass zwei oder drei Passagiere getötet und alle anderen verwundet wurden; auch ich erhielt einen Pfeilschuss, der mir zeitlebens als Wetterprophet dienen wird. Wir mussten uns ergeben, unser Steuermann wurde in Stücke gehauen, weil die Türken bei ihrem Angriff einen ihrer Anführer und vier oder fünf Galeerensklaven verloren hatten. Nachdem man uns oberflächlich verbunden hatte, legten sie uns in Ketten und setzten ihren Raubzug fort; nach sieben oder acht Tagen aber segelten sie, zufrieden mit der gemachten Beute, nach ihrer Räuberhöhle (Tunis) zurück. Dort gab man vor, man habe uns auf einem spanischen Schiff gefangen genommen, damit der französische Konsul keinen Anlass habe, uns zu befreien, und stellte uns dann zum Verkauf aus.

Dabei ging es so zu: Anstatt unserer eigenen Kleider erhielten wir einen Sklavenanzug, und mit einer Kette um den Hals führte man uns durch einige Straßen der Stadt Tunis. Dann kehrten wir zum Schiff zurück, und die Kaufleute kamen dorthin, um zu sehen, wer essen könne und wer nicht, damit sie erkannten, dass unsere Wunden nicht gefährlich seien. Darauf endlich führte man uns auf den Markt, und hier untersuchte man uns, wie man ein Pferd oder ein Rind beim Verkauf untersuchen würde. Man ließ uns den Mund öffnen und besah unsere Zähne, befühlte unsere Glieder, wir mussten gehen, laufen, Lasten heben, ringen und tausend andere Brutalitäten uns unterziehen, um unsere Kräfte erkennen zu lassen.

Ich wurde an einen Fischer verkauft; allein da ich nichts so wenig ertragen kann als das Meer, musste dieser mich bald wieder verkaufen, und ich kam jetzt an einen Arzt, einen sehr menschenfreundlichen und milden Mann, welcher, wie er mir sagte, schon 50 Jahre nach dem Stein der Weisen suchte, ohne ihn zu finden. Meine Beschäftigung bestand darin, unter zehn bis zwölf Öfen das Feuer zu unterhalten. Er liebte mich sehr und sprach gern mit mir über die Alchemie, noch lieber aber über sein Gesetz, zu welchem er mich mit aller Gewalt hinüberzuziehen suchte, indem er mir viele Reichtümer und die Mitteilung seiner ganzen Wissenschaft versprach: Gott aber hielt mich aufrecht durch die Hoffnung auf meine Befreiung, die ich in vielen Gebeten durch die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau erflehte.

Bei diesem Arzt war ich vom September 1605 bis zum August 1606; dann wurde er zum Sultan nach Konstantinopel berufen, er starb aber auf der Reise. Er hinterließ mich seinem Neffen, der mich jedoch auch bald wieder verkaufte und zwar an einen sizilianischen Renegaten (ein zum Islam abgefallener Katholik). Dieser führte mich ins Gebirge auf sein Tomat – d. h. sein Landgut, das er vom Großherrn zur Pacht hatte, denn das Volk hat kein Grundeigentum; alle Äcker gehören dem Sultan.

Der Renegat hatte drei Frauen, und der einen von ihnen, einer Türkin, bediente sich die Barmherzigkeit Gottes, um ihren Ehemann in die Kirche zurückzuführen und mich aus der Gefangenschaft zu befreien. Neugierig, wie sie war, wollte sie die christliche Lebensweise kennenlernen; daher kam sie täglich aufs Feld, wo ich graben musste, und nach vielen Fragen befahl sie mir, das Lob meines Gottes zu singen. Die Erinnerung an das „Wie sollen wir singen im fremden Lande“ der gefangenen Juden in Babylon bewog mich, mit Tränen im Auge den Psalm Super flumina Babylonis (An den Flüssen Babylons sangen wir und weinten usw.) anzustimmen, dem ich das Salve Regina und andere Lieder folgen ließ. Sie fand an diesen Gesängen ein unsägliches Vergnügen, so dass sie am Abend ihrem Mann sagte, er habe Unrecht daran getan, seine Religion zu verlassen; sie habe dieselbe hochschätzen gelernt durch das, was ich ihr vorgesungen; sie sei dabei vor Entzücken außer sich geraten, und sie glaube nicht, dass das Paradies, das sie erwarte, ihr größere Freude gewähren könne, als die gewesen sei, welche sie bei meinem Gesang empfunden habe. 
Diese Worte machten auf ihren Mann solchen Eindruck, dass er mir am folgenden Tage sagte, er warte nur auf eine günstige Gelegenheit, um mit mir nach Frankreich zu fliehen. Die Gelegenheit bot sich aber erst nach zehn Monaten; auf einem kleinen Kahn entkamen wir und am 28. Juni 1607 landeten wir in Aiguesmortes, von wo wir wenige Tage später uns nach Avignon begaben. Hier nahm der päpstliche Vizelegat den Renegaten wieder in die Kirche auf.“ 

(Aus: die katholischen Missionen, 1878)

Später gründete der hl. Vinzenz die Congregatio Missionis, die Kongregation der Missionen, besser bekannt als Lazaristen oder Vinzentiner, die wiederum heilige Missionäre, darunter auch Märtyrer, hervorbrachte, so z. B. den hl. Justin de Jacobis, den Apostel Äthiopiens (Teil 1, Teil 2, Teil 3) sowie den heiligen Märtyrer Jean-Gabriel Perboyre, der in China für den Glauben starb (hier).

Freitag, 18. Juli 2014

Wunder am Grab des hl. Franz Xaver

Schrein des heiligen Franz Xaver, durch die kleinen Fenster kann man den Leichnam des Heiligen sehen

Da der versprochene Bericht über die vom 26. November bis zum 28. Dezember dauernde Festlichkeit in Alt-Goa ausgeblieben ist, so möge hier die Schilderung stehen, die ein Korrespondent des Advocate of India (Bombay) entwirft.

„Die Zahl der Pilger, die Alt-Goa besuchen, wächst noch beständig von Tag zu Tag. Man schätzt die Zahl derer, die während der ersten Tage der Aussetzung die Reliquien des Heiligen an einem Tag verehrten, auf 12.000. Diese Zahl ist jetzt auf ungefähr 17.000 am Tag gestiegen. Pilgerzüge der verschiedenen Pfarreien von Goa, an ihrer Spitze ihr jeweiliger Pfarrer, kommen täglich in (Alt-)Goa an, entsprechend dem von den kirchlichen Autoritäten aufgestellten Programm.

Der Andrang der Besucher von auswärts ist ungeheuer, die Dampfer von Bombay, die am Anfang täglich gegen 700 Passagiere zu bringen pflegten, landen jetzt eine bedeutend größere Anzahl. Die Zahl stieg auf 2.000 und mehr an einem einzigen Tag, wobei eine große Anzahl über Marmagoa reiste…Die tote Stadt scheint zu neuem Leben erwacht und zum Glanz früherer Herrlichkeit zurückgekehrt zu sein, jener Zeit, wo der große Heilige, Schelle und Kruzifix in der Hand, die Menge um sich sammelte, um sie das heilige Wort zu lehren, und wo der Marschschritt der Soldaten, die zu neuer Eroberung auszogen oder mit Siegeslorbeeren zurückkehrten, widerhallte durch die Stadt, in der die portugiesischen Granden in sprichwörtlichem Glanz lebten. Tausend von Andächtigen ziehen jetzt durch ihre sonst verlassenen Straßen (Alt-Goa wurde im 18. Jahrhundert nach Epidemien aufgegeben).

In der Presse werden verschiedene Wunder berichtet, die in Alt-Goa gewirkt und auch in gehöriger Weise nachgeprüft worden sind. Von dem Postbeamten Nicolau dos Remedios Gracias, dessen Gesicht wiederhergestellt wurde (d. h. er konnte wieder sehen), habe ich schon in dem Advocate of India Mitteilung gemacht. Ein anderes Wunder ist das eines zwei Jahre alten Mädchens, Anna Maria, von Parra (Bardez). Es war wegen der vollständigen Verschließung ihrer Augenlider von Geburt an blind. Sie wurde geführt von Dr. A. Carneiro, dem Leiter der ambulanten Krankenpflege. Sobald das Mädchen die heiligen Überreste geküsst hatte, öffneten sich die Augenlider des einen Auges, dann allmählich die des andern, und das Kind ward geblendet von dem Licht und ganz verwundert, als es die Dinge und Leute um sich herum erblickte. Eine neue Welt ging ihr auf.

Der neueste und merkwürdigste Fall ist der eines englischen Protestanten, Mr. C.U.E. Aldrige, eines Heizers an der G.J.P.-Eisenbahn (35 Jahre alt). Vor etwa sieben Monaten bekam er einen Schlaganfall, infolgedessen er an allen Gliedern, selbst an den Augenlidern, gelähmt wurde. Am 16. dieses Monats wurde er zum Schrein gebracht. Sobald er die heiligen Überreste geküsst hatte und der Schleier des Heiligen über die Augen des gelähmten Mannes gezogen war, konnte er vollkommen sehen und seine Augen öffnen und schließen. 
Er sprach deutlich, konnte seine Finger mit Leichtigkeit bewegen und stieg zur Bewunderung aller, während seine Frau in Tränen der Freude ausbrach, ohne irgendwelche Hilfe, außer der eines Stocks, die Treppe hinab. Drei Stunden verharrten Mann und Frau in Dankesgebeten für die Heilung, die bei den auswärtigen Besuchern und den Bewohnern der Gegend die größte Sensation hervorrief. (Köln. Volkszeitung, Nr. 87 vom 30. Januar 1911)


(Aus: die katholischen Missionen, 1911)

Montag, 30. Juni 2014

Protestantischer Bildersturm auf den Philippinen und seine auffälligen Folgen

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz

Ein seltsamer Vorfall trug sich 1908 in der Stadt Peñaranda in Nord-Luzon (Philippinen) zu. Ein protestantischer amerikanischer Prediger hatte sich hier eingefunden und begonnen, die arme, seit langem aus Priestermangel seelsorglich verlassene Bevölkerung gegen die Lehren und Gebräuche der katholischen Kirche aufzuhetzen, besonders aber gegen die Verehrung der heiligen Gottesmutter und der Heiligen zu donnern.

Es gelang ihm wirklich, die Leute zu betören und dazu zu bewegen, ein ehedem sehr verehrtes Bild U.L. Frau vom Rosenkranz und eine Statue des hl. Antonius zu entthronen und in den nahen Fluss zu werfen. Aber siehe da, die Strömung brachte beide nach einiger Zeit wieder ans Ufer. „Werft sie weiter hinaus in den Strudel“, gebot der Prediger. Es geschah. Aber immer wieder kehrten die Statuen zurück. Sie wurden ein fünftes Mal ergriffen und in die Flut geschleudert. Diesmal blieben sie aus.

Dafür kam zwei Tage darauf eine Springflut und wälzte sich zerstörend über das Städtlein. 150 Personen und fast alles Vieh gingen zu Grunde. Aber seltsam, die Springflut hatte auch die beiden Statuen wieder gebracht, und sie schwammen weithin sichtbar auf den Wogen. Sie wurden ans Ufer gebracht und befinden sich heute in dem Ort Tugnegaras. 

Die Bewohner von Peñaranda aber sahen in dem jedenfalls sehr seltsamen Zusammentreffen ein Strafgericht Gottes. Ergrimmt suchten sie den Prediger auf, der sie zum Bildersturm gehetzt hatte. Der aber hatte bereits ein Ross bestiegen und sich aus dem Staub gemacht.

(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Freitag, 6. Juni 2014

Papst Pius X. gratuliert dem Vorsitzenden der Pariser Glaubensvereins-Zentrale zum 25-jährigen Jubiläum


Unter dem 14. November 1910 richtete unser Heiliger Vater Pius X. ein huldvolles Handschreiben an Herrn Karl Hamel, der an diesem Tag sein 25-jähriges Jubiläum als Vorsitzender der Pariser Glaubensvereins-Zentrale feierte. Das Schreiben lautete:

„Lieber Sohn! Gruß und apostolischen Segen! Wie überaus teuer Uns dieses gesegnete Werk der Glaubensverbreitung, das fruchtreichste aller, welche von Katholiken gegründet wurden, ist, brauchen Wir nicht zu sagen, hat es doch den Zweck, die Kirche in der Ausführung jenes Auftrages zu unterstützen, den ihr ihr göttlicher Stifter gegeben: ‚Gehet hin und lehret alle Völker.‘

Mit großer Freude haben Wir vernommen, dass die Oberleitung dieses Werks seit 25 Jahren der Gegenstand Deiner ganzen Sorge ist. Wenn nun auch Deine edle Seele nur auf Gott, den Belohner aller guten Werke schaut, so dürfte es Dich doch freuen, wenn zur Befriedigung, welche das Bewusstsein einer guten Tat an sich schon gewährt, auch noch die Glückwünsche des Stellvertreters Christi treten.

Von Grund Unseres Herzens sprechen Wir Dir Unsere vollste Genugtuung aus und flehen zum gütigen Gott, er möge Dich noch recht lange arbeiten lassen zum Besten der heiligen Kirche. Auch erteilen Wir Dir in herzlichster Liebe Unseren Apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, den 14. Nov. 1910, dem achten Jahr unseres Pontifikates.

                                                                                  Papst Pius X.“

Diesem päpstlichen Schreiben gesellte sich ein anderes des Präfekten der Propaganda, Sr. Eminenz des Kardinals Gotti, hinzu.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Donnerstag, 5. Juni 2014

Zum Fest: Abschied des heiligen Bonifatius (Gedicht)


Lebt wohl, ihr Brüder! Immer bei euch weilen
Wird fürder auch mein Herz im Gotteszelt.
Doch Christus ruft, der Jünger Los zu teilen,
Hinaus mich in die weite, fremde Welt.

Ein Riesenwald von Eichen und von Fichten
Dehnt sich vom Meer bis zu der Alpen Fuß:
Des Dämons finstern Tempel soll ich lichten,
Den Völkern bringen ihres Heilands Gruß.

So stolz sich auch die freien Recken brüsten,
In Sklaverei hält sie der Götzen Brut;
Es rast ihr wildes Heer in tollen Lüsten,
An Wodans Eichen klebt unschuldig Blut.

Dem Starken nur hilft Thor mit seinem Hammer
Und weiht mit Runenzauber Speer und Pfeil;
Der Schwache hilflos darbt in Not und Jammer,
Um kärglich Wergeld ist sein Leben feil.

Doch dämmert schon den Göttern selbst ihr Ende,
Es wankt die Weltenesche Yggdrasil;
Ein Stärk’rer naht! Es kommt die Zeitenwende –
Erschöpft sieht sich der Asen Macht am Ziel.

Christus ist da! Wie drängt’s mich, ihn zu künden,
Sein Kreuz zu pflanzen in den dunkeln Hain,
Im heil’gen Born zu waschen von den Sünden
Die grimmen Stämme der Barbaren rein!

O welch ein Bild! – Die Gaue leuchtend strahlen
Fern von der Elbe bis zum Rheinestrom,
Und in der Wogen blauem Spiegel malen
Sich herrlich Stadt an Stadt, und Dom an Dom!

Die Stämme, noch im düstern Forst verloren,
Sie scharen sich zu einem heil’gen Reich,
Und, von der Fürsten Siebenzahl erkoren,
Der Kaiser thront, der hehren Sonne gleich.

Von Kron und Zepter wie von tausend Türmen
Das heil’ge Zeichen der Erlösung glüht;
Siegreich in tausend Kämpfen, tausend Stürmen
Des Heilands Lieb im treuen Volke blüht.

Und sieh! Die Botschaft, die ich Deutschland bringe,
Tönt über Meer und Berge weit hinaus;
Dass zu den fernsten Inseln hin sie dringe,
Verlassen neue Boten Hof und Haus.

Frisch auf zur Fahrt! Gott wird den Sieger krönen!
Und die ihr bleibt, gedenkt in Liebe mein
Und betet, kämpft! Bis an der Erde Grenzen
Soll nur ein Hirt und eine Herde sein!


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Sonntag, 1. Juni 2014

Der Vater des hl. Arnold Janssen über „Helden des Glaubens“ – Wie man Kinder zu Missionsfreunden erzieht

St. Arnold Janssen S.V.D.
Wenn der fromme Vater des hl. Arnold Janssen, Gerhard Janssen, seinen Kindern aus dem „Jahrbuch der Verbreitung des Glaubens“ vorlas, sagte er zu seinen Kindern:

„Kinder, ich sage euch: die Missionare, das sind Helden des Glaubens, die alles für den lieben Gott hingegeben haben.“

Besonders auf seinen Sohn Arnold machte dieser Satz großen Eindruck, der ihm später auch als Priester noch im Gedächtnis blieb. 

Er gründete schließlich die Gesellschaft des göttlichen Wortes (Steyler Missionare) und wurde so selbst der geistliche Vater von zahlreichen Missionaren und Missionsschwestern, wahren „Helden des Glaubens“.


(Quelle für das Zitat: Die Weltmission der katholischen Kirche, Nr. 7/8 1935)

Samstag, 10. Mai 2014

Gebet zur heiligen Theresia vom Kinde Jesu für die Mission



Du liebenswürdige Heilige, du hast schon im zarten alter Gott treu gedient und dich in seinem Dienste für die Rettung der Seelen verzehrt; darum bist vom Stellvertreter Christi auf Erden zur Patronin aller Missionare erklärt worden. Schau nun vom Himmel aus auf die vielen Millionen herab, die den Heiland noch nicht kennen. Erhebe deine reinen, unschuldigen Hände zum Spender aller Gnaden, damit sein himmlischer Gnadensegen wie ein ununterbrochener Rosenregen auf das steinige Erdreich der weltweiten Missionskirche herabfließe.

Göttlicher Erlöser Jesus Christus, Du hast gesagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen“, erbarme Dich auf die Fürbitte der heiligen Theresia der vielen Menschen in den Heidenländern, die in Gefahr schweben, ewig verloren zu gehen. Sende ihnen fromme Missionare und opferfreudige Missionsschwestern, die sie gütig aufnehmen und den Weg des Heils lehren. Lass aus ihren Reihen viele einheimische Priester- und Ordensberufe herauswachsen, damit Dein Reich unter ihnen immer fester gegründet werde. Hilf auf ihr inniges Gebet den Glaubensboten in aller Welt, damit sie auf ihren gefahrvollen Posten treu ausharren und reiche Früchte hervorbringen. Durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

(Aus: die Weltmission der katholischen Kirche, 1951)